Land unterstützt Theaterwochen für Schülerinnen und Schüler

Ministerin Hesse: Wer einmal Theaterluft schnuppert, wird wieder ins Theater kommen

Schwerin – Die landesweiten Theaterwochen stoßen bei Schulen auf großes Interesse. Unter dem Motto „Theater in Sicht“ laden Landesbühnen, Stadt- und Staatstheater in Mecklenburg-Vorpommern Schülerinnen und Schüler vom 20. Februar bis 2. März 2018 ein, Theatervorstellungen zu besuchen. Die Bühnen bieten ein Programm, das sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Aber auch Inszenierungen des Abendspielplans sind in der Schulzeit zu erleben. Karten für Vorstellungen sind noch erhältlich. „Theater in Sicht“ findet bereits zum zweiten Mal statt. Das Land unterstützt die Theaterwochen wie im Vorjahr mit 10.000 Euro.

„Wie faszinierend, spannend und fesselnd die Darstellende Kunst sein kann, das lässt sich jetzt wieder entdecken“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Dabei zu sein, wenn das Licht ausgeht, der Vorhang fällt oder hinter die Kulissen zu schauen, das machen die landesweiten Theaterwochen für Schülerinnen und Schüler möglich. Ich bedanke mich bei allen, die Kindern und Jugendlichen aufzeigen, wie vielfältig unsere Theaterlandschaft ist und ihnen neben den vielen Aufführungen spannende theaterpädagogische Angebote bieten. Wer einmal Theaterluft schnuppert, wird wieder gerne ins Theater kommen“, zeigte sich Hesse überzeugt.

Das Theater Vorpommern spricht von einer sehr guten Resonanz auf die Angebote von „Theater in Sicht“. Neben Schulen aus Stralsund und Greifswald beteiligen sich Schulen aus Wolgast, Demmin, Ribnitz-Damgarten, Lubmin und von der Insel Rügen. Neben Gymnasien und Regionalen Schulen wollen auch Förderschulen, Grundschulen und Kitas die Vorstellungen besuchen. Auf mehr Besucherinnen und Besucher hofft das Theater Vorpommern bei Ibsens Schauspiel „Ein Volksfeind“, dessen Handlung in ein Seebad an der Ostsee verlegt wurde.

Auch die Theater- und Orchestergesellschaft Neubrandenburg/Neustrelitz ist nach eigenen Angaben mit der Resonanz von Grundschulen, Gymnasien, Regionalen Schulen, beruflichen Schulen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zufrieden. Karten für das Tanztheater „Der kleine Muck“, für „Die Wannseekonferenz“ und für die Klassenzimmeroper „Ritter Odilo und der strenge Herr Winter“ sind noch erhältlich. Die Inszenierung ist mobil und kann auch in Schulen gespielt werden.

Am Mecklenburgischen Staatstheater gibt es ebenfalls für die meisten Angebote noch Karten. Der Klassiker „Die Nibelungen“ lockt Schülerinnen und Schüler ins Große Haus. Die rasante Schauspielkomödie „Amphitryon“, die beliebte Inszenierung „Faust – ein Solo“ des Jungen Staatstheaters Parchim sowie der Kriminalroman „Das Versprechen“ nach Dürrenmatt stehen im Schweriner E-Werk auf dem Programm. Am Standort Parchim spielt das Junge Staatstheater für Kinder ab 4 Jahren „Die faulste Katze der Welt“.

Am Volkstheater Rostock sind vor allem für die Angebote, die sich an Grundschulkinder richten, noch Karten erhältlich. Buchungen liegen bereits von Horteinrichtungen, Grundschulen, weiterführenden Schulen, Wohngruppen und auch Kitas vor. Das Volkstheater beendet „Theater in Sicht“ mit der Premiere des erfolgreichen Musical-Klassikers „FAME“. Bei der Inszenierung stehen Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit zahlreichen jungen Talenten aus Rostock auf der Bühne. Hierfür gibt es nur noch wenige Karten für Schulgruppen.

Zwei weitere Wölfe in M-V mit Sendern markiert

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern sind im Rahmen des „Wolfstelemetrieprojektes“ bislang sechs Wölfe mit einem Peilsender markiert worden. Im Oktober 2015 war zunächst der männliche Wolfswelpe „Arno“ aus dem Rudel in der Lübtheener Heide mit einem GPS-Gerät ausgestattet worden. Das Tier war wurde ein Jahr darauf illegal geschossen; die Ermittlungen laufen noch.

Wolfsrüde Anton wurde im Herbst 2017 mit einem Halsbandsender ausgestattet

Im Oktober 2016 erhielten die Wolfsfähen „Naya“ und „Emma“ aus dem gleichen Rudel ein Sender-Halsband. Im Frühjahr 2017 kam in der Ueckermünder Heide mit „Torben“ ein sehr alter Rüde hinzu.

Im Herbst 2017 wurden für das „Wolf-Damwild-Projekt“. weitere Fangversuche in der Lübtheener in der Ueckermünder unternommen. In der Ueckermünder Heide konnte mit WF „Janka“ ein weiblicher Wolf gefangen und besendert werden. „Janka“ ist eine Tochter von WR4 „Torben“. Beide belaufen mittlerweile das gesamte Territorium des Ueckermünder Wolfsrudels. Manche zum Teil großen Ausflüge unternehmen sie gemeinsam.

In der Lübtheener Heide wurde der junge Rüde WR6 „Anton“ mit einem GPS-Sender ausgestattet. Die genetischen Analysen ergaben, dass er ein Nachkomme des Kalißer Rudels ist. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Kalißer Rudel seinen Lebensschwerpunkt in die Lübtheener Heide verschoben hat, aber trotzdem noch den Großraum Kaliß bis weit nach Brandenburg nutzt.

Das Wolfstelemetrieprojekt wird seit 2011 vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in enger Abstimmung mit dem Landesjagdverband MV, dem Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Forstamt Kaliß der Landesforstanstalt und der TU Dresden durchgeführt und aus Mitteln der Obersten Jagdbehörde finanziert.

Das Projekt Wolf-Damwild läuft seit 2015 bis 2019 in enger Abstimmung zwischen dem Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Forstamt Jasnitz der Landesforstanstalt und dem Land Mecklenburg-Vorpommern und ist bei der Forstzoologie der TU Dresden angesiedelt. Finanziell unterstützt wird das Projekt bisher aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie durch den Deutschen Jagdverband und den Freundeskreis freilebender Wölfe. Beide Projekte sollen den Wissenschaftler Aufschluss liefern über den charakteristischen Aufenthaltsbereich, über Aktionsradius, Schlafplätze und Nahrungsspektrum der beiden Arten Wolf und Damwild.

Künftig sollen in Mecklenburg-Vorpommern weitere Wölfe besendert werden.

Thema im Landtag – Spitzenplatz im Tourismus verteidigen

Schwerin – Am Donnerstag ist im Rahmen einer Aussprache im Schweriner Landtag das Thema „Spitzenplatz im Tourismus durch Investitionen in Angebote und Personal verteidigen“ diskutiert worden. „Unsere Zielstellung für die touristische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist die Steigerung der Wertschöpfung pro Gast und die Erhöhung der Qualität des touristischen Angebotes im Land. Und dies mit allen sich daraus ergebenden volkswirtschaftlichen Effekten. Dazu gehören zum Beispiel Bruttowertschöpfung, Beschäftigungseffekte, Einkommenseffekte und Steuereffekte, aber auch Kulturangebote, Dienstleitungen und – nicht zuletzt – Infrastrukturen. Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, um im Wettbewerb mit anderen weiter vorn mithalten zu können. Herausforderungen sind die Themen Qualitätssicherung, Fachkräftegewinnung und Unternehmensnachfolge“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag im Landtag in Schwerin.

Tourismus ist ein wichtiges Querschnittsthema, eine ressortübergreifende Aufgabe und muss als solche in der Arbeit der Landesregierung verankert sein. „Wir wollen gemeinsam aufzeigen, wie der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Qualitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen, Weiterbildungen und Kooperationen sowie die Internationalität werden künftig eine größere Rolle spielen. Erreicht werden soll dieses nicht nur mit der in der Landesregierung abgestimmten neuen Tourismuskonzeption, sondern auch mit einem Umsetzungsmanagement, das mit Hilfe von Partnern und Koordinatoren die Entwicklung begleiten soll. Denn: Tourismus ist ein Querschnittsthema für die Wirtschaft, für die Unternehmen, für die Verwaltung auf Kreisebene und in den Kommunen und natürlich für alle ‚Gastgeber‘ im Urlaubsland, sprich die Bevölkerung“, so Glawe weiter.

„Den Spitzenplatz durch Investitionen verteidigen wir auch weiter durch die gezielte Förderung von touristischen Vorhaben. Schwerpunkte bilden Maßnahmen der Qualitätsverbesserung und der Saisonverlängerung in den Tourismusschwerpunkt- und Tourismusentwicklungsräumen unseres Landes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Seit 1990 wurden in M-V im Bereich des gewerblichen Tourismus für 3.310 Investitionsvorhaben Investitionszuschüsse vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 1,48 Milliarden Euro bewilligt. Damit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 5,38 Milliarden Euro ausgelöst werden. „Es liegen weitere Anträge für die Investitionsförderung vor“, so Glawe weiter. Konkret sind die Anträge für 34 Investitionsvorhaben im Bereich Tourismus. Diese umfassen ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 348,3 Millionen Euro. Die Investitionsvorhaben könnten mit knapp 50 Millionen Euro bezuschusst werden.

Noch deutlicher wird die Unterstützung bei der Förderung der touristischen Infrastruktur. Seit 1990 wurden in M-V im Bereich der touristischen Infrastruktur Investitionszuschüsse vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 1,02 Milliarden Euro bewilligt. Somit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro ausgelöst werden.

Die Mittel der Zuschüsse für die Förderung vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER)“.

Im Jahr 2017 wurde und wird beispielweise der Ausbau der multifunktionalen Veranstaltungsarena Rostock; das Haus des Gastes in der historischen Burganlage Plau am See; der Neubau des Polariums im Rostock Zoo; der Rettungsturm sowie die Touristeninformation in Binz und der Ausbau der Burgstraße in Burg Stargard unterstützt.

„Wichtig für alle ist auch die Verbesserung der Erreichbarkeit der touristischen Angebote im Land und die Verzahnung der Alltags- und touristischen Verkehre. Über die Flughäfen Rostock-Laage und Heringsdorf und über die Kreuzschifffahrthäfen in Rostock und Wismar sind wir zunehmend besser erreichbar. Bei den Bundesautobahnen – wir wissen das alle – gibt es derzeit für uns große Baustellen, das ist keine Frage. Die Landesregierung arbeitet gemeinsam mit den Behörden vor Ort an Lösungen“, machte Glawe deutlich. „Wichtig ist auch der Erhalt der touristischen Funktionsfähigkeit der Bundeswasserstraßen für die wassertouristische Nutzung des größten innerdeutschen Wasserstraßennetzes M-V mit Brandenburg und Berlin. An der Ostseeküste benötigen wir unbedingt den Lückenschluss auf Fischland-Darß zur Herstellung eines funktionsfähigen Netzes von Sportboothäfen an der Außenküste von M-V. Auch Häfen im Bereich Usedom und im Osten von Rügen sind für das Wasserwandern oder Segeln entlang der Ostseeküste von enormer Bedeutung.“

Ein wichtiger Schwerpunkt ist auch das Ansprechen von internationalen Zielgruppen. „Wir wollen stärker wahrgenommen werden: Deshalb ist Mecklenburg-Vorpommern 2018 das erste Partnerland der Internationalen Tourismusbörse (ITB) auf Landesebene. Damit setzen wir den Startschuss für eine neue Qualität der internationalen Positionierung des Urlaubslandes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe im Landtag. Zu den Zielen zählen beispielsweise: Die Bekanntheit in der internationalen Reisebranche und das Interesse bei nationalen und internationalen Reiseveranstaltern erhöhen. Stärke Aufmerksamkeit bei Endkunden/Besuchern erzeugen. Das Image als Urlaubsland und als Land zum Leben und Arbeiten nachhaltig prägen.

Eine internationale Ausrichtung verfolgt auch das Ostseetourismuszentrum als eine Schaltzentrale im Internationalen Haus des Tourismus in Rostock. „Mit dem EU-Projekt wird die länderübergreifende Vernetzung der Tourismusakteure im Ostseeraum gefördert. Zentrale Themen sind Nachhaltigkeit, Saisonalität und Internationalisierung des touristischen Angebots“, so Glawe.

Im kommenden Jahr findet der Deutsche Tourismustag in Rostock statt. Und in 2020 wird Mecklenburg-Vorpommern den Germany Travel Mart (GTM), die größte und bedeutendste Einkaufs- und Verkaufsmesse für den Deutschlandtourismus, ausrichten. „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg. Und wenn wir, Branche und Verwaltung, Politik und Gastgeber, weiter an einem Strang ziehen, bin ich überzeugt, dass wir im touristischen Wettbewerb weiter vorn bleiben werden. Lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten und gemeinsam aktiv werben“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Rund 131.000 Beschäftigte sind in den Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben tätig. Die touristische Wertschöpfung liegt bei 4,1 Milliarden Euro und bildet damit zwölf Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern ab.

Leben retten ohne Grenzen

Integrierter Rettungsdienst für Notfälle an der deutsch-polnischen Grenze/Startschuss für länderübergreifendes EU-Projekt heute in Greifswald

Greifswald – Heute haben die Partner des deutsch-polnischen EU-Projektes „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald den Startschuss für das ambitionierte gemeinsame Vorhaben gegeben. Das Wirtschaftsministerium MV fördert das Projekt im Programm Interreg V A aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden drei Jahren mit rund 2 Millionen Euro. „Die Initiative zeigt, wie Europa vor Ort immer weiter zusammenwächst“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Es sind Grenzen verschwunden und in wichtigen Fragen wird künftig noch enger kooperiert. In der Gesundheitspolitik hat die Region Pomerania bereits in der Telemedizin neue Maßstäbe gesetzt.“

Das Projekt wurde von der Universitätsmedizin Greifswald und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald initiiert, die auf dem Gebiet des Rettungsdienstes seit vielen Jahren sehr eng zusammenarbeiten. Auf polnischer Seite ist die Wojewodschaftsstation des Rettungsdienstes Stettin seit langem Ansprechpartner und von Beginn an in die Projektvorbereitung involviert. Hinzugekommen sind die DRF Luftrettung und die polnische Luftrettungsstation Goleniow. Weitere Partner sind der gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland sowie die Universität Greifswald mit ihren Lehrstühlen für Slawische Sprachwissenschaft und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement.

„Gemeinsam arbeiten wir bereits seit mehreren Jahre an dem Ziel, für Rettungsdiensteinsätze an der deutsch-polnischen Grenze den erforderlichen fachlich-organisatorischen Rahmen zu schaffen“, betonte Projektleiter Prof. Konrad Meissner von der Greifswalder Universitätsklinik für Anästhesiologie.

„Im regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit unseren deutschen und polnischen Partnern in der Projektvorbereitung haben wir die Grundlage gelegt, zeitnah im Sinne der Betroffenen Lösungen zu präsentieren und umzusetzen“, unterstrich auch die Landrätin von Vorpommern-Greifswald, Dr. Barbara Syrbe. „Das Modellprojekt kann auch anderen Grenzregionen als Vorbild dienen und für mehr Sicherheit in der länderübergreifenden Notfallmedizin sorgen“, ist Dirk Scheer, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, überzeugt. „Wir nehmen hier in Europa eine Vorreiterrolle ein.“

Hintergrund für das deutsch-polnische Engagement ist das angestrebte Ziel eines grenzüberschreitenden Rettungsdienstes. Deutsche und polnische Rettungskräfte sollen bei Bedarf zukünftig auch auf der jeweils anderen Seite der Grenze tätig werden können. Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Bürger, die Verflechtung der Gesellschaften beiderseits der Grenze und der wachsende Tourismus in der beliebten deutsch-polnischen Ostseeregion führen zu einem Anstieg medizinischer Notfälle. Oftmals müssen bisher noch deutsche oder polnische Patienten an der Grenze in einen anderen Rettungswagen umgelagert werden, da bislang noch nicht alle vertraglichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit geschaffen werden konnten. Insbesondere müssen auch die Sprachbarrieren überwunden werden.

Das Ziel besteht in der Integration und Optimierung der Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen und Rettungsdienste im grenzüberschreitenden öffentlichen Rettungsdienst. Dabei sollen abgestimmte und verbindliche medizinische Leitlinien bei der Versorgung von Notfallpatienten zur Anwendung kommen. Die Rettungsdienste im Fördergebiet können somit trotz unterschiedlicher Voraussetzungen befähigt werden, rechtssicher grenzüberschreitende Notfallrettung auf hohem Qualitätsniveau zu betreiben. Nach Herstellung der Transportfähigkeit soll der Notfallpatient ohne Zeitverzug an die nächste geeignete Einrichtung übergeben werden können, unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit.

Zunächst werden die Projektpartner aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der polnischen Wojewodschaft Westpommern die Gesamtsituation für eine länderübergreifende Notfallversorgung systematisch analysieren, um Lösungswege für einen funktionsfähigen deutsch-polnischen Rettungsdienst aufzuzeigen. Gleichzeitig wird ein umfangreiches Schulungsprogramm durchgeführt, um das Verständnis für die jeweils andere Fachsprache bei den Rettungsdienstmitarbeitern im Grenzbereich zu fördern und die Rettungsfachkräfte in die Lage zu versetzen, an Simulatoren die Beherrschung von Notfallszenarien gemeinsam zu üben.

Deutsche und polnische Rettungsdienstmitarbeiter werden in einem notfallmedizinischen Simulationstraining gemeinsam die grenzüberschreitende leitliniengerechte Versorgung von deutschen und polnischen Patienten trainieren. Zur Schaffung der Trainingsinfrastruktur wird eine Ausbildungsstätte in Stettin analog zum Greifswalder Zentrum mit modernstem Simulationsequipment ausgestattet. Seitens des Landkreises Vorpommern-Greifswald kommt darüber hinaus ein mobiles Simulationsrettungsfahrzeug zum Einsatz. Zielstellung der Schulungsmaßnahmen ist die Erhöhung der Patientensicherheit durch die effektive Koordination notfallmedizinischer Handlungsabläufe ohne sprachliche Barrieren. Dafür soll unter anderem auch eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation und e-Learning mit Tablet-PC entwickelt werden.

„Letztendlich steht eine dauerhafte arbeitsfähige Vernetzung der Rettungsdienststrukturen in der Boden- und Luftrettung in der deutsch-polnischen Grenzregion im Fokus all unserer Bemühungen“, fasste Projektleiter Prof. Dr. Konrad Meissner die Bemühungen des Projektteams zusammen.

Über eine zweisprachige Internetseite wird ab dem Frühjahr 2018 regelmäßig über die Fortschritte im Projektablauf berichtet.

Schwesig sichert Stufenplan zur beitragsfreien Kita zu

Schwerin – In der heutigen Landtagsdebatte zu den Kitas im Land bekräftigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ihre Zusage, in diesem Jahr einen Stufenplan zur beitragsfreien Kita vorzulegen.

„Die beitragsfreie Kita kommt. Dazu werde ich in diesem Jahr einen Stufenplan vorlegen. So, wie ich das in meiner Regierungserklärung vor einem halben Jahr angekündigt habe“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Aktuell sei die Landesregierung dabei, die zu Beginn der Wahlperiode zugesagten Elternentlastungen umzusetzen. „Zum 1. Januar haben wir die Kita-Beiträge über einen Zuschuss um 50 Euro gesenkt. In der Krippe bedeutet das zusammen mit dem schon seit 2012 bestehenden Zuschuss sogar eine Entlastung von 150 Euro. Monat für Monat. Und wir werden zum 1. Januar 2019 dafür sorgen, dass Eltern für das zweite Kind in der Kita nur noch einen halben Beitrag zahlen und für ein drittes Kind gar keinen mehr“, zählte Schwesig auf.

„Ich möchte, dass wir darüber noch hinausgehen. Das große Ziel ist die Beitragsfreiheit“, erklärte Schwesig. Dieses Ziel lasse sich umso besser erreichen, wenn das Land dabei Unterstützung des Bundes bekomme. „Ich freue mich, dass sich SPD und Union in den Sondierungen auf eine solche Unterstützung verständigt haben. Insgesamt 3,5 Milliarden Euro für ganz Deutschland. Das wäre eine wertvolle Unterstützung für das Land.“ Nun müsse geklärt werden, nach welchem Schlüssel und nach welchem Zeitplan das Geld auf die Länder verteilt wird. Dann könne auf dieser Basis ein Stufenplan aufgestellt werden.

„Familien sollen mehr von ihrem Einkommen behalten: Für ihre Kinder. Das ist meine Überzeugung. Dafür werde ich mich weiter hier im Land und auch auf Bundesebene einsetzen. Darauf können sich alle verlassen“, erklärte Schwesig abschließend.

Wie macht man eigentlich Apfelsaft?

Obst aus MV auf der Grünen Woche

Berlin – „Der Apfel schmeckt nicht nur gut, ist gesund und beugt Krankheiten vor, er eignet sich außerdem hervorragend, um anschaulich auf das Thema biologische Vielfalt hinzuweisen. Der Apfel ist die meist verzehrte Obstart in Deutschland, und seine Geschichte lässt sich weit über 12.000 Jahre zurückverfolgen. Jeder kennt Äpfel aus dem Supermarkt, aber nur wenige wissen, welche Fülle an Sorten mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften es gibt. Das wollen wir ändern“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt auf der Grünen Woche in Berlin.

Deshalb ist ein eigener Stand in der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommern dem Apfel gewidmet. Unterschiedliche Mitmachaktionen sollen das Interesse vor allem von Schülerinnen und Schülern für die heimische Obsterzeugung wecken und mit dem Wissen um die Bedeutung des Apfels für eine gesunde Ernährung verknüpfen.

Selbstgemacht schmeckt: Am Stand 210 in der Länderhalle erfahren Schüler alles rund um Apfel und Saft. Foto @ A. Wandschneider/LM

Obwohl es weltweit gesehen etwa 20.000 Apfelsorten gibt, sind heute nur etwa 20 Sorten im deutschen Einzelhandel erhältlich. „Wie groß die Apfelvielfalt unserer Region ist, was die einzelnen Sorten ausmacht und warum es wichtig ist, den traditionellen Apfelanbau zu unterstützen, das wird anschaulich am Stand 210 vermittelt“, betonte der Minister.

„Ich freue mich, dass das Interesse auch in diesem Jahr groß ist. Es gibt mehr als 400 Anmeldungen von Schülern ganz unterschiedlichen Alters. Das zeigt, dass das Interesse daran, wo unser Essen herkommt ungebrochen ist“, sagte der Minister. Am Stand können Kinder und Jugendliche Äpfel, die in Mecklenburg-Vorpommern gewachsen sind, selbst zu Saft verarbeiten und sofort verkosten. „So lernen sie auf eine anschauliche und spielerische Art, wie man sich gesund ernährt“, so Backhaus. „Das ist mir besonders wichtig, weshalb Mecklenburg-Vorpommern bis 2023 mit dem EU-Schulernährungsprogramm die kostenfreie Abgabe von Schulobst sowie Gemüse und Milch an sechs- bis 10-jährige Schulkinder mit jährlich 600.000 € fördert“, unterstrich er.

Auf der Grünen Woche veranschaulicht eine Apfel-Ausstellung mit alten und teilweise heute seltenen Apfelsorten zudem wie groß die heimische Obstvielfalt ist, und, dass es gefährdete Sorten gibt, die zu bewahren sind. Mehr als 1.000 wirbellose Tierarten kann ein einziger Apfelbaum beherbergen, wie Schmetterlinge, Käfer, Ameisenarten, Wespenarten, Würmer und Schnecken. „Aufgrund der Biodiversität ist der Erhalt und die Investition in Streuobstwiesen so wichtig. Sie zu pflegen und dadurch gleichzeitig Biotope für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, hob der Minister hervor.

Mit dem Erwerb eines Streuobstgenussschein in Höhe von 10 € kann in Mecklenburg-Vorpommern der Erhalt von Streuobstwiesen aktiv gefördert werden. Für zehn Genussscheine wird die fachgerechte Pflanzung eines Obstbaumes gefördert. Bisher konnten 2.553 Streuobstgenussscheine verkauft werden.

Der 17. Juni ist bundesweiter Gedenktag

Eine Änderung des Feiertagsgesetzes M-V unnötig

Schwerin – Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) spricht sich im Landtag gegen den Antrag der AfD-Fraktion zur Änderung des Gesetzes über Sonn- und Feiertagen aus.

„Die Erinnerung an Willkür und Unrecht der SED-Diktatur muss wach gehalten werden. Dabei ist das Gedenken an den 17. Juni 1953 durchaus wichtiger Bestandteil. Denn dieser Tag hat erschreckend bewiesen, wie ohnmächtig eine Diktatur reagiert, wenn ihr Volk aufbegehrt. Der 17. Juni, der Tag des Volksaufstandes in der DDR, ist darum seitdem in der Bundesrepublik ein Gedenktag“, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister zur Landtagssitzung am Mittwoch zum Entwurf der AfD-Fraktion eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Sonn- und Feiertage (Feiertagsgesetz M-V – Gesetz zur Einführung eines Gedenktages für die Opfer des SED-Unrechts).

„Für Schaufensterpolitik ist der der Tag absolut ungeeignet. Sie verstellt den Blick auf den Mut der Menschen, die vor 65 Jahren auf die Straße gegangen sind. Dieses Entwurfes bedarf es nicht. Denn der 17. Juni ist und bleibt bundesweit ein Gedenktag. Vielmehr sollten wir noch mehr darauf achten, dass der 17. Juni auch als Tag der Mahnung verstanden wird. Er ist Aufforderung zugleich, jeden Tag aufs Neue unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit, die nicht auf Hass und Beleidigung beruht, zu verteidigen. Es ist wichtig, dieses Datum bundesweit noch intensiver auszugestalten. An Schulen könnten Aktionen stattfinden. Kommunale Veranstaltungen oder auch politischen Reden könnten sich noch stärker auf den Tag fokussieren. Das alles muss aber aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen. Mahnung lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Mahnung muss gelebt werden“, so Ministerin Hoffmeister.