Ausbildung in MV

Schwerin – Mit dem gemeinsamen Besuch von drei Ausbildungsbetrieben in MV rückten heute Bildungsministerin Bettina Martin und die Präsidenten sowie Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern zum Start des Ausbildungsjahres am 01.09.2019 die hervorragenden Perspektiven in den Unternehmen des Landes in den Fokus. Neben der Dockweiler AG in Neustadt Glewe und der Mecklenburger Metallguß GmbH in Waren stand auch der Besuch der Neptun Werft GmbH & Co.KG in Rostock auf Programm.

Bildungsministerin Bettina Martin war es wichtig, mit den Betrieben und den Auszubildenden ins Gespräch zu kommen und sich vor Ort ein Bild vom praktischen Teil der Ausbildung zu machen.

„Wer sich heute für eine berufliche Ausbildung entscheidet, eröffnet sich hervorragende Perspektiven für den späteren Berufsweg. Gute Fachkräfte werden überall gesucht, und die Unternehmen in unserem Land bieten die besten Voraussetzungen für eine gute Ausbildung. Die duale Ausbildung ist ein großes Pfund unserer Bildungslandschaft – mir ist es sehr wichtig, gemeinsam mit den Vertretern der Wirtschaft dafür zu werben, damit sich noch mehr Jugendliche für eine berufliche Ausbildung entscheiden“, sagte Martin.

„Wichtig ist, dass die angehenden Auszubildenden sich mit dem Inhalt ihrer Ausbildung und den Anforderungen des späteren Berufs schon im Vorfeld genau auseinandersetzten, um die für sie richtige Wahl zu treffen. Deshalb stärken wir die berufliche Orientierung an unseren Schulen. Auch an den Gymnasien haben wir mit diesem Schuljahr eine fundierte Berufsorientierung eingeführt, um aufzuzeigen, dass eine Ausbildung eine lohnenswerte Alternative zum Studium sein kann. Ab dem kommenden Schuljahr wird an den Gymnasien und Gesamtschulen im ersten Jahr der Qualifikationsphase Berufliche Orientierung sogar Schulfach werden“, erklärte sie.

Ihr liege sehr daran, gemeinsam mit den Arbeitgebern Wege zu finden, die Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu verbessern: „Die duale Ausbildung kann nur dann gewinnen, wenn die Beteiligten sich als Partner verstehen.“

Erste Station war die Dockweiler AG, wo der Präsident der IHK zu Schwerin, Matthias Belke, betonte: „Die Dockweiler AG ist nur eines der zahlreichen Unternehmen in Westmecklenburg, die in Fragen der Aus- und Weiterbildung beispielgebend sind. Es gibt viele interessante Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die in unserer Region beschritten werden können. Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind für unsere Jugendlichen noch nie so groß gewesen. Die Wirtschaft sucht dringend engagierten und wissbegierigen Nachwuchs. Für bislang noch Unentschlossene gilt es jetzt, sich für eine Ausbildung in unserer Region zu entscheiden.“

In Waren bei der Mecklenburger Metallguß GmbH (MMG) unterstrich Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, das große Engagement des Unternehmens für seine Auszubildenden: „TOP-Ausbildungen brauchen jedoch auch TOP-Rahmenbedingungen“, sagte er und nutzte den Besuch der Ministerin, um sie auf das Thema Berufsschulen anzusprechen: „Ein Ende der Konzentration der Berufsschulstandorte im östlichen Mecklenburg-Vorpommern ist notwendig. Hierbei müssen wir die Digitalisierung an den Berufsschulstandorten vorantreiben und die Infrastruktur, die Lehrer sowie die Lehr- und Lernkonzepte rasch und umfassend darauf vorbereiten“. Auch die Situation der Ausbildung von Berufsschullehrern wurde gemeinsam besprochen und gute Ansätze für die Zukunft erörtert. „Wir freuen uns über das Engagement der Ministerin für die duale Berufsausbildung hier im östlichen Mecklenburg-Vorpommern und heißen sie jederzeit wieder gern willkommen“ so Haasch.

Die Rostocker Neptunwerft besuchte Martin gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, Jens Rademacher, der die Attraktivität der Ausbildungsberufe hervorhob: „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land zum Leben und zum Arbeiten. Unsere Region bietet hervorragende Chancen in der dualen Ausbildung. Völlig zu Unrecht hat die berufliche Bildung während der vergangenen Jahre an Wertschätzung verloren. Dieser Entwicklung steuern wir gegen. Wer die herausragende Ausbildung bei der Neptun Werft sieht, würde sich am liebsten gleich für eine Ausbildung hier entscheiden. Hier werden Schiffe gebaut, die überall unterwegs und damit ein Botschafter für Mecklenburg-Vorpommern sind. Wir haben viele TOP-Ausbildungsbetriebe in der Region, die jungen Menschen hervorragende Ausbildungschancen und Entwicklungsperspektiven bieten. Wesentlichen Handlungsbedarf sehe ich bei der Ausstattung der Berufsschulen und bei der Fahrkostenerstattung für Auszubildende.“

Martin wertet die Digitalisierung gerade mit Blick auf die mitunter weiten Wege als Chance für die beruflichen Schulen. Deren Ansprüche und Spezifika lotet die Landesregierung u. a. mit dem Pilotprojekt HALEO aus. Es geht dabei darum, unter welchen Voraussetzungen sich E-Learning standortübergreifend erfolgreich an beruflichen Schulen im Land einführen lässt. Die Landesregierung wird zudem keine weiteren Berufsschulstandorte schließen.

Die Ministerin und die IHK-Spitzen haben vereinbart, in enger Abstimmung gemeinsam daran zu arbeiten, die Berufsausbildung im Land zu stärken und qualitativ weiter zu verbessern.

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