Demokratie verteidigen

Ueckermünde – Bereits zum sechsten Mal treffen sich Ueckermünder Bürgerinnen und Bürger, um an die jüdischen Mitbürger zu erinnern, die in der dunkelsten Epoche deutscher Geschichte ausgegrenzt, deportiert und ermordet wurden. Der 6. „Marsch des Lebens“ entlang der Stolpersteine hat seinen Auftakt am 27. Januar 2020 im Seebad auf dem Parkplatz Ueckerdamm. Er steht traditionell unter dem Motto „Erinnern, Versöhnen, Zeichen setzen“. Anschließend findet um 17.00 Uhr im Bürgersaal in Rathaus eine Gedenkveranstaltung statt.

Auf Anregung des Parlamentarischen Staatssekretärs für Vorpommern Patrick Dahlemann erinnern 80 Rosen und ein von Bürgerinnen und Bürgern gestellten Davidstern an die Deportation von Juden aus der Region vor 80 Jahren. Bereits am Vormittag erinnern die AMEOS Einrichtungen in Vorpommern in einer Gedenkstunde gemeinsam mit dem Behindertenbeirat des Landkreises und dem der Stadt Ueckermünde an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen.

„Wir müssen die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus wachhalten – als Mahnung, dass so etwas nicht mehr passieren darf. Dafür tragen wir alle Verantwortung, Jung und Alt. Die Opfer mahnen uns dazu. Sie ermuntern uns aber auch, Rechtsextremismus und rechtsextremistischem Gedankengut entschlossen entgegenzutreten und für unsere Demokratie mutig und entschlossen einzustehen. Ich freue mich, dass der „Marsch des Lebens“ sich hier bei uns in Vorpommern zu einer guten Tradition entwickelt hat. Ich danke dem Seebad Ueckermünde und insbesondere Familie Sandhofe für die Vorbereitung des Marsches“, so Dahlemann zu Beginn der Veranstaltung.

Den „Marsch des Lebens“ gibt es weltweit seit 2007. Seitdem haben in 20 Nationen und 400 Städten und Orten Märsche stattgefunden, in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kirchen und vielen jüdischen Gemeinschaften. Weitere Veranstaltungen in Vorpommern folgen im Februar in Anklam und Stralsund. Bereits 2005 wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.