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Autor: Rügenbote

Deutsch-polnische Zusammenarbeit M-V

Innenminister Pegel: „Sicherheit braucht starke Partner – über Grenzen hinweg“

Slubice – Der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel hat bei der heute feierlichen Eröffnung der neuen Liegenschaft des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit (GZ) in Słubice (Polen) teilgenommen. Mit dem Umzug erhält eine der zentralen Institutionen der grenzüberschreitenden Sicherheitskooperation zwischen Deutschland und Polen moderne und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen.

„Das Gemeinsame Zentrum ist seit vielen Jahren ein Herzstück der deutsch-polnischen Sicherheitsarchitektur. Der neue Standort in Słubice ist ein starkes Signal für Vertrauen, Partnerschaft und gelebte europäische Zusammenarbeit. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern, das historisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng mit unserem polnischen Nachbarland verbunden ist, hat diese Partnerschaft eine herausragende Bedeutung – politisch, gesellschaftlich und insbesondere sicherheitsbehördlich“, sagt Minister Christian Pegel.

Deutsch-polnische Zusammenarbeit wesentlich für MV seit der 1990er-Jahre

Die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit mit Polen ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Kooperation der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Bereits seit den 1990er-Jahren ist diese Zusammenarbeit politisch wie operativ fest verankert. Mit der Koordinierungsstelle Anklam wurde 1995 ein erstes dauerhaftes Instrument zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit geschaffen. Ziel war es, Kriminalität im Grenzraum gemeinsam, abgestimmt und wirksam zu bekämpfen.

Mit der Eröffnung des Gemeinsamen Zentrums Zentrum in Świecko, unmittelbar an der damaligen Grenzübergangsstelle Frankfurt (Oder)/Świecko, im Jahr 2007 – kurz vor dem Wegfall der stationären Grenzkontrollen im Schengen-Raum – wurde ein Meilenstein für den schnellen und effizienten Informationsaustausch zwischen deutschen und polnischen Sicherheitsbehörden gesetzt. Dieses Zentrum gehörte zu den ersten Einrichtungen dieser Art im Schengen-Raum. Heute existieren europaweit mehr als 50 vergleichbare Zentren.

Heute arbeiten im Gemeinsamen Zentrum Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher deutscher und polnischer Behörden rund um die Uhr unter einem Dach zusammen. Seit 2008 beteiligt sich die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern mit einem Mitarbeiter des Landeskriminalamtes aktiv am Betrieb des Zentrums. Über das GZ werden jährlich rund 700 Ersuchen mit Bezug zum deutsch-polnischen Grenzraum bearbeitet – insbesondere in den Bereichen Eigentums-, Kfz- und Betrugskriminalität – mit steigender Tendenz.

„Das Gemeinsame Zentrum ist nicht über Nacht entstanden. Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger vertrauensvoller Zusammenarbeit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat – von ersten Koordinierungsstellen bis hin zu einer modernen gemeinsamen Dienststelle im Herzen Europas. Kurze Wege, direkte Ansprechpartner und ein unmittelbarer Informationsaustausch sind im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität unverzichtbar. Das Gemeinsame Zentrum ermöglicht genau das – schnell, pragmatisch und effektiv“, so MV-Innenminister Christian Pegel.

Mecklenburg-Vorpommern investiert in Sicherheit und Zukunft

Die neue Liegenschaft in Słubice wurde auf Grundlage einer deutsch-polnischen Absichtserklärung aus dem Jahr 2022 realisiert. Nach dem Umbau stehen den 41 deutschen und 21 polnischen Beschäftigten moderne Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 6,9 Millionen Euro, wovon Mecklenburg-Vorpommern einen Anteil von gut 55.000 Euro trägt.

„Jeder Euro, den wir in funktionierende internationale Zusammenarbeit investieren, ist eine Investition in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auf beiden Seiten der Grenze“, betont Christian Pegel.

Angesichts dynamischer Kriminalitätsformen, international agierender Täterstrukturen, migrationsbedingter Herausforderungen und der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus gewinnt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter an Bedeutung. Das Gemeinsame Zentrum steht dabei beispielhaft für eine moderne, vernetzte und vertrauensvolle Sicherheitskooperation in Europa.

„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist heute unverzichtbar – sie stärkt den Zusammenhalt in der Region, fördert den Austausch und sorgt für Stabilität und Sicherheit auf beiden Seiten der Oder. Aus polizeilicher Sicht ist die gemeinsame Arbeit von besonderer Relevanz – und Sicherheit kennt keine nationalen Grenzen. Das Gemeinsame Zentrum ist weit mehr als eine Dienststelle. Es ist ein Symbol für Zusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Verantwortung für Sicherheit in Europa. Diese Zusammenarbeit wollen und werden wir weiter stärken“, sagt Innenminister Christian Pegel abschließend.

Neuer Inspekteur der Landespolizei ernannt

Innenminister Pegel ernennt Lutz Müller offiziell zum Inspekteur der Landespolizei

Foto: Innenministerium MV

Schwerin – Im Rahmen einer feierlichen Urkundenübergabe hat Innenminister Christian Pegel heute Lutz Müller offiziell in sein Amt als Inspekteur der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern eingeführt.

Mit der Aushändigung der Ernennungsurkunde beginnt für Müller nun auch formal seine neue Verantwortung an der Spitze der Landespolizei.

„Die Landespolizei steht vor vielfältigen Herausforderungen – von der Bewältigung komplexer Einsatzlagen bis hin zur Weiterentwicklung moderner Polizeiarbeit. Mit Lutz Müller überträgt das Land diese anspruchsvolle Aufgabe in erfahrene und verlässliche Hände.

Die Sicherheitslage entwickelt sich dynamisch, neue Formen der Kriminalität, die fortschreitende Digitalisierung sowie der demografische Wandel stellen hohe Anforderungen an Organisation, Führung und Personal.

Ich bin überzeugt, dass Lutz Müller die Landespolizei mit Klarheit, Augenmaß und einem offenen Ohr für die Beschäftigten führen wird“, so Innenminister Christian Pegel bei der offiziellen Urkundenübergabe und: „Die Landesregierung wird die Polizei auch weiterhin verlässlich stärken, damit sie ihren wichtigen Auftrag für die Sicherheit der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern erfüllen kann.“

Der neue Inspekteur der Polizei, Lutz Müller, bedankt sich für das entgegengebrachte Vertrauen: „Die Ernennung zum Inspekteur der Landespolizei MV ist für mich eine große Ehre und Verpflichtung zugleich. Mit Respekt, Demut, aber auch mit Freude und Motivation stelle ich mich gerne dieser neuen Aufgabe. Ich verstehe dieses Amt als Dienst an und für unsere Bürgerinnen und Bürger ebenso wie an meine Kolleginnen und Kollegen in der Landespolizei.

Mir ist es wichtig, die Polizeiarbeit praxisnah, modern und wertschätzend weiter zu entwickeln sowie zu gestalten. Die Polizei in unserem Land steht – wie bundesweit – vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Sicherheitslage wird komplexer, die Anforderungen an Professionalität, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit steigen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, demografischer Wandel und gesellschaftliche Erwartungen nachhaltig die Arbeitswelt der Polizei. Diesen Herausforderungen müssen wir uns vorausschauend und entschlossen stellen.“

Der 54-jährige Lutz Müller ist gebürtiger Schweriner und bringt umfangreiche Erfahrungen aus unterschiedlichen Leitungsfunktionen innerhalb der Landespolizei MV mit. Bevor er 2022 Direktor des Landeswasserschutzpolizeiamtes wurde, war er unter anderem als Leiter des Führungsstabes im Polizeipräsidium Neubrandenburg tätig, verantwortlich für die Aus- und Fortbildung der Landespolizei an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow sowie Abteilungsleiter im Landeskriminalamt.

Stärkung des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie

Neues Labor und Radioaktivitätsmessstelle für das LUNG in Güstrow geplant

Güstrow – Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow soll deutlich gestärkt werden: Geplant ist der Neubau eines modernen Labors sowie einer zweiten Radioaktivitätsmessstelle. Ziel der Maßnahme ist es, ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld mit optimalen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen und zugleich die technischen Voraussetzungen für anspruchsvolle Umwelt- und Sicherheitsaufgaben weiter zu verbessern. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro vorgesehen. Die Baumaßnahme wird von der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern aus dem Geschäftsbereich des Ministeriums für Finanzen und Digitalisierung umgesetzt.

Die Mittel stammen aus dem Bundes-Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“. Insgesamt fließen daraus 1,92 Milliarden Euro nach Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Investitionsgipfel der Landesregierung am 15. Juli 2025 wurde entschieden, 250 Millionen Euro gezielt für Maßnahmen der inneren Sicherheit und des Bevölkerungsschutzes einzusetzen. Mit dem Projekt in Güstrow fließen nun 50 Millionen Euro aus diesem Budget in den Ausbau leistungsfähiger Umwelt- und Sicherheitsinfrastruktur.

„Mit dem neuen Labor und der zweiten Radioaktivitätsmessstelle investieren wir gezielt in den Schutz der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Ich freue mich, dass wir auf diese Weise moderne Umweltanalytik, verlässliche Messstrukturen und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten vor Ort ermöglichen können“, sagte Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue heute bei einem Besuch im LUNG in Güstrow. „Mit dieser Maßnahme setzen wir neben dem Bauprogramm ‚Sieben auf einen Streich für die Polizei vor Ort‘ ein  zweites Großprojekt aus dem Sondervermögen im Bereich der inneren Sicherheit und des Bevölkerungsschutzes um.“

„Ich freue mich außerordentlich über die Zusage von Finanzminister Dr. Geue und Umweltminister Dr. Backhaus zum Neubau unseres Labors sowie einer zweiten Radioaktivitätsmessstelle. Das LUNG ist die zentrale Umweltbehörde des Landes mit täglich wachsenden Datenbeständen. Amtliche Messwerte und daraus resultierende Umweltdaten sind die Voraussetzung für nachhaltige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Das neue Labor stärkt das LUNG in seiner Rolle als leistungsfähige wissenschaftliche Fachbehörde“, betont Karina Rentsch, stellvertretende Direktorin des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV.

Nach aktueller Planung ist vorgesehen, die Gebäude beim ehemaligen Säuglingsheim in Güstrow zu errichten. Dabei wird geprüft, ob und in welcher Form die unter Denkmalschutz stehende Bausubstanz des ehemaligen Säuglingsheims in das Projekt einbezogen werden kann.

Der Beginn der Bauarbeiten ist derzeit für die Jahre 2028/2029 vorgesehen.

Lebendige Dörfer und Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Elf neue Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren haben im Rahmen des Landesprogramms „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ ihre Fortbildung an der Hochschule Neubrandenburg abgeschlossen.

Noch steht der alte Imbiss „Büffelkuhle“ am See in Buchholz leer. Schon bald aber soll er wieder ein lebendiger Treffpunkt für alle in der Gegend werden – und das verdankt er nicht zuletzt einem Fortbildungsformat der Hochschule Neubrandenburg. Die „Büffelkuhle“ ist eines der Projekte, die als Ergebnis des Fortbildungskurses Dorfmoderation. der Hochschule jetzt im Land umgesetzt werden. „Wir gestalten gerade die Innenräume des alten Imbisses“, erzählt Teilnehmerin Renate Fabisch, die nun in ihrer Gemeinde als Dorfmoderatorin aktiv sein wird. „Wir planen im Frühjahr einen Subbotnik und möchten dann mit einem Osterfeuer in die Saison starten.“

Nach insgesamt sechs intensiven zweitägigen Fortbildungsterminen haben die Teilnehmenden des Kurses ihre Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen. Am Samstag erhielten die neuen Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren an der Hochschule Neubrandenburg ihre Teilnahmebestätigung. Sie sind damit bestens vorbereitet, Projekte für Dorfentwicklung und Klimaschutz in ihren Gemeinden anzustoßen, hierfür Menschen zu gewinnen und die Projekte aktiv zu begleiten. Im Laufe des Kurses wurden ausgehend von der detaillierten Analyse ihres Dorfes – dem sogenannten „Dorfcheck“ – konkrete Projektideen zu Dorfentwicklung und Klimaschutz erarbeitet, die nun in die Umsetzung gehen. Einige der Dorfmoderatoren sehen sich dabei künftig als Vermittler und Vermittlerinnen, um Aktivitäten besser zu verknüpfen – etwa Veranstaltungen mit Angeboten der Schule. Andere möchten sich stärker für Kinder und Jugendliche engagieren und deren Ideen fördern. Zwei Dorfmoderatorinnen planen zudem, gemeinsam mit dem Format „Sprechen und Zuhören“ wieder mehr Menschen in ihren Gemeinden miteinander in den Austausch zu bringen.

Konkrete Zukunftsprojekte werden nun angestoßen

Das Fortbildungsangebot, das bereits zum neunten Mal stattfand, richtete sich an engagierte Menschen aus Dörfern und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns, die das Miteinander vor Ort stärken und konkrete Zukunftsprojekte anstoßen wollen. Im Verlauf der Fortbildung vom September letzten Jahres bis Ende Januar setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Grundlagen von gelingender Kommunikation, mit Moderationstechniken und Methoden zur Aktivierung und Beteiligung unterschiedlicher Zielgruppen auseinander. Ebenso ging es um die Frage, wie man gut mit Konflikten umgeht, wie Dialoge zur Energiewende gestaltet werden können, wie kommunalpolitische Entscheidungen funktionieren und welches die rechtlichen Rahmenbedingungen des Ehrenamts sind. Ergänzt wurde das Programm durch ganz praktische Module zu Projektmanagement, Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten sowie zur Gewinnung und Motivation von Engagierten.

Fortbildungskurs in dieser Runde Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort

Da der Fortbildungskurs in dieser Runde als Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. stattfand, lag ein besonderer Schwerpunkt auf den Möglichkeiten zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten im Dorf. „Wir haben erstmals das Thema Klimaschutz im Dorf in den Fortbildungskurs integriert“, so Johann Kaether, Koordinator der Fortbildung an der Hochschule Neubrandenburg. „Die Diskussionen im Kurs zeigen, dass Klimaschutz ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von lebenswerten Dörfern in MV ist.“

Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus betont die Bedeutung des Programmbausteins innerhalb des landesweiten Programms MV tut was.: „Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Gesetzen, sondern vor allem vor Ort – in unseren Dörfern und Gemeinden. Mit den Dorfmoderatorinnen und Dorfmoderatoren stärken wir Menschen, die Verantwortung übernehmen, Beteiligung organisieren und konkrete Projekte anstoßen. Sie sind Brückenbauer zwischen Engagement, Kommune und Politik und damit ein zentraler Baustein von ‚MV tut was‘. Wer den ländlichen Raum stärken will, muss den Menschen dort Werkzeuge an die Hand geben – genau das tun wir mit diesem Programm.“

Die Teilnehmenden des Kurses blicken zufrieden auf den Kurs zurück. „Was ich aus der Fortbildung mitnehme, ist vor allem der intensive Austausch“, so Udo Wasielewski aus Torgelow am See. „Die Mischung aus Vereinsarbeit, kommunaler Erfahrung und neuen Ideen hat die Werkstatt zu einem echten Lern- und Vernetzungsraum gemacht.“

Prof. Dr. Peter Dehne, Projektleiter des Fortbildungsformates, freute sich bei der Übergabe der Teilnahmebestätigungen, „dass es in den Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns viele Menschen gibt, die sich für Lebensqualität und Klimaschutz engagieren. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung der geplanten Projekte in Ihren Dörfern.“

Die Fortbildung Dorfmoderation – Werkzeuge für Dorfentwicklung und Klimaschutz vermittelt Wissen und Werkzeuge, um Dialoge in der eigenen Gemeinde anzustoßen und zu begleiten, Ideen für den Klimaschutz und die Dorfentwicklung zu entwickeln sowie Projekte aktiv mitzugestalten. Die Teilnehmenden lernen, Prozesse zu moderieren, Ideen in die Tat umzusetzen und ihren Ort und ihre Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen.

Der Fortbildungskurs ist Teil des Landesprogramms „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ Das Programm versteht Klimaschutz als Chance für Beteiligung, für Zusammenhalt und für regionale Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel des zweijährigen Programms ist es, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, den Nutzen von Klimaschutz konkret vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen, Kommunen sowie jungen Menschen Klimaschutzprojekte anzustoßen.

Das Programm „MV tut was. Klimaschutz vor Ort.“ wird ermöglicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und umgesetzt durch ein regionales Partnerkonsortium in Kooperation mit der Initiative Zukunftshandeln MV.

Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was

Land stärkt Niederdeutsch an Profilschulen

Oldenburg: Großes Engagement der Lehrkräfte belebt die niederdeutsche Sprache

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Niederdeutsche Sprache weiter. Zum kommenden Schuljahr 2026/2027 werden das Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar sowie die Kooperative Gesamtschule (KGS) „Am Sund“ Stralsund in das Profil „Niederdeutsch“ aufgenommen.

„Niederdeutsch ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Mit der Aufnahme des ‚Geschwister-Scholl-Gymnasiums‘ Wismar und der KGS ‚Am Sund‘ Stralsund als Profilschulen setzen wir ein klares Zeichen für den Erhalt und die lebendige Weitergabe unserer Regionalsprache“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Bereits im Jahr 2016 wurden sechs Profilschulen mit dem Schwerpunkt Niederdeutsch etabliert. Aufgrund fehlender Personalressourcen konnten jedoch zuletzt nicht alle Standorte das Profil dauerhaft aufrechterhalten. Insbesondere das Geschwister-Scholl-Gymnasium Wismar sowie das Gymnasium „Am Sonnenberg“ in Crivitz mussten die Profilarbeit zeitweise einstellen. Vor dem Hintergrund der landesweiten Strategie zur Stärkung der Niederdeutschsprache ist es ein zentrales Anliegen des Landes, vorgesehene Profilschulstandorte wiederzubeleben und neue Schulen aufzunehmen.

Oldenburg: „Gemeinsam haben wir daran gearbeitet, die notwendigen Mittel für Sachkosten sowie die erforderlichen Lehrkräftewochenstunden bereitzustellen. Damit ist die Umsetzung der Profilarbeit an beiden Schulen ab dem kommenden Schuljahr gesichert.“

Das Profil „Niederdeutsch“ folgt dem Landeskonzept zur Förderung der Regionalsprache und ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine vertiefte sprachliche und kulturelle Auseinandersetzung – im Unterricht wie auch in außerunterrichtlichen Projekten und Kooperationen. Alle Schülerinnen und Schüler der Profilschulen können Niederdeutsch ab Sekundarstufe I bis zum Abitur belegen.

Im Schuljahr 2025/2026 lernen in Mecklenburg-Vorpommern 1.063 Schülerinnen und Schüler an 35 Schulen Niederdeutsch. Davon besuchen 310 eine der aktuell vier Profilschulen: Goethe-Gymnasium Demmin, Recknitz Campus Laage, Reuterstädter Gesamtschule Stavenhagen sowie das Gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“ Dömitz.

Trauer um Rita Süssmuth

Schwesig: Rita Süssmuth war mutig, klug und ihrer Zeit oft weit voraus

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die verstorbene frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gewürdigt: „Ich bin sehr betroffen vom Tod von Rita Süssmuth. Denn ich habe die Zusammenarbeit und die persönlichen Gespräche mit ihr immer sehr geschätzt. Sie war eine unermüdliche Kämpferin für die Rechte von Frauen – mutig, klug und ihrer Zeit oft voraus. Viele Fortschritte, die heute selbstverständlich erscheinen, tragen ihre Handschrift.

Mit der Kampagne „Gib AIDS keine Chance“ hat sie als Bundesgesundheitsministerin in einer Zeit, in der AIDS-Kranke oft stigmatisiert wurden, Ängste genommen, Wissen vermittelt und ganz konkret Menschenleben gerettet. Dieser Einsatz verdient bis heute größten Respekt.

Sehr beeindruckt hat mich auch ihre Festrede im Landtag Mecklenburg-Vorpommern zum 25-jährigen Bestehen unserer Landesverfassung. Ich habe diese Rede als starkes Plädoyer für Demokratie, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Erinnerung – klug, zugewandt und zutiefst ermutigend.

Rita Süssmuth hat als Bundestagspräsidentin und als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit unser Land geprägt. Sie war eine engagierte Christdemokratin, die sich parteiübergreifend höchstes Ansehen erworben hat. Ihr Einsatz, ihre Haltung und ihre Stimme werden fehlen. Mein Mitgefühl gehört allen, die ihr nahestanden.“

Schüler organisieren Winterball

Premierenidee der Schülersprecherin Emilia Friedrich an Gingster Schule

Insel Rügen – „Unsere Schulgemeinschaft hat so einen Winterball verdient“, sagt Emilia Friedrich, Schülersprecherin an der Schule Gingst. Zusammen mit ihren Mitschülern aus den 10. Klassen und den Klassenlehrern organisierte sie den Januarhöhepunkt zum ersten Mal. Über 60 Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 10 folgten am letzten Januarfreitag ihrer Einladung, in dieser Jahreszeit bei guter Musik, Drinks und Snacks einen besonderen Abend zu erleben.

Das Winterballprojekt bestimmte den Schulalltag den ganzen Januar über. Die 10. Klassen machten es zu ihrer Gemeinschaftsaufgabe, denn mit der Halloween-Party der Orientierungsstufe hatten sie erste gute Erfahrungen im Herbst gesammelt. Die Mädchen gestalteten Werbeposter, Eintrittskarten und Deko-Sterne für die Mensa. Dabei halfen ihnen Schüler aus den 6. Klassen, denn fast 100 nachhaltige Papiersterne mit Klettverschluss entstanden dabei. Jungen planten die Außenlichter, Feuerschalen und Stockbrot oder machten sich Gedanken über Tanzfläche, Anordnung der Stehtische und den Einlass. Das Team teilte sich die Aufträge für Auf- und Abbau der Ballkulisse.

In freudiger Winterball-Stimmung: Emilia Friedrich, Leon Ruback, Amy Schönrogge und Heide Saathoff. (v.l.n.r.) Foto: Martina Zabel
In freudiger Winterball-Stimmung: Emilia Friedrich, Leon Ruback, Amy Schönrogge und Heide Saathoff. (v.l.n.r.) Foto: Martina Zabel

„Solche Klassen sind für eine Klassenleitung ein Geschenk“, erklärt Heide Saathoff, Klassenleiterin der 10a. Sie strahlt, als sie von der Gruppendynamik berichtet, die für ein so großes Vorhaben greifen muss. Zusammen mit ihrem Kollegen Ulf Todenhagen unterstützte sie ihre Schützlinge und führte sie mit vielen Absprachen und Änderungen zum gewünschten Ziel. „Ich bin so glücklich über unseren Erfolg“, meint Emilia Friedrich, auch wenn es im Team manchmal gekracht habe. Das gehöre aber einfach dazu.

Ihre Idee von einem schulischen Winterhöhepunkt ging auf. Schüler rockten zusammen mit ihren Lehrern die Tanzfläche, erlebten niveauvolle Programmpunkte und erfreuten sich an den Buffets mit Bowlen und Buletten. Sie genossen sichtlich die Ballstimmung in edlen Kleidern, mit Anzugsjacken und Hemden sowie den passenden Accessoires. Zudem wählten sie das königliche Paar des Abends: Ballkönigin Amy Schönrogge und Ballkönig Leon Ruback fühlten sich sichtbar geehrt und tanzten ganz zünftig zum besten Lied des Wintervergnügens.

Den Gingster Winterball unterstützten einheimische Firmen mit Finanzen und Sachmitteln. Dafür bedankten sich die Organisatoren bei den folgenden Unternehmen: Teppichwelt Kluis, Parkhotel Bergen, Saikana Bistro Gingst, EP Ohlhoff Bergen, Hansen GmbH Bergen und bei der Oase der Ruhe. Der Förderverein der Schule steht auch auf der Spenderliste und signalisiert bereits weitere Finanzen für die Neuauflage des Balls im nächsten Jahr.

Prävention und Gesundheitsförderung

Drese kündigt mehr Prävention und Hilfen zur Gesundheitsförderung und Bekämpfung von Suchterkrankungen an

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat eine deutliche Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention im Land angekündigt. Vor allem im Bereich der Suchtproblematiken seien Aufklärung, Vorbeugung und Intervention enorm wichtig, sagte Drese am Freitag in einer Landtagsdebatte zum Thema Sucht.

Drese betonte, dass jeder zehnte Deutsche ein Suchtproblem hat. In MV sei dieser Anteil noch höher. „Insbesondere bei der Alkoholsucht sind die Erkrankungszahlen bei uns im Land überdurchschnittlich und dramatisch“, sagte Drese.

Sucht sei eine chronische Krankheit mit gravierenden gesundheitlichen und sozialen Folgen für die Suchtkranken selbst und – gerade mit Blick auf Familien mit Kindern – deren Umfeld. „Mich treiben die damit verbundenen Schicksale der betroffenen Menschen um – vor allem wenn Kinder unmittelbar oder mittelbar betroffen sind“, so Drese.

„Wir müssen Problematiken klar benennen, eine Kultur des Hinsehens und nicht des Wegduckens fördern, Hilfestrukturen anbieten und auch neue Wege bei der Bekämpfung von Drogen und Sucht gehen“, verdeutlichte Drese. Das Land habe deshalb in den vergangenen Jahren, und nochmals verstärkt seit der Teillegalisierung von Cannabis, enorme Anstrengungen für eine präventionsgeleitete Suchtpolitik unternommen.

„Mit dem neuen Landeshaushalt erhöhen wir die Mittel für Maßnahmen im Bereich der Suchtprävention um fast 15 Prozent. Und wir stärken unsere Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen, LAKOST, um mehr Prävention in der Fläche, etwa in Schulen zu gewährleisten“, so die Ministerin.

Ein großer Erfolg ist aus Sicht von Drese, dass 50 zusätzliche Suchtpräventionsfachkräften ausgebildet werden, die zukünftig vorbeugende Maßnahmen im ganzen Land, z.B. in Schulen oder Sportvereine umsetzen werden. Die Verstetigung dieser Ausbildung und die Öffnung des Programms für verschiedene Professionen werden auch in der neuen Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention ausdrücklich empfohlen.

Drese: „Wir haben dort unter Beteiligung vieler Akteurinnen und Akteure zahlreiche Maßnahmen entwickelt. Für die Umsetzung der Strategie stehen insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird die Umsetzung der Landesstrategie zum größten Präventionsprogramm in der Geschichte von Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehört auch der Aufbau einer digitalen Suchtberatung durch die Einführung der DigiSucht-Plattform ab 2026.“