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Kategorie: Natur und Umwelt

Ölabwehrübung im Bootshafen Kühlungsborn

Kühlungsborn – Unter der Leitung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg wird am 12. September 2026  in der Zeit von 9 bis 14 Uhr an der Ostsee, im Bootshafen Kühlungsborn und dem östlich angrenzenden Strandabschnitt im Rahmen der Bund-Ländervereinbarung über die Bekämpfung von Meeresver­schmutzungen (BLV SUB) eine Ölwehrgeräteübung durchgeführt.

Ziel der Übung ist das sichere Handling der eingesetzten Technik und Geräte durch praxisnahe Schulung der Einsatzkräfte, um im Ernstfall die Auswirkungen eines möglichen Ölunfalles zu minimieren und eine effektive Bekämpfung zu ermöglichen.

Etwa 50 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) mit Fachgruppen der Ortsverbände Bad Doberan und Wismar werden mit ihrer spezifischen Technik die Zusammenarbeit mit der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr des Ostseebades Kühlungsborn sowie weiteren Hilfs- und Rettungsorganisationen üben.

Vorgesehen sind das Ausbringen von Ölsperren, der Bootseinsatz und die maschinelle Aufnahme von Öls sowie die Reinigung des Strandes. Zum Schutz der eingesetzten Kräfte vor angenommenen Gesundheits­gefahren wird die Einrichtung eines Schwarz-Weiß-Bereiches mit Dekontamination und die Durchführung der Reinigungsarbeiten unter Schutzkleidung geübt.

Während der Übung kann es in Abstimmung mit der Stadt Kühlungsborn zu Nutzungs- und Zugangseinschränkungen im Bereich des Bootshafens und des östlich angrenzenden Strandabschnitts kommen. Diese werden auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt.

Der für den Ostseeschutz zuständige Umwelt- und Klimaschutz­minister, Dr. Till Backhaus weist auf die Notwendigkeit solcher Übungen hin: „Ich danke der Stadt Kühlungsborn und der Bürgermeisterin Frau Arndt sowie dem Bootshafen Kühlungsborn für die Unterstützung der Übung und bitte bei den Besuchern des Ostseebades Kühlungsborn um Verständnis für etwaige Einschränkungen.

Diese Übungen zur Schadstoffunfallbekämpfung sind aufgrund des nicht auszu­schließenden Risikos eines Schadstoffaustritts vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns  und vor dem Hintergrund der steigenden hybriden Bedrohungslage unverzichtbar um effektiv und dauerhaft Umwelt und Natur sowie Tourismus in M-V zu schützen. Ich wünsche allen Einsatzkräften vor Ort viel Erfolg!“

Land bündelt Kräfte für 82.000 Hektar Waldmoore

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt den Schutz seiner Waldmoore breiter auf. Mit dem neuen Waldmoorzentrum bei der Landesforstanstalt nimmt das Land erstmals systematisch die Moore im gesamten Wald in den Blick – über die Flächen der Landesforst hinaus. Das Zentrum soll revitalisierbare Waldmoore identifizieren, aktiv auf private und kommunale Waldeigentümer zugehen, sie zu Maßnahmen und Fördermöglichkeiten beraten und Planungen zur Umsetzung von konkreten Wiedervernässungsprojekten auf den Weg bringen. Der Handlungsbedarf ist groß: Von den rund 300.000 Hektar Moorfläche in MV liegen etwa 82.000 Hektar im Wald. Nahezu alle Moore des Landes sind entwässert. Dadurch werden sie von Kohlenstoffspeichern zu Quellen klimaschädlicher Treibhausgase.

Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus erklärte zur Eröffnung des Waldmoorzentrums am 8. September im Friedrichsruher Wald: „Moorschutz ist in Mecklenburg-Vorpommern Klimaschutz in einer ganz besonderen Größenordnung. Entwässerte Moore sind inzwischen die größte CO₂-Quelle unseres Landes – noch vor Verkehr und Industrie. Rund 82.000 Hektar unserer Moore liegen im Wald. Deshalb müssen wir vom Wissen stärker ins Handeln kommen. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir eine zentrale Struktur, die Kompetenzen bündelt und konkrete Projekte in der Fläche voranbringt.“

Von Einzelprojekten zum systematischen Vorgehen

Zentrales Ziel des Waldmoorzentrums ist es, möglichst schnell alle noch revitalisierbaren Waldmoore im Gesamtwald zu identifizieren. Anschließend sollen gemeinsam mit den betroffenen Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung entwickelt und umgesetzt werden.

Zu den Kernaufgaben gehört daher die Entwicklung, Beratung und Umsetzung von Renaturierungsprojekten, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung im Bereich Waldmoorschutz. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Aktuell stehen die Forstämter Lüttenhagen, Grevesmühlen und Schildfeld im Fokus.

Dabei beginnt das Land nicht bei null. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100 Moorrevitalisierungsprojekte bearbeitet und umfangreiche Erfahrungen bei Planung, Umsetzung und Unterhaltung entsprechender Maßnahmen gesammelt. Dieses Know-how wird nun im Waldmoorzentrum gebündelt.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern viel Erfahrung mit der Wiedervernässung von Mooren. Jetzt geht es darum, dieses Wissen systematisch für unsere Waldmoore zu nutzen und schneller in die Fläche zu bringen. Dabei gilt für uns: Moorschutz funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb werden die Maßnahmen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Flächeneigentümern entwickelt“, sagte Backhaus.

Das interdisziplinäre Waldmoorzentrum soll künftig nach einheitlichen Standards die organisatorischen, planerischen und gutachterlichen Leistungen für Moorschutzprojekte erbringen. Dabei soll ausdrücklich eigentumsübergreifend gearbeitet werden.

Waldmoore bis 2040 wiedervernässen

Grundlage für das weitere Vorgehen ist die Anfang 2025 vorgestellte Strategie zum Schutz und zur Nutzung der Moore. Für den Wald sieht sie unter anderem die Wiedervernässung der Waldmoore bis 2040, die Umwandlung standortfremder Gehölzbestände auf angrenzenden Flächen und eine an nasse Standortverhältnisse angepasste forstwirtschaftliche Nutzung vor.

Backhaus: „Intakte Waldmoore sind mehrfach wertvoll: Sie halten Wasser in der Landschaft, bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir die Voraussetzungen dafür, diese Potenziale künftig systematischer zu nutzen.“

Manfred Baum, Vorstand der Landesforstanstalt M-V, unterstreicht die Bündelung der vorhandenen Erfahrung: „Wir vereinen damit viele wichtige Kompetenzen in einer Hand. Es ist konsequent, diese künftig im Waldmoorzentrum zu bündeln.“

35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft

Schwerin – Anlässlich des 35jährigen Bestehens des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft betont Agrar- und Umweltschutzminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung des Naturschutzgroßprojektes „Wenn man sich vor Augen führt, was in diesen dreieinhalb Jahrzehnten erreicht worden ist, dann wird daraus eine beeindruckende Bilanz für den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Der Zweckverband wurde am 1. Januar 1991 gegründet – unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und als erster Naturschutzzweckverband Deutschlands.

Und er war von Anfang an länderübergreifend angelegt. Heute gehören ihm Landkreise Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Herzogtum Lauenburg sowie der WWF Deutschland an“, so Minister Backhaus, der ergänzt: „Bereits 1992, also nur ein Jahr nach der Gründung, begann das Naturschutzgroßprojekt „Schaalsee-Landschaft“. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension: 335 Quadratkilometer Projekt­gebiet, davon 147 Quadratkilometer Kerngebiet, eine Projekt­laufzeit von 1992 bis 2009 und insgesamt rund 26 Millionen Euro Förderung.

Mit diesen Mitteln wurden Flächen angekauft, Biotopmaß­nahmen umgesetzt sowie Pflege- und Entwicklungsplanungen finanziert. Auch die Finanzierung zeigt, dass dieses Projekt von Anfang an eine Gemeinschaftsleistung war. Der Bund übernahm zunächst 75 Prozent, ab 2005 70 Prozent der Investitionskosten. Weitere 15 Prozent trugen die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Den verbleibenden Eigenanteil von 10 Prozent brachte überwiegend der WWF Deutschland auf.“

Das seien nicht einfach nur Förderzahlen. Dahinter stünden Flächen, die dauerhaft für den Naturschutz gesichert wurden, so Backhaus.

„Dahinter stehen wiedervernässte Moore, naturnahe Wälder, artenreiche Weidelandschaften und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Und genau das ist für mich entschei­dend: Aus Fördermitteln ist hier über Jahrzehnte ganz konkret Natur geworden. Denn Naturschutz braucht Fläche.

Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, der Zweckverband, die Stiftung Biosphäre Schaalsee und die Stiftung Umwelt- und Naturschutz verfügen gemeinsam über mehr als 6.700 ha Flächen im Biosphärenreservat. Der Zweckverband selbst managt heute rund 4.800 Hektar Eigentumsflächen. Damit ist über Jahrzehnte ein erheblicher Flächenbestand entstanden, auf dem Naturschutz dauerhaft gestaltet werden kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Moorschutz und Wasserrückhalt. Bereits seit den frühen 2000er Jahren werden Moore in der Region renaturiert. Dazu gehören das Vossmoor, das Kuhlrader Moor, die Molzahner Rinne und insbesondere die Moorrinne von Klein Salitz bis zum Neuenkirchener See.

Ein zweites Beispiel sind die „Wilden Weiden“. Durch die Zusammenarbeit von Zweckverband und Biosphärenreservat sind inzwischen fast 1.000 Hektar großflächige Weideland­schaften entstanden. Mehr als 500 ha Ackerland wurden in Grünland umgewandelt. Das ist für mich auch ein hervorra­gendes Beispiel dafür, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen.

Wenn wir gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, können wir Nutzung und Artenvielfalt miteinander verbinden. Und auch dafür gibt es konkrete Zahlen.

Bei Untersuchungen auf ausgewählten Weidelandschaften wurden 155 Zikadenarten und 21 Heuschreckenarten nachgewiesen. Das dort praktizierte Konzept der extensiven Rinderbeweidung wird sogar als bundesweit richtungsweisend für den flächenhaften Insektenschutz eingeschätzt.

Ähnlich beeindruckend sind die Ergebnisse in unseren Naturwäldern. In der Kernzone Weißes und Schwarzes Moor wurden 377 Arten holzbewohnende Käfer nachgewiesen, in der Kernzone Roggendorfer Moor 350 Arten. Damit liegen diese Flächen auf Spitzenplätzen der bislang untersuchten Natur­waldreservate in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Backhaus und erinnert auch daran, dass der Jahrestag nicht nur eine Geschichte des Naturschutzes darstellt:

„35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft sind auch ein Stück deutscher Geschichte. Über Jahrzehnte verlief hier die innerdeutsche Grenze. Heute gehört diese Landschaft zu einem der bedeutendsten Abschnitte des Grünen Bandes.

Was einst Deutschland und die Menschen voneinander getrennt hat, verbindet heute Lebensräume über Ländergrenzen hinweg. Die Flächen des Zweckverbandes und des Landes bilden gemeinsam ein wesentliches Gerüst für das Grüne Band in unserer Region. Und in diesem Jahr gehen wir den nächsten wichtigen Schritt: Das Grüne Band in MV soll als Nationales Naturmonument dauerhaft gesichert werden. Das Unterschutzstellungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss.

Die entsprechende Verordnung soll noch im September 2026 veröffentlicht werden und in Kraft treten. Die Verordnung dient der Unterschutzstellung des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern, welches entlang des ehemaligen Kolonnenweges entstanden ist. Es ist eine einzigartige Landschaftsstruktur, in der erfahren werden kann, wie historische Ereignisse und natürliche Entwicklungen eine außergewöhnliche Kulturlandschaft geschaffen haben. Es verbindet Orte der Erinnerungskultur mit einer symbolträchtigen Landschaft, die über Jahrzehnte hinweg als Folge der Teilung Deutschlands entstanden ist.“

„Wald  bewegt – Sport verbindet“

Backhaus eröffnet Waldsportspiele

Grabow – Im Forstamt Grabow sind heute die siebten Waldsportspiele MV der Landesforstanstalt MV gestartet. Eröffnet wurden sie von Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Der Wald ist ein perfekter Ort, um sich sportlich zu betätigen und um die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Es werden geistige und körperliche Fitness geschult und so die Gesundheit gestärkt. Der frühe Kontakt zur Natur ist die Basis für ein Grundvertrauen in das Leben und weckt den Wunsch, die Erde zu schützen und als Erwachsener nachhaltig zu leben“, sagte der Minister vor Ort. Die Waldsportspiele seien ein wichtiges Instrument, diesen Kontakt herzustellen.

An dem Wettkampf nehmen zwölf Grundschulklassen aus Grabow, Eldena und Balow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) teil. Die 228 Schülerinnen und Schüler treten an zwölf Stationen gegeneinander an.  Dazu gehören unter anderem Leitergolf, Slackline, Weitsprung, Holzturm bauen, Holz sägen und Zapfenzielwurf. „Je mehr Sinne beim Lernen beteiligt sind, desto besser prägt sich einem Kind die neue Erkenntnis ein. Die Natur bietet dabei das beste Spielmaterial. Hier können die Kinder Abenteuer erleben, die eigenen Grenzen austesten und Ängste überwinden“, so Backhaus.

Die Waldsportspiele gibt es seit 2018. Das Motto des Kooperationsprojektes zwischen dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV und dem Landessportbund MV e.V. lautet „Wald bewegt – Sport verbindet“. In diesem Jahr beteiligen sich auch das Forstamt Grabow und der Kreissportbund Ludwigslust-Parchim e.V..

Besonders dankte der Minister der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die diese Waldsportspiele im Rahmen ihres Engagements „Wald ist Klasse“ unterstützt und die Kosten für den Transport der Schülerinnen und Schüler übernimmt.

Erste Riff-Rekonstruktion in M-V vor Neuendorf/Rügen eingeweiht

Insel Rügen – Wichtige Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz hat Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Biosphärenreservat Südost-Rügen begleitet. Als erstes wurden im Rahmen des Interreg-Projektes „Supported by Nature“ die erste Riff-Rekonstruktion bei Neuendorf auf der Insel Rügen feierlich eingeweiht.

Danach übergab Backhaus dem Biosphärenreservat Südost-Rügen ELER-Fördermittel für die umwelt- und naturbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Höhe von rund 307.000 Euro.

Außerdem weihte er ein neues Dienstboot für das Biosphärenreservat ein.

Die Projekte im Einzelnen

Im Zentrum des 2022 gestarteten Interreg-Projektes steht die Errichtung von 17 Lernstandorten für naturbasierte Lösungen im Ostseeraum. Zwei davon befinden sich im Biosphärenreservat Südost-Rügen: die erste Riff-Rekonstruktion in MV vor Neuendorf/ Rügen und die Renaturierung des Kleingewässers in Nadelitz.

„Die Rekonstruktion des Riffs vor Neuendorf stellt einen verloren gegangenen Lebensraum für Meereslebewesen wieder her. Bis ins 20. Jahrhundert wurden in den Boddengewässern vor Rügen massiv Steine entnommen und für Baumaßnahmen verwendet. Auf diese Weise wurden natürliche Riffe zerstört. Mit der Riff-Rekonstruktion haben wir jetzt einen Teil davon wieder hergestellt. Auf einer Fläche von ca. 1.350 Quadratmetern, verteilt auf fünf Teilflächen, wurden 620 Tonnen Steine und Blöcke verbaut“, sagte Backhaus.

Und die Natur reagiert: Bereits nach wenigen Wochen siedelten sich erste Seepocken an. Inzwischen wurden unter anderem Scherenasseln, Moostierchen, Flohkrebse und verschiedene Algen festgestellt. Mittelfristig soll hier auch wieder Blasentang wachsen, unter anderem ein wichtiger Unterwasserlebensraum für Fische.

„Das Biosphärenreservat Südost-Rügen zeigt mit dem INTERREG-Projekt Supported by Nature beispielhaft, wie Naturschutz, nachhaltige Nutzung und Umweltbildung zusammengehören. An dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 4,47 Millionen Euro beteiligten sich sieben Ostsee-Anrainerstaaten: Deutschland, Schweden, Dänemark, Finnland, Estland, Lettland und Polen. Auf das Biosphärenreservat entfallen knapp 700.000 Euro, davon rund 559.000 Euro EU-Mittel. Der direkte, grenzübergreifende Erfahrungsaustausch ist für die Region von herausragender Bedeutung, da alle Partner vor nahezu identischen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen stehen und gemeinsam Lösungen entwickeln können“, sagte der Minister.

Das Projekt wird unter anderem für Forschungszwecke genutzt, etwa von Naturschutzbehörden, Naturschutzverbänden, Umweltplanungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen. Auch Schulklassen und Jugendgruppen werden eingebunden.

Auch bei der Renaturierung des Kleingewässers bei Nadelitz sind bereits erste Erfolge sichtbar. Hierfür wurden auf rund 5.000 Quadratmetern rund 780 Tonnen Material ausgehoben. Eine einst artenarme Sukzessionsfläche mit nur geringem Feuchtgebietsanteil verwandelte sich in ein wertvolles Biotop. Bereits im ersten Frühjahr konnten die erfolgreiche Reproduktion des Springfrosches und die Ansiedlung des Teichmolches nachgewiesen werden.

Anschließend überreichte der Minister dem Biosphärenreservat Südost-Rügen mehrere Zuwendungsbescheide aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) für die Natur- und Umweltbildung in Höhe von rund 307.000 Euro.

Der größte Teil, rund 255.000 Euro, fließt in das Granitzhaus, welches seit seiner Neueröffnung 2019 bereits mehr als 113.000 Menschen besucht haben. Davon werden unter anderem moderne Medientechnik, neue Animationsfilme, Hörangebote und die Produktion neuer Dokumentationsfilme finanziert.

Weitere Mittel fließen in den Ausbau des 2020 eingeweihten Thiessower Naturerlebnispfades. Auf zehn Stationen und einer Gesamtlänge von sieben Kilometern werden kindgerechte Hörstationen in deutscher und englischer Sprache installiert. Eine akustische Erweiterung kommt auch dem im April 2022 eröffneten Rundwanderweg Middelhagen (acht Kilometer Länge, 13 Audiostationen) zugute. Im Rahmen der Förderung wird der Audioguide ins Englische übersetzt und eingesprochen. Die Umsetzung aller Projekte ist bis Ende 2027 geplant.

„Die Maßnahmen steigern die Attraktivität der Einrichtungen, denn sie stärken das Bewusstsein für den Schutz von Ressourcen, Klima und Artenvielfalt im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das Draußen-Sein weckt die Neugier über alle Altersklassen hinweg. Gerade Kinder wollen die Natur erforschen und begreifen. Hierzu tragen die neuen Hörstationen besonders bei“, sagte Backhaus.

Schließlich weihte der Minister das neue Dienstboot ein. Das im Jahr 2011 in Dienst gestellte Einsatzboot „Stubber“ musste aufgrund eines irreparablen Motorschadens ausgemustert werden, da eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich war.

Das Boot vom Typ Alucat W16 ist 8,20 Meter lang, hat zweimal 150 PS und bietet Platz für bis zu 14 Personen. Die Kosten betragen einschließlich Trailer ca. 179.000 Euro. Es wird unter anderem genutzt für wissenschaftliches Monitoring, die Beobachtung von Kegelrobben, für die Erfassung von Seegras und Blasentang sowie zur Unterstützung von Forschungsprojekten. Das Einsatzgebiet ist groß: Allein die Wasserfläche des Biosphärenreservates umfasst rund 123 Quadratkilometer.

Dem Minister stand als Taufpatin Vivien Kmetsch zur Seite. Die 23-Jährige aus Sellin war bereits als Grundschülerin Junior Ranger und als Jugendliche Robbenbotschafterin im Biosphärenreservat. Schon 2011 war sie Taufpatin für die „Stubber“.

„Heute erleben wir anschaulich, was moderner Naturschutz bedeutet: Lebensräume wiederherstellen, gemeinsam mit europäischen Partnern Lösungen entwickeln, die Menschen für Natur begeistern und unsere Großschutzgebiete so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben gut erfüllen können. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern des Biosphärenreservates Südost-Rügen, unseren europäischen Partnern, der Stadt Putbus, der Landwirtschaft und allen beteiligten Unternehmen“, sagte Backhaus abschließend.

Förderung von Naturparks

Förderbescheide für Naturparks Flusslandschaft Peenetal und Feldberger Seenlandschaft

Schwerin – Mit der Übergabe von zwei Zuweisungsschreiben an den Naturpark Flusslandschaft Peenetal sowie an den Naturpark Feldberger Seenlandschaft tätigte Minister Dr. Till Backhaus heute eine Investition in den Ausbau der touristischen Infrastruktur entlang des 2021 eröffneten Naturparkweges. Dieser verbindet auf rund 900 Kilometern Länge alle sieben Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern sowie das UNESCO Biosphärenreservat Schaalsee und den Müritz-Nationalpark.

„Der Naturparkweg ist eines unserer wichtigsten touristischen Projekte. Die Natur hier muss besonders geschützt und gleichzeitig erlebbar gemacht werden. Das sind keine Gegensätze. Eine intakte Natur schafft Lebensqualität, zieht Gäste an und stärkt Wertschöpfung und Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, sagte der Minister. Das Land investiert deshalb gezielt in die nachhaltige touristische Infrastruktur.

Mit der Zuweisung von 90.000 Euro an den Naturpark Flusslandschaft Peenetal werden Mittel für die Planung des Lückenschlusses zwischen Liepen und dem Grüttower Grund bereitgestellt. Davon stammen 72.000 Euro aus EU-Mitteln, 18.000 Euro trägt das Land MV.

Konkret geht es um einen rund 3,9 Kilometer langen und 1,5 Meter breiten Wanderweg. Der Abschnitt soll eine noch bestehende Lücke auf der Nordroute entlang der Peene schließen und den Naturparkweg bis 2030 durchgängig begehbar machen.

„Gerade hier wird deutlich, warum sich diese Investitionen lohnen. Denn der geplante Weg verläuft durch eine ökologisch außerordentlich wertvolle Landschaft. 45 Prozent bzw. fast 14.900 Hektar des Naturparks Flusslandschaft Peenetal sind Moore. Rund 15.800 Hektar liegen in FFH-Gebieten, mehr als 18.100 Hektar liegen in Vogelschutzgebieten“, sagte Backhaus.

Gleichzeitig ist der Naturpark Flusslandschaft Peenetal ein wichtiger touristischer Faktor. Davon zeugen unter anderem ein 178 Kilometer langes Netz an Wanderwegen, 163 Kilometer Radwanderwege und 100 Kilometer Wasserwanderstrecken. Es gibt auf insgesamt 54 Kilometern neun Lehr- und Erlebnispfade. Weiterhin stehen Einheimischen und Gästen 144 Informationstafeln und 15 Beobachtungstürme zur Verfügung. 2025 wurden mehr als 70.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Mehr als 9.000 Menschen pro Jahr werden allein in den Informationszentren und bei Führungen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Naturparks betreut.

Von 2020 bis 2024 wurden vom Land rund 1,41 Millionen Euro für den Naturpark verausgabt. Die Naturparkverwaltung hat in dieser Zeit rund 525.600 Euro Drittmittel eingeworben.

Mit der Zuwendung über 231.000 Euro an den Naturpark Feldberger Seenlandschaft wird der historische Aufstieg vom Fähranleger am Schmalen Luzin zum Hullerbusch wieder vollständig und sicher nutzbar gemacht. 184.800 Euro stammen aus EU-Mitteln, 46.200 Euro stellt das Land MV bereit. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

Auf kurzer Strecke sind hier rund 23 Höhenmeter zu überwinden. Der obere Teil des Aufstiegs wird in Naturstein auf einer Länge von rund 63 Metern erneuert. Ein Geländer und eine Absturzsicherung bieten zusätzlichen Schutz. Am oberen Zugang entstehen außerdem eine Sitzgruppe mit Tisch sowie drei Fahrradständer. Zur Förderung gehören darüber hinaus Maßnahmen am Findlingsgarten Carwitz-Thomsdorf, wo zwei Verweileinrichtungen mit Tischen und Bänken entstehen. Außerdem ist die Pflanzung von fünf Bäumen sowie die Aufstellung eines Findlings im Eingangsbereich vorgesehen.

Rund 37,5 Prozent, etwa 13.000 Hektar, des rund 34.500 Hektar großen Naturparks sind Wald mit zum Teil mehr als 200 Jahre alten Buchen., auf rund 4.000 Hektar befinden sich Binnengewässer.

Weiterhin verfügt der Naturpark unter anderem über folgende touristische Infrastruktur: 282 Kilometer Wanderwege, 200 Kilometer Radwanderwege, 87 Kilometer Reitwege, 18 Kilometer Wasserwanderstrecken, 159 Informationstafeln sowie vier Lehr- und Erlebnispfade auf 28 Kilometern Länge.

Zwischen 2020 und 2024 wurden vom Land rund 2,1 Millionen Euro für den Naturpark verausgabt. Die Naturparkverwaltung hat in dieser Zeit rund 833.500 Euro Drittmittel eingeworben.

Tausende junge Aale erobern die Recknitz

Landesanglerverband und WEMAG setzen sich für Erhalt bedrohter Tierart ein

Marlow – Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LAV) und der Energieversorger WEMAG engagieren sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam für den Schutz und den Bestand des europäischen Aals. Dazu traf sich LAV-Vizepräsident Rüdiger Schülke mit WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart und WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann in Marlow, einer Kleinstadt im Westen des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Dort entließen sie rund 120 Kilogramm Jungaale in die Warnow. Die angefütterten Aale wiegen jeweils rund 10 Gramm und sind 15 bis 20 Zentimeter lang. Jetzt tummeln sich etwa 15.500 Jungaale vor allem im Schilfbereich des Flusses. Die Recknitz mündet bei Ribnitz-Damgarten in den Saaler Bodden, einem Nebengewässer der Ostsee.

Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Im Vorfeld hatte das kommunale Energieunternehmen wieder Aalaktien des LAV im Wert von 5.000 Euro erworben. Mit ihrem Engagement unterstützt die WEMAG die Aktion des Landesanglerverbandes „Rettet den europäischen Aal“, die den Erhalt und Bestandsaufbau der bedrohten Tierart zum Ziel hat.

„Die Aalaktie gehört seit mehreren Jahren zu unseren ökologischen Projekten, mit denen wir den Natur- und Umweltschutz in der Region fördern. Wir wollen dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren und die Artenvielfalt zu erhalten“, erklärte WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart. „Für jede Kundin und jeden Kunden, die sich für unser Erdgasprodukt entscheiden, investieren wir zehn Euro, um diese Projekte zu unterstützen.

Dazu gehören neben der Waldaktie und den Moor Futures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, ergänzte WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann und kündigte eine Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation mit dem Landesanglerverband an, um den europäischen Aal nachhaltig zu schützen und den natürlichen Lebensraum Wasser weiter zu sichern.

Am 22. Oktober 2018 hatten der LAV und die WEMAG eine Vereinbarung unterzeichnetet, nach der das kommunale Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellte. Es folgte eine weitere Vereinbarung, nach der die WEMAG ab 2020 jährlich 5.000 Euro in den Aalbesatz investiert.

„Die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit mit der WEMAG ist für uns inzwischen eine verlässliche Größe im jährlichen Besatzprogramm des LAV. Zur Arterhaltung und Unterstützung des gefährdeten europäischen Aals bringen wir seit nunmehr rund 3 Jahrzehnten Jungaale im Wert von jährlich mehr als einhunderttausend Euro in unsere Gewässer ein. Der Erfolg ist bereits sichtbar“, sagte Rüdiger Schülke, Vizepräsident des Landesanglerverbandes.

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert 49.000 Mitglieder in über 600 Vereinen. Er ist in M-V der größte Naturschutzverband. Mit rund einer viertel Million ehrenamtlicher Arbeitsstunden im Jahr leisten Anglerinnen und Angler umfangreiche Fischhege-, Gewässerpflege- und Umweltschutzarbeiten. Zu den wahrgenommenen Aufgaben gehört eben auch der Artenschutz. Seit drei Jahrzehnten besetzt der LAV jährlich Aale, inzwischen im Wert von mehr als 100.000 Euro.

Ein Teil der Gesamtsumme wird über EU-Mittel im Rahmen des EMFAF und das Land M-V finanziert. Der LAV bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die vorgestreckten Aale aus dem Spendenerlös wiegen etwa sieben Gramm bei 10 bis 15 Zentimeter Länge, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Dort verbringen sie ihr Aal-Leben mit meist guten zehn bis sogar dreißig Jahren.

Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich und England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population.

Deshalb werden sie seit 3 Jahrzehnten durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung. Selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten für sie lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form.

Pflege und Neupflanzungen an Alleen und Kreis- sowie Gemeindestraßen

Umweltministerium und BUND M-V wollen gemeinsam die Baumarten­vielfalt und die Anzahl der Lücken­bepflanzungen in Alleen und einseitigen Baumreihen an Kreis- und Gemeindestraßen erhöhen

Schwerin – Innerhalb Deutschlands stellt Mecklenburg-Vorpommern bis heute nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland dar. Mindestens 4.374 km gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen kommen außerhalb geschlossener Ortschaften an allen Straßen und ländlichen Wegen vor.

Daraus ergibt sich eine besondere gesellschaftliche und politische Verantwortung zum Schutz und zur Pflege, die bereits 1992 gesetzlich und mit einem Er-lass geregelt wurden. Artikel 12 der Landesverfassung und § 19 des Naturschutzausführungs­gesetzes verpflichten z.B. zur Neu- und Nachanpflanzung.

Seit 1994 erfolgt die Umsetzung auch mit Hilfe des „Alleenfonds“. Die überwiegende Anzahl von Projekten, die mit Mitteln des „Alleenfonds“ finanziert werden, finden an kommunalen Straßen (vor allem an Gemeindestraßen) und an ländlichen Wegen (teilweise privat) statt und werden durch die Oberste Naturschutzbehörde geleitet.

Beispielsweise ist im Vergleich zum Jahr 2024 (Ausgaben erfolgten in Höhe von ca. 153.000 Euro) der Ausgabewert für das Jahr 2025 mit ca. 376.000 Euro deutlich höher.

Im Jahr 2025 wurden mit den Mitteln des „Alleenfonds“ insgesamt 1.109 Alleebäume baumerhaltend gepflegt und 229 Alleebäume gepflanzt, vor allem als Lückenbepflanzung auf Flächen der Städte Putbus und Dassow.

„Viele Gemeinden setzen sich mit großem Engagement für den Erhalt der Alleen ein, das überwiegend im Ehrenamt und mit hohem persönlichem Einsatz“, so Minister Dr. Till Backhaus.

Als landesweit vorbildlich seien in diesem Zusammenhang das Engagement und die Vielfalt der Aktivitäten im Alleenschutz in den Gemeinden Ummanz und Parchtitz (Insel Rügen) zu nennen.

Einzigartig sind zum Schutz der Straßenbäume der Verzicht auf Streusalz auf ca. 32 km Gemeindestraßen in der Gemeinde Ummanz seit 2013 sowie der abschnittsweise Aufbau der ersten Speierlings-Allee auf Gut Boldevitz in der Gemeinde Parchtitz seit 2009.

Im Dezember 2025 erfolgten auf Initiative der Stadt Dassow sowie engagierter Bürger und Bürgerinnen des Ortes Pötenitz 78 Nachpflanzungen mit drei Baumarten in den Lücken der ca. 100 bis 120 Jahre alten „Eichen-Allee“ an einem touristisch stark genutzten Spurweg. Hier bestehen keine Ausbauabsichten und es wird zum Schutz der Allee auf Streusalz im Winter verzichtet. Gleichzeitig grenzt die Allee an großräumige landwirtschaftliche Nutzflächen.

Am 31. Juli 2026 konnte sich der Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus von der Geschlossenheit der Allee und den mit den angrenzenden Landwirten erzielten Kompromissen überzeugen und sprach sich vor dem Hintergrund der vielfältigen Probleme mit einigen einheimischen Baumarten dafür aus, dass „wir ge-meinsam – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, einer Häufung bisher unbekannter Baumkrankheiten und Massen­vermehrungen von Baumschädlingen, insbesondere Insekten und Mikroorganismen,  die Baumartenvielfalt in den Alleen erhöhen müssen“.

Die Oberste Naturschutzbehörde hat in diesem Zusammenhang seit 2022 eine detaillierte „landesspezifische Baumartenliste“ erarbeitet, die derzeit etwas mehr als 100 Baumarten (BA) und Baumsorten umfasst, darunter 22 einheimische Baumarten. Definierte Standortparameter sollen es ermöglichen, die geeignete Baumart für den Standort aus dieser Liste zu filtern. Alle in der Liste aufgeführ-ten Baumarten sind für Straßen­seitenräume geeignet.

Dementsprechend kann jeder Eigentümer, der die Neu- und Nachanpflanzung einer Allee in einem „Straßenseitenraum“ an einer Kreis- oder Gemeindestraße plant, entsprechende Baumarten mit Mitteln des „Alleenfonds“ fördern lassen, sofern es sich nicht um Ersatzpflanzungen handelt.

Es ist geplant, die Liste als gemeinsame Empfehlung mit der für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Obersten Straßenbau­verwaltung im Oktober zu veröffentlichen.

Mit dem Naturschutzgesetz Mecklenburg-Vorpommern ist für Alleen nicht nur der gesetzliche Schutz verankert, sondern auch bestimmt, dass die zuständige Behörde rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Neuanpflanzungen vorzunehmen hat, um den Alleenbestand nachhaltig zu sichern. Ergänzend dazu enthält der „Baumschutzkompensationserlass“ vom 15. Oktober 2007 umfassende Regelungen zur Kompensation von Baum­fällungen sowie nach Beschädigung von Baumkronen und -wurzeln, und zwar für „Einzelbäume“, „Baumgruppen“, „Baumreihen“, „Alleen“ und „einseitigen Baumreihen“ die sich nicht an Bundes- und Landesstraßen befinden.

Trotz dieser sehr guten gesetzlichen Regelung machte Katharina Dujesiefken, Referentin für Baum- und Alleenschutz beim BUND Landesverband am 31. Juli 2026 Minister Backhaus darauf aufmerksam, dass alle Landkreise hinsichtlich der Kompensation von gefällten Straßenbäumen große Defizite haben und sagte:

„Seit 2011 wird durch den BUND M-V eine Statistik über Pflanzungen und Fällungen in den sechs Landkreise geführt. Alle Angaben beruhen auf Aussagen der Landkreise. Das Defizit an Pflanzungen zum Erhalt der Alleenlandschaft an Kreis- und Gemeindestraßen stieg seitdem auf über 7800 Bäume. In den letzten fünf Jahren hat sich die Tendenz noch verschärft. Es werden zu wenig Ersatzpflanzungen von allen Landkreisen an Kreisstraßen durchgeführt.“

Hinsichtlich der Baumkontrollen an Kreisstraßen ergänzte Frau Dujesiefken, dass es für eine gute Baumpflege entscheidend sei, dass jeder Landkreis eigenes und geschultes Personal für die Baumkontrolle aufbaue. Dieses würde die Alleen besser kennen als Firmen, die oftmals aus anderen Bundesländern nur ein oder zweimal in der betreffenden Allee tätig seien. Die Baumpflege würde baumschonen und effizient erfolgen und wäre somit auch kostensparend für die Kreise.

„Die Alleen sind ein prägendes und ökologisch wertvolles Element in der Landschaft unseres Bundeslandes; ihren Erhalt werden wir weiterhin unterstützen“, so Minister Dr. Till Backhaus, der sich vor allem bei den zahlreichen Gemeinden für ihr Engagement im Alleenschutz bedankt.