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Kategorie: Ernährung

Backhaus: Rinderhaltung bleibt Schlüssel für Ernährungssicherheit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den leistungsstärksten Milchregionen Deutschlands. Rund 145.000 Milchkühe werden im Land gehalten. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von etwa 10.500 bis 10.800 Kilogramm pro Kuh und Jahr liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betonte heute anlässlich des 35. Milchrindtages Mecklenburg-Vorpommern in Woldegk die Bedeutung der Rinderhaltung für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und ländliche Räume.

„Die Tierhaltung – und damit auch die Rinderhaltung – ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Landwirtschaft“, sagte Backhaus. „Sie sichert Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe, schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und sorgt dafür, dass hochwertige Lebensmittel aus der Region produziert werden.“

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern wurden im November 2025 im Land 443.861 Rinder gehalten, darunter 145.072 Milchkühe. Damit blieb der Bestand im Vergleich zum Frühjahr weitgehend stabil. Im Mai 2025 waren es 443.699 Rinder und 145.577 Milchkühe. „Diese Zahlen zeigen, wie leistungsfähig unsere Milchviehbetriebe sind. Die Milchmenge, die in Mecklenburg-Vorpommern ermolken wird, ist seit Jahren konstant. Im selben Umfang, wie die Zahl der Tiere sinkt, steigt die Leistung je Tier“, sagte Backhaus. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Gunststandort für die Milchproduktion.“

Gleichzeitig sieht der Minister die Tierhaltung insgesamt unter Druck. „Zahlreiche Betriebe sehen offenbar in der Milchviehhaltung keine Zukunft und geben auf – etwa wenn ein personeller Wechsel an der Spitze eines Unternehmens stattfindet. Und: Wenn ein Standort erst einmal aufgegeben wird, entsteht dort in der Regel kein neuer mehr“, betonte Backhaus. „Deshalb ist jeder Betrieb wichtig und verdient politische Unterstützung. Ich möchte den Negativtrend stoppen.“

Ein zentrales Thema für die Betriebe bleibt die Entwicklung am Milchmarkt. Im November 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 43,8 Cent pro Kilogramm Milch gezahlt, während der bundesweite Durchschnitt bei 46,4 Cent pro Kilogramm lag.

Die Rentabilität der Milchproduktion hat sich im Jahr 2025 zunächst deutlich verbessert. Viele Betriebe konnten wirtschaftlich arbeiten, die erfolgreichsten Betriebe erzielten sogar mehr als 10 Cent Gewinn pro Kilogramm Milch. Seit einigen Monaten hat sich die Marktlage jedoch stark eingetrübt.

Im Dezember befanden sich die Milchmengen in Deutschland weiterhin auf einem für diese Jahreszeit hohen Niveau. Für das Gesamtjahr 2025 wurde eine Mehrmenge von 1,2 Prozent gegenüber 2024 registriert. Das umfangreiche Rohstoffangebot setzte die Preise über den Jahreswechsel unter Druck. Besonders deutlich zeigte sich der Preiskampf im Buttermarkt, wo hohe Angebotsmengen zu sinkenden Preisen führten.

Im Januar 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland durchschnittlich um 3,87 Cent pro Kilogramm gegenüber dem Vormonat gesunken. Für Februar wird ebenfalls ein leichter weiterer Rückgang erwartet. „Wenn die Preise über längere Zeit gut sind, steigt selbstverständlich die produzierte Menge. Im selben Umfang geraten die Preise unter Druck. Das ist ein normaler Zyklus in der Marktwirtschaft, wenngleich die momentane Situation auch für mich schwer zu ertragen ist. Die Landwirtinnen und Landwirte arbeiten hart, aber können mit solchen Preisen wie jetzt gerade nicht existieren“, erklärte Backhaus.

Mit Sorge blickt der Minister zudem auf die aktuellen Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP). Nach ersten Berechnungen könnten die Direktzahlungen für Mecklenburg-Vorpommern von derzeit rund 314 Millionen Euro auf etwa 151 Millionen Euro sinken – ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Hintergrund sind unter anderem geplante Kappungs- und Degressionsregelungen bei den Direktzahlungen. Nach ersten Berechnungen wären über 1.400 landwirtschaftliche Betriebe im Land von Kürzungen betroffen, mehr als 1.000 Betriebe sogar von einer Kappung der Zahlungen.

„Diese Vorschläge würden unsere Agrarstrukturen massiv benachteiligen. Weniger Förderung bedeutet weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze und letztlich weniger Landwirtschaft im ländlichen Raum“, warnte Backhaus. Der Minister verwies darauf, dass jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft zahlreiche weitere Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette sichert. „An einem landwirtschaftlichen Arbeitsplatz hängen rund sieben weitere Jobs – etwa in der Landtechnik, im Maschinenbau, in der Saatgut- und Düngemittelproduktion, in der Lebensmittelverarbeitung oder im Handel.“

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und stärken. Sie ist ein zentraler Baustein für regionale Wertschöpfung, Ernährungssicherheit und lebendige ländliche Räume.“

M-V plant neuen Anlauf für ein straffreies „Containern“

Justiz- und Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt auf der Grünen Woche: „Wir werden das Thema auf die JuMiKo bringen“.

Berlin – „Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in die Tonne. In den vergangenen Jahren gab es viele Lippenbekenntnisse, wie es zu schaffen ist, dass genießbare und wertige Lebensmittel nicht in der Tonne landen. Wenn Lebensmittel aber weggeworfen werden und jemand diese aus den Containern zum Selbstzweck wieder herausholt, dann ist das als Diebstahl strafbewehrt. Das widerspricht sich.

Es geht doch um Menschen, die noch immer vor der Wahl stehen: Hunger oder Strafe. Ich möchte daher einen neuen Anlauf initiieren, um das Containern aus der Strafbarkeit zu holen. Wir planen einen neuen Vorstoß auf der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt bei ihrem Besuch auf der 100. Grünen Woche in Berlin.

„Das Containern zu legalisieren würde Menschen helfen. Es könnte zum Beispiel erneut der Vorschlag geprüft werden, in § 248a StGB einen Absatz 2 StGB einzufügen, der dann regelt, dass von der Verfolgung abzusehen ist, wenn sich der vermeintliche Diebstahl aus einem Abfallbehältnis auf Lebensmittel bezieht. Diese Tonne einer Eigentümerin oder eines Eigentümers müsste in dem Fall aber zur Abholung und Beseitigung durch eine Entsorgungsfirma bereitgestellt sein.

Die Entkriminalisierung des Containerns ist aus ökologischer, sozialer, aber auch juristischer Sicht ein sinnvoller Schritt. Mit einem wegen Containerns angezeigten Diebstahl würde sich die ohnehin belasteten Staatsanwaltschaften nicht mehr befassen müssen. Jedes gerettete Lebensmittel trägt zum Schutz von Umwelt, Klima und Ressourcen bei. Nicht zuletzt kann der Schritt bedürftigen Menschen helfen. Außerdem ist die Entkriminalisierung ein Zeichen in Zeiten von Überschussproduktion und Lebensmittelverschwendung“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt.

„Hier auf der Grünen Woche wird das Thema Lebensmittelrettung immer deutlicher. Mecklenburg-Vorpommern als Partnerland dieser 100. Grünen Woche geht mit gutem Beispiel voran. Wir hatten auf der Konferenz der Verbraucherschutzministerinnen und -minister erfolgreich einen jährlichen Bericht zum Pakt gegen Lebensmittelverschwendung eingefordert. Aus dem aktuellen Zwischenbericht des staatlichen Thünen-Instituts zur freiwilligen Selbstverpflichtung des Handels gegen Lebensmittelverschwendung geht hervor, dass der Reduzierungserfolg über alle Unternehmen hinweg im Jahr 2024 bei 25 Prozent lag. Das war etwas mehr als im Vorjahr bei 24 Prozent.

Das Zwischenziel der freiwilligen Vereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist in 2025 eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle um 30 Prozent. Das haben neun der 14 mitmachenden Unternehmen erreicht. Das zeigt erste Erfolge des Paktes, der im Jahr 2023 zwischen dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und insgesamt 14 Unternehmen des Lebensmittelgroß- und -einzelhandels geschlossen wurde. Bis 2030 soll die Quote der Reduzierung bei 50 Prozent eines Basisjahres liegen“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt in der MV-Halle auf der Grünen Woche.

Gemeinsame Europäische Agrarpolitik

Backhaus: „Politik muss Landwirtschaft zukunftsfest ausrichten.“

Golchen – „Die Ziele für die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte stark erweitert: Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung, Erhalt der Biodiversität, mehr Tierwohl und Verbraucherschutz. Viele Landwirte denken diese Prinzipien in ihrer täglichen Arbeit mit, kommen bei der Umsetzung von Maßnahmen aber an ihre Grenzen, weil für zusätzliche Ziele kaum zusätzliches Geld bereitsteht. Das muss sich ändern.

Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass beides geht: eine gute und stabile Nahrungsmittelproduktion und gesunde Ökosysteme, aber es braucht Anreize. Trotz der Bedeutung der Lebensmittelerzeugung sind die Einkommen der Landwirte im Vergleich zu Einkommen aus nicht-landwirt­schaftlichen Tätigkeiten rund 40 % niedriger, obwohl keine Branche so stark von Witterung und Klima abhängig ist. Das kann ich nicht nachvollziehen. Es braucht mehr Wertschätzung und einen klaren politischen Willen Klima und Landwirtschaft zusammenzudenken“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute bei der Agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Golchen.

Er betonte die Bedeutung der Land-, Forst- und Ernährungs­wirtschaft sowie der Fischerei, die 2023 einen Produktionswert von 80 Milliarden Euro erreicht haben. Das ist mehr als der Produktionswert des gesamten deutschen Textil–, Bekleidungs– und Schuhgewerbes mit 24,5 Milliarden Euro, des Papier­gewerbes mit 51,9 Milliarden Euro oder der pharmazeutischen Industrie mit 64,4 Milliarden Euro, vergleicht er. Mit heute 815.600 EUR Kapital je Erwerbstätigen gehöre die Landwirtschaft zudem zu den kapitalintensivsten Branchen, sagte Backhaus weiter.

„Damit es auch künftig noch regional wirtschaftende Betriebe gibt, die weiterhin ein Interesse daran haben, ihre Lebens- und Produktionsgrundlage für nachfolgende Generationen zu schützen, muss die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf ein neues Fundament gestellt werden. Was wir brauchen sind angemessene Basiszahlungen für alle Betriebe unabhängig von der Größe, mehr regionale Umweltprogramme mit guten Fördersätzen, weniger Bürokratie und den Ausbau technologischer Forschung. Die Zeit der ideologischen Debatten muss vorbei sein – wir brauchen eine GAP, die Landwirtschaft ermöglicht, anstatt sie zu behindern. Dafür wird sich Mecklenburg-Vorpommern weiter einsetzen.“

Lieferanten für das EU-Schulprogramm gesucht

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern ruft jetzt Lieferanten von frischer Milch sowie frischem, regionalem Obst und Gemüse auf, im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens Angebote für die Belieferung von Schulen in MV für das Schuljahr 2025/2026 abzugeben.

Das EU-Schulprogramm unterstützt die kostenlose Verteilung von Obst, Gemüse und Milch in der gesamten Europäischen Union und ist Teil eines umfassenderen Bildungsprogramms zur europäischen Landwirtschaft und zu den Vorteilen gesunder Ernährung. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis vier sowie an Förderschulen. In Mecklenburg-Vorpommern wird es seit dem Schuljahr 2017/2018 erfolgreich umgesetzt.

„Vom EU-Schulprogramm profitieren die Schülerinnen und Schüler gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen bekommen sie unabhängig vom Elternhaus hochwertige Lebensmittel mit Nährstoffen, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Das ist dringend nötig, da Betreuungskräfte zunehmend beobachten, dass die Kinder ohne Frühstück und ohne Vormittagsverpflegung in die Einrichtung kommen.

Zum anderen beinhaltet das Programm auch pädagogische Inhalte. So erfahren sie zum Beispiel, wie aus Gras Milch wird und sie werden an gesunde Essgewohnheiten herangeführt. Geplant sind in diesem Zusammenhang auch Besuche in land- und ernährungswirtschaftlichen Betrieben“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Im laufenden Schuljahr nehmen 161 Schulen mit rund 23.600 Schülerinnen und Schülern teil. Fürs kommende Schuljahr haben sich 152 Schulen mit insgesamt rund 23.700 Schülerinnen und Schülern beworben.

Weitere Details, etwa über Lieferumfang, Produkte und die teilnehmenden Schulen, sind den beigefügten Unterlagen zu entnehmen. Ihr Angebot reichen Sie bitte bis zum 4. April 2025 beim Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, 19048 Schwerin, Referat 320, ein.

Backhaus wirbt für Kreislauf­wirtschaft

Schwerin – Anlässlich der Regionalverbandstagung des BDE Nord betont Umwelt- und Agrarminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern. In vielen Bereichen sei der Kreislaufgedanke im Zuge der Wirtschaftsentwicklung abhandengekommen. Daher seien intelligente Steuerungsinstrumente nötig, um die erklärten Ziele der Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes umzusetzen.

„Gerade der Baubereich birgt große Potenziale, den Kreislaufgedanken in Handeln und Gesetzgebung aufzunehmen. Die Landesregierung hat vor einem Jahr den von meinem Haus erarbeiteten Abfallwirtschafts­plan MV 2022 verabschiedet.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2022 710.000 t Siedlungsabfälle, 4,2 Mio. t mineralische Abfälle und 312.000 t gefährliche Abfälle erzeugt. Zu den Siedlungsabfällen gehören auch 126.000 t Bioabfälle, deren zunehmender Anteil an getrennter Erfassung eine positive Entwicklung im MV darstellt. Wir hatten ein Aufkommen an knapp 30.000 t (TS) Klärschlamm zu verzeichnen. Der Export an Abfällen ins Ausland umfasste 77.000 t, der Import ebenfalls 77.000 t. Für all diese Abfallströme stehen im Land mit verschiedensten Abfallentsorgungsanlagen grundsätzlich ausreichend Entsorgungskapazitäten zur Verfügung“, so Backhaus.

Die Landesregierung wolle den Kreislaufgedanken zum Gegenstand ihres politischen Handelns machen, erklärt Backhaus und listet drei Schwerpunkte auf:

„1. Die getrennte Erfassung von Bioabfällen ist nicht nur gesetzliche Pflicht.  Sie ist Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung und Kreislaufführung von Bioabfällen. Wir haben den Zielwert für die getrennte Erfassung der Bioabfälle in Höhe von 100 kg je Einwohner und Jahr formuliert. Diesen Zielwert haben alle öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger bei Aufstellung ihrer Abfallwirtschaftskonzepte zu berücksichtigen.

2. Mineralische Abfälle haben mit 4,2 Mio. t den mit Abstand größten Anteil am gesamten Abfallaufkommen in M-V, aber auch bundesweit. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Primärrohstoffen wie Sand und Kies unverändert hoch. Fehlende Recyclingoptionen führten jedoch dazu, dass in M-V im Jahr 2020 immer noch 62 % der mineralischen Abfälle in Tagebauen verfüllt bzw. 7 % auf Deponien beseitigt wurden.

Hier liegen noch große Reserven für mehr Recycling, Kreislauf­wirtschaft und Nachhaltigkeit.

Und 3. müssen wir daher auch innerhalb der Landesregierung noch mehr darauf hinwirken, dass die öffentliche Hand mit Vorbildwirkung die Nutzung von Ersatzbaustoffen nachfragt.

Bestimmte Vorgaben müssen allerdings durch den Bund umgesetzt werden. Beispielsweise die verbindliche Festlegung eines bestimmten Anteils von Recycling (RC) – Material in Bauprodukten oder Vorgaben zur Recyclingfähigkeit von Materialien im Rahmen der Ökodesign-Regelungen. Dafür werde ich mich in den Gesetzgebungsprozessen einsetzen. Die Pflicht der öffentlichen Hand zur Nutzung von recycelten Erzeugnissen ist bereits in unserem Abfallwirtschaftsgesetz für MV verankert.

Es gilt nun, mit verstärkten Anstrengungen die Vorgaben umzusetzen und den Gedanken der Zirkularität unserer Wirtschaft bei jeglichen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Gleichwohl wissen wir alle, dass zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft nach wie vor auch die Möglichkeit der schadlosen Herausnahme und Entsorgung nicht recyclingfähiger Stoffe gehört.

Daher sehen wir die Deponie Ihlenberg nach wie vor als wichtigen Bestandteil unseres Entsorgungssystems an. Die IAG wird sich jedoch in den nächsten Jahren vom Deponiebetreiber zu einem Umwelt­dienstleister wandeln. Der Spatenstich für den 90.000 Quadratmeter großen Gewerbepark ist bereits vollzogen. Mit der Errichtung von Solaranlagen auf dem stillgelegten Teil der Deponie und der Deponiegasnutzung über Blockheizkraftwerke am Standort kann Energie kostengünstig bereitgestellt werden. Der Gewerbepark eignet sich somit hervorragend für die Ansiedlung von Recycling-Betrieben und innovativen Start-ups.

Darüber hinaus gibt es Planungen für die Nutzung der Wasserstoff­technologie und für den Aufbau von Batteriespeichern für die Stromversorgung.

Die Gewerbegrundstücke sollen im Sommer 2025 baureif sein. Die Fertigstellung ist für das 1. Quartal 2026 geplant.“

Jetzt fürs EU-Schulprogramm bewerben

Milch und frisches Obst für Schulen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich auch im Schuljahr 2025/26 am EU-Schulprogramm. Schülerinnen und Schüler erhalten wöchentlich frische Trinkmilch ohne Zusätze und frisches Obst oder Gemüse. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern frische vitamin- und mineralstoffhaltige Produkte vorwiegend aus der Region anzubieten.

Das Programm bietet außerdem die Möglichkeit, Wissen um die Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln und deren Zubereitung sowie zur gesunden Ernährung zu vermitteln oder landwirtschaftliche und ernährungswirt­schaftliche Betriebe zu besuchen. Dazu werden den teilnehmenden Schulen pädagogische Begleitmaß­nahmen zur Unterstützung angeboten.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 sowie an Förderschulen. Die Einrichtungen können sich bis spätestens zum 31. Januar 2025 für eine Teilnahme bewerben.

Das EU-Schulprogramm unterstützt die kostenlose Verteilung von Obst, Gemüse und Milch in der gesamten Europäischen Union und ist Teil eines umfassenderen Bildungsprogramms zur europäischen Landwirtschaft und zu den Vorteilen gesunder Ernährung. In Mecklenburg-Vorpommern wird es seit dem Schuljahr 2017/2018 erfolgreich umgesetzt.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus lobt das Programm als Gewinn für die Schulkinder des Landes: „Beim EU-Schulprogramm profitieren die Schülerinnen und Schüler gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen bekommen sie unabhängig vom Elternhaus hochwertige Lebensmittel mit Nährstoffen, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Das ist dringend nötig, da Betreuungskräfte in schulischen Bildungseinrichtungen und Kindertages­einrichtungen zunehmend beobachten, dass die Kinder ohne Frühstück und ohne Vormittagsverpflegung in die Bildungseinrichtung kommen. Zum anderen leistet das EU-Schulprogramm durch die Verbindung von hochwertigen heimischen Produkten und Bauernhofpädagogik einen großartigen Beitrag. So wird schon den Kleinen frühzeitig beigebracht, was es heißt, sich bewusst zu ernähren und verantwortungsvoll mit den Produkten umzugehen.“

Das Programm ist vom finanziellen Umfang begrenzt und es können gegebenenfalls nicht alle Bewerbungen berücksichtigt werden. In diesem Fall wird ein Auswahlverfahren durchgeführt. Dazu werden alle Bewerbungen bewertet und gewichtet.

Die Auswahlkriterien finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt unter https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Landwirtschaft/Landwirtschaft/EU-Schulprogramm/

Die Bewerbungen senden Sie bitte vollständig und formgebunden bis zum 31. Januar 2025 an:         Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Referat 320, Paulshöher Weg 1, 19061 Schwerin

oder gerne auch per E-Mail an: h.rentz@lm.mv-regierung.de

„Netzwerk – Bioregionale Wertschöpfung in M-V“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist im Vergleich mit den anderen Bundesländern einer der Spitzenreiter im Bereich ökologischer Landbau. Zur nachhaltigen Unterstützung der bisher erfolgreichen Entwicklung des ökologischen Landbaus in Mecklenburg-Vorpommern wird jedoch im Bereich bioregionale Wertschöpfung weiterer Handlungsbedarf gesehen. Die im Land erzeugten Bio-Produkte sollen stärker auch im Land regional verarbeitet und vermarktet werden.

Minister Backhaus: „Es gibt in Mecklenburg-Vorpommern eine große Anzahl an Akteuren, die an den Themen „bio+regional“ arbeiten. Die vielfältigen Möglichkeiten der bioregionalen Wertschöpfung sollen durch die Vernetzung, dem Informationsaustausch umfassender erschlossen werden. Hier liegt noch viel Potential, das wir nutzen wollen. Wir wollen mit dem Wettbewerb ein neues Netzwerk aufbauen und Expertisen bündeln“, so der Landwirtschaftsminister.

Das LM beabsichtigt mit der Ausschreibung „Bioregionale Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern“, ein landesweites Netzwerk zu stärken und die Kooperation in einem finanziellen Umfang von bis zu 500.000 Euro zu fördern. Konzepte und konkrete Projekte mit dem Ziel der regionalen Wertschöpfung sollen durch das Netzwerk begleitet und unterstützt werden. Die Erfahrungen aus dem Prozess sollen dann auch den Bio-Landwirten, Verarbeitungs- und den Vermarktungsunternehmen im Biobereich zur Verfügung gestellt werden. Die Projektlaufzeit der Kooperation „Bioregionale Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern“ ist für den Zeitraum 01. Januar 2025 bis zum 30. Juni 2029 geplant.

Die Kooperation muss aus mindestens drei Partnern bestehen, davon mindestens ein Partner aus dem Bereich der Bio-Landwirtschaft. Die weiteren Partner müssen aus nachfolgenden Bereichen stammen: Unternehmen der Ernährungswirtschaft, sonstige Unternehmen des vor- oder nachgelagerten Bereichs der Landwirtschaft einschließlich der Regionalvermarktung, Naturschutz, Forschungseinrichtungen, Beratungs- und Dienstleistungseinrichtungen für die landwirtschaftliche Branche sowie Verbände und Organisationen der Land- oder Ernährungswirtschaft; Umweltverbände- und Vereine.

Zu gut für die Tonne

Verbraucherschutzministerin Bernhardt checkt Kita-Tellerreste / Anlässlich der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne“ besucht Ministerin Jacqueline Bernhardt die Schweriner Kita „Mosaik“.

Schwerin – „Noch immer landen deutschlandweit jedes Jahr zwölf Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel im Müll. Der größte Teil entsteht dabei am Ende der Verarbeitungskette bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Das Essen gehört auf den Teller und nicht in den Müll. Die jährliche Aktionswoche ‚Zu gut für die Tonne!‘ ist also wie vor wichtig.

Wir müssen Menschen in allen Altersgruppen davon überzeugen, durch bessere Planung bewusster einzukaufen, aber auch nachhaltiger zu speisen. Daher machen wir als Landesregierung immer wieder darauf aufmerksam“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt anlässlich der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“.

In der Schweriner KiTa „Mosaik“  hat Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt die Tellerreste gecheckt: „Gerade in jungen Jahren wird das Bewusstsein für viele Dinge gebildet. Der Verschwendung vorzubeugen ist dabei ein wichtiger Aspekt.

Daher freue ich mich, dass hier in der Kindertagesstätte ‚Mosaik‘ das Essen selbst zubereitet wird. Außerdem wird hier sehr hohen Wert darauf gelegt, dass die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE, eingehalten werden. So ist es selbstverständlich wie erfreulich, dass die KiTa an der Aktionswoche teilnimmt“, so die Ministerin.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) starten im Rahmen der bereits fünften bundesweiten Aktionswoche „Zu gut für die Tonne!“ vom 29. September bis zum 6. Oktober 2024 wieder Aktionen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bürgerinnen und Bürgern sollen die Aktionen einen bewussten Lebensmittelkonsum näherbringen und sie zum nachhaltigen Handeln motivieren. Auch Mecklenburg-Vorpommern leistet in diesen Tagen einen aktiven Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung.