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Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Arbeitsstart des IMTT e.V.

Dr. Wolfgang Blank: „Gemeinsam bringen wir neue Technologien aus der Wissen­schaft in die betriebliche Praxis“

Neubrandenburg – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den offiziellen Arbeitsstart des Instituts für MobilitätsTechnik/Technologie e.V. (kurz IMTT e.V.) begleitet. Der Forschungsverein konzentriert sich auf die Mobilitätsbranche und deren Zuliefer­industrie.

„Technologien für die klimaneutrale Mobilität“ gehören zu den Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland. Dazu zählen Technologien für die Elektromobilität ebenso wie grundlegend neue Mobilitätskonzepte, die besonders im Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern eine zentrale Rolle spielen werden“, betonte Minister Dr. Blank. „Mit seiner thematischen Ausrichtung knüpft der IMTT e.V. an die High­tech Agenda an. Der Verein bietet die Chance, dieses Wachs­tumsfeld in Mecklenburg-Vorpommern weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den Unternehmen in der Region wirtschaftlich zu nutzen.“

Der 2025 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, neue Technologien zu entwickeln und mit Unternehmen der Region ein Innovationsökosystem aufzubauen. Damit will er über die Landesgrenzen hinaussichtbar werden und sich als fester Bestandteil der Mobilitätsbranche und ihrer Zulieferindustrie etablieren.

„Als An-Institut der Hochschule Neubrandenburg ist auch die Anbindung an die Wissenschaft bis hin zur Lehre in der Region gegeben. Das wertet auch die Attraktivität der Hoch­schule Neubrandenburg weiter auf“, betonte Minister Dr. Blank.

Die weiteren Verbundpartner, die Webasto Roof & Com­ponents SE (Neubrandenburg), das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP (Rostock), die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt SLV M-V GmbH (Rostock) und der automation & Software Günther Tausch GmbH (Neubrandenburg) wollen gemeinsam einen neuartigen Hochvolt-Heizer für einen Spannungsbereich ober­halb von 1.000 Volt entwickeln. Dieser soll vorrangig in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Das geplante Projektvolumen beläuft sich auf insgesamt rund 11,5 Millionen Euro und wird mit 7,3 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium auf Grundlage der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von wirtschafts­naher Forschung, Entwicklung und Innovation unterstützt.

Das Sustainable Engineering Center (SEC) kommt!

Land erteilt Planungsauftrag für den Ersatzneubau

Rostock – Die Forschungsinfrastruktur der Universität Rostock soll zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Das Sustainable Engineering Center (SEC) ist der Ersatzneubau für die bisherige Strömungshalle. Anschließend soll die bestehende Strömungshalle denkmalgerecht grundsaniert werden.

Das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung hat heute dem Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt Rostock den Auftrag erteilt, die Entwurfsunterlage-Bau für den Ersatzneubau zu erstellen. Voraussetzung für die Fortführung des Vorhabens war unter anderem die denkmalrechtliche Genehmigung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, die am 4. September 2026 erteilt wurde.

Grundlage für die weitere Planung ist eine umfassende Machbarkeitsuntersuchung. Darin wurde der Bedarf unter intensiver Beteiligung der Universität Rostock geprüft und verbindlich festgelegt. Die Untersuchung wurde in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten, der Universität Rostock und dem Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt Rostock erarbeitet.

Mit der nun beauftragten Planung werden die baulichen, technischen, terminlichen und wirtschaftlichen Grundlagen des Vorhabens weiter vertieft. Damit wird die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zur Umsetzung des Ersatzneubaus geschaffen.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue erläutert: „Gute Nachrichten für die maritime Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern: Mit dem jetzt erteilten Planungsauftrag gehen wir beim Sustainable Engineering Center den nächsten wichtigen Schritt. Nach der denkmalrechtlichen Genehmigung können wir die Planung für den Ersatzneubau der Strömungshalle nun konkret vorantreiben. Unser Ziel ist eine leistungsfähige und nachhaltige Forschungsinfrastruktur, die langfristig gute Bedingungen für Wissenschaft und Kooperationen mit der Wirtschaft schafft.“

Wissenschaftsministerin Bettina Martin betont: „In Rostock wird im Bereich des nachhaltigen maritimen Ingenieurwesens bundesweit einmalige Forschung und Lehre betrieben. Dafür ist eine gute Forschungsinfrastruktur unerlässlich und wichtig für das Land. Mit dem Sustainable Engineering Center wird in Rostock eine Infrastruktur von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung entstehen. Die geplanten Strömungslabore, bestehend aus einem Seegangsbecken und einem Schleppkanal, werden in ihrer Kombination bundesweit einzigartig sein und neue Voraussetzungen schaffen, innovative Technologien unter realitätsnahen Bedingungen erforschen und weiterentwickeln zu können.

Die experimentellen Möglichkeiten werden dabei über klassische maritime Forschungsfelder hinausgehen und auch für Bereiche wie den Fahrzeugbau, die Luftfahrttechnik, die Energietechnik oder die Biomedizintechnik von Bedeutung sein. Der jetzt erteilte Planungsauftrag ist deshalb ein wichtiger Schritt, um diese für unser Land bedeutsame Hochschulbaumaßnahme weiter voranzubringen. Die bestehende Strömungshalle hat erhebliche bauliche Mängel, deswegen besteht hier dringender Handlungsbedarf.“

Die Rektorin der Universität Rostock, Prof. Elizabeth Prommer, sagt: „Mit dem Sustainable Engineering Center schaffen wir nicht nur wichtige Perspektiven für unsere maritime Forschung und die Zusammenarbeit mit der Industrie. Das SEC ist zugleich ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Lehre. Die Nachfrage nach unserem neuen Studiengang Sustainable Maritime Engineering zeigt eindrucksvoll, wie groß das Interesse an einer Ausbildung für die nachhaltige maritime Wirtschaft ist. Dafür brauchen wir eine leistungsfähige Forschungs- und Lehrinfrastruktur, die Theorie und Praxis miteinander verbindet. Mit dem SEC schaffen wir dafür beste Voraussetzungen.“

Land fördert Modernisierung des BioTechnikums

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Modernisie­rung unterstützen wir bessere Rahmen­bedingungen für innovative Unternehmen und stärken den Technologie-Standort Greifswald“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute der Univer­sitäts- und Hansestadt Greifswald einen Zuwendungs­bescheid in Höhe von rund 2,48 Millionen Euro für die Moder­nisierung des BioTechnikums Greifswald übergeben. Die Mit­tel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamt­investition beträgt rund 2,75 Millionen Euro.

„Innovative Unternehmen brauchen moderne Labore, gut ausgestattete Arbeits- und Kommunikationsbereiche sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur, um Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Mit der Modernisierung des BioTechnikums verbessern wir gezielt die Rahmenbedingungen für junge Unternehmen, Start-ups und technologieorientierte Betriebe. Damit stärken wir den Biotechnologie-Standort Greifswald und das regionale Innovationsökosystem in Vorpommern“, betonte Minister Blank.

Mit dem Vorhaben werden zentrale Bereiche des BioTechnikums modernisiert und an heutige Anforderungen innovativer Unternehmen angepasst. Vorgesehen sind unter anderem die Modernisierung des Eingangsbereichs und des Foyers, die Schaffung moderner Büro- und Kommunikations­flächen sowie die Erneuerung gemeinschaftlich genutzter technischer Geräte. Die neuen Geräte sollen den ansässigen Unternehmen gemeinsam zur Verfügung stehen und die Entwicklung sowie Erprobung neuer Technologien und Produkte unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und Optimierung der technischen Infrastruktur. Durch digitale Vernetzung sollen Arbeitsprozesse verbessert und Dokumentations- sowie Nachweispflichten zunehmend digital abgebildet werden. Zugleich sollen energie- und ressourceneffiziente Technologien dazu beitragen, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Die Modernisierung unterstützt damit auch die Transformation hin zu einer klimaneutralen, ressourcenschonenden und nach­haltigen Wirtschaft.

Das BioTechnikum Greifswald beherbergt überwiegend junge Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Gesundheit, Medizin und Bioökonomie. Die geplante Modernisierung stärkt damit innovationsorientierte Branchen, die zu wichtigen Zukunftsfeldern des Landes gehören. Dazu zählen insbe­sondere Medizintechnik und Biotechnologie sowie die Quer­schnittstechnologien Informations- und Kommunikations­technologien und Bioökonomie.

„Greifswald verbindet wissenschaftliche Kompetenz, unter­nehmerische Initiative und anwendungsnahe Forschung. Gerade diese Nähe von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein wichtiger Standortvorteil. Mit der Förderung unterstützen wir, dass aus guten Ideen tragfähige Geschäftsmodelle werden und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region entstehen“, sagte Minister Blank.

Das BioTechnikum bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründern Räume und Infrastruktur für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und Produkte. Die geförderte Infrastruktur steht Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, um insbesondere jungen und innovativen Unternehmen den Aufbau und die Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit zu erleichtern.

„Die Biotechnologie ist eine wichtige Zukunftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. Mit Investitionen wie dieser fördern wir die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und stärken die Voraussetzungen dafür, dass Innovationen in unserem Land entstehen und Arbeitsplätze von morgen gesichert werden“, so Minister Blank.

Allergiediagnostik: Land fördert Verbundforschung

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Förderung von Innovationen stärken wir den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“

Dassow – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Dassow einen Zuwen­dungsbescheid in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro an die Euroimmun Medizinische Labordiagnostika AG und die Verbundpartner XOTO Technology GmbH, Enzymicals AG und die Universitätsmedizin Rostock über­reicht. Das Land fördert damit das Verbundprojekt „Minia­turisierte Multiplex-Tests für die Allergiediagnostik“, mit dem neuartige Testsysteme zur Allergiediagnostik entwickelt werden.

„Das Projekt verbindet angewandte Spitzenforschung mit einem klaren Nutzen für die medizinische Diagnostik. Die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zeigt die Innovationskraft unseres Landes“, so Minister Dr. Blank. „Deshalb unterstützen wir regionale Akteure, die im Verbund neue Lösungen entwickeln und damit den Weg für zukunfts­orientierte Diagnostiktechnologien aus Mecklenburg-Vorpom­mern ebnen. So sichern wir Wertschöpfung und schaffen hochwertige Arbeitsplätze in unserem Land.“

Im Rahmen des Verbundvorhabens sollen breit angelegte, nichtinvasive und präzise Diagnostikverfahren entwickelt werden, die einen deutlich geringeren Material- und Proben­bedarf aufweisen. Die Verbundpartner erwarten erhebliche Einsparungen beim Verbrauch von Reagenzien. Die neuen Testsysteme sollen zudem aussagekräftigere diagnostische Ergebnisse liefern.

Das Unternehmen Euroimmun ist ein führender internationaler Hersteller im Bereich der medizinischen Labordiagnostik mit rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit, davon rund 1.000 Beschäftigten an den Standorten Dassow und Selmsdorf.  Euroimmun entwickelt, produziert und vertreibt Testsysteme für die Autoimmun-, Allergie- und Infektions­diagnostik, für die Molekulargenetische Diagnostik und für Antigennachweise. Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen Software- und Automatisierungslösung für die Durchführung und Auswertung der Tests.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Verbundvorhaben mit Mitteln aus der „Richtlinie über die Gewährung von Zu­wendungen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung stammen. Mit der Förderung werden Gesamt­ausgaben für das Projekt in Höhe von insgesamt rund 13,8 Millionen Euro ermöglicht. Die Bewilligung der Mittel erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

2. Innovationsforum Wirtschaft-Wissenschaft

Jochen Schulte: „Wir bringen Wirtschaft und Wissenschaft zusammen – für Innovation und Wertschöpfung in unserem Land“

Karlsburg – Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute im Klinikum Karlsburg das 2. Innovationsforum Wirtschaft-Wissenschaft eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Entwicklungen in der Plasmamedizin und Diabetesforschung. Ziel der vom Wirtschaftsministerium initiierten Reihe ist es, Wirtschaft und Wissenschaft im Land noch enger zu vernetzen und Forschungsaktivitäten gezielt an den praktischen Bedarfen des Marktes auszurichten.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist der Schlüssel, um in Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln, Wertschöpfung zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Staatssekretär Schulte.

„Dabei müssen sich Forschung und Entwicklung an konkreten Bedarfen orientieren – und die Unternehmen sollten die wissenschaftliche Expertise im Land aktiv nutzen. So entstehen Innovationen, die in der Praxis funktionieren und am Markt bestehen. Mit dem Innovationsforum setzen wir ein klares Signal für eine enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft: Wir unterstützen den Austausch zwischen den regionalen Akteuren und regen neue Verbundforschungsprojekte an.“

Das Innovationsforum bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken zusammen. Es dient dem Austausch über zukunftsweisende Ideen, Produkte und Verfahren – insbesondere in Bereichen, in denen Mecklenburg-Vorpommern bereits über besondere Kompetenzen verfügt. Nach der Auftaktveranstaltung im Januar in Rostock zum Thema Herz- und Gefäßmedizin widmet sich das zweite Forum nun den Fachgebieten Plasmamedizin und Diabetes. Beide Forschungsfelder haben für die Gesundheitswirtschaft des Landes eine herausragende Bedeutung.

Das Klinikum Karlsburg, das größte Diabeteszentrum Norddeutschlands, wird ab 2026 Teil der Universitätsmedizin Greifswald. Zusammen mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) bildet es ein Kompetenzzentrum mit bundesweiter Strahlkraft. „Die Verbindung von Forschung, klinischer Praxis und regionaler Wirtschaft schafft hier ein einzigartiges Innovationsumfeld, das wir gezielt fördern“, so Staatssekretär Schulte.

Ein Schwerpunkt der Landespolitik liegt auf der wirtschaftsnahen Forschung und Entwicklung. Mit der Regionalen Innovationsstrategie Mecklenburg-Vorpommern 2021–2027 konzentriert sich das Land auf Zukunftsfelder wie Medizintechnik und Biotechnologie, Erneuerbare Energien sowie Maschinen- und Anlagenbau. „Mehr als die Hälfte der bislang bewilligten FuE-Mittel entfällt auf die Medizintechnik und Biotechnologie – das zeigt, wie stark Wissenschaft und Wirtschaft in diesem Bereich bereits zusammenarbeiten“, betonte Staatssekretär Schulte.

Bis August 2025 wurden im Rahmen der FuEuI-Richtlinie rund 90 Millionen Euro für 233 Projekte bewilligt, davon rund 49 Millionen Euro im Aktionsfeld Medizintechnik und Biotechnologie. In der laufenden EU-Förderperiode stehen insgesamt 266 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung zur Verfügung.

Land unterstützt Forschung zum Heringsbestand

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert gemeinsam mit dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) das Forschungsprojekt HERBIS MV mit rund 290.300 Euro. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zur ökologischen Rolle des Herings in der Ostsee zu gewinnen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Fischerei abzuleiten.

Agrar- und Fischereiminister Dr. Till Backhaus betonte: „Der Hering ist für unsere kleine handwerkliche Küstenfischerei von existenzieller Bedeutung. Deshalb setzen wir uns in Brüssel für eine kleine Quote ein – und fördern zugleich Forschung, die helfen soll, den Bestand zu sichern und die Fischerei zu erhalten.“

Das Projekt HERBIS MV wird durch das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock koordiniert und läuft bis Dezember 2028. Es untersucht, welche Folgen veränderte Umweltbedingungen für den Hering als Schlüsselart im Ökosystem haben.

Die Arbeitspakete umfassen:

  • die Erfassung der Heringsbestände in der südlichen Ostsee,
  • Untersuchungen zum Nahrungsnetz und zu Umweltfaktoren,
  • die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Fischerei und Politik.

Kooperationspartner sind unter anderem die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV sowie die örtliche Fischereiwirtschaft.

Backhaus abschließend: „Forschung und Praxis müssen Hand in Hand gehen. Mit HERBIS MV stärken wir die Grundlagen für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Herings – und damit auch die Zukunft der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern.“

Startschuss für Zukunftsprojekt NEXCELL

Dr. Blank: „Wir investieren in innovative Forschung für eine moderne personalisierte Medizin und stärken Mecklenburg-Vorpommern als zukunftsfesten Standort der Gesundheitswirtschaft“

Teterow – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute einen Zuwendungsbescheid für ein innovatives Verbundforschungsprojekt im Bereich der Medizintechnik übergeben. Das Unternehmen Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG aus Teterow, die RoweMed AG – Medical 4 Life aus Parchim sowie die Universität Rostock zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock erhalten eine Förderung in Höhe von rund 8,2 Mio. Euro für die Entwicklung einer hochautomatisierten und umfassend digitalisierten Zell- und Gentherapie-Plattform – NEXCELL.

„Das Vorhaben zeigt eindrucksvoll, wie international erfolgreiche Unternehmen und exzellente Forschungseinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam medizinische Innovationen vorantreiben, die weit über die Landesgrenzen hinauswirken. Mit der Förderung investieren wir in neue Behandlungsmöglichkeiten für schwerwiegende Krankheiten, in die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und in hochwertige Arbeitsplätze“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Blank.

Die industriellen Partner werden in dem Projekt eine neue Gerätegeneration zur automatisierten Herstellung von therapeutischen Zellen entwickeln. Die NEXCELL-Plattform wird technologische Neuerungen integrieren, um standardisierte klinische Herstellungsprozesse mit höchster Produktqualität, automatisierter Analytik, durch künstliche Intelligenz (KI)-optimiertes Datenmanagement und größtmöglicher Praktikabilität zu ermöglichen. Das Verbundprojekt soll der Motor sein, um mittelfristig ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für personalisierte Zell- und Gentherapien in Rostock aufzubauen.

Gleichzeitig werden an der Universität Rostock die grundlegenden Arbeiten durchgeführt, um diese Therapien weiter zu erforschen und für Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen. Mit neuen Lösungen für die Herstellung von Zelltherapeutika soll NEXCELL den Weg für patientennahe und zukunftsweisende Behandlungsmöglichkeiten ebnen.

Die medizinische Forschung steht an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter: Zell- und Gentherapien eröffnen neue Möglichkeiten für die Behandlung schwerer und bislang unheilbarer Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunkrankheiten. Durch den gezielten Einsatz maßgeschneiderter Zellen von Patientinnen und Patienten selbst können Krankheiten nicht nur gelindert, sondern in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.

Im Rahmen seines heutigen Besuchs in Teterow informierte sich Minister Dr. Blank über das Unternehmen Miltenyi Biotec und die Zielsetzung des neuen Förderprojekts. Miltenyi Biotec wird innerhalb des Projektes eine innovative Plattform zur Verbesserung der Zell- und Gentherapie für die klinische Anwendung entwickeln. „Mit diesem Projekt machen wir einen weiteren Schritt hin zur vereinfachten Herstellung komplexer Therapien und damit auch einen Schritt zur besseren Verfügbarkeit dieser Therapien am Standort Rostock“, sagt Christian Thombansen, Projektleiter bei Miltenyi Biotec.

Bereits in der Vergangenheit haben erfolgreiche Technologieförderprojekte in Teterow entscheidende Impulse gesetzt. So entstanden aus diesen Vorhaben unter anderem wichtige technologische Vorläufer des heutigen CliniMACS Prodigy® Systems, mit dem CAR-T-Zellen für die klinische Anwendung hergestellt werden können. Das System wird mittlerweile weltweit eingesetzt. „Die Förderung durch das Land hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Standort Teterow in den letzten 20 Jahren von 80 auf rund 600 Mitarbeitende wachsen konnte“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer des gleichnamigen Unternehmens.

Mit den geplanten Förderungen werden nun weitere Meilensteine erreicht: Neben der Technologieförderung für den NEXCELL-Verbund soll an der Universitätsmedizin Rostock ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für innovative Krebstherapien entstehen. Beide Initiativen – NEXCELL sowie das Entwicklungs- und Anwendungszentrum – werden starke Impulse für die Region setzen und Mecklenburg-Vorpommern als bedeutenden Standort für moderne Zell- und Gentherapien weiter etablieren. Mit erfolgreicher Umsetzung des Verbundforschungsprojektes sollen über 40 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Das Verbundvorhaben ordnet sich in die Regionale Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung des Landes MV 2021-2027 im Aktionsfeld „Medizintechnik und Biotechnologie“ ein. Die Bewilligung der Mittel erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

Es ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung, mit innovativer Industrie- und Wirtschaftspolitik, einer gezielten Technologiepolitik und einer vorausschauenden Fachkräftepolitik die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft der mittelständisch geprägten Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu stärken, gute Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Der Besuch bei der Miltenyi Biotec war zugleich Teil der Sommertour von Minister Blank. In Teterow machte er außerdem Station bei der emano Kunststofftechnik GmbH sowie beim Aktivkohlehersteller AdFis Products GmbH.

Mentoring-Programm stärkt Wissenschaftlerinnen in M-V

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt lobt das Team des Projektes „KarriereWegeMentoring“ der Universität Greifswald

Greifswald – „Das Projekt ‚KarriereWegeMentoring‘ unterstützt und fördert seit 2011 Frauen auf ihrem Berufsweg. Die Universität Greifswald verfügt über eine langjährige und ausgewiesene Mentoring-Expertise, die ein Leuchtturm in unserem Land ist. Nicht nur landes-, sondern auch bundesweit findet dies Resonanz. Sogar das Europäische Mentoring-Netzwerk zeigte sich beeindruckt von der professionellen Mentoring-Alumnaearbeit. Daher unterstützt die Landesregierung das Projekt auch weiterhin, “, lobte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt in ihrem Grußwort zur Abschlussveranstaltung „KarriereWegeMentoring“ in Greifswald. Sie überreichte anschließend einen Zuwendungsbescheid über 685.000 Euro für die Laufzeit vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2028.

„Mentoring ist ein Wort, das sich leicht sagt, aber in der Tiefe eine enorme Bedeutung hat. Es geht nicht nur um Unterstützung. Es geht um Wegbegleitung, um Selbstwirksamkeit, um Sichtbarkeit, und manchmal auch darum, einfach da zu sein, wenn sich ein junger Mensch fragt, wie es mit ihm weitergehen soll. Auf diesem Weg ist gerade das Greifswalder Projekt sehr erfolgreich. Eine landesweite Evaluation aus dem Jahr 2021, an der 320 ehemalige Mentees teilnahmen, hat unter anderem gezeigt, dass sich 80 Prozent der ehemaligen Mentees aus den Universitäten dem Programm noch heute verbunden fühlen. Fast ebenso viele gaben an, dass sich ihr fachliches Netzwerk durch das Mentoring deutlich erweitert hat. Drei Viertel der befragten Frauen sagten, sie würden heute deutlich souveräner mit geschlechterspezifischen Aufstiegsbarrieren umgehen. 94 Prozent der Alumnae halten Mentoring für ein sinnvolles Instrument der Personalentwicklung für Frauen. Das ist der Beweis: Mentoring wirkt“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt.

„Der Weg von Frauen in der Wissenschaft ist noch immer voller Hürden. Der Begriff ‚leaky pipeline‘, übersetzt die undichte Leitung, beschreibt ein Problem, das wir seit Jahrzehnten kennen: Frauen steigen gut ein, sie machen ihre Abschlüsse, promovieren, sind engagiert und verlassen das System dennoch in überproportionaler Zahl. Laut Destatis sind über 50 Prozent der Menschen mit Studienabschluss in Deutschland weiblich. Aber nur 29 Prozent der Professuren sind mit Frauen besetzt. Der Grund sind strukturelle Bedingungen, die ihnen den Weg erschweren z. B. wenn es um die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie geht. Wissenschaft verlangt Mobilität, Unsicherheit, Drittmittelakquise, oft befristete Stellen bis Mitte 40. Für Frauen, die auch familiäre Verantwortung tragen, ist das oft eine kaum überwindbare Hürde. Hier setzt die Universität Greifswald an. Das ist gut so“, sagt Ministerin Bernhardt.

„Programme wie das ‚KarriereWegeMentoring‘ stärken nicht nur Karrieren. Wichtig ist auch, dass sie das Rückgrat gegen Anfeindungen, Ausgrenzungen, Hass und Hetze stärken. Das Projektteam stemmt sich entschieden gegen diese Entwicklungen und nimmt auch das Thema ‚Antifeminismus‘ in den Angeboten in den Blick. Frauen in der Wissenschaft sind von derartigen Tendenzen besonders betroffen. Diese Entwicklung trifft unser Verständnis von Forschung, Meinungsfreiheit und Demokratie. Wenn sich Wissenschaftlerinnen aus Angst zurückziehen, wenn Themen gemieden oder verharmlost werden, verlieren wir mehr als nur Meinungen. Wir verlieren Perspektiven, Diversität und Innovation. ‚KarriereWegeMentoring‘ setzt genau hier Zeichen. Vielen Dank“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.