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Kategorie: Forschung und Wissenschaft

Land fördert Modernisierung des BioTechnikums

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Modernisie­rung unterstützen wir bessere Rahmen­bedingungen für innovative Unternehmen und stärken den Technologie-Standort Greifswald“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute der Univer­sitäts- und Hansestadt Greifswald einen Zuwendungs­bescheid in Höhe von rund 2,48 Millionen Euro für die Moder­nisierung des BioTechnikums Greifswald übergeben. Die Mit­tel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamt­investition beträgt rund 2,75 Millionen Euro.

„Innovative Unternehmen brauchen moderne Labore, gut ausgestattete Arbeits- und Kommunikationsbereiche sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur, um Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Mit der Modernisierung des BioTechnikums verbessern wir gezielt die Rahmenbedingungen für junge Unternehmen, Start-ups und technologieorientierte Betriebe. Damit stärken wir den Biotechnologie-Standort Greifswald und das regionale Innovationsökosystem in Vorpommern“, betonte Minister Blank.

Mit dem Vorhaben werden zentrale Bereiche des BioTechnikums modernisiert und an heutige Anforderungen innovativer Unternehmen angepasst. Vorgesehen sind unter anderem die Modernisierung des Eingangsbereichs und des Foyers, die Schaffung moderner Büro- und Kommunikations­flächen sowie die Erneuerung gemeinschaftlich genutzter technischer Geräte. Die neuen Geräte sollen den ansässigen Unternehmen gemeinsam zur Verfügung stehen und die Entwicklung sowie Erprobung neuer Technologien und Produkte unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und Optimierung der technischen Infrastruktur. Durch digitale Vernetzung sollen Arbeitsprozesse verbessert und Dokumentations- sowie Nachweispflichten zunehmend digital abgebildet werden. Zugleich sollen energie- und ressourceneffiziente Technologien dazu beitragen, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Die Modernisierung unterstützt damit auch die Transformation hin zu einer klimaneutralen, ressourcenschonenden und nach­haltigen Wirtschaft.

Das BioTechnikum Greifswald beherbergt überwiegend junge Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Gesundheit, Medizin und Bioökonomie. Die geplante Modernisierung stärkt damit innovationsorientierte Branchen, die zu wichtigen Zukunftsfeldern des Landes gehören. Dazu zählen insbe­sondere Medizintechnik und Biotechnologie sowie die Quer­schnittstechnologien Informations- und Kommunikations­technologien und Bioökonomie.

„Greifswald verbindet wissenschaftliche Kompetenz, unter­nehmerische Initiative und anwendungsnahe Forschung. Gerade diese Nähe von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein wichtiger Standortvorteil. Mit der Förderung unterstützen wir, dass aus guten Ideen tragfähige Geschäftsmodelle werden und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region entstehen“, sagte Minister Blank.

Das BioTechnikum bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründern Räume und Infrastruktur für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und Produkte. Die geförderte Infrastruktur steht Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, um insbesondere jungen und innovativen Unternehmen den Aufbau und die Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit zu erleichtern.

„Die Biotechnologie ist eine wichtige Zukunftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. Mit Investitionen wie dieser fördern wir die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und stärken die Voraussetzungen dafür, dass Innovationen in unserem Land entstehen und Arbeitsplätze von morgen gesichert werden“, so Minister Blank.

Allergiediagnostik: Land fördert Verbundforschung

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Förderung von Innovationen stärken wir den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“

Dassow – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Dassow einen Zuwen­dungsbescheid in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro an die Euroimmun Medizinische Labordiagnostika AG und die Verbundpartner XOTO Technology GmbH, Enzymicals AG und die Universitätsmedizin Rostock über­reicht. Das Land fördert damit das Verbundprojekt „Minia­turisierte Multiplex-Tests für die Allergiediagnostik“, mit dem neuartige Testsysteme zur Allergiediagnostik entwickelt werden.

„Das Projekt verbindet angewandte Spitzenforschung mit einem klaren Nutzen für die medizinische Diagnostik. Die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zeigt die Innovationskraft unseres Landes“, so Minister Dr. Blank. „Deshalb unterstützen wir regionale Akteure, die im Verbund neue Lösungen entwickeln und damit den Weg für zukunfts­orientierte Diagnostiktechnologien aus Mecklenburg-Vorpom­mern ebnen. So sichern wir Wertschöpfung und schaffen hochwertige Arbeitsplätze in unserem Land.“

Im Rahmen des Verbundvorhabens sollen breit angelegte, nichtinvasive und präzise Diagnostikverfahren entwickelt werden, die einen deutlich geringeren Material- und Proben­bedarf aufweisen. Die Verbundpartner erwarten erhebliche Einsparungen beim Verbrauch von Reagenzien. Die neuen Testsysteme sollen zudem aussagekräftigere diagnostische Ergebnisse liefern.

Das Unternehmen Euroimmun ist ein führender internationaler Hersteller im Bereich der medizinischen Labordiagnostik mit rund 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit, davon rund 1.000 Beschäftigten an den Standorten Dassow und Selmsdorf.  Euroimmun entwickelt, produziert und vertreibt Testsysteme für die Autoimmun-, Allergie- und Infektions­diagnostik, für die Molekulargenetische Diagnostik und für Antigennachweise. Darüber hinaus entwickelt und produziert das Unternehmen Software- und Automatisierungslösung für die Durchführung und Auswertung der Tests.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Verbundvorhaben mit Mitteln aus der „Richtlinie über die Gewährung von Zu­wendungen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung stammen. Mit der Förderung werden Gesamt­ausgaben für das Projekt in Höhe von insgesamt rund 13,8 Millionen Euro ermöglicht. Die Bewilligung der Mittel erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

2. Innovationsforum Wirtschaft-Wissenschaft

Jochen Schulte: „Wir bringen Wirtschaft und Wissenschaft zusammen – für Innovation und Wertschöpfung in unserem Land“

Karlsburg – Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute im Klinikum Karlsburg das 2. Innovationsforum Wirtschaft-Wissenschaft eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aktuelle Entwicklungen in der Plasmamedizin und Diabetesforschung. Ziel der vom Wirtschaftsministerium initiierten Reihe ist es, Wirtschaft und Wissenschaft im Land noch enger zu vernetzen und Forschungsaktivitäten gezielt an den praktischen Bedarfen des Marktes auszurichten.

„Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist der Schlüssel, um in Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln, Wertschöpfung zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Staatssekretär Schulte.

„Dabei müssen sich Forschung und Entwicklung an konkreten Bedarfen orientieren – und die Unternehmen sollten die wissenschaftliche Expertise im Land aktiv nutzen. So entstehen Innovationen, die in der Praxis funktionieren und am Markt bestehen. Mit dem Innovationsforum setzen wir ein klares Signal für eine enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft: Wir unterstützen den Austausch zwischen den regionalen Akteuren und regen neue Verbundforschungsprojekte an.“

Das Innovationsforum bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken zusammen. Es dient dem Austausch über zukunftsweisende Ideen, Produkte und Verfahren – insbesondere in Bereichen, in denen Mecklenburg-Vorpommern bereits über besondere Kompetenzen verfügt. Nach der Auftaktveranstaltung im Januar in Rostock zum Thema Herz- und Gefäßmedizin widmet sich das zweite Forum nun den Fachgebieten Plasmamedizin und Diabetes. Beide Forschungsfelder haben für die Gesundheitswirtschaft des Landes eine herausragende Bedeutung.

Das Klinikum Karlsburg, das größte Diabeteszentrum Norddeutschlands, wird ab 2026 Teil der Universitätsmedizin Greifswald. Zusammen mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) bildet es ein Kompetenzzentrum mit bundesweiter Strahlkraft. „Die Verbindung von Forschung, klinischer Praxis und regionaler Wirtschaft schafft hier ein einzigartiges Innovationsumfeld, das wir gezielt fördern“, so Staatssekretär Schulte.

Ein Schwerpunkt der Landespolitik liegt auf der wirtschaftsnahen Forschung und Entwicklung. Mit der Regionalen Innovationsstrategie Mecklenburg-Vorpommern 2021–2027 konzentriert sich das Land auf Zukunftsfelder wie Medizintechnik und Biotechnologie, Erneuerbare Energien sowie Maschinen- und Anlagenbau. „Mehr als die Hälfte der bislang bewilligten FuE-Mittel entfällt auf die Medizintechnik und Biotechnologie – das zeigt, wie stark Wissenschaft und Wirtschaft in diesem Bereich bereits zusammenarbeiten“, betonte Staatssekretär Schulte.

Bis August 2025 wurden im Rahmen der FuEuI-Richtlinie rund 90 Millionen Euro für 233 Projekte bewilligt, davon rund 49 Millionen Euro im Aktionsfeld Medizintechnik und Biotechnologie. In der laufenden EU-Förderperiode stehen insgesamt 266 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung zur Verfügung.

Land unterstützt Forschung zum Heringsbestand

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert gemeinsam mit dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) das Forschungsprojekt HERBIS MV mit rund 290.300 Euro. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zur ökologischen Rolle des Herings in der Ostsee zu gewinnen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Fischerei abzuleiten.

Agrar- und Fischereiminister Dr. Till Backhaus betonte: „Der Hering ist für unsere kleine handwerkliche Küstenfischerei von existenzieller Bedeutung. Deshalb setzen wir uns in Brüssel für eine kleine Quote ein – und fördern zugleich Forschung, die helfen soll, den Bestand zu sichern und die Fischerei zu erhalten.“

Das Projekt HERBIS MV wird durch das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock koordiniert und läuft bis Dezember 2028. Es untersucht, welche Folgen veränderte Umweltbedingungen für den Hering als Schlüsselart im Ökosystem haben.

Die Arbeitspakete umfassen:

  • die Erfassung der Heringsbestände in der südlichen Ostsee,
  • Untersuchungen zum Nahrungsnetz und zu Umweltfaktoren,
  • die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für Fischerei und Politik.

Kooperationspartner sind unter anderem die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV sowie die örtliche Fischereiwirtschaft.

Backhaus abschließend: „Forschung und Praxis müssen Hand in Hand gehen. Mit HERBIS MV stärken wir die Grundlagen für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung des Herings – und damit auch die Zukunft der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern.“

Startschuss für Zukunftsprojekt NEXCELL

Dr. Blank: „Wir investieren in innovative Forschung für eine moderne personalisierte Medizin und stärken Mecklenburg-Vorpommern als zukunftsfesten Standort der Gesundheitswirtschaft“

Teterow – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute einen Zuwendungsbescheid für ein innovatives Verbundforschungsprojekt im Bereich der Medizintechnik übergeben. Das Unternehmen Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG aus Teterow, die RoweMed AG – Medical 4 Life aus Parchim sowie die Universität Rostock zusammen mit der Universitätsmedizin Rostock erhalten eine Förderung in Höhe von rund 8,2 Mio. Euro für die Entwicklung einer hochautomatisierten und umfassend digitalisierten Zell- und Gentherapie-Plattform – NEXCELL.

„Das Vorhaben zeigt eindrucksvoll, wie international erfolgreiche Unternehmen und exzellente Forschungseinrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam medizinische Innovationen vorantreiben, die weit über die Landesgrenzen hinauswirken. Mit der Förderung investieren wir in neue Behandlungsmöglichkeiten für schwerwiegende Krankheiten, in die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und in hochwertige Arbeitsplätze“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Blank.

Die industriellen Partner werden in dem Projekt eine neue Gerätegeneration zur automatisierten Herstellung von therapeutischen Zellen entwickeln. Die NEXCELL-Plattform wird technologische Neuerungen integrieren, um standardisierte klinische Herstellungsprozesse mit höchster Produktqualität, automatisierter Analytik, durch künstliche Intelligenz (KI)-optimiertes Datenmanagement und größtmöglicher Praktikabilität zu ermöglichen. Das Verbundprojekt soll der Motor sein, um mittelfristig ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für personalisierte Zell- und Gentherapien in Rostock aufzubauen.

Gleichzeitig werden an der Universität Rostock die grundlegenden Arbeiten durchgeführt, um diese Therapien weiter zu erforschen und für Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen. Mit neuen Lösungen für die Herstellung von Zelltherapeutika soll NEXCELL den Weg für patientennahe und zukunftsweisende Behandlungsmöglichkeiten ebnen.

Die medizinische Forschung steht an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter: Zell- und Gentherapien eröffnen neue Möglichkeiten für die Behandlung schwerer und bislang unheilbarer Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunkrankheiten. Durch den gezielten Einsatz maßgeschneiderter Zellen von Patientinnen und Patienten selbst können Krankheiten nicht nur gelindert, sondern in vielen Fällen dauerhaft geheilt werden.

Im Rahmen seines heutigen Besuchs in Teterow informierte sich Minister Dr. Blank über das Unternehmen Miltenyi Biotec und die Zielsetzung des neuen Förderprojekts. Miltenyi Biotec wird innerhalb des Projektes eine innovative Plattform zur Verbesserung der Zell- und Gentherapie für die klinische Anwendung entwickeln. „Mit diesem Projekt machen wir einen weiteren Schritt hin zur vereinfachten Herstellung komplexer Therapien und damit auch einen Schritt zur besseren Verfügbarkeit dieser Therapien am Standort Rostock“, sagt Christian Thombansen, Projektleiter bei Miltenyi Biotec.

Bereits in der Vergangenheit haben erfolgreiche Technologieförderprojekte in Teterow entscheidende Impulse gesetzt. So entstanden aus diesen Vorhaben unter anderem wichtige technologische Vorläufer des heutigen CliniMACS Prodigy® Systems, mit dem CAR-T-Zellen für die klinische Anwendung hergestellt werden können. Das System wird mittlerweile weltweit eingesetzt. „Die Förderung durch das Land hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Standort Teterow in den letzten 20 Jahren von 80 auf rund 600 Mitarbeitende wachsen konnte“, betont Stefan Miltenyi, der Gründer des gleichnamigen Unternehmens.

Mit den geplanten Förderungen werden nun weitere Meilensteine erreicht: Neben der Technologieförderung für den NEXCELL-Verbund soll an der Universitätsmedizin Rostock ein neues Entwicklungs- und Anwendungszentrum für innovative Krebstherapien entstehen. Beide Initiativen – NEXCELL sowie das Entwicklungs- und Anwendungszentrum – werden starke Impulse für die Region setzen und Mecklenburg-Vorpommern als bedeutenden Standort für moderne Zell- und Gentherapien weiter etablieren. Mit erfolgreicher Umsetzung des Verbundforschungsprojektes sollen über 40 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation“, die aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stammen. Das Verbundvorhaben ordnet sich in die Regionale Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung des Landes MV 2021-2027 im Aktionsfeld „Medizintechnik und Biotechnologie“ ein. Die Bewilligung der Mittel erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

Es ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung, mit innovativer Industrie- und Wirtschaftspolitik, einer gezielten Technologiepolitik und einer vorausschauenden Fachkräftepolitik die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft der mittelständisch geprägten Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu stärken, gute Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Der Besuch bei der Miltenyi Biotec war zugleich Teil der Sommertour von Minister Blank. In Teterow machte er außerdem Station bei der emano Kunststofftechnik GmbH sowie beim Aktivkohlehersteller AdFis Products GmbH.

Mentoring-Programm stärkt Wissenschaftlerinnen in M-V

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt lobt das Team des Projektes „KarriereWegeMentoring“ der Universität Greifswald

Greifswald – „Das Projekt ‚KarriereWegeMentoring‘ unterstützt und fördert seit 2011 Frauen auf ihrem Berufsweg. Die Universität Greifswald verfügt über eine langjährige und ausgewiesene Mentoring-Expertise, die ein Leuchtturm in unserem Land ist. Nicht nur landes-, sondern auch bundesweit findet dies Resonanz. Sogar das Europäische Mentoring-Netzwerk zeigte sich beeindruckt von der professionellen Mentoring-Alumnaearbeit. Daher unterstützt die Landesregierung das Projekt auch weiterhin, “, lobte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt in ihrem Grußwort zur Abschlussveranstaltung „KarriereWegeMentoring“ in Greifswald. Sie überreichte anschließend einen Zuwendungsbescheid über 685.000 Euro für die Laufzeit vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2028.

„Mentoring ist ein Wort, das sich leicht sagt, aber in der Tiefe eine enorme Bedeutung hat. Es geht nicht nur um Unterstützung. Es geht um Wegbegleitung, um Selbstwirksamkeit, um Sichtbarkeit, und manchmal auch darum, einfach da zu sein, wenn sich ein junger Mensch fragt, wie es mit ihm weitergehen soll. Auf diesem Weg ist gerade das Greifswalder Projekt sehr erfolgreich. Eine landesweite Evaluation aus dem Jahr 2021, an der 320 ehemalige Mentees teilnahmen, hat unter anderem gezeigt, dass sich 80 Prozent der ehemaligen Mentees aus den Universitäten dem Programm noch heute verbunden fühlen. Fast ebenso viele gaben an, dass sich ihr fachliches Netzwerk durch das Mentoring deutlich erweitert hat. Drei Viertel der befragten Frauen sagten, sie würden heute deutlich souveräner mit geschlechterspezifischen Aufstiegsbarrieren umgehen. 94 Prozent der Alumnae halten Mentoring für ein sinnvolles Instrument der Personalentwicklung für Frauen. Das ist der Beweis: Mentoring wirkt“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt.

„Der Weg von Frauen in der Wissenschaft ist noch immer voller Hürden. Der Begriff ‚leaky pipeline‘, übersetzt die undichte Leitung, beschreibt ein Problem, das wir seit Jahrzehnten kennen: Frauen steigen gut ein, sie machen ihre Abschlüsse, promovieren, sind engagiert und verlassen das System dennoch in überproportionaler Zahl. Laut Destatis sind über 50 Prozent der Menschen mit Studienabschluss in Deutschland weiblich. Aber nur 29 Prozent der Professuren sind mit Frauen besetzt. Der Grund sind strukturelle Bedingungen, die ihnen den Weg erschweren z. B. wenn es um die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie geht. Wissenschaft verlangt Mobilität, Unsicherheit, Drittmittelakquise, oft befristete Stellen bis Mitte 40. Für Frauen, die auch familiäre Verantwortung tragen, ist das oft eine kaum überwindbare Hürde. Hier setzt die Universität Greifswald an. Das ist gut so“, sagt Ministerin Bernhardt.

„Programme wie das ‚KarriereWegeMentoring‘ stärken nicht nur Karrieren. Wichtig ist auch, dass sie das Rückgrat gegen Anfeindungen, Ausgrenzungen, Hass und Hetze stärken. Das Projektteam stemmt sich entschieden gegen diese Entwicklungen und nimmt auch das Thema ‚Antifeminismus‘ in den Angeboten in den Blick. Frauen in der Wissenschaft sind von derartigen Tendenzen besonders betroffen. Diese Entwicklung trifft unser Verständnis von Forschung, Meinungsfreiheit und Demokratie. Wenn sich Wissenschaftlerinnen aus Angst zurückziehen, wenn Themen gemieden oder verharmlost werden, verlieren wir mehr als nur Meinungen. Wir verlieren Perspektiven, Diversität und Innovation. ‚KarriereWegeMentoring‘ setzt genau hier Zeichen. Vielen Dank“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Studie belegt: Erasmus+ wirkt

Bildungsminister der Länder wollen Ausbau des Programms

Schwerin – Erasmus+ im Schulbereich wirkt! Die positiven Effekte von Erasmus+ wurden jetzt erstmals wissenschaftlich durch eine empirische Studie belegt. Im Auftrag der Bildungsministerkonferenz der KMK haben Bildungswissenschaftler der Technischen Universität (TU) Dortmund Erasmus+ im Schulbereich untersucht. Die Ergebnisse der Studie mit dem Titel: „Lernmobilität in Europa: Eine Mixed-Methods-Studie zu Erasmus+ in der Schule“ wurden heute in Schwerin vorgestellt.

Die positiven Effekte zeigten sich demnach zunächst auf der individuellen Ebene der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Lehrkräfte, aber auch auf der Ebene der Einzelschule. So wurde deutlich, dass Erasmus+ neben der internationalen Vernetzung der Schulen auch deren Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung stärkt. Erkennen lässt sich allerdings auch, dass angesichts begrenzter Fördermittel bisher noch zu wenige Schülerinnen und Schüler unmittelbar von Erasmus+ profitieren können. Erasmus+ erreiche gegenwärtig etwa ein Prozent der Schülerinnen und Schüler.

Anlässlich der Vorstellung der Studie erklärt die amtierende Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Simone Oldenburg (Mecklenburg-Vorpommern): „Gemessen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler in Deutschland kann derzeit nur ein Prozent von ihnen mit Erasmus+ europäische Lernerfahrungen machen.

Das sollte sich ändern, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen und Kriege in Europa und weltweit, denen wir mit unseren gemeinsamen europäischen Werten entgegentreten müssen. Die Studie der Technischen Universität Dortmund gibt uns wichtige Erkenntnisse an die Hand, wie Erasmus+ künftig gestaltet werden sollte, damit es noch besser wirkt. Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Ländern setze ich mich vor allem auch dafür ein, den Schulbereich im Erasmus+ Programm ab 2028 finanziell angemessen auszustatten.“

Die Studie trägt den Titel „Lernmobilität in Europa: Eine Mixed-Methods-Studie zu Erasmus+ in der Schule“. Erstellt wurde sie an der TU Dortmund von einem Team um Dr. Sabine Hornberg, Professorin für Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik im Kontext von Heterogenität am Institut für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik (IADS), und Dr. Michael Becker, Professor für Empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt schulische Bildungsprozesse im Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), unter der operativen Leitung von Dr. Nadine Sonnenburg (IADS).

Die vollständigen Ergebnisse sind im Abschlussbericht zu finden, der im Waxmann-Verlag erschienen ist. Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse auf Deutsch, Englisch und Französisch gibt es auf der Website des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unter https://erasmusplus.schule/im-fokus/erasmus-im-politischen-kontext.

Über das Programm Erasmus+: Das EU-Programm Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport soll lebenslanges Lernen fördern, nachhaltiges Wachstum ermöglichen, sozialen Zusammenhalt und die europäische Identität stärken sowie Innovationen vorantreiben. Zwischen 2021 und 2027 steht dazu ein Gesamtbudget von ca. 26 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Schulbereich wird das Programm von der Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im PAD im Auftrag der Länder umgesetzt.

Chemie-Nachwuchs trifft sich in M-V

Regionalrunde des Wettbewerbs „Chemie – die stimmt!“ bringt Schülerinnen und Schüler nach Groß Lüsewitz und Rostock

Rostock – Mit Neugier und Begeisterung und voller Konzentration nehmen etwa 40 Schülerinnen und Schüler aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Berlin und Hamburg vom 3. bis 5. Juni 2025 an der Regionalrunde der Chemie-Olympiade „Chemie – die stimmt“ in Groß Lüsewitz und Rostock teil.

Die qualifizierten Landesbesten der Klassenstufen 9 und 10 stellen sich in der mehrtägigen dritten Runde des Wettbewerbs anspruchsvollen theoretischen und praktischen Aufgaben. Für die Experimente am 3. Juni bieten die Räumlichkeiten des Schülerlabors des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern e. V. im Agrobiotechnikum in Groß Lüsewitz optimale Bedingungen. Seit 2008 finden die Eröffnung und der experimentelle Teil des Regionalausscheids Nord dort statt. Nach der Praxis folgt am 4. Juni die Theorie als Klausur an der CJD Christophorusschule in Rostock.

„Wettbewerbe wie ‚Chemie – die stimmt!‘ sind ein wichtiger Bestandteil der Talentförderung in unserem Land und zeigen eindrucksvoll, wie früh junge Menschen für Naturwissenschaften begeistert werden können. Sie fördern nicht nur fachliches Können, sondern auch Teamgeist, Neugier und die Lust am Forschen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg, die die Nachwuchstalente offiziell begrüßte.

Die Auswertung aller Resultate und die anschließende Siegerehrung findet am 5. Juni statt. Die besten Chemie-Talente der Regionalrunde qualifizieren sich für das Bundesfinale im September in Leipzig.

Das Land unterstützt das 2006 gegründete Schülerlabor Groß Lüsewitz des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern e. V. in diesem und im kommenden Jahr mit ca. 122.000 Euro. So haben Schülerinnen und Schüler weiterhin die Möglichkeit, diesen außerschulischen Lernort für Experimente zu nutzen.