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Kategorie: LK Ludwigslust-Parchim

Genuss aus Westmecklenburg: „Manufaktur-Route“ wird erweitert

Berlin – Porzellan, Möbel, Schmuck oder kulinarische Spezialitäten – die „Manufaktur-Route Westmecklenburg“ macht erlebbar, wie viel Kreativität, Handwerkskunst und Genuss in der Region stecken. Nun soll sie weiterentwickelt werden. Dafür hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der Grünen Woche in Berlin einen LEADER-Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 242.800 Euro an den Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, übergeben. Die Mittel stammen zu 80 Prozent aus dem vom Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV verwalteten Titel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Den erforderlichen Kofinanzierungsanteil in Höhe von 20 Prozent trägt der Landkreis.

„Die ‚Manufaktur-Route Westmecklenburg‘ lädt Gäste und Einheimische ein, Werkstätten zu besuchen, mit Produzentinnen und Produzenten ins Gespräch zu kommen und regionale Qualität unmittelbar zu erleben. Sie ist keine klassische Route mit festen Öffnungszeiten oder vorgegebenem Ablauf, sondern ein offenes Erlebniskonzept. Sie verbindet ausgewählte Handwerks- und Manufakturbetriebe, die Besucherinnen und Besucher individuell und nach eigenen Interessen entdecken können. Die teilnehmenden Betriebe öffnen ihre Werkstätten, Ateliers und Produktionsräume für Gäste, geben Einblicke in ihre Arbeit und machen regionale Handwerkskunst direkt erlebbar. Interessierte können einzelne Stationen gezielt ansteuern oder mehrere Betriebe zu einer persönlichen Entdeckungsreise kombinieren. Ergänzend unterstützt die ‚Manufaktur-Route‘ die Orientierung durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Online-Informationen und geplante Netzwerktreffen – so entsteht ein wachsendes Angebot für alle, die Genuss, Handwerk und regionale Identität in Westmecklenburg authentisch erleben möchten“, erläuterte Minister Backhaus das Konzept.

Bereits heute verbindet die „Manufaktur-Route“ ausgewählte Handwerksbetriebe in Westmecklenburg. Das sind unter anderem

  • Galerie und Papierwerkstatt Kunstraum Testorf,
  • Palais Bülow, Pappmaché-Manufaktur und Besichtigungen, Ludwigslust
  • Erste Mecklenburgische Porzellanmanufaktur Kerstin Behrens, Sukow
  • Holzbildhauermeisterin Silke Krempien, Schwerin
  • Buchdruckmuseum Hans Hilmar Koch, Krakow am See
  • Landhaus Apmann, Modedesign, Thandorf
  • Metallgestaltung Michael Schimmel, Kalkhorst
  • Goertz Möbelmanufaktur, Wismar
  • Schmuck und Accessoirs aus Fischleder, Ramona Stelzer Design, Wismar
  • Schmiede Radsack, Stresdorf bei Gadebusch
  • Timkid Kindermöbel GmbH, Dömitz

Die „Manufaktur-Route“ wurde 2019 im Rahmen des Leitprojektes „Kulturlandschaftsrouten“ in der Metropolregion Hamburg als Ausflugsziel für Gäste und Einheimische entwickelt. In den kommenden zwei Jahren soll sie um weitere zehn bis 15 Betriebe erweitert werden, insbesondere aus dem Bereich des hochwertigen Genusses, etwa Brauereien, Käsereien oder Destillen.

Dadurch wird ermöglicht, dass die Umsetzung und weitere Vermarktung der „Manufaktur-Route“ über die Grenze eines LEADER-Gebietes hinaus gedacht wird und somit großräumiger im Bereich Westmecklenburg umgesetzt werden kann. Mit der aktuellen Zuwendung wird eine Personalstelle zur Projektkoordinierung und Weiterentwicklung der „Manufaktur-Route“ finanziert.

„Dieses Projekt steht beispielhaft für eine moderne, kooperative und zukunftsgerichtete Entwicklung unserer ländlichen Räume. Ziel ist es, regionale Produzenten besser zu vernetzen, als authentische Erlebnisorte weiterzuentwickeln und überregional zu vermarkten. An dem Vorhaben beteiligen sich die drei LEADER-Regionen Südwestmecklenburg, Warnow-Elde-Land und Mecklenburger Schaalseeregion mit jeweils 80.900 Euro. Dass diese Maßnahme als Kooperation zwischen den drei LEADER-Regionen umgesetzt wird, unterstreicht den Mehrwert gemeinsamer regionaler Strategien“, sagte der Minister.

Betriebe, die sich an der „Manufaktur-Route Westmecklenburg“ beteiligen möchten, können sich bei Projektkoordinatorin Angela Ispiryan vom Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin (0385/48939702, a.ispiryan@mecklenburg-schwerin.de) melden. Geplant sind unter anderem Netzwerktreffen. Außerdem werden die teilnehmenden Partner im Bereich Online-Marketing unterstützt.

Seit 2007 wurden dem Landkreis Ludwigslust-Parchim rund 444 Millionen Euro an Fördermitteln ausgezahlt, davon knapp 250 Millionen Euro für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Ludwigslust-Parchim: Regiobuslinie 54 erweitert Verkehrsangebot

Dr. Wolfgang Blank: „Mit den neuen Regiobussen schaffen wir moderne, verlässliche und attraktive Verkehrsangebote – in der Stadt und auf dem Land“

Zarrentin – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Zarrentin am Schaalsee die Regiobuslinie 54 der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) in das Regiobusnetz in Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen. Das Angebot der von Hagenow über Wittenburg bis nach Zarrentin verkehrenden Linie wird seit dem 14. Dezember 2025 mit zusätzlichen Fahrten gestärkt.

„Drei Jahre nach Inbetriebnahme der ersten Regiobuslinie zeigt der heutige Tag erneut: Unsere Mobilitätsoffensive wirkt. Über das ganze Land verteilt können Bürgerinnen und Bürger Regiobusse nutzen, die unabhängig von Wochentagen und Ferien täglich nach festem Takt verkehren. Damit schaffen wir zeitgemäße, verlässliche und attraktive Verkehrsangebote im gesamten Land – auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Sportverein und zum Wochenendausflug“, sagte Minister Dr. Blank.

Bedeutsam für Anwohner, Pendler und Touristen

Die Regiobuslinie 54 verbindet das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee in Zarrentin mit dem Alpincenter Hamburg-Wittenburg und endet am Bahnhof Hagenow Land. Dort besteht Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Richtung Schwerin, Ludwigslust oder Hamburg.

„Der Öffentliche Personennahverkehr im Landkreis Ludwigslust-Parchim gewinnt mit der neuen Regiobuslinie weiter an Attraktivität. Durch die gute Taktung profitieren Einheimische und Touristen gleichermaßen. Durch den Anschluss an bereits bestehende Mobilitätsangebote sind weiterführende Verkehrsmittel und unsere Mittelzentren jetzt auch vom westlichen Teil des Landkreises noch besser zu erreichen“, sagt Landrat Stefan Sternberg.

Mit der neuen Regiobuslinie erhält die Stadt Wittenburg eine zusätzliche Haltestelle direkt am Alpincenter. „Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH bindet damit die gastronomischen und Wintersportangebote für Touristen sowie Einwohnerinnen und Einwohner noch komfortabler in das Netz des öffentlichen Nahverkehrs ein“, sagt VLP-Geschäftsführer Stefan Lösel.

Die Regiobuslinie 54 verkehrt im Zweistundentakt und kann werktags zwischen 5 und 22 Uhr sowie am Wochenende zwischen 8 und 20 Uhr genutzt werden. „Aufgestockt wird das Fahrplanangebot mit dem vom Land geförderten Rufbussystem“, so Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (VMV), „Zweistündlich fährt der Regiobus, und in der Zwischenstunde steht bei Bedarf der Rufbus MV der VLP zur Verfügung“.

Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit unterstützt das Vorhaben über die VMV-Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern aus Regionalisierungsmitteln. Für die gesamte Regiobuslinie 54 Hagenow – Wittenburg – Zarrentin werden dem Landkreis im Jahr 2026 gemäß der Taktbus-Richtlinie (TaktbusÖPNVRL) Fördermittel in Höhe von voraussichtlich rund 380.000 Euro bereitgestellt. Gefördert werden im Jahr 2026 Fahrten des Regiobus MV mit 2,13 Euro pro Kilometer.

Den Fahrplan für die Regiobuslinie 54 finden Sie hier.

Nach dem erfolgreichen Start von drei Regiobuslinien im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Oktober wächst das Regiobusnetz zum Fahrplanwechsel in diesem Jahr nicht nur um eine weitere Linie, sondern gleich um drei Linien. Ebenfalls zum 14.12.2025 werden die VLP-Linien

  • 58 Ludwigslust – Dömitz und
  • 735 Krakow am See – Meyenburg

zum Regiobus MV aufgewertet. Die Linie 735 bietet in Krakow am See einen regelmäßigen Anschluss zur Regiobuslinie 250 Güstrow – Krakow am See.

Auch in den kommenden Jahren sollen weitere Regiobuslinien im Land folgen. Zu den nachfolgenden Verbindungen befindet sich das Land derzeit in Abstimmungen mit den kommunalen Partnern:

  • 58 Dömitz – Dannenberg
  • 77 Parchim – Plau – Malchow
  • 175 Blankenberg – Sternberg
  • 515 Boizenburg – Lauenburg
  • 138 Greifswald – Lubmin – Wolgast
  • Ribnitz-Damgarten – Marlow
  • Friedland – Anklam – Heringsdorf
  • Dargun – Demmin – Loitz – Greifswald
  • Neubrandenburg – Greifswald

„Unser Ziel ist ein flächendeckendes Busangebot, auf das sich die Menschen im Alltag verlassen können. Der Ausbau des Regiobusnetzes ist dabei kein Einzelprojekt, sondern Teil einer langfristigen Planung. Gemeinsam mit den kommunalen Partnern arbeiten wir bereits heute an weiteren Linien, um Stadt und Land dauerhaft besser miteinander zu verbinden. Damit unterstützen wir gleichwertige Lebensverhältnisse in unserem Land“, betonte Minister Dr. Blank.

Die Fahrplanauskunft „MV FÄHRT GUT“

Die landesweite Fahrplanauskunft „MV FÄHRT GUT“ berücksichtigt alle Änderungen des neuen Fahrplans. Die kostenlose App des Landes enthält deutschlandweite Fahrplandaten des ÖPNV in M-V und steht für Android und iOS zur Verfügung (www.fahrplanauskunft-mv.de).

Das Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt im Rahmen seiner Mobilitätsoffensive Mecklenburg-Vorpommern finanzielle Zuwendungen in Höhe von rund 25 Mio. Euro jährlich für den Aufbau, die Vorhaltung und den Betrieb kommunaler Regio- und Rufbussysteme als Bestandteil des landesweiten „Busnetz MV“ unter Beachtung von festgelegten Qualitätskriterien.

Drei Förderbescheide für Gemeinden im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Schwerin – Der für die ländlichen Räume zuständige Minister Dr. Till Backhaus hat heute in den Gemeinden Grebs-Niendorf, Tessin bei Boizenburg und Wittendörp (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Förderbescheide übergeben. In Grebs-Niendorf und in Wittendörp wird damit der Bau eines Spielplatzes ermöglicht. In Tessin bei Boizenburg unterstützt die Zuwendung die Freiwillige Feuerwehr Kuhlenfeld bei der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges.

 Die Projekte im Einzelnen:

In Wittendörp, Ortsteil Dodow, wird mit 12.500 Euro nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für kommunale Investitionen in Kinderspielplätze 2023 die Errichtung eines Spielplatzes ermöglicht. Die Gesamtkosten liegen bei 19.000 Euro. Seit 2007 hat das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt sieben Maßnahmen in der Gemeinde Wittendörp mit ca. 2,8 Millionen Euro unterstützt. Das ermöglichte Gesamtausgaben in Höhe von 4,2 Millionen Euro.

In Grebs-Niendorf wird mit knapp 9.600 Euro nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für kommunale Investitionen in Kinderspielplätze 2023 die Errichtung eines Spielplatzes ermöglicht. Die Gesamtkosten liegen bei knapp 12.000 Euro. Seit 2007 hat das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt 44 Maßnahmen in der Gemeinde Grebs-Niendorf mit knapp drei Millionen Euro unterstützt. Das ermöglichte Gesamtausgaben in Höhe von 4,2 Millionen Euro.

„In der vom Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt verwalteten Spielplatzförderrichtlinie wurden nach dem Inkrafttreten 2023 wurden mehr als 300 Fördermittelanträge gestellt. 210 Anträge konnten mit den 2023/24 zur Verfügung gestellten 2,3 Millionen Euro bewilligt werden. Damit konnten die Kommunen unbürokratisch und schnell ihre Spielplätze auf Vordermann bringen. Das ist besonders wichtig für die Kinder, denn sie brauchen Raum zur Entfaltung, gerade an der frischen Luft“, sagte Minister Dr. Till Backhaus.

In Tessin bei Boizenburg überreicht Dr. Backhaus der Gemeinde für die Freiwillige Feuerwehr eine Zuwendung in Höhe von 91.250 Euro für die Beschaffung eines Löschfahrzeuges. Die Gesamtausgaben liegen bei rund 450.000 Euro. „Die derzeit 61 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Kuhlenfeld sind in Sachen Brandbekämpfung ein nicht wegzudenkender Partner in der Region. Sie sind dabei nicht nur in unmittelbarer Umgebung aktiv, sondern weit über die Gemeindegrenzen hinweg.

Bei großen Brand- und Katastrophenfällen war und sind sie stets vertreten, sei es der große Waldbrand in Lübhteen 2019 oder der Hochwassereinsatz in Dömitz an der Elbe 2012. Insgesamt sind alle Freiwilligen Feuerwehren großartige Institutionen, denn sie sind elementarer Bestandteil des Brand- und Katastrophenschutzes. Außerdem sorgen sie für eine engmaschige Abdeckung, vor allem im ländlichen Raum, bei der Brandbekämpfung, bei Unfällen, Überschwemmungen oder der Tier- und Menschenrettung. Weiterhin sind unsere Freiwilligen Feuerwehren tragende Elemente der Dorfgemeinschaft und des sozialen Miteinanders. Hierfür danke ich allen Beteiligten“, sagte der Minister.

Das neue Löschfahrzeug deckt das gesamte Spektrum aller Feuerwehraufgaben ab. Neben den Gerätschafte transportiert es bis zu neun Kameraden. Es enthält eine Feuerlöschkreispumpe, ein Leitergerüst mit mehreren Leitern, hydraulische Rettungssätze und jede Menge Stauraum für individuelle Beladung. Die dreiteilige Schiebeleiter ermöglicht Personenrettung bis ins dritte Stockwerk. Neben dem integrierten Löschwassertank mit einem Volumen von 2.500 Litern verfügt das Fahrzeug zusätzlich über einen Schaummitteltank von 120 Litern.

Die Feuerlöschkreiselpumpe kann mehr als 2.000 Liter Wasser/Minute fördern. Ferner ist eine umfangreiche Zusatzbeladung für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung vorhanden. Es kann auch für die Technische Hilfe eingesetzt werden. „Ich danke auch Innenminister Pegel, der mit dem Programm ‚Zukunftsfähige Feuerwehr‘ 50 Millionen Euro investiert hat, um den flächendeckenden Brandschutz vor allem im ländlichen Raum zu verbessern“, sagte Backhaus.

Seit 2007 hat das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt vier Maßnahmen in Tessin bei Boizenburg mit rund 141.000 Euro unterstützt. Das ermöglichte Gesamtausgaben in Höhe von ca. 240.000 Euro.

Naturschutzarbeit am Schaalsee

Schlagsdorf – Umweltstaatssekretärin Elisabeth Aßmann hat heute die Region um Schlagsdorf besucht. Wo einst die innerdeutsche Grenze Leben trennte, wechseln nun Rinder selbstverständlich die Bundesländer.

„Möglich macht dies seit 34 Jahren ein ländergrenzen­übergreifender Zweckverband, der die Gunst der Stunde der Grenzöffnung nutzte und mit Hilfe eines Bundesförder­programms und Beteiligung der Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Auftrag der drei Landkreise Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Herzogtum Lauenburg sowie der Umweltstiftung WWF am Grünen Band Flächen erwirbt und für den Naturschutz entwickelt“, erklärt Aßmann.

Geschäftsstellenleiterin des Zweckverbandes, Maria Boness, zeigt zusammen mit Anke Hollerbach, Leiterin des Biosphären­reservatsamtes Schaalsee-Elbe, wie das Grüne Band zwischen Mechow und Schlagsdorf Naturschutz und Erinnerungskultur auf einmalige Weise verbindet. Heute bietet der ehemalige Grenzstreifen mit angrenzenden Naturschutzflächen einen fast savannenartigen Anblick. Büsche, Bäume und Moorwiesen bieten Platz für Rinder, Kraniche und Rothirsche. Lediglich der alte Grenzgraben lässt erahnen wo einst die Teilung war.

„Die Schaalseeregion hat sich durch die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee von einer Grenzregion zu einem Wohn- und Arbeitsort mit hoher Lebensqualität und einem beliebten Reiseziel entwickelt. Grundlage dafür ist der Erhalt und die Entwicklung der Natur, die entlang der ehemaligen Grenze besonders vielfältig ist“, sagt Anke Hollerbach. „Dass dies in dieser Form gelungen ist, verdanken wir auch der Flächen­sicherung und der über 30 Jahre währenden Zusammenarbeit mit dem Zweckverband.“

Einige der Flächen des Zweckverbandes liegen sogar auf ehemaligen Hoflagen die im Zuge der Grenzsicherung der DDR geschleift wurden. Wie in Neuhof – ein Gedenkstein erinnert an das verschwundene Dorf.

„Wir nehmen die Verantwortung ernst, die das Grüne Band in der Verbindung zwischen Natur- und Erinnerungskultur ausmacht. Zwar steht auf unseren Flächen der Natur- und Klimaschutz im Vordergrund, aber die Erinnerungen sollen nicht verschwinden. Hier ist gegenseitige Akzeptanz am Grünen Band gefragt“, erklärt Boness.

Letzter Stopp ist der Aussichtsturm am Mechower Seeufer im Naturpark Lauenburgische Seen, der einen idyllischen Blick weit ins Mecklenburgische hinein ermöglicht. „Wenn man diese wunderschöne Landschaft betrachtet, kann man sich kaum vorstellen wie diese einst getrennt war. Umso bedeutsamer ist es, dass der Naturschutz in dieser Region weiterhin grenzüber­greifend umgesetzt wird“, stellt Staatssekretärin Aßmann am Ende des Besuches fest.

Der Zweckverband Schaalsee-Landschaft ist der einzige grenzübergreifend tätige, öffentliche Eigentümer von Naturschutzflächen an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Seine Aufgabe ist es, die besondere Landschaft mit ihrem Biotopverbundsystem naturschutzfachlich zu bewahren, zu stärken und zu entwickeln. Damit leistet der Zweckverband Schaalsee-Landschaft seit über 30 Jahren einen Beitrag zum grenzübergreifenden Arten– und Klimaschutz auf kommunaler Ebene.

Gemeinde Lüttow-Valluhn erhält Wappen

Lüttow-Valluhn – Die Gemeinde Lüttow-Valluhn im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhält ein eigenes Wappen. Innenminister Christian Pegel überreichte heute dem Bürgermeister der Gemeinde Marko Schilling den Wappenbrief.

„Wappen sind wie kaum ein anderes Zeichen geeignet, Wertvorstellungen und Heimatverbundenheit zu fördern“, sagt der Landesinnenminister Christian Pegel und weiter: „Ich freue mich sehr, dem Wunsch der Gemeinde nachzukommen, die durch ein eigenes Wappen Interesse daran zeigt, die eigenen Traditionen zu bewahren.“

Das Wappen wird im Wappenbrief wie folgt beschrieben: Unter blauem Schildhaupt mit drei balkenweise stehenden goldenen Pflugscharen in Gold eine blaue Spitze, belegt mit einem schreitenden silbernen , vorn ein blaues Hufeisen, hinten ein vierspeichiges Zahnrad.

Aktuell sind in Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 724 Gemeinden und den kreisfreien Städten Schwerin und Rostock, 394 Wappen in die Wappenrolle des Landes eingetragen.

Schon in der DDR gab es die Möglichkeit, ein Wappen als Hoheitszeichen zu beantragen. Nach 1990 und durch die Neufassung der Kommunalverfassung, wodurch auch das kommunale Wappen- und Flaggenwesen erneuert wurde, stiegen die Anträge deutlich. Das Verfahren für die Annahme eines Wappens ist in der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums über die Genehmigung kommunaler Wappen und Flaggen beschrieben, die Sie auf der Webseite des Ministeriums herunterladen können.

Mobilität im ländlichen Raum

Rufbus / autonomes Fahren: Fördermittelbescheid für Pilotprojekt in Ludwigslust-Parchim  /  Ines Jesse: „Wir denken Mobilität im ländlichen Raum weiter – innovativ, bedarfsgerecht und für die Menschen“

Ludwigslust – Mecklenburg-Vorpommern geht den nächsten Schritt in Richtung Mobilität der Zukunft: in Ludwigslust hat Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, heute im Rahmen eines Auftaktworkshops den Fördermittelbescheid für ein Pilotprojekt zum autonomen Fahren im ländlichen Rufbusverkehr übergeben. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) erhalten knapp 700.000 Euro für das Projekt „ARuf-LUP“.

„Mit dieser Förderung setzen wir ein zukunftsweisendes Signal für eine moderne, vernetze Mobilität im ländlichen Raum“, sagte Staatssekretärin Jesse. „Der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die VLP sind Vorreiter bei innovativen und bedarfsgerechten Mobilitätslösungen. Das Projekt ARuf-LUP ist ein weiterer Meilenstein in der Mobilitätsoffensive unseres Landes.“

Mit der Förderung wird die Umsetzung eines autonomen Rufbussystems vorbereitet. Das bedeutet: die Fahrzeuge übernehmen im genehmigten Betriebsbereich eigenständig die Steuerung. Eine externe technische Aufsicht begleitet den Betrieb gemäß den bundesrechtlichen Vorgaben. Dazu gehören:

  • die Festlegung und Genehmigung der Betriebsbereiche,
  • die Einrichtung von Haltestellen und virtuellen Haltepunkten,
  • die wissenschaftliche und rechtliche Begleitung des Pilotbetriebs,
  • sowie Öffentlichkeitsarbeit zur Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) unterstützt das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim plant, noch in diesem Jahr die Voraussetzungen für den Einsatz des ersten autonomen Rufbusses in MV zu schaffen. Der reale Betrieb kann nach Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen und erfolgreicher Genehmigung starten.

Das Projekt ist Teil der landesweiten Mobilitätsoffensive, mit der das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit seit über zwei Jahren den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Mecklenburg-Vorpommern stärkt. Ziel ist es, verlässliche, moderne und bezahlbare Angebote im ganzen Land zu schaffen – auch und gerade im ländlichen Raum.

„Die VLP hat bereits 2018 ein flächendeckendes Rufbussystem aufgebaut“, betonte Jesse. „Mit den Fördermitteln im Rahmen der Mobilitätsoffensive MV ist es gelungen, das Angebot weiter auszubauen. Heute sehen wir, wie erfolgreich dieser Weg war: die Nachfrage steigt, das Angebot wächst – und mit innovativen Formaten wie dem Regiobus oder künftig dem autonomen Rufbus wird die Mobilität vor Ort noch attraktiver.“

Auch das Deutschlandticket trägt zur stärkeren Nutzung des ÖPNV bei. In Mecklenburg-Vorpommern profitieren unter anderem rund 40.000 Seniorinnen und Senioren sowie 12.000 Auszubildende dank Landesmittel von einem rabattierten Monatspreis von 38 Euro. Gleichzeitig treibt die Landesregierung die Digitalisierung voran: „binnen Jahresfrist soll eine landesweite Mobilitäts-App eingeführt werden, die bestehende regionale Lösungen bündelt – und damit die Verkehrsangebote für die Menschen in unserem Land greifbarer macht“, so Staatssekretärin Jesse.

Stärkung der Gedenkstättenarbeit

Schwesig: Land stärkt Gedenkstättenarbeit in Wöbbelin

Parchim – Mit einer Gedenkstunde ist heute in Parchim an das Ende des 2. Weltkrieges und die Befreiung des Konzentrationslager Wöbbelin im heutigen Landkreis Ludwigslust-Parchim erinnert worden.

„Nur wer die Geschichte kennt, kann aus ihr lernen. Nur wer zur historischen Verantwortung steht, kann mit Verantwortung Zukunft gestalten“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in ihrer Rede. „Das, was in Wöbbelin und an den vielen anderen Orten des Unrechts und des Krieges passiert ist, dürfen wir nie vergessen. Und es gibt eine klare Lehre, die wir daraus ziehen: Nie wieder Diktatur. Nie wieder Krieg.“

Im Mittelpunkt des Gedenkens im Kreis Ludwigslust-Parchim steht die Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin durch amerikanische Truppen im Mai 1945. Die Ministerpräsidentin würdigte in ihre Rede die wertvolle Gedenkstättenarbeit vor Ort: „Politische Bildung, persönliche Begegnungen, Veranstaltungen und Austausch halten die Erinnerung wach und machen etwas Gutes daraus: Engagement für die Gegenwart und für die Zukunft. Die Angebote in Wöbbelin finden großes Interesse. Und das ist gut. Denn es zeigt, dass auch junge Menschen wissen wollen, was damals hier passiert ist.“

Die Landesregierung werde deshalb die Gedenkstättenarbeit in Wöbbelin stärken. „Wir werden für einen Zeitraum von 2 Jahren zusätzlich 270.000 Euro zur Verfügung stellen“, informierte die Ministerpräsidentin. „Das gibt künftig noch mehr Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, diesen herausragenden Mahn- und Gedenkort zu besuchen. Das ist für unsere Erinnerungskultur so wichtig. Gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Kräfte an Boden gewinnen wollen.“

Einzigartige Natur

25 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee

Schwerin – Im Rahmen einer Festveranstaltung begeht das Biosphärenreservat Schaalsee am Sonnabend sein 25jähriges Bestehen. Umweltminister Dr. Till Backhaus, der morgen vor Ort ein Grußwort halten wird, gratuliert zu diesem besonderen Anlass.

„In MV wurden seit 1990 drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparke als Großschutzgebiete ausgewiesen. Sie erstrecken sich auf insgesamt 547.300 Hektar, das sind 17,74 Prozent der Landesfläche. Damals hatte die Schaalsee-Region noch den Status eines Naturparks. Im Juli 1998 wurde es als Biosphärenreservat ausgewiesen und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee gebildet. Im Januar 2000 folgte dann die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Inzwischen wurde es in den Jahren 2010 und 2020 durch das deutsche MaB-Komitee evaluiert und als UNESCO-Biosphärenreservat bestätigt. Darauf bin ich sehr stolz“, sagt er.

Die wunderbare Naturausstattung zu schützen, sei die zentrale Aufgabe eines Biosphärenreservates. Doch gingen dessen Aufgaben darüber hinaus. Es gehe darum, den Naturschutz mit wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten der Region, insbesondere dem Tourismus, zu verknüpfen. „Es ist den Akteuren im rund 30.000 Hektar großen Biosphärenreservat Schaalsee auf beeindruckende Weise gelungen, die Region vom touristischen Niemandsland in eine gefragte Urlaubsregion zu entwickeln, ohne dabei die Belange des Naturschutzes aus den Augen zu verlieren“, würdigte Backhaus die Arbeit des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, das auch für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist.

Der Minister dankt allen Mitarbeitenden des Biosphärenreservatsamtes und allen lokalen Akteuren, die sich in diesen Entwicklungsprozess eingebracht haben. Besonders zu erwähnen sind hierbei der 1992 gegründete Zweckverband Schaalsee-Landschaft, der 1998 ins Leben gerufene Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V., das im Jahr 2000 einberufene Kuratorium und die 2002 eingerichtete Stiftung Biosphäre Schaalsee. Mit und in diesen Gremien und Institutionen konnten die erforderlichen Abstimmungen und Diskussionen für die Entwicklung von nachhaltigen Projekten wie dem „Jobmotor Biosphäre“, der „Agenda 2000“, der LEADER-Region Schaalsee und der Regional-Partner-Marke „Für Leib und Seele“ erfolgen. In 1998 gegründeten Netzwerk engagieren sich inzwischen 94 Mitglieder mit ihren Unternehmen und Produkten.

„Durch den Schaalsee verlief einst die innerdeutsche Grenze. Der Artenreichtum der Landschaft und die Vielzahl mosaikartig vernetzter Klein- und Großbiotope machen das Gebiet zwischen Hamburg, Lübeck und Schwerin so besonders. Wir wissen um den unermesslichen Wert dieser einzigartigen Naturausstattung und haben frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist, sie zu schützen und für die kommenden Generationen zu erhalten. Mein Haus hat dabei die regionale Entwicklung mit den bestehenden Förderinstrumenten unterstützt.

Die ELER-Förderung für die Gestaltung des Pahlhuus und des Moorpfades, das Grüne Klassenzimmer unter der ersten PV-Anlage in Zarrentin und auch die finanzielle Beteiligung beim Insektenschutzprojekt BROMMI sind nur Beispiele dafür. In dem 2020 gestarteten Verbundprojekt wurden im Biosphärenreservat Schaalsee auf insgesamt 30 Hektar mehrjährige Blühstreifen gemeinsam mit Landnutzenden umgesetzt. Darüber hinaus wurden in den vergangenen 25 Jahren wahre Meilensteine in den Bereichen Naturschutz, Regionalentwicklung und Umweltbildung realisiert. Das Projekt Lebensader Schilde zählt etwa zu den wichtigsten Naturschutzprojekten. Dabei wurde zwischen 2003 und 2010 die Schilde renaturiert. Der Fluss erhielt Raum für neue Mäander. Außerdem wurden drei Wehre durch Fischaufstiegsanlagen ersetzt“, sagt Backhaus.

Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahre im Biosphärenreservat Schaalsee gemeinsam mit Partnern fünf Fließgewässer renaturiert. Etwa 1500 Hektar Moorfläche wurden renaturiert. 2025 wurde die Renaturierung des Roggendorfer und des Schönwolder Moores abgeschlossen. Innerhalb des Projektes „Mehr Lebensraum für die Rotbauchunke“ wurden zwischen 2020 und 2024 in mehreren Weidelandschaften 26 Kleingewässer neu angelegt und 13 Kleingewässer saniert. Damit wurde der Lebensraum für Amphibien verbessert bzw. neu geschaffen. Zwischen 2014 und 2020 wurden 692 Hektar Acker in Grünland umgewandelt. „58 Prozent des Dauergrünlandes im Biosphärenreservat werden heute ökologisch bewirtschaftet. Hier zeigt sich insbesondere, dass die 2010 erfolgte Übertragung von Flächen des ‚Nationalen Naturerbes‘ an das Biosphärenreservat sichtbare Erfolge bringt“, so der Minister.

Rund 818.600 Gäste besuchten in den vergangenen 25 Jahren das Besucherinformationszentrum PAHLHUUS. Seit 1998 fanden bisher 204 Mal die inzwischen traditionellen Biosphäre-Schaalsee-Märkte vor dem PAHLHUUS statt. Auch in der Umweltbildung ist das Biosphärenreservat aktiv. Fünf Biosphärenkindergärten und drei Biosphärenschulen gibt es in dem Gebiet. 32 Kinder engagieren sich derzeit als Junior Ranger. 97 Bildungsveranstaltungen wurden im vergangenen Jahr mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Diese Anzahl wird seit vielen Jahren kontinuierlich erreicht.

Zu den Plänen für die kommenden Jahre zählen unter anderem die Etablierung eines naturverträglichen Caravantourismus‘ und das Projekt Biosphäre-Obst. Bei diesem entwickelt der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. in Kooperation mit dem Biosphärenreservatsamt und Partner-Unternehmen Ideen für innovative regionale Produkte aus den Früchten von Streuobstwiesen. Der Gewinn soll unter anderem für den Erhalt und die Erweiterung öffentlicher Streuobstwiesen und Obstbaumalleen verwendet werden. Außerdem soll die „Schaalsee-Stulle“ auf den Markt kommen. Das Projekt fördert die regionale Wertschöpfungskette durch die Verwendung von hochwertigem Mehl aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee, das von der Anzucht über die Ernte bis hin zum Mahlen und Backen in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern entsteht. Ziel ist es, die Vernetzung lokaler Produzenten zu stärken und die kulinarische Vielfalt der Region zu präsentieren.

„All dies zeigt, dass das UNESCO-Biosphärenreservat mit Leben erfüllt wird. Ich wünsche alle Beteiligten weiterhin gute Ideen, Tatenkraft und ein glückliches Händchen bei der Gestaltung und Entwicklung des UNSECO-Biosphärenreservates Schaalsee als Modellregion im schönsten deutschen Bundesland“, sagt Backhaus abschließend