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Kategorie: Kirchen / Gutshäuser / Denkmale

800 Jahre Geschichte und Geschichten

Schwesig: Dieses einzigartige bauliche und kulturelle Erbe müssen wir bewahren

Güstrow – In Güstrow ist am 2. Juni  an die Stiftung des Domes vor 800 Jahren erinnert worden. 100 Jahre sei an dem Bau gearbeitet worden – ein gewaltiger Entwicklungsschub für die Region. „Qualifizierte Handwerker wurden angelockt und hatten in Güstrow Arbeit für viele Jahre. Kirchen, Klöster und Stifte waren kulturelle ebenso wie wirtschaftliche Zentren der mittelalterlichen Landesentwicklung. Heute könnten wir sagen: Die Stiftung des Doms zu Güstrow war nicht zuletzt eine erfolgreiche Infrastrukturinvestition“, sagte Schwesig.

Seit der Jahrtausendwende sei der Dom mit Unterstützung des Landes umfassend saniert worden. „Turm und Dach sind erneuert worden. Ausstattungsstücke, die noch aus der Renaissance stammen, wurden sorgfältig restauriert. Auch die historische Orgel, die im Festjahr eine wichtige Rolle spielt und auch am Samstag beim Händel-Oratorium erklingen wird, ist saniert worden. Die Backsteingotik ist Teil unserer Geschichte. Dieses einzigartige bauliche und kulturelle Erbe wollen und müssen wir bewahren,“ erklärte die Ministerpräsidentin.

Zu etwas ganz Besonderem werde der Dom durch den Schwebenden Engel von Ernst Barlach. „Er geht auf die 700-Jahr-Feier des Güstrower Doms zurück, und es war mutig vom damaligen Domprediger und von der Stadt, als Ehrenmal für die Toten des Ersten Weltkriegs nicht eine weitere Variante von Kreuz und Stahlhelm bauen zu lassen, sondern den Auftrag an Ernst Barlach zu geben.

Für die Nazis war dieses stille, in sich gekehrte Gedenken unerträglich: Sie haben den Schwebenden Engel als „entartet“ bezeichnet, abgebaut und eingeschmolzen. Zum Glück konnte man die Skulptur neu gießen.“ Heute ziehe der Schwebende Engel Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern an. Auch der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt habe sich bei seinem DDR-Besuch 1981 ganz bewusst Güstrow als Ziel gewünscht, um den Schwebenden Engel zu sehen.

Ehemaliger Pferdestall wird modernes Bürogebäude

Gülzow-Prüzen – Ein Leuchtturm-Projekt für energetische Sanierungen historischer Gebäude mit modernster Ausstattung ist in Gülzow-Prüzen umgesetzt worden. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus eröffnet dort heute ein neues Bürogebäude für die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), für das ein 250 Jahre alter und unter Denkmalschutz stehender einstiger Pferdestall umgebaut wurde.

Der Minister würdigt die gelungene Sanierung des betagten Fachwerkbaus, der zum Gutsensemble Gülzow gehört. „Das Projekt verbindet im Sinne der Nachhaltigkeit die Erhaltung historischer Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung. Die Sanierung durch die Landgesellschaft MV, von meinem Haus mit 3,1 Millionen Euro unterstützt, war dringend notwendig. Das zuletzt unter anderem als Lagerstätte genutzte Bauwerk wies massive Schäden an der Fachwerkkonstruktion der Innen- und Außenwände auf. Der Fachwerkbau hat sich nun in ein modernes Gebäude mit neun Büros für 22 Mitarbeitende verwandelt“, sagte er.

Für die Umgestaltung kamen überwiegend nachwachsende Rohstoffe und ein intelligentes Energiekonzept zum Einsatz. Dazu zählen etwa Hanfdämmung und Lehmputz der Wände,  Hanfbauplatten für die Unterkonstruktion des Deckenputzes, Holzfaserdämmung des Fußbodens und auf Naturmaterialien basierendes Linoleum als Fußbodenbelag.

„Dadurch wurde CO2 eingespart und ein Schritt in Richtung CO2-neutrales Bauen gegangen. Zudem ist ein Mehrwert an Nachhaltigkeit gegeben. Ferner schafft man so ein angenehmes und gesünderes Raumklima. Dass gleichzeitig das Klima und die Umwelt geschützt werden, ist für mich als Klimaschutzminister von besonderer Bedeutung. Ich hoffe auf viele Nachahmer in unserem Land und auch in anderen Regionen. Ich danke der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH als Bauherrin sowie allen am Bau beteiligten Gewerken, den Handwerkern und ausführenden Firmen für ihre hervorragende Arbeit“, sagte er abschließend.

Die FNR ist ein Projektträger des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Sie wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zu nachwachsenden Rohstoffen und anderen biogenen Ressourcen zu koordinieren.

Minister Backhaus: „Wir sind wirklich froh, dass die Fachagentur ihren Sitz in unserem Bundesland hat. Denn damit ist 1993 ein überaus wichtiges Fachthema zu uns ins Land gekommen. Ein Thema, das in Zeiten des Klimawandels noch einmal massiv an Bedeutung gewonnen hat. Es geht um nicht weniger, als Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Klimaneutralität umzusteuern. Ich bin sicher, dass angesichts dieser großen Herausforderungen der Energiewende, des Umwelt- und des Klimaschutzes die Bedeutung der FNR weiter steigen wird. Aber nicht nur das: Die Entscheidung, die FNR in Gülzow zu errichten, war eine Entscheidung für den ländlichen Raum. Das ist für unser Bundesland enorm wichtig.“

Die FNR startete 1993 mit 22 Mitarbeitenden. Heute sind hier mehr als 200 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Die FNR hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums seit 1993 knapp 5.600 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe bzw. Nachhaltige erneuerbare Ressourcen koordiniert und dafür Fördermittel in Höhe von 1,56 Milliarden Euro ausgereicht. Weitere 500 Vorhaben wurden seit 2013 mit 185 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds gefördert. Daraus ergibt sich für den Zeitraum seit 1993 für die FNR die Gesamtzahl von rund 6.100 Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einer Förderhöhe von insgesamt 1,75 Milliarden Euro.

Darüber hinaus reichte die FNR während der Laufzeit der Bundeswaldprämie zwischen November 2020 und Oktober 2021 an 113.700 förderberechtigte Antragsteller insgesamt 400 Millionen Euro aus.

Am aktuellen Förderprogramm für ein Klimaangepasstes Waldmanagement nehmen bislang 8.600 Waldbesitzer teil, die insgesamt 1,7 Millionen Hektar Wald bewirtschaften. Seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie des BMLEH und BMUKN im Jahr 2022 zahlte die FNR im Auftrag beider Ministerien für den Erhalt, die Entwicklung und Bewirtschaftung klimaangepasster Waldbestände insgesamt mehr als 525 Millionen Euro aus.

2,274 Millionen Euro für Sanierung der Schweriner Schelfkirche

Schwerin – Letzter Termin vor Weihnachten: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 2,274 Millionen Euro für die Sanierung des Daches der Schweriner Schelfkirche an die Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai übergeben. Die Mittel stammen aus von anderen Bundesländern nicht in Anspruch genommenen Geldern aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ des Bundes.

„Die Schelfkirche ist Teil des UNSECO-Weltkulturerbes Residenzensemble Schwerin. Daraus resultiert eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieses Baus. Das Dach der Kirche muss dringend saniert werden. Dazu hat die Kirchengemeinde St. Nikolai bereits Spenden gesammelt. Dafür bin ich allen Unterstützerinnen und Unterstützern sehr dankbar. Ich freue mich, dass es kurzfristig möglich war Gelder aus der Städtebauförderung für dieses Vorhaben freizumachen. Damit kann die Dachkonstruktion der Kirche erneuert werden“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrem Besuch der Schelfkirche, die zu den wichtigsten Barockkirchen des Landes zählt.

Schwesig dankte allen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in den kommenden drei Tagen bei den Weihnachtsgottesdiensten im Land tätig sind. „Für viele Menschen gehört der Besuch eines Gottesdienstes zu Weihnachten einfach dazu. Ich selbst werde am Heiligabend mit meiner Familie einen Gottesdienst im Schweriner Dom besuchen. Wir sollten uns bewusst sein, dass all diese Gottesdienste nur stattfinden können, weil sich viele Menschen in der Kirche engagieren – ob als Pastorin oder Pfarrer, Mitglied des Kirchenchores oder Mitwirkende im Krippenspiel. Ihnen allen gebührt unser Dank.“

Land fördert Schlosssanierung und Straßenerneuerung

Dr. Wolfgang Blank: „Touristische Infrastruktur und leistungsfähige Verkehrswege sichern Attraktivität und Wirtschaftskraft vor Ort“

Gadebusch – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Gadebusch zwei Zuwendungsbescheide übergeben. Zum einen erhält die Stadt eine Förderung in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro für die Modernisierung des Ostanbaus des Schlosses Gadebusch als öffentliche Gästeinformation für die touristische Nutzung. Zum anderen unterstützt das Land die Erneuerung der Jarmstorfer Straße mit rund 250.000 Euro.

„Mit diesen gezielten Investitionen machen wir Gadebusch zukunftsfest: Das Schloss gewinnt als kulturelles und touristisches Zentrum an Strahlkraft, zugleich sichern wir mit der Sanierung der Jarmstorfer Straße eine leistungsfähige Verkehrsanbindung. Das stärkt die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die Attraktivität für Gäste und Unternehmen“, betonte Minister Dr. Blank.

Die Stadt plant, den Ostanbau des Renaissanceschlosses zu modernisieren und zu einer zentralen Gästeinformation umzubauen. Das Vorhaben ist Teil des Gesamtprojekts „Zukunftsschloss Gadebusch. Musisch. Magisch. Mittendrin.“, getragen von Stadt, kultursegel gGmbH und Schlossverein. Schon heute finden im Schlossensemble mehr als 50 touristische Veranstaltungen im Jahr mit touristischer Relevanz statt.

Mit der neuen Tourismusinformation wird das denkmalgeschützte Ensemble schrittweise zu einem öffentlichen und inklusiven Ort für Kultur, Bildung und Begegnung von regionaler und überregionaler Bedeutung entwickelt. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Euro. Gefördert wird die Maßnahme im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Mit der zweiten Förderung unterstützt das Land die Deckenerneuerung der 760 Meter langen Jarmstorfer Straße, einer wichtigen innerörtlichen Verbindungsstrecke. Die Gesamtkosten liegen bei rund 340.000 Euro. Die Stadt wird dabei mit Mitteln aus der Kommunalen Straßen-bauförderrichtlinie Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

„Tourismus und Infrastruktur sind zentrale Standortfaktoren für viele Kommunen in unserem Land. Indem wir attraktive Angeboten für Gäste schaffen und zugleich sichere, moderne Straßen für die Bürgerinnen und Bürger bereitstellen, stärken wir nachhaltig die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Minister Dr. Blank.

Südquerhaus-Fenster im Schweriner Dom

Schwesig: Uecker-Fenster passen zum UNESCO-Weltkulturerbe

Schwerin – Heute werden im Beisein von Günther Uecker dessen Südquerhaus-Fenster im Schweriner Dom mit einem Gottesdienst liturgisch in Dienst genommen. „Günther Uecker hat uns mit seinen Fenstern ein wunderbares Geschenk gemacht. Danke für Ihre Idee. Danke für die Kunstwerke. Und danke für die Zeit, die Sie sich genommen haben. Im Dom, wo Sie sich eingelassen haben auf die Geschichte und die Atmosphäre dieses Bauwerks: bei den Entwürfen, bei der Zusammenarbeit mit der Gemeinde und auch bei der Fertigstellung. Danke auch, dass Sie heute nach Schwerin gekommen sind! Wir freuen uns sehr“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an den berühmten Künstler gewandt.

Günter Uecker sei auf vielfältige Weise mit der Stadt Schwerin verbunden. „Wir haben das Glück, eine größere Anzahl der Werke von Günter Uecker im Bestand unseres Staatlichen Museums zu haben. Jetzt gibt es im Dom ein weiteres Werk dieses vielseitigen Künstlers zu sehen. Günter Uecker ist ein Künstler, dessen Arbeiten auf der ganzen Welt bekannt sind und ausgestellt werden. Und er ist der bedeutendste lebende Künstler aus Mecklenburg-Vorpommern.“

Der Schweriner Dom sei schon lange ein Wahrzeichen der Landeshauptstadt und gehöre zum Residenzensemble, das die UNESCO in diesem Jahr als Weltkulturerbe anerkannt hat, betonte Schwesig. „Die Fenster passen zu unserem UNESCO-Weltkulturerbe. Sie passen zu Schwerin. Das ist wirklich gelungen! Und ich freue mich ganz besonders, dass wir nach den großartigen Fenstern von Olafur Eliasson für den Greifswalder Dom, die von den Farben Caspar David Friedrichs angeregt sind, nun auch in Schwerin Kirchenfenster haben, die Alt und Neu so schön verbinden.“

Die Schweriner Fenster wurden vom Glasstudio Derix aus Taunusstein in Hessen angefertigt. Schwesig dankte allen, die dieses Kunstwerk möglich gemacht haben. Neben vielen privaten Spenderinnen und Spendern ermöglichten Bundesmittel aus dem Programm Kulturinvest der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Mittel der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Mittel aus der Landeskulturförderung die Umsetzung des Projektes.

Neuer ASP-Fall in Brandenburg

Behörden in MV in Alarmbereitschaft

Schwerin – Im Landkreis Oberhavel in Brandenburg ist zum ersten Mal bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigt sich darüber sehr besorgt:

„Der Fundort des toten Keilers nordöstlich von Gransee liegt nur etwa 20 Kilometer von der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern entfernt. Das treibt mir die Sorgenfalten auf die Stirn. Der unmittelbar angrenzende Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte wurde noch gestern durch meine Fachleute informiert. Inzwischen wurden alle Landkreise über den Ausbruch in Kenntnis gesetzt.

Im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte gilt bereits seit Dezember 2021 die Allgemeinverfügung, wonach jedem erlegten und verendeten Wildschwein eine Probe zur virologischen Untersuchung auf ASP zu entnehmen ist. Im diesem Jahr wurden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei insgesamt 7.360 Wildschweinproben auf ASP aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte untersucht, allein im November 847 Proben. Landesweit wurden 16.427 Wildschweinproben in 2024 auf ASP untersucht.

In keiner dieser Proben konnte das ASP-Virus nachgewiesen werden. Alle bisherigen Erkenntnisse in Brandenburg weisen darauf hin, dass es sich um eine Sprunginfektion handelt, da sich der neue Ausbruchsherd etwa 50 Kilometer von den bestehenden ASP-Sperrzonen an der deutschen-polnischen Grenze befindet. Das beunruhigt mich sehr, denn eine Großausbreitung in Gebieten, die zudem für entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen schwer zugänglich sind, wünsche ich niemandem.

Wir werden uns bei den Länderkollegen in Potsdam ein genaues Lagebild einholen und die Entwicklungen mit hoher Wachsamkeit verfolgen. Die Bürgerinnen und Bürger bitte ich ebenso um entsprechende Aufmerksamkeit. Insbesondere Landwirte und Jäger – die Drückjagdsaison hat gerade begonnen – bitte ich eindringlich die Biosicherheitsmaßnahmen hochzuhalten, um Schaden vom Land und vor allem von den Betrieben abzuhalten.

Für eine Erstsicherung im Falle eines ASP-Nachweises beim Wildschwein in MV ist ausreichend Elektrozaunmaterial im Land eingelagert. Für die Errichtung einer entsprechenden Zaunanlage steht die Landesforstanstalt M-V bereit.“

Krisenbeihilfe: Frostschäden für den Obstanbau

Schwerin – Deutschland erhält 46,5 Mio. Euro für die Sicherung der Existenz von Obst- und Weinbaubetrieben. Antragsberechtigt für die EU-Krisenbeihilfe sind nach den Vorgaben Betriebe des Obst- und Weinbaus, deren frostbedingter gesamtbetrieblicher Ertrags­rückgang mindestens 30 Prozent gegenüber den Vorjahren beträgt. Die Beihilfe kann gewährt werden, wenn sich der durch das Frostereignis verursachte Schaden auf mindestens 7.500 EUR beläuft.

„Zur Entschädigung der durch Frost entstandenen Schäden wird die Berechnung eines betriebsindividuellen beihilfefähigen Betrages erforderlich“, erklärt Agrarminister Dr. Till Backkhaus und ergänzt:

„Maßgeblich für die Schadensermittlung sind der Wert der durchschnittlichen Erzeugung, welche anhand der Naturalerträge im vergangenen 3- oder 5-Jahreszeitraum dargelegt werden können und der Wert des Ertragseinbruchs aufgrund des Frosts in 2024. Darüber hinaus sind Nachweise über erhaltene Versicherungsleistungen einzureichen.“

Bis zum 08.01.2025 können landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern Anträge für die Krisenbeihilfe beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg stellen.

Die Unterlagen zur Antragsstellung befinden sich auf der Internetseite des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: Förderung 2023-2027 – Regierungsportal M-V

Ein historisches Juwel rollt wieder

Die Kegelbahn im Schlosspark Bothmer wurde heute von Finanzminister Dr. Heiko Geue, Kulturministerin Bettina Martin und Vertretern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz feierlich übergeben

Klütz – Mit einem ersten „Kegelschieben“ wurde die wiederhergestellte historische Kegelbahn im Schlosspark Bothmer heute offiziell übergeben. Dieser Anlass markiert nicht nur die Rückkehr einer beliebten Freizeitbeschäftigung im Schlosspark Bothmer, sondern setzt auch den symbolischen Schlusspunkt der Arbeiten zur Rettung einer der bedeutendsten Schlossanlagen in Mecklenburg-Vorpommern.

Seit der Übernahme des Schlossensembles im Februar 2008 hat das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung der EU mehr als 41 Mio. EUR in die Gebäude- und Gartenrestaurierung investiert und somit ein kultur- und architekturgeschichtliches Kleinod bewahrt sowie ein Symbol und einen Identifikationsort einer ganzen Region geschaffen.

Zuständig für die Restaurierung und bauliche Erhaltung von Schloss Bothmer ist – wie bei allen landeseigenen Schlössern und Gärten – die Staatliche Bau und Liegenschaftsverwaltung im Geschäftsbereich des Finanzministeriums.

Bisher sind in Mecklenburg -Vorpommern kaum historische Kegelbahnanlagen im Freien belegt. Die Kegelbahn der Schlossanlage Bothmer kann daher durchaus als seltenes Juwel bezeichnet werden. Bis in die 1990er Jahre wurde sie nachweislich von den Klützer Einwohnerinnen und Einwohner zum sportlichen Freizeitvergnügen genutzt. Vor der nun abgeschlossenen Rekonstruktion war die Anlage aber nur noch fragmentarisch erhalten.

Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Schwerin hat seit April diesen Jahres die historische Kegelbahn wiederhergestellt. Die Erneuerung der Kegelfläche erfolgte mit einem Holzbelag aus witterungsbeständigem Accoya-Holz.

Die Rekonstruktionsarbeiten mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 38.900 Euro wurden vollständig von der Stiftung Schloss Bothmer in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Wulf Kawan, Ortskurator Schwerin, und Manuel Hase von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überreichten Finanzminister Dr. Heiko Geue heute feierlich den entsprechenden Förderscheck. Anschließend übergab der Finanzminister die fertig gestellte Kegelbahn an Kulturministerin Bettina Martin, in deren Verantwortung der Betrieb der Schlossanlage durch die Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen liegt.

 „Die Wiederherstellung von Schloss und Garten Bothmer ist ein Paradebeispiel dafür, wie wir historische Stätten mit Respekt für ihre Geschichte und gleichzeitig mit einem Blick für moderne Nutzungserfordernisse revitalisieren können. Dieses Projekt verbindet kulturelles Erbe mit nachhaltigem Tourismus und stärkt damit sowohl die Lebensqualität vor Ort als auch die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

Mit der Wiederherstellung der Kegelbahn möchte ich als Staatshochbauminister auch Danke sagen für die Geduld und die Sympathie der Klützerinnen und Klützer in den langen Jahren der Bauarbeiten an ihrem Schloss. Es hat sich gelohnt! Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin hat hier wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet – dafür vielen Dank! Und ein ganz besonderer Dank geht an die Stiftung Bothmer in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die großzügige Spende, die diesen besonderen Abschluss der Arbeiten erst ermöglicht hat“, sagt Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Kulturministerin Bettina Martin ist erfreut über die gelungene Instandsetzung der historischen Kegelbahn: „Schloss Bothmer ist eines der Schmuckstücke unter den vielen Schlössern und Gutshäusern in Mecklenburg-Vorpommern. Und heute wird ein neu rekonstruierter Teil des Schlosses übergeben, den sich alle, denen Schloss Bothmer am Herzen liegt, schon lange gewünscht haben.

Mit der rekonstruierten Kegelbahn und dem kleinen Gartenhaus daneben erhält Bothmer wieder eine neue Attraktion. Die Besucherinnen und Besucher können nun noch besser den ursprünglichen Zustand der Gartenanlage erleben. Und dieses Erleben bezieht sich nicht auf das reine Anschauen, sondern jeder kann die restaurierte Kegelbahn auch benutzen“, so Martin: „Mein ausdrücklicher Dank gilt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich tatkräftig für das Projekt eingesetzt haben.“

„Die Restaurierung von Schloss und Park Bothmer ist ein Exempel dafür, wie historische Stätten mit Respekt vor ihrer Baukultur und Geschichte und gleichzeitig mit einem Blick für moderne Nutzungserfordernisse erhalten und revitalisiert werden können. Die Wiedernutzbarmachung der historischen Kegelbahn ist ein krönender Abschluss jahrzehntelangen vielfältigen bürgerschaftlichen und staatlichen Engagements zugunsten eines herausragenden Denkmals. Ein Glücksfall für Bothmer!“ freut sich Manuel Hase als Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

„Es ist ein freudiger und fröhlicher Tag, die historische Kegelbahn so vortrefflich wiedererstanden zu sehen. Im Gesamtensemble Bothmer ist dies ein schönes i-Tüpfelchen und wird sicher von Besuchern und Gästen bewundert und sicher auch gerne genutzt werden. Die Mithilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hat auch hier erneut zum Gelingen beigetragen“, sagt Wulf Kawan, Leiter des Ortskuratoriums Schwerin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.