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Kategorie: MeckPomm

Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern bleibt stabil

Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank: „Unser Kurs zeigt Wirkung.“

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich im Juni 2026 weiterhin robust. Nach den heute veröffentlichten Zahlen der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit waren 61.886 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.682 weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank von 7,8 auf 7,6 Prozent. Damit entwickelt sich die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern im Vorjahresvergleich günstiger als in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank sieht darin eine Bestätigung des Kurses der Landesregierung: „Mecklenburg-Vorpommern kommt bislang stabil durch eine wirtschaftlich schwierige Zeit. Wir arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen, unterstützen Investitionen und setzen auf eine aktive Fachkräftesicherung. Das hilft, Beschäftigung im Land zu sichern. Für junge Menschen ist es noch nicht zu spät, sich jetzt für den Start des Ausbildungsjahres im August zu bewerben – es sind noch rund 3.400 attraktive Ausbildungsplätze in M-V verfügbar.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt hoch. Im Juni waren bei den Arbeitsagenturen im Land 15.400 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Besonders gesucht werden Fachkräfte im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Baugewerbe und im Gastgewerbe.

„Fachkräfte sind eine der zentralen Standortfragen für Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb reicht es nicht, nur über offene Stellen zu reden. Wir müssen Unternehmen dabei unterstützen, Fachkräfte zu halten, neue Fachkräfte zu gewinnen und Beschäftigte weiter zu qualifizieren. Dazu gehört auch der Blick über die Landesgrenzen hinaus. Die Delegationsreise nach Zentralasien ist Teil dieses Ansatzes. Wir bauen dort verlässliche Partnerschaften auf, damit Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Wege zur Fachkräftegewinnung nutzen können“, sagte Blank.

Zugleich bleibe die Lage anspruchsvoll. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag nach den aktuell verfügbaren Daten für April 2026 bei 571.900 und damit unter dem Vorjahreswert. „Gerade deshalb werden wir unseren Kurs fortsetzen. Wir wollen Unternehmen weiter verlässlich begleiten, industrielle Kerne sichern und die Fachkräftebasis im Land stärken. Der Arbeitsmarktbericht macht Mut, aber er ist auch ein Auftrag, weiter konsequent zu arbeiten“, sagte Blank.

Allianz Deutsche Häfen: „Tag der Häfen“ in Berlin

Jochen Schulte: „Unsere Häfen erfüllen zentrale nationale Aufgaben – und müssen entsprechend finanziert werden“

Berlin – Beim „Tag der Häfen“ hat Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatsekretär Jochen Schulte gestern (Mittwoch) in Berlin auf die wachsende Bedeutung der deutschen Seehäfen für die wirtschaftliche Entwicklung, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Sicherheit Deutschlands verwiesen. „Unsere Häfen werden jeden Tag wichtiger und erfüllen längst zentrale nationale Aufgaben. Sie sind weit mehr als reine Umschlagplätze für Waren. Sie sind Energiedrehscheiben, logistische Knotenpunkte und Teil der sicherheitsrelevanten Infrastruktur Deutschlands“, sagte Schulte am Mittwochabend in der Landesvertretung Hamburgs in Berlin.

Schulte, der zugleich Maritimer Koordinator der Landesregierung ist, begrüßte, dass die nationale Bedeutung der Häfen für Energieversorgung, Resilienz und Verteidigungsfähigkeit auf Bundesebene zunehmend anerkannt wird: „Die Erkenntnis ist da, jetzt müssen die richtigen Konsequenzen folgen. Die Finanzierung muss auf stabile und zukunftsfeste Beine gestellt werden. Ich freue mich über die positiven Signale von Herrn Dr. Ploß, der seit kurzem anerkennt, dass die deutschen Häfen viel stärker als bisher vom Bund unterstützt werden müssen.“ Dr. Christoph Ploß ist der Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus.

Die Häfen stehen vor erheblichen Investitionen, etwa in die Modernisierung ihrer Infrastruktur sowie in Maßnahmen zur Stärkung von Resilienz und Sicherheit. Jochen Schulte: „Wer von den Häfen erwartet, dass sie zentrale Aufgaben für die Energieversorgung, die Versorgungssicherheit sowie die Landes- und Bündnisverteidigung übernehmen, muss sie auch als nationale Infrastruktur behandeln – und entsprechend in ihre Zukunftsfähigkeit investieren. Deutschland braucht leistungsfähige Häfen – für die Wirtschaft, für die Energiewende und für unsere Sicherheit.“

Unter dem Titel: „Wo Resilienz beginnt: Zwischen Energiekrise und Verteidigungspolitik – Die deutschen Häfen als tragende Säulen einer nachhaltigen Infrastruktur der Zukunft“ hat die Allianz Deutsche Häfen am 10. Juni 2026 in die Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin eingeladen. Die Allianz Deutsche Häfen ist ein Zusammenschluss von acht führenden See- und Binnenhäfen. Zu ihren Mitgliedern zählt auch der Überseehafen Rostock.

Sichere Kampfmittelentsorgung

Lärz – Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Beseitigung von Altmunition auf moderne Technik. Bei einem Besuch der mobilen Munitionsvernichtungsanlage EODiS am Standort Lärz informierte sich Umweltminister Dr. Till Backhaus über den aktuellen Stand der Arbeiten des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern (MBD).

„Die sichere Beseitigung von Kampfmitteln ist eine Daueraufgabe unseres Landes. Noch immer werden Jahr für Jahr große Mengen an Munition und Sprengkörpern aus den Weltkriegen geborgen. Deshalb brauchen wir Verfahren, die sicher, wirtschaftlich und umweltverträglich sind. Die mobile Vernichtungsanlage erfüllt genau diese Anforderungen“, sagte Backhaus.

Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde die Firma Nolte Ammunition Services GmbH im Frühjahr 2025 mit der Vernichtung von Lagerbeständen des Munitionsbergungsdienstes beauftragt. Nach Abschluss eines umfangreichen Genehmigungs- und Zulassungsverfahrens konnte die Anlage Anfang September 2025 in Lärz aufgebaut und Mitte September in den regulären Betrieb überführt werden.

Seitdem wurden bereits mehr als 70 Tonnen Kampfmittel vernichtet. Das Spektrum reicht von Munitionsfragmenten mit Sprengstoffanhaftungen über Infanteriemunition und Handgranaten bis hin zu Sprenggranaten mit einem Kaliber von 12,8 Zentimetern. Größere Kampfmittel werden vor der thermischen Vernichtung in einer speziell gesicherten Sägestation zerlegt und anschließend im geschlossenen Ofensystem entsorgt.

Kernstück der Anlage ist ein sprengsicherer Verbrennungsofen mit angeschlossener Rauchgasreinigung. Die Kampfmittel werden bei Temperaturen von bis zu 650 Grad Celsius thermisch vernichtet. Schadstoffe werden über ein mehrstufiges Filtersystem zurückgehalten, sodass keine ungefilterten Rauchgase in die Umwelt gelangen. Die gesamte Anlage arbeitet als geschlossenes System und erfüllt hohe Anforderungen an den Umwelt- und Arbeitsschutz.

Besonders wichtig ist aus Sicht des Ministers der Sicherheitsgewinn für die Beschäftigten des Munitionsbergungsdienstes.

„Jede vermiedene Verladung und jeder vermiedene Gefahrguttransport bedeutet weniger Risiko. Früher mussten die Kampfmittel aufwendig gereinigt, untersucht, verpackt und über weite Strecken zu stationären Vernichtungsanlagen transportiert werden. Die Vernichtung direkt am Lagerort reduziert die Zahl der notwendigen Handhabungen erheblich und erhöht damit die Sicherheit für die Beschäftigten und die Bevölkerung.“

Bereits im Jahr 2014 hatte Mecklenburg-Vorpommern am Standort Lärz erfolgreich eine vergleichbare mobile Vernichtungsanlage eingesetzt. Damals wurden innerhalb von sechs Monaten mehr als 156 Tonnen Kampfmittel entsorgt. Die Erfahrungen zeigten bereits damals deutliche Vorteile hinsichtlich Sicherheit, Personalaufwand und Wirtschaftlichkeit. So konnten zahlreiche Transporte vermieden und erhebliche Personalressourcen eingespart werden.

Backhaus verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund seiner Geschichte auch künftig mit erheblichen Mengen an Altmunition rechnen müsse: „Die Hinterlassenschaften der beiden Weltkriege werden uns noch viele Jahrzehnte beschäftigen. Umso wichtiger ist es, dass wir moderne Technologien nutzen, die Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Die Erfahrungen in Lärz zeigen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“

Der Minister dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Munitionsbergungsdienstes sowie den beteiligten Fachfirmen für ihre Arbeit. „Kampfmittelbeseitigung findet meist fernab der öffentlichen Wahrnehmung statt. Sie ist aber unverzichtbar für die Sicherheit unseres Landes und verdient höchste Anerkennung.“

Baden, Planschen, Schwimmen

Badesaison startet in Mecklenburg-Vorpommern mit ausgezeichneter Wasserqualität

Schwerin – Auch wenn die Sonne noch etwas fehlt, beginnt am 20. Mai offiziell die Badesaison, so auch in Mecklenburg-Vorpommern. 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in diesem Jahr das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut“. Das ist ein nochmaliger leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (96,6 Prozent).

„Damit ist also klar: Unsere Badegewässer sind fast überall von hoher Qualität. Einem gelungenen Sommer an unseren Seen oder am Meer steht nichts im Wege“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese bei der heutigen Vorstellung der Zahlen am Kiessee in Krugsdorf (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Die Ministerin betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern damit weiterhin ein besonders attraktiver Urlaubs- und Lebensort bleibe mit vielen tollen Bademöglichkeiten und klarem Wasser. „Davon profitieren Einheimische und Touristinnen und Touristen gleichermaßen“, so die Ministerin.

Drese dankte zum Start der Badesaison den Mitarbeitenden der Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte, die während der gesamten Badewassersaison, also noch bis zum 10. September, alle vier Wochen neue Proben an den überwachten Badestellen entnehmen.

„Das ist ein enormer Arbeitsaufwand, den die Gesundheitsämter aber auch unsere Mitarbeitenden im Labor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales erbringen, damit jede und jeder mit gutem Gewissen die warme Jahreszeit genießen kann“, erklärte auch Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. Denn im dortigen Labor werden die Proben hinsichtlich mikrobiologischer Belastungen, etwa durch Darmbakterien Escherichia coli und Intestinale Enterokokken, untersucht, die als Indikatoren auf eine Verunreinigung des Wassers hinweisen.

Bisher seien im ersten Probendurchgang 2026 keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Dennoch musste ein Badegewässer als mangelhaft eingestuft werden (2025: 2, 2024: 6, 2023: 7). Am Schwandter See wurden mehrfach Grenzwertüberschreitungen der mikrobiologischen Parameter festgestellt, die zu einem Badeverbot in der Saison 2026 geführt haben. Das ist auch bereits der Badewasserkarte MV zu entnehmen, die Nutzerinnen und Nutzern in detaillierten Profilen die Testergebnisse aller beprobten Badestellen aufzeigt.

„Über mögliche Badewarnungen hinaus finden Interessierte auf unserer Badewasserkarte, egal ob im Web und per App, aber auch Informationen zu Park- und Verpflegungsangeboten vor Ort, zu barrierefreien Zugängen oder zum Vorhandensein von sanitären Anlagen an der Badestelle. Das erleichtert die Ausflugsplanung und die Suche nach der persönlichen, neuen Lieblingsbadestelle“, verdeutlichte Drese.

Insgesamt sei die Badewasserqualität in Mecklenburg-Vorpommern enorm hoch und die Entwicklung sehr erfreulich, so Drese und Will. Waren 2023 noch 432 Badestellen als ausgezeichnet eingestuft, so sind es 2026 bereits 444. Liefen 2023 noch 12 Stellen unter dem Prädikat ausreichend, so habe sich dies auf nunmehr sechs halbiert.

Jede und jeder könne dazu beitragen, dass das so bleibt, erklärte Drese. „Dazu gehören gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch das Mitnehmen bzw. die richtige Entsorgung von Müll, um den Eintrag in die Badestellen zu vermeiden“, betonte Drese.

Die Ministerin wies zudem noch auf die Informationsangebote des Ministeriums zum sicheren Baden hin. „Damit der Badespaß besonders für die jüngeren Wasserratten ein sicheres Vergnügen bleibt, bieten wir zum Beispiel einen Flyer an, in dem die beiden Bademeister Max und Vivi kindgerecht und mehrsprachig die gängigen Baderegeln erklären“, hob Drese hervor.

Zusätzliche Flyer gibt es zudem zum Thema „Baden im See“ und „Baden im Meer“, die für Erwachsene konzipiert sind. Neben Baderegeln gehen diese auch auf Aspekte wie Vibrionen und Zerkarien oder Nesselquallen ein. Alle Flyer stehen digital zum Download bereit.

Mai-Steuerschätzung mit sinkenden Prognosen

Stralsund – Der Arbeitskreis Steuerschätzungen ist in dieser Woche in Stralsund zu seiner regulären Mai-Sitzung zusammengekommen. Dabei wurde die bisherige Prognose über den gesamten Schätzzeitraum nach unten korrigiert. Für die kommenden fünf Jahre werden bundesweit im Vergleich zur Herbst-Steuerschätzung 2025 Mindereinnahmen von insgesamt rund -87 Mrd. Euro erwartet. Dämpfend wirkt sich insbesondere die schwächere gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus.

Auch für Mecklenburg-Vorpommern sinken die Einnahmeerwartungen. In 2026 werden gegenüber der aktuellen Haushaltsplanung negative Effekte in Höhe von -19 Mio. Euro erwartet, für das Jahr 2027 in Höhe von -53 Mio. Euro. Auch für die Folgejahre ergeben sich geringere Einnahmeerwartungen.

Für zusätzliche Herausforderungen sorgt die Einwohnerentwicklung von Mecklenburg-Vorpommern: Aufgrund der geringeren Geburtenrate im Land sinkt der Einwohneranteil weiter ab. Dieser demografische Verlust wirkt sich für das Land nachteilig im bundesstaatlichen Finanzausgleich aus.

Bei den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich ebenfalls ein gedämpftes Bild: Die Entwicklung der Gemeindesteuern bleibt hinter den bisherigen Erwartungen zurück. Die Steuereinnahmen der Gemeinden werden in den Jahren 2026 und 2027 voraussichtlich um
-28 Mio. Euro und um -1 Mio. Euro niedriger ausfallen.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue: „Die Ergebnisse der aktuellen Mai-Steuerschätzung zeigen, dass die finanzielle Lage weiterhin angespannt bleibt. Die zu erwartenden Mindereinnahmen stellen uns insbesondere in der nächsten Legislaturperiode vor zusätzliche Herausforderungen. Die Schätzergebnisse werden wir nun im Detail auswerten. Klar ist aber schon jetzt: Die Anstrengungen zur Konsolidierung müssen intensiviert werden.“

„Girls‘Day“: Ministerin Bernhardt präsentiert Berufe auf Roadshow

Landesweit haben heute am Zukunftstag rund 1.950 Mädchen mehr als 310 Angebote der klischeefreien Berufsausbildung genutzt

Schwerin – Die Zukunftstage „Girls‘Day“ und „Boys‘Day“ sind in diesem Jahr mit neuen Ideen gestartet worden. Gemeinsam mit den Sozialpartnern – dem DGB Nord und der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V. – hat das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz eine Roadshow organisiert.

Zu diesem Auftakt wurden Mädchen aus der Region Ludwigslust und Schwerin eingeladen, zusammen mit Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt verschiedene Stationen zu besuchen. Von der Vermessungstechnik über den Fleischereiberuf bis hin zu Richterin ist allein in Ludwigslust die Palette der Berufsmöglichkeiten riesig. In ganz Mecklenburg-Vorpommern haben sich rund 1.950 Mädchen bei mehr als 310 Angeboten über eine klischeefreie Berufsausbildung informiert. Beim gleichzeitig stattfindenden „Boys’Day“ waren es rund 230 Angebote mit über 830 Teilnehmern. Das Motto des Zukunftstags in diesem Jahr lautet „Dein Tag, Dein Weg!“.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Der Tag heute ist ein Beitrag, um loszukommen von Klischees. Jedes Kind, jede Schülerin und jeder Schüler soll selbst entscheiden können, was die Zukunft bringt. Wir wollen es mit diesem Zukunftstag schaffen, dass Mädchen sich trauen, Berufsbilder anzusehen, in denen traditionell mehr Männer zu finden sind wie hier beispielsweise bei der Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH im Fleischereiberuf.

Auch an den Gerichten gibt es immer noch weniger Frauen in den Führungspositionen als Männer, daher danke ich dem Amtsgericht Ludwigslust für die Teilnahme an der Roadshow. Wenn wir alle den Blickwinkel weiten, dann wird es ganz normal sein, dass Frauen Richterinnen, Handwerkerinnen, Politikerinnen oder Fußballtrainerinnen einer Männermannschaft sind“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt. Sie wurde von fünf Mädchen am Zukunftstag begleitet.

Lisanne Straka, Abteilungsleiterin Frauen- und Gleichstellungspolitik beim DGB Nord: „Lebensläufe sind heute vielfältiger denn je – insbesondere Frauen gestalten ihre Erwerbsbiografien häufig im Zusammenspiel von Beruf und Familie. Der Girls’Day macht diese Vielfalt sichtbar, gibt Einblicke in ganz unterschiedliche Karrierewege und ermutigt Mädchen und junge Frauen, selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen und neue Möglichkeiten für sich zu entdecken – und zeigt zugleich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen und echte Chancengerechtigkeit für gelingende Berufswege sind.“

Susan Bach, Geschäftsführerin Bildung und Hochschule, VU – Die Arbeitgeber MV: „Wer Fachkräfte gewinnen will, darf Potenziale nicht entlang überholter Rollenbilder verschenken. Der Girls‘Day zeigt eindrucksvoll, wie klischeefreie Berufliche Orientierung in Mecklenburg-Vorpommern gelingen kann: Er macht Frauen in verantwortungsvollen Positionen sichtbar, eröffnet Mädchen konkrete Einblicke in männerdominierte Berufsfelder wie MINT und Handwerk und stärkt Unternehmen dabei, Nachwuchs breiter und zukunftsorientierter anzusprechen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist das ein starkes Signal: Mehr Chancengerechtigkeit und mehr Offenheit in der Beruflichen Orientierung sind ein echter Gewinn für junge Menschen und für die Fachkräftesicherung im Land.“

In geteilter Projektträgerschaft bündeln das Bildungswerk der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (BW M-V e.V.) und die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AuL M-V e.V.) als erfahrene, sozialpartnerschaftlich engagierte Weiterbildungseinrichtungen ihre Expertise in gendersensibler Beruflicher Orientierung. In Mecklenburg-Vorpommern werden der „Girls’Day“ und „Boys’Day“ über eine Initiative der Sozialpartner der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V. (VU) sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord) begleitet. Das Projekt „Landeskoordination Girls’Day und Boys’Day Mecklenburg-Vorpommern“ wird im Rahmen des ESF Plus Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus der Europäischen Union gefördert.

LandGesund: Neues Projekt in Jarmen fördert Gesundheit von Kindern

Jarmen – Prävention für Kinder erlebbar machen, das ist das Ziel des neuen Projekts „LandGesund“, für das heute in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) der Startschuss fiel. „Wir wissen aus der Forschung, dass die Grundlagen für einen gesunden Lebensstil schon in der Kindheit gelegt werden. Wie das mit Spiel, Spaß und Neugierde gelingen kann, zeigt das neue Modellprojekt aus Vorpommern-Greifswald auf vorbildliche Weise“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die das Projekt feierlich eröffnete.

Bis zum Ende des Jahres sollen die Kinder in Jarmen in verschiedenen Veranstaltungsformaten selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und auf altersgerechte Weise erlernen, wie eine gesunde Ernährung aussieht, warum die Zahngesundheit wichtig ist und was man für seine mentale Gesundheit tun kann. Dafür kooperieren die Universitätsmedizin Greifswald und der Verein „Kulturbrücke Peene-Tollense“, die das Projekt ins Leben gerufen haben, auch mit Ärztinnen und Ärzten, der Lehrerschaft vor Ort und mit prominenten Vereinen wie den Rostock Seawolves. Deren Nachwuchstrainer werden gemeinsam mit dem Kreissportbund zum Beispiel die Grund- und Regionalschule im Ort besuchen.

„Im Projekt geht es darum, eine gesunde Lebensweise eben nicht nur auf dem Papier zu vermitteln. Die Kinder werden ermuntert, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. Durch attraktive Bewegungsangebote wird der Spaß am Sport geweckt. Und wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt, wird in mobilen Mitmachstationen viel anschaulicher, als im Lehrbuch“, erklärte Drese den Ansatz von LandGesund, der Gesundheitsthemen direkt in die Lebenswelt von Familien im ländlichen Raum bringen soll.

Dass es diese neuen Wege brauche, zeige auch ein Blick auf die Statistiken. „In Mecklenburg-Vorpommern erhalten bereits 5,2 Prozent der Kinder bis 14 Jahre die Diagnose Adipositas. Allein im Vergleich zum Jahr 2005 ist das ein Anstieg um 36,8 Prozent. Auch die Zahngesundheit ist ausbaufähig: Fast jedes fünfte Kind bis zum Alter von sechs Jahren, das eine Zahnarztpraxis aufsucht, wird wegen Karies behandelt“, weiß die Ministerin.

Die Ursachen, betonte sie, liegen dabei aber nicht nur im individuellen Verhalten. „Sie sind oftmals auch strukturell bedingt, gerade im ländlichen Raum, wo Wege länger und Angebote manchmal schwerer erreichbar sind. Die Idee vom Projekt LandGesund, eine ganze Stadt mit einzuspannen und ein Jahr lang mitzunehmen auf dem Weg zu mehr Prävention direkt vor der eigenen Haustür ist aus meiner Sicht daher genau der richtige Weg“, so Drese weiter.

Überzeugt hat das Projekt aber nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch auf Bundesebene. Dort konnte sich LandGesund unter mehr als 450 Projekten, die sich für eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Wissenschaftsjahres 2026 beworben hatten, durchsetzen und gehört nun zu den lediglich 25 geförderten Initiativen. „Auf diesen Pioniergeist aus MV können wir stolz sein“, hob Drese hervor und dankte allen Beteiligten, die das Projekt mit viel Engagement aufgesetzt haben.

Start der Spargelsaison in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die Spargelsaison in Mecklenburg-Vorpommern beginnt. In den vergangenen Jahren fand dieser Auftakt regelmäßig auf den Flächen des SaBö-Hofs von Sebastian Böckmann im Ortsteil Tieplitz (Gemeinde Gülzow-Prüzen, nahe Mühlengeez) statt.

Der geplante Vor-Ort-Termin mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus musste kurzfristig abgesagt werden. Hintergrund ist die aktuelle Lage rund um den vor der Insel Poel gestrandeten Wal, die die volle Aufmerksamkeit des Ministers erfordert.

„Die Spargelsaison ist für viele landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Start in das Erntejahr. Umso mehr bedauere ich, heute nicht vor Ort sein zu können. Gleichzeitig erfordert die Situation rund um den gestrandeten Wal meine volle Aufmerksamkeit und Verantwortung“, so Backhaus.

Der SaBö-Hof in Tieplitz wird von Sebastian Böckmann geführt, der gemeinsam mit seiner Frau auch einen weiteren Standort bei Wismar betreibt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 60 Hektar Spargelfläche und beschäftigt während der Saison etwa 100 bis 130 Mitarbeitende in Ernte, Sortierung und Verkauf. Der Standort Tieplitz bildet dabei das zentrale Herzstück des Betriebs – hier liegen wesentliche Anbauflächen sowie Teile der Infrastruktur für Verarbeitung und Vermarktung.

Der Hof steht beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Betriebe im Land prägt: die enge Verbindung von regionaler Produktion und direkter Vermarktung. „Der Saisonstart ist für mich jedes Jahr ein besonderer Moment – eine Mischung aus Vorfreude, Anspannung und Stolz. Nach vielen Monaten Vorbereitung sehen wir endlich die Ergebnisse unserer Arbeit auf dem Feld“, sagt Betriebsleiter Sebastian Böckmann. Gleichzeitig setzt der Betrieb konsequent auf Transparenz und Kundennähe: „Unsere Kundinnen und Kunden wissen genau, wo ihr Spargel herkommt.“

Die Spargelsaison 2026 beginnt unter insgesamt herausfordernden Rahmenbedingungen. „Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf rund 132 Hektar etwa 550 Tonnen Spargel geerntet. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten – insbesondere durch höhere Löhne, Energie- und Betriebsmittelpreise – deutlich an. Der Spargelanbau befindet sich damit weiterhin in einem strukturellen Anpassungsprozess.“, sagte Minister Backhaus.

Auch auf den Betrieben sind diese Veränderungen spürbar. „Wir merken, dass viele Kundinnen und Kunden bewusster einkaufen und stärker auf Preise achten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach regionalen Produkten stabil“, so Böckmann. Spargel bleibe jedoch ein arbeitsintensives Produkt: „Der Preis spiegelt die aufwendige Handarbeit und die hohen Qualitätsstandards wider.“ Für preisbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher bietet der Betrieb daher bewusst unterschiedliche Qualitäten an – von klassischem Spargel bis hin zu Bruchware als günstige Alternative.

Trotz der Herausforderungen blicken viele Betriebe vorsichtig optimistisch auf die neue Saison. Die aktuellen Witterungs- und Bodenbedingungen gelten bislang als günstig. „Wenn das Wetter stabil bleibt, erwarten wir eine gute Qualität und einen soliden Ertrag“, so Böckmann.

Langfristig sieht er weiterhin Perspektiven für den Spargelanbau in Mecklenburg-Vorpommern: „Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist da. Gleichzeitig müssen wir uns auf steigende Kosten und klimatische Veränderungen einstellen.“

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies: Regional erzeugter Spargel bleibt ein hochwertiges, aber zunehmend kostenintensives Produkt. Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung und ergänzende Angebote vor Ort.