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Kategorie: Insel News Usedom

Laufen auf Europas längster Strandpromenade

Drese: Usedom Marathon verbindet Sportlerinnen und Sportler über Grenzen hinweg

Insel Usedom – Wenn heute Vormittag der 46. Internationale Usedom-Marathon beginnt, geht es für die Läuferinnen und Läufer nicht nur um sportliche Bestzeiten. Auf 42,195 Kilometern verbindet der traditionsreiche Lauf Świnoujście in Polen mit Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern und steht damit für grenzüberschreitende Begegnung, Fairness und ein friedliches Miteinander. „Wo andernorts Grenzen trennen, führt der Usedom-Marathon Menschen zusammen“, betonte Sportministerin Stefanie Drese als Schirmherrin der Veranstaltung.

Gerade angesichts internationaler Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen sei diese Botschaft wichtiger denn je. „Ich freue mich deshalb sehr, dass der Usedom-Marathon zu einer echten Tradition geworden ist, die beispielhaft für die verbindende Kraft des Sports und für das friedliche Zusammenleben in einem vereinten Europa steht“, so die Ministerin.

Anfänglich mit 35 Teilnehmern gestartet, lockt die Veranstaltung mittlerweile mit seinen verschiedenen Distanzen (Marathon, Halbmarathon, Staffelmarathon) jährlich mehrere hundert Teilnehmende auf Europas längste Strandpromenade. In diesem Jahr verzeichnet der Lauf sogar einen Rekord, mehr als 800 Sportlerinnen und Sportler haben sich angemeldet.

„Das zeigt die fantastische Entwicklung, die der Usedom-Marathon dank der kontinuierlichen Arbeit des dahinterstehenden Vereins, Internationaler Usedom-Marathon e. V, in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Denn natürlich kann ein Event einer solchen Größenordnung nur florieren, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Dass das gelungen ist, sehen wir eindrucksvoll auch in diesem Jahr“, so die Ministerin.

Drese dankte allen, die neben der Strecke und hinter den Kulissen mit anpacken. „Ohne die vielen helfenden Hände und das große ehrenamtliche Engagement wären Organisation, Betreuung und der abwechslungsreiche Kurs entlang der lebhaften Kaiserbäder, durch ruhige, beschauliche Wälder an der Ostseeküste bis in die alte Herzogstadt Wolgast auch logistisch gar nicht umsetzbar“, betonte die Ministerin.

Nächster Bauabschnitt für Peenebrücke startet

Ines Jesse: „Gemeinsam bringen wir ein zentrales Infrastrukturprojekt unseres Landes weiter voran“

Wolgast – Beim Bau der neuen Peenestrombrücke in Wolgast steht der nächste wichtige Schritt an: In der Woche ab Montag, 24. August 2026, beginnen die Bohrpfahlarbeiten für die Gründung der Brückenpfeiler im Peenestrom. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat sich heute vor Ort über den Baufortschritt und die anstehenden Arbeiten informiert.

„Die neue Peenestrombrücke und die Ortsumgehung Wolgast sind von großer Bedeutung für die gesamte Region. Sie werden die Menschen vor Ort spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten, die Verkehrssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Verbindung für die Unternehmen und den Tourismus in der Region nachhaltig stärken“, sagte Staatssekretärin Jesse. „Mit den jetzt beginnenden Bohrpfahlarbeiten geht das Projekt an einer zentralen Stelle sichtbar voran. Dies ist ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige und zukunftsfeste Infrastruktur zwischen dem Festland und Usedom.“

Für die Herstellung der Bohrpfähle kommt eine spezielle Stützflüssigkeit aus Bentonit zum Einsatz. Sie stabilisiert das Bohrloch während der Arbeiten. Die tief gegründeten Bohrpfähle bilden später das Fundament für die Brückenpfeiler im Peenestrom. Jesse konnte sich bei ihrem Termin vor Ort einen Eindruck von den laufenden und hoch spezialisierten Bauarbeiten machen.

Seit dem Baustart im Mai 2026 sind die Baugrundarbeiten am Fundament auf der Festlandseite bereits weit fortgeschritten. Dort wurden unter anderem die Bauuntergründe für das Widerlager und mehrere Pfeilerstandorte hergestellt. Inzwischen zeigen sich erste Brückenelemente an der Oberfläche. Im Peenestrom wurden in den vergangenen Wochen die Arbeitsbereiche für die Pfeilergründungen vorbereitet und unter anderem Spundwände eingebracht.

Parallel werden ab Montag im Bereich der Bahnhofstraße in Wolgast bauliche Anpassungen für die späteren Schwertransporte vorgenommen. Große Stahlbauteile für die neue Peenestrombrücke sollen über die neue Bahnhofstraße zur Baustelle transportiert werden, um zusätzliche Verkehre durch die Stadt zu vermeiden.

Dafür werden unter anderem die Fußgängerführung verändert und Bahnsignale versetzt. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite muss die alte Bahnhofstraße von Montag, 31.  August, bis Donnerstag, 17. September 2026, voll gesperrt werden. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner werden gesondert über die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke informiert. Nach Abschluss des Neubaus der Peenestrombrücke werden die für die Schwertransporte vorgenommenen Anpassungen wieder zurückgebaut.

Die neue Ortsumgehung Wolgast umfasst einen zweistreifigen Neubau der B 111 mit einer Länge von rund 6,8 Kilometern. Sie soll die bisherige Ortsdurchfahrt vom Durchgangsverkehr entlasten und damit Lärm- und Luftschadstoffbelastungen reduzieren sowie die Verkehrssicherheit verbessern. Gleichzeitig wird die Verbindung zwischen der A 20, Wolgast und der Insel Usedom leistungsfähiger.

Herzstück der Ortsumgehung ist die neue Peenestrombrücke. Durch ihre künftige Höhe von rund 42 Metern über dem Peenestrom soll auf Brückenöffnungen für den Schiffsverkehr verzichtet werden können. Die heute regelmäßig durch die Öffnungen der bestehenden Klappbrücke entstehenden Staus auf der Festland- und Inselseite können damit deutlich reduziert werden.

Hohe Qualität der Usedomer Seebäder ausgezeichnet

Jochen Schulte: „Die erneute Anerkennung als Seebäder ist eine Auszeichnung für das Engagement vor Ort und ein Auftrag für die Zukunft zugleich“

Insel Usedom – Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Zinnowitz die Seebäder Koserow, Loddin, Ückeritz, Zempin und Zinnowitz erneut als staatlich anerkannte Seebäder ausgezeichnet.

„Die erneute staatliche Anerkennung ist ein deutliches Signal für die herausragende Attraktivität und Qualität unserer Seebäder. Damit würdigen wir das Engagement der Kommunen und der vielen Menschen, die den Tourismus auf Usedom Tag für Tag gestalten. Gleichzeitig zeigt sich, dass sich zielgerichtete Investitionen in eine moderne Infrastruktur und attraktive touristische Angebote auszahlen. Unser gemeinsamer Anspruch ist es, die hohe Qualität der Tourismusangebote dauerhaft zu sichern und unsere Seebäder zukunftsfest weiterzuentwickeln“, sagte Staatssekretär Schulte.

Alle fünf Gemeinden tragen den Titel „Seebad“ bereits seit 1996. Im Rahmen eines umfassenden Anerkennungsverfahrens wurde bestätigt, dass die Gemeinden auch weiterhin die hohen Anforderungen des Kurortgesetzes Mecklenburg-Vorpommern erfüllen. Dazu zählen unter anderem eine einwandfreie Badewasserqualität, leistungsfähige touristische Infrastruktur, attraktive Freizeitangebote sowie eine gute medizinische Versorgung.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Entwicklung der fünf Seebäder über Jahrzehnte begleitet. So wurden zahlreiche touristische Infrastrukturmaßnahmen unterstützt – darunter die Seebrücke und der Hauptrettungsturm in Koserow, Strandanlagen in Loddin, Infrastrukturmaßnahmen in Ückeritz, der Ausbau von Strandanlagen und barrierefreien Strandzugängen in Zempin sowie Investitionen in das Haus des Gastes, öffentliche Einrichtungen und die Seebrücke in Zinnowitz.

Allein in den vergangenen 30 Jahren wurden zudem 117 gewerbliche Investitionsvorhaben in allen fünf Gemeinden mit Mitteln in Höhe von rund 49,1 Millionen Euro unterstützt – insbesondere in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft.

„Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Mecklenburg-Vorpommerns. Deshalb haben wir mit dem neuen Kurortgesetz verlässliche Qualitätsstandards geschaffen und investieren weiter kontinuierlich in die touristische Infrastruktur sowie in unsere Unternehmen. Damit stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen und sichern Wertschöpfung und Arbeitsplätze auf der Insel Usedom“, betonte Staatssekretär Schulte.

Mit der im Juni im Landtag beschlossenen Novellierung des Kurortgesetzes werden die Qualitätsstandards für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte weiterentwickelt. Das Gesetz  wurde am 21. Juli im Gesetz- und Verordnungsblatt M-V veröffentlicht. Künftig werden Anerkennungen grundsätzlich für maximal 15 Jahre erteilt und neue Anerkennungsarten wie das See- und Thalassoheilbad sowie das Seebad mit Kurbetrieb eingeführt.

Gleichzeitig werden die Anforderungen an Tourismusorte und Tourismusregionen weiter erhöht, um die hohe Qualität der touristischen Angebote in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft zu sichern. Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern 76 Kur- und Erholungsorte, 50 Tourismusorte sowie vier Tourismusregionen staatlich anerkannt.

Baustart für die neue Brücke über den Peenestrom

Insel Usedom – Wichtiger Meilenstein für die neue Ortsumgehung Wolgast im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Mit den ersten Arbeiten für die Brückenpfeiler hat heute (21. Mai 2026) der Bau der neuen Brücke über den Peenestrom begonnen.

Geplant ist eine sogenannte Zügelgurtbrücke: Bei dieser besonderen Konstruktion werden die vorgesehenen Stahlhohlkästen nicht im Boden verankert, sondern direkt mit dem Fahrbahnträger verbunden. Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und etwa 70 Meter hohen Pylonen wird sie die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.

In den vergangenen Monaten wurden bereits wichtige Vorarbeiten abgeschlossen. Dazu gehörten unter anderem die Kampfmittelsondierung, die Baufeldfreimachung, die Herstellung von Arbeitsebenen für die Festlandspfeiler sowie die Errichtung der Baustraßen.

„Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Wolgast und auf der Insel Usedom. Bisher fließt der Verkehr über eine Klappbrücke, die mehrmals am Tag für den Schiffsverkehr geöffnet und demzufolge für den Autoverkehr gesperrt wird. Mit der neuen Brücke werden die Menschen in Wolgast vom Straßenverkehr und von Staus entlastet. Die Usedomer kommen schneller aufs Festland und unsere Urlaubsgäste zügiger an den Strand von Usedom“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Veranstaltung in Wolgast. „Ich bin dem Bundeskanzler und dem Bundesfinanzminister sehr dankbar, dass die Bundesregierung zusätzliche Mittel für den Bau der Brücke bereitstellt. Dafür habe ich mich persönlich eingesetzt.“

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sagte: „Der Bund sorgt dafür, dass der Bau der Peenebrücke für die Ortsumgehung Wolgast endlich losgeht! Die Menschen haben lange darauf gewartet. Es ist wichtig, dieses Projekt zu vollenden. Davon wird die gesamte Region profitieren. Ich freue mich sehr, dass wir für die in der Projektplanung entstandenen Mehrkosten Lösungen gefunden haben. Es ist genauso wichtig, den neu gesteckten und vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen zu realisieren.“

Die neue Brücke ist Teil der insgesamt 6,8 Kilometer langen Ortsumgehung Wolgast. Diese wird den Verkehr der Bundesstraße 111 künftig südöstlich um die Stadt herumführen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der A 20, der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast nachhaltig zu verbessern und die Stadt spürbar vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Das neue Bauwerk erhält eine acht Meter breite, zwei-spurige Fahrbahn. Durch die lichte Höhe von 42 Metern können Schiffe den Peenestrom künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Bisher muss die Brücke in der Ortsdurchfahrt Wolgast dafür bis zu fünfmal täglich geöffnet werden. Die neue Verbindung soll den Verkehrsfluss auf der B 111 deutlich verbessern.

Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt allein 421 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast stehen Bundesinvestitionen von etwa 500 Millionen Euro bereit.

Nach aktuellem Stand kann die Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden.

Land unterstützt Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur auf Usedom

Dr. Wolfgang Blank: „Leistungsfähige Straßen sichern Mobilität, stärken den Tourismus und schaffen Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region“

Insel Usedom – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute am Rande der Jubiläumsveranstaltung der Usedom Tourismus GmbH im Ostseebad Heringsdorf zwei Zuwendungsbescheide zur Stärkung der Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur in der Region übergeben. Gefördert werden Maßnahmen der Gemeinde Ostseebad Zinnowitz sowie des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit insgesamt rund vier Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln.

„Eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für erfolgreichen Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land. Gerade auf Usedom, wo Mobilität und Aufenthaltsqualität eng miteinander zusammenhängen, sind Investitionen in Straßen und attraktive Verkehrswege ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Region“, sagte Minister Dr. Blank.

Die Gemeinde Ostseebad Zinnowitz erhält für den kommunalen Anteil am zweiten Bauabschnitt des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Zinnowitz-West im Zuge der Bundesstraße 111 eine Förderung in Höhe von rund 310.000 Euro. Die Förderung der Maßnahme erfolgt im Rahmen der Kommunalen Straßenbauförderrichtlinie Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauFöRL M-V).

Vorgesehen ist der Ausbau der Nebenanlagen auf einer Länge von rund 300 Metern. Nördlich der Fahrbahn wird ein etwa 2,5 Meter breiter Geh- und Radweg errichtet, südlich ein Gehweg mit einer Breite von 1,25 bis 1,50 Metern. Zudem wird die Regenentwässerung erneuert und der Regenwasserkanal am Knotenpunkt B 111/Möskenweg erweitert. Der von der Gemeinde zu tragende Eigenanteil beläuft sich auf rund 135.000 Euro. Der Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Ortsdurchfahrt Zinnowitz-West im Zuge der Bundesstraße 111 erfolgt im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Straßenbauamt Neustrelitz.

„Mit der Förderung verbessern wir die Verkehrsverhältnisse in Zinnowitz gezielt und nachhaltig – für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie für Gäste. Gerade in einer touristisch stark frequentierten Region wie Usedom sind sichere, leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrswege ein entscheidender Standortfaktor.“

Einen weiteren Zuwendungsbescheid über rund 3,68 Millionen Euro übergab Minister Dr. Blank an den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und dient der grundhaften Erneuerung der Kreisstraße Vorpommern-Greifswald 56 vom Kavelpass (ab Bundesstraße 197) bis zur Anbindung an die Landesstraße 31 bei Rubenow.

Mit dem Projekt, dessen Gesamtausgaben bei rund 6,13 Millionen Euro liegen, wird die Anbindung touristischer und gewerblicher Unternehmen verbessert und die Qualität der touristischen Infrastruktur nachhaltig gesteigert. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu stärken und die Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Arbeitsplätze weiter zu verbessern.

„Gut ausgebaute Straßen sind mehr als komfortable Verkehrswege – sie sind bedeutsame Standortfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung der Region“, so Minister Dr. Blank. „Sie sichern Erreichbarkeit, erhöhen die Attraktivität des Tourismusstandortes und leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke.“

Schwesig: Der Weg für die neue Peenebrücke in Wolgast ist endgültig frei

Wolgast – Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat den Weiterbau der Ortsumgehung Wolgast finanziell sichergestellt. Das Bundesfinanzministerium hat eine für die Auftragserteilung notwendige überplanmäßige Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 420 Millionen Euro erteilt. Damit kann die neue Peenebrücke in Angriff genommen werden. Das war notwendig, damit die Vergabe noch innerhalb der bindenden Fristen im November möglich ist.

„Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Wolgast, für Berufspendlerinnen und Berufspendler und die Urlaubsgäste auf der Insel Usedom. Mit der Brücke wird Wolgast entlastet und der Verkehr zum Fließen gebracht. Es hat in den letzten Wochen intensive Gespräche mit Bundeskanzler Merz und Finanzminister Klingbeil gegeben.

Ich bin der Bundesregierung dankbar, dass sie die Unterstützung des Bundes möglich gemacht haben. Der Weg für die neue Peenebrücke ist jetzt endgültig frei. Die beiden Verkehrsminister Patrick Schnieder und Wolfgang Blank sind nun mit der Umsetzung des Projekts betraut“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwerin in Schwerin.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt daher den Auftrag für den Neubau der Brücke über die Peene im Rahmen der Ortsumgehung Wolgast vergeben.

Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, erklärt dazu: „Jetzt geht’s los! Bei diesem zentralen Infrastrukturprogramm für unser Land ist ein echter Meilenstein geschafft. Diese Brücke hat eine enorme Bedeutung für die Insel Usedom und die ganze Region: Wir stärken damit unsere Wirtschaft und den Tourismus und entlasten die vom Stau geplagten Bürgerinnen und Bürger. Am finalen ‚Go‘ aus Berlin haben viele mitgewirkt – von der Straßenbauverwaltung über die Ministerpräsidentin bis hin zu Bundesverkehrsministerium und Bundesfinanz-ministerium – Danke dafür!

Das Vergabeverfahren für den Neubau der Brücke über die Peene hat eine Bietergemeinschaft um das Schweizer Unternehmen Implenia Civil Engineering GmbH für sich entschieden. Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt 421 Millionen Euro. Die Kosten für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast liegen damit nun bei etwa 500 Millionen Euro.

Die Arbeiten an der neuen sogenannten Zügelgurtbrücke können damit beginnen. Die Fachleute des beauftragten Unternehmens sowie seiner Partner und der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern werden im nächsten Schritt den Bauzeitenplan für die Brücke abstimmen. Dabei werden die konkreten Arbeitsschritte und Bauzeiten für das komplexe Brückenbauwerk festgelegt.

Die Brücke hat eine acht Meter breite zweispurige Fahrbahn, eine Gesamtlänge von 1,4 Kilometer, eine lichte Höhe über dem Peenestrom von 42 Meter und 70 Meter hohe Pylonen. Durch die lichte Höhe von 42 Meter benötigen die Schiffe auf der Peene künftig keine Brückenöffnungen mehr. Das wird sowohl die Staus auf dem Festland und auf der Insel deutlich reduzieren.

Die Brücke wird Teil der 6,8 Kilometer langen Ortsumgehung Wolgast, die den Verkehr auf der Bundesstraße 111 südöstlich um die Stadt Wolgast herumführen wird. Die neue Trasse soll die Verbindung zwischen der A 20 und der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast verbessern.

21. Wildwochen Usedom

Kulinarische Höhepunkte und Programm für die ganze Familie

Insel Usedom – Gestern eröffnete Forstminister Dr. Till Backhaus die 21. Usedomer Wildwochen im Forstamt Neu Pudagla im Seebad Ückeritz. Bis 9. November bieten unter anderem 24 Restaurants sowie zahlreiche Unternehmen und Institutionen ein umfangreiches Programm rund um die Themen Wald, Forstwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Wildbret. Begleitet wird die Eröffnung von einem „Wilden Markt“, zu dem rund 1.000 Besucher aller Altersklassen erwartet werden. Zu den morgigen Höhepunkten gehören eine Jagdhunde-Vorführung (Pfostenschau), Bogenschießen, Hirschrufer und ein „wildes Quiz“.

Schon im Vorfeld bricht der Minister eine Lanze für das Naturprodukt Wildfleisch. „Es ist eine ausgesprochene Delikatesse. Die Wildtiere wachsen artgerecht auf und ernähren sich gesund am reich gedeckten Tisch von Mutter Natur. Im intakten Naturkreislauf gelangen auch keine schädlichen Fremdstoffe, zum Beispiel Medikamente, in das Fleisch. Wildtiere haben überwiegend Muskelfleisch. Aufgrund ihrer vielen Bewegung und ihrer eisenhaltigen Ernährung hat das Fleisch eine dunklere Farbe als das von Nutztieren. Wildbret ist deshalb von Natur aus mager und eiweißreich, leicht verdaulich sowie cholesterin- und kalorienarm. Es ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Es liefert die lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren. Kurze Wege zu den Bezugsquellen in der Region machen lange Lagerzeiten und Transportwege überflüssig. Das Fleisch kommt frisch beim Kunden an.

Wenn man bedenkt, dass jeder Bundesbürger im Jahr durchschnittlich rund 90 Kilogramm Fleisch und knapp 14 Kilogramm Fisch verbraucht, dann muten die jährlich rund ein Kilogramm Wildfleischverzehr pro Person doch bescheiden an. Es ist also noch deutlich Luft nach oben, was die Vermarktung von Wildbret angeht. Nicht zuletzt mit Veranstaltungen wie der 21. Usedomer Wildwoche wollen wir die Verbraucherinnen und Verbraucher davon überzeugen, mehr heimisches Wild und Fisch zu konsumieren.“

Aktuell sind in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 15.300 Jägerinnen und Jäger aktiv. Sie bejagen eine Fläche von rund 2,3 Millionen Hektar. „Bevor das Wild auf den Tisch gelangt, bedarf es der ordnungsgemäßen Hege der Wildbestände und der damit verbundenen Biotoppflege. Das Erlegen von Wild ist nur eine von vielen Aufgaben im Jagdrevier. Es krönt jedoch das Weidwerk“, bemerkt Dr. Backhaus.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jagdjahr 2024/25 rund 3.311 Tonnen Wildbret erzeugt. Zum Großteil handelt es sich mit rund 1.800 Tonnen um Schwarzwild, gefolgt von Reh- (747,6 Tonnen), Rot- (443,5 Tonnen) und Damwild (305,2 Tonnen). „Dieses Wildbret hat einen Wert von knapp sechs Millionen Euro. Das ist bereits ein nicht zu vernachlässigender Wert für die Wertschöpfung im ländlichen Raum“, sagt der Minister.

Die Wildwochen werden von der Interessengemeinschaft „Wildwochen auf Usedom“ organisiert. Dazu gehören u.a. Dr. Friedhelm Acksteiner, das Forstamt Neu Pudagla, der Jagdverband Ostvorpommern sowie Kurverwaltungen, Restaurants und Hotels auf Usedom.

Während der Wildwochen gibt es zahlreiche Veranstaltungen wie Kräuterwanderungen, Wald-Yoga und Outdoor-Nachmittage für die ganze Familie. Die teilnehmenden Restaurants locken mit einer speziellen Wildkarte. Zu den Höhepunkten gehören das Wild Fashion Dinner am 25. Oktober, ab 18 Uhr im Forsthaus Damerow in Koserow sowie zum Abschluss die Wildgala am 8. November im Restaurant Alexander im Seebad Kölpinsee.

Mobile Anlagen der Tourismuswirtschaft

Neuer Erlass ermöglicht Versorgung am Strand auch über die Saison hinaus

Schwerin – Ab dem 15. März 2025 gilt eine neue Regelung für das Aufstellen von Strandkörben und anderen mobilen Anlagen der Tourismuswirtschaft an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns. Bislang mussten diese Anlagen mit Beginn der Sturmflutsaison zum 15. Oktober eines Jahres abgebaut werden. Nun soll es auch über diesen Stichtag hinaus möglich sein, “mobile, leicht transportfähige Objekte“ wie z.b. Strandkörbe, die keiner Baugenehmigung bedürfen, ohne einen zusätzlichen Verwaltungsakt, d.h. ohne eine gesonderte Ausnahmegenehmigung, am Strand aufzustellen.

In einem solchen Fall tragen die Gemeinden bzw. die Strandkorbvermieter die Verantwortung für den Auf- und Abbau der Strandkörbe und mobilen Einrichtungen bei einer Sturmhochwasserwarnung. Dies ist ein Kompromiss der auf Initiative von Umweltminister Dr. Till Backhaus zwischen den zuständigen Behörden sowie den Gemeinden und der Tourismuswirtschaft erzielt wurde.

„Seit vielen Jahren ist die Strandbewirtschaftung ein Thema, insbesondere unter den Gewerbetreibenden. Das kann ich gut nachvollziehen, denn zur Erzielung zusätzlicher Einnahmen haben sie selbstverständlich ein großes Interesse daran, jeden Sonnentag bestmöglich auszunutzen. Dies wirkt sich letztlich auch auf das Image des Landes als beliebte Urlaubsregion aus und entscheidet darüber, ob Gäste auch in der Nebensaison gerne in MV urlauben.

Gleichwohl tragen wir in der Sturmhochwassersaison, vom 16. Oktober bis 31. März, eine hohe Verantwortung dafür, dass weder Menschen, noch Sachwerte Schaden nehmen. Die Sicherung unserer technischen Küstenschutzanlagen und der Ausgleich von Sanddefiziten hat daher hohe Priorität. In diesem Spannungsfeld haben wir nach einem Winterkonzept gesucht, dass die verschiedenen Interessenslagen noch besser ausgleicht. Im Ergebnis haben wir den bestehenden Erlass zur wasserrechtskonformen Nutzung des Strandes überarbeitet und festgelegt, dass die Strandnutzung über den 15. Oktober erweitert werden kann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind“, erläutert Minister Backhaus.

Dazu gehöre u.a., dass ein Rückbau dieser Anlagen innerhalb von 12 Stunden möglich sein muss, sagt er weiter. Aus fachlicher Sicht sind mindestens 12 Stunden erforderlich, um den Gemeinden und Behörden die Möglichkeit der Reaktion zu geben, falls der Betreiber verhindert ist oder seiner Rückbaupflicht aus anderen Gründen nicht nachkommt. Darüber hinaus muss der Betreiber sicherstellen, dass er Warnmeldungen für erhöhte Wasserstände oder Sturmhochwasser erhält und nutzt.

Minister Backhaus weist darauf hin, dass sich die Gültigkeit des Erlasses nur auf die wasserrechtliche Zulässigkeit im Bereich von Küstenschutzanlagen des Landes MV bezieht. Die Regelungen zur befristeten Zulässigkeit von baulichen Anlagen mit Baugenehmigungsverfahren sowie die Regelungen zu Leitungen bleiben bestehen.

Die Sturmhochwassersaison endet am 31.03.2025. Bis zur nächsten Sturm­hochwassersaison, die am 16.10.2025 beginnt, sollen die Regelungen über öffentlich-rechtliche Verträge mit den Gemeinden umgesetzt werden, die Interesse an einer solchen Regelung haben.

Gemeinden, welche die Regelungen bereits ab 15.03.2025 nutzen möchten, können bei den zuständigen StÄLU eine Ausnahmegenehmigung für die Aufstellung von „mobilen, transportfähigen Objekten“ erhalten. Die Auf­stellung von Strandkörben kann somit zeitnah zum Beginn der Sonderöff­nungszeiten in den Ostseebädern erfolgen.