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Kategorie: LK Rostock

 L11: Land investiert in Brücken

Ines Jesse: „Das ist ein wichtiger Beitrag für die Mobilität und die Wirtschaftskraft in M-V“

Rostock – Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert in die Erneue­rung wichtiger Brückenbauwerke im Landkreis Rostock. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infra­struktur, Tourismus und Arbeit, hat sich heute vor Ort an der Landesstraße 11 in Langhagen und Kuchelmiß ein Bild vom aktuellen Baufortschritt gemacht.

Ines Jesse: „Leistungsfähige Landesstraßen sind im länd­lichen Raum besonders entscheidend: Sie sind Lebensadern für unsere Unternehmen und die Menschen vor Ort. Mit der Erneuerung der Brücken an der L 11 sichern wir wichtige Verkehrswege langfristig und fördern die Entwicklungs­perspektiven in der Region nachhaltig“, so Staatssekretärin Jesse. „Die Investitionen in unsere Brücken und Straßen sind ein weiterer wichtiger Beitrag für die Mobilität und die Wirt­schaftskraft in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig pro­fitieren davon auch die Bauwirtschaft und Ingenieur- und Planungsbüros hier bei uns in M-V.“

In Langhagen entsteht ein Ersatzbau über die Bahnstrecke Neustrelitz-Warnemünde. Die Brücke ist Teil der L 11 und damit eine wichtige Verbindung zur A 19. Rund 26 Prozent des Verkehrs entfallen auf den Schwerlastverkehr. Zugleich ist das Bauwerk die Verbindung zwischen den beiden Bahn­steigen des Haltepunkts Langhagen. Neben Treppenanlagen wird daher auch eine barrierefreie Gehwegrampe errichtet.

Die Bauarbeiten haben Ende Juli 2026 begonnen und werden Anfang 2028 fertiggestellt. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 8,9 Millionen Euro. Die Landesstraße L 11 ver­bindet unter anderem Kühlungsborn, Bützow, Krakow am See und Teterow und stellt eine wichtige Verbindung zur Autobahn A 19 dar. Mit der Baumaßnahme wird unter anderem auch sichergestellt, dass ein großes Kieswerk und ein Betonfertig­teilwerk direkt an die Bundesautobahn angeschlossen ist – das ist wichtiger Beitrag in die Zukunft der regionalen Wirt­schaft.

In Kuchelmiß wird eine historische Brücke über die Nebel erneuert. Dabei wird eine Tragkonstruktion aus Stahlbeton über dem Ziegelgewölbe aus dem Jahr 1907 errichtet und mit Naturstein verkleidet. Dadurch fügt sich das Bauwerk gut in die Landschaft ein und das historische Gewölbe kann erhalten werden. Die Kosten von rund 2,2 Millionen Euro trägt das Land. Die Bauarbeiten haben im Januar 2026 begonnen. Ziel ist eine Verkehrsfreigabe bis Ende dieses Jahres.

Darüber hinaus hat sich Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Jesse über den Stand der Planung eines straßenbegleitenden Radweges auf dem Damm zwischen Krakower Ober- und Untersee an der Landesstraße L 204 zwischen Wadehäng und Dobbin informiert.

Für den Erhalt und den Neubau von Bundes- und Landes­straßen in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr Investitionen in Höhe von insgesamt rund 263 Millionen Euro geplant. Davon sind rund 182,4 Millionen Euro für Bundes­straßen und 80,6 Millionen Euro für Landesstraßen vorge­sehen. Im vergangenen Jahr hatten Bund und Land 159,6 Mil­lionen Euro für Straßenbaumaßnahmen in Mecklenburg-Vor­pommern investiert.

Stadt Rostock-Toitenwinkel plant Errichtung einer Jugendhütte

Rostock – Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock beabsichtigt im Fördergebiet Toitenwinkel die Errichtung eines wettergeschützten Unterstandes mit Bänken, Tischen, Liegeflächen und Beleuchtung. Die Jugendhütte soll unweit des Parks an der Dierkower Mühle und in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle Hölderlinweg entstehen.

Sie wird auf einer gemeindeeigenen, öffentlich genutzten Fläche errichtet und zu jeder Zeit für jedermann frei zugänglich sein. Das Vorhaben war ein vielfach geäußerter  Wunsch von Jugendlichen und ist in einer Bürgerprojekt-Abstimmung auf Rang 1 gewählt worden.

Das bestehende Wegenetz und die vorhandenen Grünflächen sind intakt und werden nicht verändert. Die Jugendhütte erhält eine Zuwegung aus Schotterrasen, der mit Betonpflaster eingefasst wird, und eine insektenfreundliche LED-Deckenleuchte.

Die Gesamtkosten werden bei rund 160.000 Euro liegen, wovon rund 146.000 Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund, Land und Gemeinde bereitgestellt werden. Mit dem Bau soll im Oktober begonnen werden; voraussichtlich im Dezember soll die Hütte fertig sein.

Gold für Gemeinde Rühn im Europäischen Dorfwettbewerb

Rühn – Die Gemeinde Rühn aus dem Landkreis Rostock vertrat als Siegerin des 12. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ das Land Mecklenburg-Vorpommern im Europäischen Dorfwettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ und hat in diesem eine Goldmedaille für eine ganzheitliche, nachhaltige, innovative und zeitgemäße Gemeinwesenentwicklung von herausragender Qualität errungen.

„Mit viel Freude habe ich heute von dem großen Erfolg der Gemeinde Rühn nun auch auf europäischer Ebene erfahren. Ich gratuliere der Gemeinde Rühn zu ihrem Erfolg und ihrer beispielhaften Leistung. Bereits als ich im September 2025 die Gemeinde Rühn zur Abschlussfeier im 12. Landeswettbewerb besuchen und ebenfalls mit einer Gold-Medaille auszeichnen durfte, glaubte ich fest daran, dass dies nicht der letzte Erfolg der Gemeinde Rühn sein würde.“ so der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns Dr. Till Backhaus.

Die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hat in dem aktuellen Wettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ der Gemeinde Valposchiavo, Graubünden aus der Schweiz den Award selbst als höchste Auszeichnung zuerkannt. Die weiteren vierundzwanzig teilnehmenden Gemeinden wurden mit Gold (7), Silber (13) und Bronze-Medaillen (4) ausgezeichnet.

Besonders hob die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hervor: „Die Gemeinde Rühn setzt mit gelebter Gemeinschaft und visionärer Baukultur ein starkes Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung. Das Herzstück des Ortes bildet das geschichtsträchtige Kloster Rühn. Lange ungenutzt, wurde das Baudenkmal durch das herausragende Engagement des lokalen Klostervereins vor dem Verfall gerettet, denkmalgerecht saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Heute erstrahlt die Anlage als lebendiges Kultur- und Wirtschaftszentrum. Mit 14 ansässigen Pächtern – von Handwerk und Künstlerschaft über eine eigene Brauerei und eine Ölmühle bis hin zur Gastronomie – verbindet der Ort Denkmalschutz auf vorbildliche Weise mit regionaler Wertschöpfung. Große, vereinsübergreifende Veranstaltungen und Märkte ziehen jährlich zahlreiche Gäste an und stärken das soziale Miteinander im Dorf. Die Gemeinde setzt vorbildlich auf Innenentwicklung und schützt gleichzeitig durch eine gezielte Bebauungsplanung wertvolle Freiflächen.

Großes Augenmerk wird dabei auch auf den Erhalt und die Pflege der den Siedlungsraum umgebenden, historisch gewachsenen Kulturlandschaft gelegt. Rühn beweist eindrucksvoll, wie die Herausforderung, historisches Erbe unter den Anforderungen des Denkmalschutzes zu bewahren, zur Chance werden kann. Ebenso zeigt die Gemeinde, wie durch dörflichen Zusammenhalt und großes ehrenamtliches Engagement ein attraktiver und zukunftsfähiger Lebensraum entsteht.“.

Der Minister ergänzt „Nun wünsche ich der Gemeinde Rühn auch alles Gute im 28. Bundeswettbewerb `Unser Dorf hat Zukunft`. In diesem hatte sich die Gemeinde Rühn der Bundesjury am 10.06.2026 vorgestellt. Die Sieger im Bundeswettbewerb sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Und ich bin guter Hoffnung, dass die beiden bisher erreichten Auszeichnungen Rühns nicht die Einzigen bleiben.“

Neuer Radweg eröffnet

Dr. Wolfgang Blank: „Wir investieren in sichere und attraktive Radwege – gerade im ländlichen Raum.“

Thulendorf – Mit der heutigen feierlichen Eröffnung und Verkehrsfreigabe des neuen Radweges von der B 110 nach Thulendorf ist im Landkreis Rostock eine weitere wichtige Verbindung für den Alltags- und Freizeitradverkehr entstanden. Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat den neuen Abschnitt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises und der Gemeinde offiziell freigegeben.

„Mit dem heutigen Tag schaffen wir die Voraussetzungen für mehr sichere und attraktive Mobilität mit dem Fahrrad. Gerade Kinder brauchen sichere Wege zur Schule. Gleichzeitig erleichtert der neue Radweg vielen Menschen in Thulendorf den Weg zum Bahnhof, zur Amtsverwaltung in Broderstorf oder nach Rostock“, sagte Minister Dr. Blank.

Der neue Radweg verläuft straßenbegleitend entlang der Kreisstraße LRO 120 und verbindet auf einer Länge von rund 1,6 Kilometern die Bundesstraße B 110 mit dem Ort Thulendorf. Entlang der B 110 besteht bereits ein straßenbegleitender Radweg zwischen Rostock und Sanitz. Der neu errichtete Abschnitt hat eine Breite von 2,5 Metern und schließt in Thulendorf an den bestehenden Weg an. Insbesondere verbessert der neue Radweg die sichere Erreichbarkeit der „Grundschule an der Carbäk“ für Schülerinnen und Schüler aus Thulendorf. Darüber hinaus stärkt die Verbindung die Mobilität im ländlichen Raum insgesamt.

Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Landkreis Rostock als Baulastträger mit einem Zuschuss in Höhe von rund 900.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln des Sonderprogramms „Stadt und Land“.

Die aktuellen Ergebnisse der Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ zeigen, dass der Radverkehr in Mecklenburg-Vorpommern bereits einen Anteil von 14 Prozent an allen zurückgelegten Wegen erreicht hat und damit über dem Bundesdurchschnitt von 11 Prozent liegt. Der Radverkehr spielt auch wirtschaftlich eine zunehmend wichtige Rolle. Nach der „Radverkehrsuntersuchung Mecklenburg-Vorpommern 2020–2022“ beträgt der jährliche Bruttoumsatz des Radtourismus im weiteren Sinne im Land rund 1,26 Milliarden Euro. „Mit jedem zusätzlichen Radweg stärken wir deshalb auch den Tourismusstandort Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Minister Dr. Blank.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt derzeit über rund 2.000 Kilometer straßenbegleitende Radwege an Bundes- und Landesstraßen. Rund 52 Prozent der Bundesstraßen sowie rund 32 Prozent der Landesstraßen im Land sind bereits mit straßenbegleitenden Radwegen ausgestattet und liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Im Zeitraum 2015 bis 2025 wurden mehr als 105 Millionen Euro in den Ausbau der Radwege an Bundesstraßen sowie mehr als 86 Millionen Euro in den Ausbau an Landesstraßen investiert. Zusätzlich wurden allein in den Jahren 2024 und 2025 mehr als 52,5 Millionen Euro Fördermittel für den Neubau und die Erhaltung kommunaler Radwege bereitgestellt.

Freigabe der Ortsumgehung Elmenhorst

Ines Jesse: „Mit der neuen Ortsumgehung stärken wir die Mobilität in der Region und steigern die Verkehrssicherheit für die Menschen vor Ort.“

Elmenhorst – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute die neue Ortsumgehung Elmenhorst an der Landesstraße 12 offiziell für den Verkehr freigegeben.

„Die neue Verbindung wird den Durchgangsverkehr in Elmenhorst reduzieren und die Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger spürbar verbessern. Gleichzeitig schafft sie leistungsfähigere Verkehrsverbindungen für Pendler, Wirtschaft und Tourismus in und um Rostock“, betonte Staatssekretärin Jesse. „Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für mehr Sicherheit und bessere Mobilität in der Region.“

Die Ortsumgehung Elmenhorst wurde in mehreren Bauabschnitten realisiert. Nach dem Spatenstich im November 2022 erfolgte zunächst die Anbindung der Mecklenburger Allee an die Ortslage Elmenhorst, die im Juli 2023 termingerecht fertiggestellt wurde. Es folgten die Freigabe der Brücke über den Steinbecker Weg im September 2024, der Kreisverkehr an der Kreisstraße DBR 10 im Januar 2025 sowie der erste größere Streckenabschnitt im April dieses Jahres.

Heute wurde nun der verbleibende Abschnitt offiziell freigegeben. Ab Montagmorgen (21. Juli) wird der Verkehr über die gesamte rund 4,7 Kilometer lange Ortsumgehung geführt. Im Rahmen des Sommerfestes der Gemeinde konnten Interessierte die Strecke vorab zu Fuß oder per Rad erkunden.

Neben klassischen Straßenbaumaßnahmen wurden im Rahmen des Vorhabens auch umfangreiche archäologische Untersuchungen und Kampfmittelsondierungen durchgeführt. Dabei traten bedeutende Funde aus der Jungbronzezeit (1300–800 v. Chr.) und der Römischen Kaiserzeit (0–400 n. Chr.) zutage. Zusätzlich mussten Flakstellungen und Nebelanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg fachgerecht untersucht und gesichert werden.

Die Neubaustrecke umfasst drei Kreisverkehre, ein Brückenbauwerk, zwei Fledermausschutzwände, zwei Regenrückhaltebecken sowie naturschutzfachliche Begleitmaßnahmen und neue Führungen für den Fuß- und Radverkehr. Die Baukosten belaufen sich auf rund 21,2 Millionen Euro und werden vollständig vom Land Mecklenburg-Vorpommern getragen.

„Ich danke allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern sowie den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihre Rücksichtnahme während der Bauzeit. Dank dieser Kooperation konnte das Projekt erfolgreich umgesetzt werden“, betonte Staatssekretärin Jesse. „Ich wünsche allen eine stets sichere und unfallfreie Fahrt.“

Im nun freigegebenen Abschnitt erfolgen bis Ende des Jahres noch letzte Arbeiten – unter anderem werden Bushaltestellen errichtet und zwei Kleingewässer fertiggestellt. Punktuell kann es dabei auch zu temporären Verkehrseinschränkungen kommen.

Bessere Versorgung von Eltern und Kindern in der Region Rostock

Rostock  – Spitzenvertreter der Universitätsmedizin Rostock (UMR) und des Klinikum Südstadt Rostock (KSR) haben sich auf ein Konzept für die Gründung eines durch beide Kliniken getragenen Eltern-Kind-Zentrums (ELKI) geeinigt. Durch vertrauensvolle Gespräche zwischen allen Beteiligten, in die auch die Hanse- und Universitätsstadt sowie die Landesregierung MV eingebunden waren, konnte damit ein Durchbruch bei dem Vorhaben erzielt werden. Der Fokus lag dabei immer auf der nachhaltigen Verbesserung der pädiatrischen Versorgung.

Im Detail ist beabsichtigt, dass in Rostock ein standortübergreifendes Eltern-Kind-Zentrum entsteht. Die jeweiligen medizinischen Fachbereiche Pädiatrie, Kinderchirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie bleiben an den bisherigen Standorten und in der aktuellen Trägerschaft bestehen. Die UMR soll mittelfristig die akademische Leitung der Neonatologie am Standort des Klinikum Südstadt übernehmen. Notwendige kinderchirurgische Operationen an Neugeborenen sollen künftig direkt am Klinikum Südstadt durchgeführt werden. Dabei werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Kliniken ihre Expertise einbringen. Das Leitungsgremium wird aus Vertretern der UMR und des KSR gebildet. An beiden Standorten wird in den Neubau und Modernisierung der Infrastruktur mit dem Ziel eines funktionstüchtigen und gelebten Eltern-Kind-Zentrums investiert.

„Das ist eine tolle Nachricht für unsere Stadt und alle ganz jungen Patientinnen und Patienten“, freut sich Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger. „Die in unserer Stadt vorhandene Kompetenz wird gebündelt und so optimieren wir die medizinische Versorgung. Das neue Eltern-Kind-Zentrum ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung Rostocks als Gesundheitsstandort.“

„Mit einem gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrum in Rostock wächst zusammen, was zusammengehört: Die Universitätsmedizin Rostock und das Klinikum Südstadt Rostock haben in vertrauensvollen und zielorientierten Gesprächen für ein gemeinsames Eltern-Kind-Zentrum zusammengefunden. Es wurde eine Lösung erarbeitet, um die Behandlungsmöglichkeiten im kindermedizinischen Bereich für die Region Rostock und darüber hinaus deutlich zu verbessern. Durch die Einigung wird es zusätzlich möglich, dass wir die vollständige kindermedizinische Facharztweiterbildung anbieten können. Damit steigern wir die Attraktivität unserer Kinder- und Jugendklinik für junge Ärztinnen und Ärzte“, sagte Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock.

Der Ärztliche Direktor des Klinikum Südstadt Rostock,  Prof. Dr. Jan Roesner, begrüßte die Einigung auf ein gemeinsames Eltern-Kind-Zentrum. „Das ist eine gute Nachricht für die Familien in Rostock und MV. Am Klinikum Südstadt entsteht ein hochmodernes Geburtszentrum. Insbesondere die Neonatologie ist dringend auf einen Neubau angewiesen. Wir freuen uns auch, dass kinderchirurgische Eingriffe in Zukunft durch OP-Teams beider Häuser direkt im Geburtszentrum vorgenommen werden können.“

„Neben der vollständigen kindermedizinischen Fortbildung stärkt das ELKI durch die Akademisierung der Neonatologie Forschung und Lehre und leistet mit der Ausbildung unseres medizinischen Nachwuchses, den Studierenden, einen weiteren wichtigen Beitrag für unser Bundesland. Die nun zwischen der Universitätsmedizin Rostock und dem Klinikum Südstadt Rostock erzielte Einigung wird von der medizinischen Fakultät nachdrücklich begrüßt“, führte Prof. Dr. Bernd Krause, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, aus.

Auf die dringend erforderliche Technik-Harmonisierung, Modernisierung und Digitalisierung verwies der Verwaltungsdirektor des Klinikum Südstadt Rostock, Steffen Vollrath. „IT-Systeme und Medizintechnik werden im neuen Eltern-Kind-Zentrum an beiden Standorten auf einen Stand gebracht – somit auch für eine Rotation von Ärzten weiter harmonisiert sowie telemedizinische Plattformen für Kommunikation, Datenaustausch und Befundung geschaffen. Die Klinikinfrastruktur wird durch einen bedarfsgerechten Neubau mit funktionalen und modernen Räumlichkeiten erneuert, der effektive Prozesse wie auch eine bessere Einbindung der Eltern ermöglicht. Von der Optimierung der Versorgung von Frauen und Kindern im größten Geburtszentrum des Landes und unter einem Dach kann dann ganz Mecklenburg-Vorpommern profitieren.“

Gesundheitsministerin Stefanie Drese bezeichnete die nun vereinbarte Zusammenarbeit zwischen UMR und KSR als zukunftsweisend für eine moderne und leistungsfähige kinderärztliche und geburtshilfliche Versorgung. „Besonders Eltern und Kinder profitieren vom neuen, gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrum. So entfällt künftig für Neugeborene, die operiert werden müssen, der Transport zwischen dem KSR und der UMR, da geplante bauliche Maßnahmen die umfassende Versorgung vor Ort ermöglichen. Diese Infrastruktur erleichtert zudem die Behandlung komplexer Krankheitsbilder, die eine enge Kooperation von Kinderchirurgen, Neurochirurgen und weiteren Spezialisten erfordern“, betonte Drese. Das ELKI binde auch niedergelassene Kinderärztinnen und -ärzte ein. „Dadurch entsteht eine sektorenübergreifende, interdisziplinäre Versorgung, die weit über die Region Rostock hinausreicht“, so Drese.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin betonte den großen Schritt, der nicht nur in der medizinischen Versorgung für die Region, sondern auch für den Forschungs- und Studienstandort Rostock durch das neue Konzept gemacht wird: „Mit diesem Konzept wird es gelingen, nicht allein die medizinische Versorgung für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Dieses Eltern-Kind-Zentrum wird auch die Aus- und Weiterbildung der Ärzte in Rostock weitaus attraktiver machen. Die Universitätsmedizin kann damit ein viel umfassenderes medizinisches Fächerspektrum anbieten und zukünftig auch den vollständigen ärztlichen Aus- und Weiterbildungskanon gewährleisten.

Das macht unsere Universitätsmedizin Rostock nicht nur als Forschungsstandort attraktiver, sondern wir gewinnen so als zeitgemäß aufgestellter Maximalversorger an Attraktivität im Wettbewerb. Mit der vorgesehenen Kernsanierung sowie dem Erweiterungsbau des Gebäudes der Universitären Kinder- und Jugendklinik am Standort Schillingallee wird die Notfall- und Intensivversorgung der Kinder und Jugendlichen im Land auf ein neues Level gebracht werden. Insofern ist das gemeinsame ELKI nicht nur medizinisch, sondern auch baulich und akademisch eine hervorragende Lösung.“

Für das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum soll zeitnah ein neuer Kooperationsvertrag zwischen beiden Häusern geschlossen werden. Durch einen künftigen Ausbau der Digitalisierung und eine Intensivierung der Telemedizin könnten perspektivisch umliegende Geburtskliniken und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte angebunden werden.

Die enge Verzahnung zwischen UMR und KSR bildet sich auch in den Leitungsstrukturen des gemeinsamen ELKI ab: Der Vorstand der UMR und die Klinikdirektion des KSR stehen gemeinsam für die Leitung des ELKI. Fachlich wird das Zentrum durch ein Medical Board geleitet, dem die Ärztliche Vorständin der UMR, der Ärztliche Direktor des KSR sowie der Klinikdirektor der Kinder- und Jugendklinik der UMR, der Klinik für Kinderchirurgie der UMR, der Universitätsfrauenklinik der UMR am KSR und die Leitung der Klinik für Neonatologie angehören. Sowohl am Campus Schillingallee der UMR als auch am KSR sind umfangreiche Baumaßnahmen und Investitionen zur Etablierung des neuen Eltern-Kind-Zentrums notwendig. Im Klinikum Südstadt soll ein neues Geburtszentrum gebaut werden. An der UMR stehen der Ersatzneubau des Mittelflügels und darüber hinaus eine Sanierung der Universitätskinder- und Jugendklinik sowie erweiterte Räumlichkeiten für das Sozialpädiatrische Zentrum an.

Die Beteiligten sind sich darüber einig, dass nur durch die enge Kooperation das von allen Seiten als dringend notwendig beschriebene Eltern-Kind-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern entsteht. Gemeinsam übernehmen die Universitätsmedizin Rostock und das Klinikum Südstadt Rostock die Verantwortung, sodass sich die Versorgung von Kindern und Eltern durch das ELKI verbessert – in Rostock, dem Landkreis und Mecklenburg-Vorpommern.

Backhaus setzt mit Grundschülern 60 Störe in die Ostsee

Rostock – Gemeinsam mit einer zweiten Klasse der Christophorus-Grundschule Rostock und Mitarbeitenden der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA MV) hat Umweltminister Dr. Till Backhaus heute an einer Stör-Besatzaktion in Rostock/ Hohe Düne teilgenommen. Unter dem Motto „Stör macht Schule“ wurden insgesamt 60 ca. 1kg schwere Baltische Störe eingesetzt.

„Die heutige Aktion macht die Kinder auf aktive Art und Weise mit dem als ‚lebendes Fossil‘ geltenden Stör vertraut. Galt doch der Wanderfisch, der mehr als 200 Millionen Jahre Evolution überdauert hat, in der Ostsee seit den 1970er Jahren als ausgestorben. Die Wiederansiedlung des Baltischen Störs wird seit Mitte der 1990er Jahre intensiv von der LFA MV zusammen mit Partnern in Deutschland und darüber hinaus vorangetrieben.

Basierend auf genetischen Untersuchungen wurde 2002 entschieden, den nordamerikanischen Atlantischen Stör (Acipenser oxyrinchus), die auch für den Baltischen Raum ursprüngliche Art, in der Ostsee wiederanzusiedeln. Dazu wurden ab 2005 und 2006 Laichtiere aus Kanada importiert und seit 2010 erfolgreich an der LFA MV vermehrt.

Die LFA spielt eine zentrale Rolle bei der Wiederansiedlung des Störs im Baltischen Raum. Nicht nur durch die Anwendung der verschiedenen Untersuchungssysteme hat sich besonders das Institut für Fischerei der LFA international als Ansprechpartner etabliert. Das Ziel der Wiederansiedlung des Baltischen Störs als Teil der Biodiversitätsstrategie zeigt schon jetzt erste Erfolge. So wurden seit der ersten Vermehrung in der Forschungsanlage in Born/ Darß neun Millionen Larven erbrütet.

Seit 2006 wurden in Deutschland rund 4,4 Millionen Baltische Störe besetzt. Weiterhin haben Kooperationspartner aus Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, und Estland zwischen 2020 und 2024 mehr rund fünf Millionen Larven ausgesetzt. Das derzeit größte Weibchen in Born, welches zur Reproduktion der Larven beiträgt ist, 2,5 Meter lang und 120 Kilo schwer. Ihr Alter wird auf mindestens 35 Jahre geschätzt. Darüber hinaus konnten mit verschiedenen Anpassungen bei der Reproduktion die Erfolge deutlich verbessert werden.

Allein 2024 wurden insgesamt 2,3 Millionen Störlarven erbrütet. Das ist das Siebenfache gegenüber 2010. Die Befruchtungsrate lag bei 90,6 Prozent, die Schlupfrate bei 78 Prozent. An der Vermehrung nahmen in den vergangenen beiden Jahren erstmals auch junge Nachwuchslaichtiere teil. Sie wurden aus anderen Haltungsanlagen nach Born überführt und in den Laichtierbestand integriert“, sagt der Minister.

Erst kürzlich besuchte eine Delegation des Landwirtschaftsministeriums und des Fischereidienstes Litauen das Institut für Fischerei der LFA MV für den fachlichen Austausch für zukünftige wissenschaftliche Kooperationen. Litauen erhielt bereits von der LFA MV potentielle Laichtiere zur Etablierung eines eigenen Laichtierbestandes. Zum ersten Mal nahmen Experten aus Litauen auch an der diesjährigen Reproduktion teil, um von der Expertise LFA MV zu profitieren. So soll künftig die Reproduktion des Baltischen Störs im eigenen Land vorangebracht werden.

Bei der ersten erfolgreichen Reproduktion dieses Jahres schlüpften vor wenigen Tagen ca. 850.000 Larven. Neben Litauen haben bereits die Partnerländer Lettland, Schweden, Estland und Polen die Abholung von Larven für Besatzmaßnahmen in den eigenen heimischen Fließgewässern bestätigt.

30. Gemeinsame Tagung

Austausch zwischen Amtsärzten und Amtstierärzten ist in dieser Form bundesweit einmalig

Rostock – Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm betonte auf der 30. Gemeinsamen Tagung der Amtsärzte und Amtstierärzte am (heutigen) Mittwoch in Rostock die hohe Bedeutung von interdisziplinären Ansätzen für eine zukunftsorientiere Gesundheitsversorgung. „Mensch, Tier und Umwelt bedingen sich gegenseitig, und dass in Zeiten des Klimawandels zunehmend. Der Austausch über Fachgrenzen hinweg ist deshalb elementar, um Gesundheitsherausforderungen zu begegnen und zu vermeiden“, erklärte Grimm zum Auftakt der Tagung.

Beispielhaft führte Grimm Zoonosen und damit Krankheiten wie die Vogelgrippe oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) an, die von Tieren auf den Menschen übergehen können. „Besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Eingriffe des Menschen in den Lebensraum der Tiere, einer hohen globalen Mobilität aber auch des Klimawandels ist die enge Zusammenarbeit also wichtiger denn je, um effektive Strategien zu entwickeln“, betonte die Staatssekretärin.

Sie sei deshalb erfreut, dass eine solche Zusammenarbeit im Sinne des „One Health“ Ansatzes in Mecklenburg-Vorpommern bereits seit drei Jahrzehnten rege gelebt wird – und damit lange bevor der Begriff One Health in der Forschung überhaupt richtig Fuß gefasst habe. „Die Idee, Amtsärzte und Amtstierärzte zusammenzubringen, ist in dieser Form bis heute bundesweit einmalig“, hob Grimm hervor.

Der Zusammenschluss sei dabei keine Selbstverständlichkeit. „Dieses Engagement kostet Zeit, insbesondere wenn das Wissen aus verschiedenen Fachrichtungen gebündelt werden muss. Auch lässt sich nicht jede Methodik deckungsgleich übertragen. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir den Weg zu einer krisenfesten Gesundheitsvorsorge nur gemeinsam gehen können. Der Dank der Landesregierung gebührt allen Amtsärzten und Amtstierärzten für diesen wichtigen Einsatz für die öffentliche Gesundheit“, so Grimm.