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Kategorie: Digitalisierung / IT / Technik / KI

Meilenstein für die Verwaltungsdigitalisierung

Lenkungsausschuss E-Government macht Weg frei für zukunftsweisende Projekte in MV

Schwerin – In seiner Sitzung am 7. April 2026 hat der Lenkungsausschuss für E-Government entscheidende Beschlüsse zur Modernisierung der Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern gefasst. Hierzu zählen unter anderem die Freigabe umfangreicher Mittel für Schlüsselprojekte der Registermodernisierung und der Informationssicherheit. Hierdurch stellen Land und Kommunen gemeinsam die Weichen für eine effiziente, sichere und bürgerfreundliche digitale Verwaltung.

Angesichts des Fachkräftemangels, sinkender finanzieller Spielräume und einer stetig steigenden technologischen Komplexität setzen das Land und die kommunale Ebene auf einen konsequenten Schulterschluss.

Zentrale Beschlüsse zur Registermodernisierung

Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Umsetzung der bundesweiten Registermodernisierung. Ziel ist es, das „Once-Only-Prinzip“ Realität werden zu lassen: Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen Nachweise künftig nur noch einmalig an die Landesverwaltung erbringen müssen. Hierzu wurden Mittelfreigaben für folgende Projekte beschlossen, die nun angeschoben werden können:

  • NOOTS-Anbindung in M-V: Mit dem Anschluss an das Nationale Online-Optimierungs-Tool-System (NOOTS) wird die technische Brücke geschlagen, um Daten sicher und verschlüsselt aus den Registern abzurufen.
  • Once-Only-Befähigung des MV-Serviceportals: Das zentrale Portal wird so weiterentwickelt, dass Antragsdaten direkt mit den erforderlichen Registern kommunizieren können, was die Bearbeitungszeiten in den Behörden massiv verkürzt.
  • Anbindung des Personenstandsregisters an IDA und DSC: Durch die Verknüpfung mit dem Identitätsmanagement (IDA) und dem Datenschutzcockpit (DSC) wird sichergestellt, dass Datenabrufe transparent und unter voller Kontrolle der Bürgerinnen und Bürger erfolgen.

Sicherheit als Fundament: Vorbereitung der Umsetzung von Maßnahmen aus der Taskforce Informationssicherheit

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der „TaskForce Informationssicherheit“ werden landesweit einheitliche Sicherheitsmaßnahmen, wie ein umfangreicheres Landesdatennetz, tiefergehend ausgearbeitet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Verwaltungen gegen die wachsende Gefahr von Cyberangriffen zu rüsten. Dies unterstützt auch die Umsetzung des neuen Informationssicherheitsgesetzes M-V, das das Sicherheitsniveau in der Fläche erhöhen soll.

Dr. Heiko Geue, Finanz- und Digitalisierungsminister M-V: „Die Beschlüsse sind ein wichtiger Meilenstein für mehr IT-Sicherheit und gemeinsame digitale Standards von Land und Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern. Ich danke allen Beteiligten! Dank der bis zu 150 Millionen Euro, die aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern investiert werden können, kommen wir unserem Ziel einer bürgernäheren, effizienteren und resilienteren Verwaltung hiermit deutlich näher.

Marco Anschütz, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung im Finanzministerium M-V: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Antwort auf den demografischen Wandel. Mit der Anbindung an das NOOTS und der Registermodernisierung schaffen wir die Basis für eine Verwaltung, die proaktiv arbeitet und ihre Bürgerinnen und Bürger entlastet. Wir gehen diesen Weg konsequent Seite an Seite mit den Kommunen.“

Andreas Wellmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städte- und Gemeindetages M-V: „Die Beschlüsse des Lenkungsausschusses sind ein starkes Signal, dass das Land seine Verantwortung für unsere Städte und Gemeinden sieht, wenn digitale Prozesse für die Menschen im Land gut funktionieren sollen. Das geht nur gemeinsam, wobei das Land den Rahmen setzen muss. Durch eine moderne, automatisierte Registerlandschaft werden Prozesse schneller und einfacher; vor allem können wir dem Fachkräftemangel in den Rathäusern etwas entgegensetzen und gleichzeitig für die Menschen vor Ort erreichbar bleiben.“

Matthias Köpp, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landkreistages M-V: „Die Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern sind zentrale Dienstleister für unsere Bevölkerung, weil sie eine Vielzahl gesetzlicher Aufgaben umsetzen. Für jede Aufgabe ist es bisher notwendig, Daten erneut bei den Antragsstellern abzufragen, die bereits im Rahmen anderer Leistungen erhoben wurden. Mit den Beschlüssen des Lenkungsausschusses werden erste Schritte auf den Weg gebracht, künftig solche mehrfachen Datenerhebungen zu vermeiden. Damit würde künftig der Aufwand der Bürgerinnen und Bürger bei Antragsstellungen für verschiedene Leistungen deutlich reduziert werden. Trotzdem haben wir noch einen längeren Weg vor uns, den wir aber konsequent weiter gehen müssen.“

Fazit

Land und Kommunen betonen abschließend, dass moderne Verwaltungsdigitalisierung nur im Verbund gelingen kann. Die Beschlüsse sind ein entscheidender Schritt, um Mecklenburg-Vorpommern als modernen Wirtschaftsstandort und lebenswerte Heimat für seine Bürgerinnen und Bürger zu stärken.

Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in M-V

Schwerin – Im Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2026 wurde die koordinierte Landesmaßnahme zur Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in MV durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des bundesweiten Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) realisiert und durch Mittel der Europäischen Union im Programm NextGenerationEU finanziert, teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Abschluss der Digitalisierungs-Maßnahme am Mittwoch in Schwerin mit.

Zur Förderung der Digitalisierung und Stärkung des ÖGD in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben von Drese insgesamt 6,39 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hauptbestandteil ist dabei die gemeinsam vom Gesundheitsministerium mit den kommunalen Gesundheitsämtern erarbeitete Digitalisierungsstrategie (Digitalisierungsstrategie für den ÖGD in MV).

„Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, den ÖGD zu modernisieren und bürgerfreundlicher zu machen“, betonte Drese. „Unser Ziel ist es, im ÖGD auf unterschiedliche Krisenfälle bestmöglich vorbereitet zu sein. Das geht nur mit einer modernen Ausstattung und effizienten Abläufen, die die Beschäftigten unterstützen und Behördenanliegen für Bürgerinnen und Bürger so einfach wie möglich machen“, so die Ministerin.

Zur Verbesserung der Krisenfestigkeit der Gesundheitsämter wurden laut Drese zudem Fortbildungen über den gesamten Projektzeitraum hinweg finanziert, sowie ein Rahmenschulungskonzept erstellt, welches zukünftig dabei helfen soll, die Fähigkeiten des Personals im ÖGD zu sichern. Hierzu trage auch die bedarfsweise Finanzierung von Hard- und Software sowie Schnittstellen in einzelnen Gesundheitsämtern bei.

„Darüber hinaus konnten innerhalb des Projekts die notwendigen Weichenstellungen für die Anbindung der Gesundheitsämter und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) an die Telematikinfrastruktur gelegt werden“, führte Drese weiter aus.

Über ein sogenanntes Sicherheitsgateway wird zukünftig die direkte und sichere digitale Kommunikation der Gesundheitsämter und des LAGuS untereinander sowie zu den Ärzten und Krankenhäusern gewährleistet sein.

Drese: „Ein ganz konkretes Beispiel ist, dass die Meldungen der Kindervoruntersuchungen durch die Ärzte an das Landesamt für Gesundheit und Soziales zukünftig digital über die Telematikinfrastruktur ablaufen können.“

Mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umgehen

Land unterbreitet zahlreiche Angebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag. Ziel ist es, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen zu befähigen, die Chancen der Technologie sinnvoll zu nutzen und ihre Grenzen kritisch zu hinterfragen. „In der Schule wird Künstliche Intelligenz zur individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Aber KI hilft auch Lehrkräften beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wie wir diese neuen Möglichkeiten gewinnbringend einsetzen können, ist vor allem eine Frage der Medienkompetenz.“

Lehrkräften steht eine Handreichung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ klärt auf, was generative KI-Systeme sind und was sie leisten können. Lehrkräfte erfahren, wie sie diese Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung nutzen und wie sie Aufgaben erstellen, die weniger anfällig dafür sind, ausschließlich von einer generativen KI erledigt werden zu können.

Das Land hat zudem die Regelungen bei der Leistungsbewertung angepasst. „Bei Hausaufgaben und bei Hausarbeiten muss deutlich werden, wo die Eigenleistung der Schülerin bzw. des Schülers liegt und die Urheberschaft muss klar erkennbar sein“, erklärte die Bildungsministerin. „In der aktuellen Leistungsbewertungsverordnung heißt es: „Sofern bei der Erstellung von Hausaufgaben und Hausarbeiten externe Hilfen oder Quellen verwendet wurden, sind diese vollumfänglich anzugeben und kenntlich zu machen. Dies gilt auch für die Nutzung generativer Anwendungen im Rahmen der Künstlichen Intelligenz.“

Um den Einsatz von KI im Unterricht zu unterstützen, macht das Land viele Angebote. Dazu zählen Fortbildungen, Webinare, digitale Materialien und konkrete Anwendungen für den Unterricht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der Lehrkräfte. In der vergangenen Woche hat das Bildungsministerium zum Beispiel die Fachtagung „KI in MV“ in Rostock veranstaltet. Die Fortbildung verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 300 Vertretungen von Schulleitungen. Im Zentrum stand die Frage, wie die neue Technologie pädagogisch sinnvoll, rechtssicher und verantwortungsvoll in der Schule eingesetzt werden kann. Geplant ist auch, dass sich der bestehende Podcast „IQ M-V trifft“ mit dem ersten KI-Gesetz und Deepfakes befasst.

Ein weiteres Beispiel ist das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird. Schülerinnen und Schüler erhalten automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Kinder und Jugendliche brauchen Feedback beim Lernen. Das verleiht ihnen Sicherheit im Anwenden ihrer Lernstrategien. Hier bietet KI eine große Hilfestellung“, sagte Oldenburg weiter. Das datenschutzkonforme Tool „FelloFish“ ist ein KI-Tool, das Schülerinnen und Schülern Echtzeitfeedback zu den Aufgaben gibt, die sie gelöst haben. Sie erhalten Hinweise, wie sie ihre Schreibkompetenzen verbessern können und Rückmeldungen, die ihre Motivation stärken.

Im Mittelpunkt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule steht ein ganzheitlicher Ansatz: KI wird als Querschnittaufgabe in allen Fächern verankert. Neben der Anwendung geht es insbesondere um das Verständnis der Funktionsweise, von Möglichkeiten und Grenzen sowie um kritisches Denken und Eigenverantwortung. „Künstliche Intelligenz kann eine große Hilfe sein und eröffnet beim Lernen neue Möglichkeiten. In der Schule geht es jedoch in erster Linie um die Vermittlung einer guten und soliden Allgemeinbildung. Die Bereitschaft, sich anzustrengen und eigenständiges Arbeiten gehören weiterhin dazu“, betonte Oldenburg.

Der Umgang mit KI wird auch in den Rahmenplänen verankert, hier insbesondere im Fach Informatik und Medienbildung. Seit dem Schuljahr 2019/2020 steht an allen weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 das einstündige Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ auf dem Stundenplan. Schülerinnen und Schüler erlangen in diesem Fach grundlegendes Wissen über Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. Es schafft die Grundlagen für die Nutzung digitaler Medien in den anderen Fächern, die sich damit stärker auf die inhaltliche Auseinandersetzung, die Wirkung von Medien sowie deren verantwortungsbewusste Nutzung konzentrieren können.

Schwesig: Die wirtschaftlichen Chancen von KI nutzen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat  dafür geworben, die sich aus der Nutzung von künstlicher Intelligenz ergebenden wirtschaftlichen Chancen zu nutzen, gleichzeitig aber auch die Risiken für die Arbeitswelt zu beachten.

„Mit künstlicher Intelligenz sind Ängste vor dem massiven Verlust von Routinearbeitsplätzen in der Buchhaltung, im Kundenservice, durchaus auch bei Ingenieuren und Programmierern verbunden. Auf der anderen Seite muss KI programmiert, überwacht, gewartet und weiterentwickelt werden. Dafür braucht es Fachkräfte. Außerdem kann der strategische Einsatz von künstlicher Intelligenz im Unternehmen durchaus ein Mittel gegen den Fachkräftemangel sein“, erklärte Schwesig auf dem Jahresempfang der IHK zu Schwerin, der sich in diesem Jahr mit den Chancen Künstlicher Intelligenz befasst.

Die Landesregierung unterstütze die Wirtschaft bei der Erschließung neuer Potenziale. „Nach dem Ideenaufruf „Künstliche Intelligenz“ im vergangenen Jahr haben wir 900.000 Euro für Projektideen in Unternehmen bewilligt. Wir haben das Zukunftszentrum MV und das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 mv-works; Beide stehen Unternehmen bei Modernisierungsprozessen zur Seite. Die Landesregierung unterstützt die Wissenschaft und die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft durch das Zentrum für Künstliche Intelligenz und Data Science der Universität Rostock. Alles das wird mit Mitteln von Land, Bund und EU gefördert. Und wir erarbeiten weitere Fördermöglichkeiten für Anwendungen von Künstlicher Intelligenz, auch bei IT-Sicherheit und Cybersicherheit. Dafür haben wir noch einmal 1,5 Millionen Euro vorgesehen“, sagte Schwesig.

Es sei das gemeinsame Anliegen von Landesregierung und Wirtschaft, Mecklenburg-Vorpommern weiter wirtschaftlich voranzubringen und Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Die Landesregierung setze in der Wirtschaftspolitik vier Schwerpunkte. Das Land unterstütze die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. „Zwischen 2022 und 2024 haben wir insgesamt 185 Unternehmensansiedlungen oder Erweiterungen gefördert. Dadurch konnten etwa 5700 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden“, erläuterte Schwesig. Gerade der Industriestandort Schwerin entwickele sich gut. „Hier im Industriepark Schwerin hat sich Junge Fahrzeugbau angesiedelt. Ypsomed erweitert seine Produktion.“

Der zweite Schwerpunkt sei die gezielte Förderung von Wachstumsbranchen. „Der Tourismus hat 2024 sein zweitbestes Saisonergebnis erzielt und läuft 2025 auf ein noch besseres Ergebnis zu. Die maritime Wirtschaft hat auch dank der Unterstützung des Bundes neue Zukunftsperspektiven“. Auch die Gesundheitswirtschaft und die Land- und Ernährungswirtschaft befänden sich auf einem guten Weg. Handwerk und Mittelstand bildeten das wirtschaftliche Rückgrat des Landes.

Ein weiterer Schwerpunkt sei der Bürokratieabbau. „Ein Beispiel, wo wir vorangekommen sind, ist die Erhöhung der Wertgrenzen bei öffentlichen Ausschreibungen. Bauleistungen zum Beispiel können bis 200.000 Euro freihändig und bis eine Million Euro nach beschränkter Ausschreibung vergeben werden. Das bedeutet: Aufträge werden schneller vergeben. Kleine und mittlere Unternehmen haben bessere Chancen auf öffentliche Aufträge. Kommunen können schneller und unbürokratischer handeln“, sagte die Ministerpräsidentin.

Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung sei auch der Ausbau der Infrastruktur. Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 investiere das Land 1,7 Milliarden Euro bzw. 1,6 Milliarden Euro. „Dazu kommen die Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. Davon profitieren die Unternehmen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz konkret. Wir halten die Investitionsquote weiter hoch. Das ist wichtig vor allem für die Bauwirtschaft und das Handwerk.“

Kinder- und Jugendschutz in sozialen Medien aus

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat  auf der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder eine Mehrheit für einen Antrag zum besseren Kinder- und Jugendschutz in den Sozialen Medien gefunden.

„Ich bin sehr dankbar, dass sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs gemeinsam zu einem besseren Kinder- und Jugendschutz bekannt haben. Das ist ein wichtiges Signal in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte. Wir müssen unsere Kinder besser vor Gefahren im Internet wie Desinformation, Hass und Hetze, sexualisierter Gewalt, Suchtmechanismen und psychischen Belastungen schützen“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig.

Die Länder fordern die Anbieter von Social Media-Plattformen auf, das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen mit Medien und deren Schutz vor systemischen Risiken über die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu stellen. Die Ergebnisse der vom Bund eingesetzten Expertenkommission müssten gemeinsam ausgewertet werden, auch mit Blick auf Altersbegrenzungen beim Zugang zu sozialen Medien und die altersgerechte Ausgestaltung von Angeboten.

„Wenn die Plattformen nicht handeln, muss der Staat das tun. Ich plädiere für einen Stufenplan: ein Verbot bis 14 Jahre und jugendgerechte Angebote bis 16 Jahre. Auch viele andere Ministerpräsidenten plädieren für einen solchen Stufenplan. Ich hoffe sehr, dass es dem Bund gelingt, eine Lösung zu finden.“

 In einem weiteren Beschluss bitten die Länder den Bund, zusätzliche Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Eisenbahnunternehmen zu ergreifen. Dazu gehören neben dem Ausbau der Videoüberwachung und der Ausstattung mit Notfallknöpfen auch die bessere Kontrollierbarkeit von Tickets durch Fotos. „Ich bin auch offen für den Vorschlag aus Rheinland-Pfalz, dass das Deutschlandticket künftig mit einem Foto versehen sein muss. Die Vorfälle der letzten Zeit haben gezeigt, dass die Beschäftigten der Eisenbahn-Unternehmen besser geschützt werden müssen.“

Mehr Schutz in der Schule und im digitalen Raum

Kinder- und Jugendmedienschutztagung 2026 an der Universität Greifswald

Greifswald – Social Media, Online-Spiele und Messenger Chats gehören für Kinder und Jugendliche heute zum Alltag – persönliche Treffen mit Freundinnen und Freunden werden nicht selten durch digitale Begegnungen ersetzt. Junge Menschen stehen täglich im Spannungsfeld zwischen intensiver Mediennutzung und realer Lebenswelt. Um Kinder und Jugendliche wirksam vor Gewalt,

Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt zu schützen, sind tragfähige Schutzkonzepte und eine starke, präventiv ausgerichtete Schulkultur notwendig. Darüber sprechen Expertinnen, Experten, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte von Schulen und der Jugendhilfe bei der Kinder- und Jugendmedienschutztagung Mecklenburg-Vorpommern am 24. Februar 2024 an der Universität Greifswald.

Tom Scheidung, Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern: „Schulen sind Orte des Lernens, des Miteinanders und des Vertrauens. Damit sie es bleiben, brauchen sie starke Schutzkonzepte – sowohl analog als auch digital. Die Kinder- und Jugendmedienschutztagung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Lehrkräfte zu sensibilisieren, Handlungssicherheit zu stärken und eine Schulkultur zu fördern, in der Sicherheit, Respekt und Teilhabe selbstverständlich sind.“

Dr. Christian Frenzel, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Bau Mecklenburg-Vorpommern: „Schutzkonzepte sind ein zentrales Instrument der Gewaltprävention – in der Schule ebenso wie im digitalen Raum. Der wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen gelingt nur im engen Zusammenspiel von Bildung, Prävention und Sicherheitsbehörden. Die Fachtagung schafft hierfür einen wichtigen Rahmen, um diejenigen zu vernetzen, die Verantwortung tragen und mit ihnen gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Prof. Dr. Ines Sura-Rosenstock, Lehrstuhl für Medienpädagogik und Medienbildung, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Greifswald: „Schutzkonzepte entfalten ihre Wirkung dort, wo Schule als gemeinsamer Schutz- und Entwicklungsraum verstanden wird. Die Kinder- und Jugendmedienschutztagung bringt wissenschaftliche Erkenntnisse und schulische Praxis zusammen und stärkt damit die professionelle Handlungssicherheit aller Beteiligten. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche nachhaltig zu schützen und ihre Beteiligung an einer respektvollen und sicheren Schulkultur zu fördern.“

Die Fachtagung mit dem Titel „Analog. Digital. Sicher. Schutzkonzepte für eine starke Schulkultur“ ist eine Kooperationsveranstaltung des Innenministeriums mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, dem Landeskriminalamt, der Universität Greifswald und dem Medienpädagogischen Zentrum des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Im Fokus stehen die Prävention sexualisierter Gewalt, die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an Schutzprozessen sowie die Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen.

In Gesprächsforen, Fachvorträgen und praxisnahen Workshops beleuchten Expertinnen und Experten aus Bildung, Psychologie, Wissenschaft, Polizei, Justiz sowie der Kinder- und Jugendhilfe konkrete Handlungsmöglichkeiten. Impulse geben unter anderem Prof. Dr. Simone Pülschen und Dr. Elisabeth Quendler-Adamo.  

Maßnahmen des Landes gegen Gewalt  

Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen zur Stärkung des Kinderschutzes und der Gewaltprävention an Schulen auf den Weg gebracht. Das Bildungsministerium hat mit dem neuen Anti-Gewalt-Konzept und der landesweiten Aufklärungskampagne zu den Themen psychische Belastungen und sexualisierte Gewalt den Kinderschutz und die Gewaltprävention an unseren Schulen zusätzlich gestärkt.

Zugleich setzt das Land auf die kontinuierliche Sensibilisierung und Qualifizierung von Lehrkräften, damit sie handlungssicher werden. Das Medienpädagogische Zentrum bietet hierzu Fortbildungen im Bereich der Medienbildung, Digitalisierung und Prävention in unterschiedlichen Veranstaltungen an. Auch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Innenressort, insbesondere im und mit dem Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung, trägt dazu bei, Schutzräume zu schaffen – in der Schule, im digitalen Raum und im gesellschaftlichen Umfeld.

Senioren-Internet-Initiativen im ländlichen Raum gesucht

DigitalPakt Alter fördert

Schwerin – Im Jahr 2023 ist das Land Mecklenburg-Vorpommern dem DigitalPakt Alter beigetreten. Dieser geht auf die Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft für Seniorenorganisationen (BAGSO) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zurück und hat sich die Förderung digitaler Kompetenzen von älteren Menschen zur Aufgabe gemacht.

„Innerhalb des Paktes stehen nun wieder Fördermittel für Senioren-Internet-Initiativen bereit. In diesem Jahr werden dabei gezielt Angebote im ländlichen Raum gesucht“, warb Sozialministerin Stefanie Drese heute für die Teilnahme von Initiativen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Noch bis zum 28. Februar können sich demnach Träger von Angeboten, die ältere Menschen bei der digitalen Teilhabe oder dem Kompetenzerwerb unterstützen, für die Förderung bewerben. „Neben einer finanziellen Förderung in Höhe von 2.000 Euro, etwa für neue Anschaffungen, Arbeitsmaterialien oder für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, profitieren die ausgewählten Erlebnisorte auch von einer professionellen Begleitung, Schulungen und einer stärkeren Vernetzung untereinander“, hob die Ministerin hervor.

Strukturschwächere Regionen mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern werden bei der Auswahl der Projekte in diesem Durchlauf bevorzugt. „In meinen Augen ist das eine Chance für viele unserer kleineren Projekte im Land, die genau dort ihre Dienste anbieten, wo die digitale Teilhabe den größten Unterschied macht“, hob Drese hervor.

So könne allein die Fähigkeit, selbstständig online Tickets zu erwerben, etwa für Bus, Bahn und Kultur oder der schnellere Draht zur Familie via Videotelefonie einen großen Unterschied für die selbstständige Lebensgestaltung bedeuten.

„Ich hoffe deshalb, dass unter den 25 geförderten Initiativen auch viele aus MV vertreten sein werden“, so die Ministerin. Eine Bewerbung ist noch bis zum Monatsende möglich. Sie muss per Online-Formular abgegeben werden, Bewerbungen per Post, E-Mail oder Fax sind nicht möglich. Weitere Informationen zum Förderprogramm sowie Antworten auf häufige Fragen finden Interessierte unter

 https://www.digitalpakt-alter.de/digitalpakt-alter/unser-foerderprogramm/foerderung-fuer-den-laendlichen-raum/.

14. Fachkongresses des IT-Planungsrats 2026

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern richtet in diesem Jahr den 14. Fachkongress des IT-Planungsrats aus. Am 18. und 19. März 2026 treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen in Hohe Düne (Rostock-Warnemünde), um über die Zukunft der digitalen Verwaltung in Deutschland zu diskutieren und neue Impulse für die föderale Zusammenarbeit zu setzen.

Der Fachkongress steht unter dem Motto „Digitale Horizonte – Gemeinsam Kurs auf morgen setzen“ und bietet zwei Tage voller Fachforen, Workshops und Diskussionsrunden. Im Mittelpunkt stehen Themen wie digitale Souveränität, nachhaltige Verwaltungsmodernisierung, Nutzerorientierung, Künstliche Intelligenz in der Verwaltung sowie Kooperation im föderalen System.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue: „Mit dem Fachkongress des IT-Planungsrats holen wir die bundesweite Digitalcommunity der Verwaltung nach Mecklenburg-Vorpommern. Wir wollen zeigen, dass Digitalisierung in einem Flächenland wie MV mit Mut, Kooperation und Innovation gelingen kann. Unser Ziel ist es, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen für eine moderne, bürgernahe Verwaltung zu gestalten.

Der Fachkongress des IT-Planungsrats ist das zentrale jährliche Vernetzungstreffen für die Digitalisierungsakteurinnen und -akteure der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Rund 400 Teilnehmende aus Bund, Ländern und Kommunen werden in Hohe Düne erwartet.

Die Veranstaltung soll dazu beitragen, die föderale Digitalstrategie in die praktische Wirksamkeit zu bringen. Die Strategie ist ein Gesamtkonzept, das sich aus drei klar aufeinander aufbauenden Teilen zusammensetzt:

  1. Die Dachstrategie legt die übergeordneten Leitlinien und Grundprinzipien fest.
  2. Die Schwerpunktthemen konkretisieren diese Leitlinien für zentrale Bereiche der Verwaltungsdigitalisierung wie KI, digitale Souveränität oder Interoperabilität.
  3. Die zentrale Portfoliosteuerung stellt sicher, dass die Projekte der föderalen Ebene wirksam auf die Ziele der Strategie einzahlen. Sie wird jährlich evaluiert, um Fortschritte und Zielerreichung zu prüfen.

Der Fachkongress wird gemeinsam vom Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern und der FITKO – Föderale IT-Kooperation organisiert. Ziel ist es, aktuelle Projekte, Strategien und Zukunftsthemen der Verwaltungsdigitalisierung im föderalen Kontext zu präsentieren und miteinander zu diskutieren.

Die Teilnahme richtet sich ausschließlich an Beschäftigte aus Behörden und Ministerien, aller föderalen und hierarchischen Ebenen.

Das Veranstaltungsprogramm sowie Informationen zur Anmeldung sind auf der Website des Fachkongresses des IT-Planungsrats verfügbar.