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10. Breitbandforum: Glasfaser in MV auf der Zielgeraden

Schwerin – Anfang 2016 hatten nur rund 2,1 Prozent der Haushalte im Land einen Glasfaseranschluss. Heute ist Glasfaser für fast 70 Prozent verfügbar.

„Was in den vergangenen zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern erreicht wurde, kann sich sehen lassen. Alle Beteiligten können stolz auf sich sein“, sagt der Minister für Inneres und Bau Christian Pegel und: „Das Ziel einer flächendeckenden Versorgung mit Glasfaser ist in Sicht. Das motiviert für den Rest des Weges.“

Laut BREKO-Marktanalyse sind im Nordosten 68,2 Prozent der Adressen ausgebaut, bundesweit sind es 62 Prozent. Bei Anschlüssen, die bis ins Haus reichen, liegt MV mit 37,2 Prozent auf Platz fünf im Bundesvergleich (Durchschnitt: 29,8 Prozent). Auch die Nutzung ist überdurchschnittlich: Rund 44 Prozent der möglichen Kundinnen und Kunden haben einen Vertrag abgeschlossen. Bundesweit sind es weniger als 30 Prozent.

Von über 150 Projektgebieten in MV sind rund zwei Drittel fertig gebaut. Dafür wurden mehr als 18.000 Kilometer Trasse gebaut und mehr als 50.000 Kilometer Glasfaser verlegt. Fast 300.000 Anschlüsse sind fertiggestellt.

„Für die Haushalte, die noch warten, gibt es sichere Perspektiven. Wo kein Ausbau durch Unternehmen geplant ist, greifen die geförderten Projekte. Sie sind bewilligt und die Finanzierung steht“, sagt Minister Pegel abschließend.

Viele Adressen in unserem Land lassen sich nicht allein durch Unternehmen wirtschaftlich erschließen. Deshalb setzte das Land von Anfang an auf Förderung. Insgesamt wurden rund 2,9 Milliarden Euro eingeworben (Bund, Land und kommunaler Anteil).

„Die Förderung soll und darf nur dort erfolgen, wo Unternehmen den Ausbau nicht allein wirtschaftlich stemmen können. Deshalb brauchen wir für die Flächendeckung weiter eine enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft“, so der Minister.

140 Millionen Euro für die Zukunft der Fachkräfteausbildung

Schwerin – Mit dem ersten Spatenstich für die „Neue Mitte“ in Schwerin wurde am Donnerstag der Startschuss für ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Landeshauptstadt und ganz Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Wesentliche Säule der Belebung des Stadtteils ist der Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums für Gesundheit und Sozialwesen (RBB GeSo) im Stadtteil Neu Zippendorf, dessen Grundsteinlegung in einem späteren Bauabschnitt erfolgen wird.

Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm hob in ihrem Grußwort das Gesamtkonzept als „starkes Signal für den Standort“ hervor. Mit einem Investitionsvolumen von rund 140 Millionen Euro entsteht einer der modernsten beruflichen Bildungsstandorte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land unterstützt den Neubau mit rund 103,5 Millionen Euro sowie die dazugehörige Sporthalle mit weiteren 6,1 Millionen Euro.

„Wir investieren hier nicht nur in ein neues Schulgebäude, sondern in die Menschen, die künftig die Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern sichern. Gut ausgebildete Pflegefachkräfte, medizinische und therapeutische Fachkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher werden dringend gebraucht. Dafür wollen wir ihnen von Anfang an gute Ausbildungsbedingungen bieten. Genau das schaffen wir mit diesem Neubau“, sagte Grimm beim Spatenstich.

Das neue Bildungszentrum führt die bislang auf drei Standorte im Stadtgebiet verteilten Ausbildungsbereiche an einem Ort zusammen. Mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte erhalten damit ein gemeinsames, zeitgemäßes Lernumfeld. Moderne Fach- und Unterrichtsräume, digitale Lernmöglichkeiten und bessere Voraussetzungen für den fachübergreifenden Austausch sollen die Qualität und Attraktivität der beruflichen Ausbildung weiter verbessern. Perspektivisch bietet der Campus Platz für mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen.

Grimm betonte: „Wir stehen angesichts des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung im Gesundheits- und Sozialwesen. Umso wichtiger ist es, junge Menschen für diese Berufe zu gewinnen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, die fachlich und pädagogisch auf der Höhe der Zeit ist. Davon profitieren am Ende nicht nur die Auszubildenden, sondern auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und soziale Einrichtungen im ganzen Land.“

Zum Neubau gehört auch eine moderne Dreifeldsporthalle mit Zuschauertribüne. Sie soll neben dem Schulsport auch dem Vereins- und Wettkampfsport zur Verfügung stehen.

Die Staatssekretärin stellte zugleich die Bedeutung des Vorhabens für die Entwicklung des Schweriner Südens heraus: „Neu Zippendorf, der Große Dreesch und das Mueßer Holz brauchen gute Perspektiven und eine starke soziale Infrastruktur. Das Bildungszentrum bringt täglich viele junge Menschen und Beschäftigte in den Stadtteil. Es wird damit nicht nur ein Ort der Ausbildung, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für das Quartier. Zusammen mit neuen Wohnungen, attraktiven Freiräumen und weiteren Angeboten entsteht hier ein neuer Mittelpunkt für die Menschen.“

Im Umfeld des Berliner Platzes sind unter anderem rund 370 neue Wohnungen sowie eine Aufwertung der öffentlichen Räume geplant. Die Verbindung von Wohnen, Bildung, Sport und Begegnung soll die Neue Mitte zu einem lebendigen Zentrum für die umliegenden Stadtteile machen.

„Vor 55 Jahren stand der Große Dreesch für Aufbruch und Modernität. Mit der Neuen Mitte knüpfen wir an diesen Anspruch an. Wir schaffen neue Chancen für junge Menschen, stärken die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte und investieren zugleich in die Lebensqualität eines ganzen Stadtteils“, so Grimm.

Über 660 Frauen profitieren seit 2018 von Wirtschaftsmentoring

Gleichstellungsministerin Bernhardt lobte das Mentoring-Programm „Aufstieg in Unternehmen“ zum Abschluss des neunten Durchgangs.

Schwerin – „Unter dem Motto ‚Führen im Wandel‘ ist der neunte Durchgang des Mentoring-Programms ‚Aufstieg in Unternehmen‘ erfolgreich beendet worden. Dieses Motto passt genau in die Zeit. Wir erleben gerade, wie schnell sich unsere Arbeitswelt verändert. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheiten stellen Unternehmen und ihre Beschäftigten vor immer neue Herausforderungen.

Auch die Politik erlebt eine Zeit des Wandels. Wandel gehört zu unserem Alltag. Da braucht es Menschen, die ihn mutig und selbstbewusst gestalten, wie die Frauen, die dieses Mentoring-Programm erfolgreich heute abgeschlossen haben“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt im Grußwort zur Abschlussveranstaltung des Mentoring-Programms „Aufstieg in Unternehmen“ in Schwerin.

„Seit 2013 unterstützt ‚Aufstieg in Unternehmen‘ Frauen in MV auf ihrem beruflichen Weg. Allein seit 2018 haben mehr als 660 Frauen als Mentees von diesem Programm profitiert. Das sind mehr als 660 Frauen mit Ideen, Erfahrungen, beruflichen Zielen und dem Wunsch, Verantwortung zu übernehmen. Wie breit das Programm inzwischen aufgestellt ist, zeigt auch der aktuelle Durchgang: Die Mentees kommen aus 56 unterschiedlichen Branchen.

Die Mentorinnen und Mentoren bringen Erfahrungen aus 65 verschiedenen Unternehmen mit. Vertreten sind klassische Wirtschaftszweige wie Industrie, Tourismus und Dienstleistungen, aber zunehmend auch Zukunftsbranchen wie die Informationstechnologie, die erneuerbaren Energien und die Gesundheitswirtschaft. Das beweist: Frauen wollen führen. Und Frauen können führen in jeder Branche und auf jeder Ebene“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

„Wir brauchen weiterhin Netzwerke, in der sich Frauen gegenseitig stärken können. Denn von echter Chancengleichheit in den Führungsetagen sind wir noch immer ein gutes Stück entfernt. Mecklenburg-Vorpommern ist mit einem Anteil von rund 35 Prozent von Frauen in Führungspositionen Spitzenreiter in Deutschland. Die Zahlen zeigen aber auch, wie weit der Weg zu wahrer Gleichstellung noch ist.

Wir müssen dafür sorgen, dass sie die gleichen Chancen bekommen. Genau hier setzt Mentoring an. Es stärkt Frauen individuell. Es verändert auch die Perspektiven und Blickwinkel in den Unternehmen. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen vielen kleinen und mittleren Unternehmen ist das von großer Bedeutung“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Weniger Arbeitslose in der Grundsicherung

  • Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung ist im Jahresvergleich um zwei Prozent gesunken
  • Besonders stark fiel der Rückgang bei ausländischen Staatsangehörigen aus
  • Einen leichten Anstieg gab es lediglich in der Gruppe der jüngeren und älteren Beziehenden der Grundsicherung 

Nürnberg – Trotz der angespannten Lage am Arbeitsmarkt ist die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung gegenüber dem Vorjahr spürbar gesunken. Im Oktober 2026 waren rund 1,8 Millionen Beziehende der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) arbeitslos – das sind zwei Prozent bzw. 36.000 Personen weniger als noch vor einem Jahr. Im Gegensatz dazu sind die Zahlen in der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) aufgrund der wirtschaftlichen Lage im Jahresvergleich um gut sieben Prozent gestiegen.

Insgesamt sticht hervor, dass die Arbeitslosigkeit bei Leistungsberechtigten ohne deutschen Pass besonders stark gesunken ist. So waren im Vergleich zu Oktober 2025 rund 36.000 weniger ausländische Staatsangehörige arbeitslos. Die größten Beiträge zu dem Rückgang leisteten syrische (-14.500) und ukrainische Staatsangehörige (-12.800).

Grundsätzlich war über die Hälfte der 3,8 Millionen erwerbsfähigen Grundsicherungs-Beziehenden nicht arbeitslos. Das betraf rund zwei Millionen Menschen beziehungsweise 54 Prozent der Leistungsberechtigten. 33 Prozent der nicht arbeitslosen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten besuchten eine Schule, befanden sich im Studium, betreuten kleine Kinder oder pflegten Angehörige. Weitere 22 Prozent nahmen an einer Fördermaßnahme teil. 18 Prozent gingen einer Erwerbstätigkeit nach.

Rekordzahl bei Proberichterinnen und Proberichter gehalten

Schwerin – „In diesem Jahr wurden 39 Männer und Frauen für die Gerichte und Staatsanwaltschaften neu eingestellt“, so Justizministerin Bernhardt.

„Wie im Jahr 2025 wurden auch in diesem Jahr 38 Proberichterinnen und Proberichter eingestellt. Darüber hinaus haben wir einen Richter kraft Auftrags neu eingestellt. Das zeigt, wie attraktiv die Justiz weiterhin als Arbeitgeberin ist und dass wir dem demografischen Wandel wirksam entgegentreten. Ich habe mich in der vergangenen Legislatur erfolgreich für mehr Stellen in der Justiz eingesetzt.

Die Zahlen der Neueinstellungen von Proberichterinnen und Proberichtern sind hoch wie seit über zehn Jahren nicht. Allein seit Ende 2021 sind mehr als 150 neue Proberichterinnen und Proberichter eingestellt worden. Auch die Zahl der Referendarinnen und Referendare steigt weiter. Im Dezember werden wir voraussichtlich mit rund 80 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare so viele einstellen wie lange nicht“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Von den 38 Proberichterinnen und Proberichtern wurden 15 für die Staatsanwaltschaften, 17 für die Amts- und Landgerichte sowie sechs für die Fachgerichte eingestellt. Die Herausforderungen, die die Justiz derzeit zu bewältigen hat, sind groß. Daher setze ich mich weiter dafür ein, dass der neue ‚Pakt für den Rechtsstaat‘ zügig umgesetzt wird“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Männergesundheit: Früherkennung kann Leben retten

Schwerin – Männer in Mecklenburg-Vorpommern haben im bundesweiten Vergleich eine niedrige Lebenserwartung. Mit durchschnittlich 77 Jahren bei Geburt lag das Land 2025 auf dem vorletzten Platz unter den Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Frauen in Mecklenburg-Vorpommern erreichen dagegen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren und liegen damit im bundesweiten Mittelfeld.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin auch einen Anlass, die Männergesundheit stärker in den Blick zu nehmen. „Auch wenn die Lebenserwartung im Vorjahresvergleich leicht gestiegen ist, müssen uns diese Zahlen aufrütteln. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Männer in MV so viel früher sterben als Frauen. Natürlich gibt es dafür unterschiedliche Ursachen. Aber ein wichtiger Ansatzpunkt ist, dass Männer ihre Gesundheit ernster nehmen und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßiger nutzen. Wer erst zum Arzt geht, wenn Beschwerden auftreten, verschenkt wertvolle Zeit. Viele Erkrankungen lassen sich früh erkennen und dann besser behandeln“, betonte Drese.

Tatsächlich zeigen aktuelle Versorgungsdaten, dass Männer bei zahlreichen Früherkennungsuntersuchungen deutlich hinter Frauen zurückbleiben – und das sogar bei Angeboten, die beiden Geschlechtern gleichermaßen offenstehen. So nutzen nach den vorliegenden Daten nur gut 44 Prozent der anspruchsberechtigten Männer ab 35 Jahren den allgemeinen Gesundheits-Check-up. Bei Frauen sind es rund 50 Prozent. Besonders groß ist die Lücke bei der Krebsfrüherkennung: An der Untersuchung auf Prostata- und Genitalkrebs nehmen bundesweit nur etwa 25 Prozent der anspruchsberechtigten Männer teil. Auch beim Hautkrebs-Screening und beim Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung sind Frauen deutlich aktiver.

„Es geht dabei nicht darum, aus jedem gesunden Mann einen Patienten zu machen. Es geht darum, Risiken rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Ein Blutdruck-Check, eine Untersuchung der Prostata oder ein Hautkrebs-Screening können wichtige Hinweise liefern. Und gerade beim Darmkrebs kann Früherkennung sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht“, so Drese.

Die Ministerin appellierte deshalb insbesondere an Männer, den nächsten Arztbesuch nicht aufzuschieben: „Gesundheit ist keine Frage von Schwäche oder Stärke. Wer Verantwortung für sich und seine Familie übernimmt, sollte auch Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Mein Rat an alle Männer: Vereinbaren Sie einen Vorsorgetermin – nicht erst dann, wenn etwas wehtut. Die Angebote sind da, sie werden von den Krankenkassen bezahlt. Nutzen Sie sie!“

Diese Vorsorgeuntersuchungen sind für Männer kostenfrei

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Dazu gehören insbesondere:

  • Gesundheits-Check-up: Zwischen 18 und 34 Jahren einmalig, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie mögliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes untersucht.
  • Prostata- und Genitalkrebsfrüherkennung: Ab 45 Jahren jährlich.
  • Hautkrebs-Screening: Ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Ab 50 Jahren.
  • Ultraschall der Bauchschlagader: Männer ab 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas.
  • Lungenkrebsfrüherkennung: Seit April 2026 gibt es für starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren ein jährliches Screening mittels Niedrigdosis-CT, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die genannten gesetzlichen Früherkennungsleistungen sind zuzahlungsfrei. Nicht jede zusätzliche Untersuchung, die in einer Arztpraxis angeboten wird, gehört allerdings zum Leistungskatalog der Krankenkassen. Drese rät dazu, sich bei der jeweiligen Krankenversicherung über Leistungsangebote und -umfänge zu informieren.

Drese: „Niemand muss sich fürchten, zum Arzt zu gehen oder eine Untersuchung in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Vorsorge gibt Sicherheit und kann entscheidend dazu beitragen, länger gesund zu bleiben. Ich möchte deshalb gerade die Männer ermutigen, sich mit ihrem Hausarzt über die für sie passenden Untersuchungen zu verständigen. Es ist ein Termin, der sich lohnen kann – für das eigene Leben und für die Menschen, die einem wichtig sind.“

Alleen in M-V am Wendepunkt

Umwelt-Staatssekretär André Konsolke: „Unsere Alleen prägen das Gesicht unserer Heimat und wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass es so bleibt“

Schwerin – Mit mindestens 4.374 Kilometern gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen ist Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland. Um dieses besondere Natur- und Kulturerbe zu erhalten, hat das Land im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Euro aus dem Alleenfonds eingesetzt.

Der Zustand der Alleen in Mecklenburg-Vorpommern ist jedoch kritisch. Auf der 21. Alleenfachtagung des BUND Mecklenburg-Vorpommern warnte André Konsolke in seinem Grußwort eindringlich vor einem schleichenden Verlust dieses identitätsstiftenden Kulturgutes. Neben der Harmonisierung bürokratischer Voraussetzungen bietet er eine stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden des Landes an.

„Wir verwalten vielerorts einen schwindenden Bestand“, stellte Konsolke klar. Während die majestätischen Altbäume das Ende ihrer Lebensphase erreichen, stocken die Nachpflanzungen. Besonders an den Kreis- und Gemeindestraßen im kommunalen Bereich sei die Lage prekär. Lücken im Straßenbild vergrößern sich rasant, während der Druck durch Straßenausbau und Verkehrssicherheitspflichten stetig wächst. Wenn jetzt nicht konsequent gegengesteuert werde, verliere das Land in den kommenden Jahrzehnten sein Gesicht.

Konsolke sieht in der Modernisierung von Rahmenbedingungen und rechtlichen Regelungen eine große Chance für den ländlichen Raum: „Der Wille, unsere Alleen zu schützen und zu pflegen, ist vor Ort überall spürbar. Jetzt gestalten wir die passenden Rahmenbedingungen, um diesem Engagement nachhaltig zu unterstützen.“ Ziel ist es, Genehmigungsverfahren durch beschleunigte Prozesse spürbar zu vereinfachen, damit der praktische Naturschutz künftig schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann. Bürokratie soll dabei zum Rückenwind für den ökologischen Verstand werden. Gemeinsam mit dem Minister bietet Konsolke hierfür die direkte Partnerschaft an, um als persönliche Ansprechpartner Brücken zu bauen und den Alleen-Schutz fit für die Zukunft zu machen.

Ein zentraler Schlüssel für den Erfolg liegt für Konsolke in der Interessenwahrnehmung der Kommunen. „Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Gemeindevertretungen sind die Gestalter unserer ländlichen Räume“, betonte er. Ihre praktischen Erfahrungen und Sorgen müssten gleichberechtigt in Entscheidungen einfließen. Nur wenn es gelinge, die Belange von Verkehrssicherheit, landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz gemeinsam mit den Kommunen an einen Tisch zu bringen, könne die notwendige Akzeptanz geschaffen werden.

Abschließend würdigte Konsolke das langjährige Engagement des Veranstalters: Der BUND Mecklenburg-Vorpommern leiste mit dieser Fachtagung seit über zwei Jahrzehnten einen unschätzbaren Dienst und biete die perfekte Plattform für den Dialog über konkrete Lösungen. Von der diesjährigen 21. Tagung müsse ein klares Aufbruchssignal ausgehen: Ein Ja zum Erhalt der Alleen und ein klares Ja zu schnellen, unbürokratischen Entscheidungen.

Trinkwasser schützen, bevor es knapp wird

MV setzt auf konkrete Vorsorge

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Trinkwasserversorgung gut aufgestellt. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Nutzungskonkurrenzen stellen das Land vor wachsende Herausforderungen. Wie das Land diesen begegnet, ist heute Thema der Fachtagung Wasser und Abwasser in Güstrow. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird dort durch Abteilungsleiterin Renate Brügge vertreten.

„Sauberes Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Noch verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über ausreichende Ressourcen. Doch der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt bereits heute. Wir müssen deshalb vorsorgen, bevor Engpässe entstehen. Unser Ziel ist klar: Trinkwasser muss auch für kommende Generationen in ausreichender Menge und guter Qualität verfügbar sein“, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Fachtagung.

Rund 85 Prozent des Trinkwassers in Mecklenburg-Vorpommern stammen aus dem Grundwasser. 99,8 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Allerdings weisen 68 von 134 langfristig untersuchten Grundwassermessstellen sinkende oder stark sinkende Wasserstände auf. Gleichzeitig belasten Nährstoffe und andere Schadstoffe vielerorts die Grundwasserqualität.

Mit der Wasserstrategie, der Klimaanpassungsstrategie 2026 und dem Grundsatzplan Wasserversorgung 2040 verfolgt das Land deshalb konkrete Maßnahmen:

  • Trinkwasserreserven langfristig sichern: Besonders wertvolle Grundwasservorkommen sollen geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, damit sie auch künftig für die öffentliche Wasserversorgung zur Verfügung stehen.
  • Grundwasser gezielter überwachen: An 425 Messstellen wird die Wasserqualität untersucht, an 711 Messstellen werden die Wasserstände erfasst. Eine neue digitale Grundwasserressourcenkarte soll künftig zeigen, wo zusätzliche Entnahmen noch möglich sind.
  • Wasser in der Landschaft halten: Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie sollen den natürlichen Wasserrückhalt verbessern, Trockenperioden abfedern und zugleich die Folgen von Starkregen begrenzen.

„Wir schützen unser Trinkwasser mit konkreten Maßnahmen: Wir sichern wertvolle Grundwasservorkommen, verbessern unsere Datengrundlagen und sorgen dafür, dass Wasser möglichst lange in der Landschaft gehalten wird. Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Wirtschaft langfristig miteinander vereinbaren“, so Backhaus.

Auch die Abwasserwirtschaft steht vor Veränderungen. Häufigere Starkregenereignisse können Kanalnetze und Kläranlagen überlasten. Gleichzeitig eröffnen moderne Technologien neue Möglichkeiten, etwa zur Energiegewinnung aus Abwasser. In Mecklenburg-Vorpommern reinigen mehr als 580 kommunale Kläranlagen das Abwasser.

„Eine sichere Wasserversorgung und eine leistungsfähige Abwasserentsorgung sind unverzichtbare öffentliche Aufgaben. Dafür brauchen wir moderne Infrastruktur, starke kommunale Versorger und eine vorausschauende Wasserpolitik. Wasserschutz ist keine Aufgabe für morgen, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, unterstreicht Backhaus.