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Steigende Temperaturen: Backhaus warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr

Schwerin – Zum bevorstehenden langen Maiwochenende ruft Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Landes zu besonderer Vorsicht in Wald- und Naturräumen auf. Mit steigenden Temperaturen, trockenen Böden und erhöhtem Besucheraufkommen wächst regional die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Für den Osten des Landes ist die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen worden.

„Unsere Wälder sind wertvolle Natur- und Erholungsräume. Bei frühlingshaften Temperaturen und aufkommenden Winden trocknet die über den Winter abgestorbene Gras- und Strauchschicht schnell aus. Oft reicht schon ein Funke, um einen Brand zu verursachen. Gerade an Feiertagen zieht es viele Menschen in die Natur.

Bereits kleine Unachtsamkeiten – etwa weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillen an nicht zugelassenen Stellen oder parkende Fahrzeuge auf trockenem Gras – können Brände auslösen und erhebliche Schäden verursachen. Deshalb bitten wir alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um umsichtiges Verhalten und die konsequente Einhaltung der Schutzregeln.

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort, wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren“, sagt Minister Dr. Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Tag des Wolfes: 26 Rudel in M-V

Land bündelt Wolfsmanagement im Ministerium

Schwerin – Anlässlich des internationalen „Tag des Wolfes“ zieht das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern eine aktuelle Bilanz zum Wolfsmanagement im Land und stellt zugleich wichtige Weichen für die Zukunft. Dazu gehört auch die organisatorische Weiterentwicklung des Wolfskompetenzzentrums, dessen Arbeit künftig im Ministerium gebündelt wird.

„Der Wolf ist Teil unserer heimischen Natur. Gleichzeitig stellt seine Rückkehr uns vor neue Herausforderungen, die wir verantwortungsvoll gestalten müssen“, erklärte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Nach aktuellen Monitoringdaten für 2025/26 werden im Land 26 Wolfsrudel und zwei Paare (2024/25: 28 Rudel, 5 Paare, ein Einzeltier) nachgewiesen. Das laufende Monitoring zeigt, dass sich die Population stabil bleibt.

Parallel dazu ist auch die Zahl der Nutztierschäden gestiegen. Seit 2007 wurden landesweit mehr als 3.000 Nutztiere bei Wolfsübergriffen getötet oder verletzt. Die Kompensationszahlungen summieren sich auf über 270.000 Euro.

„Diese Entwicklung zeigt, dass wir den Schutz des Wolfs und die berechtigten Interessen der Weidetierhalter gemeinsam denken müssen. Unser Ziel ist ein funktionierendes Wolfsmanagement, das beides in den Blick nimmt“, so Backhaus.

Das bisher in Jasnitz angesiedelte Wolfskompetenzzentrum wird künftig organisatorisch in das Ministerium integriert. Die Aufgaben des Kompetenzzentrums bleiben dabei unverändert erhalten. Dazu gehören insbesondere das Monitoring, die Beratung von Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie die Bewertung von Vorfällen.

Die Bündelung erfolgt vor dem Hintergrund veränderter rechtlicher und fachlicher Rahmenbedingungen. Der Wolf wurde in das Bundesjagdrecht aufgenommen, zugleich arbeitet Mecklenburg-Vorpommern derzeit an einem eigenen Wolfsmanagementplan.

„Wir reagieren damit auf neue Anforderungen im Umgang mit dem Wolf. Mit der Bündelung im Ministerium stellen wir sicher, dass fachliche Expertise, rechtliche Bewertung und politische Steuerung noch enger verzahnt sind“, betonte Backhaus.

Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen, Abläufe zu verbessern und die Handlungsfähigkeit im Wolfsmanagement weiter zu stärken. Das Kompetenzzentrum bleibt dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung.

Rechtlich bleibt der Wolf eine streng geschützte Art nach europäischem und nationalem Recht. Eingriffe sind nur unter engen Voraussetzungen möglich und müssen fachlich begründet sowie rechtssicher umgesetzt werden.

Neben Monitoring und Schadensausgleich setzt das Land weiterhin auf Prävention. Dazu zählen Förderprogramme für Herdenschutzmaßnahmen sowie die gezielte Beratung von Tierhalterinnen und Tierhaltern.

Abschließend warb der Minister für einen sachlichen Umgang mit dem Thema: „Der Wolf polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir faktenbasiert diskutieren und praktikable Lösungen entwickeln. Unser Anspruch ist es, sowohl dem Artenschutz als auch den Interessen der Menschen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“

Drese: Neues Filmprojekt zeigt Wege in den inklusiven Arbeitsmarkt

Schwerin – In Schwerin feierte heute ein besonderer Film im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese seine Vorpremiere. Unter dem Titel „Ein Tag im Leben – Alltag und doch nicht alltäglich“ erfuhren Gäste im Schweriner Capitol, wie sechs Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen ihren Alltag erleben und auf individuelle Weise den Weg auf den Arbeitsmarkt geschafft haben.

Ministerin Drese lobte das Filmprojekt heute als wichtigen Beitrag zur Inklusion und betonte: „Aus der Perspektive der Protagonisten erleben wir eindrucksvoll, wie viel Potential aber auch Engagement in der beruflichen Inklusion stecken. Der Film macht zudem deutlich, dass gerade die Teilhabe am Arbeitsleben kein abstraktes, weitentferntes Ziel ist, sondern gut gelingen kann – sofern die Rahmenbedingungen stimmen“, so die Ministerin weiter. So begleitet der Kurzfilm Menschen etwa bei der Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, zu Hause, an Außenarbeitsplätzen sowie beim Übergang auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

„Bezogen auf den Arbeitsmarkt gilt: Es gibt noch viele Menschen, die den Sprung auf einen Außenarbeitsplatz oder sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können. Wir benötigen dazu aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber und Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen eine echte Chance zu geben“, betonte Drese in der Podiumsdiskussion, die sich an die Filmpremiere anschloss.

„Noch immer bestehen unbegründete Vorbehalte und Barrieren, vor allem im Kopf. Dabei machen auch die Beispiele im Film deutlich, dass Inklusion für alle Seiten ein Gewinn sein kann“, erklärte sie. „Ganz wichtig ist es deshalb aus meiner Sicht, dass wir Unternehmen Sorgen und Ängste nehmen. Dass wir sie begleiten und fördern bei der oftmals gar nicht so schwierigen Ausstattung von inklusiven Arbeitsplätzen, sie beraten und nicht zuletzt in Zeiten des Fachkräftemangels auch zur Inklusion ermutigen“, so Drese weiter.

Die Ministerin nahm dabei Bezug auf das Landesprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“, das insgesamt Mittel in Höhe von 11 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe umfasst und Unternehmen auch mit finanziellen Anreizen hierbei unterstützt. „Außerdem haben wir mit den vier Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, kurz EAAs, einen neuen Lotsendienst geschaffen. Bei allen Fragen rund um die Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung stehen dort Ansprechpartner bereit, die nicht nur beraten, sondern auch bei der Antragstellung für die passenden Fördermittel unter die Arme greifen“, hob die Ministerin hervor.

Drese: „Trotzdem braucht es manchmal praxisnahe, bildliche Beispiele die uns vor Augen führen, was genau es eigentlich heißt, ein inklusives Arbeitsumfeld zu gestalten. Dem Team der Vielfalter gGmbH, die das Filmprojekt gemeinsam mit TV Schwerin umgesetzt haben, gilt dafür mein großer Dank. Danke, dass Sie auch andere motivieren indem Sie zeigen: Ein gemeinsames Miteinander kann so einfach sein, wenn Beeinträchtigungen als Stärke und nicht als Hindernis für eine Beschäftigung wahrgenommen werden“.

Suchtpräventionstag: Drese setzt auf starke Prävention

Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie steigende Medienkonsumsucht

Güstrow – Zu ihrer Jahrestagung kamen am (heutigen) Mittwoch Suchtpräventionsfachkräfte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu. Organisiert von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST MV) tauschten sie sich in Güstrow zu aktuellen Themen und Entwicklungen aus und wurden Präventionsprojekte vorgestellt. In ihrem Grußwort dankte Sozialministerin Stefanie Drese insbesondere der LAKOST als zentrale Fach- und Informationsstelle für die landesweite Koordinierung der Suchtprävention sowie den Suchtpräventionskräften für ihren täglichen Einsatz.

„Sie stehen selten im Rampenlicht. Oft sind Sie für Suchtbetroffene die letzte Rettung und tragen eine hohe Verantwortung. Ihre Arbeit ist unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Drese vor den anwesenden Fachkräften, Beraterinnen und Beratern.

Sucht sei kein individuelles Randproblem, sondern betreffe das gesamte soziale Umfeld. Laut aktuellem Suchthilfebericht des Landes suchten im Jahr 2024 rund 8.850 Menschen im Land Hilfe aufgrund eigener Suchterkrankungen. Besonders alarmierend sei, dass über 3.800 Kinder direkt von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen sind. „Diese Zahlen machen deutlich, dass Suchtprävention immer auch Kinderschutz ist“, so die Ministerin.

Drese unterstrich, dass Prävention frühzeitig ansetzen müsse – lange bevor sich problematisches Verhalten verfestigt. Ziel sei es, Menschen zu stärken, Orientierung zu geben und gesunde Lebensbedingungen zu schaffen. Dabei komme Vorbildern in Familie, Schule und Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu.

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigte sich die Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie über die zunehmende Medienkonsumsucht. Bereits etwa ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen in Deutschland zeige ein riskantes Nutzungsverhalten in sozialen Medien, so Drese.

„Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Mecklenburg-Vorpommern auf eine langfristige Strategie“, verdeutlichte die Ministerin. „In der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention wurde die Suchtprävention als eines von vier zentralen Handlungsfeldern fest verankert. „Wir brauchen keinen kurzfristigen Aktionismus, sondern einen klaren, nachhaltigen Kurs“, erklärte Drese.

Ein wichtiger Baustein ist die verlässliche Förderung der LAKOST mit jährlich 355.000 Euro. Darüber hinaus wurden im Doppelhaushalt 2026/2027 zusätzliche 4 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention bereitgestellt. Diese Mittel fließen gezielt in Programme vor Ort.

Besondere Fortschritte sieht Drese auch im Ausbau der Fachkräftebasis: In den Jahren 2024 und 2025 wurden bereits 50 zusätzliche Suchtpräventionsfachkräfte ausgebildet, eine weitere Schulung startet im Sommer.

Innovative Wege geht das Land zudem mit digitalen Angeboten wie dem Projekt DigiSucht, das niedrigschwellige Beratung per Video, Chat oder E-Mail ermöglicht. Gerade für junge Menschen und Bewohner ländlicher Regionen eröffnen sich dadurch neue Zugänge zur Hilfe.

Auch Projekte wie der mobile Escape-Room „Cannabis Alarm“ oder das Drug Checking zeigen nach Ansicht der Ministerin, wie moderne Präventionsarbeit aussehen kann. Die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen – etwa durch Experten wie Dr. Gernot Rücker – stärke zusätzlich die Qualität der Maßnahmen.

„Wirksame Prävention entsteht vor Ort – in unseren Gemeinden, Schulen und Einrichtungen. Sie lebt vom Engagement der Menschen, die sie tragen“, so Drese abschließend.

Drese würdigt großes Engagement des SV Motor Barth

Barth – Sportministerin Stefanie Drese informierte sich am (heutigen) Dienstag über die Entwicklung und Angebote des SV Motor Barth e.V. „Der SV Motor ist fest in der Region verwurzelt und zeichnet sich durch eine Kombination aus sportlichem Ehrgeiz und familiärer Atmosphäre aus“, sagte Drese nach ihrem Besuch.

Die Ministerin hob besonders das hohe Engagement des Vereins im Kinder- und Jugendsport hervor. „Auf der Nachwuchsarbeit liegt ein besonderer Fokus im Verein. Mit großem Einsatz und viel Fachwissen begleiten die Trainerinnen und Trainer junge Talente, fördern individuelle Fähigkeiten und vermitteln Werte, die weit über den Sport hinausgehen: Disziplin, Zusammenhalt und Selbstvertrauen“, so Drese.

Insgesamt kann beim SV Motor Barth e.V. in neun Abteilungen Sport getrieben werden. Junge und ältere Menschen finden Angebote von der Gymnastik, über Tischtennis, Handball und Leichtathletik bis hin zum Kraftsport und dem Spielmannszug. Der Verein hat derzeit insgesamt rund 580 Mitglieder.

Bekannt ist der SV Motor Barth insbesondere für seine Handballabteilung, die sechs Kinder- und Jugendmannschaften von den Minis bis zur C-Jugend sowie die Frauen- und Männermannschaft umfasst.

Für die Handballerinnen und Handballer hatte Drese auch eine kleine Überraschung im Gepäck. Die Ministerin konnte einen Fördermittelbescheid in Höhe von gut 9.000 Euro aus dem Bürgerfonds des Landes überreichen. „Die Mittel sind für die Anschaffung von Trainingsmaterialien, einheitlicher Aufwärmkleidung und Erste-Hilfe-Kühlboxen vorgesehen, um das professionelle Auftreten der Mannschaften zu fördern und die Erstversorgung bei Verletzungen zu erhöhen“, teilte Drese mit.

Drese: „Der SV Motor Barth ist mehr als Training und Spielbetrieb. Durch das große ehrenamtliche Engagement vieler Menschen wird in der Region ein Umfeld geschaffen, in dem Sport Freude macht und Gemeinschaft gelebt wird.“

Jeden zweiten Tag verzeichnen die Frauenschutzhäuser Neuzugänge

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt sagte beim Besuch in Ribnitz-Damgarten: „Jeder Hilfe suchenden Frau wird Hilfe geboten.“

Ribnitz-Damgarten . „Frauenschutzhäuser sind ein unverzichtbarer Teil des Hilfe- und Beratungsnetzes in Mecklenburg-Vorpommern. Allein die Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes vom Vorjahr beweist die Notwendigkeit der Anlaufstellen. Drei Viertel der Betroffenen von häuslicher Gewalt sind Frauen. Bei 5.204 erfassten Fällen waren letztes Jahr insgesamt 3.871 Frauen betroffen. Für einige von ihnen ist das Frauenschutzhaus der letzte Ausweg.

Im vergangenen Jahr verzeichneten alle neun Frauenschutzhäuser in Mecklenburg-Vorpommern 185 Neuzugänge. Das waren zwar vier weniger als im Jahr 2024, dennoch ist die Zahl der hilfesuchenden Frauen weiter hoch. Statistisch gesehen gab es jeden zweiten Tag einen Neuzugang“, bilanziert die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt beim Besuch des Frauenschutzhauses Ribnitz-Damgarten.

„Jeder Hilfe suchenden Frau, selbst wenn sie nicht in ein Frauenschutzhaus aufgenommen werden kann, wird Hilfe angeboten dank des Engagements des umfassenden Hilfe- und Beratungsnetzes im Land. Frauenschutzhäuser bieten von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern in akuten Krisensituationen Schutz, Sicherheit und Perspektiven.

Sie bieten vor allem auch den Kindern ein Stück Normalität. Alle Mitarbeiterinnen begleiten die Betroffenen psychosozial, beraten in komplexen Lebenslagen und geben Halt auf dem Weg in ein Leben, das von Gewaltlosigkeit geprägt sein sollte“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert ein flächendeckendes spezialisiertes Hilfe- und Beratungsnetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Das Frauenschutzhaus Ribnitz-Damgarten ist seit 2006 Anlaufpunkt für Frauen, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zwölf Plätze stehen hier zur Verfügung, drei Mitarbeiterinnen betreuen die Frauen. Träger der Einrichtung ist der AWO Kreisverband Nordvorpommern, Hansestadt Stralsund und Hansestadt Greifswald e. V.

Schwesig: Vorpommern-Politik hat sich bewährt

Barth – Eine Bilanz der Vorpommern-Politik der letzten fünf Jahre haben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß heute bei einem Treffen mit dem Vorpommern-Rat in Barth gezogen.

„Vorpommern hat in den letzten zehn Jahren spürbar an Attraktivität gewonnen. Es war richtig, dass wir ab 2016 ein besonderes Augenmerk auf den östlichen Landesteil gerichtet haben. Die Vorpommern-Politik mit einem Vorpommern-Staatssekretär, dem Vorpommern-Rat und dem Vorpommern-Fonds hat sich bewährt. Sie sollte auch in Zukunft fortgeführt werden“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Sitzung. Auch die Ausweitung auf das östliche Mecklenburg zu Beginn dieser Wahlperiode habe sich als richtig herausgestellt.

„Die Arbeitslosigkeit ist im östlichen Landesteil in den letzten Jahren schneller gesunken, die Wertschöpfung pro Kopf stärker gestiegen. Das stimmt uns positiv. Dennoch bleiben die strukturellen Herausforderungen hoch, es gibt weiter einen Aufholbedarf“, bilanzierte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß.

Die Landesregierung habe gerade in den letzten fünf Jahren wichtige Projekte im östlichen Landesteil auf den Weg gebracht. „Wir haben mit dem neuen Inselhafen Prerow und dem Skywalk auf Rügen den Tourismus in Vorpommern gestärkt. Die neue Galerie der Romantik in Greifswald, das fertig sanierte Deutsche Meeresmuseum in Stralsund und der Papenhof hier in Barth bereichern das kulturelle Leben in Vorpommern. Und mit dem Ikareum ist das nächste große Projekt schon auf dem Weg“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Auch wirtschaftlich habe Vorpommern an Stärke gewonnen. „Im Moment spüren Unternehmen im ganzen Land die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland. Schaut man sich die letzten zehn Jahren an, dann hat Vorpommern an Wirtschaftskraft gewonnen. Das schafft und sichert Arbeitsplätze. In Pasewalk haben sich Birkenstock und Topregal angesiedelt. Die Werftstandorte haben neue Perspektiven. Wolgast profitiert von neuen Aufträgen in Folge der Zeitenwende. Und in Stralsund ist die Stadt dabei, ein modernes maritimes Gewerbegebiet aufzubauen. In Gesprächen mit der Bundesregierung ist es uns gelungen, die Finanzierung der Ortsumgehung Wolgast abzusichern“, sagte Schwesig weiter.

„Mit dem Fonds für Vorpommern und das östliche Mecklenburg konnten wir die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung zusätzlich unterstützen. Unser großer Dank gilt den vielen ehrenamtlich Aktiven. Sie zu unterstützen ist unser Schwerpunkt. Unter den von 2022 bis zum Monat März 2026 geförderten 1.086 Projekten bei einer Gesamtfördersumme von 12,4 Mio. Euro waren, in der Regel kleinere, Vereine mit 549 Zuwendungen und Zuschüssen von 4,8 Mio. Euro die wichtigste Zielgruppe des Fonds. Das soll auch in Zukunft so bleiben, denn gerade in diesen ehrenamtlichen Strukturen wachsen Ideen und Konzepte, die das Leben im Osten des Landes bereichern“ erklärte der Beauftragte für den östlichen Landesteil Miraß.

„Ich bin sehr beeindruckt vom Engagement der Menschen in Vorpommern, von den Kommunalpolitikern ebenso wie von den Unternehmern und die vielen Ehrenamtlichen. Sie haben unter oft nicht einfachen Bedingungen viel für ihre Region erreicht. Darauf kann Vorpommern sehr stolz sein“, ergänzte Schwesig.

Es müsse weiter ein besonderes Augenmerk auf den östlichen Teil des Landes gerichtet werden. „Die wichtigste Aufgabe ist auch in Zukunft, die Wirtschaftskraft zu stärken und damit Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Wir werden beim Bund darauf drängen, dass wichtige Verkehrsprojekte wie die Vorpommern-Magistrale und die Darßbahn weiter vorangebracht werden. Und wir wollen das Ehrenamt und den sozialen Zusammenhalt in Vorpommern weiter stärken“, erklärte die Ministerpräsidentin zu ihren Plänen für die Zukunft.

„BüGem 2.0“: Gesetz tritt in Kraft

Wolfgang Blank: „Die Menschen vor Ort profitieren, wenn aus Wind und Sonne Strom erzeugt wird.“

Schwerin – Mit der heutigen Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt tritt am morgigen Mittwoch die Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetzes (BüGem) in Kraft. Die Landesregierung hat damit die Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort grundlegend weiterentwickelt und verbessert. Unter anderem gilt das neugefasste Gesetz künftig auch für Photovoltaik-Freiflächenanlagen.

Dazu sagte Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit: „Erneuerbare Energien sind ein entscheidender Standortvorteil für unser Land – für eine zukunftsfähige Wirtschaft, nachhaltige Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze. Mit dem BüGem 2.0 sorgen wir dafür, dass Bürgerinnen und Bürger und unsere Gemeinden einfacher und stärker als bisher davon profitieren, wenn vor Ort aus Wind und Sonne Strom erzeugt wird. Mehr Beteiligung heißt auch mehr Akzeptanz. Deshalb schaffen wir einfache und transparente Beteiligungsformate. Mit dem BüGem 2.0 stärken wir die Position der Gemeinden und ermöglichen faire Verhandlungen auf Augenhöhe mit den Energie-Unternehmen.“

Ziel der Neufassung des Gesetzes ist es, regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien auch durch eine finanzielle Beteiligung der Menschen vor Ort nachhaltig zu stärken. Bei Windenergieanlangen erhalten die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinden pro vollem Megawatt installierter Leistung standardmäßig jeweils insgesamt 5.000 Euro jährlich. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind es jeweils insgesamt 1.000 Euro pro Jahr. Durch zusätzliche Anreize für die Nutzung von Direktstrom profitieren auch Unternehmen stärker von den neuen Regelungen und tragen zur Wertschöpfung vor Ort bei.

Mit dem Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz hat Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2016 das erste Beteiligungsgesetz dieser Art in Deutschland geschaffen. Betreiber von Windenergieanlagen an Land sind seither verpflichtet, Gemeinden sowie die Einwohnerinnen und Einwohner in der Umgebung finanziell zu beteiligen.