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Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern

Versorgung in der Fläche sichern, Qualität stärken

Güstrow – Die Krankenhausreform geht in Mecklenburg-Vorpommern in die entscheidende Phase. Bei der 4. Kommunalen Krankenhauskonferenz am Montag in Güstrow hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm vor Bürgermeistern und weiteren kommunalen Amts- und Mandatsträgern über den Stand der Umsetzung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und die anstehende Zuweisung der Leistungsgruppen informiert. Ziel des Landes ist es nach Angabe von Grimm, die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung zu sichern, die Behandlungsqualität zu verbessern und alle 37 Krankenhausstandorte zu erhalten.

„Wir wollen einen Strukturwandel mit Verantwortung: eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung, die für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch im Notfall gut erreichbar bleibt. Gleichzeitig müssen wir spezialisierte Behandlungen dort bündeln, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung vorhanden sind. Beides gehört zusammen: gute Qualität und verlässliche Versorgung in der Fläche“, sagte Grimm.

Mit dem im Oktober 2025 in Kraft getretenen Landeskrankenhausgesetz, dem neuen Krankenhausplan und den ergänzenden Rechtsverordnungen hat das Land wichtige Grundlagen für die Reform geschaffen. Die Krankenhausplanung berücksichtigt künftig systematischer, welche medizinischen Leistungen regional benötigt werden, wie gut Krankenhäuser erreichbar sind und wie sich die Versorgung angesichts des demografischen Wandels entwickeln wird, so Grimm.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die erstmalige Zuweisung der Leistungsgruppen. Sie legt fest, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhausstandort künftig anbieten darf. Grundlage sind sowohl der regionale Versorgungsbedarf als auch die Erfüllung der Qualitätsanforderungen, etwa bei Personal, Fachabteilungen und technischer Ausstattung.

Grimm betonte, dass die Leitlinie der Zuweisung klar ist: 22 Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung decken rund 80 Prozent aller vollstationären Fälle in Mecklenburg-Vorpommern ab. Die übrigen 37 Leistungsgruppen betreffen spezialisierte Leistungen, auf die rund 20 Prozent der stationären Fälle entfallen. Die Zahl der Leistungsgruppen allein sage deshalb wenig darüber aus, wie wichtig ein Krankenhaus für die Versorgung seiner Region ist. „Nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede beantragte Leistungsgruppe erhalten. Entscheidend ist aber, was die Menschen tatsächlich brauchen und wie wir die Versorgung insgesamt regional absichern“, erklärte Grimm.

Eine besondere Bedeutung hat für Mecklenburg-Vorpommern die im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerte gesetzliche Ausnahmeregelung für Flächenländer. Danach können Leistungsgruppen auch dann zugewiesen werden, wenn einzelne Qualitätskriterien nicht erfüllt sind – sofern dies für die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich ist.

Das Land will diese Möglichkeit gezielt nutzen, um insbesondere die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung nicht durch starre Vorgaben zu gefährden. Bis zum Jahresende können solche Ausnahmen im Benehmen mit den Krankenkassen erfolgen. Ab 2027 ist dafür grundsätzlich deren Einvernehmen erforderlich. Die Ausnahmen sollen befristet eingesetzt werden, damit notwendige Qualitätsstandards perspektivisch erreicht werden.

„Wir dürfen die Versorgung im ländlichen Raum nicht allein nach starren Zahlen organisieren. Wenn eine Leistung für die Menschen vor Ort unverzichtbar ist, müssen wir die besonderen Bedingungen unseres Landes berücksichtigen. Diese von uns gegenüber dem Bund hart erkämpften Ausnahmen sind ein gezieltes Instrument, um Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Qualität weiterzuentwickeln“, so Grimm.

Die Staatssekretärin erklärte, dass das Land die Anträge der Krankenhäuser entgegengenommen hat und die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst abgeschlossen sind. Nach den Abstimmungen mit den Krankenkassen und weiteren Planungsbeteiligten beginnt Mitte November die Anhörung der Krankenhäuser. Anschließend sollen die Entscheidungen finalisiert und die Bescheide noch im Dezember versandt werden. Die neuen Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Grimm: „Die Entscheidungen werden die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern langfristig prägen. Deshalb prüfen wir sorgfältig, wo Leistungen gebraucht werden, welche Qualitätsanforderungen erfüllt sind und wo Ausnahmen notwendig sind. Die Reform muss am Ende zweierlei leisten: bessere Behandlungsqualität und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im ganzen Land.“

Mehr als 30 Bildungsabschlüsse im Justizvollzug

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Qualifizierung ist ein wichtiger Baustein der Resozialisierung von Gefangenen.“

Bützow – In der JVA Bützow haben drei Gefangene ihre Tischlerausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie runden damit das Bildungsjahr 2025/2026 in den Justizvollzugsanstalten Bützow und Neustrelitz ab. Insgesamt haben im Sommer 30 Gefangene Abschlüsse der mittleren Reife, der Berufsreife und auch Berufsausbildung erhalten.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Ein Bildungsabschluss ist eine Grundlage für ein Leben ohne neue Straftaten. Allen an der Ausbildung beteiligten Lehrerinnen und Lehrer der Volkshochschule und den begleitenden Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten danke ich. Ihre Arbeit ist ein stabiler Baustein der Resozialisierung und des Opferschutzes.“

Die Ausbildungsmaßnahmen werden unter anderem kofinanziert von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus. In der JVA Neustrelitz haben drei Gefangene erfolgreich ihren Abschluss der Berufsausbildung in der Küche geschafft. Sechs junge Männer haben die Berufsreife bzw. einen Berufsabschluss erreicht.

Ein weiterer Gefangener hat seine Schweißerprüfbescheinigung erhalten. Darüber hinaus wurden 52 Zeugnisse für Qualifizierungsbausteine der IHK übergeben. Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz, das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung sowie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind derweil in guten Gesprächen, dass die Ausbildung in der JVA Neustrelitz fortgeführt wird.

In der JVA Bützow haben im Sommer acht erwachsene Gefangene Abschlüsse der Berufsreife erhalten, darunter einer mit dem Gesamtprädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“. Weiterhin wurden sechs Abschlüsse der Mittleren Reife, darunter ebenfalls einmal mit dem Gesamtprädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“ vergeben. Für den Abschluss der Mittleren Reife war eine schriftliche Prüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch sowie mindestens eine mündliche Prüfung in einem Wahlfach erforderlich.

Die schriftliche Prüfung in der JVA ist identisch mit der schriftlichen Prüfung an öffentlichen Schulen in MV und wird zeitgleich absolviert. Das Zeugnis wird ohne Verweis auf die Inhaftierung ausgestellt. In der JVA Bützow wurden außerdem neben den drei Tischlern zuvor schon zwei Facharbeiterabschlüsse als Bäcker erreicht. Die Handwerkskammer Schwerin hat in der JVA Bützow die Facharbeiterprüfungen abgenommen.

Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates

Landes-Demenzplan gibt Orientierung für eine demenzfreundliche Gesellschaft

Schwerin – Alle drei Sekunden erkrankt in Deutschland rein rechnerisch ein Mensch an Demenz. Schon jetzt leben Schätzungen zufolge mehr als 40.000 Betroffene in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz steigend. Mit den Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt und mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft darauf einstellen kann, hat sich heute auch die zweitägige Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates befasst.

Aus dem Sozialministerium wurde dabei insbesondere der neue Landesplan Demenz vorgestellt, der in zehn Handlungsfeldern erstmals eine umfassende und gemeinsame Grundlage schafft, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern systematisch zu verbessern.

„Gemeinsam mit zahlreichen Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und ihren Angehörigen selbst haben wir uns dabei verschiedensten Bereichen gewidmet, die für die Teilhabe und eine gute Versorgung wichtig sind. Angefangen von einer guten Aufklärung und Prävention über Beratungs- und Unterstützungsangebote bis hin zu Themen wie dem Wohnen, einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung und der Netzwerkarbeit auch im eigenen Wohnumfeld“, erläuterte die geschäftsführende Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Der Demenzplan verstehe sich dabei als gemeinsamer Handlungsrahmen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft. Er solle dazu beitragen, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken zu erkennen und die Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auch auf zukünftige Bedarfe auszurichten, so Drese weiter.

„Wichtig ist uns dabei gewesen, das Leben in möglichst allen Facetten abzubilden. Denn Menschen mit Demenz brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Hilfe, sondern auch ein Umfeld, das Sicherheit gibt und die Teilhabe am Alltag lange erhält“, betonte sie und äußerte den Wunsch, dass Demenz deshalb auch noch viel stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werde, statt als individuelle medizinische Diagnose.

Dafür sei der Demenzplan ein erster wichtiger Schritt. „Aber auch darüber hinaus haben wir im Land neue Strukturen geschaffen, um Expertise hinzuzuziehen. Denn schon jetzt ist klar, dass sich die Folgen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern besonders deutlich zeigen werden und wir vorausschauend die Weichen für eine Zukunft stellen müssen, in der demenzielle Erkrankungen noch deutlich häufiger auftreten werden“, hob Drese hervor.

Deshalb habe das Land im vergangenen Jahr auch erstmals einen wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz gegründet, der Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Medizin zusammenbringt. „Das unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Versorgung und Politik und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse zur Demenz direkt berücksichtigt werden können, etwa auch in der Weiterentwicklung des Demenzplanes. Denn dieser ist kein abgeschlossenes Papier, sondern soll mitsamt den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Immer mit dem übergeordneten Ziel, Betroffene zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer demenzfreundlichen Gesellschaft zu ermöglichen“, schloss Drese.

Am 24. Oktober ist Welt-Polio-Tag

Drese bezeichnet Polio-Impfung als große Errungenschaft der Präventionsmedizin

Schwerin – Am (morgigen) 24. Oktober findet seit 1988 der Welt-Polio-Tag statt. Er soll das Bewusstsein für Poliomyelitis (im Volksmund auch Kinderlähmung genannt) stärken und führt zugleich den großen Erfolg von Impfungen vor Augen. Für die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist der Polio-Impfstoff heute eine der größten Errungenschaften der Präventionsmedizin.

„Noch bis in die 1950er Jahre gehörte die Kinderlähmung zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Regelrechte Infektionswellen des hochansteckenden Poliovirus führten zu schweren Lähmungen an Beinen, Armen und Atmungsorganen und damit zu bleibenden Beeinträchtigungen oder gar bis zum Tod. Dass diese Krankheit heute als zurückgedrängt gilt, ist ein enormer Erfolg, den wir umfassenden und jahrzehntelangen Impfprogrammen und hohen Impfquoten zu verdanken haben“, betonte Drese.

Seit der Einführung des flächendeckend verfügbaren Impfstoffes im Jahr 1962, ein Jahr nach einer besonders schweren Epidemie, die in Deutschland 306 Menschen das Leben kostete, konnten so bereits in den 80er Jahren kaum noch Infektionen festgestellt werden. Die letzte einheimische Infektion wurde 1990 verzeichnet, seit 2002 gilt ganz Europa als poliofrei.

„Eine hohe Impfquote ist dabei der beste Schutz vor erneuten Ausbrüchen, gerade wenn genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) immer mal wieder in Abwasserproben nachgewiesen werden können“, hob Drese hervor. „Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polio-Impfquote von 94,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen zur Spitzengruppe in Deutschland gehören, ist daher eine äußerst erfreuliche Nachricht“, so Drese.

Während MV so fast punktgenau die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zielmarke von 95 Prozent für einen sicheren Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreicht, liegt der bundesweite Durchschnitt bei den Erstklässlern nur bei rund 88 Prozent.

Das zeige, dass MV im historischen und aktuellen Vergleich eine der effektivsten Strukturen bei der Nachverfolgung und Wahrnehmung von Impfterminen habe, so Drese. „Während weite Teile Deutschlands die 95-Prozent-Marke aus den Augen verloren haben, schafft es MV durch den starken Aufholeffekt bis zum Schulstart fast bis auf den Punkt genau perfekt, dieses Sicherheitsnetz zu halten. Auf diesen Werten dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, appellierte Drese.

So gebe es die Tendenz, dass die letzte nötige Impfstoffdosis im zweiten Lebensjahr verschleppt wird. „Im Alter von 24 Monaten sind bundesweit im Schnitt erst 76,9 Prozent der Kinder vollständig gegen Polio grundimmunisiert. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Quote mit 79,2 Prozent zwar etwas höher, ist aber für eine Minimierung der Risiken ausbaufähig“, so Drese.

Noch besser wäre aber eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter (insgesamt 3 Impfstoffdosen im ersten Lebensjahr: nämlich im 2., 4. und 11. Monat). Die Ministerin bittet Eltern deshalb, den Aktionstag als Anlass zu nehmen, das Impfheft ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen zeitnah in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachholen zu lassen. „Denn jede vollständige Impfung hilft, Polio-Fälle oder Fälle mit Folgeschäden zu vermeiden“, sagte Drese.

Backhaus: Vogelgrippe steht in den Startlöchern

Auch wenn die die Vogelgrippe (Aviäre Influenza) in diesem Herbst in M-V noch nicht aufgetreten ist, besteht dennoch für alle Geflügelbestände ein hohes Infektionsrisiko , erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus.

Schwerin – Diese hochansteckende Tierseuche ist nach wie vor endemisch und stellt eine große Gefahr für alle Vögel mit besonderen Auswirkungen auf unsere Geflügelwirtschaft dar.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V (LALLF) führt regelmäßige AI-Untersuchungen durch. Seit Juli dieses Jahres wurden 259 Proben von gehaltenem Geflügel auf das Vorliegen von Aviären Influenza-A-Viren untersucht, darunter auch 94 Proben aus vier zoologischen Einrichtungen. Alle Proben waren negativ.

Von 24 im gleichen Zeitraum untersuchten Wildvögeln waren zwei tot aufgefundene Eiderenten positiv auf das AI-Virus untersucht. Das Ergebnis stammt bereits aus dem Juli 2026. Darüber hinaus wurden auch 19 Säugetiere (u. a. Rotfüchse, Marderhunde und Waschbären) untersucht. In keiner dieser Proben konnte das AI-Virus nachgewiesen werden.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist dies eine beruhigendere Ausgangssituation. Aktuelle Wildvogelfunde in anderen Bundesländern zeigen jedoch, dass das Infektionsrisiko spätestens mit Beginn der kalten Jahreszeit und des damit einhergehenden Vogelzugs erheblich steigt.

„Ich bitte daher alle Geflügelhalter, ein hohes Maß an Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Bestände zu gewährleisten. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre scheint es ratsam, die Schlachtungen für das Weihnachtsgeschäft vorzuziehen, um die wichtigen Einnahmen zum Jahresende nicht zu gefährden.“, so der Minister.

Herbst-Steuerschätzung zeigt positivere Einnahmeerwartungen

Schwerin – Der Arbeitskreis Steuerschätzungen ist in dieser Woche zu seiner regulären Herbst-Sitzung zusammengekommen. Die Schätzergebnisse sehen im Vergleich zur Mai-Steuerschätzung positivere Einnahmeerwartungen vor. Für die kommenden fünf Jahre werden für Bund, Länder und Kommunen Mehreinnahmen von insgesamt rund + 43 Mrd. Euro erwartet. Positiv wirken sich insbesondere die wirtschaftlichen Impulse der staatlichen Investitionsprogramme aus.

Auch für Mecklenburg-Vorpommern verbessern sich die Einnahmeerwartungen. In 2026 werden gegenüber den bisherigen Annahmen  positive Effekte in Höhe von + 11 Mio. Euro prognostiziert, für das Jahr 2027 in Höhe von + 163 Mio. Euro.

Bei den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich ebenfalls ein positives Bild: Die Steuereinnahmen der Gemeinden werden in den Jahren 2026 und 2027 voraussichtlich um + 89 Mio. Euro bzw. um + 50 Mio. Euro höher ausfallen als im Mai erwartet.

„Die Ergebnisse der aktuellen Herbst-Steuerschätzung sind für das Land und die Kommunen erfreulich. Sie zeigen, dass die staatlichen Investitionsprogramme, wie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, ihre Wirkung entfalten und auch dadurch das Wirtschaftswachstum agestiegen ist. Trotz der erwarteten Mehreinnahmen bleibt die Haushaltslage des Landes mit Lücken von mehr als einer Milliarde Euro jährlich herausfordernd. Für die anstehende Legislaturperiode ist ein umfassendes Konsolidierungs- und Modernisierungsprogramme notwendig“, so Minister Geue.

Schwesig: Länder wollen schnelle Absenkung der Stromsteuer

Die Regierungschefinnen und Regierungschef der Länder haben sich auf ihrer heutigen Konferenz in Berlin für eine Senkung der Stromsteuer für alle und weitere Entlastungen bei den Energiepreisen ausgesprochen. 

Berlin  – „Das Leben muss bezahlbar sein. Im Moment belasten vor allem die hohen Energiepreise die Menschen und auch die Wirtschaft in Deutschland. Mecklenburg-Vorpommern hat sich schon seit langem für eine Absenkung der Stromsteuer für alle ausgesprochen. Das ist ja bei der Bildung der Bundesregierung auch so vereinbart worden. Die gemeinsame Erwartung der Länder ist, dass dieser Punkt schnellstmöglich umgesetzt wird“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Konferenz.

In ihrem Beschluss befürworten die Länder zudem die zügige Einführung eines dauerhaften Preisdeckels beim Tanken. Damit wurde ein Vorschlag aus Mecklenburg-Vorpommern aufgegriffen. „Es ist gut, dass der Tankrabatt wieder eingeführt worden ist. Aber er ist notwendigerweise zeitlich begrenzt. Die Bürgerinnen und Bürger und auch Unternehmen brauchen eine dauerhafte Begrenzung der Kraftstoffpreise. Die Bundesregierung hat sich auf den Preisdeckel im Grundsatz verständigt. Er muss wie versprochen zum Jahreswechsel kommen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Ein weiteres Thema der MPK war die Pflegereform. „Ministerpräsidentin Rehlinger und ich haben vor allem auf drei Punkte hingewiesen. Wir sind der Auffassung, dass der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gedeckelt werden muss. Außerdem sprechen wir uns dafür aus, dass die Pflegekräfte weiter nach Tarif bezahlt werden und dass es einen Ausgleich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung gibt“, berichtete Schwesig.

Ein weiteres Thema der Konferenz war die künftige EU-Förderung. „Für Mecklenburg-Vorpommern ist besonders wichtig, dass der ländliche Raum nicht abgekoppelt wird. Wir setzen uns für den ländlichen Raum und die landwirtschaftlichen Betriebe ein. Die Länder sind dankbar, dass sich der Bundeskanzler mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zusammengesetzt hat. Die zukünftige EU-Förderung ist sehr wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, so die Ministerpräsidentin.

Backhaus: Weniger Wolfsrudel in MV nachgewiesen

Schwerin – Aufgrund der Schneelage Anfang 2026 konnte eine sehr effiziente und erfolgreiche Sammlung von Genetikproben erfolgen, meist Urinproben, die sonst im Verborgenen bleiben, erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus anlässlich des abgeschlossenen Wolfsmonitorings für das Jahr 2025/26.

„Es konnten insgesamt 28 Rudel und 4 Wolfspaare bestätigt werden. Für eine auf Rügen lebende Wölfin konnten die Kriterien für einen residenten Einzelwolf im alten Monitoringjahr noch nicht erreicht werden. Das sind drei Rudel weniger als 2024/25 nachgewiesen wurden. Es gab mehrere neue Rudel, dafür verschwanden aber auch andere Rudel.

In 25 von den 28 Rudeln gab es Reproduktion mit insgesamt 93 nachgewiesenen Welpen. Ein Wolfspaar (Langenlehstener Heide) lebte schwerpunktmäßig in Schleswig-Holstein, hielt sich zeitweise aber auch in MV auf. Gleiches gilt für das Brandenburger Rudel Wittstock.

Es gab sehr kleine Rudel mit nur drei Wölfen aber auch relativ große Rudel. Das Bullowseerudel umfasste 14 Wölfe. In 85 Prozent aller Rudel (21 von 28) war mindestens ein Altwolf genetisch bekannt und in 61 Prozent kannten wir beide Altwölfe genetisch.

Nach aktueller Datenlage sind etliche Territorien, wo vorher schon Rudel waren, im aktuellen Monitoringjahr 2026/27 ohne eigenes Rudel: Parchim, Grabow, Dadow, Retzow-Jännersdorf, Lewitz, Jasnitz, Ruhner Berge, Satow, Glashütte, Kaarzer Holz.

Für das Monitoringjahr 2026/27, welches noch bis zum 30.04.2027 geht, konnten bisher 15 Rudel und drei Paare nachgewiesen werden, aber für die Datenaufnahme ist auch erst Halbzeit.

Westlich der A19 konnten für 2026 lediglich in Tarnow, Lübtheen und Massow Welpen nachgewiesen werden“, so Backhaus, der sich bei den zahlreichen Akteuren bedankt, die bei der Erhebung der sehr guten Datenlage mitgewirkt haben.