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Fünf Länder übergeben gemeinsamen Forderungskatalog an die Bundesregierung

Berlin – Die Agrarministerinnen und -minister von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben heute im Bundeskanzleramt einen gemeinsamen Forderungskatalog zur künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) übergeben. Darin weisen sie auf erhebliche Nachteile der derzeitigen Planungen für die ostdeutsche Landwirtschaft und die ländlichen Räume hin. Die fünf Länder bitten die Bundesregierung, die besonderen Strukturen und Interessen der ostdeutschen Landwirtschaft bei den anstehenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU und die europäische Förderarchitektur ab 2028 angemessen zu berücksichtigen und auf eine entsprechende Kurskorrektur hinzuwirken. Das Papier wurde an Staatsminister Philipp Amthor übergeben.

Im Mittelpunkt stehen drei gemeinsame Anliegen: Die GAP muss auch künftig finanziell verlässlich und auskömmlich ausgestattet sein und Planungssicherheit für die gesamte Förderperiode bieten. Eine verpflichtende Kappung und Degression der Einkommensstützung lehnen die fünf Länder ab. Zugleich soll die Förderung der ländlichen Entwicklung auch in der künftigen europäischen Förderarchitektur dauerhaft und mit ausreichenden finanziellen Spielräumen abgesichert werden.

Nach Einschätzung der fünf Länder könnten die geplanten Einschnitte gerade größere ostdeutsche Agrarbetriebe in ihrer wirtschaftlichen Substanz treffen und im Einzelfall sogar in ihrer Existenz gefährden. Mögliche Folgen seien die Aufgabe von Produktionsbereichen oder ganzen Betrieben sowie der Verlust von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung. Damit stünden nicht nur gewachsene Agrarstrukturen und die wirtschaftliche Stabilität ländlicher Regionen auf dem Spiel. Eine Schwächung der heimischen Landwirtschaft beeinträchtige letztlich auch eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt: „Degression und Kappung lehnen wir entschieden ab! Gerade die größeren, beschäftigungsintensiven Betriebe, die die Landwirtschaft in Ostdeutschland prägen, würden erhebliche Einkommensverluste erleiden – mit Folgen für Wertschöpfung, Beschäftigung und Investitionen in den ländlichen Räumen. Allein in Brandenburg wären knapp 1.800 Betriebe betroffen – das entspricht rund 92 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf, sich in dieser entscheidenden Verhandlungsphase auf EU-Ebene für die ostdeutsche Landwirtschaft einzusetzen. Es geht um die zentrale Frage, welchen Stellenwert Ernährungssicherung und wettbewerbsfähige Landwirtschaft künftig haben.“

Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: „Die Frage Kappung und Degression ja/nein wird erstmals von den Landwirten in Ost und West gleichermaßen mit nein beantwortet. Der deutsche Bauernverband und die weit überwiegende Mehrheit der Länder lehnt eine verpflichtende Kappung und Degression ab. Das hat es so bisher noch nicht gegeben! Und dieses eindeutige Votum muss der Bundeslandwirtschaftsminister und die gesamte Bundesregierung anerkennen und umsetzen. Wir können nicht zulassen, dass über Jahrzehnte gewachsenen und erfolgreiche Strukturen, die auch den Menschen im ländlichen Raum Perspektiven geben, ideologischer Engstirnigkeit geopfert werden.“

Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft: „Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Brüssel an der obligatorischen Kappung und Degression festhalten will und unsere Agrarstruktur bewusst missachtet. Die landwirtschaftlichen Betriebe, egal ob klein oder groß, sehen sich schon jetzt durch hohe Kosten und geringe sowie stark schwankende Erzeugerpreise einem enorm hohen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Eine Kürzung der Einkommensstützung schwächt die Betriebe weiter und lockt verstärkt außerlandwirtschaftliche Investoren an. Gerade arbeitsintensive Bereiche wie die Tierhaltung hätten schlechtere Chancen, um im Wettbewerb zu bestehen. Damit erreicht die EU-Kommission genau das Gegenteil ihrer Anliegen: heimische Landwirtschaft zu erhalten, Nutztierhaltung zu stärken und Agrarfördergelder gezielt in der Landwirtschaft einzusetzen.“

Michael Richter, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt: „Wir brauchen eine Landwirtschaft, die sich rechnet und gleichzeitig Verantwortung für die natürlichen Lebensgrundlagen übernimmt. Entscheidend ist ein verlässlicher politischer Rahmen, der den Betrieben wirtschaftliches Handeln und langfristige Investitionen ermöglicht. Landwirtschaft braucht nicht immer neue Vorgaben, sondern Planungssicherheit, faire Wettbewerbsbedingungen und Freiräume für unternehmerische Entscheidungen. Ein Baustein dazu ist, dass die GAP auch zukünftig zu verlässlichen Einkommen beitragen muss.“

Thüringens Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John sagt: „Bei der künftigen EU-Agrarpolitik geht es um weit mehr als um einzelne Förderprogramme. Es geht um die wirtschaftliche Perspektive unserer Landwirtschaft, um Ernährungssicherheit und um die Zukunft der ländlichen Räume. Deshalb brauchen wir eine verlässlich finanzierte Agrarförderung, die unterschiedliche Betriebsstrukturen berücksichtigt, statt gerade die gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland durch Kappung und Degression zu benachteiligen. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie diese gemeinsame Position der Länder in den europäischen Verhandlungen mit Nachdruck vertritt.“

Degression bedeutet, dass die Förderung ab bestimmten Schwellenwerten schrittweise gekürzt wird; bei einer Kappung wird eine feste Förderobergrenze je Betrieb eingezogen. Davon wären insbesondere die historisch gewachsenen größeren Betriebsstrukturen in Ostdeutschland betroffen. Die fünf Länder hatten sich bereits im Januar 2026 in der gemeinsam mit den ostdeutschen Landesbauernverbänden verabschiedeten „Berliner Erklärung“ gegen eine verpflichtende Kappung und Degression der Agrarförderung ausgesprochen. In derselben Weise hatte sich zuvor auch die Agrarministerkonferenz positioniert. Schließlich haben auch die Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundesrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Damit besteht über die ostdeutschen Länder hinaus breite Einigkeit, dass die Agrarförderung unterschiedlichen Betriebsformen und Betriebsgrößen gerecht werden und gewachsene Agrarstrukturen berücksichtigen muss.

Fakten zur GAP-Förderung

Für Deutschland stehen in der laufenden GAP-Förderperiode 2023 bis 2027 insgesamt rund 30 Milliarden Euro EU-Mittel zur Verfügung – jährlich gut 6 Milliarden Euro. Davon entfallen vor Umschichtungen jährlich rund 4,9 Milliarden Euro auf Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe, rund 150 Millionen Euro auf Marktmaßnahmen und rund 1,1 Milliarden Euro auf den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Von den Direktzahlungen (Einkommensgrundstützung einschließlich Umverteilungsprämie, Junglandwirteförderung, Öko-Regelungen sowie gekoppelten Tierprämien) erhielten landwirtschaftliche Betriebe in Brandenburg jährlich rund 355 Millionen Euro, in Mecklenburg-Vorpommern rund 315 Millionen Euro, in Sachsen rund 205 Millionen Euro, in Sachsen-Anhalt rund 269 Millionen Euro und in Thüringen rund 202 Millionen Euro.

Dolce Vita auf dem Land

Cafémobil aus Lohmen ist Landessieger beim Deutschen Nachbarschaftspreis

Lohmen – Stefanie Drese konnte heute Ruth Wossidlo, André Schulz und Lars Trense vom Cafémobil aus Lohmen zum Landessieg beim Deutschen Nachbarschaftspreis gratulieren.

Dolce Vita in der Mecklenburger Provinz: Mit einer Piaggio Ape, einer Siebträger-Kaffeemaschine und viel ehrenamtlichem Engagement bringt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lohmen Kaffee und Menschen zusammen. Für dieses ungewöhnliche mobile Begegnungsprojekt ist das Cafémobil jetzt als Landessieger Mecklenburg-Vorpommerns beim Deutschen Nachbarschaftspreis 2026 ausgezeichnet worden. Sozialministerin Stefanie Drese überreichte die Auszeichnung am Donnerstag im Sozialministerium in Schwerin. Das Projekt erhält ein Preisgeld von 2.000 Euro.

Das Cafémobil fährt durch die 38 Dörfer und Orte der Kirchengemeinde Lohmen und schafft dort einen Treffpunkt, wo klassische Orte der Begegnung wie Dorfkonsum, Gaststätte oder Bäckerei zunehmend fehlen. Kaffee gibt es kostenlos, Kuchen und Spiele bringen die Menschen selbst mit. Wer möchte, kann sich seine eigene Kaffeekreation zubereiten. So wird aus einer kleinen Ape ein mobiler Dorfmittelpunkt – und aus einer Tasse Kaffee ganz nebenbei ein Gespräch, eine neue Bekanntschaft oder ein Stück Nachbarschaft.

„Dolce Vita muss nicht an der Strandpromenade beginnen. Manchmal beginnen die kleinen italienischen Momente auf dem Dorfplatz – mit einem guten Kaffee und Menschen, die Lust haben, zusammenzukommen. Das Cafémobil aus Lohmen bringt genau das auf die Dörfer: Lebensfreude, Begegnung und ein Stück Gemeinschaft. Und das Beste daran: Die Menschen warten nicht darauf, dass jemand einen neuen Treffpunkt baut. Sie machen ihn einfach selbst“, sagte Drese bei der Auszeichnung.

Das Projekt ist dabei weit mehr als ein mobiles Café. Menschen mit und ohne Behinderung engagieren sich gemeinsam, ebenso Einheimische und Zugewanderte. Zu den acht Ehrenamtlichen gehört ein Mann mit geistiger Behinderung. Auch eine muslimische Familie, die vor wenigen Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, ist dabei. Alle Ehrenamtlichen haben einen Barista-Kurs absolviert.

„Genau solche Orte brauchen wir: offen, niedrigschwellig und mitten im Leben. Das Land unterstützt deshalb mit seinem Programm ,Dritte Orte‘ ganz bewusst Begegnungs- und Gemeinschaftsorte, an denen Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation zusammenkommen können. Das Cafémobil zeigt auf besonders charmante Weise, dass ein solcher Ort nicht einmal ein festes Gebäude braucht. Er kann auch vier Räder haben“, verwies Drese auf das Landesförderprogramm für Begegnungs- und Gemeinschaftsorte, das mit insgesamt rund 700.000 Euro ausgestattet ist.

Für Drese ist das Engagement vor Ort ein wichtiger Teil der Antwort auf Einsamkeit und fehlende soziale Kontakte. „Wir können Freundschaften nicht verordnen. Aber wir können Orte schaffen, an denen sie entstehen. Und wir können Menschen unterstützen, die solche Orte mit Leben füllen. Das Cafémobil ist dafür ein wunderbares Beispiel: Hier wird nicht nur Kaffee ausgeschenkt, hier wird Nachbarschaft gebraut.“

Mit dem Preisgeld möchte die Kirchengemeinde unter anderem einen Anhänger für das Cafémobil anschaffen, um künftig Tische und Stühle zu den mobilen Treffpunkten mitnehmen zu können. Auch weitere Angebote sind geplant – vom gemeinsamen Eiswaffelbacken mit Kindern und Jugendlichen über eine Afterhour-Bar bis zum Suppenmobil.

Der Deutsche Nachbarschaftspreis der nebenan.de Stiftung wird 2026 zum zehnten Mal vergeben und zeichnet Initiativen mit Vorbildcharakter aus, die lebendige Orte schaffen und das gesellschaftliche Miteinander stärken. In jedem Bundesland wird ein Landessieger mit 2.000 Euro ausgezeichnet. Die fünf Themenschwerpunkte und ein Sonderpreis werden im November bei der bundesweiten Preisverleihung in Berlin vergeben. Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Postcode Lotterie.

Junge Ideen für die Zukunft

Auszubildende präsentieren ihre Klimaprojekte auf der JOBFACTORY

Rostock – Auszubildende aus Mecklenburg-Vorpommern zeigen, wie Klimaschutz, berufliche Bildung und regionale Entwicklung zusammengehören. Auf der JOBFACTORY am 9. und 10. Oktober in Rostock stellen sie die Ergebnisse des einjährigen Projekts Land.Leben.Klima. vor.

Klimaschutz gilt vielen als unattraktives und schwieriges Thema. Acht junge Menschen im Projekt Land.Leben.Klima. finden es jedoch wichtig, sich für Klimaschutz, Klimagerechtigkeit und Klimaanpassungsmaßnahmen einzusetzen. Gemeinsam mit ihren Ausbildungsbetrieben zeigen sie, wie sich Klimaschutz ganz praktisch in den Berufsalltag integrieren lässt – mit Ideen, die den Betrieben, den Beschäftigten und der Region zugutekommen.

An dem einjährigen Projekt haben sich Auszubildende aus vier Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt: der Tischlerei Granzow in Waren, der Stadtverwaltung Güstrow, dem WasserZweckVerband Malchin-Stavenhagen sowie der Raiffeisenbank Mecklenburgische Seenplatte. Seit September 2025 entwickelten die jungen Erwachsenen eigene Projekte zu Klimaschutz und Klimaanpassung und setzen diese in ihren Ausbildungsbetrieben um. Die Ergebnisse präsentieren sie nun auf der Ausbildungsmesse JOBFACTORY am 9. und 10. Oktober in Rostock. Besucherinnen und Besucher erhalten dort Einblicke in die Projekte und können direkt mit den Auszubildenden ins Gespräch kommen.

Ein grüner Pausenplatz, der die Belegschaft zusammenbringt

In der Tischlerei Granzow aus Waren etwa entstand ein neuer Pausenplatz für die Belegschaft – gebaut aus Restholz und ergänzt durch Begrünung sowie Nistkästen. Das Projekt verbindet Ressourcenschonung mit einem besseren Miteinander im Betrieb. Amy-Marie Störr, während der Projektlaufzeit im dritten Lehrjahr und seit kurzem frisch gebackene Tischler-Gesellin, beschreibt den Mehrwert so: „Tomatenranken, Nistkästen und Restholzverwertung sind die eine Sache, die andere ist, dass so ein Projekt die hier arbeitenden Menschen zusammenbringt. Gut so.“ Auch der Ausbildungsverantwortliche der Tischlerei Detlef Türmer findet es wichtig, interessierte und motivierte Jugendliche direkt zu unterstützen. „Wenn eine gewisse Portion an Eigeninteresse da ist, können wir mit Klima-Projekten Herzen öffnen und zeigen, wie sehr es Spaß machen kann, Gesellschaft mitzugestalten“, so Türmer.

Ein Klima- und Umweltpfad rund um die Güstrower Innenstadt

Durch Azubis der Stadtverwaltung Güstrow wiederum entstand die Idee für einen Klima- und Umweltpfad rund um die Innenstadt. Mit Informationstafeln, QR-Codes und interaktiven Elementen möchten die Auszubildenden Paul-Erik Finck und Manuel Albrecht, beide nun im zweiten Ausbildungsjahr für Verwaltungsfachangestellte zeigen, welche nachhaltigen Entwicklungen es bereits in ihrer Stadt gibt und welche weiteren

Möglichkeiten für die Zukunft bestehen. Mit einer Präsentation hatten die beiden Azubis die Amtsleitungen von ihrer Idee überzeugt. Nun wird diese mit viel Engagement Schritt für Schritt umgesetzt. Geplant sind unter anderem Bänke, QR-Codes sowie Informationsangebote inklusive Tipps und Bilder, die während des Spaziergangs zum Nachdenken anregen. „Das Vorhaben wird immer größer“, berichtet Paul-Erik Finck. „Ich habe großen Respekt davor, will aber auch zeigen, was im Thema und in mir selbst steckt.“ Professionell unterstützt und begleitet wird das Vorhaben von Ausbildungsbetreuer Kenny Böttcher und der Sachbearbeiterin in der Stadtplanung Barbara Mahnke.

Nachhaltigkeit in der Trinkwasserversorgung sichtbar machen

Für ein Versorgungsunternehmen wie den WasserZweckverband Malchin-Stavenhagen ist es extrem wichtig, lückenlos und gut ausgebildete Menschen beschäftigen zu können. Marwin Stüwe hat vor seiner Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik mehrere Schülerpraktika absolviert. Das Betriebsklima, die Tätigkeiten und die Zukunftsaussichten stimmen für ihn. David Schacht, Geschäftsführer spricht es aus: „Wir wollen Marwin aufbauen. Hier in der Region versuchen unsere Unternehmensentwicklung transparent zu machen. Das Projekt Land.Leben.Klima ist ein wichtiger Baustein dazu.“ Der WZV Malchin-Stavenhagen steht für Nachhaltigkeit im ganzen System – Trinkwasser braucht Landschaftsschutz und funktioniert nur mit erneuerbaren Energien, ökologischen und sozialen Strukturen.

Grüne Finanzen als Hebel für Klimaschutz

Last but not least gibt es das Team der Raiffeisenbank Mecklenburgische Seenplatte eG Jamie Maischak und Ana Isabel Patricio (Bankkauffrau 3. und 2. Ausbildungsjahr) haben sich viel vorgenommen. Neben einem Handlungsleitfaden entsteht eine Instagram-Reihe, die sich mit Klimaschutz befasst. Drei thematisch strukturierte Workshops sollen in den umliegenden Schulen stattfinden, auch um sich als möglicher Ausbildungsort Raiffeisenbank bekannt zu machen. Ana findet: „Viele können sich nicht vorstellen, was Banken mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Wir finden aber, dass gerade beim Geld Klimaschutz beachtet werden sollte.“

Projekt sucht Interessierte für eine Verstetigung

Insgesamt investierten die Auszubildenden über mehrere Monate hinweg durchschnittlich drei Stunden pro Woche in ihre Projekte und arbeiteten in vier gemeinsamen Werkstätten an deren Weiterentwicklung. Für Robert Hantsch von der Universität Rostock, der das Projekt im Projektbeirat begleitet hat, zeigt sich, welchen Wert gemeinsames Lernen und eigenverantwortliches Arbeiten haben: „Für mich ist schön zu sehen, dass die Arbeit in Teams der richtige Ansatz war. Kooperation, gegenseitige Unterstützung und vielfältige Ideen sind dadurch in den Betrieben entstanden.“

Umgesetzt und begleitet wird das Projekt Land.Leben.Klima. von der Über.Morgen gGmbH. Die Präsentation der Ergebnisse auf der JOBFACTORY bildet den Abschluss der ersten Projektphase des Projektes, das 2025 und 2026 im Rahmen des Landesprogramms MV tut was. stattfindet. Für die nächste Projektrunde möchte das Projektteam das Projekt auch ohne eine Finanzierung durch das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern fortführen und weiteren Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern anbieten. „Unternehmen, die aktiv für Klimaschutz und Nachhaltigkeit eintreten und sich darum kümmern, dass es auch in weiter Zukunft lebenswert in Mecklenburg-Vorpommern bleibt, sind herzlich willkommen“, lädt Ulrike Gisbier, Geschäftsführerin der Über.Morgen gGmbH und Projektleiterin des Projekts, interessierte Betriebe zur Teilnahme ein.

Hintergrund

Das Projekt Land.Leben.Klima. ist Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. Es unterstützt Auszubildende im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns dabei, eigene Klima- und Zukunftsprojekte in ihren Ausbildungsbetrieben zu entwickeln und umzusetzen. Ziel ist es, Klimaschutz als Chance für berufliche Entwicklung, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Mitgestaltung erlebbar zu machen. Die beteiligten Unternehmen stellen ihren Auszubildenden dafür Zeit und Raum zur Verfügung, um eigene Ideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Das Programm wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht und gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt.

Das Meer als Klimaschützer

Abtauchen in die Seegraswiesen der Ostsee

Schwerin – Das Forschungsprojekt „MV SEAGRASS for climate“ (MVs4C) informiert im Rahmen der ANK-Themenwoche 2026, wie Seegraswiesen in der Ostsee Artenvielfalt fördern und Kohlenstoff speichern.

Im Rahmen der bundesweiten ANK-Themenwoche „Natur stärken – Klima schützen“ lädt das vom Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern koordinierte Forschungsprojekt „MV SEAGRASS for climate“ am 10. Oktober 2026 von 14:00 bis 17:00 Uhr in den maritimen Erlebnisraum SEALEVEL in der Kieler Innenstadt ein. Anlass ist der bundesweite Thementag „Klimaschützer Meer“, an dem Projekte des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) die Bedeutung mariner Ökosysteme für den Klima- und Naturschutz vorstellen.

„Seegraswiesen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen unserer Ostsee. Sie bieten zahlreichen Arten einen Lebensraum und speichern gleichzeitig große Mengen Kohlenstoff im Meeresboden. Wer Seegras schützt, schützt deshalb Natur und Klima gleichermaßen. Mit dem Projekt „MV SEAGRASS for climate“ schaffen wir in den kommenden Jahren die wissenschaftlichen Grundlagen, um diese einzigartigen Unterwasserwiesen langfristig zu erhalten und dort, wo es möglich ist, wiederherzustellen“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Zwischen interaktiven Ausstellungsexponaten können Besucherinnen und Besucher die faszinierende Welt der Seegraswiesen entdecken und im Gespräch mit Forschenden erfahren, warum Seegras als „Klimaheld der Ostsee“ gilt und wie moderne Forschung dabei hilft, diese Lebensräume zu schützen.

Seegraswiesen leisten wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz

Seegraswiesen zählen zu den wertvollsten Lebensräumen der Ostsee. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Schutz und Nahrung, verbessern die Wasserqualität und sind natürliche Kohlenstoffsenken. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz sowie Küstenschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig sind viele Seegrasbestände in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Umso wichtiger ist es, ihre Verbreitung und ihre Funktionen besser zu verstehen sowie geeignete Maßnahmen für Schutz und Wiederherstellung zu entwickeln.

Genau hier setzt das Projekt „MV SEAGRASS for climate“ an. Entlang der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns werden aktuelle und historische Seegrasvorkommen erfasst, geeignete Flächen für die Wiederansiedlung identifiziert und an ersten Pilotstandorten erprobt sowie wissenschaftliche Grundlagen für den langfristigen Schutz dieser Lebensräume geschaffen. Im Laufe des Projektes wird zudem eine Seegraswiesenstrategie erarbeitet.

Forschung zum Anfassen im SEALEVEL

In der Kieler Ausstellung SEALEVEL erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Mitmachangebot. Sie können spielerisch erkunden, weshalb Seegras oft als „Klimaheld der Ostsee“ bezeichnet wird, mehr über die Kartierung von Seegrasbeständen mit Hilfe moderner Drohnen- und Satellitentechnik erfahren und sich mit Forschenden über Fragen des Klima-, Arten- und Meeresschutzes austauschen. Der maritime Ausstellungs- und Erlebnisraum in der Kieler Innenstadt bietet dafür einen geeigneten Rahmen, um aktuelle Meeresforschung verständlich und anschaulich zu vermitteln.

„MV SEAGRASS for climate“ nimmt Teil an der bundesweiten ANK-Themenwoche 2026

Die Veranstaltung ist Teil der ersten gemeinsamen ANK-Themenwoche „Natur stärken – Klima schützen“ vom 7. bis 14. Oktober 2026. Bundesweit zeigen Projekte des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), wie intakte Ökosysteme Klima- und Naturschutz miteinander verbinden. Gemeinsam mit weiteren Projekten aus Schleswig-Holstein ZOBLUC, FUBLUC, LABLUC und dem KI-Leuchtturmprojekt KIMMCO macht MV SEAGRASS for climate den Beitrag von Seegraswiesen im Land für den natürlichen Klimaschutz sichtbar.

Die Veranstaltung findet am 10. Oktober 2026 im SEALEVEL Kiel in der Holstenstraße 2–12 statt.

Der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Das auf acht Jahre ausgelegte Forschungsprojekt „MV SEAGRASS for climate“ ist ein Projekt des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung des Projektes im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beträgt etwa 12 Millionen Euro. Das ANK stärkt bundesweit natürliche Ökosysteme als Verbündete für den Klima-, Natur- und Artenschutz und wird fachlich durch das Bundesamt für Naturschutz begleitet. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in Zusammenarbeit mit vier Projektpartnern aus drei Bundesländern unter Federführung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt (LM) und dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG)

Ziel des Projektes ist es, die Seegraswiesen entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns umfassend zu erfassen, ihre Rolle für Biodiversität, Küsten- und Klimaschutz zu untersuchen und Grundlagen für ihren langfristigen Schutz sowie ihre Wiederherstellung zu schaffen. Zudem soll bis zum Jahr 2033 eine langfristige Seegrasstrategie für Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet werden.

Themenwoche Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Schwerin – Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über konkrete Maßnahmen informieren – von der Renaturierung von Mooren über den Schutz von Wäldern und Küsten bis hin zu mehr Grün in unseren Städten.

Der Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen.  Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“

Der Klimaschutzminister M-V, Dr. Till Backhaus: „Nasse Moore, klimastabile Wälder, naturnahe Auen, Küsten und Meere sind wichtig für die Artenvielfalt, halten Kohlenstoff im Boden und sorgen für einen ausgewogenen Wasserhaushalt, indem sie Wasser speichern und die Umgebung kühlen. So wird das Klima geschützt und Folgen des Klimawandels, wie Extremwettereignisse mit großer Hitze und Trockenheit oder Starkregen und Hochwasser, können abgemildert werden. Natürlicher Klimaschutz – also die Stärkung der Ökosysteme – bietet uns deshalb besondere Chancen, die wir als Land bereits intensiv genutzt haben. Allein für Moor-, Küsten- und Naturschutzprojekte konnten wir seit Beginn des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz rund 150 Millionen Euro zusätzliche Bundesmittel nach Mecklenburg-Vorpommern holen. Damit unterstützen wir konkrete Projekte vor Ort und bauen zugleich die dringend notwendigen Strukturen auf.
Ein gutes Beispiel ist unser gemeinsames Programm zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten. Auch bei der Wiedervernässung von Mooren und beim Schutz unserer Küsten gehen wir neue Wege. Entscheidend ist dabei, dass wir Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten und tragfähige Perspektiven für Landnutzerinnen und Landnutzer schaffen. Die ANK-Themenwoche macht sichtbar, wie viel bereits passiert und welchen Beitrag natürlicher Klimaschutz für unser Land leisten kann.“

Mecklenburg-Vorpommern gehört mit rund 300.000 Hektar Moorfläche zu den moorreichsten Bundesländern. Die Moore bedecken rund 12 Prozent der Landesfläche. Ihre Wiedervernässung und der Schutz ihrer natürlichen Funktionen sind deshalb wichtige Bausteine für den Klimaschutz im Land. Im Rahmen eines vom ANK geförderten Modellvorhabens mit dem Titel „Institut Moorspezialisten“ werden gemeinsam mit Niedersachsen Fachkräfte für den Moorschutz qualifiziert. Auch der Schutz der Küstenökosysteme spielt eine wichtige Rolle: Das ANK-Projekt „SEAGRASS for climate“ untersucht die Bedeutung von Seegraswiesen für Biodiversität und Klimaschutz. Darüber hinaus haben die Kommunen im Land bereits über 70 Projekte des Natürlichen Klimaschutzes – insbesondere Baumpflanzungen, die Anlage von Grünanlagen und die Sanierung von Kleingewässern – mit Unterstützung des ANK in Angriff genommen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits bundesweit im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“

Höhepunkt der Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen anbieten. Auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen beteiligen sich mit Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“. Weitere Aktivitäten finden online unter #ANKWoche26 statt.

Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung im Bundesumweltministerium in Berlin ab. Veranstaltet wird die Themenwoche durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK).

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten.

Erster landesweiter Tag der Tagespflegen in M-V

Drese würdigt unverzichtbare Säule der häuslichen Pflege / Kritik am Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes

Schwerin – Am heutigen Mittwoch findet in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ der erste landesweite Aktionstag der Tagespflegen statt. An der von Verbänden wie dem bpa MV sowie der LIGA MV ins Leben gerufene Initiative nehmen rund 100 Einrichtungen im gesamten Land teil, die ihre Türen für Interessierte öffnen und über Angebote informieren.

Für Sozialministerin Stefanie Drese haben Tagespflegen angesichts des Wunsches der allermeisten Pflegebedürftigen, so lange wie möglich Zuhause zu leben, eine herausragende und wachsende Bedeutung für Pflegebedürftige sowie zur Entlastung von pflegenden Angehörigen.

„Die Tagespflege ist kein bloßes Betreuungsangebot, sondern ein entscheidendes Bindeglied zur Stabilisierung unser gesamten ambulanten Pflegesystems“, betonte Drese zum Start des Aktionstages. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel sei die Tagespflege eine tragende Säule im Pflegebereich bei der Umsetzung unseres Grundsatzes „ambulant vor stationär“, so Drese.

„Die Tagespflegen in unserem Land tragen entscheidend dazu bei, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern“, verdeutlichte die Ministerin. Sie sichern zudem die professionelle pflegerische und therapeutische Versorgung, durchbrechen die Isolation der Betroffenen und garantieren so den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld, sagte Drese.

Gleichzeitig entlasten sie pflegende Angehörige, ohne deren täglichen Einsatz der hohe Anteil von Menschen, die in der eigenen Häuslichkeit gepflegt werden, gar nicht möglich wäre.

Wie tief verankert das Angebot ist, zeigen die regionalen Zahlen: In MV gibt es aktuell über 220 Tagespflegen im gesamten Land mit insgesamt mehr als 5.000 Plätzen. Gleichzeitig werden rund 86 Prozent der rund 140.000 Pflegebedürftigen in MV zu Hause versorgt.

Umso unverständlicher ist für Drese der jüngste Kurswechsel auf Bundesebene. „Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz trifft die Tagespflege nicht durch direkte Kürzungen, sondern durch Einschnitte beim Entlastungsbetrag und in der Verhinderungspflege.

Dadurch steigt der Eigenanteil und können Angebote nicht mehr wie bisher genutzt werden“, nutzte Drese den Aktionstag für eine scharfe Kritik am aktuellen Kabinettsentwurf des PNOG. Die Folge sind laut Drese: sinkende Auslastung, Standortschließungen und weniger Entlastung für pflegende Angehörige.

„Damit würden wir die Menschen sehenden Auges in die vollstationäre Pflege drängen“, verdeutlichte Drese. „Das ist unsozial und finanzpolitisch kurzsichtig, da es die Pflege für alle weiter verteuern wird.“ Drese kündigte an, dass Mecklenburg-Vorpommern den Bund auffordern wird, im weiteren Gesetzgebungsverfahren dringend nachzubessern.

MV Tourismus GmbH wirbt für Urlaub nach dem Sommer

Schwerin – Mit herbstlichen Naturerlebnissen in Nationalparks und Kulturangeboten in Schlössern und Städten wirbt die MV Tourismus GmbH (MV-T) für einen Herbsturlaub in Mecklenburg-Vorpommern und setzt damit Impulse für mehr Auslastung nach dem Sommer.

Unter dem Slogan „Herbstlich Willkommen“ wird die Kampagne über einen Zeitraum von zwei Monaten in Form von OnlineWerbung deutschlandweit ausgespielt und analog mittels Plakaten und City-Light-Postern in sieben Städten im Bundesgebiet und in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt.

Im Fokus stehen Reisende aus Regionen mit kurzer Anreise nach Mecklenburg-Vorpommern, aber auch Einheimische. Tipps für den Herbsturlaub finden Interessierte unter auf-nach-mv.de/herbst-winter.

Landestechnologiekonferenz 2026

Jochen Schulte: „Wir wollen mit techno-logischem Wissen Innovation voranbringen und gute Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen lassen“

Wismar – Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute die Landes­technologiekonferenz 2026 an der Hochschule Wismar er­öffnet. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien mit einem besonderen Fokus auf Künstliche Intelligenz. Die Landestechnologie­konferenz bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Studierende zusammen und zeigt, welche innovativen Technologien in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und in die Anwendung gebracht werden.

„Unser Ziel ist es, aus technologischen Innovationen in Meck­lenburg-Vorpommern Investitionen und gute Arbeitsplätze ent­stehen zu lassen. Genau deshalb brauchen wir eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, unter Ein­beziehung der Nachwuchskräfte in unserem Land. Viele der heute vorgestellten Projekte unterstützen wir mit unserer Technologieförderung. Sie überzeugen nicht nur techno­logisch, sondern haben auch das Potenzial, neue Wert­schöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze in unserem Land zu schaffen“, sagte Staatssekretär Schulte.

Für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung stehen Meck­lenburg-Vorpommern in der aktuellen EU-Förderperiode ins­gesamt 266 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Seit 2023 hat das Wirtschaftsministerium im Rahmen der Landesrichtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation Förderungen in Höhe von rund 100 Millionen Euro für 263 Projekte bewilligt. Davon entfallen rund 80 Millionen Euro auf 97 Verbundprojekte von Unternehmen und Forschungsein­richtungen. 

Ein Schwerpunkt der Landestechnologiekonferenz liegt auf erneuerbaren Energien und Wasserstofftechnologien. Das Programm reicht von der Herstellung von grünem Methanol über neue Verfahren zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff bis hin zu Elektrolysekomponenten.

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Wir wollen die Erneuerbaren nicht nur generieren, sondern einen möglichst großen Teil der damit verbundenen industri­ellen Wertschöpfung im Land halten. Gerade im Offshore-Be­reich zeigen sich enorme Potentiale“, so Staatssekretär Schulte.

Für dem Bau von zwei Konverterplattformen in Rostock ist es gelungen, Milliardenaufträge und langfristig industrielle Wert­schöpfung nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen. Damit werden qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen und der Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern weiter gestärkt. Damit solche Erfolge keine Einzelfälle bleiben, unter­stützt das Land Forschung und Entwicklung im Bereich er­neuerbarer Energien und Wasserstofftechnologien.

Ein Beispiel ist die vom Land unterstützte Forschungsfabrik Wasserstoff MV. Drei außeruniversitäre Forschungseinrich­tungen – das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP, das Leibniz-Institut für Katalyse und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie – bündeln dort ihre Kompetenzen. Gemeinsam mit Unter­nehmen wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette geforscht: von der Erzeugung von grünem Wasserstoff bis zu seiner Anwendung in Industrie und Schifffahrt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. „KI ist längst keine Zukunftstechnologie mehr. Sie verändert schon heute Produktionsprozesse, Logistik, Dienstleistungen und die Entwicklung neuer Produkte. Gerade für Mecklen­burg-Vorpommern bietet diese Entwicklung weitreichende Chancen. Wenn Unternehmen mit Hilfe von KI Prozesse auto­matisieren, Beschäftigte von Routinetätigkeiten entlasten und ihre Produktivität steigern können, kann Technologie auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel sein“, sagte Staats­sekretär Schulte.

Mit der seit Ende Juni geltenden KI-Richtlinie unterstützt das Wirtschaftsministerium Unternehmen bei der Einführung von KI-Lösungen, beispielsweise in der Produktion, bei Dienst­leistungen, in der Logistik, im Vertrieb oder in der IT-Sicher­heit. Für die Jahre 2026 und 2027 stehen dafür jeweils 1,5 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung.

„Wir wollen Forschung und wirtschaftliche Anwendung noch enger zusammenzubringen. Gute Forschungsergebnisse dür­fen nicht in der Schublade liegen bleiben. Aus ihnen müssen marktfähige Anwendungen, neue Geschäftsmodelle und im besten Fall neue Unternehmen entstehen. Unser Anspruch ist deshalb klar: Chancen ermöglichen, Risiken beherrschbar machen und Wertschöpfung nach Mecklenburg-Vorpommern holen“, so Staatssekretär Schulte.

Die Landestechnologiekonferenz ist eine gemeinsame Veran­staltung des Strategierates Wirtschaft-Wissenschaft MV unter Federführung des Wirtschaftsministeriums und unterstützt von Industrie- und Handelskammern des Landes. Gastgeber der diesjährigen Veranstaltung ist die Hochschule Wismar, die Organisation lag federführend bei der IHK zu Schwerin.