Menü Schließen

Schwesig: Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Karin Prien begrüßt, bei den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nachverhandeln zu wollen.

„Es ist und bleibt falsch, ausgerechnet bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu kürzen. Ich habe als Bundesfamilienministerin in der Regierung von Bundeskanzlerin Merkel den Unterhaltsvorschuss auf bis zu 18 Jahre ausgeweitet.

Das war auch richtig so, denn auch Kinder mit 16 oder 17 Jahren haben Bedürfnisse. Sie dürfen nicht allein gelassen werden, wenn ihre Väter oder auch Mütter nicht zahlen. Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder“, sagte die Ministerpräsidentin heute in Schwerin.

„Anstatt bei den Kindern zu kürzen, sollten säumige Eltern, in der Regel Väter, stärker herangezogen werden. Zum Beispiel auch durch Maßnahmen wie Führerscheinentzug. Das haben wir bei Bildung der heutigen Bundesregierung gemeinsam so beschlossen. Der Unterhaltsvorschuss ist wichtig für viele Alleinerziehende und ihre Kinder“, sagte Schwesig weiter.

33 Jahre FÖJ in MV: Backhaus würdigt Engagement junger Menschen

Rostock – Anlässlich des Treffens der Landessprechenden des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) am vergangenen Donnerstag im Ökohaus Rostock würdigt Umweltminister Dr. Till Backhaus das Engagement junger Menschen für Natur, Umwelt und Gesellschaft. Die Sprecherinnen und Sprecher des neuen FÖJ-Jahrgangs 2026/27 kommen zusammen, um sich auszutauschen und die Interessen der Freiwilligen zu vertreten.

„Seit 33 Jahren eröffnet das Freiwillige Ökologische Jahr jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Chance, sich auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Wer sich ein Jahr lang für unsere Natur, den Klimaschutz oder eine nachhaltige Entwicklung engagiert, leistet nicht nur wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft, sondern gewinnt auch Erfahrungen fürs Leben. Gerade in Zeiten, in denen wir über Fachkräftemangel, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft unserer Demokratie sprechen, ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert“, betonte Backhaus.

Seit dem Projektjahr 1993/94 gibt es das staatlich anerkannte FÖJ in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land fördert die Plätze gemeinsam mit dem Bund und der Europäischen Union. Jährlich nutzen rund 140 junge Menschen die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich beruflich wie persönlich zu orientieren.

Dafür stehen landesweit mehr als 350 anerkannte Einsatzstellen zur Verfügung. Das Spektrum reicht von Naturschutzvereinen und Großschutzgebietsverwaltungen über land- und forstwirtschaftliche Einrichtungen bis hin zu Kindergärten, Schulen und Umweltverwaltungen. Auch erneuerbare Energien und Klimaschutz gehören zu den Tätigkeitsfeldern. Die Freiwilligen unterstützen die Einrichtungen bei ihrer täglichen Arbeit und lernen zugleich unterschiedliche Berufsfelder kennen.

„Das FÖJ verbindet praktische Arbeit mit Bildung für nachhaltige Entwicklung. Junge Menschen erfahren unmittelbar, wie wichtig der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist und welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können. Gleichzeitig lernen sie, im Team zu arbeiten, eigene Ideen einzubringen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Diese Erfahrungen sind weit über das Freiwilligenjahr hinaus wertvoll“, so Backhaus.

Ein besonderer Bestandteil des FÖJ ist die demokratische Mitbestimmung. Die derzeit rund 140 Freiwilligen sind in sechs Seminargruppen organisiert. Jede Gruppe wählt zwei bis drei Sprecherinnen und Sprecher, die ehrenamtlich die Interessen ihrer Mitfreiwilligen gegenüber den Trägern sowie auf Landes- und Bundesebene vertreten. Sie beteiligen sich außerdem an der Vorbereitung von Seminaren und gemeinsamen Aktionen. Bereits ab dem zweiten Seminar gestalten die Freiwilligen eigene Themen und Programmpunkte mit.

Die pädagogische Begleitung und Organisation übernehmen die beiden FÖJ-Träger JAO gGmbH und Internationaler Bund (IB). Sie verbinden die praktische Tätigkeit in den Einsatzstellen mit Bildungsseminaren zu Umwelt- und Naturschutz, nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlichen Fragen.

„Mein ausdrücklicher Dank gilt den Freiwilligen, den vielen engagierten Einsatzstellen sowie der JAO gGmbH und dem Internationalen Bund, die das FÖJ seit vielen Jahren mit großem Einsatz und hoher Qualität gestalten. Das Freiwillige Ökologische Jahr ist eine Investition in junge Menschen und damit in die Zukunft unseres Landes. Dieses erfolgreiche Angebot gilt es auch künftig zu erhalten und zu stärken“, erklärt Minister Backhaus abschließend.

Drese: 75 Organe in M-V gespendet

Widerspruchslösung bleibt überfällig

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin ein ermutigendes Signal, fordert aber zugleich eine Reform des Transplantationsrechts.

Nach den auf dem 22. DSO-Jahreskongress vorgestellten Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden von Januar bis September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 75 Organe gespendet. Im Vorjahreszeitraum waren es 52. Das entspricht einem Anstieg um rund 44 Prozent. Die Zahl der Organspender stieg von 18 auf 19. Auch die Zahl der organspendebezogenen Kontakte nahm von 46 auf 51 zu.

„Jede Organspende ist ein Geschenk von unschätzbarem Wert. Hinter den 75 gespendeten Organen stehen Menschen, die anderen eine echte Chance auf ein neues Leben gegeben haben. Dafür gebührt den Spenderinnen und Spendern sowie ihren Angehörigen unser großer Respekt und Dank“, sagte Drese.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Bedarf an Spenderorganen hoch. Ende September standen in Mecklenburg-Vorpommern 225 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Allein 154 von ihnen benötigten eine Niere, 44 eine Leber und 20 ein Herz. „Hinter jeder Zahl auf der Warteliste steht ein Mensch, der auf eine lebensrettende Transplantation hofft. Der Bedarf ist weiterhin viel größer als das Angebot. Deshalb müssen wir alles daransetzen, mehr Organspenden zu ermöglichen“, so Drese.

Drese erneuerte deshalb ihre Forderung nach einem grundlegenden Wechsel im Transplantationsrecht. Mecklenburg-Vorpommern habe sich gemeinsam mit anderen Ländern wiederholt für die Einführung der Widerspruchslösung eingesetzt.

„Ich halte die Widerspruchslösung für einen notwendigen Schritt. Wir wissen, dass viele Menschen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Aber diese Bereitschaft wird häufig nicht dokumentiert. Im entscheidenden Moment fehlt dann eine klare Erklärung – und mögliche Organspenden kommen nicht zustande. Das können und müssen wir ändern“, betonte Drese.

Die Widerspruchslösung bedeute ausdrücklich keinen Zwang zur Organspende. Jeder Mensch könne weiterhin selbst entscheiden und einer Spende jederzeit widersprechen. „Es geht um eine andere gesellschaftliche Grundhaltung: Organspende sollte der Normalfall sein, nicht die ausdrücklich erklärte Ausnahme. Wer nicht spenden möchte, kann das selbstverständlich festhalten. Aber wir sollten es den Menschen, gerade auch den Angehörigen leichter machen, mit ihrer Entscheidung Leben zu retten. Ich hoffe, dass der Bundestag die vorliegenden Gesetzentwürfe jetzt zügig weiterberät“, so die Ministerin.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung appellierte Drese an die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, ihre persönliche Entscheidung zur Organspende festzuhalten und mit ihren Angehörigen darüber zu sprechen. Dafür stehen der Organspendeausweis und das digitale Organspenderegister zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar – September 2025) wurden nach Angaben der DSO bundesweit 115 Organe und damit 5,1 Prozent mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum (Steigerung von 2.258 auf 2.373 gespendete Organe). Die Zahl der Organspender stieg um 28 auf 772 (+3,8 Prozent). MV liegt mit einem Plus von rund 44 Prozent bei den gespendeten Organen deutlich über dem bundesweiten Zuwachs von 5,1 Prozent. Trotz des Anstiegs warten bundesweit weiterhin rund 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Ausbildungsmarktbilanz 2025/26

Nürnberg – „Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche sind die Ausbildungsstellenmeldungen weiter deutlich zurückgegangen. Die Bewerberzahl hat dagegen nochmals leicht zugenommen. In der Folge haben sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert. Doch auch jetzt gibt es noch Möglichkeiten – wir helfen weiterhin bei der Ausbildungssuche“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Bilanz des Berufsberatungsjahres 2025/26.

Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 469.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Darunter waren 453.000 betriebliche Ausbildungsangebote, 31.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. 447.000 Bewerberinnen und Bewerber nahmen die Ausbildungsvermittlung in Anspruch. Das waren 3.000 mehr als im vorherigen Berufsberatungsjahr.

Insgesamt lagen das gemeldete Angebot und die gemeldete Nachfrage sehr nahe beieinander: Auf 100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen kamen rechnerisch 99 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber; im Vorjahr waren es noch 92 gewesen.

Wie in den vergangenen Jahren ist der Markt aber von großen Passungsproblemen geprägt, die den Ausgleich erschweren. Dies führte im Zusammenspiel mit der schwachen wirtschaftlichen Lage dazu, dass sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert haben.

So haben bis Ende September 2026 179.000 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildung begonnen, 12.000 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent und ist der geringste Wert seit der Wiedervereinigung.

Gleichzeitig waren 46.000 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, 6.000 mehr als im letzten Jahr am 30. September. Damit blieben 10 Prozent der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot.

17 Prozent wichen auf einen weiteren Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium aus und 2 Prozent auf eine geförderte Qualifizierung wie eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere 8 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen, 2 Prozent engagieren sich in gemeinnützigen sozialen Diensten und 5 Prozent haben sich arbeitslos gemeldet. Von 14 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber liegt keine Rückmeldung zum Verbleib vor.

Neben den 46.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern sind 47.000 junge Menschen zum 30. September zwar in eine Alternative eingemündet, z.B. einen weiteren Schulbesuch, haben aber ihren Vermittlungswunsch in eine duale Ausbildung aufrechterhalten. Auch ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und zwar um 3.000.

Am 30. September 2026 waren noch 48.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. Gegenüber dem Vorjahr waren das 8.000 weniger. Besonders schwer fiel die Besetzung von Ausbildungsstellen in Lebensmittelberufen, in Bau- und baunahen Berufen, in der Gastronomie, in Metallberufen oder auch im Berufskraftverkehr.

Neben den dualen Ausbildungsstellen waren 66.000 schulische Ausbildungsangebote in Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen sowie Beamtenausbildungen gemeldet. Dem standen ebenso viele gemeldete Bewerberinnen und Bewerber gegen-über. Am Ende des Ausbildungsjahres waren noch jeweils rund 7.000 dieser Ausbildungsangebote unbesetzt und Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.

Um noch suchende Bewerberinnen und Bewerber mit noch unbesetzten Ausbildungsstellen zusammenzubringen, werden die Vermittlungsaktivitäten bis Ende des Jahres fortgesetzt. Erfahrungsgemäß melden sich in den nächsten Wochen noch junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.

Zusammen mit den aktuell noch bei Agenturen und Jobcentern gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätzen, freien Einstiegsqualifizierungen, außerbetrieblichen Ausbildungsstellen und Berufsvorbereitungsmaßnahmen stehen viele Angebote zur Verfügung, um ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen einen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Auch Betriebe haben noch Chancen, offene Ausbildungsstellen zu besetzen.

Arbeitsmarkt im Oktober 2026 – Herbstbelebung bleibt schwach

Nürnberg – „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für eine Besserung am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht ausreichend. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt im Oktober vergleichsweise schwach aus“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Juni:-40.000 auf 2.955.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +44.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:-0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Im Zuge der – weiter verhaltenen – Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im Oktober 2026 um 40.000 auf 2.955.000 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat jedoch um 4.000 gestiegen. Verglichen mit dem Oktober des letzten Jahres liegt sie um 44.000 höher. Die Arbeitslosenquote hat sich im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im September auf 4,1 Prozent.

Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im Oktober gegenüber dem Vormonat um 9.000 gesunken. Mit 3.592.000 war sie um 28.000 höher als vor einem Jahr.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 26. Oktober für 22.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August 2026 zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten wurde in diesem Monat für 98.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 20.000 weniger als im Vormonat und rund 66.000 weniger als vor einem Jahr. Im längerfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert aber weiterhin etwas erhöht.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im September 2026 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 3.000 verringert. Mit 45,77 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 211.000 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Juli auf August 2026 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 14.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie aber mit 34,87 Millionen Beschäftigten um 45.000 niedriger. 7,57 Millionen Personen hatten im August 2026 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 56.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,02 Millionen ausschließlich und 3,55 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Die Arbeitskräftenachfrage bleibt weiter schwach. Im Oktober waren 654.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 31.000 mehr als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – sank im Oktober 2026 um 1 Punkt auf 102 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der BA-X um 4 Punkte höher aus.

968.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Juni 2025 Arbeitslosengeld, 101.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im Juni auf 3.929.000. Gegenüber Juni 2024 war dies ein Rückgang um 76.000 Personen. 7,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

1.065.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Oktober 2026 Arbeitslosengeld, 88.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten belief sich hochgerechnet im Oktober auf 3.659.000. Gegenüber Oktober 2025 war dies ein Rückgang um 172.000 Personen. 6,8 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Sozialministerin begrüßt geplante Rücknahme der Elterngeld-Kürzung

Drese: „Familien brauchen Zeit, Unterstützung und Verlässlichkeit statt Leistungskürzungen“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese begrüßt, dass Bundesfamilienministerin Karin Prien die geplante Kürzung der Elterngeld-Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate zurücknehmen will. Ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesministeriums geht nun in die Beratungen.

„Ich habe im Juli deutlich kritisiert, dass die Antwort auf sinkende Geburtenzahlen nicht die Kürzung von Leistungen für junge Eltern sein darf. Dass unsere Kritik aufgegriffen wurde, ist ein wichtiges Signal. Familien brauchen Unterstützung und Verlässlichkeit“, sagte Drese.

Der neue Entwurf sieht nun weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld vor. Künftig sollen vier Monate für jeden Elternteil reserviert sein, sechs weitere Monate können flexibel verteilt werden. „Eine gleichmäßigere Aufteilung der Betreuung stärkt die Partnerschaftlichkeit.

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen allerdings seit Jahren nur rund 30 Prozent der Väter Elterngeldmonate in Anspruch. Das muss sich ändern“, betonte Drese. Ihr Appell an Väter und Arbeitgeber: „Nutzt die Zeit mit euren Kindern und ermöglicht diese Erfahrung auch im Berufsalltag. Gerade kleine Betriebe brauchen praktikable Lösungen – am Ende profitieren auch sie von motivierten Vätern.“

Positiv bewertet Drese die geplante Anhebung des Mindestbetrags von 300 auf 330 Euro und des Höchstbetrags von 1.800 auf 1.900 Euro. „Das ist richtig und überfällig. Wir müssen zugleich genau prüfen, wie sich die neue Berechnung auf Familien mit unterschiedlichen Einkommen auswirkt. Entscheidend ist, dass die Reform Eltern nicht zusätzlich belastet.“ Auch Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld beziehen können. Ihre besondere Verantwortung für Betreuung und Alltag müsse berücksichtigt werden.

Drese zum Welt-Schlaganfalltag: Symptome erkennen, Leben retten

Zum Welt-Schlaganfalltag informiert Drese über die Bedeutung frühzeitiger Symptomerkennung, die Schlaganfallversorgung in MV und Hilfsangebote für Angehörige.

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern leben fast 2,2 Prozent der Bevölkerung mit den Folgen eines bis zu zehn Jahre zurückliegenden Schlaganfalls und damit über den bundesweiten Durchschnitt von 1,84 Prozent. Das entspricht in etwa 28.300 Menschen, darunter 15.800 Männer und 12.500 Frauen, deren Leben sich durch einen ischämischen Schlaganfall oder eine Hirnblutung oftmals nachhaltig verändert hat., erklärte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Welt-Schlaganfalltages.

„Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen möglichst umfassend und kompetent behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden“, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es hierfür neun eigens zertifizierte Spezialstationen, auch Stroke Units genannt, die in besonderem Maße auf diese Behandlung eingestellt sind und auch komplexe diagnostische und therapeutische Maßnahmen vornehmen können, etwa zum Lösen oder Entfernen eines Blutgerinnsels. Hinzu kommen Krankenhäuser mit telemedizinisch vernetzter Stroke Unit. An allen Standorten werden die Betroffenen von multidisziplinären Ärzteteams und neurologisch geschulten Pflegekräften engmaschig begleitet.

Diese Versorgungskette könne aber nur dann anlaufen, wenn die Symptome eines Schlaganfalles auch als solche erkannt werden, verdeutlichte Drese und warb zum Aktionstag dafür, sich mit dem sogenannten FAST-Test vertraut zu machen. „Dabei stehen die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit) für vier entscheidende Schritte. Betroffene sollen lächeln, beide Arme heben und einen einfachen Satz nachsprechen. Treten dabei Auffälligkeiten auf, selbst wenn diese nach kurzer Zeit wieder nachlassen, wählen Sie umgehend die 112“, so Drese weiter.

Bestätige sich die Diagnose, so reichen die Folgen eines Schlaganfalls teils weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Manche Betroffene müssen grundlegende Fähigkeiten neu erlernen, mit körperlichen Einschränkungen umgehen oder ihre berufliche und private Lebensplanung verändern. Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen, wenn sie bei der Pflege, im Alltag oder bei der Organisation der weiteren Versorgung unterstützen.

„Dass das diesjährige Motto des Aktionstages ‚Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein‘ laute und diese Leistung in den Mittelpunkt rücke, sei deshalb enorm wichtig, so Drese. „Ganz oft werden Angehörige zur wichtigsten Stütze, begleiten Betroffene durch schwierige Zeiten und setzen sich innerhalb kürzester Zeit mit dem Krankheitsbild auseinander, um bestmöglich unterstützen zu können. Das verdient Anerkennung und Dank“, hob sie hervor.

Gleichzeitig dürften die Belastungen, die mit dieser Verantwortung einhergingen, nicht unterschätzt werden. „Wer einen nahestehenden Menschen unterstützt oder pflegt, muss nicht alles allein bewältigen. Es ist wichtig, dass Angehörige auch auf ihre eigenen Kräfte achten und wissen, wo sie Beratung und Entlastung finden können“, so die Ministerin.

Eine wichtige Anlaufstelle seien die 19 Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei und unabhängig, etwa zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie zur Organisation der häuslichen Pflege. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen gern dabei, passende Angebote zu finden und die nächsten Schritte zu planen, damit die Betroffenen auch nach einem Schlaganfall den Weg zurück in den Alltag finden.“

Land hat Anzahl an Klassenfahrten erhöht

Oldenburg: In der Grundschule und in der Orientierungsstufe wird es jeweils eine zusätzliche Fahrt geben

Schwerin – Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern können während ihrer Schullaufbahn an zwei zusätzlichen Klassenfahrten teilnehmen. „Sie unternehmen somit drei Klassenfahrten anstatt einer Fahrt. Im kommenden Jahr wird es in der Grundschule und in der Orientierungsstufe eine zusätzliche Fahrt geben. Bislang waren diese Fahrten nur in Ausnahmefällen möglich“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Unternehmungen im Klassenverband stärken das soziale Miteinander. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen wichtige Erfahrungen. Diese Erlebnisse stärken wir.“

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, für das Jahr 2027 alle Klassenfahrten zu genehmigen, die den Voraussetzungen entsprechen“, so die Bildungsministerin weiter. „Das ist möglich, weil wir im kommenden Jahr das Budget für die Reisekosten der Lehrkräfte noch einmal erhöht haben. Das ist eine große Kraftanstrengung.“ Insgesamt handelt es sich um ca. 1.500 Fahrten. Im Jahr 2027 stehen dafür insgesamt 1,7 Millionen Euro bereit. In diesem Jahr sind es 1,2 Millionen Euro. Davor waren es jährlich 968.500 Euro. „Reisen und Unterkünfte sind teurer geworden. Mit einem erhöhten Budget tragen wir der Kostensteigerung Rechnung.“

Zudem erhalten die Schulen früher die Genehmigungen für die Schulfahrten. Bisher mussten Klassenfahrten bis zum 15. November eines jeden Jahres für die Schulfahrten-Jahresplanung eingereicht werden. „Diese Frist haben wir auf Anfang Oktober vorgezogen. Damit haben die Schulen mehr Planungssicherheit und einen größeren Planungsvorlauf“, erläuterte die Ministerin.

Die Verwaltungsvorschrift „Durchführung von Schulwanderungen und Schulfahrten an öffentlichen, allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ regelt die organisatorischen Rahmenbedingungen. Sie sieht vor, dass Schulfahrten in der Grundschule in der Regel in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Schulen, die sich in Nachbarschaft zu Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein befinden, können auch Fahrten in das Nachbarland unternehmen.

Viele Grundschulklassen besuchen die Jugendherbergen und Schullandheime im Land. Sie unternehmen beispielsweise Fahrten nach Dreilützow oder Dümmer. In der Orientierungsstufe konzentrieren sich die Fahrten auf die norddeutschen Bundesländer, einschließlich Brandenburg und Berlin. Binz auf Rügen oder Waren/Müritz sind gefragte Reiseziele in Mecklenburg-Vorpommern. In den höheren Jahrgangsstufen sind die Schulklassen auch deutschlandweit oder im europäischen Ausland unterwegs. Im kommenden Jahr zählen zum Beispiel Unternehmungen in Köln, Dresden, London oder Prag dazu.

Neu ist auch, dass Besuche von KZ-Gedenkstätten in Verbindung mit einer Klassenfahrt gefördert werden können. Gleiches gilt bei Besuchen von Gedenkstätten und -orten für Opfer der jüngeren deutschen Geschichte und zu Stätten des natur- und kulturhistorischen Erbes. „Klassenfahrten sind schulische Veranstaltungen und haben ein pädagogisches Ziel. Wenn Schulen während der Fahrt auch eine Gedenkstätte besuchen, begrüßen wir das und unterstützen das Engagement. Deswegen haben wir die Regelungen angepasst“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.