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5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen

Länder diskutieren über Reform der Erbschaftsteuer und Schuldenbremse

Bremen – Die Spitzen der Finanzressorts der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen haben sich am 28. Oktober 2026 zur 5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen getroffen und sich dabei zu unterschiedlichen finanzpolitischen Themen ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen der Reformbedarf bei der Erbschaftsteuer und die Erwartungen an eine Reform der Schuldenbremse. Auch über mögliche Verbesserungen der Einnahmebasis für die öffentlichen Haushalte wurde beraten.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer haben im Lichte der mündlichen Verhandlungen vor dem Bundesverfassungsgericht ihre parteiübergreifende Position zur Reform der Erbschaftsteuer bekräftigt. Ziel ist eine verfassungsfeste, administrativ praktikable und mindestens aufkommensstabile Erbschaftsteuer, die Steuergerechtigkeit stärkt und zugleich Unternehmen und Arbeitsplätze schützt. Besonderen Reformbedarf sehen die Finanzministerinnen und Finanzminister bei den bestehenden Verschonungsregelungen für große Betriebsvermögen. In der Praxis können derzeit sehr hohe Vermögen teilweise nahezu steuerfrei übertragen werden.

Aus Sicht der Nordländer müssen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, um die Erbschaftsteuer gerechter zu gestalten. Die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann hierzu wichtige rechtliche Klarheit schaffen. Auf dieser Grundlage muss dann eine Reform der Erbschaftsteuer angegangen werden. Die Erbschaftsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Länder.

Sie trägt dazu bei, zentrale öffentliche Aufgaben wie Hochschulen, Polizei oder Infrastruktur zu finanzieren. Eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer, wie sie insbesondere Bayern fordert, lehnen die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer ab. Sie würde einen ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern auslösen und zusätzliche Bürokratie schaffen. Die Erbschaftsteuer sollte nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt. Auch die Frage der Regionalisierung ist Gegenstand eines noch ausstehenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts.

Der Bund hat eine Kommission zur Reform der Schuldenbremse eingesetzt, deren Abschlussbericht nach wie vor aussteht. Die Nordländer erwarten, dass die Regeln zur Schuldenbremse mit Augenmaß weiterentwickelt werden. Eine Reform soll weiterhin eine tragfähige Entwicklung der öffentlichen Finanzen gewährleisten, aber auch notwendige Zukunftsinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen jenseits der bisherigen Schuldenregeln ermöglichen.

Dabei sind die europäischen Fiskalregeln zu berücksichtigen und mit den nationalen Regelungen in Einklang zu bringen. Die Nordländer machen sich darüber hinaus dafür stark, in Krisenzeiten Notkredite aufnehmen zu können, die über ein Haushaltsjahr hinausgehen. Die Corona-Pandemie beispielsweise hat gezeigt, dass außergewöhnliche Belastungen nicht nach einem Jahr enden und teilweise überjährige Finanzierungen erfordern.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer sind sich im Grundsatz einig, dass Gewinne aus Kryptogeschäften ausnahmslos besteuert werden sollen. Bislang werden Kryptowerte, wie etwa Bitcoin, nur dann nach dem persönlichen Einkommensteuertarif versteuert, wenn die Werte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf wieder verkauft werden. Nach dem ersten Jahr sind die Verkäufe hingegen steuerfrei.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer unterstützen deshalb das Vorhaben einer Besteuerung von Krypto-Gewinnen mindestens in Höhe der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent. Das Ziel der Nordländer ist eine umfassende und gerechte Besteuerung von Kryptogewinnen. Dabei darf es nicht darauf ankommen, welche Art von Kryptowert gehandelt wird oder wie lange er gehalten wurde. Das ist ebenso im Sinne von mehr Steuergerechtigkeit wie die Registrierkassenpflicht, die ebenfalls von der Nord-Finanzministerkonferenz unterstützt wird.

Elektronische Kassen erschweren Steuerhinterziehung im Gegensatz zu offenen Ladenkassen. Deshalb erwarten die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer nun Tempo bei der Umsetzung. Erörtert wurde außerdem, ob die Registrierkassenpflicht erst ab 100.000 Euro Umsatz greifen soll oder der Schwellenwert noch abgesenkt werden soll. Einig sind sie sich auch, dass Kundinnen und Kunden eine digitale Bezahlmöglichkeit angeboten werden soll.

Die Nord-Finanzministerkonferenz bietet eine wichtige Gelegenheit, sich über gemeinsame Herausforderungen auszutauschen und länderübergreifend Lösungen voranzubringen. Wir haben uns heute unter anderem darüber verständigt, wie wir Steuerverfahren für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen einfacher und für die Finanzverwaltung effizienter gestalten können.

Mit Pauschalierungen und einer stärkeren Digitalisierung können wir Steuerentlastungen künftig unbürokratischer gewähren und zugleich unsere Finanzämter entlasten. Gerade angesichts des Fachkräftemangels müssen wir die Beschäftigten von Routineaufgaben entlasten, damit sie ihre Zeit gezielt für die Prüfung komplexer Steuerfälle einsetzen können.

BE.LIKE.ME. in Schwerin: Weniger scrollen, bewusster leben

Drese: „Prävention wirkt, wenn junge Menschen ihr eigenes Verhalten hinterfragen“ – Viel gelobte Social-Media-Ausstellung macht ab Dienstag im E-Werk Station

Schwerin – Wie viel Zeit verbringen wir mit sozialen Medien – und wann wird aus dem täglichen Scrollen ein problematisches Verhalten? Die interaktive Ausstellung „BE.LIKE.ME. – Social Media und ich“ lädt Jugendliche dazu ein, genau darüber nachzudenken. Nach ihrer ersten Station in Stralsund kommt die vom Land geförderte Wanderausstellung am morgigen Dienstag (3. November) nach Schwerin. Bis zum 18. Dezember ist sie im E-Werk zu sehen. Es ist die zweite und zugleich letzte Station der Ausstellung in Mecklenburg-Vorpommern.

„BE.LIKE.ME. zeigt, wie wirksam Präventionsarbeit sein kann. Die Ausstellung sensibilisiert junge Menschen für ihren Social-Media-Konsum und regt sie dazu an, die eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Wer versteht, warum er immer wieder zum Smartphone greift, kann auch bewusster damit umgehen. Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr“, ruft Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Besuch der Ausstellung auf. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Medienverhalten könne dazu beitragen, die Bildschirmzeit zu reduzieren und wieder stärker selbst zu bestimmen, wie digitale Medien den Alltag prägen.

Die Ausstellung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kunst und interaktiven Elementen. Sie macht erlebbar, wie Likes, Feeds und digitale Reize unsere Aufmerksamkeit binden und warum es oft so schwerfällt, das Smartphone aus der Hand zu legen. Dabei setzt sie bewusst nicht auf Verbote oder erhobene Zeigefinger, sondern auf eigene Erfahrungen und gemeinsames Nachdenken.

„Gesetzliche Veränderungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien sind ein wichtiger Schritt. Sie müssen aber konsequent durch Medienbildung und Präventionsangebote ergänzt werden. Genau dafür ist BE.LIKE.ME. ein besonders wertvolles Beispiel: Die Ausstellung macht die Auswirkungen digitaler Mediennutzung verständlich und stärkt die Fähigkeit junger Menschen, kritisch und selbstbestimmt mit sozialen Netzwerken umzugehen“, betonte Drese. „Wir müssen Jugendliche befähigen, die Mechanismen hinter den Plattformen zu erkennen – damit nicht die Algorithmen bestimmen, wie sie ihre Zeit verbringen.“

Spatenstich: Neues Großgewerbegebiet in Bentwisch

Dr. Blank: „Wir unterstützen dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu schaffen“

Bentwisch – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Bentwisch und der Universitäts- und Hansestadt Rostock den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Großgewerbegebiet Bentwisch im Landkreis Rostock gesetzt. Westlich der Ortsumgehung Bentwisch und nördlich des Hansecenters sollen rund 30 Hektar Gewerbeflächen entstehen. Insgesamt werden rund 23,4 Millionen Euro in die Erschließung investiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit knapp 20,8 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Mit dem neuen Großgewerbegebiet schaffen wir die Voraussetzungen für weitere Unternehmensansiedlungen, Investitionen und neue Arbeitsplätze in der Region Rostock. Die Nähe zum Rostocker Seehafen, zur Autobahn A 19 und zur Bundesstraße B 105 bietet hervorragende Standortbedingungen. Gerade größere, gut erschlossene Gewerbe- und Industrieflächen sind in der Region stark nachgefragt. Mit der Förderung unterstützen wir die Gemeinde Bentwisch dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu eröffnen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Bei der Entwicklung des Großgewerbegebietes wird auf eine nachhaltige Energieversorgung gesetzt. Das Energiekonzept sieht unter anderem Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern, Batteriespeicher und Wärmepumpen vor. „Bentwisch hat die Chance, sich zu einem Grünen Gewerbegebiet zu entwickeln. Hier werden wirtschaftliche Perspektiven und eine nachhaltige Energieversorgung von Anfang an zusammengedacht. Wir wollen, dass Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gute Bedingungen für Investitionen vorfinden und gleichzeitig von einer modernen, klimafreundlichen Energieversorgung profitieren. Bentwisch kann dafür ein Vorbild werden“, so Dr. Blank.

„Mein Dank gilt der Gemeinde Bentwisch, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und allen weiteren Beteiligten, die dieses Vorhaben gemeinsam vorangebracht haben. Die Entwicklung des Standortes zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg ist. Jetzt kommt es darauf an, die Erschließung erfolgreich umzusetzen und Unternehmen für den Standort zu gewinnen“, sagte Dr. Blank.

Eröffnung eines neuen Dorfladens

Ines Jesse: „Der neue Dorfladen schafft kurze Wege zum Einkaufen und einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft“

Eixen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Eixen (Landkreis Vorpommern-Rügen) den neuen Dorfladen im ehemaligen „Schmugglerkrug“ offiziell eröffnet. Das Land unterstützt die Ausstattung über die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ mit rund 190.000 Euro.

„Wer Lebensmittel oder frische Brötchen braucht, soll dafür nicht weit fahren müssen. Der neue Dorfladen schafft kurze Wege zum Einkaufen und einen neuen Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft. Davon profitieren Eixen und die umliegenden Ortsteile. Hier haben ein engagierter Unternehmer und die Gemeinde gemeinsam eine Idee verwirklicht, die Arbeitsplätze schafft und den Alltag der Menschen ganz konkret verbessert“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Auf rund 110 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet der Dorfladen etwa 1.100 Artikel des täglichen Bedarfs an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf regionalen Produkten. Hinzu kommen ein Brötchenservice, ein Imbissangebot und Softeis. Mit dem Dorfladen wurden vier Arbeitsplätze geschaffen, davon zwei in Teilzeit.

Montags bis samstags ist Personal vor Ort. Über ein Zugangssystem mit Kundenkarte können Kundinnen und Kunden darüber hinaus rund um die Uhr einkaufen. Perspektivisch ist zudem ein wöchentlicher Fahrservice für mobilitätseingeschränkte Menschen geplant, der die Abholung und Rückfahrt einschließen soll. Der nächste andere Anbieter für die Grundversorgung befindet sich im rund neun Kilometer entfernten Bad Sülze.

Neben dem Dorfladen verfügt der ehemalige „Schmugglerkrug“ in der Barther Straße über eine Kegelbahn. Das große Gebäude bietet zudem viel Raum, der in Zukunft für weitere Nutzungen der Gemeinde nutzbar gemacht werden soll.

Mit dem Gesamtvorhabens möchte die Gemeinde die Nahversorgung und das Gemeinschaftsleben in Eixen und den neun umliegenden Ortsteilen stärken. Der Dorfladen bildet dabei einen zentralen Baustein für ein attraktives und vielseitiges Einkaufs- und Begegnungsangebot. Gemeinsam mit den weiteren Nutzungsangeboten im Gebäude soll er einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des dörflichen Gemeinschaftslebens leisten

Die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Sie unterstützt die Schaffung, den Erhalt und die Weiterentwicklung von Dorfläden. Ergänzende Angebote wie ein Café, ein Imbiss oder Gemeinschaftsräume sollen zugleich soziale Treffpunkte schaffen und das Zusammenleben in ländlichen Räumen stärken. Im Rahmen der Neuen Dorfmitte wurden bereits mehr als 60 Maßnahmen an 53 Standorten gefördert, darunter z.B. der neue Dorfladen in Groß Stieten sowie der Umzug und die Wiedereröffnung des Ladens in Glewitz.

Schwesig: Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Karin Prien begrüßt, bei den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nachverhandeln zu wollen.

„Es ist und bleibt falsch, ausgerechnet bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu kürzen. Ich habe als Bundesfamilienministerin in der Regierung von Bundeskanzlerin Merkel den Unterhaltsvorschuss auf bis zu 18 Jahre ausgeweitet.

Das war auch richtig so, denn auch Kinder mit 16 oder 17 Jahren haben Bedürfnisse. Sie dürfen nicht allein gelassen werden, wenn ihre Väter oder auch Mütter nicht zahlen. Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder“, sagte die Ministerpräsidentin heute in Schwerin.

„Anstatt bei den Kindern zu kürzen, sollten säumige Eltern, in der Regel Väter, stärker herangezogen werden. Zum Beispiel auch durch Maßnahmen wie Führerscheinentzug. Das haben wir bei Bildung der heutigen Bundesregierung gemeinsam so beschlossen. Der Unterhaltsvorschuss ist wichtig für viele Alleinerziehende und ihre Kinder“, sagte Schwesig weiter.

33 Jahre FÖJ in MV: Backhaus würdigt Engagement junger Menschen

Rostock – Anlässlich des Treffens der Landessprechenden des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) am vergangenen Donnerstag im Ökohaus Rostock würdigt Umweltminister Dr. Till Backhaus das Engagement junger Menschen für Natur, Umwelt und Gesellschaft. Die Sprecherinnen und Sprecher des neuen FÖJ-Jahrgangs 2026/27 kommen zusammen, um sich auszutauschen und die Interessen der Freiwilligen zu vertreten.

„Seit 33 Jahren eröffnet das Freiwillige Ökologische Jahr jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Chance, sich auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Wer sich ein Jahr lang für unsere Natur, den Klimaschutz oder eine nachhaltige Entwicklung engagiert, leistet nicht nur wertvolle Arbeit für unsere Gesellschaft, sondern gewinnt auch Erfahrungen fürs Leben. Gerade in Zeiten, in denen wir über Fachkräftemangel, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft unserer Demokratie sprechen, ist dieses Engagement von unschätzbarem Wert“, betonte Backhaus.

Seit dem Projektjahr 1993/94 gibt es das staatlich anerkannte FÖJ in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land fördert die Plätze gemeinsam mit dem Bund und der Europäischen Union. Jährlich nutzen rund 140 junge Menschen die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich beruflich wie persönlich zu orientieren.

Dafür stehen landesweit mehr als 350 anerkannte Einsatzstellen zur Verfügung. Das Spektrum reicht von Naturschutzvereinen und Großschutzgebietsverwaltungen über land- und forstwirtschaftliche Einrichtungen bis hin zu Kindergärten, Schulen und Umweltverwaltungen. Auch erneuerbare Energien und Klimaschutz gehören zu den Tätigkeitsfeldern. Die Freiwilligen unterstützen die Einrichtungen bei ihrer täglichen Arbeit und lernen zugleich unterschiedliche Berufsfelder kennen.

„Das FÖJ verbindet praktische Arbeit mit Bildung für nachhaltige Entwicklung. Junge Menschen erfahren unmittelbar, wie wichtig der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist und welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können. Gleichzeitig lernen sie, im Team zu arbeiten, eigene Ideen einzubringen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Diese Erfahrungen sind weit über das Freiwilligenjahr hinaus wertvoll“, so Backhaus.

Ein besonderer Bestandteil des FÖJ ist die demokratische Mitbestimmung. Die derzeit rund 140 Freiwilligen sind in sechs Seminargruppen organisiert. Jede Gruppe wählt zwei bis drei Sprecherinnen und Sprecher, die ehrenamtlich die Interessen ihrer Mitfreiwilligen gegenüber den Trägern sowie auf Landes- und Bundesebene vertreten. Sie beteiligen sich außerdem an der Vorbereitung von Seminaren und gemeinsamen Aktionen. Bereits ab dem zweiten Seminar gestalten die Freiwilligen eigene Themen und Programmpunkte mit.

Die pädagogische Begleitung und Organisation übernehmen die beiden FÖJ-Träger JAO gGmbH und Internationaler Bund (IB). Sie verbinden die praktische Tätigkeit in den Einsatzstellen mit Bildungsseminaren zu Umwelt- und Naturschutz, nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlichen Fragen.

„Mein ausdrücklicher Dank gilt den Freiwilligen, den vielen engagierten Einsatzstellen sowie der JAO gGmbH und dem Internationalen Bund, die das FÖJ seit vielen Jahren mit großem Einsatz und hoher Qualität gestalten. Das Freiwillige Ökologische Jahr ist eine Investition in junge Menschen und damit in die Zukunft unseres Landes. Dieses erfolgreiche Angebot gilt es auch künftig zu erhalten und zu stärken“, erklärt Minister Backhaus abschließend.

Drese: 75 Organe in M-V gespendet

Widerspruchslösung bleibt überfällig

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin ein ermutigendes Signal, fordert aber zugleich eine Reform des Transplantationsrechts.

Nach den auf dem 22. DSO-Jahreskongress vorgestellten Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden von Januar bis September 2026 in Mecklenburg-Vorpommern 75 Organe gespendet. Im Vorjahreszeitraum waren es 52. Das entspricht einem Anstieg um rund 44 Prozent. Die Zahl der Organspender stieg von 18 auf 19. Auch die Zahl der organspendebezogenen Kontakte nahm von 46 auf 51 zu.

„Jede Organspende ist ein Geschenk von unschätzbarem Wert. Hinter den 75 gespendeten Organen stehen Menschen, die anderen eine echte Chance auf ein neues Leben gegeben haben. Dafür gebührt den Spenderinnen und Spendern sowie ihren Angehörigen unser großer Respekt und Dank“, sagte Drese.

Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Bedarf an Spenderorganen hoch. Ende September standen in Mecklenburg-Vorpommern 225 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Allein 154 von ihnen benötigten eine Niere, 44 eine Leber und 20 ein Herz. „Hinter jeder Zahl auf der Warteliste steht ein Mensch, der auf eine lebensrettende Transplantation hofft. Der Bedarf ist weiterhin viel größer als das Angebot. Deshalb müssen wir alles daransetzen, mehr Organspenden zu ermöglichen“, so Drese.

Drese erneuerte deshalb ihre Forderung nach einem grundlegenden Wechsel im Transplantationsrecht. Mecklenburg-Vorpommern habe sich gemeinsam mit anderen Ländern wiederholt für die Einführung der Widerspruchslösung eingesetzt.

„Ich halte die Widerspruchslösung für einen notwendigen Schritt. Wir wissen, dass viele Menschen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Aber diese Bereitschaft wird häufig nicht dokumentiert. Im entscheidenden Moment fehlt dann eine klare Erklärung – und mögliche Organspenden kommen nicht zustande. Das können und müssen wir ändern“, betonte Drese.

Die Widerspruchslösung bedeute ausdrücklich keinen Zwang zur Organspende. Jeder Mensch könne weiterhin selbst entscheiden und einer Spende jederzeit widersprechen. „Es geht um eine andere gesellschaftliche Grundhaltung: Organspende sollte der Normalfall sein, nicht die ausdrücklich erklärte Ausnahme. Wer nicht spenden möchte, kann das selbstverständlich festhalten. Aber wir sollten es den Menschen, gerade auch den Angehörigen leichter machen, mit ihrer Entscheidung Leben zu retten. Ich hoffe, dass der Bundestag die vorliegenden Gesetzentwürfe jetzt zügig weiterberät“, so die Ministerin.

Unabhängig von der gesetzlichen Regelung appellierte Drese an die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, ihre persönliche Entscheidung zur Organspende festzuhalten und mit ihren Angehörigen darüber zu sprechen. Dafür stehen der Organspendeausweis und das digitale Organspenderegister zur Verfügung.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar – September 2025) wurden nach Angaben der DSO bundesweit 115 Organe und damit 5,1 Prozent mehr gespendet als im Vorjahreszeitraum (Steigerung von 2.258 auf 2.373 gespendete Organe). Die Zahl der Organspender stieg um 28 auf 772 (+3,8 Prozent). MV liegt mit einem Plus von rund 44 Prozent bei den gespendeten Organen deutlich über dem bundesweiten Zuwachs von 5,1 Prozent. Trotz des Anstiegs warten bundesweit weiterhin rund 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan.

Ausbildungsmarktbilanz 2025/26

Nürnberg – „Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche sind die Ausbildungsstellenmeldungen weiter deutlich zurückgegangen. Die Bewerberzahl hat dagegen nochmals leicht zugenommen. In der Folge haben sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert. Doch auch jetzt gibt es noch Möglichkeiten – wir helfen weiterhin bei der Ausbildungssuche“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, bei der Vorstellung der Bilanz des Berufsberatungsjahres 2025/26.

Von Oktober 2025 bis September 2026 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 469.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Darunter waren 453.000 betriebliche Ausbildungsangebote, 31.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. 447.000 Bewerberinnen und Bewerber nahmen die Ausbildungsvermittlung in Anspruch. Das waren 3.000 mehr als im vorherigen Berufsberatungsjahr.

Insgesamt lagen das gemeldete Angebot und die gemeldete Nachfrage sehr nahe beieinander: Auf 100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen kamen rechnerisch 99 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber; im Vorjahr waren es noch 92 gewesen.

Wie in den vergangenen Jahren ist der Markt aber von großen Passungsproblemen geprägt, die den Ausgleich erschweren. Dies führte im Zusammenspiel mit der schwachen wirtschaftlichen Lage dazu, dass sich die Chancen für Ausbildungssuchende weiter verschlechtert haben.

So haben bis Ende September 2026 179.000 Bewerberinnen und Bewerber eine Berufsausbildung begonnen, 12.000 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 40 Prozent und ist der geringste Wert seit der Wiedervereinigung.

Gleichzeitig waren 46.000 Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, 6.000 mehr als im letzten Jahr am 30. September. Damit blieben 10 Prozent der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot.

17 Prozent wichen auf einen weiteren Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium aus und 2 Prozent auf eine geförderte Qualifizierung wie eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung. Weitere 8 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen, 2 Prozent engagieren sich in gemeinnützigen sozialen Diensten und 5 Prozent haben sich arbeitslos gemeldet. Von 14 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber liegt keine Rückmeldung zum Verbleib vor.

Neben den 46.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern sind 47.000 junge Menschen zum 30. September zwar in eine Alternative eingemündet, z.B. einen weiteren Schulbesuch, haben aber ihren Vermittlungswunsch in eine duale Ausbildung aufrechterhalten. Auch ihre Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und zwar um 3.000.

Am 30. September 2026 waren noch 48.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zu vermitteln. Gegenüber dem Vorjahr waren das 8.000 weniger. Besonders schwer fiel die Besetzung von Ausbildungsstellen in Lebensmittelberufen, in Bau- und baunahen Berufen, in der Gastronomie, in Metallberufen oder auch im Berufskraftverkehr.

Neben den dualen Ausbildungsstellen waren 66.000 schulische Ausbildungsangebote in Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen sowie Beamtenausbildungen gemeldet. Dem standen ebenso viele gemeldete Bewerberinnen und Bewerber gegen-über. Am Ende des Ausbildungsjahres waren noch jeweils rund 7.000 dieser Ausbildungsangebote unbesetzt und Bewerberinnen und Bewerber unversorgt.

Um noch suchende Bewerberinnen und Bewerber mit noch unbesetzten Ausbildungsstellen zusammenzubringen, werden die Vermittlungsaktivitäten bis Ende des Jahres fortgesetzt. Erfahrungsgemäß melden sich in den nächsten Wochen noch junge Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.

Zusammen mit den aktuell noch bei Agenturen und Jobcentern gemeldeten unbesetzten Ausbildungsplätzen, freien Einstiegsqualifizierungen, außerbetrieblichen Ausbildungsstellen und Berufsvorbereitungsmaßnahmen stehen viele Angebote zur Verfügung, um ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen jungen Menschen einen Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Auch Betriebe haben noch Chancen, offene Ausbildungsstellen zu besetzen.