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Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates

Landes-Demenzplan gibt Orientierung für eine demenzfreundliche Gesellschaft

Schwerin – Alle drei Sekunden erkrankt in Deutschland rein rechnerisch ein Mensch an Demenz. Schon jetzt leben Schätzungen zufolge mehr als 40.000 Betroffene in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz steigend. Mit den Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt und mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft darauf einstellen kann, hat sich heute auch die zweitägige Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates befasst.

Aus dem Sozialministerium wurde dabei insbesondere der neue Landesplan Demenz vorgestellt, der in zehn Handlungsfeldern erstmals eine umfassende und gemeinsame Grundlage schafft, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern systematisch zu verbessern.

„Gemeinsam mit zahlreichen Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und ihren Angehörigen selbst haben wir uns dabei verschiedensten Bereichen gewidmet, die für die Teilhabe und eine gute Versorgung wichtig sind. Angefangen von einer guten Aufklärung und Prävention über Beratungs- und Unterstützungsangebote bis hin zu Themen wie dem Wohnen, einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung und der Netzwerkarbeit auch im eigenen Wohnumfeld“, erläuterte die geschäftsführende Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Der Demenzplan verstehe sich dabei als gemeinsamer Handlungsrahmen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft. Er solle dazu beitragen, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken zu erkennen und die Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auch auf zukünftige Bedarfe auszurichten, so Drese weiter.

„Wichtig ist uns dabei gewesen, das Leben in möglichst allen Facetten abzubilden. Denn Menschen mit Demenz brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Hilfe, sondern auch ein Umfeld, das Sicherheit gibt und die Teilhabe am Alltag lange erhält“, betonte sie und äußerte den Wunsch, dass Demenz deshalb auch noch viel stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werde, statt als individuelle medizinische Diagnose.

Dafür sei der Demenzplan ein erster wichtiger Schritt. „Aber auch darüber hinaus haben wir im Land neue Strukturen geschaffen, um Expertise hinzuzuziehen. Denn schon jetzt ist klar, dass sich die Folgen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern besonders deutlich zeigen werden und wir vorausschauend die Weichen für eine Zukunft stellen müssen, in der demenzielle Erkrankungen noch deutlich häufiger auftreten werden“, hob Drese hervor.

Deshalb habe das Land im vergangenen Jahr auch erstmals einen wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz gegründet, der Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Medizin zusammenbringt. „Das unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Versorgung und Politik und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse zur Demenz direkt berücksichtigt werden können, etwa auch in der Weiterentwicklung des Demenzplanes. Denn dieser ist kein abgeschlossenes Papier, sondern soll mitsamt den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Immer mit dem übergeordneten Ziel, Betroffene zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer demenzfreundlichen Gesellschaft zu ermöglichen“, schloss Drese.

Am 24. Oktober ist Welt-Polio-Tag

Drese bezeichnet Polio-Impfung als große Errungenschaft der Präventionsmedizin

Schwerin – Am (morgigen) 24. Oktober findet seit 1988 der Welt-Polio-Tag statt. Er soll das Bewusstsein für Poliomyelitis (im Volksmund auch Kinderlähmung genannt) stärken und führt zugleich den großen Erfolg von Impfungen vor Augen. Für die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist der Polio-Impfstoff heute eine der größten Errungenschaften der Präventionsmedizin.

„Noch bis in die 1950er Jahre gehörte die Kinderlähmung zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Regelrechte Infektionswellen des hochansteckenden Poliovirus führten zu schweren Lähmungen an Beinen, Armen und Atmungsorganen und damit zu bleibenden Beeinträchtigungen oder gar bis zum Tod. Dass diese Krankheit heute als zurückgedrängt gilt, ist ein enormer Erfolg, den wir umfassenden und jahrzehntelangen Impfprogrammen und hohen Impfquoten zu verdanken haben“, betonte Drese.

Seit der Einführung des flächendeckend verfügbaren Impfstoffes im Jahr 1962, ein Jahr nach einer besonders schweren Epidemie, die in Deutschland 306 Menschen das Leben kostete, konnten so bereits in den 80er Jahren kaum noch Infektionen festgestellt werden. Die letzte einheimische Infektion wurde 1990 verzeichnet, seit 2002 gilt ganz Europa als poliofrei.

„Eine hohe Impfquote ist dabei der beste Schutz vor erneuten Ausbrüchen, gerade wenn genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) immer mal wieder in Abwasserproben nachgewiesen werden können“, hob Drese hervor. „Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polio-Impfquote von 94,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen zur Spitzengruppe in Deutschland gehören, ist daher eine äußerst erfreuliche Nachricht“, so Drese.

Während MV so fast punktgenau die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zielmarke von 95 Prozent für einen sicheren Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreicht, liegt der bundesweite Durchschnitt bei den Erstklässlern nur bei rund 88 Prozent.

Das zeige, dass MV im historischen und aktuellen Vergleich eine der effektivsten Strukturen bei der Nachverfolgung und Wahrnehmung von Impfterminen habe, so Drese. „Während weite Teile Deutschlands die 95-Prozent-Marke aus den Augen verloren haben, schafft es MV durch den starken Aufholeffekt bis zum Schulstart fast bis auf den Punkt genau perfekt, dieses Sicherheitsnetz zu halten. Auf diesen Werten dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, appellierte Drese.

So gebe es die Tendenz, dass die letzte nötige Impfstoffdosis im zweiten Lebensjahr verschleppt wird. „Im Alter von 24 Monaten sind bundesweit im Schnitt erst 76,9 Prozent der Kinder vollständig gegen Polio grundimmunisiert. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Quote mit 79,2 Prozent zwar etwas höher, ist aber für eine Minimierung der Risiken ausbaufähig“, so Drese.

Noch besser wäre aber eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter (insgesamt 3 Impfstoffdosen im ersten Lebensjahr: nämlich im 2., 4. und 11. Monat). Die Ministerin bittet Eltern deshalb, den Aktionstag als Anlass zu nehmen, das Impfheft ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen zeitnah in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachholen zu lassen. „Denn jede vollständige Impfung hilft, Polio-Fälle oder Fälle mit Folgeschäden zu vermeiden“, sagte Drese.

Backhaus: Vogelgrippe steht in den Startlöchern

Auch wenn die die Vogelgrippe (Aviäre Influenza) in diesem Herbst in M-V noch nicht aufgetreten ist, besteht dennoch für alle Geflügelbestände ein hohes Infektionsrisiko , erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus.

Schwerin – Diese hochansteckende Tierseuche ist nach wie vor endemisch und stellt eine große Gefahr für alle Vögel mit besonderen Auswirkungen auf unsere Geflügelwirtschaft dar.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V (LALLF) führt regelmäßige AI-Untersuchungen durch. Seit Juli dieses Jahres wurden 259 Proben von gehaltenem Geflügel auf das Vorliegen von Aviären Influenza-A-Viren untersucht, darunter auch 94 Proben aus vier zoologischen Einrichtungen. Alle Proben waren negativ.

Von 24 im gleichen Zeitraum untersuchten Wildvögeln waren zwei tot aufgefundene Eiderenten positiv auf das AI-Virus untersucht. Das Ergebnis stammt bereits aus dem Juli 2026. Darüber hinaus wurden auch 19 Säugetiere (u. a. Rotfüchse, Marderhunde und Waschbären) untersucht. In keiner dieser Proben konnte das AI-Virus nachgewiesen werden.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist dies eine beruhigendere Ausgangssituation. Aktuelle Wildvogelfunde in anderen Bundesländern zeigen jedoch, dass das Infektionsrisiko spätestens mit Beginn der kalten Jahreszeit und des damit einhergehenden Vogelzugs erheblich steigt.

„Ich bitte daher alle Geflügelhalter, ein hohes Maß an Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz ihrer Bestände zu gewährleisten. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre scheint es ratsam, die Schlachtungen für das Weihnachtsgeschäft vorzuziehen, um die wichtigen Einnahmen zum Jahresende nicht zu gefährden.“, so der Minister.

Herbst-Steuerschätzung zeigt positivere Einnahmeerwartungen

Schwerin – Der Arbeitskreis Steuerschätzungen ist in dieser Woche zu seiner regulären Herbst-Sitzung zusammengekommen. Die Schätzergebnisse sehen im Vergleich zur Mai-Steuerschätzung positivere Einnahmeerwartungen vor. Für die kommenden fünf Jahre werden für Bund, Länder und Kommunen Mehreinnahmen von insgesamt rund + 43 Mrd. Euro erwartet. Positiv wirken sich insbesondere die wirtschaftlichen Impulse der staatlichen Investitionsprogramme aus.

Auch für Mecklenburg-Vorpommern verbessern sich die Einnahmeerwartungen. In 2026 werden gegenüber den bisherigen Annahmen  positive Effekte in Höhe von + 11 Mio. Euro prognostiziert, für das Jahr 2027 in Höhe von + 163 Mio. Euro.

Bei den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich ebenfalls ein positives Bild: Die Steuereinnahmen der Gemeinden werden in den Jahren 2026 und 2027 voraussichtlich um + 89 Mio. Euro bzw. um + 50 Mio. Euro höher ausfallen als im Mai erwartet.

„Die Ergebnisse der aktuellen Herbst-Steuerschätzung sind für das Land und die Kommunen erfreulich. Sie zeigen, dass die staatlichen Investitionsprogramme, wie das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, ihre Wirkung entfalten und auch dadurch das Wirtschaftswachstum agestiegen ist. Trotz der erwarteten Mehreinnahmen bleibt die Haushaltslage des Landes mit Lücken von mehr als einer Milliarde Euro jährlich herausfordernd. Für die anstehende Legislaturperiode ist ein umfassendes Konsolidierungs- und Modernisierungsprogramme notwendig“, so Minister Geue.

Schwesig: Länder wollen schnelle Absenkung der Stromsteuer

Die Regierungschefinnen und Regierungschef der Länder haben sich auf ihrer heutigen Konferenz in Berlin für eine Senkung der Stromsteuer für alle und weitere Entlastungen bei den Energiepreisen ausgesprochen. 

Berlin  – „Das Leben muss bezahlbar sein. Im Moment belasten vor allem die hohen Energiepreise die Menschen und auch die Wirtschaft in Deutschland. Mecklenburg-Vorpommern hat sich schon seit langem für eine Absenkung der Stromsteuer für alle ausgesprochen. Das ist ja bei der Bildung der Bundesregierung auch so vereinbart worden. Die gemeinsame Erwartung der Länder ist, dass dieser Punkt schnellstmöglich umgesetzt wird“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Konferenz.

In ihrem Beschluss befürworten die Länder zudem die zügige Einführung eines dauerhaften Preisdeckels beim Tanken. Damit wurde ein Vorschlag aus Mecklenburg-Vorpommern aufgegriffen. „Es ist gut, dass der Tankrabatt wieder eingeführt worden ist. Aber er ist notwendigerweise zeitlich begrenzt. Die Bürgerinnen und Bürger und auch Unternehmen brauchen eine dauerhafte Begrenzung der Kraftstoffpreise. Die Bundesregierung hat sich auf den Preisdeckel im Grundsatz verständigt. Er muss wie versprochen zum Jahreswechsel kommen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Ein weiteres Thema der MPK war die Pflegereform. „Ministerpräsidentin Rehlinger und ich haben vor allem auf drei Punkte hingewiesen. Wir sind der Auffassung, dass der Eigenanteil der Pflegebedürftigen gedeckelt werden muss. Außerdem sprechen wir uns dafür aus, dass die Pflegekräfte weiter nach Tarif bezahlt werden und dass es einen Ausgleich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung gibt“, berichtete Schwesig.

Ein weiteres Thema der Konferenz war die künftige EU-Förderung. „Für Mecklenburg-Vorpommern ist besonders wichtig, dass der ländliche Raum nicht abgekoppelt wird. Wir setzen uns für den ländlichen Raum und die landwirtschaftlichen Betriebe ein. Die Länder sind dankbar, dass sich der Bundeskanzler mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zusammengesetzt hat. Die zukünftige EU-Förderung ist sehr wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes“, so die Ministerpräsidentin.

Backhaus: Weniger Wolfsrudel in MV nachgewiesen

Schwerin – Aufgrund der Schneelage Anfang 2026 konnte eine sehr effiziente und erfolgreiche Sammlung von Genetikproben erfolgen, meist Urinproben, die sonst im Verborgenen bleiben, erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus anlässlich des abgeschlossenen Wolfsmonitorings für das Jahr 2025/26.

„Es konnten insgesamt 28 Rudel und 4 Wolfspaare bestätigt werden. Für eine auf Rügen lebende Wölfin konnten die Kriterien für einen residenten Einzelwolf im alten Monitoringjahr noch nicht erreicht werden. Das sind drei Rudel weniger als 2024/25 nachgewiesen wurden. Es gab mehrere neue Rudel, dafür verschwanden aber auch andere Rudel.

In 25 von den 28 Rudeln gab es Reproduktion mit insgesamt 93 nachgewiesenen Welpen. Ein Wolfspaar (Langenlehstener Heide) lebte schwerpunktmäßig in Schleswig-Holstein, hielt sich zeitweise aber auch in MV auf. Gleiches gilt für das Brandenburger Rudel Wittstock.

Es gab sehr kleine Rudel mit nur drei Wölfen aber auch relativ große Rudel. Das Bullowseerudel umfasste 14 Wölfe. In 85 Prozent aller Rudel (21 von 28) war mindestens ein Altwolf genetisch bekannt und in 61 Prozent kannten wir beide Altwölfe genetisch.

Nach aktueller Datenlage sind etliche Territorien, wo vorher schon Rudel waren, im aktuellen Monitoringjahr 2026/27 ohne eigenes Rudel: Parchim, Grabow, Dadow, Retzow-Jännersdorf, Lewitz, Jasnitz, Ruhner Berge, Satow, Glashütte, Kaarzer Holz.

Für das Monitoringjahr 2026/27, welches noch bis zum 30.04.2027 geht, konnten bisher 15 Rudel und drei Paare nachgewiesen werden, aber für die Datenaufnahme ist auch erst Halbzeit.

Westlich der A19 konnten für 2026 lediglich in Tarnow, Lübtheen und Massow Welpen nachgewiesen werden“, so Backhaus, der sich bei den zahlreichen Akteuren bedankt, die bei der Erhebung der sehr guten Datenlage mitgewirkt haben.

Klassenbuch und Stundenplanung werden digital

Oldenburg: Die neuen Angebote entlasten Lehrkräfte und Schulleitungen spürbar

Schwerin – Lehrkräfte und Schulleitungen in Mecklenburg-Vorpommern können ihre Stundenplanung und Klassenbuchführung digital erledigen. Dafür steht ihnen mit diesem Schuljahr eine neue Software zur Verfügung. 220 Schulen haben bereits Nutzungsvereinbarungen unterzeichnet. Das sind 44 Prozent aller öffentlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Nutzung ist freiwillig.

„Das digitale Klassenbuch und die digitale Stundenplanung entlasten Lehrkräfte und Schulleitungen spürbar“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir wollen die Möglichkeiten der Digitalisierung gezielt nutzen, um Arbeitsprozesse zu vereinfachen und Lehrkräften mehr Raum für ihre Kernaufgaben, also für das Unterrichten, geben.“

Die neue Software verbindet die digitale Stundenplanung mit dem digitalen Klassenbuch, ohne dass Lehrkräfte die Angaben per Hand eintragen müssen. Änderungen im Vertretungsplan werden auch ins Klassenbuch übernommen. Damit bildet es stets den aktuellen Stand des Unterrichts ab. „Wenn sich kurzfristig etwas im Stundenplan ändert, müssen diese Informationen aktuell und zuverlässig verfügbar sein. Die Verknüpfung von Stundenplanung, Vertretungsplan und Klassenbuch hilft dabei, Informationen zusammenzuführen und unnötige doppelte Arbeit zu vermeiden“, erläuterte Oldenburg.

Auch die Dokumentation des Unterrichts ist nun digital möglich. Lehrkräfte können beispielsweise Abwesenheiten eintragen sowie behandelten Unterrichtsstoff und Hausaufgaben festhalten. „Ein digitales Klassenbuch muss im Schulalltag funktionieren. Es soll Lehrkräften dabei helfen, Eintragungen übersichtlich zu verwalten und fehlende Angaben im Blick zu behalten. Das erleichtert die Organisation und schafft mehr Übersicht.“

Die neue Software kann von Grundschulen, Förderschulen, Regionalen Schulen, Gymnasien, Gesamtschulen und beruflichen Schulen genutzt werden. Neben der Stunden- und Vertretungsplanung und der Klassenbuchführung bietet das Programm weitere Funktionen. Dazu gehören die Prüfungsplanung und die Organisation von Klassendiensten. Für die gymnasiale Oberstufte ist außerdem die Wahl der Grund- und Leistungskurse möglich.

Die Angaben lassen sich anschließend in die Stundenplanung übernehmen. „Unsere Schulen haben unterschiedliche Anforderungen und organisatorische Abläufe. Deshalb ist es wichtig, dass eine digitale Lösung mehrere Aufgaben miteinander verbindet“, so die Bildungsministerin weiter.

Der Anbieter des Programms hat die Einführung mit Schulungen zu den Modulen „Stundenplanung“, „Vertretungsplanung“, „Wahl der Grund- und Leistungskurse“ und „Klassenbuch“ begleitet. Außerdem stehen Lehrkräften im Lernmanagementsystem „itslearning“ ein Online-Kurs, Handreichungen, Anleitungen, hilfreiche Links und Kurzvideos zur Verfügung, um sich mit den Funktionen vertraut zu machen.

Das Land hat für die Anschaffung der Software und die Lizenzierung bislang ca. 824.000 Euro aufgewendet. Das landesweite Angebot soll perspektivisch von allen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern genutzt werden.

Einsamkeit bekämpfen, Zusammenhalt stärken

Schwerin – „Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode wichtige Grundlagen geschaffen, um Einsamkeit wirksamer zu bekämpfen. Jetzt müssen wir diesen Weg konsequent fortsetzen: mit mehr Möglichkeiten für Begegnung, besseren Mobilitätsangeboten, niedrigschwelliger Unterstützung und mehr Chancen, sich ehrenamtlich einzubringen.“ Die geschäftsführende Sozialministerin Stefanie Drese hat am Donnerstag bei der Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte das Thema Einsamkeit in den Mittelpunkt gerückt.

„Unser Ziel muss sein, dass Menschen leichter Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte Drese in Banzkow. Denn Zusammenhalt entstehe nicht von allein. Er brauche politische Priorität und Menschen, die ihn vor Ort mit Leben füllen. Den Seniorenbeiräten komme dabei eine Schlüsselrolle zu, so Drese.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist die Aufgabe nach Aussage der Ministerin besonders wichtig: Große Entfernungen im ländlichen Raum, eine geringe Bevölkerungsdichte und viele alleinlebende Menschen erschwerten soziale Kontakte. „Ein bezahlbares Seniorenticket ist deshalb mehr als eine Frage der Mobilität. Es ermöglicht Besuche, stärkt das Ehrenamt und hilft Menschen, aktiv am Leben teilzunehmen“, so Drese. Ebenso wichtig seien Begegnungsstätten, Nachbarschaftstreffs, Vereine und andere Orte, an denen Menschen ohne große Hürden miteinander ins Gespräch kommen können.

Drese verdeutlichte, dass das Land den Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig zu einem politischen Schwerpunkt gemacht hat. Am Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter haben mehr als 60 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft rund zweieinhalb Jahre gearbeitet. Das Ergebnis: mehr als 100 Handlungsempfehlungen, unter anderem zu altersgerechten Wohn- und Lebensumfeldern, digitaler Teilhabe, ehrenamtlichem Engagement, dem Übergang in den Ruhestand und psychischer Gesundheit. Mecklenburg-Vorpommern ist zudem der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit als Erstunterzeichner beigetreten.

Auch bei der Umsetzung setzt das Land auf konkrete Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung. Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte“ werden zusätzliche öffentliche Begegnungsräume geschaffen oder bestehende Treffpunkte aufgewertet. Die Prävention von Einsamkeit ist außerdem in der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention verankert und mit Fördermitteln ausgestattet.

Drese würdigte ausdrücklich den Beitrag des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte. Rund 30 schriftliche Stellungnahmen habe der Vorstand zuletzt erarbeitet und sich unter anderem am Runden Tisch gegen Einsamkeit, an der Engagementstrategie des Landes und an der Arbeit zum Thema Demenz beteiligt. „Sie geben den Anliegen älterer Menschen in unserem Land eine starke Stimme. Und Sie wissen aus Ihrer Arbeit vor Ort am besten, wo Begegnungsmöglichkeiten fehlen und was Menschen brauchen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, sagte Drese. Die gesetzlich verankerte Seniorenmitwirkung sei dafür ein wichtiger Rückhalt. Das Land fördert den Landesseniorenbeirat in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 103.000 Euro.

„Einsamkeit ist kein unausweichliches Schicksal“, sagte Drese. „Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen in jedem Lebensalter dazugehören und mitgestalten können. Dafür brauchen wir starke Kommunen, verlässliche Begegnungsorte und ein Ehrenamt, das Menschen zusammenbringt. Die Seniorenbeiräte leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag: Sie geben älteren Menschen eine Stimme und machen Zusammenhalt vor Ort konkret.“