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35. Landeserntedankfest

Backhaus: „Gute Ernte allein reicht nicht aus“

Grabow – Wenn Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende in Grabow das 35. Landeserntedankfest feiert, geht es um mehr als Ernteerträge. Es geht um einen Wirtschaftszweig, der jeden Tag Lebensmittel produziert, Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichert und die ländlichen Räume prägt. Unter dem Motto „Tüffeln, Trecker un Tohuus“ rückt Grabow am 3. und 4. Oktober genau diese Verbindung von Landwirtschaft, regionalen Produkten und Heimat in den Mittelpunkt.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wird am Sonntag am Landeserntedankfest teilnehmen. Für ihn ist das Fest auch Anlass, den Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der gesamten Land- und Ernährungswirtschaft zu richten:

„Was auf unseren Feldern und in unseren Ställen beginnt, schafft weit darüber hinaus Wertschöpfung: in Molkereien und Schlachtereien, in Mühlen und Bäckereien, im Lebensmittelhandwerk und in vielen weiteren Unternehmen. Diese Kette beginnt bei unseren Landwirtinnen und Landwirten. Sie versorgt uns mit Lebensmitteln, schafft Arbeit und Einkommen und gibt unseren ländlichen Räumen wirtschaftliche Kraft. Darauf können wir in Mecklenburg-Vorpommern stolz sein.“

Die Ernte 2026 zeigt dabei ein differenziertes Bild. Beim Winterweizen werden rund 84,5 Dezitonnen je Hektar erreicht, bei der Wintergerste knapp 89 Dezitonnen. Beim Raps fällt die Bilanz mit knapp 29 Dezitonnen je Hektar deutlich schwächer aus.

Doch Ertrag und wirtschaftlicher Erfolg sind nicht dasselbe. Hohe Kosten für Dünger, Energie, Maschinen und Reparaturen treffen auf teilweise niedrige Erzeugerpreise. Harnstoff kostet rund 22 Prozent mehr als vor einem Jahr, Kalkammonsalpeter rund 20 Prozent mehr. Reparaturen und Ersatzteile für Landmaschinen sind inzwischen rund 40 Prozent teurer als vor 2022. Besonders angespannt ist die wirtschaftliche Situation in Teilen der Tierhaltung.

Backhaus: „Eine gute Ernte ist noch lange kein gutes Wirtschaftsjahr. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Betrieb übrig bleibt. Wer regionale Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern will, muss deshalb auch wollen, dass Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion hier wirtschaftlich erfolgreich sein können. Wir brauchen Betriebe, die investieren, junge Menschen ausbilden und eine Zukunft haben. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen, weniger unnötige Bürokratie und ausreichend unternehmerischen Spielraum.“

Das Landeserntedankfest macht zugleich sichtbar, was regionale Wertschöpfung ganz praktisch bedeutet. Am Samstag und Sonntag präsentieren sich regionale Anbieter auf dem Markt in der Grabower Innenstadt. Zum Programm gehören außerdem unter anderem Jagd und Fischerei, Showkochen mit Produkten aus Mecklenburg-Vorpommern, plattdeutsche Kultur, Musik, Erntewagen und Erntekronen. Am Samstagabend wird zum Ernteball eingeladen.

Am Sonntag beginnt das Programm um 10 Uhr mit dem Erntedankgottesdienst. Um 11.30 Uhr startet der Festumzug durch die Grabower Altstadt. Ab 14.30 Uhr folgen die Grußworte der Ehrengäste und die Übergabe der Landeserntekrone an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Erntedank heißt für mich deshalb nicht nur zurückzuschauen. Es geht auch um die Frage, wie wir unsere heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion für die Zukunft stark halten. Denn regionale Lebensmittel brauchen regionale Betriebe. Und starke Betriebe bedeuten starke ländliche Räume. Genau dafür steht dieses Fest“, betonte Backhaus.

Rund 3,4 Mio. Euro für sechs deutsch-polnische Projekte

Dr. Wolfgang Blank: „Wir stärken Kooperationen und bringen Menschen über Grenzen hinweg zusammen“

Schwerin – Sechs weitere deutsch-polnische Projekte erhalten Unterstützung aus dem Kooperationsprogramm Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen. Im Rahmen der siebten Sitzung des Begleitausschusses wurden die Vorhaben zur Förderung ausgewählt, zu deren Umsetzung rund 3,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt werden. Im Mittelpunkt stehen der Schutz der biologischen Vielfalt sowie kulturelle Begegnungen von Kindern und Jugendlichen.

„Die deutsch-polnische Zusammenarbeit lebt von Menschen, die gemeinsam etwas für ihre Region bewegen. Mit diesen Projekten schützen wir unseren gemeinsamen Naturraum, bringen Forschung und Praxis zusammen und ermöglichen jungen Menschen Begegnungen mit der Kultur unseres Nachbarlandes. So wird europäische Zusammenarbeit vor Ort konkret erlebbar“, so Minister Dr. Blank.

Das Projekt „One Nature Pomerania“ soll das Bewusstsein und die gesellschaftliche Akzeptanz für Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen im deutsch-polnischen Grenzraum stärken, um den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Euroregion Pomerania langfristig zu sichern. Dazu setzen die Partner grenzübergreifende Bildungsformate, Fachschulungen und Öffentlichkeitsarbeit um. Gleichzeitig wird die institutionelle Zusammenarbeit im Umweltmonitoring und Ökosystemschutz gestärkt. Projektpartner auf deutscher Seite ist der „Rewilding Oder Delta e.V.“ aus Rothenklempenow. Für das Projekt sind rund 1,5 Mio. Euro EFRE-Mittel vorgesehen. Der Durchführungszeitraum ist vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2029.

Das Projekt „ARBO-BIO-PHARM“ begegnet dem Biodiversitätsverlust und dem Klimadruck in der Euroregion Pomerania, indem es durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis lokale, klimaresistente Gehölze für die Baumschulwirtschaft und Pharmazie nutzbar macht. Die deutsch-polnischen Partner entwickeln dafür torfreduzierte Substrate, innovative Vermehrungsmethoden und bieten Schulungen an. Ziel ist es, die Pflanzenproduktion nachhaltiger zu gestalten und grenzübergreifende Forschungsressourcen effizient zu nutzen. Projektpartner auf deutscher Seite ist das Institut für Pharmazie der Universität Greifswald. Das Vorhaben erhält eine Förderung in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro EFRE.

Darüber hinaus wurden vier „Kleinteilige Projekte“ für eine Förderung ausgewählt. Kleinteilige Projekte umfassen ein Budgetvolumen von mindestens 50.000 EUR EFRE bis höchstens 200.000 EUR Gesamtbudget.

Das Projekt „Puszcza i Ryś“ stärkt als gemeinsame Initiative der Gemeinde Police, des Grenzüberschreitenden Zentrums für Umweltbildung in Zalesie und des Tierparks Ueckermünde den Schutz von biologischer Vielfalt und von Waldlebensräumen im deutsch-polnischen Grenzraum. Durch den Aufbau zweier zweisprachiger Bildungsräume – darunter eine modernisierte Luchsanlage und ein interaktiver Erlebnisraum – sowie gemeinsame Praxisworkshops für 600 Teilnehmende wird ein dauerhaftes, grenzübergreifendes Umweltbildungsangebot für alle Altersgruppen geschaffen. Projektpartner auf deutscher Seite ist der Tierpark Ueckermünde e.V. Das Vorhaben erhält eine Förderung in Höhe von rund 140.000 Euro EFRE.

Das Projekt „BIO+. Biodiversität ohne Grenzen – Schutzmaßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der biologischen Vielfalt von Mooren, Sümpfen und Feuchtgebieten.“ wirkt der fortschreitenden Zerstörung von Mooren und Feuchtgebieten im deutsch-polnischen Grenzraum entgegen. Im Mittelpunkt steht die Sensibilisierung für deren essentielle Rolle beim Klimaschutz und für die Wassersicherheit. Mit Workshops, Forschungswanderungen und Biodiversitätsfestivals sollen insbesondere Kinder und Jugendliche aktiv für den Schutz dieser gemeinsamen Ökosysteme begeistert werden. Projektpartner auf deutscher Seite ist die Arbeitsinitiative Letschin e.V. Das Vorhaben erhält eine Förderung in Höhe von rund 95.000 Euro EFRE.

Das deutsch-polnische Projekt „REWILDING“ wirkt der Belastung der Flussökosysteme im Oderdelta entgegen.  Mit naturbasierten Lösungen stärkt das Projekt den Biodiversitätsschutz und die Klimaanpassung im Raum Stettiner Haff. Vor-Ort-Maßnahmen, Bürgerbeteiligung und Bildungsmedien schaffen eine gemeinsame Plattform für mehr Bewusstsein und die grenzüberschreitende Verantwortung im Programmgebiet. Projektpartner auf deutscher Seite ist die Rewilding Oder Delta e.V. aus Rothenklempenow. Das Vorhaben erhält eine Förderung in Höhe von rund 125.000 Euro EFRE.

Das Projekt „Klasse.Klassik!“ baut kulturelle Barrieren im deutsch-polnischen Grenzraum ab und stärkt die kulturelle Teilhabe und den direkten Austausch von Kindern und Jugendlichen. Mit 24 interaktiven Schulkonzerten und Austauschformaten mit Musikerinnen und Musikern aus beiden Ländern schafft das Projekt gemeinsame kulturelle Erlebnisse, baut Vorurteile ab und stärkt nachhaltige Kooperationsstrukturen. Projektpartner auf deutscher Seite ist die Neue Philharmonie MV aus Neubrandenburg. Das Vorhaben erhält eine Förderung in Höhe von rund 160.000 Euro EFRE.

„Wenn Kinder und Jugendliche gemeinsam Musik erleben und ihr Nachbarland kennenlernen, wachsen Verständnis und Vertrauen. Grenzüberschreitende Begegnungen schaffen persönliche Verbindungen und stärken langfristig die Zusammenarbeit in unserer Region“, betonte Minister Dr. Blank.

Kommunen, Vereine, Bildungseinrichtungen und weitere Institutionen aus Deutschland und Polen sind eingeladen, gemeinsame Vorhaben zu entwickeln und Anträge für die aktuell laufende Förderperiode einzureichen. Gefördert werden Projekte in den Bereichen Innovation, Kultur und Tourismus, Klimaanpassung, Naturschutz und Biodiversität sowie institutionelle Zusammenarbeit.

Wer wird „Frau des Jahres“ 2027 in Mecklenburg-Vorpommern?

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt bitten um Vorschläge bis 30. Oktober 2026

Schwerin – Zum neunten Mal wird die Landesregierung im nächsten Jahr den Frauen in Mecklenburg-Vorpommern einen ganz speziellen Dank für ihr Engagement und für ihre Leistungen aussprechen. Auch im März 2027 wird die Auszeichnung „Frau des Jahres“ vergeben werden. Seit dem Jahr 2019 würdigt das Land Mecklenburg-Vorpommern mit dieser Auszeichnung den gesellschaftlichen Einsatz von Frauen.

„Die Leistungen starker Frauen prägen Mecklenburg-Vorpommern – aber viel zu oft bleibt ihr Einsatz unsichtbar. Mit der ‚Frau des Jahres 2027‘ holen wir Frauen ins Rampenlicht, die Verantwortung übernehmen, anpacken und für andere da sind. Wer eine solche Frau kennt, sollte sie jetzt vorschlagen. Denn außergewöhnliches Engagement verdient nicht nur Dank, sondern öffentliche Anerkennung“, sagt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt: „Es sind oft ganz unterschiedliche Frauen, die unser Land jeden Tag ein Stück besser machen: Frauen, die sich für andere einsetzen, die Verantwortung übernehmen, die nicht wegsehen, sondern mit Mut und Ausdauer etwas bewegen. Unsere aktuelle Frau des Jahres, Birgit Waniorek, zeigt auf besondere Weise, wie wertvoll dieses Engagement für unsere Demokratie und unser gesellschaftliches Miteinander ist. Mit der ‚Frau des Jahres‘ möchten wir solche Geschichten erzählen und damit auch anderen Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen und sich einzubringen. Ich bin gespannt, welche beeindruckenden Frauen uns in diesem Jahr aus den verschiedenen Regionen unseres Landes vorgeschlagen werden. “

Bis zum 30. Oktober 2026 können engagierte Frauen vorgeschlagen werden. Die Frauen können zum Beispiel durch eine einmalige, besondere Aktion oder eine Leistung aufgefallen sein. Voraussetzung für eine Berücksichtigung ist, dass die vorgeschlagene Frau in Mecklenburg-Vorpommern wohnt oder in einer Einrichtung oder Organisation im Land beruflich oder ehrenamtlich aktiv ist. Vorschlagsberechtigt sind die Landkreise und kreisfreien Städte, Kommunen, Vereine, Verbände und Parteien sowie alle Bürgerinnen und Bürger von Mecklenburg-Vorpommern. Die namentlichen Vorschläge mit einer aussagekräftigen Begründung sowie einem kurzen Lebenslauf der vorgeschlagenen Person können bis einschließlich 30. Oktober 2026 beim Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz eingereicht werden. Senden Ihren Vorschlag einfach per E-Mail mit Begründung an

fraudesjahres@jm.mv-regierung.de

oder per Brief an

Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz
Leitstelle für Frauen und Gleichstellung
Stichwort „Frau des Jahres“
Puschkinstraße 19 – 21
19055 Schwerin.

Die Auszeichnung wird auf dem Empfang zum Frauentag im März 2027 von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt erfolgen.

Mehr Informationen zu den Preisträgerinnen der vergangenen Jahre finden Sie per Klick ->hier.

Krankenhausreform in M-V geht in entscheidende Phase

Grimm bei VKD-Herbsttagung: „Wir brauchen Veränderung – aber mit Verantwortung“ / Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 umgesetzt werden

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern geht bei der Krankenhausreform in die entscheidende Phase. Zum 1. Januar 2027 sollen die neuen Leistungsgruppenzuweisungen greifen. Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm betonte heute bei der 33. Herbsttagung des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) in Rostock, dass das Land auf die Umsetzung gut vorbereitet ist. Zugleich machte sie deutlich, dass die Reform einen tiefgreifenden Strukturwandel auslöse, der mit Augenmaß gestaltet werden müsse.

„Ein Weiter-so in der Krankenhauspolitik kann und darf es nicht geben. Aber Veränderung darf auch nicht bedeuten, die Versorgung auf dem Land auszudünnen. Unser Ziel ist deshalb klar: Wir wollen Qualität und Spezialisierung stärken und gleichzeitig alle 37 Krankenhausstandorte in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Das ist Strukturwandel mit Verantwortung. Für uns gilt deshalb: Qualität ja – aber nicht auf Kosten der Erreichbarkeit“, so die Gesundheits-Staatssekretärin.

Auch die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser mache Veränderungen notwendig. Die bestehenden Defizite seien allerdings nicht erst durch die Reform entstanden, so Grimm. Mit der Neuordnung der Versorgung, stärkerer sektorenübergreifender Zusammenarbeit und den maßgeblich vom Land mitverhandelten Sicherstellungszuschlägen sollen Standorte wirtschaftlich stabilisiert und die flächendeckende Grund- und Regelversorgung abgesichert werden. „Erste Veränderungen sind bereits sichtbar: Die Krankenhausstandorte Crivitz und Bützow haben Bescheide für eine Zuweisung als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen erhalten“, sagte Grimm.

Genau darum habe das Land sich beim Bund mit Nachdruck für die besonderen Bedingungen dünn besiedelter Regionen eingesetzt. „Wir haben erreicht, dass Ausnahmen von einzelnen Qualitätsvorgaben möglich bleiben, wenn diese zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich sind. Diese Möglichkeit wird Mecklenburg-Vorpommern verantwortungsvoll nutzen“, verdeutlichte Grimm.

Nach Einschätzung Grimms ist das Land für die Umsetzung gut aufgestellt. Mit dem neuen Landeskrankenhausgesetz, dem im Mai verabschiedeten Krankenhausplan und der dazugehörigen Rechtsverordnung seien die entscheidenden Grundlagen frühzeitig geschaffen worden. „Wir sind nicht erst dabei, die Reform zu planen. Wir sind mitten in ihrer Umsetzung – und wir haben dafür frühzeitig die notwendigen Grundlagen geschaffen,“ sagte die Staatssekretärin.

Jetzt beginnt nach Aussage von Grimm die nächste konkrete Phase: Nach der Gremienabstimmung im Oktober sollen die geplanten Leistungsgruppenzuweisungen an die Krankenhäuser übermittelt werden. Ab Mitte November sind Anhörungen mit den einzelnen Häusern vorgesehen. Zum 1. Januar 2027 sollen die Zuweisungen der Leistungsgruppen umgesetzt werden.

Grimm betonte, dass die anstehenden Entscheidungen für die Krankenhäuser weitreichend seien. Die künftigen Versorgungsaufträge bestimmten maßgeblich, welche Leistungen an einem Standort erbracht, welche Strukturen weiterentwickelt und wo Kooperationen oder Spezialisierungen notwendig würden.

„Die Krankenhausreform wird nicht jedes wirtschaftliche Problem lösen. Aber sie bietet die Chance, unsere Krankenhauslandschaft zukunftsfester aufzustellen. Dafür braucht es Veränderungsbereitschaft bei allen Beteiligten: beim Land, bei den Krankenkassen und bei den Krankenhäusern selbst. Unser Kompass bleibt dabei klar: gute Qualität, verlässliche Versorgung und starke Standorte in der Fläche“, so Grimm.

Aufbau eines großflächigen Drohnen-Lagebildes

Forschungsprojekt soll Drohnenflüge schneller erkennen und besser einordnen

Stralsund – Mit dem versuchten Angriff auf eine Transportmaschine am Flughafen Leipzig/Halle hat der zunehmende Einsatz von Drohnen für Spionage- und Sabotagezwecke eine neue Gefahrenqualität angenommen. Wie Sicherheitsbehörden dieser neuen Gefahrenlage besser entgegnen können, wird jetzt in einem richtungsweisenden Projekt in Mecklenburg-Vorpommern untersucht und erprobt. Ziel ist es, ein belastbares und großflächiges Lagebild aufzubauen und dessen Überführung in die Einsatzpraxis der Landespolizei zu untersuchen.

Das Innenministerium wird gemeinsam mit dem Institut für sichere mobile Kommunikation an der Hochschule Stralsund dieses großflächige Drohnen-Lagebild aufbauen. Im Projekt wird analysiert, wie Informationen zu Drohnenbewegungen der im Verbund eingesetzten Sensoren in einem Echtzeit-Lagebild für die Arbeit der Polizei zusammengeführt werden können. Im Fokus steht dabei insbesondere der Schutz kritischer Infrastrukturen, Häfen, Energieanlagen und militärischer Liegenschaften.

Innenminister Christian Pegel betont: „Die aktuellen Drohnenvorfälle machen deutlich, dass es nicht mehr ausreicht, einzelne Sichtungen zu melden und diesen anschließend nachzugehen. Wir brauchen ein Lagebild, das Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und unseren Sicherheitsbehörden zeigt, was tatsächlich im Luftraum passiert. Deshalb bauen wir gemeinsam mit der Hochschule Stralsund etwas auf, das es in dieser Form noch nicht gibt. Wir bringen Forschung, Technologie und die Erfahrung unserer Sicherheitsbehörden zusammen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir schneller erkennen, besser entscheiden und am Ende früher handeln können.“

Prof. Dr. Andreas Noack, Leiter des Instituts für sichere mobile Kommunikation an der Hochschule Stralsund, ergänzt: „Wir haben hier im Land und an der Hochschule in den vergangenen Jahren starke Kompetenzen für die praxisnahe Erforschung von Drohnentechnologie aufgebaut, die wir in das Projekt für ein großflächiges Drohnen-Lagebild einbringen. Wir können dabei auf hochqualifiziertes Personal und eine gewachsene Partnerschaft mit den Sicherheitsbehörden setzen. Das ist ein entscheidender Vorteil dafür, dass der Transfer in die Einsatzpraxis gut gelingt.“

Prof. Dr. Björn Rupp, Geschäftsführer der Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation, von der die Sensorik für das großflächige Drohnen-Lagebild kommt, fügt dem hinzu: „Die Technologie, die wir für das Projekt bereitstellen, ist erprobt und einsatzbereit. Das Projekt startet also mit einem technischen Vorsprung, der die sofortige Umsetzung der aus dem Lagebild gewonnen Erkenntnisse in Echtzeit ermöglicht. Das Zusammenwirken von Forschung, Sicherheitsbehörden und Industrie ist der richtige Weg, um die ausgezeichneten in Deutschland vorhandenen technischen Fähigkeiten zum Nutzen des Landes gezielt einzusetzen.“

Zukünftige Lehrkräfte kommen an die Schulen

Dienstantritt für 105 neue Referendarinnen und Referendare sowie Zeugnisausgabe

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern treten 105 Referendarinnen und Referendare offiziell ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen an. Damit absolvieren derzeit insgesamt 489 zukünftige Lehrkräfte ihr Referendariat an den Schulen. „Für die praktische Ausbildung wünsche ich allen Referendarinnen und Referendaren viel Erfolg und gutes Gelingen“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich sehr, dass sich so viele neue Lehrkräfte für ein Referendariat in Mecklenburg-Vorpommern entschieden haben.“

Die neuen Referendarinnen und Referendare haben folgende Lehrämter:

  • Lehramt für Sonderpädagogik: 8
  • Lehramt an Grundschulen: 34
  • Lehramt an Regionalen Schulen: 16
  • Lehramt an Gymnasien: 40
  • Lehramt an Beruflichen Schulen: 7

Unter den zugelassenen Referendarinnen und Referendaren sind 18 zukünftige Lehrkräfte, die ihr Erstes Staatsexamen in einem anderen Bundesland absolviert haben und für das Referendariat nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen sind. Sie kommen aus Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westphalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Referendarinnen und Referendare haben Zeugnisse erhalten

In dieser Woche haben 92 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen offiziell beendet und ihre Zeugnisse über das Zweite Staatsexamen erhalten. 80 von ihnen werden zum 1. Oktober 2026 unbefristet in den Schuldienst des Landes übernommen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Schulen die von ihnen ausgebildeten Lehrkräfte nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes ohne ein gesondertes Ausschreibungsverfahren übernehmen. „Die Übernahmemöglichkeit bietet den Lehrkräften Planungssicherheit und eine klare Zukunftsperspektive. 63 Referendarinnen und Referendare werden auch nach ihrem Vorbereitungsdienst an ihren Ausbildungsschulen arbeiten“, so die Bildungsministerin. „Dass so viele Lehrkräfte auch nach ihrem Vorbereitungsdienst an einer Schule in Mecklenburg-Vorpommern unterrichten werden, ist eine gute Nachricht für unsere Schulen. Für ihre weitere Arbeit wünsche ich ihnen viel Freude und viele gute Momente mit ihren Schülerinnen und Schülern.“

Die Absolventinnen und Absolventen dieses Jahrgangs haben folgende Lehrämter:

  • Lehramt für Sonderpädagogik: 4
  • Lehramt an Grundschulen: 12
  • Lehramt an Regionalen Schulen: 18
  • Lehramt an Gymnasien: 56
  • Lehramt an Beruflichen Schulen: 2

Mecklenburg-Vorpommern stellt jährlich an vier Terminen Referendarinnen und Referendare ein. Die aktuelle Ausschreibung läuft bis zum 5. Oktober 2026 für das Referendariat mit Beginn am 1. Februar 2027.

Über das Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de können sich Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen auf eine Stelle für ein Referendariat an ihrer Wunschschule in Mecklenburg-Vorpommern bewerben.

Schwesig: Die Demokratie muss gestaltet und bewahrt werden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute auf dem Empfang der Landesregierung zum Tag der Deutschen Einheit dazu aufgerufen, die Demokratie zu stärken und zu bewahren. „Demokratie ist für mich die wichtigste Errungenschaft der friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit. Die gute Entwicklung unseres Landes seit 1990 war nur möglich, weil wir in einer Demokratie leben. Der 3. Oktober macht wie kein anderer Tag deutlich, dass ein Leben in Demokratie, Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Diese Werte zu verteidigen, für sie einzustehen und sie aktiv mitzugestalten, ist unsere wichtigste gemeinsame Aufgabe.“

Schwesig erinnerte in ihrer Rede an alle, die im Herbst 1989 Freiheit und Demokratie in der ehemaligen DDR erkämpft haben. „Angefangen in Waren, wo am 16. Oktober 1989 400 Menschen mit Kerzen in der Hand Demokratie und freie Wahlen gefordert haben. Als im Westen kaum jemand an Veränderung im Osten glaubte, haben die Menschen in der DDR die SED-Diktatur gestürzt. Und das vollkommen gewaltfrei. Diese Menschen konnten nicht sicher sein, ob sie am Abend zu ihren Familien nach Hause kommen oder im Stasi-Knast landen. Ohne ihren Mut wären wir heute nicht hier. Ich danke allen von Herzen, die damals so mutig und engagiert waren.“

Der Herbst 1989 sei auch der Startpunkt auf dem Weg zur Deutschen Einheit, nicht einmal ein Jahr später, gewesen. Seitdem seien große Fortschritte erzielt worden. Gleichzeitig sei Gutes erhalten worden. „Wir sind ein Land der Landwirtschaft und der Ernährung geblieben. Wir haben unsere Werften erhalten und sind als Urlaubsland noch attraktiver geworden. Dazu sind Biotechnologie, internationale Unternehmen und innovative Start-Ups gekommen. Ich bin stolz auf unseren sozialen Zusammenhalt und das, was wir für Familien und Kinder tun. Zum Beispiel die beitragsfreie Kita und die Modernisierung von Schulen, auch wenn da noch vieles besser werden muss. Ich bin stolz auf die 600.000 Ehrenamtlichen im Land und auf unsere vielfältige Kultur“, so die Ministerpräsidentin.

Schwesig erinnerte in ihrer Rede aber auch an die Umbrüche in den Jahren nach 1990. „Viele mussten ihre Berufe neu lernen, ihre Lebenswege neu gestalten. Wir alle kennen Menschen, die große Schwierigkeiten hatten, die ihre Arbeit verloren haben“, sagte Schwesig.

Heute gebe es neue Herausforderungen. „Steigende Energiepreise, unsichere Handelsverbindungen und aggressive Konkurrenz belasten die Unternehmen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger. Autoritäre Bestrebungen, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus bedrohen die Demokratie in vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland“, so die Ministerpräsidentin. Hinzu komme, dass es immer noch Unterschiede und Ungerechtigkeiten zwischen Ost und West gebe. „Die Löhne sind in vielen Bereichen niedriger im Osten, was es auch schwieriger macht, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das Vermögen ist niedriger und damit die Kapitaldecke der Unternehmen. Und bei allem Zugewinn an Wohlstand: Die Menschen in Ostdeutschland sind mehr als im Westen angewiesen auf auskömmliche gesetzliche Renten, eine verlässliche Krankenversicherung, einen gerechten Sozialstaat“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Daraus folge, dass man sich der Stärken im Osten bewusst sein müsse. „Lebensgeschichten im Osten sind kein Ballast, sondern Erfahrungen, von denen ganz Deutschland profitieren kann. Wir haben gezeigt, dass wir mit Wandel umgehen können. Gerade deswegen fordern wir mit Nachdruck, respektiert und gehört zu werden“, sagte Schwesig.

Gleichzeitig müsse die Demokratie gestärkt und verteidigt werden, „im Parlament, im Alltag und auch im Netz“, so die Ministerpräsidentin. „Das fängt hier in Mecklenburg-Vorpommern damit an, dass wir jetzt schnell eine stabile Regierung für unser Land bilden. Und dass wir weiter die Herausforderungen anpacken: Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze, sozialer Zusammenhalt. Mecklenburg-Vorpommern und ganz Ostdeutschland brauchen starke Stimmen, die auch in Berlin und Brüssel gehört werden. Und wir müssen hier im Land im Gespräch bleiben. Mit der Wirtschaft, mit den Kommunen, mit den Verbänden, mit den Bürgerinnen und Bürgern. Das ist gute Tradition bei uns im Land, demokratische Tradition. Die will ich gern fortsetzen.“ So soll es auch in Zukunft regelmäßige Bürgerforen der Ministerpräsidentin geben. „Und ich will etwas Neues einführen: einen Bürgerrat, der die Ministerpräsidentin zukünftig bei ihrer Arbeit beraten wird.“

Es sei wichtig, die Menschen im Land zusammenzubringen und zusammenzuhalten. „Ich lade Sie alle ein, die Zukunft unseres Landes mitzugestalten. Ausdrücklich auch diejenigen, die mit der Wahl ein Signal der Unzufriedenheit senden wollten: Machen Sie mit. Bringen Sie Ihre Kritik konstruktiv ein! Denn dafür ist Demokratie da“, sagte die Ministerpräsidentin zum Abschluss ihrer Rede.

Drese: „Tagespflege hält Menschen im Leben – und im eigenen Zuhause“

Erster landesweiter Tag der Tagespflegen am 7. Oktober / Sozialministerin unterstützt Aktion von bpa, LIGA, VDAB und bad e.V.

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern macht die Tagespflege sichtbar: Am 7. Oktober findet erstmals der landesweite „Tag der Tagespflegen“ statt. Unter dem Motto „Mit Freude durch den Tag – gemeinsam statt allein“ laden Tagespflegen im ganzen Land zu Begegnung, Information und Einblicken in ihren Alltag ein.

Initiiert wird der Aktionstag vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in MV, dem Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) und dem Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e.V.). Sozialministerin Stefanie Drese unterstützt die Initiative ausdrücklich und ruft Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen und eine Tagespflege kennenzulernen.

„Tagespflege bedeutet weit mehr als Betreuung für ein paar Stunden. Sie schafft Gemeinschaft, gibt Struktur und ermöglicht Pflegebedürftigen, weiterhin zu Hause zu leben – mit den Menschen und in der Umgebung, die ihnen vertraut sind. Gleichzeitig gibt sie pflegenden Angehörigen Luft zum Durchatmen. Genau deshalb unterstütze ich den ersten landesweiten Tag der Tagespflegen sehr gern und würde mich freuen, wenn viele Menschen am 7. Oktober einfach einmal in eine der Einrichtungen vorbeischauen“, sagte Drese am Donnerstag.

Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel komme der Tagespflege eine wachsende Bedeutung zu, so Drese. Mecklenburg-Vorpommern setze in der Pflege konsequent auf den Grundsatz „ambulant vor stationär“. Tagespflege könne dazu beitragen, einen Umzug in eine vollstationäre Einrichtung zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern, wenn die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit allein nicht mehr ausreiche. „Pflegebedürftig zu werden, heißt nicht automatisch, dass das eigene Zuhause aufgegeben werden muss. Gute Tagespflege kann genau die Unterstützung bieten, die es braucht, damit Selbstständigkeit und Teilhabe möglichst lange erhalten bleiben“, so die Ministerin. Das Land verfüge inzwischen über mehr als 220 Tagespflegeeinrichtungen.

Der Aktionstag soll dabei auch mit Vorurteilen und Unsicherheiten aufräumen. Häufig seien es Fragen zu Kosten, Fahrdiensten, Anmeldung oder dem konkreten Ablauf, die Menschen von einer Nutzung abhielten. Hinzu kämen bei Angehörigen nicht selten Schuldgefühle, Unterstützung anzunehmen. Der Aktionstag setzt deshalb bewusst auf offene Türen, persönliche Gespräche und praktische Informationen, z.B. zur Übernahme der Kosten bis zu festen Höchstbeträgen durch die Pflegeversicherung.

„Wer als Pflegebedürftiger oder pflegender Angehöriger Tagespflege noch nicht kennt, sollte das schnell nachholen. Hier geht es um Begegnung, Aktivität, Gemeinschaft und professionelle Unterstützung – und um die ganz konkrete Frage: Wie kann Pflege im Alltag für alle Beteiligten besser funktionieren?“, verteutlichte Drese. Das Aktionskonzept sieht deshalb ausdrücklich niedrigschwellige Einblicke, Beratung, Begegnung und Schnupperangebote vor.

Zugleich sind Tagespflegen ein wichtiger Teil der regionalen Pflegeinfrastruktur und damit auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. „Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Das gilt für die großen Pflegeeinrichtungen ebenso wie für die vielen Angebote vor Ort. Tagespflegen sichern Versorgung, schaffen Arbeitsplätze und stärken Strukturen in den Regionen“, betont Drese. Im Pakt für Pflege haben sich die Akteure im Land deshalb gemeinsam darauf verständigt, unter anderem die Pflege in der Häuslichkeit zu stärken und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit von Pflegeeinrichtungen in den Blick zu nehmen.

„Der beste Weg, Berührungsängste abzubauen, ist, die Türen aufzumachen. Ich wünsche mir deshalb, dass der 7. Oktober zu einem Tag wird, an dem viele Menschen sagen: Das hätte ich mir ganz anders vorgestellt – und das könnte auch für uns eine gute Unterstützung sein“, so Drese.