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Trinkwasser schützen, bevor es knapp wird

MV setzt auf konkrete Vorsorge

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Trinkwasserversorgung gut aufgestellt. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Nutzungskonkurrenzen stellen das Land vor wachsende Herausforderungen. Wie das Land diesen begegnet, ist heute Thema der Fachtagung Wasser und Abwasser in Güstrow. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird dort durch Abteilungsleiterin Renate Brügge vertreten.

„Sauberes Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Noch verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über ausreichende Ressourcen. Doch der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt bereits heute. Wir müssen deshalb vorsorgen, bevor Engpässe entstehen. Unser Ziel ist klar: Trinkwasser muss auch für kommende Generationen in ausreichender Menge und guter Qualität verfügbar sein“, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Fachtagung.

Rund 85 Prozent des Trinkwassers in Mecklenburg-Vorpommern stammen aus dem Grundwasser. 99,8 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Allerdings weisen 68 von 134 langfristig untersuchten Grundwassermessstellen sinkende oder stark sinkende Wasserstände auf. Gleichzeitig belasten Nährstoffe und andere Schadstoffe vielerorts die Grundwasserqualität.

Mit der Wasserstrategie, der Klimaanpassungsstrategie 2026 und dem Grundsatzplan Wasserversorgung 2040 verfolgt das Land deshalb konkrete Maßnahmen:

  • Trinkwasserreserven langfristig sichern: Besonders wertvolle Grundwasservorkommen sollen geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, damit sie auch künftig für die öffentliche Wasserversorgung zur Verfügung stehen.
  • Grundwasser gezielter überwachen: An 425 Messstellen wird die Wasserqualität untersucht, an 711 Messstellen werden die Wasserstände erfasst. Eine neue digitale Grundwasserressourcenkarte soll künftig zeigen, wo zusätzliche Entnahmen noch möglich sind.
  • Wasser in der Landschaft halten: Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie sollen den natürlichen Wasserrückhalt verbessern, Trockenperioden abfedern und zugleich die Folgen von Starkregen begrenzen.

„Wir schützen unser Trinkwasser mit konkreten Maßnahmen: Wir sichern wertvolle Grundwasservorkommen, verbessern unsere Datengrundlagen und sorgen dafür, dass Wasser möglichst lange in der Landschaft gehalten wird. Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Wirtschaft langfristig miteinander vereinbaren“, so Backhaus.

Auch die Abwasserwirtschaft steht vor Veränderungen. Häufigere Starkregenereignisse können Kanalnetze und Kläranlagen überlasten. Gleichzeitig eröffnen moderne Technologien neue Möglichkeiten, etwa zur Energiegewinnung aus Abwasser. In Mecklenburg-Vorpommern reinigen mehr als 580 kommunale Kläranlagen das Abwasser.

„Eine sichere Wasserversorgung und eine leistungsfähige Abwasserentsorgung sind unverzichtbare öffentliche Aufgaben. Dafür brauchen wir moderne Infrastruktur, starke kommunale Versorger und eine vorausschauende Wasserpolitik. Wasserschutz ist keine Aufgabe für morgen, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, unterstreicht Backhaus.

Start der Grippesaison: An Auffrischung des Impfschutzes denken

Schwerin – Rund 45 Prozent der Menschen ab 60 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern waren zuletzt gegen die echte Grippe (Influenza) geimpft. Damit liegt das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Prozent. „Das ist eine gute Entwicklung und zeigt, dass die Grippeschutzimpfung bei uns einen vergleichsweisen hohen Stellenwert hat.

Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass mehr als die Hälfte der Menschen über 60, die zur Risikogruppe gehören, noch keinen Impfschutz hat. Das wollen wir ändern“, betonte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese, als sie selbst ihren Impfschutz durch das Team des Schweriner Gesundheitsamtes auffrischen ließ.

Dass Mecklenburg-Vorpommern bei der Grippeschutzimpfung älterer Menschen überdurchschnittlich gut abschneidet, sei dabei keine Momentaufnahme. „Wir liegen seit vielen Jahren konstant über dem Bundesschnitt. Trotzdem macht es mir Sorgen, dass die Influenza-Impfquote seit der Saison 2020/2021 bundesweit wie auch in MV konstant rückläufig ist.

Damals lagen wir etwa noch bei Werten von knapp 63 Prozent“, so Drese. „Wir müssen deshalb aufpassen, dass wir diese über Jahre erreichte vergleichsweise gute Impfquote nicht verlieren – gerade in unserem Land mit einem hohen Anteil älterer Menschen.“

Denn das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen steige mit zunehmendem Alter und eine echte Grippe sei keineswegs mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen, betonte Drese. Eine Influenza könne etwa Entzündungen auslösen, die bis zur Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall auch bis zum Tod führen.

„Eine Grippeschutzimpfung ist deshalb der beste Weg, sich vor einer möglicherweise schweren Erkrankung und ihren Komplikationen zu schützen. Das gilt insbesondere für Seniorinnen und Senioren aber auch für andere Gruppen, die ein erhöhtes Risiko für einen solch schweren Krankheitsverlauf haben. Dazu gehören Personen, die mit chronischen Krankheiten leben, Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie Schwangere mit Grunderkrankungen“, erklärte sie.

Auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Menschen, die sie beruflich oder privat betreuen, wird die Impfung von der STIKO empfohlen. Sinnvoll kann sie außerdem für Menschen sein, die in Einrichtungen mit viel Kundenkontakt oder im direkten Kontakt mit bestimmten Tieren wie Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben stehen.

„Da es nach der Impfung etwa zehn bis 14 Tage dauert, bis sich der vollständige Impfschutz aufgebaut hat, sollte die Impfung möglichst rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle erfolgen. Lassen Sie sich also möglichst zeitnah von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, um sich oder andere auch in diesem Winter zu schützen“, betonte Drese.

Angebote zur Impfung selbst bieten neben den Hausarztpraxen auch Apotheken und die Gesundheitsämter an. In diesem Jahr ruft zudem das Bundesministerium für Gesundheit erstmals die Aktionswoche Impfen aus, inklusive der bereits etablierten „Langen Nacht des Impfens“ am 12. November. Wer spontan einen Termin sucht, findet auf der interaktiven Karte teilnehmende Anlaufstellen. Auch eine Anmeldung als Impfstelle ist noch möglich.

„Ich hoffe, dass wir so noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und möglichst viele Menschen erreichen. Denn gut geschützt kommen wir am besten gesund durch den Winter“, so Drese abschließend.

Weitere Informationen zur Grippeschutzimpfung sowie Aufklärungsmaterialien und Flyer eigens zum Impfen ü60 finden Sie auch auf dem Impfportal des Landes MV unter mv-impft.de.

Grundschulkinder lesen 100 Minuten jede Woche zusätzlich

Verbesserungen in allen Klassenstufen

Schwerin – 20 Minuten täglich lesen und das an jedem Schultag: Seit dem Schuljahr 2024/2025 ist das Leseband an 269 öffentlichen Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern fest im Stundenplan verankert. Rund 76.000 Lernende haben bislang teilgenommen. Ziel ist es, die Leseflüssigkeit und das Textverständnis der Kinder systematisch zu fördern und ihren Wortschatz zu erweitern. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Greifswald zeigt positive Entwicklungen: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Lesekompetenzen kontinuierlich.

Die Einführung des Lesebandes an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern wurde von August 2024 bis Juli 2026 wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation führte eine Arbeitsgruppe um Frau Professorin Mahlau aus dem Bereich Sonderpädagogik und Inklusion der Universität Greifswald durch. Dafür wurden zu mehreren Zeitpunkten die Leseleistungen von insgesamt 3.173 Schülerinnen und Schülern an zwölf Grundschulen im Land erhoben.

Die Ergebnisse zeigen über alle untersuchten Klassenstufen hinweg eine kontinuierliche Verbesserung der Lesekompetenzen. Am Ende des Überprüfungszeitraums erzielten die meisten mit dem Leseband geförderten Kinder signifikant bessere Ergebnisse in allen untersuchten Bereichen: Leseflüssigkeit, Wortverständnis, Satzverständnis und Textverständnis.

„Die Evaluation liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer systematischen und regelmäßigen Leseförderung. Daraus lassen sich gezielt weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Leseunterrichts in unseren Schulen ableiten“, sagte Professorin Dr. Kathrin Mahlau.

Nach den Ergebnissen der Untersuchung konnten zudem anfängliche Leistungsrückstände ausgeglichen werden. Auch im Vergleich mit Kindern, die im Unterricht ohne Leseband gelernt haben, zeigten sich bessere Leseleistungen bei den Kindern mit Lesebandförderung. Die festgestellten Effekte nahmen mit der Klassenstufe zu. Besonders ausgeprägt waren sie in der dritten Klasse.

An jedem Unterrichtstag nehmen sich die Schülerinnen und Schüler 20 Minuten Zeit zum Lesen – unabhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach. Die Schulen gestalten diese Lesezeit eigenständig und können aus verschiedenen Methoden wählen. Dazu zählen das Vorlesen und Mitlesen, das gemeinsame Lesen mit einem Lesepartner (Tandemlesen), Leseaktivitäten nach einem Würfelergebnis mit dem „Ich-Du-Wir-Würfel“, das Vorlesetheater oder das Hören von Hörbüchern und Mitlesen im Buch.

5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen

Länder diskutieren über Reform der Erbschaftsteuer und Schuldenbremse

Bremen – Die Spitzen der Finanzressorts der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen haben sich am 28. Oktober 2026 zur 5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen getroffen und sich dabei zu unterschiedlichen finanzpolitischen Themen ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen der Reformbedarf bei der Erbschaftsteuer und die Erwartungen an eine Reform der Schuldenbremse. Auch über mögliche Verbesserungen der Einnahmebasis für die öffentlichen Haushalte wurde beraten.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer haben im Lichte der mündlichen Verhandlungen vor dem Bundesverfassungsgericht ihre parteiübergreifende Position zur Reform der Erbschaftsteuer bekräftigt. Ziel ist eine verfassungsfeste, administrativ praktikable und mindestens aufkommensstabile Erbschaftsteuer, die Steuergerechtigkeit stärkt und zugleich Unternehmen und Arbeitsplätze schützt. Besonderen Reformbedarf sehen die Finanzministerinnen und Finanzminister bei den bestehenden Verschonungsregelungen für große Betriebsvermögen. In der Praxis können derzeit sehr hohe Vermögen teilweise nahezu steuerfrei übertragen werden.

Aus Sicht der Nordländer müssen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, um die Erbschaftsteuer gerechter zu gestalten. Die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann hierzu wichtige rechtliche Klarheit schaffen. Auf dieser Grundlage muss dann eine Reform der Erbschaftsteuer angegangen werden. Die Erbschaftsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Länder.

Sie trägt dazu bei, zentrale öffentliche Aufgaben wie Hochschulen, Polizei oder Infrastruktur zu finanzieren. Eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer, wie sie insbesondere Bayern fordert, lehnen die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer ab. Sie würde einen ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern auslösen und zusätzliche Bürokratie schaffen. Die Erbschaftsteuer sollte nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt. Auch die Frage der Regionalisierung ist Gegenstand eines noch ausstehenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts.

Der Bund hat eine Kommission zur Reform der Schuldenbremse eingesetzt, deren Abschlussbericht nach wie vor aussteht. Die Nordländer erwarten, dass die Regeln zur Schuldenbremse mit Augenmaß weiterentwickelt werden. Eine Reform soll weiterhin eine tragfähige Entwicklung der öffentlichen Finanzen gewährleisten, aber auch notwendige Zukunftsinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen jenseits der bisherigen Schuldenregeln ermöglichen.

Dabei sind die europäischen Fiskalregeln zu berücksichtigen und mit den nationalen Regelungen in Einklang zu bringen. Die Nordländer machen sich darüber hinaus dafür stark, in Krisenzeiten Notkredite aufnehmen zu können, die über ein Haushaltsjahr hinausgehen. Die Corona-Pandemie beispielsweise hat gezeigt, dass außergewöhnliche Belastungen nicht nach einem Jahr enden und teilweise überjährige Finanzierungen erfordern.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer sind sich im Grundsatz einig, dass Gewinne aus Kryptogeschäften ausnahmslos besteuert werden sollen. Bislang werden Kryptowerte, wie etwa Bitcoin, nur dann nach dem persönlichen Einkommensteuertarif versteuert, wenn die Werte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf wieder verkauft werden. Nach dem ersten Jahr sind die Verkäufe hingegen steuerfrei.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer unterstützen deshalb das Vorhaben einer Besteuerung von Krypto-Gewinnen mindestens in Höhe der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent. Das Ziel der Nordländer ist eine umfassende und gerechte Besteuerung von Kryptogewinnen. Dabei darf es nicht darauf ankommen, welche Art von Kryptowert gehandelt wird oder wie lange er gehalten wurde. Das ist ebenso im Sinne von mehr Steuergerechtigkeit wie die Registrierkassenpflicht, die ebenfalls von der Nord-Finanzministerkonferenz unterstützt wird.

Elektronische Kassen erschweren Steuerhinterziehung im Gegensatz zu offenen Ladenkassen. Deshalb erwarten die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer nun Tempo bei der Umsetzung. Erörtert wurde außerdem, ob die Registrierkassenpflicht erst ab 100.000 Euro Umsatz greifen soll oder der Schwellenwert noch abgesenkt werden soll. Einig sind sie sich auch, dass Kundinnen und Kunden eine digitale Bezahlmöglichkeit angeboten werden soll.

Die Nord-Finanzministerkonferenz bietet eine wichtige Gelegenheit, sich über gemeinsame Herausforderungen auszutauschen und länderübergreifend Lösungen voranzubringen. Wir haben uns heute unter anderem darüber verständigt, wie wir Steuerverfahren für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen einfacher und für die Finanzverwaltung effizienter gestalten können.

Mit Pauschalierungen und einer stärkeren Digitalisierung können wir Steuerentlastungen künftig unbürokratischer gewähren und zugleich unsere Finanzämter entlasten. Gerade angesichts des Fachkräftemangels müssen wir die Beschäftigten von Routineaufgaben entlasten, damit sie ihre Zeit gezielt für die Prüfung komplexer Steuerfälle einsetzen können.

BE.LIKE.ME. in Schwerin: Weniger scrollen, bewusster leben

Drese: „Prävention wirkt, wenn junge Menschen ihr eigenes Verhalten hinterfragen“ – Viel gelobte Social-Media-Ausstellung macht ab Dienstag im E-Werk Station

Schwerin – Wie viel Zeit verbringen wir mit sozialen Medien – und wann wird aus dem täglichen Scrollen ein problematisches Verhalten? Die interaktive Ausstellung „BE.LIKE.ME. – Social Media und ich“ lädt Jugendliche dazu ein, genau darüber nachzudenken. Nach ihrer ersten Station in Stralsund kommt die vom Land geförderte Wanderausstellung am morgigen Dienstag (3. November) nach Schwerin. Bis zum 18. Dezember ist sie im E-Werk zu sehen. Es ist die zweite und zugleich letzte Station der Ausstellung in Mecklenburg-Vorpommern.

„BE.LIKE.ME. zeigt, wie wirksam Präventionsarbeit sein kann. Die Ausstellung sensibilisiert junge Menschen für ihren Social-Media-Konsum und regt sie dazu an, die eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Wer versteht, warum er immer wieder zum Smartphone greift, kann auch bewusster damit umgehen. Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr“, ruft Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Besuch der Ausstellung auf. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Medienverhalten könne dazu beitragen, die Bildschirmzeit zu reduzieren und wieder stärker selbst zu bestimmen, wie digitale Medien den Alltag prägen.

Die Ausstellung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kunst und interaktiven Elementen. Sie macht erlebbar, wie Likes, Feeds und digitale Reize unsere Aufmerksamkeit binden und warum es oft so schwerfällt, das Smartphone aus der Hand zu legen. Dabei setzt sie bewusst nicht auf Verbote oder erhobene Zeigefinger, sondern auf eigene Erfahrungen und gemeinsames Nachdenken.

„Gesetzliche Veränderungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien sind ein wichtiger Schritt. Sie müssen aber konsequent durch Medienbildung und Präventionsangebote ergänzt werden. Genau dafür ist BE.LIKE.ME. ein besonders wertvolles Beispiel: Die Ausstellung macht die Auswirkungen digitaler Mediennutzung verständlich und stärkt die Fähigkeit junger Menschen, kritisch und selbstbestimmt mit sozialen Netzwerken umzugehen“, betonte Drese. „Wir müssen Jugendliche befähigen, die Mechanismen hinter den Plattformen zu erkennen – damit nicht die Algorithmen bestimmen, wie sie ihre Zeit verbringen.“

Spatenstich: Neues Großgewerbegebiet in Bentwisch

Dr. Blank: „Wir unterstützen dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu schaffen“

Bentwisch – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Bentwisch und der Universitäts- und Hansestadt Rostock den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Großgewerbegebiet Bentwisch im Landkreis Rostock gesetzt. Westlich der Ortsumgehung Bentwisch und nördlich des Hansecenters sollen rund 30 Hektar Gewerbeflächen entstehen. Insgesamt werden rund 23,4 Millionen Euro in die Erschließung investiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit knapp 20,8 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Mit dem neuen Großgewerbegebiet schaffen wir die Voraussetzungen für weitere Unternehmensansiedlungen, Investitionen und neue Arbeitsplätze in der Region Rostock. Die Nähe zum Rostocker Seehafen, zur Autobahn A 19 und zur Bundesstraße B 105 bietet hervorragende Standortbedingungen. Gerade größere, gut erschlossene Gewerbe- und Industrieflächen sind in der Region stark nachgefragt. Mit der Förderung unterstützen wir die Gemeinde Bentwisch dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu eröffnen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Bei der Entwicklung des Großgewerbegebietes wird auf eine nachhaltige Energieversorgung gesetzt. Das Energiekonzept sieht unter anderem Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern, Batteriespeicher und Wärmepumpen vor. „Bentwisch hat die Chance, sich zu einem Grünen Gewerbegebiet zu entwickeln. Hier werden wirtschaftliche Perspektiven und eine nachhaltige Energieversorgung von Anfang an zusammengedacht. Wir wollen, dass Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gute Bedingungen für Investitionen vorfinden und gleichzeitig von einer modernen, klimafreundlichen Energieversorgung profitieren. Bentwisch kann dafür ein Vorbild werden“, so Dr. Blank.

„Mein Dank gilt der Gemeinde Bentwisch, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und allen weiteren Beteiligten, die dieses Vorhaben gemeinsam vorangebracht haben. Die Entwicklung des Standortes zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg ist. Jetzt kommt es darauf an, die Erschließung erfolgreich umzusetzen und Unternehmen für den Standort zu gewinnen“, sagte Dr. Blank.

Eröffnung eines neuen Dorfladens

Ines Jesse: „Der neue Dorfladen schafft kurze Wege zum Einkaufen und einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft“

Eixen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Eixen (Landkreis Vorpommern-Rügen) den neuen Dorfladen im ehemaligen „Schmugglerkrug“ offiziell eröffnet. Das Land unterstützt die Ausstattung über die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ mit rund 190.000 Euro.

„Wer Lebensmittel oder frische Brötchen braucht, soll dafür nicht weit fahren müssen. Der neue Dorfladen schafft kurze Wege zum Einkaufen und einen neuen Treffpunkt für die gesamte Dorfgemeinschaft. Davon profitieren Eixen und die umliegenden Ortsteile. Hier haben ein engagierter Unternehmer und die Gemeinde gemeinsam eine Idee verwirklicht, die Arbeitsplätze schafft und den Alltag der Menschen ganz konkret verbessert“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Auf rund 110 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet der Dorfladen etwa 1.100 Artikel des täglichen Bedarfs an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf regionalen Produkten. Hinzu kommen ein Brötchenservice, ein Imbissangebot und Softeis. Mit dem Dorfladen wurden vier Arbeitsplätze geschaffen, davon zwei in Teilzeit.

Montags bis samstags ist Personal vor Ort. Über ein Zugangssystem mit Kundenkarte können Kundinnen und Kunden darüber hinaus rund um die Uhr einkaufen. Perspektivisch ist zudem ein wöchentlicher Fahrservice für mobilitätseingeschränkte Menschen geplant, der die Abholung und Rückfahrt einschließen soll. Der nächste andere Anbieter für die Grundversorgung befindet sich im rund neun Kilometer entfernten Bad Sülze.

Neben dem Dorfladen verfügt der ehemalige „Schmugglerkrug“ in der Barther Straße über eine Kegelbahn. Das große Gebäude bietet zudem viel Raum, der in Zukunft für weitere Nutzungen der Gemeinde nutzbar gemacht werden soll.

Mit dem Gesamtvorhabens möchte die Gemeinde die Nahversorgung und das Gemeinschaftsleben in Eixen und den neun umliegenden Ortsteilen stärken. Der Dorfladen bildet dabei einen zentralen Baustein für ein attraktives und vielseitiges Einkaufs- und Begegnungsangebot. Gemeinsam mit den weiteren Nutzungsangeboten im Gebäude soll er einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des dörflichen Gemeinschaftslebens leisten

Die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Sie unterstützt die Schaffung, den Erhalt und die Weiterentwicklung von Dorfläden. Ergänzende Angebote wie ein Café, ein Imbiss oder Gemeinschaftsräume sollen zugleich soziale Treffpunkte schaffen und das Zusammenleben in ländlichen Räumen stärken. Im Rahmen der Neuen Dorfmitte wurden bereits mehr als 60 Maßnahmen an 53 Standorten gefördert, darunter z.B. der neue Dorfladen in Groß Stieten sowie der Umzug und die Wiedereröffnung des Ladens in Glewitz.

Schwesig: Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Karin Prien begrüßt, bei den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss nachverhandeln zu wollen.

„Es ist und bleibt falsch, ausgerechnet bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu kürzen. Ich habe als Bundesfamilienministerin in der Regierung von Bundeskanzlerin Merkel den Unterhaltsvorschuss auf bis zu 18 Jahre ausgeweitet.

Das war auch richtig so, denn auch Kinder mit 16 oder 17 Jahren haben Bedürfnisse. Sie dürfen nicht allein gelassen werden, wenn ihre Väter oder auch Mütter nicht zahlen. Wir brauchen eine Lösung im Interesse der Kinder“, sagte die Ministerpräsidentin heute in Schwerin.

„Anstatt bei den Kindern zu kürzen, sollten säumige Eltern, in der Regel Väter, stärker herangezogen werden. Zum Beispiel auch durch Maßnahmen wie Führerscheinentzug. Das haben wir bei Bildung der heutigen Bundesregierung gemeinsam so beschlossen. Der Unterhaltsvorschuss ist wichtig für viele Alleinerziehende und ihre Kinder“, sagte Schwesig weiter.