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Backhaus: 50 Mio. Euro zusätzlich für klimastabile Wälder

Schwerin – Der Aufbau zukunftsfähiger Wälder stelle die Waldbesitzenden vor große Aufgaben, erklärt Klimaschutz- und Forstminister Dr. Till Backhaus.

„Um die Leistungs- und Funktionsfähigkeiten der Wälder im Klimawandel zu sichern, sind besondere Anstrengungen bei dessen Bewirtschaftung und Pflege notwendig“, so Backhaus, der fortführt: „Das haben gerade die Waldbrände und weitere klimabedingte Waldschäden in jüngster Vergangenheit gezeigt. Ein wichtiges Instrument dabei ist die Förderung eines klimaangepassten Waldmanagements. Waldbesitzende erhalten eine Förderung, wenn sie zahlreiche Anforderungen erfüllen, die über ihre gesetzlichen Verpflichtungen zum Walderhalt hinausgehen.“

Insgesamt sind es 12 Kriterien, wie z.B. Maßnahmen zu Bodenschutz, zum Verzicht auf Kahlhiebe, zur Anreicherung von Totholz und zum Verzicht auf Entwässerungsmaßnahmen. Diese Förderung haben vielen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Deutschland, auch in Mecklenburg-Vorpommern, aktiv genutzt.

„Die große Nachfrage führte dazu, dass die bereitgestellten Mittel ausgeschöpft wurden. Weitere Waldbesitzende wollen jedoch ihre Forstbetriebe auch auf ein klimaangepasstes Waldmanagement umstellen“, erklärt Minister Backhaus und ergänzt: „Ich habe mich daher nachdrücklich für eine schnelle Aufstockung dieser Fördermittel des Bundes eingesetzt. Durch eine enge Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium konnte erreicht werden, dass die finanziellen Mittel nunmehr um 50 Mio. € auf insgesamt 200 Mio. € aufgestockt werden.“

Minister Backhaus dankt dem Bundesumweltminister Carsten Schneider für die schnelle Unterstützung seiner Initiative. „Die Wälder erfüllen lebenswichtige Funktionen für alle Menschen. Diejenigen, die die Verantwortung für den Wald tragen, die ihn bewirtschaften und zukunftsfähig entwickeln verdienen daher die Unterstützung des Staates“, so Minister Dr. Backhaus.

Neben der finanziellen Unterstützung weist der Minister aber auch darauf hin, dass Rechtssicherheit für die Forstbetriebe im Zusammenhang mit der Umsetzung der europäischen Wiederherstellungs-Verordnung notwendig ist.

„Ich werde mich auch in Zukunft für Rahmenbedingungen einsetzen, damit die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer die verantwortungsvoll die Wälder der Zukunft gestalten, auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich tätig sein können“, so der Minister.

Schon in Kürze können nunmehr zusätzliche Förderanträge für die Umstellung auf ein klimaangepasstes Waldmanagement bei der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Güstrow-Gülzow bewilligt werden. Die Forstämter der Landesforstanstalt MV beraten interessierte Waldbesitzende kostenfrei.

MV-Plan 2035: Land investiert in die Zukunft der Schweriner Schulen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern investiert weiter in den Schulbau. Mit dem Investitionsprogramm „MV-Plan 2035 – Zukunftsfähige Bildungslandschaft“ stehen insgesamt Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro für die Sanierung und den Neubau von Schulen zur Verfügung. Diese stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur.

Auch die Landeshauptstadt Schwerin profitiert von dem Investitionsprogramm. Vier Schulbauvorhaben werden aus dem „MV-Plan 2035“ anteilig finanziert:

  • Grundschule Mueßer Berg und Grundschule Nils Holgersson, Gesamtkosten 1,95 Millionen Euro, 1,6 Millionen Euro Förderung aus „MV-Plan 2035“, Schulhofsanierung
  • Grundschule Lankow und Regionale Schule Werner-von-Siemens, Gesamtkosten 33,1 Millionen Euro, 5,19 Millionen Euro Förderung aus „MV-Plan 2035“, Neubau für esE-Klassen am Standort Lankow
  • Grundschule John-Brinckman, Regionale Schule Weststadt-Campus, Goethe-Gymnasium, Gesamtkosten 7,05 Millionen Euro, 6 Millionen Euro Förderung aus „MV-Plan 2035“, Sanierung der Schulsportanlage Weststadt inklusive Funktionsgebäude
  • Gymnasium Fridericianum, Gesamtkosten 40 Millionen Euro, 13,8 Millionen Euro Förderung aus „MV-Plan 2035“, Sanierung Schulgebäude

Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Schulen im ganzen Land modernisiert. Das Sondervermögen Infrastruktur eröffnet uns die Chance, weitere Schulen auf den neuesten Stand zu bringen. Die Landeshauptstadt Schwerin ist auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte nach Ludwigslust-Parchim der zweite Akteur, der sich festgelegt hat, welche Schulen mit den Mitteln aus dem MV-Plan gefördert werden sollen. Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar, dass wir diese Vorhaben jetzt auf den Weg bringen können. Wir schaffen moderne Schulen und sorgen gleichzeitig für Aufträge in Bauwirtschaft und Handwerk“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Gute Bildung braucht gute Bedingungen. Dazu gehören auch moderne und funktionale Schulgebäude. Mit dem MV-Plan 2035 unterstützen wir auch die Landeshauptstadt dabei, wichtige Schulbauvorhaben voranzubringen und damit gute Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen. So machen wir unsere Schulen fit für die Zukunft“, erklärte die Minsiterin für Bildung und Kindertagesförderung Simone Oldenburg.

„Die Bildungsinfrastruktur gehört seit vielen Jahren zu den Investitionsschwerpunkten in der Landeshauptstadt Schwerin. Ob Schulneubau, Sanierung, Inklusion oder digitale Ausstattung – die Landesförderung hilft uns, die enormen Investitionen zu stemmen. Und klar ist auch, dass wir diese Unterstützung angesichts unserer verschärften Haushaltslage auch in Zukunft brauchen werden“, erklärte der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin Sebastian Ehlers.

Der MV-Plan 2035 ergänzt die bestehenden Fördermöglichkeiten für den Schulbau. Dazu zählen insbesondere die Städtebauförderung, die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und das 400-Millionen-Euro-Konjunkturprogramm Schulbau. Darüber hinaus können Schulbauvorhaben über weitere Förderprogramme des Landes, des Bundes und der Europäischen Union unterstützt werden. Für berufliche Schulen stehen zudem Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zur Verfügung.

Seit 2016 wurden mehr als 550 Schulbauvorhaben mit einem Fördervolumen von rund 880 Millionen Euro in Förderprogrammen des Landes berücksichtigt beziehungsweise Fördermittel in Aussicht gestellt. Über das 400-Millionen-Euro-Konjunkturprogramm Schulbau werden für die Jahre 2024 bis 2027 zusätzlich 400 Millionen Euro für den Schulbau eingesetzt.

Auch in Schwerin greifen die verschiedenen Förderinstrumente ineinander: Seit 2026 wurden 23 Schulbauvorhaben mit Gesamtkosten von rund 190 Millionen Euro mit knapp 86 Millionen Euro aus Landesmitteln unterstützt. Davon entfallen 10,4 Millionen Euro auf das Konjunkturprogramm Schulbau. Weitere Mittel sind im Rahmen des MV-Plans 2035 für die von Schwerin priorisierten Schulbauvorhaben vorgesehen.

Welt-Sepsis-Tag: Drese warnt vor Mythen über Blutvergiftung

Schwerin – Der 13. September ist der Welt-Sepsis-Tag. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Schätzungen zufolge jährlich rund 230.000 Menschen an der im Volksmund als Blutvergiftung bekannten, Sepsis erkranken. Sie ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und endet unbehandelt immer tödlich. „Obwohl die Sepsis zu den häufigsten medizinischen Notfällen gehört, werden die Warnzeichen oft erst zu spät erkannt“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese im Vorfeld des Aktionstages.

Das liege unter anderem an Mythen zum Krankheitsbild, die sich hartnäckig auch bei den Patientinnen und Patienten halten. „Viele von uns denken nur bei offenen Hautwunden an eine mögliche Blutvergiftung. Dabei kann grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen, also auch Infektionen der Lunge, des Bauchraumes oder auch der Harnwege“, hob die Ministerin hervor.

Auch der weitverbreitete Glaube, es reiche auf einen roten Strich auf der Haut zu achten der sich von einer Wunde in Richtung Herz zieht, um eine Sepsis zu erkennen, sei daher falsch. „Eine Sepsis ist dadurch nicht immer zu erkennen. Ein viel wichtigeres Alarmzeichen ist deshalb die Kombination aus einer Infektion und einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands“, klärte Drese auf.

Deshalb ist er nach Angaben von Drese wichtig, mögliche Symptome im Blick zu behalten. Wenn eine Infektion etwa mit Schüttelfrost und möglicherweise auch Fieber einhergeht und zudem ein oder mehrere Symptome wie starke Schmerzen, ein nie gekanntes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensveränderung, Atemnot, Kurzatmigkeit, Herzrasen oder niedriger Blutdruck auftreten, sollte nicht abgewartet werden. Das Gleiche gelte, wenn die Haut kalt, feucht und fleckig wirkt.

„Sepsis ist ausdrücklich immer ein medizinischer Notfall. Bei einem entsprechenden Verdacht muss sofort die 112 gewählt werden, denn mit jeder Verzögerung der Therapie steigt die Sterblichkeit“, unterstich die Ministerin. „Es kann außerdem helfen, wenn der Rettungsdienst über möglicherweise bestehende chronische Erkrankungen der betroffenen Person informiert wird. Denn Menschen mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel der Lunge, Leber oder des Herzens sind besonders gefährdet“.

Zur Risikogruppe gehören außerdem z.B. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen über 60 Jahre, Schwangere Frauen und Mütter nach der Geburt, Menschen bei denen eine Operation noch nicht lange her ist sowie Personen, die schon einmal an einer Sepsis erkrankt sind.

„Und auch wenn es keine Impfung gegen eine Sepsis gibt, so können Impfungen dabei helfen Infektionskrankheiten zu vermeiden, die eine Sepsis hervorrufen können“, betonte Drese. Dazu gehören etwa die Pneumokokken- und die Grippeschutzimpfung. Gerade für Menschen mit einem erhöhten Risiko ist es wichtig, den eigenen Impfschutz regelmäßig überprüfen zu lassen und empfohlene Impfungen wahrzunehmen.

Drese: „Wir können Sepsis nicht immer verhindern. Aber wir können dafür sorgen, dass sie schneller erkannt und behandelt wird. Wissen um das Krankheitsbild ist dabei das beste Mittel, um uns und unsere Angehörigen zu schützen.“

Weiterführende Informationen stellt unter anderem die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, an der auch die Universitätsmedizin Greifswald mitwirkt, unter  www.deutschland-erkennt-sepsis.de bereit.

Dort stehen auch dezidierte Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten sowie für pflegende Angehörige, Schwangere und Eltern und auch für medizinisches Fachpersonal zur Verfügung.

16. Landesmeisterschaft der Waldarbeiter eröffnet

Mühlengeez – Am heutigen Freitag eröffnete Agrar- und Forstminister Dr. Till Backhaus auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) die 16. Landesmeisterschaft der Waldarbeiter.

Los ging es gestern mit 17 Auszubildenden, bevor heute und morgen insgesamt 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter vier Frauen, in der Profi- und U24-Klasse gegeneinander antreten.

„Seit 2009 werden all diese Wettkämpfe hier in Mühlengeez ausgetragen und gehören mit zu den Publikumsmagneten der MeLa. Und das nicht ohne Grund, denn hier kann man Waldarbeit in voller Aktion erleben. Die Meisterschaft findet regelmäßig auf regionaler Ebene, auf Landes–, Bundes– und auf internationaler Ebene statt.

Besonders freut mich, dass diese Meisterschaft weit über Mecklenburg-Vorpommern hinausstrahlt. Elf Teilnehmer kommen aus unserem Land. Hinzu kommen Teilnehmer aus anderen Bundesländern. Dieses Jahr haben wir sogar internationale Gäste. Zwei Teilnehmer kommen aus Tschechien, sechs aus Polen.

Ich bin immer wieder begeistert, mit welcher Präzision und Geschwindigkeit die Waldarbeiter hier ans Werk gehen. Was so leicht aussieht, erfordert Geschick, jahrelange Übung und Erfahrung.

Die hervorragenden Werte, die die Forstkolleginnen und Kollegen sowohl hier, als auch bei überregionalen Ausscheiden erzielen, sind das Ergebnis einer jahrelangen erfolgreichen Nachwuchsarbeit. Darauf können wir alle stolz sein“, so Backhaus.

Die Wettkämpfe sind an die tägliche Arbeit im Rahmen der Holzernte angelehnt. Folgende Disziplinen werden ausgetragen: Sägekettenmontage, Kombinationsschnitt, Präzisionsschnitt, Zielfällung und Entlastung.

„Allein bei der Zielfällung muss ein Baum innerhalb von höchstens drei Minuten möglichst genau auf einen Zielstab in 15 Metern Entfernung gefällt werden. Bei der Entastung wiederum müssen 30 Äste möglichst schnell und zugleich sauber entfernt werden. Das zeigt: Hier entscheiden am Ende oft Millimeter und Sekunden“, sagte der Minister.

Die Wettkämpfe sollen gleichzeitig auf die Arbeit der Forstwirtschaft aufmerksam machen und für die „grünen Berufe“ werben. Die Landesforstanstalt bietet jedes Jahr Ausbildungsplätze zum Forstwirt an. Die Ausbildung ist sehr beliebt: Knapp 300 Bewerbungen gehen auf die 30 verfügbaren Ausbildungsstellen ein.

Die dual ausgerichtete Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Dabei verbringen die jungen Leute ca. 65 Prozent ihrer Zeit in einem der zehn Ausbildungsforstämtern. Der andere Teil findet am regionalen beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Rostock und an der Fachschule für Agrarwirtschaft „Johann Heinrich von Thünen“ in Güstrow-Bockhorst statt.

Die erste Weltmeisterschaft der Waldarbeiter fand 1970 statt. Die erste Landesmeisterschaft MV war 1995 in Güstrow/ Klueß. Auch zu DDR-Zeiten gab es Wettkämpfe. Die Waldarbeitermeisterschaften werden nach bundesweit einheitlichen Regeln bewertet.

„Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gutes Gelingen und im wahrsten Sinne viel Erfolg beim Abschneiden“, so Backhaus abschließend.

Schwesig: Wirtschaft und Arbeitsplätze stehen an erster Stelle

Schwerin – Beim Sommerschnack der Vereinigung der Unternehmensverbände hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betont, dass die Themen Wirtschaft und Arbeit im Mittelpunkt der Arbeit der Landesregierung stehen.

„Als Landesregierung ist es unsere wichtigste Aufgabe, die Wirtschaftskraft des Landes zu stärken. Denn das ist eine Voraussetzung, damit Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden. Und es ist uns in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam gelungen, in den letzten Wochen gleich drei Milliardenaufträge ins Land zu holen. In Dummerstorf wird ein neues Rechenzentrum gebaut.

Das bedeutet eine große Ansiedlung, Bauaufträge, Arbeitsplätze und mehr Unabhängigkeit bei der Cybersicherheit. Die Neptun-Werft hat einen Milliardenauftrag für den Bau einer großen Konverterplattform an Land gezogen. Das bedeutet 1.000 Arbeitsplätze auf der Werft und bei Zulieferern. Und in Wismar will tkms U-Boote für die Marine und Kanada bauen. Aktuell entsteht dort auch das neue deutsche Forschungsschiff“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung arbeite eng mit Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften zusammen. So sei beispielsweise der MV-Plan entstanden, mit dem das Sondervermögen Infrastruktur des Bundes in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt wird. „Das sind insgesamt fast zwei Milliarden Euro für Mecklenburg-Vorpommern. Diese Mittel investieren wir beispielsweise in die Modernisierung von Schulen, in moderne Verkehrswege und in unsere Krankenhäuser“, sagte die Ministerpräsidentin.

Gerade für die Wirtschaft sei es wichtig, dass Mecklenburg-Vorpommern auf einem soliden Kurs bleibt. „Ich bin davon überzeugt: Mecklenburg-Vorpommern braucht auch in Zukunft Verlässlichkeit und Stabilität. Wir müssen ein weltoffenes Land bleiben, um weiter an Wirtschaftskraft zu gewinnen. Und wir sollten auch in Zukunft auf gemeinsame Entscheidungen und ein starkes Miteinander setzen.“

Backhaus: „Moorschutz muss auch wirtschaftliche Perspektiven haben“

Mühlengeez – Mecklenburg-Vorpommern will die nasse Bewirtschaftung von Moorböden stärker mit regionaler Wertschöpfung verbinden. Beim Fachforum „Paludikultur in MV – Förderung, Praxis und Märkte“ auf der MeLa in Mühlengeez hat Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus dafür geworben, aus bisherigen Pilotprojekten schrittweise tragfähige Geschäftsmodelle für landwirtschaftliche Betriebe zu entwickeln.

„Klimaschutz funktioniert auf Dauer nur, wenn wir die Menschen mitnehmen, die unsere Flächen bewirtschaften. Für mich ist deshalb klar: Wir können von Landwirten nicht verlangen, ihre Bewirtschaftung grundlegend umzustellen und sie anschließend mit dem wirtschaftlichen Risiko alleinlassen. Moorschutz braucht Akzeptanz – und Akzeptanz braucht eine wirtschaftliche Perspektive“, sagte Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt dafür über besondere Voraussetzungen. Rund zwölf Prozent der Landesfläche sind Moore, etwa 160.000 Hektar Moorfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Das Land hat in den vergangenen Jahren erheblich in Moorschutz und Wassermanagement investiert. Unter anderem wurden für 65 Stauanlagen 1,4 Millionen Euro bewilligt. Sieben Moorschutzbeauftragte unterstützen bis 2028 die Wasser- und Bodenverbände. Hinzu kommen zahlreiche Vorhaben über ELER und das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.

Der nächste Schritt müsse nun darin bestehen, Klimaschutz und Wertschöpfung zusammenzubringen, so Backhaus. Paludikultur ermöglicht eine produktive Nutzung wiedervernässter Moorböden. Pflanzen wie Schilf oder Rohrkolben können beispielsweise zu Rohstoffen für Papier und Verpackungen, Dämm- und Baustoffe oder Akustikelemente verarbeitet werden. Je nach Biomasse und Aufbereitung kommt auch eine energetische Nutzung infrage.

„Die entscheidende Frage eines Landwirts ist nicht, ob sich aus Schilf theoretisch ein Dämmstoff herstellen lässt. Er muss wissen: Wer kauft meine Ernte, zu welchem Preis und kann ich damit dauerhaft Geld verdienen? Genau an dieser Stelle müssen wir jetzt weiterkommen. Aus Modellprojekten müssen Wertschöpfungsketten werden.“

Mit dem geplanten Biomasseauffaserungswerk in Malchin gibt es bereits einen Ansatz für eine regionale Verarbeitung. Darüber hinaus haben die drei geplanten Paludikultur-Leuchtturmregionen Friedländer Große Wiese, Elde-Müritz und Lewitz die erste Hürde im Bundesverfahren genommen und können vollständige Projektanträge einreichen. Bei erfolgreicher Beantragung eröffnet sich dort die Chance, Erzeugung, Ernte, Logistik, Verarbeitung und Vermarktung systematisch miteinander zu verbinden.

Auch die Klimawirkung ist erheblich. Durch die Anhebung der Wasserstände können gegenüber einer entwässerten Nutzung nach den vorliegenden fachlichen Angaben etwa 15 bis 25 Tonnen CO₂-Äquivalente je Hektar und Jahr vermieden werden, unter günstigen Bedingungen auch mehr. Entscheidend ist dabei vor allem, dass der wassergesättigte Torf erhalten und seine weitere Zersetzung gebremst wird. Gleichzeitig verbessert ein hoher Wasserstand den Wasserrückhalt in der Landschaft.

Backhaus machte zugleich deutlich, dass Paludikultur derzeit noch kein flächendeckend wirtschaftlich etabliertes Geschäftsmodell ist. Produktionskosten, geeignete Technik und Absatzmärkte befinden sich vielerorts noch in der Entwicklung. Zudem fehlt für verschiedene Paludikulturen bislang eine bundesweit eindeutige und rechtssichere Zuordnung im GAP-System.

„Ich will keine Paludikultur um jeden Preis und schon gar keine Bewirtschaftung vom Schreibtisch aus verordnen. Wir brauchen sie dort, wo sie ökologisch sinnvoll ist und für die Betriebe wirtschaftlich funktionieren kann. Dafür brauchen wir klare Förderregeln, verlässliche Absatzmärkte und Unternehmen, die aus der Biomasse marktfähige Produkte machen. Unser Ziel muss sein: Wertschöpfung bleibt in Mecklenburg-Vorpommern.“

Das Land werde deshalb weiter daran arbeiten, Landwirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen. Entscheidend sei, Flächenentwicklung und Marktentwicklung von Beginn an gemeinsam zu denken.

Backhaus: „Mecklenburg-Vorpommern hat die Moorflächen, das Wissen und die ersten praktischen Erfahrungen. Jetzt geht es darum, daraus einen Markt zu machen. Wenn wir Klimaschutz so organisieren, dass daraus neue Produkte, Aufträge und Einkommen im ländlichen Raum entstehen, dann wird aus einer Herausforderung eine echte Chance für unser Land.“

Erweiterungsneubau des Handwerkerbildungszentrums fertiggestellt

Dr. Wolfgang Blank: „Mit modernen Ausbildungsstätten stärken wir das Handwerk und die Fachkräfte von morgen“

Rostock – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Rostock an der Fertigstellungsfeier für den Erweiterungsneubau des Handwerkerbildungszentrums teilgenommen. Mit der neuen Kfz- und Karosseriebauwerkstatt ist ein wichtiger Schritt der umfassenden Modernisierung des Bildungsstandortes erreicht. Das Land unterstützt das Vorhabenmit knapp sechs Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Das Handwerk bietet jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven und ist für die wirtschaftliche Stärke unseres Landes unverzichtbar. Um Nachwuchs zu gewinnen und Fachkräfte langfristig zu sichern, brauchen wir moderne und attraktive Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung. Mit der neuen Kfz- und Karosseriebauwerkstatt schaffen wir dafür einen modernen und zukunftsfähigen Lernort. Hier können sich Auszubildende und Fachkräfte praxisnah mit neuen Technologien, modernen Werkstoffen und den wandelnden Anforderungen der Elektromobilität und Digitalisierung vertraut machen“, so Minister Dr. Blank.

Insgesamt werden runde 21,1 Millionen Euro in den Erweiterungsneubau und die Modernisierung des Handwerkerbildungszentrums investiert. Zusätzlich zu den GRW-Mitteln des Landes stellen das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Fördermittel des Bundes bereit. „Gezielte Investitionen in die berufliche Bildung sind kluge Investitionen in die Zukunft unserer Unternehmen und unseres Landes. Damit schaffen wir attraktive Perspektiven für junge Menschen, sichern qualifizierte Fachkräfte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Handwerksbetriebe“, betonte Minister Dr. Blank.

Das Handwerkerbildungszentrum ist eine zentrale Einrichtung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Handwerk. Eine besondere Bedeutung hat die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Sie ergänzt die Ausbildung in den Betrieben und stellt sicher, dass Auszubildende auch erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die einzelne Unternehmen aufgrund ihrer Spezialisierung oder technischen Ausstattung nicht vollständig vermitteln können.

Darüber hinaus bietet das Bildungszentrum Fortbildungen für Gesellinnen und Gesellen sowie Meistervorbereitungs- und Aufstiegslehrgänge an. In insgesamt 26 Übungseinheiten überbetrieblicher Ausbildung werden zahlreiche Gewerke abgedeckt. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist ein wesentlicher Bauabschnitt abgeschlossen. Die Modernisierung der bestehenden Gebäude des Handwerkerbildungszentrums wird parallel fortgeführt.

„Der neue Erweiterungsbau ist ein großer und sicherbarer Schritt für eine hochwertige und leistungsfähige berufliche Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Mein Dank gilt der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, den Planerinnen und Planern, den beteiligten Unternehmen sowie allen Mitarbeitenden, die dieses anspruchsvolle Vorhaben erfolgreich vorangebracht haben“, so Minister Dr. Blank.

Drese: „Pflege ist wichtiger Wirtschaftsfaktor“

Sozialministerin besucht PflegeMesse in Rostock und hebt Pflege als dynamischen Teilbereich der Gesundheitswirtschaft hervor

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute bei ihrem Besuch der PflegeMesse in Rostock die hohe gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Pflege hervorgehoben. Bei einem Rundgang über die Messe informierte sie sich über aktuelle Entwicklungen, innovative Angebote und die Arbeit der Unternehmen und Beschäftigten in der Pflege.

„Wenn über Pflege gesprochen wird, geht es viel zu häufig nur um Kosten. Das greift deutlich zu kurz. Pflege ist ein Grundpfeiler unserer solidarischen Daseinsvorsorge – und zugleich ein wichtiger und dynamischer Teil der Gesundheitswirtschaft. Sie schafft Arbeitsplätze, die mittlerweile fair entlohnt werden, Wertschöpfung und Innovation und ist damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unser Land“, betonte Drese.

Die Ministerin hob hervor, dass die Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung ist. So betrage die Bruttowertschöpfung nach aktuellsten Zahlen 7,8 Milliarden Euro. Davon komme der medizinische Bereich als Teil der Gesundheitswirtschaft allein auf eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Euro.

„Mit rund 152.000 Beschäftigten entfallen gut 20 Prozent aller Arbeitsplätze im Land auf die Gesundheitswirtschaft. Das ist bundesweit der höchste Wert“, so Drese. Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung habe dabei die Pflege. Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Rund 30.000 Menschen arbeiten allein in ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Pflegewirtschaft ist in den vergangenen Jahren trotz aller Herausforderungen dynamisch gewachsen. Das zeigt auch die Pflegemesse in Rostock: Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. Wer über die Zukunft der Pflege spricht, muss deshalb auch über Fachkräfte, gute Arbeitsbedingungen, Innovation und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sprechen“, so Drese.

Die Ministerin verband ihren Messebesuch zugleich mit einem erneuten Appell für eine nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung. Die Leistungsverbesserungen und die höheren Löhne in der Pflege seien richtig und notwendig gewesen. Gleichzeitig seien die Kosten für Pflegebedürftige und die soziale Pflegeversicherung erheblich gestiegen.

„Wir dürfen die Pflege nicht kaputtsparen, aber wir dürfen auch nicht sehenden Auges in eine finanzielle Überforderung laufen. Gute Pflege braucht gute und verlässliche Finanzierung. Die nachhaltige Zukunftssicherung der Pflegeversicherung ist deshalb eine der großen sozialpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre“, sagte Drese.