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U-Boote aus Wismar für Kanada

Schwesig: U-Boote für Kanada stärken maritime Wirtschaft in MV und ganz Deutschland

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich heute erfreut darüber gezeigt, dass Kanada U-Boote bei der Firma tkms bestellt. Tkms ist unter anderem Eigentümer der Werft in Wismar.

„Das ist eine gute Entscheidung für die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland. Sie zeigt, dass die Fähigkeiten unserer maritimen Industrie weltweit gefragt sind“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Berlin.

„Die Entscheidung stärkt auch den Standort Wismar“, erklärte die Ministerpräsidentin. „Dort wird aktuell das Forschungsschiff Polarstern II gebaut. Dann sollen U-Boot-Aufträge für Deutschland und Norwegen folgen. Die Entscheidung aus Kanada eröffnet für tkms neue Chancen und sichert Arbeitsplätze an allen Standorten“, sagte die Ministerpräsidentin weiter. Auch die maritime Zulieferindustrie könne von den Aufträgen profitieren.

Schwesig erinnerte, dass die Landesregierung immer an der Seite der Werften und ihrer Beschäftigten gestanden habe. „Das hat auch einige Kritik eingebracht. Heute sehen wir, dass es richtig war, für die Werften und ihre Beschäftigten eine Brücke zu bauen. Die Entscheidung der kanadischen Regierung ist auch eine gute Nachricht für die maritime Zulieferindustrie“, sagte Schwesig.

Kinderrechte brauchen ihren Platz an den Schulen

Acht Grund- und Förderschulen beginnen mit neuem Programm zur Stärkung von Kinderrechten, Beteiligung und Demokratiebildung

Schwerin – Mit dem „Kinderrechteschulen-Programm“ starten das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern und UNICEF Deutschland ein gemeinsames Projekt zur Schulentwicklung für Grund- und Förderschulen. Ziel ist es, Kinderrechte auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention dauerhaft im Schulalltag zu verankern und eine demokratische Teilhabe an Schulen zu stärken.

b Juli 2026 beteiligen sich zunächst fünf Grundschulen und drei Förderschulen aus allen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich zuvor für die Pilotphase beworben haben. In den Folgejahren soll das Programm schrittweise auf weitere Schulen ausgeweitet werden. Das stärkt die Kinder, sich in die demokratische Schul- und Unterrichtsstruktur einzubringen.

Bildungsministerin Simone Oldenburg: „An Schulen kann man gar nicht früh genug damit beginnen, Kinder und Jugendliche zur Teilhabe an der Demokratie zu befähigen. Kinder müssen wissen, welche Rechte sie haben. Es ist unsere Aufgabe, ihnen Wege zu zeigen und ihre Rechte einzufordern. Mit UNICEF haben wir einen starken Partner gewonnen, um Demokratiebildung bereits in der Grundschule und speziell auch in Förderschulen zu stärken. Das Programm unterstützt Schulen dabei, Kinderrechte im Schulalltag erlebbar zu machen und nachhaltig im Schulprogramm zu verankern.“

UNICEF, Geschäftsführer, Christian Schneider: „Der Start des UNICEF Kinderrechteschulen-Programms markiert einen wichtigen Schritt für Kinderrechte in Mecklenburg-Vorpommern. Wir danken dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung für dieses klare Bekenntnis zur Schulentwicklung entlang der UN-Kinderrechtskonvention – und allen teilnehmenden Schulen, die sich dieser zusätzlichen Aufgabe stellen. Kinderrechte im Schulalltag zu verankern heißt, Kindern eine Stimme zu geben und Beteiligung an der Gestaltung von Schule und Gesellschaft für Kinder erfahrbar zu machen. Wo Kinder ihre Rechte kennen und mitgestalten dürfen, wächst Demokratie von klein auf. Genau das ist das Ziel des Programms.“

Folgende Schulen nehmen an der Pilotphase des Projekts teil:

  • Grundschule „Am See“, Löcknitz
  • Grundschule „Fritz Reuter“, Crivitz
  • Grundschule „Fritz Reuter“, Ludwigslust
  • Grundschule „Marlower Loris“, Marlow
  • Grundschule „Theodor Körner“, Wöbbelin
  • Kranichschule Neubrandenburg (Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)
  • Förderschule „J.-A. Komensky“, Barth (Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen)
  • Schule „Am Wallberg“, Neuburg (Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)

Voraussetzung für die Teilnahme am „Kinderrechteschulen-Programm“ ist ein Beschluss der Schulkonferenz sowie die Bereitschaft von Schulleitung, Lehrkräften, dem weiteren pädagogischen Personal, Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern, den Entwicklungsprozess gemeinsam zu gestalten. An jeder teilnehmenden Schule wird ein Kinderrechte-Team gebildet. Dieses koordiniert den etwa zweijährigen Schulentwicklungsprozess und bezieht die gesamte Schulgemeinschaft aktiv in die Schulentwicklung ein. Geschulte UNICEF-Trainerinnen und -Trainer begleiten den Prozess.

Bestandteil des Programms ist ein siebenstufiges Training für das Schul- und Fachpersonal. In fünf Modulen werden zum Beispiel Beteiligungsformate mit und für Kinder entwickelt, ein Anti-Diskriminierungskonzept ausgearbeitet sowie Formate zur Lösung von Streit, Gewalt und Mobbing erprobt und eingeführt. Das Kinderrechte-Training ist flexibel angelegt und baut auf bereits bestehenden schulischen Strukturen auf.

Nach erfolgreichem Abschluss des Programms erhalten die Schulen das Siegel „Kinderrechteschule – Wir leben Kinderrechte“ und werden Teil eines bundesweiten Netzwerks. Mecklenburg-Vorpommern ist nach Schleswig-Holstein, Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen das fünfte Bundesland, das das „Kinderrechteschulen-Programm“ von UNICEF umsetzt.

Das „Kinderrechteschulen Programm“ ist Teil der Demokratiebildung an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und Bestandteil des BNE-Masterplans des Landes. Es ergänzt bestehende Ansätze wie „Lernen durch Engagement“ oder „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und unterstützt Schulen dabei ihre demokratischen Schul- und Lernkultur weiterzuentwickeln.

Werbung für mehr Respekt im Straßenverkehr

Ines Jesse: „Hinter orange steht ein Mensch. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf unsere Straßenwärterinnen und Straßenwärter, die täglich für Sicherheit auf unseren Straßen sorgen“

Schwerin – Mit einer landesweiten Plakatkampagne wirbt die Straßenbau- und Verkehrsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern für mehr Rücksicht und Respekt gegenüber Straßenwärterinnen und Straßenwärtern. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute gemeinsam mit Beschäftigten der Straßenmeistereien den offiziellen Start der Kampagne an der B 321 bei Viez (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gegeben. In den kommenden Wochen werden die Motive an rund 120 Standorten im Land zu sehen sein.

„Unsere Straßenwärterinnen und Straßenwärter sorgen Tag für Tag dafür, dass wir sicher unterwegs sein können – oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Mit dieser Kampagne machen wir deutlich: Hinter der orangefarbenen Warnkleidung stehen Menschen, die unseren Respekt verdienen. Wer Tempo reduziert, Abstand hält und Absperrungen beachtet, trägt zu ihrer Sicherheit bei“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Straßenwärterinnen und Straßenwärter arbeiten täglich im unmittelbaren Verkehrsraum und sind dabei besonderen Gefahren ausgesetzt. Überhöhte Geschwindigkeit, riskante Überholmanöver oder missachtete Absperrungen gefährden ihre Sicherheit immer wieder. Mit der neuen Kampagne setzt die Straßenbau- und Verkehrsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern ab sofort ein deutliches Zeichen für Respekt im Straßenverkehr. So soll der Blick der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf die Menschen hinter der Warnkleidung gelenkt werden.

Wenn Straßen gesperrt oder Umleitungen eingerichtet werden müssen, führt das bei Pendelnden oft zu Frust. „Wir können den Ärger über Staus und Zeitverlust nachvollziehen“, sagt der Direktor des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Dr. René Firgt. „Aber unsere Kolleginnen und Kollegen machen dort draußen ihren Job – und zwar einen lebenswichtigen. Sie sorgen dafür, dass unsere Straßen sicher und intakt bleiben. Deshalb haben sie unseren Respekt verdient.“

Für die Kampagne wurden bewusst keine Agenturfotos verwendet. Stattdessen zeigen die Plakate echte Beschäftigte der Straßenmeistereien Gadebusch, Kröpelin und Teterow in ihrem Arbeitsalltag. Mit Botschaften wie „Ich sehe dich nicht – Fuß vom Gas!“, „Ich bin Familienvater – Nimm Rücksicht!“ oder „Ich höre dich nicht – Tempo runter!“ machen sie auf die Gefahren ihres Berufs aufmerksam und werben für mehr Verständnis.

„Viele vergessen, dass hinter der Warnweste ein Mensch steht. Wenn Fahrzeuge mit 80 km/h nur zentimeterweit an uns vorbeirasen oder wir wüst beschimpft werden, weil eine Umleitung nötig ist, macht das was mit einem. Wir hoffen, dass die Plakate die Leute zum Nachdenken bringen“, erklärt Thomas Berger Straßenwärter bei der Straßenmeisterei Gadebusch.

Die Kolleginnen und Kollegen der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung berichten, dass die Anfeindungen verletzender werden und spürbar zugenommen haben. Das Missachten von Baustellenampeln oder das unerlaubte Durchfahren von gesperrten Bereichen – wie etwa frisch asphaltierten Abschnitten oder engen Verbindungswegen, gefährdet nicht nur die Straßenwärter, sondern auch die Verkehrsteilnehmer selbst.

Die Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Kampagne #RespektfürStraßenwärterInnen. Der Verein appelliert seit vielen Jahren mit seinen Plakataktionen in Alleen für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr. „Je höher die gefahrene Geschwindigkeit, desto wahrscheinlicher ist ein Unfall und desto schwerer sind die Unfallfolgen“, informiert Wilfried Kapischke, Vizepräsident der Landesverkehrswacht. „Außerorts sind es bei 100 km/h rund 80 m, bis ein Fahrzeug bei trockener Fahrbahn zum Stehen kommt. Sekunden, die für Straßenwärter über Leben oder Tod entscheiden. Sie sind während ihrer Tätigkeit auch zu Fuß im Straßenraum unterwegs und daher besonders gefährdet. Den Fuß vorausschauend vom Gas zu nehmen, sollte für jeden Verkehrsteilnehmer daher selbstverständlich sein.“

Gemeinsam mit der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung soll die Kampagne zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Respekt auffordern. Darüber hinaus steht die Kampagne auch stellvertretend für alle Menschen, die im Verkehrsraum Straße ihre tägliche Arbeit verrichten, damit alle sicher ankommen. Die Plakate werden in den kommenden Wochen flächendeckend an den Hauptverkehrsrouten sowie im Umfeld größerer Baustellen zu sehen sein.

Drese: Digitale Suchtberatung erweitert Hilfsangebote in M-V

DigiSucht startet landesweit und ermöglicht einfachen und ortsunabhängigen Zugang zur Suchtberatung

Schwerin – Menschen mit einer Suchterkrankung, einem problematischen Konsumverhalten sowie deren Angehörige können in Mecklenburg-Vorpommern ab sofort auch digital professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Mit dem Start der bundesweiten Plattform DigiSucht unter www.suchtberatung.digital wird die ambulante Suchthilfe im Land um ein niedrigschwelliges, datenschutzkonformes und ortsunabhängiges Angebot ergänzt.

Über die Plattform können Ratsuchende in einem geschützten und auf Wunsch anonymen Rahmen Kontakt zu qualifizierten Suchtberaterinnen und Suchtberatern aufnehmen. Neben einer Nachrichtenfunktion können Termine für Video- oder Textberatungen vereinbart werden. Digitale Tools wie Konsumtagebücher oder Motivationshilfen unterstützen den Beratungsprozess und können dabei helfen, den eigenen Konsum zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote vor Ort.

„Mit DigiSucht schaffen wir einen zusätzlichen und zeitgemäßen Zugang zur Suchthilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade bei Suchterkrankungen sind Scham und Unsicherheit häufig Gründe dafür, dass Betroffene erst spät Hilfe suchen. Die Möglichkeit, sich zunächst anonym und digital beraten zu lassen, kann diese Hemmschwelle deutlich senken“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Start der digitalen Plattform heute in Schwerin.

„Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bietet die digitale Beratung die Chance, Menschen unabhängig von ihrem Wohnort zu erreichen und frühzeitig Unterstützung anzubieten und sie bei Bedarf in die bestehenden Beratungs- und Hilfestrukturen vor Ort zu begleiten“, verdeutliche Drese.

Die Umsetzung von DigiSucht auf Landesebene wird von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) begleitet. Sie koordiniert die Einführung der Plattform und unterstützt die teilnehmenden Suchtberatungsstellen bei der Umsetzung.

„Mit der Einführung von DigiSucht baut Mecklenburg-Vorpommern sein bestehendes Suchthilfeangebot um einen weiteren niedrigschwelligen Zugangsweg aus“, sagte Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST. „DigiSucht ergänzt die persönliche Beratung vor Ort und stärkt damit unser Suchthilfesystem insgesamt.“ Die digitale Beratung eröffnet den Fachkräften neue Möglichkeiten, Ratsuchende flexibel und zeitgemäß zu begleiten und gleichzeitig die bewährte persönliche Beratung sinnvoll zu ergänzen.

Auch die Bundeskoordination begrüßt den Start in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir freuen uns sehr, dass ab sofort Ratsuchende und Suchtberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern DigiSucht nutzen können“, erklärte Fabian Leuschner von der DigiSucht-Bundeskoordination. „DigiSucht lebt von der engen Zusammenarbeit und dem Austausch der beteiligten Menschen und Institutionen. Gemeinsam schaffen wir ein digitales Angebot, das die bewährte Arbeit der Suchthilfe vor Ort sinnvoll ergänzt und neue Zugänge eröffnet.“

Leuschner betonte, dass durch bereits etablierte Prozesse und die Nutzung der länderübergreifenden Beratungsplattform DigiSucht den Beraterinnen und Beratern ein sehr einfacher Einstieg in die digitale Beratung ermöglicht wird. Schulungen im Umgang mit der Technik und Maßnahmen der Qualitätssicherung würden zusätzlich Sicherheit in der Arbeit mit DigiSucht geben.

DigiSucht ist die bundesweite digitale Beratungsplattform für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige. Die Plattform wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. An der Konzeption waren Expertinnen und Experten aus Suchtberatungsstellen, Landesstellen für Suchtfragen sowie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen beteiligt.

Die technische Infrastruktur ermöglicht eine sichere, datenschutzkonforme und trägerübergreifende digitale Beratung. Die Administration auf Landesebene erfolgt durch die jeweils benannten Landeskoordinierungsstellen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das die LAKOST. Die Plattform ist über den Internetbrowser auf Smartphone, Tablet oder Computer erreichbar. Eine zusätzliche App ist nicht erforderlich.

Mehr Förderung für Dörfer

Land erleichtert Investitionen im ländlichen Raum

Schwerin – Kommunen, Unternehmen und private Antragsteller in Mecklenburg-Vorpommerns ländlichen Räumen erhalten künftig bessere Fördermöglichkeiten. Mit der dritten Änderung der Förderrichtlinie zur integrierten ländlichen Entwicklung (FöRL ILE M-V) erleichtert das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt den Zugang zu Fördermitteln und reagiert auf den konkreten Bedarf vor Ort.

„Unsere Dörfer brauchen starke Perspektiven. Deshalb passen wir die Förderung dort an, wo sie gebraucht wird: Wir vereinfachen Verfahren, öffnen Fördermöglichkeiten und unterstützen Kommunen sowie private Initiativen noch gezielter. Gute Ideen dürfen nicht an unnötiger Bürokratie scheitern“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Ein wesentlicher Bestandteil der Richtlinienänderung ist die Wiedereinführung der Förderung des ländlichen Wegebaus außerhalb von Flurbereinigungsverfahren. Dieser Fördertatbestand war mit der Neufassung der Richtlinie im Jahr 2025 entfallen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass insbesondere Kommunen hierfür keine geeignete Förderalternative hatten.

Ab August 2026 können Gemeinden und Gemeindeverbände deshalb wieder Förderanträge für Wegeinfrastrukturmaßnahmen stellen. Je nach Lage und Finanzkraft der Kommune können bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten übernommen werden.

Darüber hinaus wird die Förderung im Bereich der privaten Dorfentwicklung deutlich ausgeweitet. Bislang konnten private Antragsteller Fördermittel nur innerhalb von Flurbereinigungsverfahren beantragen. Ab Juli 2026 steht diese Möglichkeit allen privaten Trägern in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns offen. Damit erhalten Eigentümer und Initiativen mehr Spielraum, um ihre Dörfer aktiv mitzugestalten.

Zugleich vereinfacht das Ministerium die Fördersätze für Maßnahmen der Dorfentwicklung sowie für Einrichtungen der lokalen Basisdienstleistungen öffentlicher Träger. Künftig gilt ein einheitlicher Grundfördersatz. Gemeinden in den ländlichen Gestaltungsräumen erhalten zusätzlich einen Förderbonus. Damit setzt das Land zugleich eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages um.

„Die Entwicklung unserer Dörfer lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Mit den Änderungen schaffen wir bessere Voraussetzungen dafür, dass notwendige Investitionen schneller umgesetzt werden können. Das stärkt die Lebensqualität im ländlichen Raum und macht unsere Gemeinden zukunftsfest“, so Backhaus.

Die Bewertung und Bewilligung der Förderanträge erfolgt weiterhin nach den in der Förderrichtlinie festgelegten Auswahlkriterien.

Informationen zur Online-Antragstellung und zur Förderrichtlinie finden Interessierte unter:
www.regierung-mv.de → Förderungen → Integrierte ländliche Entwicklung.

Rekordhitze belastet Gewässer

MV bleibt hydrologisch dennoch stabil

Schwerin – Die Rekordhitze Ende Juni hat Mecklenburg-Vorpommern spürbar getroffen. Mit bis zu 40,9 Grad Celsius wurde in Suckow die höchste jemals im Land gemessene Temperatur registriert. Gleichzeitig fiel im bisherigen hydrologischen Jahr landesweit rund 20 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Dennoch gibt die aktuelle hydrologische Lage nach Einschätzung des Landes derzeit keinen Anlass zur Besorgnis. Das geht aus der aktuellen Bewertung des Gewässerkundlichen Landesdienstes hervor.

„Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell extreme Wetterlagen heute auftreten können. Die gute Nachricht ist: Unsere Gewässer und das Grundwasser haben diese kurze, aber außergewöhnliche Hitzewelle bislang vergleichsweise gut verkraftet. Dennoch beobachten wir die Entwicklung sehr genau. Denn insbesondere trockene Winter und häufigere Hitzeperioden erhöhen langfristig den Druck auf unseren Wasserhaushalt“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Zwar gingen die Wasserstände der Mecklenburger Oberseen während der Hitze innerhalb weniger Tage um drei Zentimeter zurück, dennoch liegen die wichtigsten Wasserspeicher des Landes weiterhin in einem für die Jahreszeit beherrschbaren Bereich. Die Mecklenburger Oberseen befinden sich derzeit sieben Zentimeter unter, der Schweriner See sogar fünf Zentimeter über seinem jeweiligen Bewirtschaftungsziel für Juli. Rund zwei Drittel der Pegel im Land weisen Wasserstände unterhalb des langjährigen Mittels auf – ein für diese Jahreszeit typisches Bild.

Größere Sorgen bereitet derzeit weniger die Wassermenge als vielmehr die Gewässerqualität. Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt in Seen und Flüssen. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Blaualgen, Zerkarien und bakterielle Belastungen von Badegewässern.

„Nicht jeder trockene Sommer bedeutet sofort Wasserknappheit. Viel kritischer sind dauerhaft steigende Wassertemperaturen. Sie verändern unsere Gewässer schleichend und können erhebliche Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und die Badewasserqualität haben. Deshalb beobachten wir nicht nur die Wasserstände, sondern ebenso die ökologische Entwicklung unserer Gewässer“, erklärte Backhaus.

Auch beim Grundwasser gibt es derzeit keinen landesweiten Anlass zur Sorge. Kurzfristige Hitzeperioden wirken sich kaum auf tiefere Grundwasservorkommen aus. Allerdings zeigen die Daten, dass der trockene Winter 2025/2026 Spuren hinterlassen hat. Besonders in Vorpommern und Teilen Ostmecklenburgs weisen Böden bereits deutliche Trockenstress-Symptome auf, während der Südwesten des Landes vergleichsweise gut mit Niederschlag versorgt wurde.

Der Minister verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Wasserressourcen kontinuierlich überwacht. Der Gewässerkundliche Landesdienst erfasst laufend Wasserstände, Grundwasserstände und Abflüsse. Über das Pegelportal MV können Bürgerinnen und Bürger die aktuelle Entwicklung jederzeit verfolgen.

„Der Klimawandel zeigt sich nicht erst dann, wenn Flüsse austrocknen. Er verändert bereits heute die Wasserverfügbarkeit, die Bodenfeuchte und die Gewässerökologie. Deshalb investieren wir konsequent in ein modernes Wassermanagement und in eine belastbare Datengrundlage. Nur wer Entwicklungen früh erkennt, kann rechtzeitig handeln.“

Aktuelle Pegelstände können unter www.pegelportal-mv.de eingesehen werden. Hinweise zur aktuellen Badewasserqualität veröffentlicht das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern fortlaufend.

Schwesig: AIDA ist untrennbar mit Mecklenburg-Vorpommern verbunden

Rostock – Glückwünsche überbrachte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu 30 Jahren AIDA. „AIDA ist untrennbar mit Mecklenburg-Vorpommern verbunden. Das beliebte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Rostock. Es wird mit Felix Eichhorn von einem Landeskind geführt. Die ersten Schiffe wurden in MV gebaut. Wir sind stolz auf die Entwicklung von AIDA“, sagte sie in ihrem Grußwort beim Festakt.

AIDA sei mit 1,5 Millionen Gästen im Jahr klarer Marktführer, was das Unternehmen vor allem den 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 60 Nationalitäten zu verdanken habe. „Danke, dass Sie mit Ihrer Arbeit so vielen Menschen einen unvergesslichen Urlaub ermöglichen“, wandte Schwesig sich direkt an die 1.000 anwesenden Beschäftigten.

Der wirtschaftliche Erfolg von AIDA sei eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangenen 30 Jahren verbunden. „AIDA ist einer der größten privaten Arbeitgeber in unserem Land. Zwei der ersten AIDA-Schiffe sind in Wismar gebaut worden. Die Motorblöcke wurden in der Eisengießerei Torgelow gegossen.

Warnemünde ist auch dank AIDA zu einem der bedeutendsten Kreuzfahrthäfen in Europa geworden. AIDA gibt Fachkräften eine Perspektive in der Region. Die Wertschöpfung durch AIDA geht über den maritimen Bereich hinaus bis in die Gastronomie, den Einzelhandel und die kulturellen Einrichtungen des Landes“, zählte Schwesig die Verdienste des Unternehmens auf. Sie danke für die Arbeit, die zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beitrage.

Das Land investiere in die Infrastruktur, auch für den Kreuzfahrttourismus. So sei die Landstromanlage in Rostock von Bund, Land und Stadt in Höhe von knapp 20 Millionen Euro gemeinsam finanziert worden. „AIDA ist Vorreiter bei der Nutzung von Landstrom, bei der Müllentsorgung, bei alternativen Kraftstoffen. Die Zukunft der Kreuzfahrt ist wie die Zukunft unseres Landes: werthaltig und nachhaltig“ fuhr Schwesig fort.

„AIDA wünsche ich weiter viel Erfolg, auch in den nächsten 30 Jahren“, so die Ministerpräsidentin zum Abschluss ihres Grußwortes.

Land stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung

Masterplan bündelt 130 Maßnahmen für Kitas, Schulen und berufliche Bildung

Schwerin – Mit dem Masterplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE-Masterplan) schafft Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen umfassenden, landesweiten Orientierungsrahmen, um Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in allen Bildungsbereichen zu verankern – von der Kindertagesförderung über die Schule bis zur beruflichen Bildung. Der Masterplan umfasst aktuell 40 Ziele und 130 Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen. Mit ihnen sollen Bildungsinhalte, Lernformate, Lehrkräftebildung sowie zukunftsfähige Lernumgebungen weiterentwickelt werden. Damit setzt die Landesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um.

„In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und technologischer Veränderungen leistet Bildung weit mehr als die Vermittlung von Faktenwissen. Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, zu denken und zu urteilen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, Zusammenhänge zu erkennen und die Bedeutung ihres Handelns für andere Menschen, für die Gesellschaft und für die Umwelt zu verstehen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Der Masterplan steht für einen Perspektivwechsel: weg von isoliertem Wissen, hin zu vernetztem Denken und verantwortungsvollem Handeln.“

Der Masterplan bündelt bestehende Bildungsansätze wie Umwelt- und Klimabildung, Demokratiebildung, Globales Lernen, Gesundheitsbildung sowie weitere Querschnittsthemen in einem gemeinsamen Gesamtkonzept. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird damit nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden. 

Zu den zentralen Schwerpunkten des Masterplans gehören:

  • Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen
  • Weiterentwicklung von Bildungsinhalten, Lernformaten und Lehrkräftebildung
  • Einbindung außerschulischer Lernorte und Partner
  • Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung
  • Entwicklung zukunftsfähiger Lernumgebungen und Bildungseinrichtungen

Die Umsetzung des Masterplans erfolgt schrittweise. Als zentrales Austausch- und Beratungsgremium wird ein „Runder Tisch BNE“ eingerichtet, an dem staatliche und nichtstaatliche Institutionen mitwirken. Der Masterplan ist als offener Prozess angelegt, der künftig um weitere Maßnahmen ergänzt und fortgeschrieben wird.

Erarbeitet wurde der Masterplan in einem breiten gesellschaftlichen Beteiligungsprozess. In drei Fachforen zu den Themen frühkindliche Bildung, Schule und berufliche Bildung wurden zentrale Impulse und Perspektiven aus der Praxis gesammelt. Insgesamt haben rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Universitäten und Hochschulen, Gewerkschaften, Kommunen sowie verschiedenen außerschulischen Bildungsbereichen an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt.

Erste Vorhaben werden bereits realisiert. Dazu zählen der Modellversuch „Globales Lernen“, in dem Schulen fachübergreifende und problemorientierte Unterrichtsformen entwickeln und erproben, sowie die Arbeit der BNE-Modellschulen im Land, die Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in ihre Schulentwicklung integrieren. Im frühkindlichen Bereich wird der Ansatz unter anderem im Programm „Kita 2030“ aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch in der beruflichen Bildung werden in Modellvorhaben praxisnahe Ansätze zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt.