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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Backhaus: Wer gut ausgebildet wurde, braucht keine KI zu fürchten

Güstrow – Anlässlich der morgigen (26. September) Freisprechung der Auszubildenden im Galabau und der Hauswirtschaft an der Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow betont Agrarminister Dr. Till Backhaus, wie wichtig der Nachwuchs für den Sektor ist:

„In diesem Jahr wurden in den grünen Ausbildungsberufen in MV insgesamt 395 Abschlussprüfungen abgelegt. 326 davon wurden erfolgreich bestanden.

Im Gartenbau haben 47 von 50 Prüflingen ihren Abschluss geschafft. Bei den Fachpraktikerinnen und Fachpraktikern Gartenbau waren es 5 von 5, in der Hauswirtschaft 18 von 18.

Wer einen Berufsabschluss geschafft hat, der hat gezeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann. Und genau solche jungen Fachkräfte brauchen wir in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Gartenbau beispielsweise ist ein hochprofessioneller Wirtschaftszweig. Die Betriebe müssen heute Pflanzen produzieren, Grünanlagen gestalten und pflegen, mit moderner Technik umgehen und gleichzeitig auf Klimaveränderungen, Nachhaltigkeit und Biodiversität reagieren.

Allein im Gemüsebau wurden 2025 im Land auf rund 2.464 ha mehr als 71.600 t Gemüse im Freiland geerntet 14 % mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte unserer Gemüsebaubetriebe arbeitet inzwischen ökologisch.

Auch der Obstbau prägt unser Land: Auf rund 1.546 ha wurden 2025 etwa 16.800 t Äpfel geerntet. Hinzu kommen Erdbeeren, Beerenobst, Zierpflanzen und unsere Baumschulen.

Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die ihr Handwerk beherrschen. Und auch die Hauswirtschaft ist weit mehr als das, was man manchmal mit diesem Berufsbild verbindet.

Sie verlangt Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und den täglichen Umgang mit Menschen. Die Fähigkeiten, die dort vermittelt werden, werden gebraucht.

Umso mehr müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir diese Ausbildung attraktiv halten und wieder mehr junge Menschen dafür gewinnen. Denn eines ist klar: Fachkräfte entstehen nicht von allein. Man muss sie ausbilden. Die duale Berufsausbildung ist deshalb eine große Stärke unseres Landes. Sie verbindet praktische Ausbildung im Betrieb, den Unterricht in der Berufsschule und die überbetriebliche Ausbildung. Damit das funktioniert, braucht es viele Beteiligte.

Deshalb möchte ich heute ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Lehrkräften der Berufsschulen, den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberatern sowie allen danken, die sich in den Prüfungsausschüssen engagieren.

Gerade die Prüfungen wären ohne das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Praktikerinnen und Praktiker überhaupt nicht möglich.

Die jungen Menschen, die wir nun verabschieden, starten in eine Arbeitswelt, die sich schnell verändert. Digitalisierung, Klimawandel, Nachhaltigkeit und Biodiversität werden Ihre Berufe weiter verändern. Gleichzeitig beschäftigen Betriebe steigende Anforderungen, Fachkräftemangel, Mindestlohn, Saisonarbeitskräfte, Pflanzenschutzvorgaben und nicht zuletzt immer mehr Bürokratie.

Aber bei allen Veränderungen bleibt eines bestehen: Gute Facharbeit wird gebraucht. Ein Garten muss angelegt werden. Pflanzen müssen kultiviert werden. Maschinen müssen bedient werden. Menschen müssen versorgt und Abläufe organisiert werden. Das kann keine Verordnung und kein Computer ersetzen.“

20 Jahre Produktionsschule Westmecklenburg

Wenn aus eigener Leistung neues Selbstvertrauen wächst

Greven – Die Produktionsschule Westmecklenburg feiert am heutigen Sonnabend ihr 20-jähriges Bestehen. Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm würdigte für die Landesregierung auf dem Grevener Hoffest das besondere Konzept der Einrichtung und die engagierte Arbeit der Lehrkräfte und Sozialpädagogen.

„Die Produktionsschule Westmecklenburg eröffnet für  Jugendliche und junge Erwachsene, deren Übergang in Ausbildung und Beruf mit besonderen Herausforderungen verbunden ist, eine neue Lebensperspektive. Sie verbindet praktisches Lernen direkt mit der Arbeit in echten Werkstätten. Unter marktähnlichen Bedingungen, aber in einem geschützten Raum und getragen von verlässlicher sozialpädagogischer Begleitung, entdecken junge Menschen ihre Potenziale“, sagte Grimm.

Viele Jugendliche hätten mit Schule früher oft nur Misserfolge verbunden. An der Produktionsschule hingegen erfahren sie oftmals das erste Mal echte Wertschätzung und Vertrauen. „Sie erleben tagtäglich: Was ich mit meinen eigenen Händen schaffe, wird gebraucht und gesehen. Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit motiviere ungemein und weist den Weg in ein selbstbestimmtes Leben“, so Grimm.

Dass die Idee der Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern so tief verwurzelt ist, sei dabei auch dem unermüdlichen Einsatz von Geschäftsführer Jan Buchholz zu verdanken. Vor allem durch dessen Engagement und Beharrlichkeit ist es gelungen, dass es mittlerweile ein flächendeckendes Netz an Produktionsschulen im Land gibt, zu dem für die Produktionsschule Westmecklenburg der 2006 gegründete Campus in Greven und seit 2013 auch ein neuerer Standort in Schwerin gehören.

Um diese wertvolle Arbeit langfristig abzusichern, hat das Land die Finanzierung modernisiert und stellt in der laufenden Periode (2022–2028) insgesamt 27,73 Millionen Euro für die landesweit acht Produktionsschulstandorte bereit.

„Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team und den Partnerbetrieben“, so Grimm. „Sie sind für die Jugendlichen zu echten Vertrauenspersonen und Ankern geworden – gerade dann, wenn der Lebensweg mal holprig verläuft.“

Berufswahl-SIEGEL: 13 Schulen ausgezeichnet

Oldenburg: Eine gute Berufliche Orientierung eröffnet jungen Menschen Perspektiven

Schwerin – Wie gelingt der Übergang von der Schule in die Ausbildung, in das Studium und in den Beruf? 13 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zeigen mit ihren Konzepten und Angeboten, wie Schülerinnen und Schüler frühzeitig Orientierung erhalten und praxisnah Einblicke in die Arbeitswelt gewinnen können. Für ihr besonderes Engagement in der Beruflichen Orientierung sind sie in dieser Woche mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet worden. Sieben Schulen haben das Siegel bereits zum vierten Mal erhalten.

„Eine gute Berufliche Orientierung eröffnet jungen Menschen Perspektiven und hilft ihnen dabei, eigene Interessen, Fähigkeiten und berufliche Möglichkeiten zu entdecken. Die ausgezeichneten Schulen zeigen, wie vielfältig und praxisnah diese Aufgabe gestaltet werden kann“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mein Dank gilt den Lehrkräften, Schulleitungen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie außerschulischen Partnern, die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg begleiten und ihnen die Türen zur Arbeitswelt öffnen.“

Das Berufswahl-SIEGEL zeichnet Schulen aus, die sich in besonderer Weise für die Berufliche Orientierung ihrer Schülerinnen und Schüler einsetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem vielfältige Angebote zur Berufs- und Studienorientierung, praxisnahe Erfahrungen sowie Kooperationen mit Unternehmen, Institutionen und weiteren Partnern außerhalb der Schule.

„Berufliche Orientierung gelingt dann besonders gut, wenn Schule und Arbeitswelt eng miteinander verbunden sind. Praktika, Betriebserkundungen, Gespräche mit Auszubildenden oder die Zusammenarbeit mit Unternehmen eröffnen Wege in den Beruf und stellen erste wichtige Kontakte her“, so die Bildungsministerin weiter. „Die Schulen mit Berufswahl-SIEGEL zeigen, dass Schülerinnen und Schüler von solchen Erfahrungen profitieren und dadurch ihre eigenen Entscheidungen zielgerichteter treffen können.“

Sieben der ausgezeichneten Schulen haben das Siegel bereits zum vierten Mal erhalten. „Das ist ein starkes Zeichen für die Kontinuität ihrer Arbeit. Sie gehören damit zu den Schulen, die seit Beginn der Auszeichnung im Jahr 2013 dabei sind“, sagte Oldenburg. „Berufliche Orientierung ist keine einzelne Veranstaltung, sondern ein Prozess, der junge Menschen über mehrere Jahre hinweg begleitet. Dafür braucht es engagierte Schulen und verlässliche Partnerschaften.“

Neben den rezertifizierten Schulen sind in diesem Jahr auch Schulen zum ersten Mal mit dem Berufswahl-SIEGEL ausgezeichnet worden. „Ich gratuliere allen 13 Schulen zu dieser Auszeichnung. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Schülerinnen und Schüler Perspektiven entwickeln und gezielter den Beruf ergreifen, der am besten ihren Neigungen entspricht“, so die Bildungsministerin.

Diese Schulen wurden 2026 mit dem Berufswahl-SIEGEL MV ausgezeichnet:

  • Regionale Schule mit Grundschule „Martha Müller-Grählert“ Franzburg (3. Zertifizierung)
  • Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“ Greifswald (4. Zertifizierung)
  • Regionale Schule mit Grundschule „Prof. Gustav Pflugradt“ Niepars (4. Zertifizierung)
  • GodeWind Schule Rostock – Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (4. Zertifizierung)
  • ecolea – Internationale Schule Güstrow (2. Zertifizierung)
  • Kooperative Gesamtschule mit Grundschule RecknitzCampus Laage (Erstzertifizierung)
  • John-Brinckman-Gymnasium Güstrow (Erstzertifizierung)
  • Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg (4. Zertifizierung)
  • Gymnasium Carolinum Neustrelitz (3. Zertifizierung)
  • Gymnasiales Schulzentrum „Fritz Reuter“ Dömitz (4. Zertifizierung)
  • Gymnasium Am Sonnenkamp Neukloster (4. Zertifizierung)
  • Neumühler Schule Schwerin (4. Zertifizierung)
  • Niels-Stensen-Schule Schwerin (3. Zertifizierung)

Das Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg und die Niels-Stensen-Schule Schwerin werden am Nachmittag auf dem 12. bundesweiten Netzwerktag des Berufswahl-SIEGEL-Netzwerks in Berlin als Botschafterschule ausgezeichnet.

Daten für bessere Bildung: Land startet Pilotprojekt

Oldenburg: Wir wollen jede Schülerin und jeden Schüler bestmöglich fördern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Ziel ist es, bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten zu treffen und Schulen beim pädagogischen Handeln besser zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen die Lernstände und die Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen verbessert werden.

„Jedes Kind muss die Begleitung und Unterstützung erhalten, die es benötigt. Dafür brauchen Schulaufsicht und Lehrkräfte verlässliche Informationen darüber, welchen Leistungsstand Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächern haben“, erläuterte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass in Schulbehörden und Schulen Entscheidungen stärker auf Grundlage dieser Daten getroffen werden können. Das hilft dabei, die Qualität des Unterrichts weiter zu verbessern.“

Das Projekt „Evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung“ (EBSE) ist auf mehrere Jahre angelegt. In der ersten Projektphase werden die Pilotschulen ausgewählt und die Daten, die erhoben werden sollen, identifiziert. Die Schulen, die daran teilnehmen werden, gestalten den Entwicklungsprozess von Beginn an mit und bringen ihre Erfahrungen ein. „Wir entwickeln dieses Vorhaben nicht allein im Bildungsministerium, sondern mit den Schulen gemeinsam“, so die Ministerin weiter. „Wir setzen ganz bewusst auf die Expertise und Erfahrungen von Lehrkräften und Schulleitungen. Unser Ziel ist ein lernendes Schulsystem, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt.“

Evidenzbasierte Schul- und Unterrichtsentwicklung bedeutet dabei weit mehr als das Sammeln von Daten. So könnten in Zukunft die Erkenntnisse aus Lernstandserhebungen gezielter genutzt werden, um den Unterricht weiterzuentwickeln, Förderangebote am Bedarf der Schülerinnen und Schüler auszurichten und die Wirksamkeit von bildungspolitischen Maßnahmen zu überprüfen. Gleichzeitig können aussagefähige Daten den Austausch mit Eltern intensivieren.

„Daten sind kein Selbstzweck. Sie geben Auskunft darüber, wo Potenziale liegen und wo frühzeitig Unterstützungsbedarf notwendig ist. Gute Bildungspolitik orientiert sich an Erkenntnissen. Gute Schulen nutzen dieses Wissen, um ihren Unterricht stetig besser zu machen“, sagte Oldenburg.

Rückenwind erhält Mecklenburg-Vorpommern durch das aktuelle Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen in einer datengestützten Entwicklung einen entscheidenden Hebel, um die Bildungsqualität zu steigern und den anstehenden Aufgaben im Bildungssystem wirksam zu begegnen. Sie empfehlen unter anderem regelmäßige Lernstandserhebungen, niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Lehrkräfte sowie eine enge Zusammenarbeit von Schule, Eltern und pädagogischen Partnern.

„Die Empfehlungen der SWK bestätigen uns in unserem Weg. Andere Länder wie Kanada sind längst weiter. Auch wir wollen Unterricht und Schulentwicklung systematisch voranbringen und dabei moderne, datenschutzkonforme Instrumente nutzen. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass noch mehr junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den bestmöglichen Schulabschluss erreichen“, erklärte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Schwimmstarter-Kitas: 50 pädagogische Fachkräfte weitergebildet

Große Nachfrage an Weiterbildungen für Wassergewöhnung

Schwerin – Die ersten vorsichtigen Versuche im kühlen Nass zu machen, sich an das Wasser zu gewöhnen und die Angst vor ihm zu verlieren – das ist das Ziel von „Schwimmstarter-Kitas“ in Mecklenburg-Vorpommern. Hier werden Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere pädagogische Fachkräfte zu sogenannten Instruktorinnen bzw. Instruktoren für Wassergewöhnung ausgebildet. 50 von ihnen haben diese Ausbildung bereits absolviert. 17 weitere Beschäftigte folgen noch in diesem Jahr. Dank des 2024 gestarteten Modellprojektes erhalten Mädchen und Jungen im Vorschulalter durch ausgebildete Fachkräfte die Möglichkeit, das Wasser und das Schwimmen spielerisch kennenzulernen.

„Schwimmen, tauchen, springen – mit diesen Fähigkeiten können sich Kinder sicher im Wasser bewegen. Das ist in einem Bundesland mit vielen Seen und der Ostseeküste besonders wichtig. Umso mehr freue ich mich, dass wir die Fördermittel verdoppeln konnten“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Das Land hat die jährliche Förderung in diesem und im kommenden Jahr von zuvor 15.000 Euro auf jeweils 30.000 Euro erhöht. Dadurch können doppelt so viele Kindertageseinrichtungen bei diesem Projekt mitmachen. Für das Jahr 2026 ist die Förderung für 17 Einrichtungen bereits bewilligt. Für 2027 liegen derzeit 27 Anträge vor.

Zweimal jährlich bietet das Land in Kooperation mit der Stiftung „Deutschland Schwimmt“ die Weiterbildung zur/zum „Instruktorin/Instruktor – Wassergewöhnung“ an. Die Weiterbildung umfasst ein flexibles Selbststudium, ein Praxiswochenende und eine praktische Prüfung. Während ihrer Ausbildung lernen die pädagogischen Fachkräfte unter anderem, wie sie die Basiskompetenzen spielerisch vermitteln können, wie eine Musterstunde aufgebaut ist und wie sie mit Notfallsituationen im Wasser umgehen. Für die Fachkräfte ist die Ausbildung kostenlos.

Zusätzlich stellt das Bildungsministerium in Kooperation mit der Stiftung „Deutschland Schwimmt“ allen Kindertageseinrichtungen die Schwimmfibel „Das Wasser und ich!“ zur Verfügung. Die dort enthaltenen Übungen sind so konzipiert, dass sie von Eltern und Fachkräften sowohl im familiären Umfeld als auch im Schwimmbad umgesetzt werden können. Die Schwimmfibel ist auf dem Bildungsserver MV abrufbar.

Bildungsmonitor 2026: Land liegt im Mittelfeld

Oldenburg: Mit unserer Strategie für mehr Chancengerechtigkeit wollen wir weitere Fortschritte erzielen

Schwerin – Nach einer Vergleichsstudie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft sichert sich das Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich einen Platz im Mittelfeld. Der Bildungsmonitor der INSM bewertet anhand von Indikatoren in verschiedenen Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.

Bei der Chancengerechtigkeit liegt Mecklenburg-Vorpommern auf dem dritten Platz. Stärken weist das Land auch in den Handlungsfeldern Förderinfrastruktur, Berufliche Bildung und Verringerung der Bildungsarmut auf.

„Bei uns ist der Bildungserfolg nur noch minimal von der sozialen Herkunft abhängig“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Alle Kinder und Jugendlichen sollen die gleichen Chancen haben. Bildung ist in Mecklenburg-Vorpommern daher von Anfang an kostenfrei. Mit der beitragsfreien Kita steht allen Familien ein frühkindliches Bildungsangebot zur Verfügung.

In der Grundschule stärken wir die Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler mit dem Leseband, mehr Deutsch- und Mathematikunterricht. Die intensive Förderung in Deutsch, Mathematik und Englisch setzen wir in den höheren Jahrgangsstufen fort. Die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen bilden die Grundlagen, um weiteres Wissen zu erwerben. Sie sind die Voraussetzung für den Bildungserfolg.

Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, die schwierige Startbedingungen haben. Außerdem haben wir ein starkes Ganztagsangebot an Grundschulen und in weiterführenden Schulen. Diese Maßnahmen sind in unserer Strategie für mehr Chancengerechtigkeit enthalten, mit der wir weitere Fortschritte erzielen wollen.“

Verbesserungen regt der Bildungsmonitor bei der Betreuung und Förderung in der Kita an. „In dieser Wahlperiode hat die Landesregierung das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten von 1:15 auf 1:14 gesenkt. Eine Erzieherin bzw. ein Erzieher betreut damit durchschnittlich nur noch 14 Kinder und hat so mehr Zeit für jedes einzelne Kind. Ab Januar 2027 betreut und fördert eine Fachkraft in der Krippe durchschnittlich fünf Kinder statt bislang sechs.

Im Hort verbessert sich das Verhältnis ab August 2027 von durchschnittlich 1:22 auf 1:21. Dafür stellt das Land jährlich mehr als 40 Millionen Euro bereit. Das ist ein großer finanzieller Kraftaufwand für das Land – aber einer, der direkt bei den Kindern ankommt. Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, damit die Gruppen kleiner werden“, sagte Oldenburg.

Verbesserungspotenzial sieht der Bildungsmonitor auch bei der Verringerung der Quote von Schülerinnen und Schülern ohne Abschluss. „Diese Erkenntnis ist nicht neu. Angebote wie das Freiwillige 10. Schuljahr an Regionalen Schulen, die Praxisorientierte Berufsreife oder AV-dual erhöhen für mehr Schülerinnen und Schüler die Chance auf einen bundesweit anerkannten Schulabschluss.

Mit einem Frühwarnsystem an Regionalen Schulen haben wir ein engmaschiges Beratungssystem etabliert, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu begleiten, deren Abschluss gefährdet ist. Auch für Gymnasien haben wir ein Frühwarnsystem entwickelt. Die neuen Versetzungsregelungen tragen dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler von Anfang an den für sie bestmöglichen Abschluss anstreben“, so die Ministerin weiter.

In den Haushaltsjahren 2026 und 2027 legt die Landesregierung weiterhin den Schwerpunkt auf die Bereiche Bildung und Kindertagesförderung. Im Jahr 2026 stehen insgesamt 12,1 Milliarden Euro im Haushalt zur Verfügung – davon zwei Milliarden Euro für Schule und Kindertagesförderung. Das entspricht 16,6 Prozent des Gesamthaushalts. „Erstmals stehen zwei Milliarden Euro für Schule und die frühkindliche Bildung bereit. Aus dem Sondervermögen fließen 600 Millionen Euro in den Schulbau und in die Schulsanierung. Damit schaffen wir moderne Lernbedingungen“, betonte Oldenburg.

Für das Jahr 2027 sind 12,2 Milliarden Euro im Haushalt geplant. Davon werden 2,1 Milliarden Euro für den Bildungs- und Kita-Bereich zur Verfügung stehen. Insbesondere die Zuweisungen des Landes zur Kindertagesförderung werden weiter aufgestockt: Für 2026 sind 544 Millionen Euro vorgesehen, für 2027 sogar 554 Millionen Euro.

Bildungsministerin Simone Oldenburg wies abschließend auf die klare Stoßrichtung des Bildungsmonitors hin: „Mit dem Bildungsmonitor liegt eine Untersuchung vor, deren Erkenntnisse nicht neu sind. Die Daten stammen aus Studien wie dem IQB-Bildungstrend, dem Bildungsbericht oder den Statistiken der Länder. Sie werden hier aus wirtschaftlicher Perspektive ausgewertet. Doch Bildung ist weit mehr. Es geht dabei auch um die Entwicklung der Persönlichkeit junger Menschen.“

Schulteams aus M-V beim Herbstfinale in Berlin

Schülerinnen und Schüler messen sich in zwölf Sportarten auf Bundesebene

Schwerin – Dreimal im Jahr treffen Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland beim Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ in den Bundesfinals aufeinander. Nach dem Winter- und dem Frühjahrsfinale folgt nun das Herbstfinale. 283 Athletinnen und Athleten vertreten Mecklenburg-Vorpommern bei den Wettkämpfen in Berlin und werden während der Bundesfinals von ihren Betreuerinnen und Betreuern unterstützt.

Vom 15. bis 19. September 2026 treten in den Berliner Sporthallen und auf den Sportplätzen Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland in zwölf Sportarten um Tore, Punkte und gute Platzierungen an. Bei „Jugend trainiert für Olympia“ werden in den Sportarten Beach-Volleyball, Fußball, Hockey, Judo, Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Golf und Tennis die besten Schulteams gesucht, bei „Jugend trainiert für Paralympics“ in den Sportarten Schwimmen, Fußball und Leichtathletik.

„Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Berlin viel Erfolg, faire Wettbewerbe und unvergessliche Erlebnisse. Bereits die Qualifikation zum Bundesfinale zeigt, wie viel Engagement, Teamgeist und Disziplin in ihnen steckt. Sie vertreten Mecklenburg-Vorpommern auf beeindruckende Weise – sportlich wie persönlich“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Der Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ zählt zu den größten Schulsportveranstaltungen weltweit und gibt jungen Menschen die Gelegenheit, ihre sportlichen Leistungen auf Bundesebene unter Beweis zu stellen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Erweiterungsneubau des Handwerkerbildungszentrums fertiggestellt

Dr. Wolfgang Blank: „Mit modernen Ausbildungsstätten stärken wir das Handwerk und die Fachkräfte von morgen“

Rostock – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Rostock an der Fertigstellungsfeier für den Erweiterungsneubau des Handwerkerbildungszentrums teilgenommen. Mit der neuen Kfz- und Karosseriebauwerkstatt ist ein wichtiger Schritt der umfassenden Modernisierung des Bildungsstandortes erreicht. Das Land unterstützt das Vorhabenmit knapp sechs Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Das Handwerk bietet jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven und ist für die wirtschaftliche Stärke unseres Landes unverzichtbar. Um Nachwuchs zu gewinnen und Fachkräfte langfristig zu sichern, brauchen wir moderne und attraktive Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung. Mit der neuen Kfz- und Karosseriebauwerkstatt schaffen wir dafür einen modernen und zukunftsfähigen Lernort. Hier können sich Auszubildende und Fachkräfte praxisnah mit neuen Technologien, modernen Werkstoffen und den wandelnden Anforderungen der Elektromobilität und Digitalisierung vertraut machen“, so Minister Dr. Blank.

Insgesamt werden runde 21,1 Millionen Euro in den Erweiterungsneubau und die Modernisierung des Handwerkerbildungszentrums investiert. Zusätzlich zu den GRW-Mitteln des Landes stellen das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sowie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Fördermittel des Bundes bereit. „Gezielte Investitionen in die berufliche Bildung sind kluge Investitionen in die Zukunft unserer Unternehmen und unseres Landes. Damit schaffen wir attraktive Perspektiven für junge Menschen, sichern qualifizierte Fachkräfte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Handwerksbetriebe“, betonte Minister Dr. Blank.

Das Handwerkerbildungszentrum ist eine zentrale Einrichtung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Handwerk. Eine besondere Bedeutung hat die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung. Sie ergänzt die Ausbildung in den Betrieben und stellt sicher, dass Auszubildende auch erforderliche Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die einzelne Unternehmen aufgrund ihrer Spezialisierung oder technischen Ausstattung nicht vollständig vermitteln können.

Darüber hinaus bietet das Bildungszentrum Fortbildungen für Gesellinnen und Gesellen sowie Meistervorbereitungs- und Aufstiegslehrgänge an. In insgesamt 26 Übungseinheiten überbetrieblicher Ausbildung werden zahlreiche Gewerke abgedeckt. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist ein wesentlicher Bauabschnitt abgeschlossen. Die Modernisierung der bestehenden Gebäude des Handwerkerbildungszentrums wird parallel fortgeführt.

„Der neue Erweiterungsbau ist ein großer und sicherbarer Schritt für eine hochwertige und leistungsfähige berufliche Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Mein Dank gilt der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, den Planerinnen und Planern, den beteiligten Unternehmen sowie allen Mitarbeitenden, die dieses anspruchsvolle Vorhaben erfolgreich vorangebracht haben“, so Minister Dr. Blank.