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Kategorie: Landwirtschaft / Forst / Fischerei

Agraranträge für 2026 verfügbar: bis 15. Mai einreichen 

Schwerin – Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern können ab sofort unter www.agrarantrag-mv.de ihre Agraranträge ausfüllen. Das Landwirtschaftsministerium weist gleichwohl darauf hin, dass derzeit zwar mit der Bearbeitung begonnen werden kann, das Einreichen der Anträge aber erst ab 17.04.2026 zur Verfügung steht.

Die Frist zum Einreichen ist der 15. Mai 2026. Danach eingehende Anträge haben auf Grund der verspäteten Abgabe Prämienkürzungen zur Folge. Anträge, die nach dem 31. Mai 2026 eingehen, gelten als verfristet und werden abgelehnt.

Tipp: Keine Prämienkürzung erfolgt, wenn bis zum 15.05.2026 alle gewünschten Anträge und über die Flächenerfassung („Tabelle Nutzungsnachweis“) eine einzelne Fläche eingereicht werden. Die vollständige Erfassung der Flächen kann in diesem Fall dann noch bis 31.05.2026 ohne Prämienkürzung über das erneute Einreichen der „Tabelle Nutzungsnachweis“ nachgeholt werden.

Die jeweiligen Bewilligungsbehörden stehen den Antragstellern unter der Woche zu den Dienstzeiten als fachliche und technische Ansprechpartner zur Verfügung. Die entsprechenden Kontaktdaten werden im Antragsverfahren ersichtlich. Um ein sorgfältiges Lesen der verschiedenen Hinweise im Antragsverfahren wird seitens der Verwaltung ausdrücklich gebeten.

35 Jahre Bauernverband M-V

Backhaus gratuliert Bauernverband: „Starke Stimme für Landwirtschaft und ländlichen Raum“

Linstow – Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern feiert heute sein 35-jähriges Bestehen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus gratulierte dem Verband aus Bad Reichenhall, wo er derzeit an der Agrarministerkonferenz teilnimmt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird am Nachmittag auf dem Bauerntag sowie am Abend auf dem Bauernball sprechen. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird bei der Jubiläumsveranstaltung durch Staatssekretär André Konsolke vertreten.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern wurde 1991 als erster Bauernverband in den neuen Bundesländern gegründet und vertritt heute über 15 Regionalverbände die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte im Land.

Am Rande der Agrarministerkonferenz betonte Minister Backhaus die zentrale Bedeutung der Branche und des Verbandes:  „Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant. Sie sichert täglich die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln – und das auch in Zeiten globaler Krisen zuverlässig und auf hohem Niveau. Allein in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mehr als 100.000 Menschen in der Land-, Ernährungs-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie im nachgelagertem Dienstleistungsbereich. Auf rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche wird hier die Grundlage für Wertschöpfung, Beschäftigung und stabile ländliche Räume geschaffen.

Den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern habe ich nicht nur begleitet – ich habe seine Entwicklung über Jahrzehnte politisch mitgestaltet. Seit fast 28 Jahren trage ich Verantwortung für die Landwirtschaft in unserem Land. Dabei gilt für mich und für viele im Verband bis heute: Marktwirtschaft wollen wir, Landwirtschaft können wir, Rahmenbedingungen brauchen wir. Genau daran arbeiten wir seit 35 Jahren gemeinsam.“

Backhaus hob hervor, dass die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell prägt und ein zentraler Pfeiler für funktionierende ländliche Räume ist.

Mit Blick auf aktuelle politische Herausforderungen machte der Minister deutlich, dass die Branche vor wegweisenden Entscheidungen steht: „Die Vorschläge zur zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik bedeuten für Mecklenburg-Vorpommern Einschnitte von über 160 Millionen Euro jährlich. Das gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und die Entwicklung des ländlichen Raums. Gleichzeitig brauchen wir ein Düngerecht, das rechtssicher, praktikabel und wirksam ist. Die aktuelle Situation schafft Unsicherheit für Betriebe und Verwaltung gleichermaßen. Hier ist der Bund gefordert, schnell zu handeln.“

Auch mit Blick auf Klimaschutz und Moorschutz sei ein ausgewogener Ansatz entscheidend:

„Klimaschutz ist notwendig – aber er muss gemeinsam mit der Landwirtschaft gestaltet werden. Unser Ziel ist es nicht, Flächen aus der Nutzung zu nehmen, sondern Perspektiven zu schaffen, die wirtschaftlich tragfähig sind. Dafür setzen wir auf Förderung, Innovation und Dialog.“

Der Minister würdigte den Bauernverband als zentralen Partner in diesem Prozess: „Der Bauernverband hat die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung entscheidend mitgeprägt – von der Neuaufstellung der Betriebe bis hin zu den aktuellen Transformationsprozessen. Er bündelt die Interessen der Betriebe und bringt sie mit Nachdruck in politische Entscheidungen ein – im Land, im Bund und in Europa.“

Abschließend gratulierte Backhaus dem Verband zum Jubiläum:  „Ich gratuliere dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern herzlich zum 35-jährigen Bestehen. Ich wünsche weiterhin Zusammenhalt, Durchsetzungskraft und eine starke Stimme für unsere Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und den ländlichen Raum.“

Tag des Waldes im Zeichen von Aufforstung

Bürgerbeteiligung und Innovation unterstützen aktiv

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt beim Schutz und Umbau seiner Wälder auf eine klare Strategie: große Aufforstungsprogramme, aktive Unterstützung beim Waldumbau und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März hat Umweltminister Dr. Till Backhaus die Fortschritte des Landes sowie neue Mitmachaktionen vorgestellt.

„Unsere Wälder sind zentrale Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel, sie sichern Biodiversität und Lebensqualität. Deshalb investieren wir gezielt in Aufforstung, unterstützen den Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern und binden gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger aktiv ein“, sagte Backhaus.

Aufforstungsoffensive des Landes zeigt Wirkung

Die Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich. Heute bedecken rund 582.000 Hektar Wald etwa 25 Prozent der Landesfläche. Ein wesentlicher Grund dafür sind gezielte Erstaufforstungen sowie natürliche Waldentwicklung.

Seit 2020 hat Mecklenburg-Vorpommern das größte staatliche Aufforstungsprogramm seiner Geschichte gestartet. 20 Millionen Euro Landesmittel wurden für die Initiative „Unser Wald in MV“ bereitgestellt. Dadurch konnten bisher rund 1.400 Hektar neuer Wald entstehen.

„Wenn man bedenkt, dass im Durchschnitt rund 8.000 Bäume pro Hektar gepflanzt werden, entspricht das bereits etwa 11,2 Millionen neu gepflanzten Bäumen“, erklärte Backhaus.

Zwischen der Saison 2020/2021 und 2024/2025 wurden rund 1.530 Hektar Neuwaldfläche umgesetzt. In der aktuell laufenden Pflanzsaison sollen weitere 550 Hektar hinzukommen. Nach Abschluss der Saison wird die Neuwaldfläche insgesamt mehr als 2.000 Hektar betragen. Bis 2030 sollen landesweit 4.380 Hektar neue Waldflächen entstehen.

Waldumbau: Mehr Laubholz für klimaresiliente Wälder

Der Klimawandel stellt die Wälder vor große Herausforderungen. Viele ältere Nadelholzbestände sind anfällig für Trockenheit, Stürme und Schädlinge.

„Unsere Wälder benötigen in Zeiten des Klimawandels weiterhin aktive Hilfe in Form von Pflanzungen, wenn der Baumartenwechsel schnell erfolgen soll“, sagte Backhaus. „Unter bestehenden Nadelholzbeständen verjüngt sich Laubholz häufig nicht ausreichend von selbst. Durch gezielte Pflanzungen bringen wir klimaangepasste Baumarten ein und entwickeln unsere Wälder Schritt für Schritt zu stabilen Misch- und Dauerwäldern.“

Die eingebrachten Laubgehölze sorgen für mehr Artenvielfalt, eine stabilere Waldstruktur und bessere Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen.

Bürgerinnen und Bürger pflanzen mit: „Baum statt Ramsch“

Neben staatlichen Programmen setzt das Land zunehmend auch auf gesellschaftliche Beteiligung am Waldschutz. Ein Beispiel dafür ist die neue Spenden- und Mitmachaktion der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit der Landesforstanstalt MV: „Baum statt Ramsch“. Die Kampagne startete zur Vorweihnachtszeit 2025 mit einer einfachen Idee: Statt kurzlebiger Konsumgeschenke können Bürgerinnen und Bürger für zehn Euro einen Baum für Mecklenburg-Vorpommern verschenken.

Der Betrag deckt sämtliche Kosten ab – vom zertifizierten Pflanzgut über Pflanzung und Pflege bis zur waldpädagogischen Begleitung. Seit Beginn der Aktion wurden bereits 956 Bäume gespendet, was einem Spendenvolumen von 9.560 Euro entspricht. Gepflanzt wird derzeit im Forstamt Billenhagen sowie im Forstamt Jasnitz.

Heute findet im Revier Blankenhagen (Gresenhorst) im Forstamt Billenhagen eine der ersten gemeinsamen Pflanzaktionen mit Spenderinnen und Spendern statt. Dabei werden klimaangepasste Baumarten wie Traubeneiche und Buche gepflanzt. Rund 300 Pflanzen werden mit Wuchshüllen vor Wildverbiss geschützt, um den Anwuchserfolg zu sichern. Ergänzend werden standortgerechte Straucharten eingesetzt, um Biodiversität und Strukturvielfalt zu fördern.

„Initiativen wie ‚Baum statt Ramsch‘ zeigen, dass Klimaschutz im Wald auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Sie verbinden Engagement, Umweltbildung und praktische Beteiligung“, sagte Backhaus.

Innovation im Wald: Neue Pflanzmaschine aus Mecklenburg-Vorpommern

Passend zum Tag des Waldes am kommenden Wochenende nimmt der Minister heute außerdem an der Praxiseinführung einer in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten Pflanzmaschine der Forstbaumschule Güstrow bei Eickelberg (Amt Bützow-Land) teil.

Die Güstrower Garten-, Landschafts- und Forstbaugesellschaft mbH erhielt für die Entwicklung im Rahmen eines LEADER-Projekts eine Förderung von 61.100 Euro. Damit konnte ein Gesamtprojektvolumen von rund 112.000 Euro realisiert werden.

Die neue Technik verbessert insbesondere die Ergonomie für die Beschäftigten und ermöglicht dank eines integrierten Tiefenmeißels das Aufbrechen verdichteter Böden. Dadurch erhalten junge Bäume bessere Wachstumsbedingungen.

Die Maschinen wurden von der Firma Maschinenbau Möller aus Malchow gebaut und können gleichzeitig mehrere Sortimente von Nadel- und Laubgehölzen pflanzen. Dank einer neuen Pflanzscheibe lassen sich auch größere Pflanzen einsetzen, die sich besser gegen Konkurrenzvegetation wie Gras oder Brombeeren behaupten können.

Aufforstung bleibt Daueraufgabe

„Aufforstung, Wiederbewaldung und Waldumbau sind Daueraufgaben“, betonte Backhaus. „Sie erfordern fachliches Know-how, Ausdauer, verlässliche Partner – und auch die Bereitschaft, neue technische Wege zu gehen. Genau dafür stehen unsere Programme und Projekte.“

Newcastle-Krankheit: Backhaus mahnt zur Einhaltung der Impfvorgaben

Schwerin – Nachdem die Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) im Februar 2026 erstmals wieder in Deutschland nachgewiesen wurde, verstärkt das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern seine Sicherheitsappelle. Angesichts aktueller Ausbrüche in Brandenburg und Bayern aber auch in anderen EU-Mitgliedstaaten und der hiermit verbundenen Seuchenbe­kämpfungs­maßnahmen warnt Minister Dr. Till Backhaus vor Nachlässigkeiten bei der Tiergesundheit:

„Wir haben in Deutschland für Hühner und Puten eine gesetz­liche Impfpflicht gegen ND. Das gilt für jeden Halter – vom großen Mastbetrieb bis zum Hobbyzüchter mit wenigen Tieren“, betont Dr. Backhaus.

„Ein wirksamer Schutz der Bestände kann jedoch nur bei der strikten Einhaltung der Impfpflicht unter Beachtung der Herstellerangaben zur Grundimmunisierung und den eventuell erforderlichen Auffrischungsimpfungen aufgebaut werden. Wer hier nachlässig agiert, gefährdet damit die Existenz ganzer Betriebe und riskiert ggf. seine Entschädigungsleistungen der Tierseuchenkasse.“

Die Newcastle-Krankheit ist hochansteckend. Typische Anzeichen sind ein drastischer Rückgang der Legeleistung, Atemnot, wässriger Durchfall oder auch zentralnervöse Störungen wie das Verdrehen des Kopfes.

„Wir haben eine harte Geflügelpest-Saison hinter uns, und nun bedroht eine weitere Seuche unsere Geflügelbestände. Mehr als 1,4 Mio. Tiere mussten bereits getötet wegen ND werden. Neben der korrekten Impfung ist die Einhaltung der Biosicherheits­maßnahmen daher oberste Pflicht“, so Backhaus.

Unklare Krankheitserscheinungen seien unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Klimaverträglichkeitsgesetz kommt

Backhaus: „Falsche Behauptungen helfen weder Landwirtschaft noch Ausbildung“

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat die beim Bauerntag in Pasewalk geäußerte Kritik des Vizepräsidenten des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Marco Gemballa, entschieden zurückgewiesen. Backhaus stellte klar: Das geplante Klimaverträglichkeitsgesetz greift weder unverhältnismäßig in Eigentumsrechte ein noch richtet es sich gegen die Landwirtschaft. Gleichzeitig seien auch die Vorwürfe zur landwirtschaftlichen Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern in wesentlichen Punkten unzutreffend.

„Die Landesregierung steht fest an der Seite der Landwirtschaft. Wir sorgen für Planungssicherheit, unterstützen Betriebe bei der Transformation und investieren in Ausbildung und Nachwuchs. Wer jetzt den Eindruck erweckt, wir würden gegen die Landwirtschaft arbeiten, verdreht die Realität“, sagte Backhaus.

Klimaverträglichkeitsgesetz schafft Planungssicherheit

Backhaus widersprach ausdrücklich der Aussage, das geplante Klimaverträglichkeitsgesetz greife stark in Eigentum und landwirtschaftliche Praxis ein. „Das Gegenteil ist der Fall: Wir schaffen klare und verlässliche Rahmenbedingungen bis zum Jahr 2045. Genau diese Planungssicherheit wird von Wirtschaft und Landwirtschaft immer wieder eingefordert.“ Das Gesetz setze ausdrücklich auf Freiwilligkeit und langfristige Anpassung. „Bis 2045 ist das Prinzip der Freiwilligkeit fest verankert. Es geht nicht um Verbote, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Der Minister verwies darauf, dass entwässerte Moorböden aktuell die größte einzelne Quelle von Treibhausgasemissionen im Land darstellen. „Allein aus entwässerten Mooren stammen jährlich rund sechs Millionen Tonnen CO₂. Diese Realität können wir nicht ignorieren. Gleichzeitig bleibt die Landwirtschaft auch künftig ein zentraler Bestandteil unserer Wirtschaft und der Ernährungssicherheit.“

Backhaus betonte zudem die wirtschaftlichen Chancen einer frühzeitigen Anpassung. „CO₂ bekommt zunehmend einen Preis. Schon heute werden Preise zwischen 60 und 250 Euro pro Tonne diskutiert. Wer frühzeitig Emissionen reduziert, sichert damit langfristig auch seine wirtschaftliche Perspektive.“ Das Land unterstütze Betriebe bereits aktiv bei der Transformation. „Mit der Moor- und Landnutzungsstrategie, Beratungsangeboten, Förderprogrammen und Instrumenten wie MoorFutures schaffen wir konkrete Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe.“

Kritik an Ausbildung „entbehrt jeder Grundlage“

Auch die Kritik Gemballas am Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) wies Backhaus deutlich zurück. „Die Behauptung, das Landesamt wolle künftig keine Freisprechungen für Absolventinnen und Absolventen der landwirtschaftlichen Ausbildung mehr ausrichten, ist schlicht falsch.“

Das Land habe den Bauernverband lediglich gebeten, sich künftig an der Organisation dieser Veranstaltungen zu beteiligen – so wie es in anderen Berufsbereichen seit Jahren üblich sei. „Die Durchführung der Veranstaltungen stand zu keinem Zeitpunkt infrage. Dass daraus nun eine angebliche Absage konstruiert wird, ist nicht nachvollziehbar.“

Auch die Kritik an der dualen Ausbildung sei einseitig. „Zunächst ist zwischen theoretischer und betrieblicher Berufsausbildung zu unterscheiden. Land und Berufsstand sind hier also gleichermaßen in der Pflicht. Um Abbrecherquoten zu reduzieren, müssen wir daher gemeinsam nach Lösungen  suchen, statt einseitig Verantwortung abzuschieben.“ Backhaus betonte, dass viele Ausbildungsbetriebe hervorragende Arbeit leisten. „In den meisten Betrieben funktioniert die Ausbildung sehr gut. Deshalb teile ich das düstere Bild, das hier gezeichnet wird, ausdrücklich nicht.“

Klimaschutz bleibt gemeinsame Aufgabe

Abschließend rief Backhaus zu einer sachlichen Debatte auf. „Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Klimaverträglichkeitsgesetz richtet sich nicht gegen die Landwirtschaft, sondern schafft die Grundlage dafür, dass Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft auch in Zukunft erfolgreich zusammenarbeiten können.“

Heringssaison in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen

Schwerin – Die Heringssaison an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat begonnen. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen und teilweise vereister Küstenbereiche ist die Fischerei bislang nur vorsichtig angelaufen. Erste Fänge wurden dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) jedoch bereits gemeldet.

Im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar wurden von vier Fischereibetrieben aus Wismar, Warnemünde, Hiddensee und Usedom insgesamt rund vier Tonnen Hering angelandet. Die Erfassung weiterer Fangmeldungen läuft derzeit noch.

Der vergleichsweise kalte Winter könnte sich nach Einschätzung von Fachleuten positiv auf die Heringslaichsaison 2026 auswirken. Niedrige und stabile Wassertemperaturen führen dazu, dass der Hering voraussichtlich wieder etwas später ablaicht als in den vergangenen Jahren. Dadurch könnte sich das sogenannte „Mismatch“ zwischen dem Schlüpfen der Larven und der Verfügbarkeit von Nahrung verringern – ein Effekt, der durch den Klimawandel zuletzt zunehmend problematisch geworden ist.

Mit Blick auf die Zukunft besteht deshalb vorsichtige Hoffnung auf eine Stabilisierung des Heringsbestandes der westlichen Ostsee. Das Thünen-Institut für Ostseefischerei geht davon aus, dass möglicherweise ab 2027 wieder eine kleine reguläre Fischerei auf Hering möglich sein könnte – zunächst in einer Größenordnung von etwa 1.000 Tonnen.

„Der Hering ist ein Symbolfisch der Ostsee und hat für unsere Küstenfischerei eine enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Wir setzen uns deshalb auf nationaler und europäischer Ebene dafür ein, dass sich die Bestände nachhaltig erholen und unseren Fischern wieder Perspektiven eröffnet werden.“

Seit 2022 ist die gezielte Fischerei auf Hering in der westlichen Ostsee stark eingeschränkt. In Mecklenburg-Vorpommern darf der Hering seither nur noch mit passiven Fanggeräten gefangen werden. Die deutsche Sonder- beziehungsweise Beifangquote liegt seitdem konstant bei 435 Tonnen.

Zum Vergleich: 2016 lag die deutsche Quote für den westlichen Heringsbestand noch bei 14.496 Tonnen – ein Rückgang um rund 97 Prozent innerhalb weniger Jahre.

Die Entwicklung des Bestandes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Küstenfischerei. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 144 Haupterwerbsfischer und 123 Nebenerwerbsfischer tätig (vorläufige Zahlen für 2025). Noch vor wenigen Jahren waren es deutlich mehr.

Sollte sich der Bestand in den kommenden Jahren erholen, könnte perspektivisch auch die Schleppnetzfischerei wieder eine Rolle spielen. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit noch drei größere SAS-Kutter beziehungsweise zwei Schleppnetzpartien für diese Fischerei vorhanden.

Die weitere Entwicklung der Heringssaison hängt maßgeblich von der Temperaturentwicklung im Frühjahr sowie vom Verlauf der Laichsaison ab.

Landwirtschaft braucht Planungssicherheit und Innovationsräume

Listow – Anlässlich des Landwirtschaftstages der Volksbanken und Raiffeisenbanken Mecklenburg-Vorpommern in Linstow hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft betont und vor weitreichenden Kürzungen der EU-Agrarförderung gewarnt.

„Die Landwirtschaft steht derzeit unter erheblichem Druck: sinkende Erzeugerpreise, steigende Betriebsmittelkosten und gleichzeitig hohe Anforderungen beim Klima-, Umwelt- und Tierschutz“, sagte Backhaus. „Gerade deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und Perspektiven für Investitionen.“

Mit Blick auf die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und den nächsten EU-Finanzrahmen warnte der Minister vor massiven Einschnitten für Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit erhalten die landwirtschaftlichen Betriebe im Land rund 314 Millionen Euro Direktzahlungen aus der ersten Säule der GAP. Nach den aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission könnten künftig jedoch nur noch etwa 151 Millionen Euro zur Verfügung stehen – ein Rückgang von mehr als 50 Prozent.

„Ein solcher Einschnitt würde viele Betriebe in ihrer Liquidität treffen und dringend notwendige Investitionen gefährden. Die GAP muss deshalb ein eigenständiger Politikbereich bleiben und ausreichend finanziert werden“, betonte Backhaus.

Der Minister verwies zugleich auf die besondere Agrarstruktur Mecklenburg-Vorpommerns. Im Land werden rund 1,35 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 283 Hektar und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

„Unsere Betriebe sind leistungsfähig und sichern Wertschöpfung im ländlichen Raum. Jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft schafft zudem sieben weitere Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette – von der Landtechnik über die Verarbeitung bis zum Handel“, sagte Backhaus.

Gleichzeitig machte der Minister deutlich, dass die Landwirtschaft vor einem grundlegenden Transformationsprozess steht. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dürften dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Unser Ziel muss eine nachhaltige Produktivitätssteigerung sein – also Fortschritt durch Innovation. Moderne Technologien, Digitalisierung, Robotik oder neue Züchtungsmethoden können dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken.“

Ein Beispiel für solche Zukunftsfelder sei die Agri-Photovoltaik, also die doppelte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für Produktion und Stromerzeugung. „Agri-PV ermöglicht es, erneuerbare Energien auszubauen und gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen weiter zu nutzen. Wichtig ist aber: Die Landwirtschaft muss die Hauptfunktion der Fläche bleiben.“

Auch beim Bürokratieabbau sieht Backhaus weiterhin großen Handlungsbedarf: „Unsere Landwirte brauchen mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit und weniger für Dokumentationspflichten. Deshalb setzen wir uns für effizientere Verfahren, weniger Kontrollen und eine bessere digitale Verwaltung ein.“

Der Minister betonte abschließend die zentrale Rolle der Landwirtschaft für Gesellschaft und Wirtschaft: „Landwirtschaft sorgt für Ernährungssicherheit, erhält unsere Kulturlandschaft und schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Eine starke Landwirtschaft ist deshalb ein zentraler Pfeiler für die Zukunft unseres Landes.

M-V präsentiert sich auf der BioFach 2026

Nürnberg – Zur BioFach 2026 trifft sich traditionell die Biobranche vom 10. -13.02.2026 entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Messezentrum Nürnberg. Die BioFach ist bereits im 37. Messejahr. Auf der BioFach 2026 werden wieder über 2.700 Aussteller aus ca. 90 Ländern erwartet. Die gesamte Verarbeitungs- und Handelsbranche tauscht sich über die aktuellen und neuesten Entwicklungen auf dem Biomarkt aus. Es ist der Ort, an dem Menschen ihre Leidenschaft für Bio-Lebens­mittel und den Bio-Markt teilen, die perfekte Gelegenheit, um sich von den neuesten internationalen Branchentrends inspirieren zu lassen.

Auch das Land Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich auf der Bio-Weltleitmesse. Gemeinsam mit dem Landwirtschafts­ministerium sind aus unserem Land vier Aussteller auf einem Gemeinschaftsstand vertreten. Besonders verweist Landwirt­schaftsminister Dr. Till Backhaus dankend auf die Unternehmen, die uns seit vielen Jahren in Nürnberg auf dem MV-Messestand repräsentieren. Dies sind die Urgesteine, die Biopark Markt GmbH, die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co.KG, die Qualitätsfleischerzeugergemeinschaft Weidehof GmbH sowie die Biosanica GmbH. Die Unternehmen mit ihren Produkten vertreten dabei ca. 400 biozertifizierte Landwirt­schaftsbetriebe aus MV. Der Gemeinschaftsstand auf der BioFach wird vom Landwirtschaftsministerium finanziell unterstützt.

Weitere Unternehmen aus MV, wie z.B. die Mecklenburger Landpute, die Gläserne Molkerei, Arla Foods Upahl und die Biomanufaktur Planet V sind ebenfalls seit Jahren vertreten und präsentieren sich u.a. auf Messeständen gemeinsam mit den öko-logischen Anbauverbänden.

„Für die Bio-Unternehmen bietet die BioFach eine hervorragende Gelegenheit, Bio-Produkte aus MV einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und damit die Vermarktung der Unternehmen durch die Pflege vorhandener sowie den Aufbau neuer Kunden­beziehungen weiter anzukurbeln. Denn dies ist in diesen turbulenten, schwierigen wirtschaftlichen Zeiten von enormer Bedeutung“, so Minister Backhaus, der weiter ausführt:

„Die Präsenz auf der Fachmesse BioFach als internationale Leitmesse ist dem Land ein wichtiges Anliegen und zeigt zudem, welche hohe Leistungsfähigkeit und Bedeutung der Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern hat.“

Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einem Anteil von aktuell 16 Prozent ökologischem Landbau an der landwirtschaftlichen Fläche im vorderen Bereich beim Ländervergleich in Deutschland. Jeder 4. Landwirtschaftsbetrieb in unserem Land wirtschaftet ökologisch.

Zum 01.01.2026 haben 57 Umstellungsbetriebe mit einer Fläche von 4.566 ha einen Neuantrag im Förderprogramm ökologischer Landbau (Extensivierungsrichtlinie, FP 528) gestellt.

Der auf der BioFach 2026 parallel stattfindende BioFach-Kongress steht in diesem Jahr unter dem Leitmotto „Growing Tommorow: Young Voices, Bold Visions – Wie können junge Akteurinnen und Akteure die Zukunft von Bio-Landwirtschaft und Ernährung in einer zunehmend instabilen Welt mitgestalten“.  Für den Dialog und Wissensaustausch über zukunftsweisende Lösungen und die Transformation hin zu mehr Bio bildet der Kongress ein zentrales Forum.