Menü Schließen

Kategorie: Landwirtschaft / Forst / Fischerei

72. Deutsche Forstvereinstagung in Rostock

16 Millionen Bäume für M-V

Rostock – Mecklenburg-Vorpommern setzt beim Waldumbau und der Waldmehrung bundesweit Maßstäbe. Das betonte Forstminister Dr. Till Backhaus heute bei der Eröffnung der 72. Deutschen Forstvereinstagung in der Rostocker Stadthalle. Zu Deutschlands größtem forstlichen Fachkongress werden in den kommenden Tagen rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Europa und Vietnam erwartet.

„Unsere Wälder sind weit mehr als Holzlieferanten. Sie sind Klimaschützer, Wasserspeicher, Lebensraum, Erholungsort und ein Stück Heimat zugleich. Wer über Klimaschutz spricht, darf über den Wald nicht schweigen. Deshalb investieren wir so stark wie nie zuvor in die Zukunft unserer Wälder“, sagte Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den wenigen Ländern, deren Waldfläche weiterhin wächst. Seit 2012 hat sie um 5.688 Hektar zugenommen und umfasst heute 582.361 Hektar. Der Waldanteil liegt inzwischen bei 25 Prozent der Landesfläche. Als Backhaus 1998 das Amt des Forstministers übernahm, lag dieser Wert noch bei rund 20 Prozent.

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die Landesinitiative „Unser Wald in MV“. Mit 20 Millionen Euro Landesmitteln wurde das größte staatliche Aufforstungsprogramm in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns aufgelegt. Bis zum Ende der aktuellen Pflanzsaison entstehen dadurch mehr als 2.000 Hektar neuer Wald.

Bei durchschnittlich 8.000 Bäumen pro Hektar entspricht dies rund 16 Millionen neu gepflanzten Bäumen. Allein im Rahmen von Bürgerpflanzaktionen wurden bereits mehr als 100.000 Bäume gemeinsam mit den Menschen im Land gepflanzt. Für Backhaus ist dabei nicht allein die Waldfläche entscheidend, sondern vor allem deren Zukunftsfähigkeit.

„Wir pflanzen nicht einfach mehr Wald, sondern den Wald der Zukunft. Unser Ziel sind stabile, klimaresiliente Mischwälder mit hoher biologischer Vielfalt. Damit stärken wir die Anpassungsfähigkeit unserer Wälder an Trockenheit, Stürme und Schädlinge und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz sei enorm. Die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns binden jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Kohlenstoff und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.

Zugleich verwies der Minister auf die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes. Das Cluster Forst und Holz umfasst in Mecklenburg-Vorpommern rund 2.800 Unternehmen mit etwa 15.500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro.

Die Deutsche Forstvereinstagung bringe Wissenschaft, Praxis, Politik und Gesellschaft zusammen und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels.

„Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass Waldschutz, nachhaltige Nutzung und Klimaschutz kein Widerspruch sind. Waldmehrung ist möglich – wenn man den politischen Willen dazu hat“, so Backhaus.

Milchwirtschaft M-V: wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung

Rostock – Zum bevorstehenden Tag der Milch am 1. Juni wird Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am Montag ab 9 Uhr die zentrale Veranstaltung für Mecklenburg-Vorpommern auf dem Neuen Markt in Rostock eröffnen.

Für diesen Tag hat die AG Milch Schulen aus Rostock eingeladen. Die Molkereien des Landes, der Rinderzuchtverband und der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern werden mit Informationsständen vertreten sein. Besucherinnen und Besucher können sich auf Verkostungen regionaler Milchprodukte, Informationen rund um die Milchviehhaltung sowie einen Traktor-Parcours freuen.

„Milch entsteht nicht im Supermarkt, sondern auf unseren Höfen. Hinter jedem Liter Milch stehen Menschen, die an 365 Tagen im Jahr Verantwortung für ihre Tiere übernehmen. Der Tag der Milch ist deshalb auch ein Tag der Wertschätzung für unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Milchwirtschaft zählt zu den wichtigsten Bereichen der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell werden im Land rund 145.100 Milchkühe in 594 Milchviehbetrieben gehalten. Sie erzeugen jährlich weit über eine Milliarde Kilogramm Milch und sichern Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze weit über die Landwirtschaft hinaus – in Molkereien, im Transportgewerbe, in der Futtermittelwirtschaft, im Handwerk, in der Landtechnik und in der Verarbeitung.

„Milchwirtschaft hat für Mecklenburg-Vorpommern enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Sie steht für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und lebendige ländliche Räume. Deshalb sage ich ganz klar: Ein Mecklenburg-Vorpommern ohne Tierhaltung wäre ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich ein Fehler“, betont Backhaus.

Gleichzeitig beobachtet der Minister die Entwicklung der Tierhaltung mit Sorge. 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 443.900 Rinder gehalten – rund zehn Prozent weniger als noch 2019. Besonders deutlich wird der Rückgang bei den Milchkühen: Ihre Zahl sank von 161.900 Tieren im Jahr 2019 auf aktuell 145.100 Tiere.

Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Die Auszahlungspreise für Milch sind zuletzt deutlich gesunken. Gleichzeitig haben sich wichtige Betriebskosten erheblich erhöht. Besonders die Preise für Energie, Kraftstoffe und Betriebsmittel belasten die Unternehmen. Der Dieselpreis stieg innerhalb kurzer Zeit von rund 1,33 Euro auf zeitweise etwa zwei Euro je Liter.

„Wer hohe Standards beim Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz fordert, muss auch über deren Finanzierung sprechen. Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif. Stallmodernisierungen, Klimaanpassung und moderne Technik kosten Geld. Deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so der Minister.

Einen wichtigen Beitrag leistet das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP). Nachdem die Förderobergrenze von zwei auf 2,5 Millionen Euro angehoben wurde, konnten deutlich mehr Investitionen unterstützt werden. Die Zahl der geförderten Projekte stieg von 36 im Jahr 2023 auf 89 im Jahr 2025. Das Fördervolumen erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 5,8 auf 12,2 Millionen Euro. Dadurch wurden Gesamtinvestitionen von rund 40 Millionen Euro ermöglicht.

Mit Sorge blickt Backhaus zudem auf die Diskussionen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2028. Nach ersten Berechnungen könnten mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern von geplanten Kürzungen durch Kappung und Degression betroffen sein.

„Die Einkommensstützung der GAP ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Landwirtschaft unter europäischen Standards wirtschaftlich bestehen kann. Wer Versorgungssicherheit, regionale Lebensmittel und starke ländliche Räume will, muss auch die wirtschaftlichen Grundlagen dafür sichern. Dafür werde ich mich persönlich einsetzen“, erklärt Backhaus.

Abschließend dankt der Minister der AG Milch, den Molkereien des Landes, dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Rinderzuchtverband sowie allen beteiligten Unternehmen, Lehrerinnen und Lehrern, Ehrenamtlichen und Helferinnen und Helfern.

„Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Landwirtschaft sichtbar zu machen. Gerade junge Menschen sollen erleben können, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Solche Begegnungen brauchen wir dringender denn je.“

M-V hilft Zukunft des Bundesmelkwettbewerbs zu sichern

Schwerin – Der traditionsreiche Bundesmelkwettbewerb stand vor dem Aus – nun wurde er mit einem grundlegend modernisierten Konzept erfolgreich fortgeführt. Maßgeblich daran beteiligt waren Fachleute aus Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig kommt auch die neue Bundessiegerin erneut aus dem Norden: Ingrid Vogt aus Langenfelde gewann den Wettbewerb bereits zum zweiten Mal.

„Der Bundesmelkwettbewerb ist weit mehr als ein Traditionsformat. Er steht für berufliche Exzellenz, Tierwohl, moderne Landwirtschaft und Leidenschaft für die Arbeit mit Milchkühen. Deshalb war es wichtig, diesen Wettbewerb nicht sterben zu lassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Der Wettbewerb wird seit 1951 durchgeführt und zählt zu den ältesten bundesweiten Berufswettbewerben der Landwirtschaft. Nachdem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ihre organisatorische Unterstützung nicht fortführen wollte, drohte das Ende der traditionsreichen Veranstaltung.

Insbesondere Steffen Schildt als langjähriger Preisrichter beim Wettbewerb sowie Dr. Anke Römer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern setzten sich gemeinsam mit Fachleuten aus mehreren Bundesländern für den Erhalt ein. Ergebnis war ein umfassend modernisiertes Wettbewerbsformat, das aktuelle Anforderungen der Milchviehhaltung stärker berücksichtigt.

„Dank des Engagements der Fachkommission konnte der Wettbewerb nicht nur erhalten, sondern zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Das ist ein wichtiges Signal für die Fachkräftesicherung, die Wertschätzung landwirtschaftlicher Berufe und die Zukunft der Milchviehhaltung in Deutschland“, sagte Backhaus.

Künftig stehen nicht mehr Geschwindigkeit und Routine im Vordergrund, sondern Qualität, Tierwohl, Fachwissen und moderne Verfahren. Das bisherige „Melken auf Zeit“ wurde abgeschafft. Stattdessen werden neue Disziplinen eingeführt – darunter automatische Melkverfahren mit Melkrobotern, Tierwohlbewertungen direkt am Tier, die korrekte Probenahme für bakteriologische Milchuntersuchungen sowie die Beurteilung der Eutergesundheit anhand von Milchkontrolldaten.

Darüber hinaus wird der Wettbewerb künftig stärker ganzheitliches Wissen rund um die moderne Milchviehhaltung abbilden – von Gesundheitsmonitoring und Sensortechnik bis hin zu Fragen der Kälberaufzucht und Klauengesundheit.

„Moderne Milchviehhaltung bedeutet heute weit mehr als nur Melken. Es geht um Tiergesundheit, digitale Verfahren, Hygiene, Tierwohl und verantwortungsvolle Bestandsführung. Genau das muss sich auch in einem zeitgemäßen Berufswettbewerb widerspiegeln“, so Backhaus.

Der Minister betonte zugleich die hohe Bedeutung des Wettbewerbs für den landwirtschaftlichen Nachwuchs: „Der Wettbewerb motiviert junge Tierwirtinnen und Tierwirte, macht Spitzenleistungen sichtbar und stärkt das gesellschaftliche Bewusstsein für die Professionalität moderner Milchproduktion. Wer täglich Verantwortung für Tiere übernimmt, verdient Anerkennung und Respekt.“

Ende April fand an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf in Bayern ein erster Testlauf des neuen Formats mit neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland statt.

Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb erneut für Mecklenburg-Vorpommern: Ingrid Vogt aus Langenfelde verteidigte ihren Bundessieg erfolgreich. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in Steinhagen, heute arbeitet sie im elterlichen Betrieb.

„Der erneute Bundessieg zeigt eindrucksvoll die hohe Qualität der Ausbildung und der praktischen Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gratuliere ich Frau Vogt ganz herzlich“, sagte Backhaus.

Das neue Wettbewerbsformat soll dauerhaft etabliert und in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Der nächste Wettbewerb ist bereits für 2028 im baden-württembergischen Aulendorf geplant. Ziel bleibt es, moderne Milchviehhaltung praxisnah abzubilden, junge Fachkräfte bundesweit zu vernetzen und die Freude an der Arbeit mit Nutztieren zu stärken.

Große Temperaturunterschiede bremsen Pflanzenwachstum in MV

Schwerin – Die vorherrschenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Nachtfröste haben das Pflanzenwachstum auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar gebremst. Mit nun steigenden Temperaturen, vor allem nachts, wird mit einem deutlichen Wachstumsschub gerechnet.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus schätzt die Lage wie folgt ein: „Dank der teilweise sehr ergiebigen Niederschläge am vorletzten Wochenende sind, dort, wo diese gefallen sind, die Böden noch ausreichend mit Wasser versorgt. Dagegen weisen jedoch die leichten, sandigen Standorte im Süden und vor allem im Nordosten des Landes aktuell bereits deutlich geringere Bodenfeuchtegehalte auf. Hier ist der Oberboden nahezu ausgetrocknet, teilweise bis in 30 cm Tiefe. Dennoch entspricht die derzeitige Vegetationsentwicklung dem langjährigen Mittel“.

Die Sorten im Überblick

  • Beim Wintergetreide befinden sich die Bestände derzeit in der Steckungsphase. Spätsaaten sind in der Entwicklung noch deutlich im Rückstand. Aufgrund der bisherigen Witterung sind die Bestände überwiegend gesund. Bei trockenem sowie sonnigem Wetter ist vor allem bei der organischen Düngung aktuell mit einem erhöhten Risiko für Ammoniakverluste zu rechnen.
  • Der Winterraps steht bereits in der Blüte. Die Bestände sind gesund, jedoch sind auf leichten Sandstandorten bereits Anzeichen von Trockenheit erkennbar. Bedingt durch die wärmere Wetterlage ist mit einem erhöhten Insektenzuflug zu rechnen. Die Gelbschalen müssen intensiver kontrolliert werden.
  • Sommergetreide und Leguminosen: Für die Sojaaussaat ist es weiterhin zu kühl. Das Sommergetreide befindet sich, je nach Saattermin, in der Blattentwicklung bis Bestockung. Erbsen und Ackerbohnen sind ebenfalls in der Blattentwicklung. Bisher gab es ein geringes Auftreten von Blattrandkäfern. Die Lupinen laufen auf.
  • Mais und Kartoffeln: Die Maisaussaat läuft auf Hochtouren. Bei den Kartoffeln läuft derzeit die Pflanzung.
  • Grünland: Die Pflege und Düngung sind nun auch im Niedermoor abgeschlossen. Ausnahme sind einige wenige tiefer liegende und stark vernässte Teilflächen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht ist das Massewachstum sehr verhalten. Besonders auf den Niedermoorflächen ist kaum Zuwachs zu verzeichnen. Die Niederschläge der vergangenen Woche brachten in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns Entlastung, im Osten und Nordosten jedoch nicht. Auf Weiden mit sehr zeitigem Austrieb im April gibt es keinen nennenswertem Massenwachstum.
  • Beim Feldfutter (Gräser und Luzerne) gab es in den vergangenen Tagen gute Massezuwächse. Es ist zeitnah mit einem durchschnittlichen ersten Schnitt zu rechnen. Erste Ackerfutterflächen mit Futterroggen und frühen Weidelgräsern wurden bereits geerntet. Die Erträge fielen dabei unterdurchschnittlich aus.

Agraranträge für 2026 verfügbar: bis 15. Mai einreichen 

Schwerin – Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern können ab sofort unter www.agrarantrag-mv.de ihre Agraranträge ausfüllen. Das Landwirtschaftsministerium weist gleichwohl darauf hin, dass derzeit zwar mit der Bearbeitung begonnen werden kann, das Einreichen der Anträge aber erst ab 17.04.2026 zur Verfügung steht.

Die Frist zum Einreichen ist der 15. Mai 2026. Danach eingehende Anträge haben auf Grund der verspäteten Abgabe Prämienkürzungen zur Folge. Anträge, die nach dem 31. Mai 2026 eingehen, gelten als verfristet und werden abgelehnt.

Tipp: Keine Prämienkürzung erfolgt, wenn bis zum 15.05.2026 alle gewünschten Anträge und über die Flächenerfassung („Tabelle Nutzungsnachweis“) eine einzelne Fläche eingereicht werden. Die vollständige Erfassung der Flächen kann in diesem Fall dann noch bis 31.05.2026 ohne Prämienkürzung über das erneute Einreichen der „Tabelle Nutzungsnachweis“ nachgeholt werden.

Die jeweiligen Bewilligungsbehörden stehen den Antragstellern unter der Woche zu den Dienstzeiten als fachliche und technische Ansprechpartner zur Verfügung. Die entsprechenden Kontaktdaten werden im Antragsverfahren ersichtlich. Um ein sorgfältiges Lesen der verschiedenen Hinweise im Antragsverfahren wird seitens der Verwaltung ausdrücklich gebeten.

35 Jahre Bauernverband M-V

Backhaus gratuliert Bauernverband: „Starke Stimme für Landwirtschaft und ländlichen Raum“

Linstow – Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern feiert heute sein 35-jähriges Bestehen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus gratulierte dem Verband aus Bad Reichenhall, wo er derzeit an der Agrarministerkonferenz teilnimmt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird am Nachmittag auf dem Bauerntag sowie am Abend auf dem Bauernball sprechen. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird bei der Jubiläumsveranstaltung durch Staatssekretär André Konsolke vertreten.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern wurde 1991 als erster Bauernverband in den neuen Bundesländern gegründet und vertritt heute über 15 Regionalverbände die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte im Land.

Am Rande der Agrarministerkonferenz betonte Minister Backhaus die zentrale Bedeutung der Branche und des Verbandes:  „Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant. Sie sichert täglich die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln – und das auch in Zeiten globaler Krisen zuverlässig und auf hohem Niveau. Allein in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mehr als 100.000 Menschen in der Land-, Ernährungs-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie im nachgelagertem Dienstleistungsbereich. Auf rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche wird hier die Grundlage für Wertschöpfung, Beschäftigung und stabile ländliche Räume geschaffen.

Den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern habe ich nicht nur begleitet – ich habe seine Entwicklung über Jahrzehnte politisch mitgestaltet. Seit fast 28 Jahren trage ich Verantwortung für die Landwirtschaft in unserem Land. Dabei gilt für mich und für viele im Verband bis heute: Marktwirtschaft wollen wir, Landwirtschaft können wir, Rahmenbedingungen brauchen wir. Genau daran arbeiten wir seit 35 Jahren gemeinsam.“

Backhaus hob hervor, dass die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell prägt und ein zentraler Pfeiler für funktionierende ländliche Räume ist.

Mit Blick auf aktuelle politische Herausforderungen machte der Minister deutlich, dass die Branche vor wegweisenden Entscheidungen steht: „Die Vorschläge zur zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik bedeuten für Mecklenburg-Vorpommern Einschnitte von über 160 Millionen Euro jährlich. Das gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und die Entwicklung des ländlichen Raums. Gleichzeitig brauchen wir ein Düngerecht, das rechtssicher, praktikabel und wirksam ist. Die aktuelle Situation schafft Unsicherheit für Betriebe und Verwaltung gleichermaßen. Hier ist der Bund gefordert, schnell zu handeln.“

Auch mit Blick auf Klimaschutz und Moorschutz sei ein ausgewogener Ansatz entscheidend:

„Klimaschutz ist notwendig – aber er muss gemeinsam mit der Landwirtschaft gestaltet werden. Unser Ziel ist es nicht, Flächen aus der Nutzung zu nehmen, sondern Perspektiven zu schaffen, die wirtschaftlich tragfähig sind. Dafür setzen wir auf Förderung, Innovation und Dialog.“

Der Minister würdigte den Bauernverband als zentralen Partner in diesem Prozess: „Der Bauernverband hat die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung entscheidend mitgeprägt – von der Neuaufstellung der Betriebe bis hin zu den aktuellen Transformationsprozessen. Er bündelt die Interessen der Betriebe und bringt sie mit Nachdruck in politische Entscheidungen ein – im Land, im Bund und in Europa.“

Abschließend gratulierte Backhaus dem Verband zum Jubiläum:  „Ich gratuliere dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern herzlich zum 35-jährigen Bestehen. Ich wünsche weiterhin Zusammenhalt, Durchsetzungskraft und eine starke Stimme für unsere Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und den ländlichen Raum.“

Tag des Waldes im Zeichen von Aufforstung

Bürgerbeteiligung und Innovation unterstützen aktiv

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt beim Schutz und Umbau seiner Wälder auf eine klare Strategie: große Aufforstungsprogramme, aktive Unterstützung beim Waldumbau und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes am 21. März hat Umweltminister Dr. Till Backhaus die Fortschritte des Landes sowie neue Mitmachaktionen vorgestellt.

„Unsere Wälder sind zentrale Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel, sie sichern Biodiversität und Lebensqualität. Deshalb investieren wir gezielt in Aufforstung, unterstützen den Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern und binden gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger aktiv ein“, sagte Backhaus.

Aufforstungsoffensive des Landes zeigt Wirkung

Die Waldfläche in Mecklenburg-Vorpommern wächst seit Jahrzehnten kontinuierlich. Heute bedecken rund 582.000 Hektar Wald etwa 25 Prozent der Landesfläche. Ein wesentlicher Grund dafür sind gezielte Erstaufforstungen sowie natürliche Waldentwicklung.

Seit 2020 hat Mecklenburg-Vorpommern das größte staatliche Aufforstungsprogramm seiner Geschichte gestartet. 20 Millionen Euro Landesmittel wurden für die Initiative „Unser Wald in MV“ bereitgestellt. Dadurch konnten bisher rund 1.400 Hektar neuer Wald entstehen.

„Wenn man bedenkt, dass im Durchschnitt rund 8.000 Bäume pro Hektar gepflanzt werden, entspricht das bereits etwa 11,2 Millionen neu gepflanzten Bäumen“, erklärte Backhaus.

Zwischen der Saison 2020/2021 und 2024/2025 wurden rund 1.530 Hektar Neuwaldfläche umgesetzt. In der aktuell laufenden Pflanzsaison sollen weitere 550 Hektar hinzukommen. Nach Abschluss der Saison wird die Neuwaldfläche insgesamt mehr als 2.000 Hektar betragen. Bis 2030 sollen landesweit 4.380 Hektar neue Waldflächen entstehen.

Waldumbau: Mehr Laubholz für klimaresiliente Wälder

Der Klimawandel stellt die Wälder vor große Herausforderungen. Viele ältere Nadelholzbestände sind anfällig für Trockenheit, Stürme und Schädlinge.

„Unsere Wälder benötigen in Zeiten des Klimawandels weiterhin aktive Hilfe in Form von Pflanzungen, wenn der Baumartenwechsel schnell erfolgen soll“, sagte Backhaus. „Unter bestehenden Nadelholzbeständen verjüngt sich Laubholz häufig nicht ausreichend von selbst. Durch gezielte Pflanzungen bringen wir klimaangepasste Baumarten ein und entwickeln unsere Wälder Schritt für Schritt zu stabilen Misch- und Dauerwäldern.“

Die eingebrachten Laubgehölze sorgen für mehr Artenvielfalt, eine stabilere Waldstruktur und bessere Anpassungsfähigkeit an Klimaveränderungen.

Bürgerinnen und Bürger pflanzen mit: „Baum statt Ramsch“

Neben staatlichen Programmen setzt das Land zunehmend auch auf gesellschaftliche Beteiligung am Waldschutz. Ein Beispiel dafür ist die neue Spenden- und Mitmachaktion der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit der Landesforstanstalt MV: „Baum statt Ramsch“. Die Kampagne startete zur Vorweihnachtszeit 2025 mit einer einfachen Idee: Statt kurzlebiger Konsumgeschenke können Bürgerinnen und Bürger für zehn Euro einen Baum für Mecklenburg-Vorpommern verschenken.

Der Betrag deckt sämtliche Kosten ab – vom zertifizierten Pflanzgut über Pflanzung und Pflege bis zur waldpädagogischen Begleitung. Seit Beginn der Aktion wurden bereits 956 Bäume gespendet, was einem Spendenvolumen von 9.560 Euro entspricht. Gepflanzt wird derzeit im Forstamt Billenhagen sowie im Forstamt Jasnitz.

Heute findet im Revier Blankenhagen (Gresenhorst) im Forstamt Billenhagen eine der ersten gemeinsamen Pflanzaktionen mit Spenderinnen und Spendern statt. Dabei werden klimaangepasste Baumarten wie Traubeneiche und Buche gepflanzt. Rund 300 Pflanzen werden mit Wuchshüllen vor Wildverbiss geschützt, um den Anwuchserfolg zu sichern. Ergänzend werden standortgerechte Straucharten eingesetzt, um Biodiversität und Strukturvielfalt zu fördern.

„Initiativen wie ‚Baum statt Ramsch‘ zeigen, dass Klimaschutz im Wald auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Sie verbinden Engagement, Umweltbildung und praktische Beteiligung“, sagte Backhaus.

Innovation im Wald: Neue Pflanzmaschine aus Mecklenburg-Vorpommern

Passend zum Tag des Waldes am kommenden Wochenende nimmt der Minister heute außerdem an der Praxiseinführung einer in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten Pflanzmaschine der Forstbaumschule Güstrow bei Eickelberg (Amt Bützow-Land) teil.

Die Güstrower Garten-, Landschafts- und Forstbaugesellschaft mbH erhielt für die Entwicklung im Rahmen eines LEADER-Projekts eine Förderung von 61.100 Euro. Damit konnte ein Gesamtprojektvolumen von rund 112.000 Euro realisiert werden.

Die neue Technik verbessert insbesondere die Ergonomie für die Beschäftigten und ermöglicht dank eines integrierten Tiefenmeißels das Aufbrechen verdichteter Böden. Dadurch erhalten junge Bäume bessere Wachstumsbedingungen.

Die Maschinen wurden von der Firma Maschinenbau Möller aus Malchow gebaut und können gleichzeitig mehrere Sortimente von Nadel- und Laubgehölzen pflanzen. Dank einer neuen Pflanzscheibe lassen sich auch größere Pflanzen einsetzen, die sich besser gegen Konkurrenzvegetation wie Gras oder Brombeeren behaupten können.

Aufforstung bleibt Daueraufgabe

„Aufforstung, Wiederbewaldung und Waldumbau sind Daueraufgaben“, betonte Backhaus. „Sie erfordern fachliches Know-how, Ausdauer, verlässliche Partner – und auch die Bereitschaft, neue technische Wege zu gehen. Genau dafür stehen unsere Programme und Projekte.“

Newcastle-Krankheit: Backhaus mahnt zur Einhaltung der Impfvorgaben

Schwerin – Nachdem die Newcastle-Krankheit (Newcastle Disease, ND) im Februar 2026 erstmals wieder in Deutschland nachgewiesen wurde, verstärkt das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern seine Sicherheitsappelle. Angesichts aktueller Ausbrüche in Brandenburg und Bayern aber auch in anderen EU-Mitgliedstaaten und der hiermit verbundenen Seuchenbe­kämpfungs­maßnahmen warnt Minister Dr. Till Backhaus vor Nachlässigkeiten bei der Tiergesundheit:

„Wir haben in Deutschland für Hühner und Puten eine gesetz­liche Impfpflicht gegen ND. Das gilt für jeden Halter – vom großen Mastbetrieb bis zum Hobbyzüchter mit wenigen Tieren“, betont Dr. Backhaus.

„Ein wirksamer Schutz der Bestände kann jedoch nur bei der strikten Einhaltung der Impfpflicht unter Beachtung der Herstellerangaben zur Grundimmunisierung und den eventuell erforderlichen Auffrischungsimpfungen aufgebaut werden. Wer hier nachlässig agiert, gefährdet damit die Existenz ganzer Betriebe und riskiert ggf. seine Entschädigungsleistungen der Tierseuchenkasse.“

Die Newcastle-Krankheit ist hochansteckend. Typische Anzeichen sind ein drastischer Rückgang der Legeleistung, Atemnot, wässriger Durchfall oder auch zentralnervöse Störungen wie das Verdrehen des Kopfes.

„Wir haben eine harte Geflügelpest-Saison hinter uns, und nun bedroht eine weitere Seuche unsere Geflügelbestände. Mehr als 1,4 Mio. Tiere mussten bereits getötet wegen ND werden. Neben der korrekten Impfung ist die Einhaltung der Biosicherheits­maßnahmen daher oberste Pflicht“, so Backhaus.

Unklare Krankheitserscheinungen seien unverzüglich dem zuständigen Veterinäramt zu melden.