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Kategorie: Klimaschutz / Energie / Wetter

Messe: WindEnergy in Hamburg

Dr. Blank: „Erneuerbare Energien sind Standortvorteil für Mecklenburg-Vorpommern“

Hamburg/Schwerin – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern besucht heute die internationale Leitmesse WindEnergy in Hamburg. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Unternehmen der Windenergiebranche mit Sitz oder wichtigen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Austausch mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Daraus wollen wir noch stärker wirtschaftliche Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze im Land machen. Strom aus erneuerbaren Quellen ist längst ein handfester Standortfaktor. Unternehmen achten bei Investitionsentscheidungen zunehmend darauf, ob ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist – hier kann MV punkten“, sagte Dr. Wolfgang Blank.

Wie wichtig dieser Standortvorteil inzwischen ist, zeigt die aktuelle Ansiedlung eines großen Rechenzentrums der Schwarz Gruppe in Dummerstorf. Für das Milliardenprojekt ist die Verfügbarkeit großer Mengen erneuerbarer Energie ein wichtiger Faktor. „Wir produzieren in Mecklenburg-Vorpommern viel Strom aus erneuerbaren Quellen. Unser Ziel ist es, einen wachsenden Teil dieser Energie bei uns im Land zu nutzen. Die Ansiedlung in Dummerstorf zeigt, welche neuen Chancen daraus für Investitionen und Arbeitsplätze entstehen“, so Blank.

Gleichzeitig müsse der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort mitgetragen werden. „Die Menschen müssen etwas davon haben, wenn in ihrer Nachbarschaft Windenergieanlagen entstehen. Beteiligung ist entscheidend für Akzeptanz. Deshalb haben wir das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz verbessert und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen gestärkt. Die Wertschöpfung aus der Energiewende muss ankommen, wo die Energie erzeugt wird“, sagte Dr. Blank.

Insgesamt sind 16 Unternehmen und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern auf der WindEnergy 2026 vertreten.

Die WindEnergy Hamburg findet vom 22. bis 25. September 2026 statt. Rund 1.600 ausstellende Unternehmen aus 40 Ländern präsentieren sich auf 83.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Erwartet werden mehr als 43.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 100 Ländern. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen der Onshore- und Offshore-Windenergie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Energiespeichern und intelligentem Energiemanagement.

Hafenentwicklungsplan und Studie zur Offshore-Windindustrie

Dr. Wolfgang Blank: „Wir richten die Rostocker Häfen auf die Zukunft aus“

Rostock – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Rostock einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 440.000 Euro an die Hanse- und Universitätsstadt übergeben. Gefördert werden damit die Erstellung des Hafenentwicklungsplan 2050 sowie eine Potentialstudie zum Offshore-Windausbau in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesamtausgaben betragen rund 590.000 Euro. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirt­schaftsstruktur“ (GRW).

„Unsere Häfen sind Motoren der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Sie verbinden unser Land mit internationalen Märkten und bieten Raum für Unternehmen, Investitionen und neue Arbeitsplätze. Mit dem Hafenentwicklungsplan 2050 richten wir den Blick auf die langfristige Entwicklung der Rostocker Häfen. Zugleich wollen wir die Chancen der Off­shore-Windindustrie sowohl für Rostock als auch für Mukran stärker nutzen. Unser Ziel ist es, mehr Wertschöpfung aus der Offshore-Windenergie für unser Land zu gewinnen und damit gute Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen“, sagte Dr. Wolfgang Blank.

Der bisherige Hafenentwicklungsplan stammt aus dem Jahr 2017 und reicht bis 2030. Mit der Fortschreibung soll eine planerische Grundlage für die Entwicklung bis 2050 ge­schaffen werden. Dabei sollen insbesondere die im neuen Regionalen Raumentwicklungsprogramm vorgesehenen Erweiterungsflächen für den Hafen näher betrachtet und ihre künftige Nutzung konkretisiert werden. Die konzeptionelle Vorbereitung erfolgt durch ROSTOCK PORT.

In Zusammenhang damit steht die Potentialanalyse zum Off­shore-Windausbau. Sie soll untersuchen, welche Möglich­keiten sich für zusätzliche Wertschöpfung und zusätzlichen Umschlag an den hafenstandorten Rostock und Mukran er­geben. Angesichts begrenzter Flächen soll die Studie dazu beitragen, die verfügbaren Kapazitäten entsprechend den Anforderungen der Branche bestmöglich zu nutzen.

Betrachtet werden die drei wesentlichen Phasen im Lebens­zyklus eines Offshore-Windparks: Aufbau, Betrieb sowie Rückbau und Recycling. Für Rostock liegt der Schwerpunkt auf den Chancen im Betrieb sowie beim Rückbau und Recyc­ling, für Mukran werden alle drei Phasen untersucht. Dabei sollen jeweils auch die volkswirtschaftlichen Effekte für die Standorte ermittelt werden.

„Die Chancen der Offshore-Windindustrie reichen weit über die Errichtung neuer Anlagen hinaus. Auch ihr Betrieb, der spätere Rückbau sowie das Recycling eröffnen unseren Unternehmen weitreichende Perspektiven. Wer diese Poten­tiale nutzen will, muss die Anforderungen der Branche früh­zeitig erkennen und die hiesige Hafenentwicklung gezielt darauf ausrichten. Dafür schaffen wir mit der Förderung eine fundierte Entscheidungsgrundlage“, so Minister Dr. Blank.

Ines Jesse: „Die Nutzung erneuerbare Energien läuft in MV“

Güstrow – Wie können erneuerbare Energien noch stärker für Wärmeversorgung, Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung genutzt werden? Dafür war Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, vor Ort im Austausch mit regionalen Akteurinnen und Akteuren. Auf dem Programm standen die Stadtwerke Greifswald, der Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene, die MECK-SCHWEIZER in Gessin und GTC Energy Solutions in Güstrow.

„Von einer verlässlichen Wärmeversorgung über nachhaltige Elektromobilität im ländlichen Raum bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien von regionalen Unternehmen – dafür sehen wir heute viele gute Beispiele in unserem Land“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Den Auftakt der Energietour bildete der Besuch des Heizkraftwerks „Helmshäger Berg“ der Stadtwerke Greifswald. Im Mittelpunkt stand das innovative Kraft-Wärme-Kopplungssystem „Boddenluft“. Die Anlage verbindet eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mit Power-to-Heat und Solarthermie.

„Power-to-Heat, Wärmepumpen, Speicher und Wärmenetze müssen zusammen gedacht werden. Genau das wird hier vor Ort gemacht“, so Staatssekretärin Jesse.

Ein weiterer Schwerpunkt der Energietour lag auf der Elektromobilität im ländlichen Raum. Beim Verein Vorpommersche Dorfstraße in Stolpe an der Peene informierte sich die Staatssekretärin über das Projekt „Elektromobile Ferienstraße“. Mit Unterstützung des Landes wurde ein regionales Netz öffentlich zugänglicher Ladepunkte aufgebaut. Das Projekt verbindet damit nachhaltige Mobilität und die touristische Entwicklung des ländlichen Raums.

„Gerade im ländlichen Raum ist eine verlässliche Ladeinfrastruktur eine Voraussetzung dafür, dass moderne und nachhaltige Mobilität funktioniert und Regionen touristisch attraktiv sind. Die Vorpommersche Dorfstraße zeigt, wie engagierte regionale Akteure mit Unterstützung des Landes erfolgreich eigene Lösungen entwickeln, von denen alle profitieren“, sagte Staatssekretärin Jesse.

Wie erneuerbare Energien, regionale Wirtschaft und Mobilität unmittelbar miteinander verbunden werden können, zeigte der Besuch der Meck-Schweizer GmbH in Gessin. Die Regionalvermarktungsinitiative verbindet regionale Produkte, eine eigene Handelsplattform, eine elektrische Lieferflotte sowie eine Photovoltaikanlage mit Speicher und Schnellladesäule. Ergänzt wird das Konzept durch Wärmerückgewinnung, Wärmepumpentechnik, Elektromobilitätsangebote im Dorf sowie Agroforst und Bioenergie.

„Die MECK-SCHWEIZER zeigen anschaulich, was man mit erneuerbaren Energien machen kann: Solarstrom, Speicher, elektrische Mobilität sowie eine effiziente Wärme- und Kältenutzung. Gleichzeitig verbinden sie dies mit einem ein „Konsum“ für regionale Lebensmittel und Café – und schaffen damit einen Begegnungsort für Jung und Alt. Das ist eine Erfolgsgeschichte aus Mecklenburg-Vorpommern, getragen von einem Familienbetrieb mit Eigeninitiative und großem Engagement“, so Staatssekretärin Jesse.

Im Anschluss besuchte Staatssekretärin Jesse die GTC Energy Solutions GmbH in Güstrow. Das Unternehmen entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Energiespeicher und Steuerungssysteme insbesondere für die Schifffahrt und die maritime Wirtschaft. „Die GTC Energie Solutions GmbH zeigt, wie aus der Verbindung von moderner Speichertechnologie und maritimer Kompetenz die Batterien für elektrische Antriebssysteme insbesondere Schiffe und Fähren entwickelt werden. Wir sind froh, solche Unternehmen in unserem Land zu haben“, so Staatssekretärin Jesse.

Ausbau der erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien: Kommunen beraten beim „Kommunalnetzwerk Ost“

Friedland – Wie kann der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien so gestaltet werden, dass Kommunen und Menschen vor Ort davon profitieren? Darüber tauschen sich heute Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen beim Kommunalnetzwerk Ost der Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Friedland aus.

„Mecklenburg-Vorpommern steht zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Entscheidend ist, dass der Ausbau klug gesteuert wird und die Menschen vor Ort davon profitieren. Die Erneuerbaren schaffen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und neue wirtschaftliche Chancen in unserem Land. Das zeigen viele gute Beispiele“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.

Die große Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie ist längst ein entscheidender Standortfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Unternehmen wie Nordex produzieren hier Windenergieanlagen, hinzu kommen neue Großprojekte: In Rostock wurde der Auftrag für den Bau einer großen Konverterplattform vergeben. In Dummerstorf plant die Schwarz Gruppe Investitionen von mehreren Milliarden Euro für den Bau eines Rechenzentrums, das mit grünem Strom betrieben werden soll.

Die Modellregion Tollense zeigt beispielhaft, wie Kommunen und Unternehmen gemeinsam und landkreisübergreifend die Potenziale der erneuerbaren Energien für wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung nutzen können.

„Diese Beispiele zeigen, welche wirtschaftlichen Chancen im Ausbau der Erneuerbaren liegen. Wir sorgen dafür, dass möglichst viel von dieser Wertschöpfung im Land bleibt. Dazu gehören gute Arbeitsplätze genauso wie konkrete Vorteile für die Kommunen und die Menschen“, so Jesse.

Dafür setzt das Land auf verschiedene Instrumente. Dazu gehören unter anderem die Beteiligung von Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern an Wind- und Solarprojekten, die Entwicklung grüner Gewerbegebiete sowie bessere Rahmenbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort.

Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der finanziellen Beteiligung der Kommunen eine Vorreiterrolle ein. 2016 hat das Land als erstes Bundesland ein Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz eingeführt. Heute profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen; die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich auf rund 12,5 Millionen Euro jährlich. Mit der Novelle des Gesetzes wurden die Beteiligungsmöglichkeiten in diesem Jahr erweitert und erstmals auch Photovoltaik-Freiflächenanlagen einbezogen.

„Die Energie wird vor Ort produziert und die Menschen und Gemeinden vor Ort sollen davon profitieren. Deshalb ist der Austausch mit den Kommunen so wichtig. Im Kommunalnetzwerk können Erfahrungen geteilt, konkrete Lösungen diskutiert und erfolgreiche Beispiele weitergegeben werden.“

Auf dem Programm des Kommunalnetzwerks stehen unter anderem die neuen Beteiligungsmöglichkeiten, die Möglichkeiten für Gemeinden, eigene Flächen für Windenergie auszuweisen, sowie die Beratungsangebote der LEKA MV. Das heutige Treffen in Friedland ist die 14. Ausgabe des seit 2020 bestehenden Formats.

Erneuerbare Energien und Beteiligungen

Ines Jesse: „Die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren muss dort ankommen, wo die Energie erzeugt wird“

Grevesmühlen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat sich gestern beim Kommu­nalnetzwerk West der Landesenergie- und Klimaschutzagen­tur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Grevesmühlen über den Ausbau erneuerbarer Energien und die Möglich­keiten kommunaler Beteiligung informiert. Rund 30 Vertre­terinnen und Vertreter aus Kommunen der Landkreise Nord­westmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Rostock nahmen an der Veranstaltung teil.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet Mecklenburg-Vorpommern große Chancen – für unsere Wirtschaft, für neue Arbeitsplätze und für die Entwicklung unserer Regionen. Ent­scheidend ist, dass die Wertschöpfung dort ankommt, wo die Energie erzeugt wird. Deshalb stärken wir mit dem neuen Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz die Möglichkeiten sowohl für Kommunen und als auch für Bürgerinnen und Bür­ger, vor Ort stärker zu profitieren und mitzugestalten“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungs­gesetzes MV stärkt die regionale Wertschöpfung und fördert die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren durch eine höhere finanzielle Beteiligung der Menschen vor Ort. Bei Windenergieanlangen erhalten die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinden pro vollem Megawatt installierter Leis­tung standardmäßig jeweils 5.000 Euro jährlich. Bei Photovol­taik-Freiflächenanlagen sind es jeweils insgesamt 1.000 Euro pro Jahr. Auch Unternehmen profitieren von zu­sätzlichen Anreizen für die Nutzung Direktstrom.

Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Beteiligung von Kom­munen und Bürgern bundesweit Vorreiter. Bereits 2016 hatte das Land als erstes Bundesland ein entsprechendes Gesetz eingeführt. Inzwischen profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen. Die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich bereits auf ca. 12,5 Millionen Euro jährlich. Davon profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in den nächsten Jahrzehnten.

Mit dem seit dem 29. April 2026 geltenden novellierten Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz M-V wurden die Mög­lich­keiten weiter ausgebaut. Erstmals werden auch Frei­flächen-Photovoltaikanlagen einbezogen. Kommunen erhalten mehr Gestaltungsspielräume bei der Vereinbarung von Betei­ligungs­modellen mit Vorhabenträgern. Vereinfachte Standard­modelle und feste Pauschalen je Megawatt sollen die Betei­ligung zugleich transparenter und praxistauglicher machen.

„Wir wollen, dass die Kommunen die neuen Möglichkeiten besser nutzen können und Beteiligung vor Ort praktikabler wird. Dafür braucht es neben verlässlichen gesetzlichen Rah­men­bedingungen auch den direkten Austausch mit den Kom­mu­nen. Das Kommunalnetzwerk der LEKA MV bietet dafür eine wichtige Plattform“, so Staatssekretärin Jesse.

Neben dem neuen Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz MV standen beim Kommunalnetzwerk West auch die kommu­nale Ausweisung von Windenergieflächen sowie aktuelle Ent­wicklungen auf Landes- und Bundesebene im Mittelpunkt. Ein weiteres Kommunalnetzwerk findet am 7. September 2026 in Friedland statt.

Klimaschutz wird sichtbar: 29 Projekte aus MV ausgezeichnet

Parchim – 90 Bewerbungen, 29 ausgezeichnete Projekte und Ideen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Beim Landeswettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ zeigt sich, wie vielfältig Klimaschutz im ländlichen Raum bereits heute gelebt wird. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus zeichnet heute ab 18 Uhr im Solitär in Parchim elf Projekte mit Hauptpreisen und weitere 18 mit Mutmach-Preisen aus. Die ausgezeichneten Vorhaben reichen von Bürgerenergie und nachhaltiger Landwirtschaft über klimafreundliche Mobilität und Moorwiedervernässung bis hin zu Bildungs-, Sport- und Gemeinschaftsprojekten.

„Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Berlin, Brüssel oder auf internationalen Konferenzen. Er entscheidet sich auch in unseren Dörfern und Städten – dort, wo Menschen selbst anpacken und Lösungen entwickeln, die zu ihrer Region passen. 90 Bewerbungen zeigen, wie viel Ideenreichtum und Engagement es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Die ausgezeichneten Projekte verbinden Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung, Bildung, Mobilität und einem lebendigen Miteinander. Genau diesen Klimaschutz brauchen wir: konkret, vor Ort und gemeinsam mit den Menschen statt über ihre Köpfe hinweg“, sagte Backhaus anlässlich der Preisverleihung.

Der Wettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Bewerben konnten sich Bürgerinnen und Bürger aus den ländlichen Räumen des Landes. Ausgezeichnet werden Projekte in zwei Kategorien: „gut gedacht“ für kreative und umsetzungsreife Ideen sowie „gut gemacht“ für Vorhaben, die bereits praktisch umgesetzt werden.

Insgesamt werden 11 Hauptpreise und 18 Mutmach-Preise vergeben. Die drei Hauptpreise in der Kategorie „gut gedacht“ sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die acht Hauptpreisträger in der Kategorie „gut gemacht“ erhalten jeweils 15.000 Euro. Für die 18 Mutmach-Preise stehen jeweils 2.000 Euro zur Verfügung. Damit fließen insgesamt 205.000 Euro unmittelbar in die Weiterentwicklung der ausgezeichneten Ideen und Projekte.

Backhaus betonte: „Gute Ideen scheitern gerade im ländlichen Raum häufig nicht am Engagement, sondern daran, dass für den entscheidenden nächsten Schritt Geld oder Unterstützung fehlen. Genau dort setzt der Wettbewerb an. Wir wollen aus guten Ideen konkrete Projekte machen und erfolgreiche Projekte dabei unterstützen, weiter zu wachsen. Wer vor Ort Verantwortung übernimmt, soll auch die Chance bekommen, etwas zu bewegen.“

Wie unterschiedlich dieser Beitrag aussehen kann, zeigen die Hauptpreisträger. Eine Bürgerenergiegenossenschaft mit mehr als 120 Mitgliedern betreibt beispielsweise Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und ermöglicht der Kommune langfristig günstigen, CO₂-sparenden Strom. In Parchim entsteht an der Evangelischen Schule Paulo Freire ein Klimawald als Lernort für Schülerinnen und Schüler. Eine historische Dorfschule wurde vor dem Abriss bewahrt und zu einem ökologischen Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort entwickelt. Sportvereine setzen Photovoltaik, Speicher, LED-Flutlicht oder Mehrwegsysteme ein. Andere Projekte verbinden Landwirtschaft mit Naturschutz, schaffen Streuobstwiesen oder machen Moor- und Klimaschutz für Kinder und Erwachsene erlebbar.

„Das ist für mich der entscheidende Punkt: Klimaschutz wird dann überzeugend, wenn er einen konkreten Nutzen schafft. Wenn Bürgerinnen und Bürger gemeinsam günstigeren Strom erzeugen, ein Sportverein seine Energiekosten senkt, regionale Lebensmittel produziert werden oder aus einem alten Gebäude wieder ein lebendiger Treffpunkt im Dorf wird, dann profitieren Klima und Region gleichermaßen. Klimaschutz kann regionale Entwicklung sein – und genau das zeigen diese Projekte“, betonte Minister Backhaus.

Auch die 18 Mutmach-Preise spiegeln die große Bandbreite des Engagements wider. Ausgezeichnet werden unter anderem Vorhaben für E-Carsharing und ehrenamtliche Fahrdienste, Blühwiesen und Streuobst, regenerative Landwirtschaft, Umweltbildung, Photovoltaik sowie regionale Wertschöpfung. 

„Gutes.Klima.Machen.“ ist Teil des auf zwei Jahre angelegten Landesprogramms „MV tut was.“ Das Programm verfolgt das Ziel, Klimaschutz mit Beteiligung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und regionaler Entwicklung in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns zu verbinden. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Kommunen und junge Menschen sollen konkrete Möglichkeiten erhalten, eigene Klimaschutzprojekte anzustoßen und umzusetzen. Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was

Der Wettbewerb wird vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V. umgesetzt. Die Preisverleihung ist zugleich Teil eines Austauschforums, bei dem Akteure aus den verschiedenen Projekten des Landesprogramms Erfahrungen teilen, voneinander lernen und neue Netzwerke knüpfen können.

Europa erlebt Folgen des Klimawandels

M-V stellt Klimaanpassungsstrategie vor

Schwerin – Wald- und Vegetationsbrände in Frankreich und Spanien, langanhaltende Hitzewellen, extreme Trockenheit und gleichzeitig etliche Starkregenereignisse prägen in diesem Sommer das Bild in weiten Teilen Europas. Auch Mecklenburg-Vorpommern erlebt die Folgen des Klimawandels längst unmittelbar. Fast zeitgleich verursachten Starkregen und Hagel in Westmecklenburg auf rund 16.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Schäden von bis zu fünf Millionen Euro.

Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss schließt Mecklenburg-Vorpommern einen einjährigen Erarbeitungsprozess ab und verfügt erstmals über eine landesweite Klimaanpassungsstrategie. Sie legt den verbindlichen Handlungsrahmen fest, wie Klimarisiken künftig bei politischen Entscheidungen, Planungen und Investitionen systematisch berücksichtigt werden.

„Die Bilder aus Frankreich und Spanien zeigen, wie schnell aus Hitze und Trockenheit eine Gefahr für Menschen, Infrastruktur und Wirtschaft werden kann. Auch Mecklenburg-Vorpommern bleibt davon nicht verschont. Die Frage ist heute nicht mehr, ob wir die Folgen des Klimawandels spüren, sondern wie gut wir darauf vorbereitet sind. Deshalb handeln wir jetzt. Unser Ziel ist klar: Wir wollen gar nicht erst zulassen, dass aus Klimarisiken Katastrophen werden. Vorsorge ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes“, sagte Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus.

Die Klimaanpassungsstrategie setzt das landeseigene Klimaverträglichkeitsgesetz um und bildet eine Ergänzung zum Klimaschutz. Während der Klimaschutz die Ursachen des Klimawandels bekämpft, richtet die Klimaanpassung den Blick auf die bereits heute spürbaren und künftig unvermeidbaren Folgen.

Seit Beginn der Messungen ist die Durchschnittstemperatur in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gestiegen, und dies in den letzten Jahrzehnten mit beschleunigter Geschwindigkeit. Gleichzeitig nehmen heiße Tage mit mehr als 30 Grad Celsius, längere Trockenphasen und Starkregenereignisse zu. Erst vor einem Monat wurde in Anklam mit 39,6 Grad Celsius die bislang höchste Temperatur des Landes gemessen.

Bis Ende Juli fielen landesweit lediglich rund 300 Liter Niederschlag je Quadratmeter – nur etwa 48 Prozent des durchschnittlichen Jahresniederschlags. Aktuelle Zahlen zur klimatischen Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns stehen auf klima.mv.

Mit der Klimaanpassungsstrategie verändert Mecklenburg-Vorpommern die Art und Weise, wie künftig geplant, gebaut, investiert und gefördert wird. Die Strategie schafft erstmals einen verbindlichen und ressortübergreifenden Handlungsrahmen. Klimarisiken sollen künftig bei staatlichen Entscheidungen nicht nachträglich bewertet, sondern von Beginn an in Planungen, Investitionen und Förderentscheidungen berücksichtigt werden. Sie dient den Ressorts der Landesregierung, den Landesbehörden sowie öffentlichen Planungsträgern als gemeinsame Grundlage und bietet zugleich Kommunen Orientierung für Bauleitplanung, Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und Gesundheitsvorsorge.

Die Strategie umfasst 20 Handlungsfelder in fünf Themenclustern. Mehr als 60 Fachleute aus sieben Ministerien und mindestens acht Landesbehörden haben sie erarbeitet. Die Umsetzung erfolgt ressortübergreifend. Jede Maßnahme ist einem zuständigen Ressort oder einer Landesbehörde zugeordnet. Die Fachstelle Klimawandel und Klimaanpassung beim LUNG begleitet die Umsetzung. Ein digitales Monitoring macht zukünftig Fortschritte und Wirkungen transparent.

Als erstes Bundesland verankert Mecklenburg-Vorpommern Moore als eigenständiges Handlungsfeld der Klimaanpassung. Moore speichern Wasser, puffern Starkregen, stabilisieren den Landschaftswasserhaushalt in Trockenzeiten und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Seit 1991 wurden rund 400 Moorschutzprojekte auf knapp 35.000 Hektar umgesetzt, darunter mehr als 200 Projekte auf rund 19.000 Hektar mit EU- und Landesmitteln. Allein in der aktuellen Förderperiode stehen über EFRE weitere 18 Millionen Euro für Moorschutzmaßnahmen bereit. Hinzu kommen Wiedervernässungsprojekte mit ELER-Förderung sowie Vorhaben zur moorschonenden Wasserbewirtschaftung auf rund 85.000 Hektar.

Abschließend sagte Minister Backhaus: „Wir können den Klimawandel nicht rückgängig machen. Aber wir können unser Land so aufstellen, dass seine Folgen beherrschbar bleiben. Klimaanpassung ist heute ebenso Standortpolitik wie Umweltpolitik. Sie schützt Menschen, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, sichert die Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft und macht unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähiger. Genau dafür schaffen wir mit dieser Strategie die Grundlage.“

Neue Chancen für die Energiewende auf alten Deponien

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern treibt den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voran und setzt dabei verstärkt auf bereits vorbelastete Flächen. Mit einem neuen Leitfaden unterstützt das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt künftig Kommunen, Deponiebetreiber, Projektentwickler, Planungsbüros und Genehmigungsbehörden bei der Planung und Genehmigung von Photovoltaikanlagen auf stillgelegten Deponien. Der rund 30 Seiten umfassende Leitfaden ersetzt die bisherige Fassung aus dem Jahr 2010 und berücksichtigt die aktuellen rechtlichen und technischen Anforderungen.

„Für die Energiewende brauchen wir leistungsfähige Solarstandorte. Gleichzeitig müssen wir mit unseren Flächen verantwortungsvoll umgehen. Deshalb setzen wir dort an, wo Flächen bereits genutzt wurden und sich für eine nachhaltige Folgenutzung eignen. Photovoltaik auf stillgelegten Deponien verbindet Klimaschutz, Ressourcenschonung und Flächensparen auf ideale Weise“, sagte Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus.

Vorbelastete Flächen sinnvoll für die Energiewende nutzen

In Mecklenburg-Vorpommern sind insgesamt 956 ehemalige Deponiestandorte bekannt. Sie eignen sich jedoch bei Weitem nicht alle für eine Nutzung mit Photovoltaikanlagen. Voraussetzung sind unter anderem eine geeignete Hanglage und Ausrichtung, eine wirtschaftlich ausreichende Flächengröße, ein Anschluss an das Stromnetz sowie ein rechtlicher und technischer Zustand der Deponie, der eine Bebauung zulässt.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Ausbau der Solarenergie voranbringen, ohne unnötig neue Freiflächen in Anspruch zu nehmen. Ehemalige Deponien bieten dort, wo die Voraussetzungen stimmen, eine hervorragende Möglichkeit, bereits vorbelastete Standorte sinnvoll weiterzuentwickeln. So schaffen wir zusätzlichen grünen Strom und schonen zugleich wertvolle Landschafts- und Landwirtschaftsflächen“, so Backhaus.

Bereits 39 Anlagen liefern klimafreundlichen Strom

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt die Entwicklung im Land: Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie werden in Mecklenburg-Vorpommern bereits 39 Photovoltaikanlagen auf stillgelegten Deponien oder Deponieabschnitten betrieben. Zusammen verfügen sie über eine installierte Leistung von rund 55 Megawattpeak (MWp) und leisten damit bereits heute einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Stromversorgung.

Wie groß das weitere Potenzial ist, lässt sich derzeit nicht seriös beziffern. Zwar interessieren sich zunehmend Projektentwickler für ehemalige Deponiestandorte und erhalten entsprechende Standortinformationen. Ob sich ein Standort tatsächlich eignet, hängt jedoch immer von den konkreten geologischen, technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab.

Mehr Planungssicherheit für Kommunen und Investoren

In der Praxis unterscheiden sich die Genehmigungsverfahren je nach Zustand und Rechtsstatus einer Deponie erheblich. Ob Abfallrecht oder Baurecht anzuwenden ist, welche Unterlagen erforderlich sind und welche technischen Anforderungen erfüllt werden müssen, war bislang häufig mit erheblichem Abstimmungsaufwand verbunden.

Der neue Leitfaden schafft hier Klarheit. Er erläutert die unterschiedlichen Genehmigungsverfahren, beschreibt die technischen Anforderungen an Planung, Bau, Betrieb und Rückbau der Anlagen und enthält ein übersichtliches Ablaufschema sowie eine umfassende Checkliste für vollständige Antragsunterlagen. Damit erhalten Antragsteller und Behörden eine landeseinheitliche Orientierung für die Durchführung der Verfahren.

„Wir schaffen Planungssicherheit für alle Beteiligten. Der Leitfaden bündelt die geltenden rechtlichen und technischen Anforderungen in einer praxisnahen Arbeitshilfe. Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Antragstellern und Behörden, sorgt für transparente Verfahren und trägt dazu bei, Genehmigungen effizienter abzuwickeln – selbstverständlich ohne Abstriche beim Umwelt- und Deponieschutz“, betonte Backhaus.

Aktuell zwei Genehmigungsverfahren anhängig

Derzeit laufen in Mecklenburg-Vorpommern zwei abfallrechtliche Genehmigungsverfahren für Photovoltaikanlagen auf Deponien. Mit dem neuen Leitfaden sollen künftige Vorhaben schneller vorbereitet und rechtssicher umgesetzt werden. Er richtet sich gleichermaßen an Genehmigungsbehörden, Kommunen, Deponiebetreiber, Projektentwickler und Planungsbüros.

Leitfaden auf aktuellem Stand von Recht und Technik

Der Leitfaden ersetzt die bisherige Fassung aus dem Jahr 2010. Seitdem haben sich sowohl das Abfall- und Baurecht als auch die technischen Anforderungen an Photovoltaikanlagen und Deponien grundlegend weiterentwickelt. Die neue Ausgabe berücksichtigt unter anderem aktuelle bundesrechtliche Vorgaben, technische Qualitätsstandards sowie neue fachliche Empfehlungen und Vollzugshilfen. „Die Energiewende entscheidet sich nicht allein auf neuen Flächen. Sie entscheidet sich auch daran, wie intelligent wir bereits genutzte Standorte weiterentwickeln. Genau dafür schaffen wir mit dem neuen Leitfaden die Voraussetzungen: mehr Planungssicherheit, schnellere Verfahren und ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Flächen. Das ist gelebter Klimaschutz mit Augenmaß“, sagte Backhaus.

Der Leitfaden steht ab sofort auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern zum Download bereit.