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Kategorie: Insel News Rügen

Grundschüler retten die Ostsee

Meeresbiologe Kai Hoppe testet in Gingst spielerische Ansätze der Umweltbildung

Insel Rügen – Genial. Wenn Zehnjährige die Ostsee retten, geht das spielerisch, miteinander und mit viel Spaß. Das probierte Klassenleiterin Nicole Hoppe mit ihren Grundschülern aus der 4b aus und sammelte an dem Klassennachmittag wertvolle Erfahrungen. „Wir durften mit einem Wissensspiel Situationen im richtigen Leben nachstellen“, sagt sie zufrieden über Mitmach- und Lerneffekte in dem symbolischen Rettungsszenario.

Für den Rettungsversuch hatte sie ihren Ehemann Kai Hoppe gewonnen, der als Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht arbeitet. Dort koordiniert er die Forschungsmission „Schutz und nachhaltige Entwicklung der Ozeane“. Ein Baustein seiner Arbeit ist die Umweltbildung, bei der er auf Materialien der HELCOM zurückgreift. Die Abkürzung steht für den schon 50 Jahre währenden Zusammenschluss aller Ostseeanrainerstaaten in der Helsinki-Kommission.

 Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat
Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat

„Experten haben das kooperative Kartendeck-Bauspiel ,Ecosfera baltica‘ entwickelt“, erklärt Kai Hoppe die Grundlage für die Ostseerettung durch Kinder. In dem Spiel gehe es darum, durch das Sammeln von Elementen, Pflanzen und Tierkarten verschiedene Habitate zu schützen. Alle Spieler erweitern und optimieren ihr „Kartendeck“ während des Spiels ständig durch passende Karten, mit denen sie das Ökosystem für alle Meereslebewesen sichern oder wiederherstellen.

Nach Kai Hoppes Meereskundevortrag über die Nahrungsnetze in der Ostsee, ging es mit Feuereifer an das Sammeln der Karten. Dabei spielten die Kinder nicht gegeneinander, sondern in Abstimmung und Wohlwollen miteinander. Sie erlebten dabei, dass sie so am besten die passenden Kombinationen für den Schutz der Meere erreichen und die „bösen“ Belastungskarten wie Überfischung, Überdüngung und Verschmutzung vermeiden konnten. „Erst wenn man mithilfe von beispielsweise Planktonalgen, Heringen und Seehunden alle sechs Habitate bewahrt hat“, so Kai Hoppe, „gilt die Ostsee als gerettet.“

In allen drei Spielgruppen fanden die Kinder die besten Wege dahin und bewiesen, was eine Gemeinschaft mit logischem Denken und einem gelebten Füreinander erreichen kann. Einige von ihnen waren so begeistert, dass sie das Spiel ausleihen und den Kampf für die Ostsee zu Hause fortführen wollten.

Neue Gleise für „Rasenden Roland“ und Regionalbahnlinie RB26

Staatssekretärin Jesse: Land unterstützt Bahninvestition auf Rügen mit 450.000 Euro

Insel Rügen – Seit Generationen begeistert der Rasende Roland Besucher und Einheimische gleichermaßen: Die historische Schmalspurbahn, die mit gemächlichem Tempo durch die malerische Landschaft Rügens dampft, verbindet nicht nur die berühmten Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren mit der Rosenstadt Putbus und dem Hafen von Lauterbach. Sie steht vor allem für ein einzigartiges Erlebnis, eine Reise in die Vergangenheit, bei der der Charme vergangener Zeiten lebendig wird. Das typische Schnaufen der Dampflok, das sanfte Klappern und der Anblick der dampfenden Lokomotive, die sich durch Wälder und Felder schlängelt, machen jede Fahrt zu einem unvergesslichen Moment.

Doch hinter dem nostalgischen Flair verbirgt sich auch moderne Infrastrukturarbeit: Um den „Rasenden Roland“ und die regionale Bahnverbindung der RB26 zwischen Bergen, Putbus und Lauterbach Mole langfristig zu sichern, sind regelmäßige Sanierungen und Investitionen notwendig.

„Mit der Investitionsrichtlinie für den Schienenpersonennahverkehr (InvestSPNVFöRL M-V) fördern wir gezielt Vorhaben, die die Qualität und Attraktivität des Nahverkehrs langfristig sichern Im Rahmen der Mobilitätsoffensive haben wir das Angebot auch auf der Strecke Putbus – Lauterbach Mole zu einem Stundentakt verdichtet.““, erklärte Staatssekretärin Ines Jesse vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

„In der Saison von Mai bis Oktober ergänzen die Züge der Schmalspurbahn Rasender Roland mit ihren Dampflokomotiven das Angebot, indem sie auf dem Dreischienengleis von Lauterbach Mole bis Putbus und dann weiter über Binz nach Göhren fahren und zur touristischen Attraktivität der Insel Rügen beitragen“, betont Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

„Mit der Unterstützung des Landes konnte der letzte der Teil der Strecke von Putbus nach Lauterbach Mole für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden. Wir freuen uns sehr, damit weiterhin einen zuverlässigen und pünktlichen Eisenbahnbetrieb gewährleisten zu können“, so Kay Kreisel, Geschäftsführer der Pressnitztalbahn.

Nach einer Liegedauer der Holzschwellen von rund 45 Jahren war ein vollumfänglicher Austausch erforderlich, um einen langfristig sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten. Da Dreischienengleise spezielle Anforderungen stellen, wurde bewusst die Verwendung moderner Kunststoffschwellen gewählt, von denen eine deutlich längere Nutzungsdauer gegenüber behandelten Holzschwellen erwartet wird.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die umfassende Gleiserneuerung zwischen dem Bahnübergang Fürst-Malte-Allee und dem Endhaltepunkt Lauterbach Mole sowie Instandhaltungsarbeiten an der Eisenbahnüberführung bei km 12,240 mit rund 450.000 Euro. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde heute vom Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß offiziell an die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (Zweigniederlassung Rügensche BäderBahn) übergeben. Miraß betont: „Die Strecke Putbus – Lauterbach Mole ist ein wichtiger Bestandteil des regionalen Bahnnetzes und zugleich ein Beitrag zur zuverlässigen Mobilität auf der Insel.“

Insgesamt investiert das Unternehmen rund 600.500 Euro in die Sanierung des Streckenabschnitts der Linie Putbus – Lauterbach Mole. Das Land trägt 75 Prozent der Kosten.

Landesgold und Bundessilber für Gingster Welle

Schülerzeitungsreporter werden Landessieger und holen einen 2. Platz im Bundesvergleich

Schwerin – „Den nächsten Angelhaken haben wir an Land gezogen“, sagt Michelle Freudenreich freudestrahlend nach der Siegerehrung im Schülerzeitungswettbewerb des Landes. Diesen symbolischen Gewinnerpokal bekamen sie und das Redaktionsteam der Gingster Welle für die beste Ausgabe in der Kategorie der Regionalen Schulen. Und das zum wiederholten Male mit viel Lob der Jury, die sich im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin eingefunden hatte.

Simon Voigt vom Nordkurier bescheinigt den Zeitungsmachern Begeisterung, Wortwitz und starke Orientierung am Schulalltag. In seiner Laudatio lobt er die Kontinuität der Redaktionsarbeit und die Bandbreite der angeschnittenen Themen: „Die Redaktion scheint Kontroversen nicht zu scheuen und ordnet Recherchen so ein, dass sie selbst Eltern verstehen dürften oder alle anderen, die sich für diesen Winkel von MV interessieren.“

Die Redakteure Phil, Louis, Heidi, Eleen und ihre Kursleiterin Michelle Freudenreich (hinten) mit Pokal und Preisen vor dem Schweriner Schloss. Foto: A. Farin
Die Redakteure Phil, Louis, Heidi, Eleen und ihre Kursleiterin Michelle Freudenreich (hinten) mit Pokal und Preisen vor dem Schweriner Schloss. Foto: A. Farin

Die vier jungen Redakteure können es kaum fassen, dass sie auf Platz 1 landen und von der Wissenschaftsministerin Bettina Martina Pokal und Preise erhalten. „Ich war so aufgeregt“, erinnert sich Heidi Stolt, die zum festen Team des Profilkurses gehört, in dem jede Woche an Texten gefeilt, Bilder gesucht und viel gelacht wird. „Das war so spannend in dem Goldenen Saal“, ergänzt Eleen Rehaag, die gern mit ihrer Klassenkameradin an Texten arbeitet. Sie greifen gern Themen auf, die sie interessieren und die einmalig sind. Wie beispielsweise das Jahrhundertprojekt der Gemeinde, die eine ganz neue Schule für die Regionalschüler baut.

Schirmherrin Bettina Martin lobte in ihren Grußworten die Arbeit der vielen Journalisten von morgen, denn sie seien in der Schule ein wichtiger Bestandteil: mit kritischen Aufsätzen, tiefgründigen Interviews oder unterhaltsamen Zeitungsseiten. Die Vielfalt der 38 eingereichten Ausgaben aus dem ganzen Land beweist, was Schüler und ihre Betreuer auf die Beine stellen können.

Die Gingster Welle wurde an dem Tag gleich mehrfach überrascht. Denn neben dem Landessieg bekam die im letzten Jahr gegründete jüngere Grundschulschwester „Die kleine Welle“ den Preis „Bester Newcomer“. Und schließlich landete die aktuelle Ausgabe der Gingster Welle in dem Vergleich der besten Schülerzeitungen Deutschlands auf Platz 2 in der Kategorie der Realschulen. Zur Preisübergabe im Berliner Bundesratsgebäude wird ein Redaktionsteam aus Gingst im Juni reisen. „So viele Erfolge auf einmal sind kaum zu fassen“, meint Schulleiter André Farin. „Die großartige Teamarbeit an meiner Schule zahlt sich in diesem Medienbereich aus und motiviert zu weiteren Vorhaben.“

Buchwürmer in Gingster Gemeindebibliothek

Leiterin Maren Kerfack lässt Tradition eines Grundschulprojektes wieder aufleben

Insel Rügen – „Das war ein besonderer Ausflug für unsere beiden dritten Klassen“, erzählt Klassenleiter Clemens Oppermann. Zusammen mit seiner Grundschulkollegin Christiane Müller hatte er die Stippvisite in der Gemeindebibliothek von Gingst organisiert. „Wir wollen bewusst an eine Tradition anknüpfen, die wir jahrzehntelang gepflegt haben“, erklärt er, war sie die Idee der neuen Bibliotheksleitung unterstützen.

Maren Kerfack übernahm im Januar die Führung des Hauses von Veronika Barck. Die selbstständige Buchbinderin aus Garz begrüßte die Bücherfreunde und beschrieb ihnen zunächst die Abläufe in der Bücherei. Dabei erfuhren sie, wie eine Anmeldung funktioniert und wie einfach es ist, sich Bücher auszuleihen. „Spannend war für viele der Überblick über das vielfältige Angebot“, meint Christiane Müller. Neben einer großen Auswahl an Kinderbüchern gebe es auch zahlreiche andere Medien wie CDs und DVDs zu entdecken.

Gingster Grundschüler erkunden mit ihrem Klassenlehrer Clemens Oppermann und Bibliotheksleiterin Maren Kerfack das Haus der vielen Bücher. Foto: privat
Gingster Grundschüler erkunden mit ihrem Klassenlehrer Clemens Oppermann und Bibliotheksleiterin Maren Kerfack das Haus der vielen Bücher. Foto: privat

Der Start zur Büchersuche löste eine neugierige Erkundung der Schüler aus. Sie durchsuchten die Regale und stöberten in den verschiedenen Büchern. Dabei wurde ihnen schnell deutlich, wie vielfältig und interessant das Angebot gerade für ihre Altersgruppe ist.

Die in der Projektstunde ausgeliehenen Bücher spielen nun im Schulalltag eine wichtige Rolle. Im täglichen „Leseband“ nutzen die Kinder ihre Entdeckungen, um ihre eigene Lesekompetenz zu verbessern. Ein weiterer Vorteil des Projekts ist, dass sie mit ihrer Anmeldung die Möglichkeit haben, auch in ihrer Freizeit, an jedem Donnerstag zwischen 11 und 17 Uhr, Bücher und andere Medien auszuleihen. So wird die Freude am Lesen nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause gefördert.

Der Zugang wurde vor einem Jahr durch die Gemeinde erleichtert, denn seitdem sind alle Angebote der Bibliothek wieder vollständig kostenlos und beitragsfrei für alle angemeldeten Leseratten von Jung bis Alt.

„Die Kooperation zwischen Schule und Ortsbibliothek ist ein wichtiger Baustein der Leseförderung“, findet Schulleiter André Farin, der das Vorhaben ausdrücklich begrüßt. Lesen sei eine der Schlüsselkompetenzen in der analogen und digitalen Welt.

Neues Ölbekämpfungsschiff „LÜTT MATTEN“

Taufe am. 12. März 2026 in Sassnitz

Insel Rügen – Das neue Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff „LÜTT MATTEN“ steht kurz vor seiner offiziellen Indienststellung. Die Probefahrten des Neubaus aus der niederländischen Damen-Werft in Gorinchem sind erfolgreich verlaufen. Damit wird ab morgen ein modernes und leistungsfähiges Einsatzmittel für die Bekämpfung von Meeresverschmutzungen in der Ostsee und hier insbesondere im Raum Rügen und der Pommerschen Bucht zur Verfügung stehen.

Das Havariekommando hatte bei dem Neubauprojekt die Federführung – von der europaweiten Ausschreibung über den Bau bis hin zur anstehenden Übergabe. Das Schiff geht nach der Fertigstellung in treuhänderisches Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über und wird künftig in Sassnitz stationiert.

„Die Ostsee ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Naturerbe zugleich. Mit der LÜTT MATTEN stärken wir unsere Fähigkeit, schnell und wirksam auf Schadstoffunfälle zu reagieren und unsere Küsten zu schützen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Gerade im Raum Rügen mit zunehmendem Schiffsverkehr ist eine leistungsfähige maritime Notfallvorsorge von großer Bedeutung.“

Die „LÜTT MATTEN“ wurde als modernes Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff konzipiert. Das rund 24 Meter lange und 9 Meter breite Spezialschiff ist mit einem modernen Ölauffangsystem samt entsprechenden Tanks sowie über einen leistungsstarken Kran, einem Schlepphaken und einer Schwerlastwinde ausgestattet, die unter anderem Bergungs- und Schleppaufgaben ermöglichen. Dank eines Tiefgangs von rund zwei Metern kann es auch in flachen Küstengewässern eingesetzt werden.

Neben der Schadstoffunfallbekämpfung kann das Schiff auch für weitere maritime Aufgaben eingesetzt werden – etwa bei der Ankerbergung, bei Transportaufgaben oder für unterstützende Tätigkeiten auf See. Insbesondere soll die LÜTT MATTEN aber auch für Gewässermonitoringaufgaben eingesetzt werden. Hierfür verfügt das Schiff über einen so genannten Moonpool, eine Öffnung im Rumpf des Schiffes, die das Aussetzen spezieller Messsonden erlaubt. Zudem wird aktuell die Beschaffung eines Laborcontainers vorbereitet.

 „Mit der LÜTT MATTEN erhalten wir ein modernes und vielseitiges Schiff, das die maritime Notfallvorsorge in der östlichen Ostsee nachhaltig stärken wird“, so der Leiter des Havariekommandos Dr. Robby Renner. „Die LÜTT MATTEN wird sich in ein schlagkräftiges System von Schiffen und Geräten integrieren, das die Menschen entlang der Küste und unsere Umwelt vor den Auswirkungen von Unfällen schützt.“

Bei Bau und Betrieb des Schiffes wurde ein neues Konzept umgesetzt: Beschafft wurde die LÜTT MATTEN von den Küstenländern im Rahmen ihrer gemeinsamen Vorsorge zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen. Der nautische und technische Betrieb erfolgt durch die Reedereien Otto Wulf GmbH & Co. KG und Pegasus Shipping GmbH & Co. KG. Im Alltagsbetrieb kann das Schiff auch für gewerbliche Aufträge eingesetzt werden, wodurch die laufenden Kosten für die öffentliche Hand reduziert werden.

Im Einsatzfall steht das Schiff dem Land und dem Havariekommando zur Verfügung und muss innerhalb von zwei Stunden bereitgestellt werden. Die Einsatzleitung übernimmt im Falle einer komplexen Schadenlage das Havariekommando.

Der Neubau entstand in rund einem Jahr Bauzeit. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 8,2 Millionen Euro, die von den Küstenländern im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen entsprechend ihrer Anteile getragen werden, für MV bedeutet dies einen Anteil von etwa 1,4 Mio. Euro.

Die fünf norddeutschen Küstenländer stellen jährlich etwa 10,14 Millionen. Euro im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Schadstoffunfallbekämpfung bereit. M-V hat in den letzten 23 Jahren (2003 bis 2025) circa 33,3 Millionen Euroin die Vorsorge zur Schadstoffunfallbekämpfung investiert.

Die feierliche Schiffstaufe und Indienststellung der „LÜTT MATTEN“ findet morgen (12. März 2026) im Hafen von Sassnitz statt. Die Taufpatenschaft übernimmt Dr. Sylva Rahm-Präger, Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis 34 auf Rügen und Vorsitzende des Ausschusses für Klimaschutz, Landwirtschaft und Umwelt im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Als Vertreterin der Region, in der das Schiff künftig stationiert sein wird, wird sie dem neuen Ölbekämpfungs- und Mehrzweckarbeitsschiff symbolisch eine sichere Fahrt und erfolgreiche Einsätze zum Schutz der Ostsee wünschen.

Gingster Schüler besuchen Fertighausbauer

Schule Gingst und ScanHaus Marlow starten Kooperation in der Berufsorientierung

Insel Rügen – „Die Schüler staunten nicht schlecht“, sagt Klassenleiter Marc Burmeister, der mit über 40 Jugendlichen die deutschlandweit agierenden Fertighausbauer von ScanHaus Marlow besuchte. „Die Firma gestaltete für uns einen Tag der offenen Tür und zeigte den 8-Klässlern alle Bereiche des Unternehmens.“ Sie durften das Werk besichtigen, in dem jährlich bis zu 700 Häuser vorgefertigt werden. An verschiedenen Stationen schauten sie sich Planung und Produktion der 70 verschiedenen Haustypen an. Außerdem zeigten die Jungen und Mädchen spielerisch eigene Fähigkeiten und beschäftigten sich mit Fragen aus Werkzeuglehre und Materialkunde.

„Ich möchte zwar nicht Hausbauer werden“, meint Wyatt Scheer in der anschließenden Auswertung des Projekttages. „Aber ich interessiere mich schon dafür, wie so ein Holzhaus entsteht. Ich baue selbst gern mit meinem Opa.“ Ähnlich ging es seinen Klassenkameraden, die das Erlebte in einer Extrastunde aus- und bewerteten. Sie wiederholten ausgewählte Prozesse, Berufsbilder und Aufgaben oder sprachen über Fachbegriffe und Fragestellungen. In Marlow nahmen sie nämlich ganz unterschiedliche Ausbildungsberufe, wie beispielsweise Bauzeichner, Zimmermann oder Kaufmann für Büromanagement, unter die Lupe. „Cool war, dass wir auch verschiedene Werkzeuge ausprobieren konnten“, erinnert sich Wyatt.

Bildtext: Werkzeugkunde in Marlow. Gingster Schüler besichtigten das Bauunternehmen ScanHaus, in dem gut 500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Foto: Marc Burmeister
Bildtext: Werkzeugkunde in Marlow. Gingster Schüler besichtigten das Bauunternehmen ScanHaus, in dem gut 500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Foto: Marc Burmeister

Anja Einenkel, Personalleiterin beim ScanHaus, möchte die Gingster Schule in das Netzwerk aufnehmen, mit dem das Unternehmen Angebote der Berufsorientierung ausbaut. „Wir können uns einen regelmäßigen Besuch bei uns vorstellen“, erklärt sie am Rande des Projekts. Denkbar wäre zudem eine Teilnahme an der schuleigenen Berufsmesse. Neben informativen Messeständen gestalten dort interessierte Betriebe aus der Region immer auch Fachvorträge und Workshops für Schüler der Jahrgänge 8 bis 10. Das unterstützt Marc Burmeister, der als verantwortlicher Lehrer für Berufsorientierung die Praktika der Schüler und seit diesem Jahr auch den Praxislerntag der 9. Klassen erfolgreich betreut.

„Wir haben ein gemeinsames Anliegen“, findet Schulleiter André Farin, der das Projekt gern in das Schulprogramm aufnimmt. „Betriebe und wir sind daran interessiert, dass Schüler Einblicke in die Berufswelt bekommen und eine gute Ausbildung finden.“ Dafür seien Kooperationen wie die mit dem ScanHaus Marlow eine gute Grundlage.

Kleine Schritte, große Wirkung

Kinder der Evangelischen Kita „LÖWENZAHN“ in Gingst setzen sich für mehr Sicherheit ein

Insel Rügen – Jeden Tag machen sich die Hortkinder der Evangelischen Kita „LÖWENZAHN“ in Gingst auf den Weg von der Schule zurück in ihre vertraute Einrichtung. Ein kurzer Weg – und doch einer, der Mut erfordert. Denn auf diesem Weg müssen die Kinder eine Straße überqueren, die durch parkende Autos schlecht einsehbar ist. Obwohl sich der Übergang in einer 30er Zone befindet, fahren viele Autofahrerinnen und Autofahrer deutlich zu schnell. Für die Kinder bedeutet das: stehen bleiben, schauen, warten – manchmal auch mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.

Genau aus diesem Gefühl heraus entstand im Jahr 2024 eine besondere Idee. Unter dem Motto „Schüler für Schüler“ organisierten die Hortkinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern in den letzten eineinhalb Jahren mehrere Tombolas. Sie verkauften Lose, erklärten den Besucherinnen und Besuchern ihr Anliegen und sammelten Geld für mehr Sicherheit auf ihrem Schulweg. Gemeinsam mit den Spenden und den Einnahmen auf den Flohmärkten 2024/2025 kamen insgesamt 970 Euro zusammen – ein großartiger Erfolg für die Kinder, denn sie spürten: Unser Einsatz zählt!

Dank einer großzügigen Spende der Firma RWE Offshore Wind GmbH sowie weiterer Spendeneinnahmen des Elternrates von der Adventskirmes 2024 in Gingst, ist es endlich soweit: Zwei Geschwindigkeitsanzeigen wurden angebracht und machen nun sichtbar, wie schnell Autos wirklich unterwegs sind – ein wichtiges Signal zum Schutz der jüngsten Verkehrsteilnehmer.

Gingster Kindergartenkinder, ihre Erzieherinnen und Förderer weihten die neue Geschwindigkeitstafeln ein. Foto: privat
Gingster Kindergartenkinder, ihre Erzieherinnen und Förderer weihten die neue Geschwindigkeitstafeln ein. Foto: privat

Ein besonderer Dank gilt unserer Kollegin und Erzieherin Catrin Elgeti, die den Kindern unentwegt mit Rat und Tat zur Seite stand und die Umsetzung dieses Wunsches maßgeblich vorangetrieben hat.

Die Einweihung der Geschwindigkeitstafeln war ein besonderer Moment für alle Beteiligten. Mit dabei waren Mitarbeiter*innen der Kita, unser Elternrat sowie Vertreterinnen des Fördervereins der Kita „LÖWENZAHN“, der Bürgermeister und die Gemeindearbeiter aus Gingst, für deren Hilfe, auch während des Aufbaus, wir uns herzlich bedanken – und natürlich die Kinder, die dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben. Stolz standen sie daneben und wussten: Das haben wir geschafft.

Dieses Projekt zeigt, wie wichtig es ist, Kinder ernst zu nehmen und ihnen zuzutrauen, ihre Umwelt mitzugestalten. Und was möglich ist, wenn Kinder, Eltern, Gemeinde, Förderer und Einrichtungen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Die Evangelische Kindertagesstätte „LÖWENZAHN“ in Gingst ist mehr als ein Betreuungsort – sie ist ein Ort, an dem Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, füreinander einzustehen und gemeinsam etwas zu bewegen.

Schüler organisieren Winterball

Premierenidee der Schülersprecherin Emilia Friedrich an Gingster Schule

Insel Rügen – „Unsere Schulgemeinschaft hat so einen Winterball verdient“, sagt Emilia Friedrich, Schülersprecherin an der Schule Gingst. Zusammen mit ihren Mitschülern aus den 10. Klassen und den Klassenlehrern organisierte sie den Januarhöhepunkt zum ersten Mal. Über 60 Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 10 folgten am letzten Januarfreitag ihrer Einladung, in dieser Jahreszeit bei guter Musik, Drinks und Snacks einen besonderen Abend zu erleben.

Das Winterballprojekt bestimmte den Schulalltag den ganzen Januar über. Die 10. Klassen machten es zu ihrer Gemeinschaftsaufgabe, denn mit der Halloween-Party der Orientierungsstufe hatten sie erste gute Erfahrungen im Herbst gesammelt. Die Mädchen gestalteten Werbeposter, Eintrittskarten und Deko-Sterne für die Mensa. Dabei halfen ihnen Schüler aus den 6. Klassen, denn fast 100 nachhaltige Papiersterne mit Klettverschluss entstanden dabei. Jungen planten die Außenlichter, Feuerschalen und Stockbrot oder machten sich Gedanken über Tanzfläche, Anordnung der Stehtische und den Einlass. Das Team teilte sich die Aufträge für Auf- und Abbau der Ballkulisse.

In freudiger Winterball-Stimmung: Emilia Friedrich, Leon Ruback, Amy Schönrogge und Heide Saathoff. (v.l.n.r.) Foto: Martina Zabel
In freudiger Winterball-Stimmung: Emilia Friedrich, Leon Ruback, Amy Schönrogge und Heide Saathoff. (v.l.n.r.) Foto: Martina Zabel

„Solche Klassen sind für eine Klassenleitung ein Geschenk“, erklärt Heide Saathoff, Klassenleiterin der 10a. Sie strahlt, als sie von der Gruppendynamik berichtet, die für ein so großes Vorhaben greifen muss. Zusammen mit ihrem Kollegen Ulf Todenhagen unterstützte sie ihre Schützlinge und führte sie mit vielen Absprachen und Änderungen zum gewünschten Ziel. „Ich bin so glücklich über unseren Erfolg“, meint Emilia Friedrich, auch wenn es im Team manchmal gekracht habe. Das gehöre aber einfach dazu.

Ihre Idee von einem schulischen Winterhöhepunkt ging auf. Schüler rockten zusammen mit ihren Lehrern die Tanzfläche, erlebten niveauvolle Programmpunkte und erfreuten sich an den Buffets mit Bowlen und Buletten. Sie genossen sichtlich die Ballstimmung in edlen Kleidern, mit Anzugsjacken und Hemden sowie den passenden Accessoires. Zudem wählten sie das königliche Paar des Abends: Ballkönigin Amy Schönrogge und Ballkönig Leon Ruback fühlten sich sichtbar geehrt und tanzten ganz zünftig zum besten Lied des Wintervergnügens.

Den Gingster Winterball unterstützten einheimische Firmen mit Finanzen und Sachmitteln. Dafür bedankten sich die Organisatoren bei den folgenden Unternehmen: Teppichwelt Kluis, Parkhotel Bergen, Saikana Bistro Gingst, EP Ohlhoff Bergen, Hansen GmbH Bergen und bei der Oase der Ruhe. Der Förderverein der Schule steht auch auf der Spenderliste und signalisiert bereits weitere Finanzen für die Neuauflage des Balls im nächsten Jahr.