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Kategorie: Insel News Rügen

Energie-Tüftler in mobiler Technik-Werkstatt

Gingster Schüler bauen mit EWE-Experten an Kurbelleuchten und Mini-Windrädern

Insel Rügen – Das EWE-Mobil aus Oldenburg hat für zwei Schulwochen Station in Gingst gemacht. An einem von drei Standorten in unserem Bundesland, wo Schüler sich an einem Projekttag mit den Themen erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und Technik beschäftigen. „Das sind Energie-Stunden mit hohem Lerneffekt“, meint Schulleiter André Farin. Die Organisatoren des rollenden Bildungsprojekts haben nicht nur großes Interesse beobachtet, sondern Talente vor allem in den handwerklichen Teilen des Unterrichts gefunden.

Nach dem Vortragsbesuch im Mobil auf dem Schulhof wechselten die Jungen und Mädchen aus den 7. und 8. Klassen in die eigens für sie eingerichtete Technikwerkstatt. „Bei vielen Kindern reicht ein kurzer Input am Anfang eines Auftrages“, sagt Axel Warnken, ein Experte aus dem EWE-Team. „Andere können super gut mit den Anleitungen umgeben und die Leuchte oder das Windrad zusammenbauen.“ Er freue sich immer auf die Tage, die er die Schüler der Insel betreuen kann. Die Rüganer seien sehr aufgeschlossen für das Vorhaben „Deine Energie für morgen“.

Tamia Manfraß (links) und Axel Warnke in der mobilen Technik-Energie-Werkstatt. Foto: Martina Zabel
Tamia Manfraß (links) und Axel Warnke in der mobilen Technik-Energie-Werkstatt. Foto: Martina Zabel

Die Gingster haben sich für zwei Zukunftsmodelle entschieden. Vielen bauten Mini-Windräder und erlebten sie als kleine, funktionstüchtige Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Andere probierten die Kurbelleuchten mit einem anderen Lerneffekt: Die manuell betriebenen Taschenlampen verdeutlichten ganz simpel das Prinzip der mechanischen Energiewandlung.

„Ich finde solche Stunden sehr gut“, sagt Ben Messing aus der 8. Klasse. Er interessiert sich für handwerkliche Aufgaben, die er auch in der Holzwerkstatt der Schule erledigt. Das sei mal etwas ganz anderes als im normalen Unterricht. Er bekam sogar ein Lob für sein geschicktes Arbeiten und die Hilfe, die er seinen Mitschülern unaufgefordert angeboten hat.

Über 5.000 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 7 bis 10 nutzen das EWE-Projekt jährlich im schulischen Projektrahmen. „Das sind Kinder und Jugendliche in den EWE-Regionen Niedersachen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Claudia Döring von der EWE AG. Das spreche für die mobile Erfolgsidee.

Klage der Gemeinde Ostseebad Binz abgewiesen

Backhaus: Genehmigungsbehörde des LNG-Terminals in Mukran obsiegt auch in letztem Verfahren

Insel Rügen – Das Bundesverwaltungsgericht hat heute die Klage der Gemeinde Ostseebad Binz gegen die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des LNG-Terminals im Hafen Mukran abgewiesen. Damit ist das letzte noch offene Klageverfahren gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom 09.04.2024 abgeschlossen. Dazu erklärt der für den Immissionsschutz zuständige Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus:

„Ich habe von Beginn an betont, dass ich kein Freund dieser Technologie bin. LNG ist ein Auslaufmodell und bestenfalls eine Brückentechnologie bis wir auf fossile Energieträger verzichten können. Gleichzeitig habe ich aber auch gesagt, dass wir dem Antragsteller und den Gegnern der Anlage ein rechtssicheres und gerichtsfestes Verfahren garantieren. Das letztinstanzliche Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestätigt nun, dass dieses Versprechen gehalten wurde. Unsere Verwaltung hat sich in diesem Verfahren stets an rechtliche Vorgaben gehalten und dem politischen Druck in vorbildlicher Weise stangehalten. Daher bin ich über dieses Urteil des Gerichtes sehr froh, denn es bestätigt, dass staatliches Handeln ohne Ideologie und ohne Ansehen der Person erfolgt.

Bedauerlich ist allerdings, dass die Gemeinde Ostseebad Binz entgegen all meiner Beteuerungen nicht das Vertrauen in staatliches Handeln hatte und sich durch ein jahrelanges Gerichtsverfahren nun in eine schwierige finanzielle Situation gebracht hat. Ich sage dies ohne Häme und hoffe, dass nun endlich Ruhe einkehrt und wir uns wieder alle darauf konzentrieren können, das touristische Kleinod Rügen, das aktuell auch einen wichtigen Energiestandort für ganz Deutschland  darstellt, weiterzuentwickeln.“

11 Millionen Euro für moderne Polizei in Sassnitz auf Rügen

Insel Rügen – In Sassnitz ist heute der symbolische Startschuss für den Neubau des Polizeireviers und der Kriminalkommissariat-Außenstelle gefallen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert rund 11 Millionen Euro in einen modernen, funktionalen und energieeffizienten Polizeistandort. Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue und Innenminister Christian Pegel setzten gemeinsam mit Bürgermeister Leon Kräusche, Heiko Miraß, parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Polizeidirektor Nils Rosada, Polizeiinspektionsleiter Rainer Dittschlag und Polizeirevierleiter Alexander Diekmann den symbolischen Spatenstich.

Der Neubau ist Teil des Landesbauprogramms „Sieben auf einen Streich“. Mit rund 95 Millionen Euro entstehen landesweit sieben neue Polizeigebäude. Die Neubauten schaffen zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Polizei und sichern gleichzeitig eine moderne und langfristig nutzbare Infrastruktur.

„Mit ,Sieben auf einen Streich‘ verbinden wir drei Dinge: Wir investieren in die Sicherheit unseres Landes, wir bauen nachhaltig und wir geben einen wichtigen Impuls für die heimische Bauwirtschaft. Gerade bei einem großen Bauprogramm wie diesem zeigt sich, was öffentliche Investitionen bewirken können: Von der Planung bis zur Ausführung profitieren Unternehmen und Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür ist auch dieser Neubau in Sassnitz ein tolles Beispiel, denn rund 90 Prozent der bislang beauftragten Unternehmen stammen aus Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

„Mit dem heutigen Spatenstich geben wir den Startschuss für ein wichtiges Zukunftsprojekt in Sassnitz. Die Polizei ist ein unverzichtbarer Pfeiler unseres Rechtsstaates und sorgt Tag für Tag dafür, dass sich die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sicher fühlen können. Dafür braucht sie nicht nur engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch moderne, funktionale und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen“, so Innenminister Christian Pegel und weiter: „Mit einer Gesamtinvestition von rund 11 Millionen Euro schaffen wir als Land hier die Voraussetzungen für ein neues Polizeirevier, das den Anforderungen an eine leistungsfähige Polizei gerecht wird. Eine gute Ausstattung und zeitgemäße Räumlichkeiten sind kein Selbstzweck: Sie stärken die Einsatzbereitschaft, erleichtern die tägliche Arbeit und kommen damit unmittelbar der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger zugute. Sassnitz erhält damit einen modernen Standort, der die Polizei vor Ort langfristig stärkt.“

Das neue Polizeirevier entsteht als dreigeschossiges Verwaltungsgebäude nach dem von der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung entwickelten „Modell Heringsdorf“. Auf diese Weise wird eine wirtschaftliche und flexible Bauweise ermöglicht. Die Grundrissstruktur kann an veränderte Anforderungen angepasst werden und macht das Gebäude damit auch langfristig nutzbar.

Bei der Planung spielt zudem die Energieeffizienz eine zentrale Rolle: Das Gebäude wird die Anforderungen an ein Effizienzgebäude 40 unterschreiten. Vorgesehen sind unter anderem eine Wärmepumpe, LED-Beleuchtung und eine Photovoltaikanlage. Damit wird der Neubau auf einen möglichst geringen Energieverbrauch und einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb ausgerichtet.

Auf einer Bruttogrundfläche von rund 2.000 Quadratmetern entstehen unter anderem Räume für die Verwaltung des Polizeireviers, einen gesicherten Einsatzbereich mit Wache und Gewahrsam sowie Arbeits- und Spezialräume für die Kriminalkommissariat-Außenstelle. Auch ein barrierefreier Besucherbereich und ein gesicherter Polizeihof sind vorgesehen.

Die ersten Vorbereitungen für das Bauvorhaben in Sassnitz sind bereits abgeschlossen. Die Räumung und der Abbruch auf dem Grundstück sollen bis Ende November 2026 abgeschlossen sein. Im Januar 2027 beginnen die ersten Arbeiten zur Erschließung des Grundstücks. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Herbst 2029 vorgesehen.

Mit dem Bauprogramm „Sieben auf einen Streich“ nutzt das Land Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), um die Polizeiinfrastruktur an mehreren Standorten gleichzeitig zu modernisieren. Neben Sassnitz entstehen neue Polizeigebäude in Gadebusch, Ueckermünde, Friedland und Bad Doberan nach dem Vorbild in Heringsdorf. Für Güstrow und Waren werden individuelle Planungen umgesetzt.

Inklusive Regatta beim SailGP in Sassnitz

Norwegen gewinnt nach 32 Wettfahrten / Drei Tage inklusives Segeln · 15 Crews aus vier Nationen · 1,3 Punkte Vorsprung im Ziel · Siegerehrung mit Schirmherrin Stefanie Drese in der Team Base des Germany SailGP Teams

Insel Rügen – Die inklusive Regatta im Stadthafen Sassnitz ist am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Nach drei Tagen und 32 Wettfahrten gewinnt das SALTO SAILING Team Norway mit 19,4 Punkten. Zweiter wurde das Bat Sailing Team mit 20,7 Punkten, Dritter das BYC Inklusions Team des Bayerischen Yacht-Clubs vom Starnberger See mit 26,2 Punkten – nur zwei Zehntel vor den viertplatzierten Waveboys.

Gesegelt wurde vom 18. bis 20. August parallel zum ROCKWOOL Germany Sail Grand Prix: 15 Crews aus Belgien, Deutschland, Norwegen und Tschechien, jede inklusiv besetzt. Menschen mit und ohne Behinderung in denselben Booten, nach denselben Regeln, im direkten Wettbewerb – auf acht barrierefreien Booten der Klasse RS Venture Connect. Die Regatta war zugleich der zweite Spieltag des Heinz Kettler Cups.

Neben dem sportlichen Ergebnis bleibt von diesen drei Tagen noch etwas anderes: eine Spende über 2.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – und Begleitfahrten, bei denen rollstuhlfahrende Gäste aus Sassnitz, Binz und der Region direkt aus dem Rollstuhl an Bord gehen können.

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse verlas Andreas Schorr von der Wettfahrtleitung. Ausgezeichnet wurden die Plätze eins bis vier:

  1. SALTO SAILING Team Norway mit Stian Kristiansen und Elliot Finnestrand – 19,4 Punkte
  2. Bat Sailing Team mit Christina Schober und Saskia Gense – 20,7 Punkte
  3. BYC Inklusions Team, Bayerischer Yacht-Club vom Starnberger See, mit Christian Bittner und Nina Gumbel – 26,2 Punkte
  4. Waveboys mit Calle Sibbert und Hans Nee – 26,4 Punkte

Spannender hätte es kaum ausgehen können: Zwischen dem Sieger und dem Zweiten lagen am Ende 1,3 Punkte, zwischen Platz drei und Platz vier zwei Zehntel. Das BYC Inklusions Team hatte den Auftakttag noch mit vier Siegen aus vier Wettfahrten angeführt – ein Frühstart und eine nicht gesegelte Wettfahrt warfen das Team im Verlauf der Serie zurück. Gewertet wurde nach dem Low-Point-System: Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Vollständige Ergebnisliste: https://www.manage2sail.com/DE/event/HKDC20262#!/results

Vier Sondermedaillen

Zusätzlich zu den Platzierungen wurden vier Sondermedaillen vergeben: an Tim Krieglstein (CEO), Anne van der Weereld (Teammanagerin) und Thomas Riedel (Gesellschafter und Gründer) vom Germany SailGP Team sowie an Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrin der Regatta.

Ausgezeichnet wurden sie für besondere Verdienste um das inklusive Segeln: Sie bauen Barrieren ab, verschaffen dem inklusiven Segeln Sichtbarkeit – und dass es die inklusive Regatta im Rennwochenende des SailGP überhaupt gibt, ist maßgeblich ihnen zu verdanken. Sie gehören zu den Initiatoren dieses Formats und tragen es seither mit.

Drei Tage in Zahlen

  • 3 Regattatage, 18. bis 20. August 2026, Stadthafen Sassnitz
  • 32 Wettfahrten insgesamt
  • 15 Crews aus vier Nationen: Belgien, Deutschland, Norwegen, Tschechien
  • 8 barrierefreie Boote der Klasse RS Venture Connect
  • über 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz
  • 000 Euro Spende an Kinderlachen 009 Rügen e.V.
  • Auflage der inklusiven Regatta an der Seite des SailGP

Siegerehrung in der Team Base des Germany SailGP Teams

Die Siegerehrung fand am Donnerstagabend um 19 Uhr dort statt, wo tagsüber die F50-Katamarane vorbereitet werden: in der Team Base des Germany SailGP Teams presented by Deutsche Bank. Rund 100 Gäste kamen zusammen – Crews und ihre Begleitungen, Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, der ausrichtenden Vereine und der Partner.

Die Schirmherrschaft über die Regatta hat Stefanie Drese übernommen, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie überreichte die Preise gemeinsam mit Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg.

„Inklusives Segeln und der SailGP in Sassnitz gehören zusammen. Das haben die vergangenen Tage eindrucksvoll bestätigt. Mich begeistert besonders, dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen gemeinsam an den Start gehen. Von der zehnjährigen sehbehinderten Sophia, die erst 2025 mit dem Segeln begonnen hat, bis zum Medaillengewinner der Europameisterschaften 2026 – alle sind Teil desselben Wettbewerbs. Die Inklusive Segelregatta im Rahmen der SailGP ist gelebte Teilhabe und zugleich ein starkes Signal für den gesamten Sport in Mecklenburg-Vorpommern.“ so Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Die Ministerin dankte allen Beteiligten, die dieses Sporterlebnis ermöglichen.

Der Heinz Kettler Cup, dessen zweiter Spieltag in Sassnitz ausgetragen wurde, geht auf die Heinz Kettler Stiftung zurück – sie ist Namensgeberin und Gründerin der Serie. Für die Stiftung sprach Vorstand Andreas Sand.

„Beim Heinz Kettler Cup stehen Sport und Wettkampf im Mittelpunkt. Bei kräftigem Wind und zeitweise ‚Regen quer‘ haben sich alle Crews mit großem Einsatz durch die Wettfahrten gekämpft. Doch spätestens am Abend zählt vor allem das Miteinander: gemeinsam feiern, lachen und Erfahrungen teilen. Genau diese Verbindung aus sportlichem Ehrgeiz und Gemeinschaft ist echte, gelebte Inklusion im Sport,“ so Andreas Sand, Vorstand der Heinz Kettler Stiftung

Mehr als Sport: 2.000 Euro für Kinderlachen 009 Rügen

Am Eröffnungsabend im Alten Kühlhaus übergab Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. eine Spende über 1.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – einen Verein, der sich für kranke und bedürftige Kinder einsetzt, auf Rügen und darüber hinaus. Zwei private Spender legten spontan je 500 Euro dazu; am Ende waren es 2.000 Euro.

Was weitergeht

Die Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende sind unser neues Projekt in diesem Jahr. Wer einen Rollstuhl nutzt, kommt auf der „Henk de Mol“ direkt an Bord – ohne ihn verlassen zu müssen. Gesegelt wird nicht auf einem Ausflugsboot, sondern auf einem modernen, sportlichen Segelboot, unmittelbar an der Regattabahn.

Möglich macht das der rollstuhlgerechte Umbau der „Henk de Mol“, den die Herman van Veen-Stiftung mitfinanziert hat. Ihre stellvertretende Vorsitzende Steffi Nerius – Speerwurf-Weltmeisterin 2009, Europameisterin 2006 und Olympiazweite, geboren in Bergen auf Rügen – hatte am Eröffnungsabend ein Grußwort gesprochen und ging bei den Fahrten selbst mit an Bord.

Bislang sind die Fahrten ein großer Erfolg – und für viele an Bord eine Premiere. Unter den Gästen waren auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, denen das Segeln bisher verschlossen war: nicht aus Mangel an Interesse, sondern aus Mangel an Zugängen. Auf der „Henk de Mol“ erlebten sie Wind, Welle und Tempo aus nächster Nähe. Bewegende Momente gab es dabei auf allen Seiten – bei den Gästen ebenso wie bei ihren Begleitungen und Assistenzkräften und bei unserer Crew. Es sind Fahrten, die so schnell niemand vergisst.

Dass es weitergeht, unterstreicht auch das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank. CEO Tim Krieglstein: „Segeln ist ein Sport, der Hürden abbaut und Menschen zusammenbringt – unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Voraussetzungen. Für das Germany SailGP Team ist die erneute Partnerschaft mit der inklusiven Regatta im Rahmen des Heinz Kettler Deutschland Cups eine absolute Herzensangelegenheit. Was der Verein Wir sind Wir hier auf die Beine stellt, zeigt eindrucksvoll, wie Segeln auf Augenhöhe funktioniert. Wir sind stolz darauf, diesen Weg als Partner zu begleiten und den Sport gemeinsam noch zugänglicher und inklusiver zu machen.“ – Tim Krieglstein, CEO Germany SailGP Team

Alle Beteiligten beabsichtigen, die inklusive Regatta auch 2027 wieder im Rahmen des SailGP auszutragen.

Dank

Unser Dank gilt der Stadt Sassnitz mit Bürgermeister Leon Kräusche und Stadtpräsident Norbert Benedict sowie dem Stadthafen Sassnitz als Gastgebern vor Ort.

Möglich gemacht haben SailGP Inklusiv 2026: das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank, das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Vorpommern-Fonds, die Heinz Kettler Stiftung, die Viessmann Foundation und die Deutsche Postcode Lotterie – unterstützt von ihren Teilnehmenden. Dazu Salzbrenner Würstchen, ELLETEC und der Fleisch Großmarkt Hamburg.

Und ein besonderer Dank an die über 50 Ehrenamtlichen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben. Ihr Einsatz ging weit über die drei Regattatage hinaus: von der Vorbereitung über Aufbau, Sicherung und Begleitung auf dem Wasser bis zum Abbau waren sie durchgehend im Einsatz.

SailGP Inklusiv 2026 startet heute

Neben den schnellsten Booten der Welt: In Sassnitz zeigt sich, was Inklusion im Sport leisten kann / 16 Crews aus vier Nationen segeln vom 18. bis 20. August vor Rügen

Sassnitz – Heute ist im Stadthafen Sassnitz die inklusive Regatta im Rahmen des Sail Grand Prix gestartet. 16 Crews aus Belgien, Deutschland, Norwegen und Tschechien gehen an den Start. Für Sozial- und Sportministerin Stefanie Drese, die die Schirmherrschaft der SailGP Inklusiv übernommen hat, ist die Veranstaltung ein herausragendes Beispiel für gelebte Inklusion im Sport.

„Menschen mit und ohne Behinderung segeln gemeinsam, im selben Boot, nach denselben Regeln und mit dem gleichen Ziel: zu gewinnen. Genau das macht diese Regatta vor der traumhaften Kulisse auf Rügen so einzigartig. Sie zeigt eindrucksvoll, dass sportliche Leistung und Inklusion keine Gegensätze sind. Es zählen Teamgeist, Strategie und Können – nicht die Frage, ob jemand eine Behinderung hat“, betonte   Stefanie Drese zum Start der einzigartigen Segelwoche.

Gesegelt wird auf acht barrierefreien RS Venture Connect, die vom Veranstalter gestellt werden. „Damit entfällt eine zentrale Hürde: Die Crews müssen weder ein eigenes Boot noch Trailer und Bootslogistik organisieren“, hob Drese hervor. Auch der Zugang zum Wasser wird durch einen mobilen barrierefreien Steg ermöglicht.

„Mich begeistert besonders, dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen gemeinsam an der Startlinie stehen. Von der zehnjährigen sehbehinderten Sophia, die erst 2025 mit dem Segeln begonnen hat, bis zum Medaillengewinner der Europameisterschaften 2026 – alle sind Teil desselben Wettbewerbs. Das ist gelebte Teilhabe und zugleich ein starkes Signal für den gesamten Sport. Mecklenburg-Vorpommern ist stolz darauf, dieser besonderen Regatta in Sassnitz eine Bühne zu geben“, sagte Drese.

Ein weiterer Meilenstein in diesem Jahr: Vom 18. bis 23. August können bis zu 40 rollstuhlfahrende Gäste den SailGP direkt vom Wasser aus erleben. Auf dem barrierefreien Segelboot „Henk de Mol“ müssen sie ihren Rollstuhl nicht verlassen. Damit wird ein internationales SailGP-Event erstmals unmittelbar vom Wasser aus für rollstuhlfahrende Gäste zugänglich.

Die Veranstaltung wird von fünf Segelvereinen gemeinsam mit dem Germany SailGP Team realisiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und der Vorpommern-Fonds unterstützen die inklusive Regatta als öffentliche Förderer.

„Bevor am Wochenende die schnellsten Segelboote der Welt mit weit über 90 km/h über das Wasser fliegen, wird Sassnitz in diesen Tagen zu einem besonderen Ort für den inklusiven Sport. Die inklusiven Crews zeigen, dass auch im Regattasport Grenzen überwunden werden können. Ich wünsche allen Seglerinnen und Seglern faire Wettfahrten, viel Erfolg und vor allem viel Freude und unvergessliche Erlebnisse auf und am Wasser“, so Stefanie Drese.

Die inklusive Regatta findet vom 18. bis 20. August 2026 täglich etwa von 10:00 bis 17:00 Uhr im Stadthafen Sassnitz statt. Die Siegerehrung mit Ministerin Stefanie Drese ist für den 20. August um 19:00 Uhr in der Team Base des Germany SailGP Teams vorgesehen. Erwartet wird auch der viermalige Formel-1-Weltmeister und Mitinhaber des deutschen SailGP-Teams, Sebastian Vettel, der sich stark für das wegweisende inklusive Segelprojekt engagiert.

Sommerferienspiele mit Kunstkurs

Schul- und Sportverein 09 Gingst organisiert 14 Tage langes Kinderprogramm

Insel Rügen – „Die Sommerferienspiele sind Erfolgstage in Gingst“, sagt Schulleiter André Farin in einer Auswertungsrunde des Fördervereins der Schule. Seit Jahren unterstützt der Schul- und Sportverein 09 Gingst die ersten 14 Tage in den Ferien, an denen Kinder aus Gingst und Umgebung ganz unterschiedliche Aktivitäten erleben und ausprobieren können.

Die Regie für das bunte Programm hat Schulsozialarbeiterin Karin Degner übernommen und kann stolz auf die Auswahl und Vorbereitung der Projekte sein. „Wir knüpfen an die Erfahrungen der letzten Jahre an“, erklärt Karin Degner ihre Planung der sommerlichen Vormittage zwischen 7.30 und 12 Uhr. An manchen Tagen kommen über 20 Jungen und Mädchen, um gemeinsam zu spielen, zu basteln, zu backen, zu wandern oder Kunst zu erleben.

Kunstwerkstatt in der Schule Gingst. Petra Saal (links) zeigt ihren interessierten Sommerferien-Kindern das Marmorieren von Papier. Foto: André Farin
Kunstwerkstatt in der Schule Gingst. Petra Saal (links) zeigt ihren interessierten Sommerferien-Kindern das Marmorieren von Papier. Foto: André Farin

Das konnten sie gleich an zwei Tagen, an denen die ehemalige Kunstlehrerin Petra Saal ihre Papierwerkstatt in der Schule eröffnete. Sie zeigte den interessierten Teilnehmern, wie man mit viel Geduld, unendlicher Fantasie und passenden Hilfsmitteln Papier marmoriert. „Die Kinder staunten nicht schlecht über ihre herrlichen Ergebnisse“, findet Petra Saal, die mit Leib und Seele Kunst betreibt und vermittelt. Die beiden Tage nutzte sie auch, um für das kommende Schuljahr zu werben. Dann möchte sie nämlich die Kunstwerkstatt fortsetzen und Kinder für Kunst begeistern.

Auf dem Stundenplan der Ferientage stand auch der Besuch auf dem Museumshof, wo Waldemar Opolski alles für das traditionelle Brotbacken im Steinbackofen vorbereitet hatte. „Ich freue mich sehr, dass er auch dieses Jahr alles so unkompliziert und kinderfreundlich organisiert hat“, meint Karin Degner. Sie hat sich nämlich bewusst dazu entschieden, mit vielen Gingster Personen und Einrichtungen zusammenzuarbeiten, wie beispielsweise auch mit Ortsführerin Bärbel Weiss oder der Bibliotheksleiterin Maren Kerfack. Sie dankte ihnen für die Kooperation, die im nächsten Jahr fortgeführt wird.

Robbentotfunde vor Rügen

Insel Rügen – Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern beobachtet derzeit im Rahmen des routinemäßigen Totfundmonitorings in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund (DMM) auftretende Totfunde von Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit großer Aufmerksamkeit. Die zuständigen Fachbehörden stehen zur Aufklärung der Todesursachen in engem Austausch.

Seit Anfang Mai wurden mehr als 20 tote Robben im Bereich der Ostküste Rügens, des Greifswalder Boddens und Usedoms registriert. Die Fundorte konzentrieren sich insbesondere auf den Bereich der Südostküste Rügens, vereinzelt wurden Tiere auch an der Außenküste Usedoms und im Greifswalder Bodden gefunden.

Die adulten Tiere befanden sich bereits längere Zeit im Wasser und wiesen zum Teil einen fortgeschrittenen Verwesungsgrad auf. Mehrere Kadaver wurden geborgen und dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund zur weiteren Untersuchung übergeben. Bisher ist bei einem der bislang drei aus diesem Gebiet untersuchten Tiere eine unnatürliche Todesursache nicht auszuschließen.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die aktuelle Anzahl der Totfunde auf die Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen ist.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) hat die örtliche Reusenfischerei überprüft. Im Greifswalder Bodden sowie an der Außenküste Südost-Rügens und Usedoms waren im maßgeblichen Zeitraum keine Reusen im Einsatz.

Eine erst kürzlich im westlichen Greifswalder Bodden aufgestellte Reuse wurde ordnungsgemäß angezeigt und kontrolliert. Alle in 2026 aufgestellten Reusen verfügen über die durch Minister Dr. Backhaus vorgeschriebenen Einschwimmsperren.  Kontrollen durch die Fischereiaufsicht bestätigen dies. Hinweise auf Robbenbeifänge liegen der Fischereiaufsicht bislang nicht vor.

Um mögliche Ursachen weiter einzugrenzen, arbeiten das Ministerium, das LALLF, das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen und das Deutsche Meeresmuseum eng zusammen.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Die Robbentotfunde nehmen wir sehr ernst. Derzeit wäre es jedoch verfrüht, Rückschlüsse auf die Todesursachen zu ziehen. Unser Ziel ist es, die Ursachen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufzuklären und nicht zu spekulieren.

Nach dem derzeitigen Stand halten alle in der Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzten Reusen die aktuellen gesetzlichen Vorgaben ein. Dennoch arbeiten alle zuständigen Fachbehörden eng zusammen, um den Sachverhalt vollständig aufzuklären.“

Fraktion spendet für Fahrradparcours

Wählergemeinschaft übergibt 400-Euro-Spende für den Verkehrsgarten der Schule Gingst

Insel Rügen – Pünktlich zum Baustart für den Fahrradparcours auf dem Grundschulhof übergeben Clemens Oppermann und Astrid Dürkoop von der Fraktion „Gemeinsam für Gingst“ ihren Spendenscheck. „Wir haben Spenden in der Fraktion gesammelt“, erklärt Clemens Oppermann beim Besichtigen der Baustelle.

Mit dem Betrag von 400 Euro wollen seine Mitstreiter und er zum Gelingen des Vorhabens beitragen. Dabei zähle jeder Cent, unterstützt ihn Astrid Dürkoop, die 2. Stellvertreterin des Gingster Bürgermeisters. Der Wählergemeinschaft liege es am Herzen, alle Möglichkeiten zu suchen und zu nutzen, um den Schulstandort zu fördern. Das Engagement des Fördervereins der Schule sei dabei unverzichtbar.

„Unser Förderverein freut sich über jeden Spendeneuro“, sagt Schulleiter André Farin, als er von den Details des Projekts und der Finanzierung berichtet. Den überwiegenden Teil der Investition von 50.000 Euro trage der Schul- und Sportverein 09 Gingst. Der Förderverein der Schule Gingst hat zudem die Regie für die Baumaßnahme übernommen, die in enger Abstimmung mit dem Unternehmen TIEWA GmbH seit Beginn der Sommerferien läuft.

Clemens Oppermann (rechts) und Astrid Dürkoop (Mitte) übergeben an Schulleiter André Farin den Spendenscheck für den Fahrradparcours. Foto: Martina Zabel
Clemens Oppermann (rechts) und Astrid Dürkoop (Mitte) übergeben an Schulleiter André Farin den Spendenscheck für den Fahrradparcours. Foto: Martina Zabel

„Wenn die Grundschüler im August wieder in die Schule kommen, soll der Parcours fertig sein“, schaut André Farin in die nahe Zukunft. Aus einer maroden Betonfläche zwischen beiden Schulgebäuden entstehe in den kommenden Wochen ein Verkehrsgarten. Die Schüler aus den 4. Klassen werden hier unter anderem in der Fahrradwoche auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet.

Finanziert mit zahlreichen Spenden, unter anderem von der Sparkasse Vorpommern, der MV-Ehrenamtsstiftung und einiger am Schulneubau beteiligten Unternehmen, und Eigenmitteln entsteht der Verkehrsgarten. „Das ist die bislang größte Vereinsinvestition in unsere Schule“, sagt Tino Tittel, der Schatzmeister des Fördervereins. Bei ihm laufen alle Fäden der Finanzierung und Spendeneinnahmen zusammen.

Aktuell laufen parallel zu den Baumaßnahmen die Vorbereitungen für die mobilen Verkehrsschilder und die Informationstafeln. Im September werden diese wichtigen Bestandteile fertig sein, damit die erste Fahrradwoche ordnungsgemäß und gut informiert ablaufen kann.