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Kategorie: Insel News Rügen

Plastikpiraten am Schaproder Strand

Gingster Schüler untersuchen mit Wissenschaftlern aus Kiel und Berlin Plastikmüll

Insel Rügen – Plastikverschmutzung an Rügens Küsten ist ein Thema, mit dem sich Schüler aus der Gingster Schule direkt vor Ort befasst haben. Die Zehntklässler beteiligten sich an dem europaweiten Projekt „Plastic Pirates – Go Europe“ und reisten dafür an den Strand von Schaprode.

Der Unterschied zu den bisherigen Aktionen der Schule wie beim jährlichen Küstenputz zusammen mit dem Biosphärenreservat liegt auf der Hand. „Wir haben an dem Vormittag die Verschmutzung an dem Strandabschnitt wissenschaftlich untersucht und dokumentiert“, erklärt Elise Ganzlin. Sie hat zusammen mit ihren Mitschülern in drei Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise nach einem vorher festgelegten Prinzip Proben genommen, analysiert und als Datensatz festgehalten.

Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat
Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat

Ihr Biologielehrer Ulf Todenhagen freute sich mit ihnen über die Abwechslung im Unterricht, die noch mehr Anschaulichkeit brachte. „Meine Schüler haben damit wie viele andere Jugendliche auch einen echten wissenschaftlichen Beitrag zu einer global durchgeführten Untersuchung geleistet“, erklärt er am Rande des Strandtages. Denn auch in Schaprode finde man trotz der regelmäßigen Strandreinigung immer wieder Verschmutzungen aller Art.

Die Vertreter der Plastikpiraten unterstützten die Schulklasse bei der Forschungsaufgabe. Nach einem Vorgespräch über die Geschichte des 10-jährigen Projekts und dessen Zielsetzung leiteten sie die jungen Wissenschaftler bei ihrer Arbeit an. „In den zehn Jahren haben sich bereits 25.000 Kinder und Jugendliche in 14 europäischen Ländern an dem Vorhaben beteiligt“, sagt Janto Schönberg von der Kieler Forschungswerkstatt, die diese bildungsbezogenen Aktionen plant, koordiniert und wissenschaftlich begleitet.

Die Rügener Ergebnisse landen jetzt in einer großen gemeinsamen Datenbank, die für die wissenschaftliche Arbeit weltweit genutzt werden kann. „Die Exkursion hat sich gelohnt“, meint Schulleiter André Farin, „die Lerneffekte sind viel größer, wenn Schüler auch an anderen Lernorten selbst aktiv werden können.“ Daher plane die Schule die Wiederaufnahme solcher Unterrichtsausflüge ins Schulprogramm.

Wanderspende für Verkehrsgarten

750 Euro für die Neuanschaffung von mobilen Verkehrszeichen auf dem Grundschulhof

Insel Rügen – Freude an der Gingster Grundschule. 84 Wanderer trafen sich am zweiten Oktobersonntag zur „Herbstwanderung mit Arthur“ und spendeten für einen guten Zweck. Eine stolze Summe von 750 Euro kam dabei auf Ummanz zusammen. Organisator Jörg „Arthur“ Nordt übergab den symbolischen Spendenscheck freudestrahlend an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule.

„Uns ist es eine Herzenssache, für Vereine und Projekte auf der Insel zu spenden“, erklärt Jörg Nordt, der in der Szene der Wanderer und Inselläufer ein bekanntes Gesicht ist. Der Gemeinschaftssinn, der beim Wandern entstehe, mache viele solcher wohltätigen Aktionen möglich. „Ich bin sehr zufrieden mit Wetter, Beteiligung und Ergebnis an dem sonnigen Tag“, meint Jörg Nordt, der bereits weitere Projekte plant.

Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat
Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat

„Unser Förderverein freut sich riesig über die Spende“, sagt Clemens Oppermann, der für den Vereinsvorstand an der Spendenübergabe teilnahm. „Wir werden von dem Geld weitere mobile Verkehrszeichen für den Fahrradparcours auf unserem Grundschulhof anschaffen“, erzählt er den Wanderfreunden, die nach ihrem Kilometer-Soll ihren wohlverdienten Imbiss genießen konnten.

Der Gingster Schulleiter André Farin ist begeistert von den zahlreichen privaten Spendenaktionen zu Gunsten der Schule. „Wir sind froh über jede finanzielle Zuwendung, die unseren Kindern zu Gute kommt“, sagt er im Nachgespräch mit den Organisatoren auf der Schwesterinsel Ummanz. Man spüre sehr, wie sich viele Einwohner für die schulische Entwicklung im Westen der Insel interessieren und die Arbeit von Gemeinde, Schule und Förderverein unterstützen wollen.

Schülerfreude über neuen Fahrradparcours

Schulförderverein eröffnet feierlich Verkehrsgartens an der Grundschule Gingst

Insel Rügen – Geschafft! Der Schul- und Sportverein 09 Gingst hat sein Versprechen gehalten. Pünktlich zum Beginn der Fahrradwoche an der Grundschule eröffnete der Förderverein der Schule den neuen Verkehrsgarten. Zusammen mit über 160 Schülern, Lehrern und Gästen nahmen vor allem die Jungen und Mädchen aus den beiden 4. Klassen den Platz freudestrahlend in Beschlag. Sie können sich nun eine Woche lang mit verbesserten Bedingungen auf die offizielle Fahrradprüfung vorbereiten.

„Wir sind stolz auf diese Investition für unsere Kinder“, erklärt Bürgermeister Nico Last, der zugleich den Einsatz des Schulfördervereins lobt. „Wir investieren gerade Millionen in den Bau einer neuen Regionalen Schule“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Da sei die Gemeinde froh, dass der Verein durch ein großes Spendenaufkommen und eigene Mittel das Projekt realisiert habe. Die Absprachen dazu liefen reibungslos und immer auf einem kurzen Dienstweg.

Bürgermeister Nico Last, Jakob Harder, Johannes Pingler von der TIEWA GmbH, Marco Schneider und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.) durchschneiden das symbolische Band zur Eröffnung des Fahrradparcours in Gingst. Foto: Martina Zabel
Bürgermeister Nico Last, Jakob Harder, Johannes Pingler von der TIEWA GmbH, Marco Schneider und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.) durchschneiden das symbolische Band zur Eröffnung des Fahrradparcours in Gingst. Foto: Martina Zabel

Mit fast 50.000 Euro hat der Verein das Vorhaben umgesetzt. Aus einer maroden Betonfläche auf dem Grundschulhof machte die TIEWA GmbH in den Sommerferien eine asphaltierte Verkehrsfläche mit professionell aufgetragenen Straßenmarkierungen. Mobile Verkehrsschilder, Hinweiszeichen und verschiedene Informationstafeln ergänzen den Parcours. „Ihr nutzt ab heute den modernsten Kreisverkehr der Insel und den sichersten Fußgängerüberweg“, sagte Schulleiter schmunzelnd in seinen Worten zur feierlichen Eröffnung. Er bedankte sich bei Unternehmen und Privatpersonen, die mit ihren Spendengeldern wirklich geholfen haben. Und das in Zeiten, in denen Cent und Euro oft zweimal umgedreht werden müssen.

„Der Platz ist total cool“, findet Marco Schneider, der zusammen mit Jakob Harder das rote Band durchschneiden durfte. „Jetzt macht das Radtraining noch viel mehr Spaß“, meinen beide. Sie denken auch an die Pausen oder Hortzeiten, in denen die Mitschüler mit den Mini-Dreirädern jetzt täglich das Fahren auf der schuleigenen Straße üben.

„Verkehrserziehung, Sicherheit und Wohlfühlen gehören an der Schule zusammen“, erklärt Schulleiter André Farin und ist sich einig mit Kathrin Böttcher. Die Projektleiterin für die regelmäßige Fahrradwoche hat maßgeblichen Anteil an der Planung des Parcours. Unterstützt wurde sie von Nicole Hoppe, die mit ihrem „Gute-Laune-Programm“ und ihrer Theatergruppe für die passende festliche Stimmung an dem Vormittag sorgte.

Schülerblick auf Gefahren von Cybermobbing

Gingster Sechstklässler erlernen Lösungsstrategien an erstem Anti-Mobbing-Tag

Insel Rügen – Mobbing im Internet. Kein Thema ist aktueller im Alltag eines Schülers. Daher haben sich die Jungen und Mädchen aus den 6. Klassen der Schule Gingst damit an einem eigenen Projekttag beschäftigt. Simon Altmann und Nadine Pirchi, zwei junge Schauspieler aus Berlin, unterstützten sie mit dem Theaterstück „Verletzt – vernetzt“. Darin machten sie unter anderem auf die Gefahren und Auswirkungen von Cybermobbing aufmerksam.

„Unsere Schüler haben das Stück mehr als aufmerksam verfolgt“, findet Sabine Tänzer, die als Teamleiterin zusammen mit ihren Kolleginnen den Projekttag organisiert hat. Die meisten Kinder kennen die Gefahren, die das Internet mit sich bringt. Und doch sei es immer wieder wichtig und notwendig, auf den sicheren und selbstbestimmten Umgang mit eigenen Bildern oder Kommentaren in sozialen Medien hinzuweisen. Das habe sie in dem Schauspielergespräch nach dem Stück gemerkt.

Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin
Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin

Nadine Pirchi nutzte nämlich die Stunde nach der Aufführung, um mit den jungen Zuschauern ins Gespräch zu kommen. „Ich bin begeistert von den Kindern“, meint Nadine Pirchi. „Auf alle Fragen kamen so gute Antworten. Sie haben das Stück gut verstanden und konnten auch über den Umgang mit den Gefahren Ideen austauschen.“ Damit hätten die beiden Schauspieler des Präventionstheaters Terraraum ihr Ziel erreicht. Sie wollen mit ihren Aufführungen zum Nachdenken anregen und auf die negativen Seiten der modernen Medien hinweisen. An über 100 verschiedenen Orten in Deutschland haben sie ihr aktuelles Stück bereits gezeigt und mit einem Zuschauergespräch verbunden. Eine coole Idee, denn schneller kann mich sich kein Feedback einholen.

Lunis Schulz, einer der Zuschauer an dem Mittwochmorgen in der Gingster Turnhalle, bringt sich besonders oft im Gespräch ein. „Ich fand das Stück cool“, sagt er nach dem Auftritt. „Mir hat am besten gefallen, wie die Probleme der beiden Schüler gezeigt wurden.“ Er meint damit Charlie und Lisa. Während der Junge bereits Erfahrungen als Mobbingopfer gesammelt hatte und die Schule wechseln musste, hatte Lisa Kontakt zu einem mysteriösen „Pic-Sammler“ im Internet. Genügend Gesprächsstoff auch für die Unterrichtsstunden nach dem Stück.

„Der Anti-Mobbing-Tag ist einer von sechs präventiven Projekttagen, die wir an unserer Schule etablieren“, erklärt Schulleiter André Farin. Inzwischen biete man in jeder Jahrgangsstufe ein Thema an, mit dem sich die Klassen auf ganz unterschiedliche Weise beschäftigen. „Nach sechs Schuljahren haben unsere Kinder zahlreiche Themen symbolisch und anschaulich behandelt.“ Neben Rassismus und Mobbing kommen die Gingster Kinder mit Fragen von Drogenmissbrauch, Erleben von Vielfalt, Gesundheit und Demokratie in Kontakt.

Energie-Tüftler in mobiler Technik-Werkstatt

Gingster Schüler bauen mit EWE-Experten an Kurbelleuchten und Mini-Windrädern

Insel Rügen – Das EWE-Mobil aus Oldenburg hat für zwei Schulwochen Station in Gingst gemacht. An einem von drei Standorten in unserem Bundesland, wo Schüler sich an einem Projekttag mit den Themen erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und Technik beschäftigen. „Das sind Energie-Stunden mit hohem Lerneffekt“, meint Schulleiter André Farin. Die Organisatoren des rollenden Bildungsprojekts haben nicht nur großes Interesse beobachtet, sondern Talente vor allem in den handwerklichen Teilen des Unterrichts gefunden.

Nach dem Vortragsbesuch im Mobil auf dem Schulhof wechselten die Jungen und Mädchen aus den 7. und 8. Klassen in die eigens für sie eingerichtete Technikwerkstatt. „Bei vielen Kindern reicht ein kurzer Input am Anfang eines Auftrages“, sagt Axel Warnken, ein Experte aus dem EWE-Team. „Andere können super gut mit den Anleitungen umgeben und die Leuchte oder das Windrad zusammenbauen.“ Er freue sich immer auf die Tage, die er die Schüler der Insel betreuen kann. Die Rüganer seien sehr aufgeschlossen für das Vorhaben „Deine Energie für morgen“.

Tamia Manfraß (links) und Axel Warnke in der mobilen Technik-Energie-Werkstatt. Foto: Martina Zabel
Tamia Manfraß (links) und Axel Warnke in der mobilen Technik-Energie-Werkstatt. Foto: Martina Zabel

Die Gingster haben sich für zwei Zukunftsmodelle entschieden. Vielen bauten Mini-Windräder und erlebten sie als kleine, funktionstüchtige Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Andere probierten die Kurbelleuchten mit einem anderen Lerneffekt: Die manuell betriebenen Taschenlampen verdeutlichten ganz simpel das Prinzip der mechanischen Energiewandlung.

„Ich finde solche Stunden sehr gut“, sagt Ben Messing aus der 8. Klasse. Er interessiert sich für handwerkliche Aufgaben, die er auch in der Holzwerkstatt der Schule erledigt. Das sei mal etwas ganz anderes als im normalen Unterricht. Er bekam sogar ein Lob für sein geschicktes Arbeiten und die Hilfe, die er seinen Mitschülern unaufgefordert angeboten hat.

Über 5.000 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 7 bis 10 nutzen das EWE-Projekt jährlich im schulischen Projektrahmen. „Das sind Kinder und Jugendliche in den EWE-Regionen Niedersachen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Claudia Döring von der EWE AG. Das spreche für die mobile Erfolgsidee.

Klage der Gemeinde Ostseebad Binz abgewiesen

Backhaus: Genehmigungsbehörde des LNG-Terminals in Mukran obsiegt auch in letztem Verfahren

Insel Rügen – Das Bundesverwaltungsgericht hat heute die Klage der Gemeinde Ostseebad Binz gegen die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb des LNG-Terminals im Hafen Mukran abgewiesen. Damit ist das letzte noch offene Klageverfahren gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom 09.04.2024 abgeschlossen. Dazu erklärt der für den Immissionsschutz zuständige Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus:

„Ich habe von Beginn an betont, dass ich kein Freund dieser Technologie bin. LNG ist ein Auslaufmodell und bestenfalls eine Brückentechnologie bis wir auf fossile Energieträger verzichten können. Gleichzeitig habe ich aber auch gesagt, dass wir dem Antragsteller und den Gegnern der Anlage ein rechtssicheres und gerichtsfestes Verfahren garantieren. Das letztinstanzliche Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestätigt nun, dass dieses Versprechen gehalten wurde. Unsere Verwaltung hat sich in diesem Verfahren stets an rechtliche Vorgaben gehalten und dem politischen Druck in vorbildlicher Weise stangehalten. Daher bin ich über dieses Urteil des Gerichtes sehr froh, denn es bestätigt, dass staatliches Handeln ohne Ideologie und ohne Ansehen der Person erfolgt.

Bedauerlich ist allerdings, dass die Gemeinde Ostseebad Binz entgegen all meiner Beteuerungen nicht das Vertrauen in staatliches Handeln hatte und sich durch ein jahrelanges Gerichtsverfahren nun in eine schwierige finanzielle Situation gebracht hat. Ich sage dies ohne Häme und hoffe, dass nun endlich Ruhe einkehrt und wir uns wieder alle darauf konzentrieren können, das touristische Kleinod Rügen, das aktuell auch einen wichtigen Energiestandort für ganz Deutschland  darstellt, weiterzuentwickeln.“

11 Millionen Euro für moderne Polizei in Sassnitz auf Rügen

Insel Rügen – In Sassnitz ist heute der symbolische Startschuss für den Neubau des Polizeireviers und der Kriminalkommissariat-Außenstelle gefallen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert rund 11 Millionen Euro in einen modernen, funktionalen und energieeffizienten Polizeistandort. Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue und Innenminister Christian Pegel setzten gemeinsam mit Bürgermeister Leon Kräusche, Heiko Miraß, parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, Polizeidirektor Nils Rosada, Polizeiinspektionsleiter Rainer Dittschlag und Polizeirevierleiter Alexander Diekmann den symbolischen Spatenstich.

Der Neubau ist Teil des Landesbauprogramms „Sieben auf einen Streich“. Mit rund 95 Millionen Euro entstehen landesweit sieben neue Polizeigebäude. Die Neubauten schaffen zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Polizei und sichern gleichzeitig eine moderne und langfristig nutzbare Infrastruktur.

„Mit ,Sieben auf einen Streich‘ verbinden wir drei Dinge: Wir investieren in die Sicherheit unseres Landes, wir bauen nachhaltig und wir geben einen wichtigen Impuls für die heimische Bauwirtschaft. Gerade bei einem großen Bauprogramm wie diesem zeigt sich, was öffentliche Investitionen bewirken können: Von der Planung bis zur Ausführung profitieren Unternehmen und Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür ist auch dieser Neubau in Sassnitz ein tolles Beispiel, denn rund 90 Prozent der bislang beauftragten Unternehmen stammen aus Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

„Mit dem heutigen Spatenstich geben wir den Startschuss für ein wichtiges Zukunftsprojekt in Sassnitz. Die Polizei ist ein unverzichtbarer Pfeiler unseres Rechtsstaates und sorgt Tag für Tag dafür, dass sich die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sicher fühlen können. Dafür braucht sie nicht nur engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch moderne, funktionale und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen“, so Innenminister Christian Pegel und weiter: „Mit einer Gesamtinvestition von rund 11 Millionen Euro schaffen wir als Land hier die Voraussetzungen für ein neues Polizeirevier, das den Anforderungen an eine leistungsfähige Polizei gerecht wird. Eine gute Ausstattung und zeitgemäße Räumlichkeiten sind kein Selbstzweck: Sie stärken die Einsatzbereitschaft, erleichtern die tägliche Arbeit und kommen damit unmittelbar der Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger zugute. Sassnitz erhält damit einen modernen Standort, der die Polizei vor Ort langfristig stärkt.“

Das neue Polizeirevier entsteht als dreigeschossiges Verwaltungsgebäude nach dem von der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung entwickelten „Modell Heringsdorf“. Auf diese Weise wird eine wirtschaftliche und flexible Bauweise ermöglicht. Die Grundrissstruktur kann an veränderte Anforderungen angepasst werden und macht das Gebäude damit auch langfristig nutzbar.

Bei der Planung spielt zudem die Energieeffizienz eine zentrale Rolle: Das Gebäude wird die Anforderungen an ein Effizienzgebäude 40 unterschreiten. Vorgesehen sind unter anderem eine Wärmepumpe, LED-Beleuchtung und eine Photovoltaikanlage. Damit wird der Neubau auf einen möglichst geringen Energieverbrauch und einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb ausgerichtet.

Auf einer Bruttogrundfläche von rund 2.000 Quadratmetern entstehen unter anderem Räume für die Verwaltung des Polizeireviers, einen gesicherten Einsatzbereich mit Wache und Gewahrsam sowie Arbeits- und Spezialräume für die Kriminalkommissariat-Außenstelle. Auch ein barrierefreier Besucherbereich und ein gesicherter Polizeihof sind vorgesehen.

Die ersten Vorbereitungen für das Bauvorhaben in Sassnitz sind bereits abgeschlossen. Die Räumung und der Abbruch auf dem Grundstück sollen bis Ende November 2026 abgeschlossen sein. Im Januar 2027 beginnen die ersten Arbeiten zur Erschließung des Grundstücks. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Herbst 2029 vorgesehen.

Mit dem Bauprogramm „Sieben auf einen Streich“ nutzt das Land Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), um die Polizeiinfrastruktur an mehreren Standorten gleichzeitig zu modernisieren. Neben Sassnitz entstehen neue Polizeigebäude in Gadebusch, Ueckermünde, Friedland und Bad Doberan nach dem Vorbild in Heringsdorf. Für Güstrow und Waren werden individuelle Planungen umgesetzt.

Inklusive Regatta beim SailGP in Sassnitz

Norwegen gewinnt nach 32 Wettfahrten / Drei Tage inklusives Segeln · 15 Crews aus vier Nationen · 1,3 Punkte Vorsprung im Ziel · Siegerehrung mit Schirmherrin Stefanie Drese in der Team Base des Germany SailGP Teams

Insel Rügen – Die inklusive Regatta im Stadthafen Sassnitz ist am Donnerstagabend zu Ende gegangen. Nach drei Tagen und 32 Wettfahrten gewinnt das SALTO SAILING Team Norway mit 19,4 Punkten. Zweiter wurde das Bat Sailing Team mit 20,7 Punkten, Dritter das BYC Inklusions Team des Bayerischen Yacht-Clubs vom Starnberger See mit 26,2 Punkten – nur zwei Zehntel vor den viertplatzierten Waveboys.

Gesegelt wurde vom 18. bis 20. August parallel zum ROCKWOOL Germany Sail Grand Prix: 15 Crews aus Belgien, Deutschland, Norwegen und Tschechien, jede inklusiv besetzt. Menschen mit und ohne Behinderung in denselben Booten, nach denselben Regeln, im direkten Wettbewerb – auf acht barrierefreien Booten der Klasse RS Venture Connect. Die Regatta war zugleich der zweite Spieltag des Heinz Kettler Cups.

Neben dem sportlichen Ergebnis bleibt von diesen drei Tagen noch etwas anderes: eine Spende über 2.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – und Begleitfahrten, bei denen rollstuhlfahrende Gäste aus Sassnitz, Binz und der Region direkt aus dem Rollstuhl an Bord gehen können.

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse verlas Andreas Schorr von der Wettfahrtleitung. Ausgezeichnet wurden die Plätze eins bis vier:

  1. SALTO SAILING Team Norway mit Stian Kristiansen und Elliot Finnestrand – 19,4 Punkte
  2. Bat Sailing Team mit Christina Schober und Saskia Gense – 20,7 Punkte
  3. BYC Inklusions Team, Bayerischer Yacht-Club vom Starnberger See, mit Christian Bittner und Nina Gumbel – 26,2 Punkte
  4. Waveboys mit Calle Sibbert und Hans Nee – 26,4 Punkte

Spannender hätte es kaum ausgehen können: Zwischen dem Sieger und dem Zweiten lagen am Ende 1,3 Punkte, zwischen Platz drei und Platz vier zwei Zehntel. Das BYC Inklusions Team hatte den Auftakttag noch mit vier Siegen aus vier Wettfahrten angeführt – ein Frühstart und eine nicht gesegelte Wettfahrt warfen das Team im Verlauf der Serie zurück. Gewertet wurde nach dem Low-Point-System: Wer die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

Vollständige Ergebnisliste: https://www.manage2sail.com/DE/event/HKDC20262#!/results

Vier Sondermedaillen

Zusätzlich zu den Platzierungen wurden vier Sondermedaillen vergeben: an Tim Krieglstein (CEO), Anne van der Weereld (Teammanagerin) und Thomas Riedel (Gesellschafter und Gründer) vom Germany SailGP Team sowie an Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrin der Regatta.

Ausgezeichnet wurden sie für besondere Verdienste um das inklusive Segeln: Sie bauen Barrieren ab, verschaffen dem inklusiven Segeln Sichtbarkeit – und dass es die inklusive Regatta im Rennwochenende des SailGP überhaupt gibt, ist maßgeblich ihnen zu verdanken. Sie gehören zu den Initiatoren dieses Formats und tragen es seither mit.

Drei Tage in Zahlen

  • 3 Regattatage, 18. bis 20. August 2026, Stadthafen Sassnitz
  • 32 Wettfahrten insgesamt
  • 15 Crews aus vier Nationen: Belgien, Deutschland, Norwegen, Tschechien
  • 8 barrierefreie Boote der Klasse RS Venture Connect
  • über 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz
  • 000 Euro Spende an Kinderlachen 009 Rügen e.V.
  • Auflage der inklusiven Regatta an der Seite des SailGP

Siegerehrung in der Team Base des Germany SailGP Teams

Die Siegerehrung fand am Donnerstagabend um 19 Uhr dort statt, wo tagsüber die F50-Katamarane vorbereitet werden: in der Team Base des Germany SailGP Teams presented by Deutsche Bank. Rund 100 Gäste kamen zusammen – Crews und ihre Begleitungen, Ehrenamtliche, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, der ausrichtenden Vereine und der Partner.

Die Schirmherrschaft über die Regatta hat Stefanie Drese übernommen, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie überreichte die Preise gemeinsam mit Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg.

„Inklusives Segeln und der SailGP in Sassnitz gehören zusammen. Das haben die vergangenen Tage eindrucksvoll bestätigt. Mich begeistert besonders, dass hier Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Voraussetzungen gemeinsam an den Start gehen. Von der zehnjährigen sehbehinderten Sophia, die erst 2025 mit dem Segeln begonnen hat, bis zum Medaillengewinner der Europameisterschaften 2026 – alle sind Teil desselben Wettbewerbs. Die Inklusive Segelregatta im Rahmen der SailGP ist gelebte Teilhabe und zugleich ein starkes Signal für den gesamten Sport in Mecklenburg-Vorpommern.“ so Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Die Ministerin dankte allen Beteiligten, die dieses Sporterlebnis ermöglichen.

Der Heinz Kettler Cup, dessen zweiter Spieltag in Sassnitz ausgetragen wurde, geht auf die Heinz Kettler Stiftung zurück – sie ist Namensgeberin und Gründerin der Serie. Für die Stiftung sprach Vorstand Andreas Sand.

„Beim Heinz Kettler Cup stehen Sport und Wettkampf im Mittelpunkt. Bei kräftigem Wind und zeitweise ‚Regen quer‘ haben sich alle Crews mit großem Einsatz durch die Wettfahrten gekämpft. Doch spätestens am Abend zählt vor allem das Miteinander: gemeinsam feiern, lachen und Erfahrungen teilen. Genau diese Verbindung aus sportlichem Ehrgeiz und Gemeinschaft ist echte, gelebte Inklusion im Sport,“ so Andreas Sand, Vorstand der Heinz Kettler Stiftung

Mehr als Sport: 2.000 Euro für Kinderlachen 009 Rügen

Am Eröffnungsabend im Alten Kühlhaus übergab Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. eine Spende über 1.000 Euro an Kinderlachen 009 Rügen e.V. – einen Verein, der sich für kranke und bedürftige Kinder einsetzt, auf Rügen und darüber hinaus. Zwei private Spender legten spontan je 500 Euro dazu; am Ende waren es 2.000 Euro.

Was weitergeht

Die Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende sind unser neues Projekt in diesem Jahr. Wer einen Rollstuhl nutzt, kommt auf der „Henk de Mol“ direkt an Bord – ohne ihn verlassen zu müssen. Gesegelt wird nicht auf einem Ausflugsboot, sondern auf einem modernen, sportlichen Segelboot, unmittelbar an der Regattabahn.

Möglich macht das der rollstuhlgerechte Umbau der „Henk de Mol“, den die Herman van Veen-Stiftung mitfinanziert hat. Ihre stellvertretende Vorsitzende Steffi Nerius – Speerwurf-Weltmeisterin 2009, Europameisterin 2006 und Olympiazweite, geboren in Bergen auf Rügen – hatte am Eröffnungsabend ein Grußwort gesprochen und ging bei den Fahrten selbst mit an Bord.

Bislang sind die Fahrten ein großer Erfolg – und für viele an Bord eine Premiere. Unter den Gästen waren auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, denen das Segeln bisher verschlossen war: nicht aus Mangel an Interesse, sondern aus Mangel an Zugängen. Auf der „Henk de Mol“ erlebten sie Wind, Welle und Tempo aus nächster Nähe. Bewegende Momente gab es dabei auf allen Seiten – bei den Gästen ebenso wie bei ihren Begleitungen und Assistenzkräften und bei unserer Crew. Es sind Fahrten, die so schnell niemand vergisst.

Dass es weitergeht, unterstreicht auch das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank. CEO Tim Krieglstein: „Segeln ist ein Sport, der Hürden abbaut und Menschen zusammenbringt – unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Voraussetzungen. Für das Germany SailGP Team ist die erneute Partnerschaft mit der inklusiven Regatta im Rahmen des Heinz Kettler Deutschland Cups eine absolute Herzensangelegenheit. Was der Verein Wir sind Wir hier auf die Beine stellt, zeigt eindrucksvoll, wie Segeln auf Augenhöhe funktioniert. Wir sind stolz darauf, diesen Weg als Partner zu begleiten und den Sport gemeinsam noch zugänglicher und inklusiver zu machen.“ – Tim Krieglstein, CEO Germany SailGP Team

Alle Beteiligten beabsichtigen, die inklusive Regatta auch 2027 wieder im Rahmen des SailGP auszutragen.

Dank

Unser Dank gilt der Stadt Sassnitz mit Bürgermeister Leon Kräusche und Stadtpräsident Norbert Benedict sowie dem Stadthafen Sassnitz als Gastgebern vor Ort.

Möglich gemacht haben SailGP Inklusiv 2026: das Germany SailGP Team presented by Deutsche Bank, das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Vorpommern-Fonds, die Heinz Kettler Stiftung, die Viessmann Foundation und die Deutsche Postcode Lotterie – unterstützt von ihren Teilnehmenden. Dazu Salzbrenner Würstchen, ELLETEC und der Fleisch Großmarkt Hamburg.

Und ein besonderer Dank an die über 50 Ehrenamtlichen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben. Ihr Einsatz ging weit über die drei Regattatage hinaus: von der Vorbereitung über Aufbau, Sicherung und Begleitung auf dem Wasser bis zum Abbau waren sie durchgehend im Einsatz.