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Autor: Rügenbote

Krebsgesellschaft ist wichtige Stütze der Selbsthilfe und Beratung

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf der Ersten Charity-Krebsgala der Krebsgesellschaft M-V auf deren wichtige Arbeit hingewiesen: „Die Krebsgesellschaft M-V setzt sich dafür ein, Krebs früh zu erkennen, zu bekämpfen, Betroffene nachhaltig zu begleiten und die Prävention zu stärken. Sie ist eine ganz wichtige Initiative in unserem Land, eine Stütze unserer Selbsthilfe- und Beratungslandschaft und unseres Gesundheitswesens. Ihr Einsatz trägt dazu bei, dass Menschen, die an Krebs erkranken, mit ihrer Diagnose und ihrer Krankheit nicht allein sind.“ Sie danke allen, die etwas für die Unterstützung krebskranker Menschen tun.

Das Motto der erstmalig stattfindenden Spenden-Gala, deren Schirmherrin die Ministerpräsidentin ist, lautet „Gemeinsam gegen Krebs“. Die Erlöse kommen den Beratungsangeboten, der stärkeren Prävention und Unterstützung von Familien zu Gute. Sich an ihre eigene Krebserkrankung erinnernd, sagte Schwesig: „Mir liegt die Arbeit der Krebsgesellschaft so am Herzen, weil ich weiß, wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die zuhören und es Angebote gibt, die Orientierung geben.“

In ihrem Grußwort wies Schwesig auf die Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern hin: „Das Land fördert die Geschäftsstelle der Krebsgesellschaft M-V ebenso wie die ambulante Krebsberatung. Die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen fördert das Land ebenfalls.“ Inzwischen gäbe es rund 700 Selbsthilfegruppen. Zentral sei die medizinische Versorgung.

„Die fünf onkologischen Zentren in Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin und zweimal in Rostock bilden das Rückgrat der Behandlung. Dazu kommen zertifizierte Organkrebszentren, die höchste Qualität sichern. Egal, ob in Rostock, auf der Insel Usedom oder im ländlichen Nordwestmecklenburg: Jede und jeder soll die bestmögliche Behandlung bekommen. Dafür steht die Landesregierung an der Seite der Patientinnen und Patienten, der Ärztinnen und Ärzte, der Pflegekräfte und aller, die gegen den Krebs kämpfen.

Sie betonte: „Wer in Mecklenburg-Vorpommern an Krebs erkrankt, ist von der Diagnose über die niedergelassenen Fachärzte und die Kliniken bis zur Reha gut aufgehoben.“

Schwesig übergibt Förderung an Feuerwehr Groß Klein

Groß Klein – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein den Einsatz aller Feuerwehrleuten gewürdigt: „Der Dank geht an alle Ehrenamtlichen, die in der Ortsfeuerwehr Groß Klein und in den anderen Rostocker Feuerwehren ihre Freizeit und ihre Kraft für unsere Sicherheit einsetzen.“ Dieser Einsatz sei nicht selbstverständlich und weit mehr als ein Hobby.

Die Landesregierung habe viel für die Feuerwehren im Land getan. „Aus dem 50 Millionen Euro-Programm „Zukunftsfähige Feuerwehr“ konnten unsere Kommunen in den vergangenen sechs Jahren 310 neue Fahrzeuge für die Feuerwehren beschaffen. Dazu kommen weitere 210 Feuerwehrfahrzeuge aus Sonderbedarfszuweisungen im Brandschutz“, führte Schwesig an. Seit 2021 habe das Land außerdem 61 Feuerwehrgerätehäuser gefördert.

Mit den 50 Millionen Euro des Feuerwehrgerätehausprogramms unterstütze man aktuell den Neubau und die Sanierung Feuerwehrgerätehäuser in 89 Gemeinden. „Nun starten wir ein weiteres Programm für große Feuerwehrgerätehäuser Dafür wollen wir 45 Millionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes einsetzen“, teilte Schwesig mit. Gefördert werden 38 Feuerwehren im ganzen Land, darunter auch die Feuerwehr in Rostock Groß Klein. Die Ministerpräsidentin übergab dazu einen Förderbescheid, mit dem Förderung für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Groß Klein auf 5 Millionen Euro aufgestockt wird.

„Unsere Feuerwehren leisten hervorragende Arbeit. Sie sollen dabei bestmögliche Bedingungen haben“, erklärte die Ministerpräsidentin. Am kommenden Woche lädt die Landesregierung zum Dankeschönfest für die Feuerwehren im Land ein. Der Termin musste im Juni ausfallen und wird jetzt nachgeholt.

Drese: Fußball ist der größte Integrationsmotor in unserem Land

Ministerin würdigt Ehrenamt beim Verbandstag des LFV/ Glückwunsch an WM-Final-VAR Bastian Dankert

Rostock – Fußball ist mehr als Tore, Punkte und Tabellen. „Fußball ist ein Stück gesellschaftlicher Zusammenhalt. In unseren Vereinen kommen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammen. Gerade in einer Zeit, in der Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist das von unschätzbarem Wert“, sagte Sportministerin Stefanie Drese am Sonnabend beim 10. Ordentlichen Verbandstag des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LFV) in Rostock.

Drese dankte dem LFV, den Vereinen und insbesondere den vielen Ehrenamtlichen. „Der Fußball rollt nicht von allein. Dahinter stehen Menschen, die den Platz vorbereiten, Fahrdienste übernehmen, Kinder zum Training bringen, Mannschaften coachen und betreuen und dafür sorgen, dass am Wochenende überhaupt gespielt werden kann“, betonte sie. „Ohne dieses Engagement wäre der Fußball in Mecklenburg-Vorpommern nicht denkbar.“

Mit 50.794 Mitgliedern ist der Landesfußballverband der größte Fachverband im Landessportbund. Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 310.000 Menschen in Sportvereinen organisiert – fast ein Fünftel der Bevölkerung, so Drese.

Gleichzeitig stehe der Fußball vor großen Herausforderungen: demografischer Wandel, Nachwuchsgewinnung, fehlende Ehrenamtliche, Sportstätten und wachsende Anforderungen an die Vereinsarbeit. „Land, Kommunen, Verbände und Vereine müssen deshalb gemeinsam dafür sorgen, dass der Fußball stark, attraktiv und zukunftsfähig bleibt“, sagte Drese.

Gerade für Kinder und Jugendliche seien die Vereine wichtige Orte der Begegnung und Orientierung. „Wer Fußball spielt, lernt, dass man sich aufeinander verlassen, gemeinsam gewinnen und gemeinsam mit Niederlagen umgehen muss“, sagte Drese. „Das ist – abseits von Meisterschaft und Aufstieg – die größte Leistung des Fußballs in unserem Land.“

Der Fußball habe zudem eine besondere Integrationskraft. „Wir wollen, dass der Fußball der größte Integrationsmotor im Land bleibt, wo Herkunft und sozialer Status keine Rolle spielen. Fußball verbindet. Das soll, das muss so bleiben“, betonte die Ministerin.

Einen besonderen Moment beim Verbandstag bildete die Würdigung eines Mannes, der, so Drese mit einem Augenzwinkern, „den Großteil des Sommers im Keller saß: Bastian Dankert. Der Rostocker Schiedsrichter war der einzige deutsche Video-Assistent bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 und kam im Turnier zwölfmal als VAR beziehungsweise Assistant-VAR zum Einsatz. Krönung: Bastian Dankert wurde auch beim WM-Finale 2026 als VAR eingesetzt.

„Es gab aus deutscher Sicht bei der WM viele Verlierer. Es gab aber auch einen großen Gewinner. Und der kommt aus unserem Land. Bastian Dankert hat Mecklenburg-Vorpommern mit Bravour auf der größten Fußballbühne der Welt vertreten. Das ist ein riesiger persönlicher Erfolg und zugleich eine Auszeichnung für den gesamten Fußball und das Schiedsrichterwesen in unserem Land. Für mich ist Bastian Dankert damit der Toni Kroos der Schiedsrichter“, sagte Drese.

Laufen auf Europas längster Strandpromenade

Drese: Usedom Marathon verbindet Sportlerinnen und Sportler über Grenzen hinweg

Insel Usedom – Wenn heute Vormittag der 46. Internationale Usedom-Marathon beginnt, geht es für die Läuferinnen und Läufer nicht nur um sportliche Bestzeiten. Auf 42,195 Kilometern verbindet der traditionsreiche Lauf Świnoujście in Polen mit Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern und steht damit für grenzüberschreitende Begegnung, Fairness und ein friedliches Miteinander. „Wo andernorts Grenzen trennen, führt der Usedom-Marathon Menschen zusammen“, betonte Sportministerin Stefanie Drese als Schirmherrin der Veranstaltung.

Gerade angesichts internationaler Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen sei diese Botschaft wichtiger denn je. „Ich freue mich deshalb sehr, dass der Usedom-Marathon zu einer echten Tradition geworden ist, die beispielhaft für die verbindende Kraft des Sports und für das friedliche Zusammenleben in einem vereinten Europa steht“, so die Ministerin.

Anfänglich mit 35 Teilnehmern gestartet, lockt die Veranstaltung mittlerweile mit seinen verschiedenen Distanzen (Marathon, Halbmarathon, Staffelmarathon) jährlich mehrere hundert Teilnehmende auf Europas längste Strandpromenade. In diesem Jahr verzeichnet der Lauf sogar einen Rekord, mehr als 800 Sportlerinnen und Sportler haben sich angemeldet.

„Das zeigt die fantastische Entwicklung, die der Usedom-Marathon dank der kontinuierlichen Arbeit des dahinterstehenden Vereins, Internationaler Usedom-Marathon e. V, in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Denn natürlich kann ein Event einer solchen Größenordnung nur florieren, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Dass das gelungen ist, sehen wir eindrucksvoll auch in diesem Jahr“, so die Ministerin.

Drese dankte allen, die neben der Strecke und hinter den Kulissen mit anpacken. „Ohne die vielen helfenden Hände und das große ehrenamtliche Engagement wären Organisation, Betreuung und der abwechslungsreiche Kurs entlang der lebhaften Kaiserbäder, durch ruhige, beschauliche Wälder an der Ostseeküste bis in die alte Herzogstadt Wolgast auch logistisch gar nicht umsetzbar“, betonte die Ministerin.

Ulmencampus wird zum modernen Lern- und Arbeitsort

Richtfest für neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek der Universität Rostock

Rostock – Auf dem Ulmencampus der Universität Rostock ist heute Richtfest für die neue Geisteswissenschaftliche Bereichsbibliothek mit integriertem Seminarzentrum gefeiert worden. Der Neubau ist ein zentraler Baustein für die Entwicklung des Campus Ulmenstraße zu einem modernen Standort für die Geisteswissenschaften. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert insgesamt rund 116,9 Millionen Euro in die umfassende Weiterentwicklung des Areals.

Der für den Landesbau zuständige Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue sagte anlässlich des Richtfestes: „Mit dem Richtfest wird sichtbar, was wir uns für diesen Standort vorgenommen haben: Wir schaffen moderne, zukunftsfähige Gebäude und gehen zugleich verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen und der historischen Bausubstanz um. Nachhaltigkeit bedeutet für uns dabei mehr als Energieeffizienz – es geht um Gebäude, die über Jahrzehnte gute Bedingungen für Studium, Forschung und Lehre bieten. Mein besonderer Dank gilt der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung Rostock und allen an der Planung und Umsetzung Beteiligten. Ein Bauvorhaben dieser Größenordnung und Komplexität gelingt nur mit großem fachlichem Können, guter Zusammenarbeit und viel Engagement. Dafür sage ich heute ausdrücklich Danke.“

Der Neubau entsteht auf einem rund 140 Meter langen Baufeld. Die Rohbauarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen, die Montage der Fenster hat begonnen. Die neue Bibliothek wird künftig rund 10.700 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Sie ist als Lernort konzipiert und bietet unterschiedliche Bereiche für verschiedene Formen des Arbeitens und Lernens: von Kommunikations- und Gruppenarbeitsbereichen über Einzelarbeitsplätze bis hin zu ruhigen Stillarbeitsplätzen und einer Forschungsbibliothek. Ein 24/7-Arbeitsraum sowie ein Seminarzentrum ergänzen das Angebot.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin betonte: „Hier am Ulmencampus entsteht eine top moderne Bereichsbibliothek, die nicht nur Platz für 900.000 Bücher und 750 Arbeitsplätze schafft, sondern ein Begegnungsort für Studierende und Forschende sein wird. Denn Wissen entsteht nicht im einsamen Kämmerlein, sondern braucht den Austausch. dieser neue Bibliotheksbau für die Geistes- und Sozialwissenschaften wird das Studium an der Universität Rostock noch attraktiver machen“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Mit dieser großen Investition wird deutlich, dass die Landesregierung erheblich in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts in Rostock investiert.“

Die Bibliothek ist Teil einer größeren Baumaßnahme auf dem Ulmencampus. Neben dem Bibliotheks- und Seminarneubau entsteht ein Verwaltungsgebäude für Bereiche des Bildungsministeriums, unter anderem für das Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern, das Lehrerprüfungsamt und die Digitale Landesschule. Gleichzeitig werden die denkmalgeschützte Exerzierhalle und das Arrestgebäude saniert und künftig von Einrichtungen der Universität Rostock genutzt. Auch das denkmalgeschützte Latrinengebäude soll saniert werden.

Bildungsministerin Simone Oldenburg erläuterte: „Gute Bildung braucht gute Bedingungen. Mit der neuen Bereichsbibliothek und dem Seminarzentrum entstehen am Ulmencampus moderne Räume für Studium, Lehre und Forschung. Studierende und Lehrende finden hier künftig vielfältige Möglichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten, zum Austausch und für konzentriertes Lernen. Damit schaffen wir beste Voraussetzungen für gute Lehre und erfolgreiches Studium.“

Damit wird das ehemalige Kasernenareal Schritt für Schritt zu einem modernen geisteswissenschaftlichen Campus weiterentwickelt. Die Juristische Fakultät ist künftig ebenfalls am Standort vorgesehen, wesentliche Teile der Philosophischen Fakultät sollen hier gebündelt werden. Die vorhandenen denkmalgeschützten Gebäude bleiben dabei prägender Bestandteil des Ensembles.

Rektorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer sagte: „Mit unserem ‚Ulmicum‘ schaffen wir mehr als einen modernen Wissensspeicher: Das Haus wird zu einem lebendigen Treffpunkt, an dem Lern- und Begegnungsräume zum gemeinsamen Arbeiten, Austauschen und Entdecken einladen. Studierende und Mitarbeitende werden gern hierherkommen und verweilen, um zu lernen und zu forschen, um zu diskutieren, einander zu begegnen und Neues zu entdecken.“

Die neuen Gebäude greifen mit ihren roten Klinkerfassaden die Architektur des historischen Campus und die regionale Bautradition auf. Gleichzeitig entsteht mit neuen Campus- und Freiflächen eine zeitgemäße Umgebung für Studium, Forschung und Begegnung. Nach Abschluss der Baumaßnahmen soll der Campus über eine grüne Mitte und deutlich mehr Fahrradstellplätze verfügen.

Auch bei der energetischen Konzeption wurde auf einen effizienten Betrieb der Gebäude geachtet. Die Neubauten erhalten eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle und effiziente technische Anlagen. Für die Wärmeversorgung wird Fernwärme der Stadtwerke Rostock genutzt. Das Bibliotheksgebäude erhält darüber hinaus ein Geothermiefeld, das sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen eingesetzt werden soll.

Der Baubeginn erfolgte im April 2024, die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für das 2. Quartal 2030 geplant.

Die Freiheit der Kunst macht die Demokratie lebendig

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt begrüßte in Loitz Künstlerinnen und Künstler zum Netzwerktreffen mentoringKUNST.

Loitz – „Über die Grundrechte der Bundesrepublik zu sprechen, ist besonders heute wichtig. Wir leben in einer Zeit, in der radikale Kräfte unsere Werte des Grundgesetzes in Frage stellen. Das Netzwerktreffen von Künstlerinnen und Künstlern unseres Landes in Loitz ist daher eine sehr gute Gelegenheit, die Freiheit der Kunst in den Mittelpunkt zu stellen. Artikel 5 Absatz 3, Grundgesetz besagt in denkbar klaren Worten: ‚Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.‘ D

ie Kunstfreiheit schützt zunächst die Künstlerinnen und Künstler vor staatlicher Einflussnahme. Sie schützt nicht nur das fertige Werk, sondern den gesamten schöpferischen Prozess sowie ebenso die Präsentation und Verbreitung eines Werkes. Die Verfassung schützt die Kunst unabhängig davon, ob sie uns gefällt. Kunst muss keinen bestimmten Wert, kein bestimmtes Niveau und erst recht keinen bestimmten politischen Standpunkt haben, um geschützt zu sein. Sie darf provozieren und irritieren“, stellte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt beim Netzwerktreffen „mentoringKUNST“ in Loitz.

„Die Freiheit der Kunst macht Demokratie lebendig. Kunstfreiheit bedeutet daher auch die Freiheit zur Zumutung. Der Deutsche Kulturrat hat das vor wenigen Monaten sehr treffend formuliert, dass Kunstfreiheit nicht selten eine Zumutung sei und dass eine funktionierende Demokratie genau diese Zumutung aushalten müsse. Dieser Gedanke ist aktueller denn je. Wir erleben gesellschaftliche Debatten, die härter werden. Wir erleben den Versuch, Kunst danach zu beurteilen, ob sie die ‚richtige‘ Botschaft vermittelt.

Künstlerinnen und Künstler werden mitunter unter Rechtfertigungsdruck gesetzt. Institutionen geraten unter öffentlichen und digitalen Druck. Außerdem wächst die Versuchung mancher Menschen, aus politischer Zustimmung oder Ablehnung ein Kriterium für Kunst und Kultur zu machen. Die Kunst ist aber kein Instrument der Politik. Die Aufgabe des Staates ist es nicht, Kunst nach ihrem Inhalt zu lenken, sondern ihre Freiheit zu gewährleisten und Bedingungen zu schaffen, unter denen sich ein freies Kunstleben entfalten kann“, so die Ministerin.

„Die Kunstfreiheit ist somit eine unmittelbare Voraussetzung der Gleichstellung. An dieser Stelle sind wir leider noch nicht am Ziel. Anfang 2024 waren in Mecklenburg-Vorpommern knapp 2.000 Menschen über die Künstlersozialkasse versichert, davon 944 Frauen. In der Bildenden Kunst lag der Frauenanteil sogar bei gut 51 Prozent. Doch der Gender Pay Gap in der Kultur lag 2024 im Durchschnitt bei 25 Prozent. In der Bildenden Kunst waren es sogar 30 Prozent.

Hinzu kommen ungleiche Chancen bei Aufträgen und Ausstellungen und oftmals eine geringere finanzielle Anerkennung der Werke von Künstlerinnen. Formale Freiheit allein schafft also noch keine tatsächliche Chancengleichheit. Wer künstlerisch frei arbeiten will, braucht auch die Möglichkeit, von dieser Arbeit zu leben. Wer eine eigene künstlerische Stimme entwickeln will, braucht Zeit, Räume und Zugänge. Wer im Kunstbetrieb bestehen will, braucht Wissen, Sichtbarkeit und Kontakte.

Daher ist das ‚mentoringKUNST‘ so wichtig. Erfahrene Künstlerinnen und Künstler geben ihr Berufswissen und ihre Praxiserfahrung an Mentees weiter. Im aktuellen siebten Durchgang gibt es 14 solcher Tandems. Ergänzt wird das Mentoring durch Fachveranstaltungen, Workshops und Exkursionen. Freiheit bedeutet nicht, alles allein können zu müssen. Manchmal braucht es gerade eine Unterstützung, damit aus einer Möglichkeit wirkliche Freiheit wird“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Mecklenburg-Vorpommern fördert mentoringKUNST in der aktuellen Laufzeit vom Juli 2025 bis Juni 2028 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus mit rund 462.000 Euro.

35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft

Schwerin – Anlässlich des 35jährigen Bestehens des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft betont Agrar- und Umweltschutzminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung des Naturschutzgroßprojektes „Wenn man sich vor Augen führt, was in diesen dreieinhalb Jahrzehnten erreicht worden ist, dann wird daraus eine beeindruckende Bilanz für den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Der Zweckverband wurde am 1. Januar 1991 gegründet – unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und als erster Naturschutzzweckverband Deutschlands.

Und er war von Anfang an länderübergreifend angelegt. Heute gehören ihm Landkreise Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Herzogtum Lauenburg sowie der WWF Deutschland an“, so Minister Backhaus, der ergänzt: „Bereits 1992, also nur ein Jahr nach der Gründung, begann das Naturschutzgroßprojekt „Schaalsee-Landschaft“. Die Zahlen verdeutlichen die Dimension: 335 Quadratkilometer Projekt­gebiet, davon 147 Quadratkilometer Kerngebiet, eine Projekt­laufzeit von 1992 bis 2009 und insgesamt rund 26 Millionen Euro Förderung.

Mit diesen Mitteln wurden Flächen angekauft, Biotopmaß­nahmen umgesetzt sowie Pflege- und Entwicklungsplanungen finanziert. Auch die Finanzierung zeigt, dass dieses Projekt von Anfang an eine Gemeinschaftsleistung war. Der Bund übernahm zunächst 75 Prozent, ab 2005 70 Prozent der Investitionskosten. Weitere 15 Prozent trugen die Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Den verbleibenden Eigenanteil von 10 Prozent brachte überwiegend der WWF Deutschland auf.“

Das seien nicht einfach nur Förderzahlen. Dahinter stünden Flächen, die dauerhaft für den Naturschutz gesichert wurden, so Backhaus.

„Dahinter stehen wiedervernässte Moore, naturnahe Wälder, artenreiche Weidelandschaften und Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Und genau das ist für mich entschei­dend: Aus Fördermitteln ist hier über Jahrzehnte ganz konkret Natur geworden. Denn Naturschutz braucht Fläche.

Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, der Zweckverband, die Stiftung Biosphäre Schaalsee und die Stiftung Umwelt- und Naturschutz verfügen gemeinsam über mehr als 6.700 ha Flächen im Biosphärenreservat. Der Zweckverband selbst managt heute rund 4.800 Hektar Eigentumsflächen. Damit ist über Jahrzehnte ein erheblicher Flächenbestand entstanden, auf dem Naturschutz dauerhaft gestaltet werden kann.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Moorschutz und Wasserrückhalt. Bereits seit den frühen 2000er Jahren werden Moore in der Region renaturiert. Dazu gehören das Vossmoor, das Kuhlrader Moor, die Molzahner Rinne und insbesondere die Moorrinne von Klein Salitz bis zum Neuenkirchener See.

Ein zweites Beispiel sind die „Wilden Weiden“. Durch die Zusammenarbeit von Zweckverband und Biosphärenreservat sind inzwischen fast 1.000 Hektar großflächige Weideland­schaften entstanden. Mehr als 500 ha Ackerland wurden in Grünland umgewandelt. Das ist für mich auch ein hervorra­gendes Beispiel dafür, dass Landwirtschaft und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen.

Wenn wir gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, können wir Nutzung und Artenvielfalt miteinander verbinden. Und auch dafür gibt es konkrete Zahlen.

Bei Untersuchungen auf ausgewählten Weidelandschaften wurden 155 Zikadenarten und 21 Heuschreckenarten nachgewiesen. Das dort praktizierte Konzept der extensiven Rinderbeweidung wird sogar als bundesweit richtungsweisend für den flächenhaften Insektenschutz eingeschätzt.

Ähnlich beeindruckend sind die Ergebnisse in unseren Naturwäldern. In der Kernzone Weißes und Schwarzes Moor wurden 377 Arten holzbewohnende Käfer nachgewiesen, in der Kernzone Roggendorfer Moor 350 Arten. Damit liegen diese Flächen auf Spitzenplätzen der bislang untersuchten Natur­waldreservate in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Backhaus und erinnert auch daran, dass der Jahrestag nicht nur eine Geschichte des Naturschutzes darstellt:

„35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft sind auch ein Stück deutscher Geschichte. Über Jahrzehnte verlief hier die innerdeutsche Grenze. Heute gehört diese Landschaft zu einem der bedeutendsten Abschnitte des Grünen Bandes.

Was einst Deutschland und die Menschen voneinander getrennt hat, verbindet heute Lebensräume über Ländergrenzen hinweg. Die Flächen des Zweckverbandes und des Landes bilden gemeinsam ein wesentliches Gerüst für das Grüne Band in unserer Region. Und in diesem Jahr gehen wir den nächsten wichtigen Schritt: Das Grüne Band in MV soll als Nationales Naturmonument dauerhaft gesichert werden. Das Unterschutzstellungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss.

Die entsprechende Verordnung soll noch im September 2026 veröffentlicht werden und in Kraft treten. Die Verordnung dient der Unterschutzstellung des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern, welches entlang des ehemaligen Kolonnenweges entstanden ist. Es ist eine einzigartige Landschaftsstruktur, in der erfahren werden kann, wie historische Ereignisse und natürliche Entwicklungen eine außergewöhnliche Kulturlandschaft geschaffen haben. Es verbindet Orte der Erinnerungskultur mit einer symbolträchtigen Landschaft, die über Jahrzehnte hinweg als Folge der Teilung Deutschlands entstanden ist.“

Neuer Fußgängerüberweg an der Landesstraße 30

Dr. Wolfgang Blank: „Wir sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – insbesondere für Schülerinnen und Schüler“

Insel Rügen – Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Garz (Landkreis Vorpommern-Rügen) einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 21.000 Euro für die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs in der Wendorfer Straße übergeben. Die Gesamtausgaben laufen sich auf rund 80.000 Euro. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Vorhaben im Bereich des kommunalen Straßenbaus in Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauFöRL M-V).

„Mit dem neuen Fußgängerüberweg verbessern wir die Verkehrssicherheit in Garz und schaffen insbesondere für Schülerinnen und Schüler einen sicheren Weg in ihrem Alltag. Eine gute, verlässliche und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil für die Lebensqualität vor Ort und für eine starke Entwicklung unserer Kommunen“, so Minister Dr. Blank.

Die Wendorfer Straße gilt als verkehrswichtige innerörtliche Hauptverkehrsstraße. Zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse insbesondere der Schulwegsicherheit war das Straßenbauamt Stralsund als Baulastträger der Landestraße 30 mit der Errichtung eines neuen Fußgängerüberwegs betraut. Die Bauarbeiten sind bereits abgeschlossen; der neue Fußgängerüberweg wurden zur Nutzung freigegeben.