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Kategorie: Veranstaltungen / Termine

Europäische Tagung der Leitungen von Justizvollzugsschulen in M-V

Justizministerin Jacqueline Bernhardt begrüßt in Güstrow Gäste aus 15 deutschen Bundesländern, Österreich und der Schweiz.

Güstrow – „Ich freue mich, die Leiterinnen und Leiter der Justizvollzugsschulen aus fast allen Bundesländern, der Schweiz und Österreich dieses Jahr in Güstrow begrüßen zu dürfen. Die jährliche Tagung hat in Güstrow historischen Charakter. Hier soll Luxemburg offiziell als neuer Teilnehmer aufgenommen werden. Der Austausch auf der Tagung ist wie die Arbeit im Vollzug sehr wichtig. Länderübergreifend haben wir alle ein Ziel:

Unsere Auszubildenden sollen das Rüstzeug für die Straffälligenarbeit, für Resozialisierungsarbeit bekommen. Wenn es uns gelingt, verurteilte Menschen nach der Haftentlassung auf ein Leben ohne neue Straftaten vorbereitet zu haben, dann haben wir für das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft das Beste geleistet. Das bedeutet aber auch, dass wir unsere Ausbildung stetig auf den Prüfstand stellen und mit der Zeit gehen“, sagte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow zur Begrüßung der 20 Tagungsgäste.

„Wir haben unsere Ausbildung bewusst praxisnah ausgerichtet. Die Lernphasen in den Justizvollzugsanstalten sind unverzichtbar für das Verständnis im Vollzug. Auch dass wir am Ende der Ausbildung eine praktische Prüfung fordern, trägt zur Qualität der Ausbildung bei. Der theoretische Teil wurde weiterentwickelt. Als Ministerin, die neben der Justiz auch für Gleichstellung zuständig ist, bin ich sehr dankbar, dass aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Themen Einzug in den Lehrplan gehalten haben wie etwa der Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder Mobbing. Diese Themen sollen aber nicht nur Theorie sein. Wir haben auch praktische Umsetzungen vollzogen. In der JVA Bützow beispielsweise gibt es ein Supervisions- und Schutzformat für weibliche Bedienstete“, so Ministerin Bernhardt.

„Die Gleichstellungspolitik hat in meiner Amtszeit einen sehr bedeutenden Platz in der gesamten Justiz eingenommen. Wenn ich mir die gesellschaftlichen Debatten und auch die Vorfälle zum Nachteil von Frauen ansehen, muss ich sagen: Endlich hat das Umdenken auch hier begonnen. In jedem Bereich des Lebens sollte Gleichstellung eine Rolle spielen“, erklärte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weiter.

„Wie alle suchen auch wir händeringend Nachwuchs. Dafür investieren wir. In diesem Jahr wurde die Zulage für Anwärterinnen und Anwärter von 35 auf 50 Prozent erhöht. Das machen immerhin rund 200 Euro mehr im Monat aus. Wir haben das Einstiegsalter auf 18 herabgesetzt. Somit sind die Klassen jünger geworden. Früher lag der Durchschnitt um 26 bis 29 Jahre.

Heute liegt er im Schnitt bei 22 Jahren. Wir werben auf Social Media oder auf Ausbildungsmessen. Die Justizvollzugsanstalten organisieren Berufsinfotage, an denen junge Menschen hautnah den Beruf im Vollzug kennenlernen können. Auf Veranstaltungen wie dem MV-Tag, den Gänsemarkttagen in Bützow oder bei Tagen der offenen Tür im Ministerium in Schwerin fahren wir den großen Gefangenenbus auf. Das alles hat uns zumindest in den letzten Jahren wieder steigende Bewerbungszahlen beschert.

Wir müssen laut trommeln, um sogar innerhalb des öffentlichen Dienstes auf uns aufmerksam zu machen. Das machen wir, obwohl der Justizvollzug eigentlich am erfolgreichsten ist, wenn es nahezu still um ihn ist. Aber er ist eben eine der verantwortungsvollsten und damit wichtigsten Bereiche unseres Rechtsstaates. Einher geht auch die Frage nach der Gewinnung von Lehrkräften. Denn keine Ausbildung ohne Ausbilderinnen und Ausbilder“, so Ministerin Bernhardt.

Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs

Oldenburg: Der Wettbewerb zeigt, wie jung und zeitgemäß unsere Traditionen interpretiert werden können

Güstrow – Am Samstag, 9. Mai 2026, treffen sich die besten jungen Plattschnackers in der Aula der Regionalen Schule „Richard Wossidlo“ in Güstrow zum Landesfinale des 17. Plattdeutsch-Wettbewerbs. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 9:30 Uhr. Unter dem Motto „Plattdüütsch allerwägens ünnerwägens – 150 Johr Martha Müller-Grählert“ präsentieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihre Beiträge und stellen unter Beweis, wie lebendig und vielfältig die plattdeutsche Sprache heute ist.

„Der Wettbewerb zeigt, wie jung und zeitgemäß unsere Traditionen interpretiert werden können. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, mit welcher Kreativität und Leidenschaft die Teilnehmenden ‚Plattdüütsch‘ leben: allerwägens ünnerwägens“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Sprachen, und dabei gerade das Plattdeutsche, verbinden Menschen und Generationen. Wer Plattdeutsch spricht, bewahrt nicht nur eine Regionalsprache, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in unserem Land. Mein besonderer Dank gilt den Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Großeltern, die die jungen Talente so engagiert unterstützen“, so Oldenburg.

Insgesamt 219 Kinder und Jugendliche aus 21 angemeldeten Einrichtungen haben am Wettbewerb teilgenommen und 32 Beiträge eingereicht. Die Finalisten haben die Jury bereits in den Regionalwettbewerben der Schulamtsbereiche Greifswald, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg mit ihren digitalen Projekten überzeugt. Die Beiträge sind vielfältig: Von Video- und Audioaufnahmen über Lesungen und szenische Darstellungen bis hin zu digitalen Formaten wie Kurzfilmen. Eine Fachjury bewertete die Beiträge nach Kriterien wie Aussprache, Interpretation, Originalität und Kreativität.

Beim Landesfinale in Güstrow wird Jette Bolz, Botschafterin für Niederdeutsch, die Preise und Urkunden an die Gewinnerinnen und Gewinner überreichen. „Ich bin schon jetzt gespannt auf die Auftritte und freue mich auf viele unvergessliche Momente. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit wie viel Kreativität und Leidenschaft sich junge Menschen mit der plattdeutschen Sprache auseinandersetzen. Die Jury wird es sicherlich nicht leicht haben, die besten Beiträge zu küren, denn jede Darbietung trägt auf ihre Weise dazu bei, unsere Sprache lebendig zu halten. Välen Dank, leiwe Plattdüütschfrünn!“, so die Botschafterin, die selbst Teil der Jury ist.

Organisiert wird der Plattdeutsch-Wettbewerb vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt und steht 2026 im Zeichen des 150. Geburtstags der Zingster Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, der Verfasserin des berühmten „Ostseewellen-Liedes“.

22. Rapsblütenfest eröffnet

Schwesig: Rapsblütenfest ist Sternberger Tradition und Frühlingshöhepunkt

Sternberg – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die Sternbergerinnen und Sternberger sowie die Gäste der Stadt zur Eröffnung des diesjährigen Rapsblütenfestes begrüßt: „Das Rapsblütenfest ist Sternberger Tradition und ein Frühlingshöhepunkt in der ganzen Region. Herzlich willkommen zum 22. Rapsblütenfest.“

Raps sei eine wichtige Pflanze für das Land, indem die Landwirtschaft sowieso eine größere Rolle spiele als anderswo. „Wir sind in Mecklenburg-Vorpommern die deutschen Meister im Rapsanbau. Fast 200.000 Hektar stehen unter Raps, fast ein Fünftel der gesamten deutschen Anbaufläche. Raps ist eine Erwerbsquelle für unsere Bauern und außerdem gut für Leben und Umwelt.

Aus Raps entsteht hochwertiges Öl, Biokraftstoff und Futtermittel, er tut den Böden gut und gibt den Bienen Nahrung. Ich wünsche allen Landwirten, die Raps anbauen, einen guten Sommer und eine gute Ernte!“, sagte sie weiter.

Vor allem dem Verein „Sternberg und MEHR“ verdanke man das Rapsblütenfest, das viele Ehrenamtliche organisieren und betreuen. „Vielen Dank und einen großen Applaus für den Einsatz! Ein großes Dankeschön geht auch an die Unternehmen und Einrichtungen, die sich im Festumzug oder als Sponsor am Rapsblütenfest beteiligen. Ohne sie wäre das Fest in dieser Form nicht möglich“, betonte Manuela Schwesig.

Als Dankeschön für besonderes ehrenamtliches Engagement bekämen einige Mitglieder des Vereins noch eine Ehrenamtskarte. Diese unterstütze die Landesregierung über die Ehrenamtsstiftung. „Wir wissen, was wir an den ungefähr 500.000 Ehrenamtlichen in Mecklenburg-Vorpommern haben. Sie halten unser Land zusammen – und schenken uns so tolle Feste wie das Rapsblütenfest“, so die Regierungschefin.

Schwesig für Wirtschaftskraft, Arbeitsplätze und faire Löhne

Rostock – Auf der Kundgebung zum 1. Mai des DGB hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen als wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahre bezeichnet. „Wir wollen unser Land wirtschaftlich weiter voranbringen. Denn das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden“, erklärte die Ministerpräsidentin in Rostock.

Aktuell würden viele Unternehmen und ihre Beschäftigten die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland spüren. „Aber das Wirtschaftswachstum lag bei uns im Land höher als der deutsche Durchschnitt in den vergangenen fünf Jahren. Die Arbeitslosigkeit geht zurück. Die Arbeit der Menschen hat unser Land vorangebracht“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Gemeinsam mit dem DGB engagiere sich die Landesregierung für bessere Löhne im Land. Zwar könne die Landesregierung die Löhne nicht festlegen. Sie nutze aber die Möglichkeiten, die eine Landesregierung hat.

„Erstens setzen wir uns für den bundesweiten Mindestlohn ein. Den brauchen wir aus Respekt und als Grundlage für alles weitere. Wer Vollzeit arbeitet, muss auch davon leben können. Zweitens haben wir unseren eigenen Vergabemindestlohn und unser Tariftreue- und Vergabegesetz. Das ist ein Impuls für höhere Löhne und stärkt gleichzeitig die Unternehmen, die ihre Beschäftigten besser bezahlen“, so die Ministerpräsidentin.

Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften setze die Landesregierung auch bei der zukünftigen Entwicklung des Landes. Gemeinsam mit der Wirtschaft und Kommunen habe man sich auf Schwerpunkte bei der Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur verständigt. „Wir investieren in Verkehrswege, Krankenhäuser, Kommunen und Schulen, weil das die Wirtschaft ankurbelt und gleichzeitig gut für die Zukunft ist. Wir wollen, dass die Mittel aus dem Sondervermögen den arbeitenden Menschen zugutekommen.“

Die Landesregierung setze ich zudem für Entlastungen der arbeitenden Bürgerinnen und Bürger ein. „Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern beitragsfrei. Dadurch sparen Eltern pro Kind rund 18.000 Euro von der Krippe bis zum Hort“, sagte Schwesig. Auf Bundesebene habe man sich für Entlastungen bei den Kraftstoffpreisen eingesetzt.

Schwesig ging in ihrer Rede auf die aktuelle Debatte um die Sozialstaatsreform ein. „Es muss Schluss damit sein, dass der Bundeskanzler und andere in der Bundesregierung immer wieder behaupten, die Menschen in Deutschland würden nicht genug arbeiten. Die meisten der arbeitenden Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zeigen jeden Tag vollen Einsatz. Und mit Teilzeit finanzieren die Menschen hier keinen Lifestyle, sondern ziehen Kinder groß, pflegen den Vater oder die Schwiegermutter“, erklärte die Ministerpräsidentin. Diese Arbeit verdiene Respekt.

Der Sozialstaat müsse auch in Zukunft bei Alter, Krankheit, Pflegebedürftigkeit und unverschuldeter Arbeitslosigkeit Schutz bieten. „Es ist richtig, die Wirtschaft anzukurbeln und den Sozialstaat zu modernisieren. Aber dabei muss es ausgewogen und gerecht zu gehen. Sozialabbau ist mit uns nicht zu machen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Einladung zum Bürgerdialog

Röbel – Regelmäßig reist Sozialministerin Stefanie Drese in die Landkreise und kreisfreien Städte, um direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „Was muss Politik jetzt leisten?“ kommt das Format am Dienstag, den 05. Mai nach Röbel/Müritz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

„Im Haus des Gastes laden wir alle Interessierten wieder dazu ein, das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport mit seinen Themen kennenzulernen, Fragen zur Politik und zur Arbeit unseres Hauses zu stellen und mit mir darüber offen und auf Augenhöhe zu diskutieren“, wirbt Sozialministerin Stefanie Drese für eine Teilnahme an der Veranstaltung.

„Insbesondere in Zeiten, in denen unser Sozial- und Gesundheitssystem zunehmend unter Druck gerät, in denen umfassende Reformen etwa im Krankenhausbereich und in der Pflege anstehen und Ideen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkasse kontrovers diskutiert werden, ist es mir wichtig, die Meinungen der Menschen zu erfahren, Zusammenhänge zu erläutern und miteinander im Gespräch zu bleiben. Welche Erwartungen haben die Bürgerinnen und Bürger an die Politik? Und welche Lösungen wünschen sie sich? Auch für solche Fragen soll der Bürgerdialog einen Raum geben“, so Drese.

Selbstverständlich können aber Fragen zu allen Themen des Hauses, zu denen unter anderem auch die Jugendarbeit und Hilfen für Familien oder die Förderung von Sport und Ehrenamt gehören, gestellt werden. „Ich schätze das Format der Bürgerdialoge wirklich sehr und freue mich auch in Röbel wieder auf viele Anregungen, Fragen und spannende und respektvolle Gespräche. Kommen Sie vorbei, wir freuen uns auf Sie!“, betonte Drese.

Die Veranstaltung beginnt am 05.05.2026 um 17:00 Uhr im Haus des Gastes, Straße der Deutschen Einheit 7 in 17207 Röbel/Müritz. Bei gutem Wetter findet die Veranstaltung im Bürgergarten an der neu überdachten Freilichtbühne statt. Sie steht allen Bürgerinnen und Bürger offen, um eine vorherige Anmeldung per Mail an pressestelle@sm.mv-regierung.de oder digital per Online-Formular wird jedoch gebeten. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt.

Jungen entdecken neue Berufswege jenseits von Klischees

Boys’Day 2026: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit eigenen Angeboten zur Berufsorientierung

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit sieben zur Verfügung stehenden Plätzen am „Boys’Day“. An diesem Aktionstag erhalten Jungen bundesweit die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer bislang unterrepräsentiert sind – insbesondere in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Verwaltung. Ziel ist es, stereotype Rollenbilder aufzubrechen und neue Perspektiven für die berufliche Zukunft zu eröffnen.

„Alle Chancen zur Berufsorientierung sollten genutzt werden, denn sie sind wichtig für die persönliche Entwicklung und die Zukunft der jungen Menschen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld des Aktionstages am 23. April. „Daher freue ich mich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Jungen die Gelegenheit nutzen, beim ‚Boys’Day’ in Berufe reinzuschnuppern.“

Im Bildungsministerium erhalten die teilnehmenden Schüler Einblicke in die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses und in die Aufgaben eines Bürokaufmanns. So lernen sie verschiedene Tätigkeitsfelder der Verwaltung aus nächster Nähe kennen.

Der Boys’Day leistet einen wichtigen Beitrag, die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten sichtbar zu machen und Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. In Mecklenburg-Vorpommern werden in diesem Jahr 216 Angebote von Unternehmen und Organisationen mit 805 Plätzen unterbreitet.

Der Aktionstag findet seit 2011 statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenreservate tagt

Zarrentin – Die Bedeutung der Biosphärenreservate als Modellregion für nachhaltige Entwicklung steht bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenreservate in Zarrentin im Fokus. Bis morgen treffen sich im Seehotel die Leitungen aller 22 Verwaltungsstellen der Biosphärenreservate Deutschlands, gemeinsam mit dem deutschen Nationalkomitee für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB).

„Biosphärenreservate stehen weltweit unter besonderem Schutz. Ihr Hauptziel ist es, ein ausgewogenes Miteinander von Mensch und Natur zu fördern, bei dem der Naturschutz nicht im Widerspruch zu menschlicher Nutzung steht, sondern als Grundlage für zukünftige Generationen dient.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit 1990 drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparken als Großschutzgebiete ausgewiesen. Sie erstrecken sich auf insgesamt 547.300 Hektar (17,74 Prozent der Landesfläche). Rund 102.000 ha davon nehmen die Biosphärenreservate Schaalsee, Flusslandschaft Elbe MV und Südost-Rügen ein. Im Juli 1998 wurde die 1990 als Naturpark festgesetzte Schaalsee-Region als Biosphärenreservat ausgewiesen und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee gebildet. Im Januar 2000 folgte dann die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Inzwischen wurde es in den Jahren 2010 und 2020 durch das deutsche MAB-Komitee evaluiert und als UNESCO-Biosphärenreservat bestätigt. Darauf bin ich sehr stolz“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus, der terminbedingt nicht den Regionalen Abend eröffnen kann und von Staatssekretär André Konsolke vertreten wird.

Und ergänzt: „Auch Besucher schätzen die einzigartige Region. Das Biosphärenreservat hat sich vom touristischen Niemandsland zum Insidertipp für Naturfreunde entwickelt. Der Artenreichtum der Landschaft und die Vielzahl mosaikartig vernetzter Klein- und Großbiotope machen das Gebiet zwischen Hamburg, Lübeck und Schwerin so besonders“.

Rund 820.000 Gäste besuchten in den vergangenen 25 Jahren das Besucherinformationszentrum PAHLHUUS und nahmen an Vorträgen und Führungen teil. Auch die seit 1998 abgehaltenen, inzwischen traditionellen Biosphäre-Schaalsee-Märkte fanden in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 204-mal vor dem PAHLHUUS statt.

Die Landesregierung hat zahlreiche Renaturierungs- und Entwicklungsprojekte im Biosphärenreservat unterstützt. Zwischen 2017 und 2025 wurden ca. sechs Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) investiert. Beispielhafte Fördermaßnahmen sind etwa die Gestaltung des PAHLHUUS‘ und des Moorpfades sowie die Einrichtung des Grünen Klassenzimmers unter der ersten PV-Anlage in Zarrentin.

Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahren im Biosphärenreservat Schaalsee gemeinsam mit Partnern fünf Fließgewässer und ca. 1500 Hektar Moorfläche renaturiert. 2025 wurde die Renaturierung des Roggendorfer und des Schönwolder Moores abgeschlossen. Innerhalb des Projektes „Mehr Lebensraum für die Rotbauchunke“ wurden zwischen 2020 und 2024 in mehreren Weidelandschaften 26 Kleingewässer neu angelegt und 13 Kleingewässer saniert. Damit wurde der Lebensraum für Amphibien verbessert bzw. neu geschaffen.

Zwischen 2014 und 2020 wurden 692 Hektar Acker in Grünland umgewandelt. „58 Prozent des Dauergrünlandes im Biosphärenreservat werden heute ökologisch bewirtschaftet. Hier zeigt sich insbesondere, dass die 2010 erfolgte Übertragung von Flächen des ‚Nationalen Naturerbes‘ an das Biosphärenreservat sichtbare Erfolge bringt“, so der Minister.

Auch in der Umweltbildung ist das Biosphärenreservat aktiv. Fünf Biosphärenkindergärten und drei Biosphärenschulen gibt es in dem Gebiet. 32 Kinder engagieren sich derzeit als Junior Ranger. 97 Bildungsveranstaltungen wurden im vergangenen Jahr mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Diese Anzahl wird seit vielen Jahren kontinuierlich erreicht.

Der Minister dankt allen Mitarbeitenden des Biosphärenreservatsamtes und allen lokalen Akteuren. Besonders zu erwähnen sind hierbei der 1992 gegründete Zweckverband Schaalsee-Landschaft, der 1998 ins Leben gerufene Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V., das im Jahr 2000 einberufene Kuratorium und die 2002 eingerichtete Stiftung Biosphäre Schaalsee.

Eine Besonderheit ist die gemeinsame Zuständigkeit des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee Elbe als untere Naturschutzbehörde und Fachbehörde für Naturschutz sowie Förderbehörde für einige EU-Förderprogramme. „Dadurch können manche Konflikte zwischen Nutzungsinteressen und Naturschutz bereits im Haus diskutiert und gelöst werden. Das ist bundesweit einmalig“, sagt Backhaus.

Abschließend wünschte er allen Beteiligten gute Ideen, Tatenkraft und weiterhin viel Erfolg bei der Gestaltung und Entwicklung ihres UNESCO-Biosphärenreservates.

Weltweit existieren 784 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate in 142 Staaten. In Europa gibt es ca. 325 anerkannte Biosphärenreservate in 32 Ländern, wobei Spanien mit 46 die meisten Gebiete hat.

In Deutschland werden Biosphärenreservate zunächst nach nationalem Recht (§ 25 BNatSchG) ausgewiesen. Sie bemühen sich im Nachgang um Anerkennung bei der UNESCO. Stand März 2024 sind 18 nationale Biosphärenreservate ausgewiesen. 17 Gebiete haben zusätzlich den Titel UNESCO-Biosphärenreservat. Die derzeit 18 Biosphärenreservate in Deutschland nehmen eine Gesamtfläche von 2.021.050 Hektar ein, abzüglich der Wasser- und Wattflächen der Nord- und Ostsee (666.046 Hektar) entspricht dies 3,8 Prozent der terrestrischen Fläche Deutschlands.

Vollversammlung des Landesjugendrings

Drese betont Bedeutung von Beteiligung, Engagement und demokratischer Jugendarbeit

Schwerin – Auf der Vollversammlung des Landesjugendrings Mecklenburg-Vorpommern hat Sozialministerin Stefanie Drese am Sonnabend die wichtige Rolle der Jugendverbandsarbeit für gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie demokratische Bildung und Teilhabe junger Menschen im Land hervorgehoben.

In ihrem Grußwort unterstrich Drese die besondere Bedeutung der Vollversammlung als Ort des Austauschs und der Mitbestimmung: „Hier werden Positionen entwickelt, Entscheidungen getroffen und Impulse gesetzt – für die Jugendverbandsarbeit, für junge Menschen in unserem Land und damit auch für die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns.“

Die Ministerin dankte den zahlreichen ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten sowie den Mitgliedsverbänden für ihren langjährigen Einsatz. Der Landesjugendring sei eine starke Stimme, die Interessen bündele, Vernetzung ermögliche und die Perspektiven junger Menschen wirkungsvoll in politische Prozesse einbringe.

Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen – darunter Digitalisierung, internationale Krisen und zunehmende gesellschaftliche Polarisierung – betonte Drese die Notwendigkeit, junge Menschen aktiv in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. „Gute Politik entsteht im Dialog. Sie entsteht dort, wo unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen und gemeinsame Lösungen gesucht werden“, so die Ministerin.

Ein besonderer Fokus lag in Dreses Rede auf der Bedeutung sozialer Medien im Alltag junger Menschen. Neben Chancen wie Teilhabe und Information wies sie auch auf Risiken wie Desinformation, Cybermobbing und psychische Belastungen hin. Mecklenburg-Vorpommern setze deshalb auf einen wissens- und faktenbasierten Ansatz: Eine von der Landesregierung eingesetzte Expertenkommission untersuche derzeit die Auswirkungen sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche und erarbeite Handlungsempfehlungen. Dabei werde der Landesjugendring eng eingebunden.

Darüber hinaus stellte Drese die hohe Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements junger Menschen heraus. Dieses reiche von der Organisation von Freizeitangeboten über Umweltprojekte bis hin zu sozialem und kulturellem Einsatz sowie Engagement im Sportverein. „Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen“, betonte die Ministerin.

Die jugendpolitischen Forderungen des Landesjugendrings stünden dabei in engem Zusammenhang mit der erstmals erarbeiteten Engagementstrategie des Landes. Ziel der Strategie zur Unterstützung des Ehrenamtes sei es unter anderem, Ehrenamt zu stärken, Bürokratie abzubauen, Qualifizierungsangebote auszubauen und die Vereinbarkeit von Engagement mit Schule, Ausbildung und Beruf zu verbessern.

Zugleich verwies Drese auf zusätzliche Mittel, die der Landtag für die Jahre 2026 und 2027 bereitgestellt hat. Diese sollen insbesondere der demokratischen Jugendarbeit, Kinder- und Jugendfreizeiten sowie dem Beteiligungsnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern zugutekommen. „Demokratie muss gelernt, erlebt und verteidigt werden. Dafür braucht es Räume, Strukturen und engagierte Menschen“, so Drese.

Abschließend rief die Ministerin zu einer weiterhin engen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Politik und Jugendverbänden auf. Ziel sei es, jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen, echte Beteiligung und eine starke Stimme zu ermöglichen.