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Tag: 3. Juli 2026

Schwesig: AIDA ist untrennbar mit Mecklenburg-Vorpommern verbunden

Rostock – Glückwünsche überbrachte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu 30 Jahren AIDA. „AIDA ist untrennbar mit Mecklenburg-Vorpommern verbunden. Das beliebte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Rostock. Es wird mit Felix Eichhorn von einem Landeskind geführt. Die ersten Schiffe wurden in MV gebaut. Wir sind stolz auf die Entwicklung von AIDA“, sagte sie in ihrem Grußwort beim Festakt.

AIDA sei mit 1,5 Millionen Gästen im Jahr klarer Marktführer, was das Unternehmen vor allem den 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 60 Nationalitäten zu verdanken habe. „Danke, dass Sie mit Ihrer Arbeit so vielen Menschen einen unvergesslichen Urlaub ermöglichen“, wandte Schwesig sich direkt an die 1.000 anwesenden Beschäftigten.

Der wirtschaftliche Erfolg von AIDA sei eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns in den vergangenen 30 Jahren verbunden. „AIDA ist einer der größten privaten Arbeitgeber in unserem Land. Zwei der ersten AIDA-Schiffe sind in Wismar gebaut worden. Die Motorblöcke wurden in der Eisengießerei Torgelow gegossen.

Warnemünde ist auch dank AIDA zu einem der bedeutendsten Kreuzfahrthäfen in Europa geworden. AIDA gibt Fachkräften eine Perspektive in der Region. Die Wertschöpfung durch AIDA geht über den maritimen Bereich hinaus bis in die Gastronomie, den Einzelhandel und die kulturellen Einrichtungen des Landes“, zählte Schwesig die Verdienste des Unternehmens auf. Sie danke für die Arbeit, die zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beitrage.

Das Land investiere in die Infrastruktur, auch für den Kreuzfahrttourismus. So sei die Landstromanlage in Rostock von Bund, Land und Stadt in Höhe von knapp 20 Millionen Euro gemeinsam finanziert worden. „AIDA ist Vorreiter bei der Nutzung von Landstrom, bei der Müllentsorgung, bei alternativen Kraftstoffen. Die Zukunft der Kreuzfahrt ist wie die Zukunft unseres Landes: werthaltig und nachhaltig“ fuhr Schwesig fort.

„AIDA wünsche ich weiter viel Erfolg, auch in den nächsten 30 Jahren“, so die Ministerpräsidentin zum Abschluss ihres Grußwortes.

Land stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung

Masterplan bündelt 130 Maßnahmen für Kitas, Schulen und berufliche Bildung

Schwerin – Mit dem Masterplan „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE-Masterplan) schafft Mecklenburg-Vorpommern erstmals einen umfassenden, landesweiten Orientierungsrahmen, um Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in allen Bildungsbereichen zu verankern – von der Kindertagesförderung über die Schule bis zur beruflichen Bildung. Der Masterplan umfasst aktuell 40 Ziele und 130 Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen. Mit ihnen sollen Bildungsinhalte, Lernformate, Lehrkräftebildung sowie zukunftsfähige Lernumgebungen weiterentwickelt werden. Damit setzt die Landesregierung ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um.

„In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und technologischer Veränderungen leistet Bildung weit mehr als die Vermittlung von Faktenwissen. Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, zu denken und zu urteilen. Kinder und Jugendliche sollen lernen, Zusammenhänge zu erkennen und die Bedeutung ihres Handelns für andere Menschen, für die Gesellschaft und für die Umwelt zu verstehen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Der Masterplan steht für einen Perspektivwechsel: weg von isoliertem Wissen, hin zu vernetztem Denken und verantwortungsvollem Handeln.“

Der Masterplan bündelt bestehende Bildungsansätze wie Umwelt- und Klimabildung, Demokratiebildung, Globales Lernen, Gesundheitsbildung sowie weitere Querschnittsthemen in einem gemeinsamen Gesamtkonzept. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird damit nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden. 

Zu den zentralen Schwerpunkten des Masterplans gehören:

  • Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen
  • Weiterentwicklung von Bildungsinhalten, Lernformaten und Lehrkräftebildung
  • Einbindung außerschulischer Lernorte und Partner
  • Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Demokratiebildung
  • Entwicklung zukunftsfähiger Lernumgebungen und Bildungseinrichtungen

Die Umsetzung des Masterplans erfolgt schrittweise. Als zentrales Austausch- und Beratungsgremium wird ein „Runder Tisch BNE“ eingerichtet, an dem staatliche und nichtstaatliche Institutionen mitwirken. Der Masterplan ist als offener Prozess angelegt, der künftig um weitere Maßnahmen ergänzt und fortgeschrieben wird.

Erarbeitet wurde der Masterplan in einem breiten gesellschaftlichen Beteiligungsprozess. In drei Fachforen zu den Themen frühkindliche Bildung, Schule und berufliche Bildung wurden zentrale Impulse und Perspektiven aus der Praxis gesammelt. Insgesamt haben rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien, Universitäten und Hochschulen, Gewerkschaften, Kommunen sowie verschiedenen außerschulischen Bildungsbereichen an der Erarbeitung des Masterplans mitgewirkt.

Erste Vorhaben werden bereits realisiert. Dazu zählen der Modellversuch „Globales Lernen“, in dem Schulen fachübergreifende und problemorientierte Unterrichtsformen entwickeln und erproben, sowie die Arbeit der BNE-Modellschulen im Land, die Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in ihre Schulentwicklung integrieren. Im frühkindlichen Bereich wird der Ansatz unter anderem im Programm „Kita 2030“ aufgegriffen und weiterentwickelt. Auch in der beruflichen Bildung werden in Modellvorhaben praxisnahe Ansätze zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung erprobt.

Drese: Zuckersteuer nur sinnvoll, wenn sie Prävention stärkt

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat im Landtag heute für einen stärkeren Fokus auf Prävention, Ernährungsbildung und Gesundheitsförderung geworben. Anlass war eine Debatte über Maßnahmen zur Verringerung des Zuckerkonsums und zur Bekämpfung ernährungsbedingter Erkrankungen.

„Ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken ist einer der Haupttreiber für Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Zahlen für Mecklenburg-Vorpommern sind alarmierend und zeigen deutlich, dass wir handeln müssen, insbesondere zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen“, erklärte Drese in ihrer Rede.

So weise Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Sachsen-Anhalt bundesweit die höchsten Adipositasraten auf. Mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung sind betroffen, darunter nach Angaben der BARMER allein mehr als 10.000 junge Menschen.

Den aktuellen Überlegungen des Bundes zur Einführung einer Zuckersteuer erteilte sie dennoch eine Absage. „Eine Zuckersteuer kann durchaus Wirkung entfalten, aber nicht solange sie nur deshalb eingeführt wird, weil sie auf vermeidlich kreativem Wege Finanzlöcher der Gesetzlichen Krankenkasse stopfen soll“, betonte die Ministerin.

Aus Sicht Dreses müssten die Einnahmen stattdessen direkt in die Prävention fließen, also in zusätzliche Angebote für alle Altersgruppen, in Möglichkeiten zur Ernährungsbildung oder in die Gesundheitsförderung, die im Übrigen auch viel eher zu einer langfristigen Verhaltensänderung führen.

Das Land habe deshalb zuletzt ein großes Präventionsprogramm aufgesetzt. „Mit einem Volumen von rund vier Millionen Euro und einem Schwerpunkt zur Förderung der Gesundheitskompetenz wollen wir die Bürgerinnen und Bürger besser dabei unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen“, so Drese. Dass es dort noch Nachholbedarf gebe, zeige etwa der Health Literacy Survey, wonach über 55 Prozent der Menschen in Deutschland über eine geringere allgemeine Gesundheitskompetenz verfügen.

Drese hob hervor, dass in Rahmen des Landespräventionsprogrammes deshalb neben einem multimodalen Schulungsprogramm gegen Adipositas auch die flächendeckende Förderung von Lehr- und Outdoorküchen geplant sei. „Damit schaffen wir früh den Zugang zu gesundem Essen und vermitteln praktische Alltagskompetenzen. Wer selbst lernt, ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten, behält dieses Wissen ein Leben lang“, so Drese.

Wohnberechtigungsscheine: Neue Einkommensgrenzen festgelegt

Schwerin – Ab Dienstag gelten neue Einkommensgrenzen für Personen, die einen Wohnberechtigungsschein erhalten wollen, um eine mit Mitteln der Wohnraumförderung errichtete Wohnung mieten zu können. Die Änderung wurde wegen der Erhöhung der Mindestlöhne und der Einkommensentwicklung im Land allgemein notwendig.

Für Wohnungen aus dem Landesprogramm zur Förderung der Schaffung altengerechten Wohnung mit Betreuungsangebot, den Modernisierungsrichtlinien, den Städtebauförderungsrichtlinien und den Richtlinien Wohnungsbau Sozial gelten nun folgende Netto-Einkommensgrenzen: für einen Einpersonenhaushalt 25.800 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt 38.700 Euro und zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 8.800 Euro.

Für die Belegung einer Wohnung im Mietwohnungsbau, die im zweiten Förderweg errichtet wurde, betragen die Netto-Einkommensgrenzen für einen Einpersonenhaushalt 27.000 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt 40.500 Euro und zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 9.200 Euro.

Für Eigentümer einer nach der Modernisierungsrichtlinie modernisierten Wohnung betragen die Netto-Einkommensgrenzen für einen Einpersonenhaushalt 36.000 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt 54.000 Euro und zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 12.300 Euro.

Neu ist die Fortschreibung der Einkommensgrenzen. Sie ermöglicht die fortlaufende Anpassung der Einkommensgrenzen an die Einkommensentwicklung in M-V; erstmals wird sie zum 1. September 2028 vorgenommen.

Zielgruppe des sozialen Wohnungsbaus sind Haushalte, die sich am Markt nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können und auf Unterstützung angewiesen sind. Unter diesen Voraussetzungen unterstützt die Förderung von Mietwohnraum insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen sowie Familien und andere Haushalte mit Kindern, Alleinerziehende, Schwangere, ältere Menschen, behinderte Menschen, Wohnungslose und sonstige hilfebedürftige Personen.

Die Neufassung der Einkommensgrenzenverordnung M-V wird am 7. Juli 2026 im Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 19 auf Seite 653 veröffentlicht und tritt tags darauf in Kraft.

Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes kritisiert

Drese kritisiert im Landtag geplantes Pflegeneuordnungsgesetz des Bundes

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes von Bundesgesundheitsministerin Warken in der heutigen Landtagsdebatte scharf kritisiert. „Die Pflegeversicherung braucht dringend eine nachhaltige Finanz- und Strukturreform. Der vorliegende Gesetzentwurf wird diesem Anspruch jedoch nicht gerecht. Er ist keine Neuordnung der Pflegeversicherung, sondern ein Spargesetz zulasten von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen, Beschäftigten sowie Ländern und Kommunen“, erklärte Drese.

Nach Ansicht der Ministerin werden zentrale Reformfragen ausgeklammert und stattdessen einseitige Kürzungen vorgeschlagen. Besonders kritisch bewertet Drese die geplante Dämpfung der Leistungszuschüsse zu den Eigenanteilen in Pflegeheimen. „Das würde die Eigenanteile vieler Pflegebedürftiger um durchschnittlich mehr als 160 Euro im Monat erhöhen und in den ersten viereinhalb Jahren stationärer Pflege zu einer zusätzlichen Belastung von rund 20.000 Euro führen. Das ist sozialpolitisch nicht vertretbar und verschiebt die Probleme auf die Schwächsten“, sagte die Ministerin.

Zugleich hätte dies erhebliche finanzielle Folgen für Länder und Kommunen, weil mehr Menschen auf Hilfe zur Pflege angewiesen wären. Auch die vorgesehenen Eingriffe bei der Refinanzierung tariflicher Lohnsteigerungen sowie die geplanten Kürzungen bei den Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige lehnt Drese entschieden ab. „Wer Pflege stärkt, darf weder Pflegebedürftige noch ihre Angehörigen oder die Beschäftigten zusätzlich belasten.“

Die Landesregierung werde deshalb im weiteren Gesetzgebungsverfahren keinen Regelungen zustimmen, die einseitig zulasten der Versicherten und der Pflege gingen. „Ich hoffe sehr, dass die Vertagung der Kabinettsbefassung genutzt wird, um aus dem bisherigen Entwurf eine echte Pflegereform zu machen – und kein Pflegekürzungsgesetz“, so Drese im Landtag.

Für eine nachhaltige Stabilisierung der Sozialen Pflegeversicherung erneuerte die Ministerin die Forderungen Mecklenburg-Vorpommerns. Dazu gehören die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen, die vollständige Erstattung der Corona-Ausgaben der Pflegeversicherung durch den Bund sowie ein fairer Finanzausgleich zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung als erster Schritt zu einer breiteren Finanzierungsbasis.

„Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb brauchen wir keine einseitigen Sparmaßnahmen aus Berlin, sondern eine Reform, die gemeinsam mit Ländern, Kommunen, Pflegekassen, Leistungserbringern und Betroffenen entwickelt wird. Nur so schaffen wir eine Pflegeversicherung, die dauerhaft finanzierbar bleibt und den Menschen die Sicherheit gibt, die sie erwarten dürfen“, betonte Drese.

Zeugnissorgentelefon vor den Sommerferien erreichbar

Bildungsministerium bietet Unterstützung für Schülerinnen, Schüler und Eltern

Schwerin – Das Bildungsministerium richtet auch in diesem Jahr wieder ein Zeugnissorgentelefon ein. Ab Montag, 6. Juli 2026, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) Schülerinnen und Schülern sowie Eltern mit Rat und Unterstützung zur Seite. Das Angebot begleitet Familien jeweils eine Woche vor und eine Woche nach der Zeugnisausgabe.

Ob Enttäuschung über Noten, Sorgen vor den Reaktionen zu Hause oder Fragen zu schulischen Entwicklungsmöglichkeiten – das Zeugnissorgentelefon bietet vertrauliche Beratung und Orientierung. Auch Eltern erhalten Unterstützung im Umgang mit schwierigen Situationen rund um das Zeugnis.

„Ein Zeugnis ist eine Momentaufnahme – es sagt nicht alles über die Fähigkeiten und Potenziale eines jungen Menschen aus. Gerade wenn die Ergebnisse nicht den eigenen Erwartungen entsprechen, ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die Ministerin betonte zugleich den Wert des Beratungsangebotes: „Niemand muss mit seinen Sorgen allein bleiben. Unsere Fachleute des Zentralen Fachbereichs für Diagnostik und Schulpsychologie unterstützen Schülerinnen und Schüler ebenso wie Eltern dabei, neue Perspektiven zu entwickeln. Ich möchte alle ermutigen, dieses Angebot bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.“

Die telefonische Beratung ist von Montag, 6. Juli, bis Freitag, 17. Juli, unter der Telefonnummer 0385 588 7987 erreichbar. In der Zeugniswoche ist das Zeugnissorgentelefon von Montag bis Samstag, ansonsten montags bis freitags jeweils in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr besetzt.

Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern

Drese: Abschlussbericht der Enquete-Kommission ist wichtige Grundlage für moderne und beteiligungsorientierte Jugendpolitik im Land

Schwerin – Anlässlich der Beratung des Abschlussberichtes der Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ im Landtag hat Sozialministerin Stefanie Drese die fraktionsübergreifende Arbeit der Kommission gewürdigt und dazu aufgerufen, die erarbeiteten Empfehlungen als Grundlage für die Jugendpolitik der kommenden Legislaturperiode zu nutzen.

„Der Bericht macht deutlich, welche Weichen wir stellen müssen, damit junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen auf Teilhabe, Bildung, Gesundheit und Mitbestimmung erhalten“ betonte Drese. Als außergewöhnlich bezeichnete die Ministerin den Beteiligungsprozess „#mitmischenMV“, der die Arbeit der Kommission begleitet hat. „Junge Menschen standen nicht nur im Mittelpunkt der Beratungen, sondern konnten ihre Perspektiven, Erfahrungen und Wünsche selbst einbringen. Dieses Beteiligungsformat war in seiner Form bislang einmalig“, so Drese.

Die Ministerin verwies darauf, dass zentrale Impulse der Enquete-Kommission bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden. Dazu zählen das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz, das die Mitbestimmung junger Menschen auf kommunaler Ebene deutlich gestärkt hat, die Rückführung des Landesjugendamtes in die Zuständigkeit des Landes sowie zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

„Gerade die intensive Beteiligung junger Menschen zeigt: Jugendbeteiligung funktioniert und wird von jungen Menschen ausdrücklich gewünscht. Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen“, sagte Drese. Die Ministerin stellte heraus, dass nach Inkrafttreten des Jugendbeteiligungsgesetzes die Zahl der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligungsgremien im Land von 20 auf derzeit rund gestiegen sei. „Ein Erfolg, der auch die Arbeit der Kommission widerspiegelt“, so Drese.

Mit Blick auf den Abschlussbericht sprach sich die Ministerin zudem dafür aus, die Entwicklung einer ressortübergreifenden Kinder- und Jugendstrategie für Mecklenburg-Vorpommern in der nächsten Legislaturperiode zu prüfen. „Die Empfehlungen der Enquete-Kommission bieten einen wichtigen Kompass für eine moderne und generationengerechte Politik. Jetzt kommt es darauf an, sie gemeinsam mit jungen Menschen Schritt für Schritt konkret mit Leben zu erfüllen“, sagte Drese.

Auf dem Weg zur Digitalen Souveränität

Mecklenburg-Vorpommern setzt auf Open Source

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern treibt den Einsatz von Open Source in der Landesverwaltung konsequent voran und setzt damit ein wichtiges Zeichen für die digitale Souveränität der öffentlichen Hand. Mit der Einführung der Kollaborationslösung von Nextcloud setzt das Land für seine digitale Zusammenarbeit auf eine Open-Source-Plattform, die es selbst kontrollieren, prüfen und weiterentwickeln kann. Verantwortlich für Aufbau und Betrieb ist die DVZ M-V GmbH, der IT-Dienstleister des Landes, der die Plattform für den öffentlichen Dienst bereitstellt.

Die Digitalstrategie Mecklenburg-Vorpommern sieht vor, die digitale Leistungsfähigkeit, Unabhängigkeit und Sicherheit der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen. Ein wichtiger Bestandteil stellt dabei die digitale Souveränität dar, um selbstbestimmt über eigene IT-Infrastrukturen und die zugrundeliegenden Daten verfügen zu können.

„Digitale Souveränität und Open Source sind zentrale Ziele und Eckpfeiler der Digitalisierungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Wir planen, den Einsatz von Open Source kontinuierlich auszubauen und die Nutzung gemeinsamer Standards und offener Schnittstellen für IT-Lösungen der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Nur so können Land und Kommunen auch in Zukunft handlungsfähig bleiben. Genau hier setzen wir mit Nextcloud an“, sagt Dr. Heiko Geue, Finanz- und Digitalisierungsminister von Mecklenburg-Vorpommern.

Die Software läuft auf der freien Lizenz GNU AGPLv3. Das Land kann den Quellcode jederzeit einsehen, prüfen und nach eigenen Sicherheits- und Funktionsanforderungen anpassen. Aufgebaut wurde das Projekt nach dem Prinzip „Open Source by Design“: Es umfasst eigene Test- und Produktivumgebungen, Betriebsschulungen, Sicherheitsprüfungen sowie eine priorisierte Einbindung von Stabilitätsupdates.

Aktuell nutzen rund 5.000 Beschäftigte die Kollaborationsplattform mit Filesharing, aktiv. Mittelfristig soll die Lösung für Chat, Videokonferenzen und Groupware-Applikationen ausgebaut werden und über 50.000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung stehen – von den Ministerien bis zu den kommunalen Einrichtungen.

„Der Umstieg von Microsoft Sharepoint ist schrittweise und ohne Reibungs- und Datenverluste für die Beschäftigten abgeschlossen worden. Gemeinsam mit der DVZ M-V haben wir eine Plattform aufgebaut, die heute zuverlässig läuft und sich Schritt für Schritt erweitert wird“, sagt Marco Anschütz, CIO von Mecklenburg-Vorpommern.

Die Einführung von Nextcloud ist Teil einer umfassenderen Open-Source-Strategie des Landes: Parallel dazu setzt Mecklenburg-Vorpommern auf OpenProject als Alternative zu proprietären Projektmanagement-Lösungen und hat mit dem KI-Verwaltungschatbot LEA, der auf OpenWebUI basiert, einen eigenen, lokal kontrollierten KI-Assistenten für die Verwaltung entwickelt.

Mecklenburg-Vorpommern handelt dabei nicht allein: Im November 2025 unterzeichnete das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung eine Kooperationsvereinbarung mit der Staatskanzlei Schleswig-Holstein zur Stärkung der digitalen Souveränität beider Länder. Schleswig-Holstein gilt deutschlandweit als Vorreiter beim Umstieg der Landesverwaltung auf Open-Source-Software und setzt dabei ebenfalls auf Nextcloud als zentrale Kollaborationsplattform.

Mit dem Engagement Mecklenburg-Vorpommerns entsteht im Norden Deutschlands eine technologische Allianz zweier Bundesländer, die digitale Souveränität nicht nur politisch vereinbaren, sondern auch auf derselben offenen Plattform umsetzen. Auch außerhalb Deutschlands setzt der öffentliche Sektor zunehmend auf diesen Weg: In Frankreich etwa stellt die Region Île-de-France mehr als 550.000 Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Verwaltungsmitarbeitenden über die Bildungsplattform monlycée.net eine souveräne Kollaborationsplattform auf Basis von Nextcloud bereit. Das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus etwa stellte 2025 rund 1.200 Mitarbeitende auf Nextcloud um.

„Mit Mecklenburg-Vorpommern setzt nun ein weiteres deutsches Bundesland auf Nextcloud als souveräne Kollaborationsplattform, und das im engen Schulterschluss mit Schleswig-Holstein. Das zeigt einmal mehr, dass Lösungen verfügbar und einsatzbereit sind“, sagt Frank Karlitschek, CEO und Gründer von Nextcloud. „Solche Allianzen zwischen Ländern sind entscheidend, um Open Source in der öffentlichen Verwaltung zum Standard zu machen statt zur Ausnahme.“

Mit dem Projekt setzt Mecklenburg-Vorpommern seine Souveränitätsstrategie konsequent in die Praxis um. Die neue Kollaborationsplattform stärkt die Handlungsfähigkeit der Verwaltung, schafft mehr Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur und zeigt, wie digitale Unabhängigkeit im öffentlichen Sektor konkret gelingen kann.