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Tag: 6. Juli 2026

Drese: Digitale Suchtberatung erweitert Hilfsangebote in M-V

DigiSucht startet landesweit und ermöglicht einfachen und ortsunabhängigen Zugang zur Suchtberatung

Schwerin – Menschen mit einer Suchterkrankung, einem problematischen Konsumverhalten sowie deren Angehörige können in Mecklenburg-Vorpommern ab sofort auch digital professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Mit dem Start der bundesweiten Plattform DigiSucht unter www.suchtberatung.digital wird die ambulante Suchthilfe im Land um ein niedrigschwelliges, datenschutzkonformes und ortsunabhängiges Angebot ergänzt.

Über die Plattform können Ratsuchende in einem geschützten und auf Wunsch anonymen Rahmen Kontakt zu qualifizierten Suchtberaterinnen und Suchtberatern aufnehmen. Neben einer Nachrichtenfunktion können Termine für Video- oder Textberatungen vereinbart werden. Digitale Tools wie Konsumtagebücher oder Motivationshilfen unterstützen den Beratungsprozess und können dabei helfen, den eigenen Konsum zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote vor Ort.

„Mit DigiSucht schaffen wir einen zusätzlichen und zeitgemäßen Zugang zur Suchthilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade bei Suchterkrankungen sind Scham und Unsicherheit häufig Gründe dafür, dass Betroffene erst spät Hilfe suchen. Die Möglichkeit, sich zunächst anonym und digital beraten zu lassen, kann diese Hemmschwelle deutlich senken“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Start der digitalen Plattform heute in Schwerin.

„Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bietet die digitale Beratung die Chance, Menschen unabhängig von ihrem Wohnort zu erreichen und frühzeitig Unterstützung anzubieten und sie bei Bedarf in die bestehenden Beratungs- und Hilfestrukturen vor Ort zu begleiten“, verdeutliche Drese.

Die Umsetzung von DigiSucht auf Landesebene wird von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) begleitet. Sie koordiniert die Einführung der Plattform und unterstützt die teilnehmenden Suchtberatungsstellen bei der Umsetzung.

„Mit der Einführung von DigiSucht baut Mecklenburg-Vorpommern sein bestehendes Suchthilfeangebot um einen weiteren niedrigschwelligen Zugangsweg aus“, sagte Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST. „DigiSucht ergänzt die persönliche Beratung vor Ort und stärkt damit unser Suchthilfesystem insgesamt.“ Die digitale Beratung eröffnet den Fachkräften neue Möglichkeiten, Ratsuchende flexibel und zeitgemäß zu begleiten und gleichzeitig die bewährte persönliche Beratung sinnvoll zu ergänzen.

Auch die Bundeskoordination begrüßt den Start in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir freuen uns sehr, dass ab sofort Ratsuchende und Suchtberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern DigiSucht nutzen können“, erklärte Fabian Leuschner von der DigiSucht-Bundeskoordination. „DigiSucht lebt von der engen Zusammenarbeit und dem Austausch der beteiligten Menschen und Institutionen. Gemeinsam schaffen wir ein digitales Angebot, das die bewährte Arbeit der Suchthilfe vor Ort sinnvoll ergänzt und neue Zugänge eröffnet.“

Leuschner betonte, dass durch bereits etablierte Prozesse und die Nutzung der länderübergreifenden Beratungsplattform DigiSucht den Beraterinnen und Beratern ein sehr einfacher Einstieg in die digitale Beratung ermöglicht wird. Schulungen im Umgang mit der Technik und Maßnahmen der Qualitätssicherung würden zusätzlich Sicherheit in der Arbeit mit DigiSucht geben.

DigiSucht ist die bundesweite digitale Beratungsplattform für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige. Die Plattform wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. An der Konzeption waren Expertinnen und Experten aus Suchtberatungsstellen, Landesstellen für Suchtfragen sowie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen beteiligt.

Die technische Infrastruktur ermöglicht eine sichere, datenschutzkonforme und trägerübergreifende digitale Beratung. Die Administration auf Landesebene erfolgt durch die jeweils benannten Landeskoordinierungsstellen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das die LAKOST. Die Plattform ist über den Internetbrowser auf Smartphone, Tablet oder Computer erreichbar. Eine zusätzliche App ist nicht erforderlich.

Mehr Förderung für Dörfer

Land erleichtert Investitionen im ländlichen Raum

Schwerin – Kommunen, Unternehmen und private Antragsteller in Mecklenburg-Vorpommerns ländlichen Räumen erhalten künftig bessere Fördermöglichkeiten. Mit der dritten Änderung der Förderrichtlinie zur integrierten ländlichen Entwicklung (FöRL ILE M-V) erleichtert das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt den Zugang zu Fördermitteln und reagiert auf den konkreten Bedarf vor Ort.

„Unsere Dörfer brauchen starke Perspektiven. Deshalb passen wir die Förderung dort an, wo sie gebraucht wird: Wir vereinfachen Verfahren, öffnen Fördermöglichkeiten und unterstützen Kommunen sowie private Initiativen noch gezielter. Gute Ideen dürfen nicht an unnötiger Bürokratie scheitern“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Ein wesentlicher Bestandteil der Richtlinienänderung ist die Wiedereinführung der Förderung des ländlichen Wegebaus außerhalb von Flurbereinigungsverfahren. Dieser Fördertatbestand war mit der Neufassung der Richtlinie im Jahr 2025 entfallen. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass insbesondere Kommunen hierfür keine geeignete Förderalternative hatten.

Ab August 2026 können Gemeinden und Gemeindeverbände deshalb wieder Förderanträge für Wegeinfrastrukturmaßnahmen stellen. Je nach Lage und Finanzkraft der Kommune können bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten übernommen werden.

Darüber hinaus wird die Förderung im Bereich der privaten Dorfentwicklung deutlich ausgeweitet. Bislang konnten private Antragsteller Fördermittel nur innerhalb von Flurbereinigungsverfahren beantragen. Ab Juli 2026 steht diese Möglichkeit allen privaten Trägern in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns offen. Damit erhalten Eigentümer und Initiativen mehr Spielraum, um ihre Dörfer aktiv mitzugestalten.

Zugleich vereinfacht das Ministerium die Fördersätze für Maßnahmen der Dorfentwicklung sowie für Einrichtungen der lokalen Basisdienstleistungen öffentlicher Träger. Künftig gilt ein einheitlicher Grundfördersatz. Gemeinden in den ländlichen Gestaltungsräumen erhalten zusätzlich einen Förderbonus. Damit setzt das Land zugleich eine Vereinbarung des Koalitionsvertrages um.

„Die Entwicklung unserer Dörfer lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Mit den Änderungen schaffen wir bessere Voraussetzungen dafür, dass notwendige Investitionen schneller umgesetzt werden können. Das stärkt die Lebensqualität im ländlichen Raum und macht unsere Gemeinden zukunftsfest“, so Backhaus.

Die Bewertung und Bewilligung der Förderanträge erfolgt weiterhin nach den in der Förderrichtlinie festgelegten Auswahlkriterien.

Informationen zur Online-Antragstellung und zur Förderrichtlinie finden Interessierte unter:
www.regierung-mv.de → Förderungen → Integrierte ländliche Entwicklung.

Rekordhitze belastet Gewässer

MV bleibt hydrologisch dennoch stabil

Schwerin – Die Rekordhitze Ende Juni hat Mecklenburg-Vorpommern spürbar getroffen. Mit bis zu 40,9 Grad Celsius wurde in Suckow die höchste jemals im Land gemessene Temperatur registriert. Gleichzeitig fiel im bisherigen hydrologischen Jahr landesweit rund 20 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Dennoch gibt die aktuelle hydrologische Lage nach Einschätzung des Landes derzeit keinen Anlass zur Besorgnis. Das geht aus der aktuellen Bewertung des Gewässerkundlichen Landesdienstes hervor.

„Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell extreme Wetterlagen heute auftreten können. Die gute Nachricht ist: Unsere Gewässer und das Grundwasser haben diese kurze, aber außergewöhnliche Hitzewelle bislang vergleichsweise gut verkraftet. Dennoch beobachten wir die Entwicklung sehr genau. Denn insbesondere trockene Winter und häufigere Hitzeperioden erhöhen langfristig den Druck auf unseren Wasserhaushalt“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Zwar gingen die Wasserstände der Mecklenburger Oberseen während der Hitze innerhalb weniger Tage um drei Zentimeter zurück, dennoch liegen die wichtigsten Wasserspeicher des Landes weiterhin in einem für die Jahreszeit beherrschbaren Bereich. Die Mecklenburger Oberseen befinden sich derzeit sieben Zentimeter unter, der Schweriner See sogar fünf Zentimeter über seinem jeweiligen Bewirtschaftungsziel für Juli. Rund zwei Drittel der Pegel im Land weisen Wasserstände unterhalb des langjährigen Mittels auf – ein für diese Jahreszeit typisches Bild.

Größere Sorgen bereitet derzeit weniger die Wassermenge als vielmehr die Gewässerqualität. Mit steigenden Wassertemperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt in Seen und Flüssen. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Blaualgen, Zerkarien und bakterielle Belastungen von Badegewässern.

„Nicht jeder trockene Sommer bedeutet sofort Wasserknappheit. Viel kritischer sind dauerhaft steigende Wassertemperaturen. Sie verändern unsere Gewässer schleichend und können erhebliche Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und die Badewasserqualität haben. Deshalb beobachten wir nicht nur die Wasserstände, sondern ebenso die ökologische Entwicklung unserer Gewässer“, erklärte Backhaus.

Auch beim Grundwasser gibt es derzeit keinen landesweiten Anlass zur Sorge. Kurzfristige Hitzeperioden wirken sich kaum auf tiefere Grundwasservorkommen aus. Allerdings zeigen die Daten, dass der trockene Winter 2025/2026 Spuren hinterlassen hat. Besonders in Vorpommern und Teilen Ostmecklenburgs weisen Böden bereits deutliche Trockenstress-Symptome auf, während der Südwesten des Landes vergleichsweise gut mit Niederschlag versorgt wurde.

Der Minister verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Wasserressourcen kontinuierlich überwacht. Der Gewässerkundliche Landesdienst erfasst laufend Wasserstände, Grundwasserstände und Abflüsse. Über das Pegelportal MV können Bürgerinnen und Bürger die aktuelle Entwicklung jederzeit verfolgen.

„Der Klimawandel zeigt sich nicht erst dann, wenn Flüsse austrocknen. Er verändert bereits heute die Wasserverfügbarkeit, die Bodenfeuchte und die Gewässerökologie. Deshalb investieren wir konsequent in ein modernes Wassermanagement und in eine belastbare Datengrundlage. Nur wer Entwicklungen früh erkennt, kann rechtzeitig handeln.“

Aktuelle Pegelstände können unter www.pegelportal-mv.de eingesehen werden. Hinweise zur aktuellen Badewasserqualität veröffentlicht das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern fortlaufend.