DigiSucht startet landesweit und ermöglicht einfachen und ortsunabhängigen Zugang zur Suchtberatung
Schwerin – Menschen mit einer Suchterkrankung, einem problematischen Konsumverhalten sowie deren Angehörige können in Mecklenburg-Vorpommern ab sofort auch digital professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Mit dem Start der bundesweiten Plattform DigiSucht unter www.suchtberatung.digital wird die ambulante Suchthilfe im Land um ein niedrigschwelliges, datenschutzkonformes und ortsunabhängiges Angebot ergänzt.
Über die Plattform können Ratsuchende in einem geschützten und auf Wunsch anonymen Rahmen Kontakt zu qualifizierten Suchtberaterinnen und Suchtberatern aufnehmen. Neben einer Nachrichtenfunktion können Termine für Video- oder Textberatungen vereinbart werden. Digitale Tools wie Konsumtagebücher oder Motivationshilfen unterstützen den Beratungsprozess und können dabei helfen, den eigenen Konsum zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen. Bei Bedarf erfolgt eine Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote vor Ort.
„Mit DigiSucht schaffen wir einen zusätzlichen und zeitgemäßen Zugang zur Suchthilfe in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade bei Suchterkrankungen sind Scham und Unsicherheit häufig Gründe dafür, dass Betroffene erst spät Hilfe suchen. Die Möglichkeit, sich zunächst anonym und digital beraten zu lassen, kann diese Hemmschwelle deutlich senken“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Start der digitalen Plattform heute in Schwerin.
„Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bietet die digitale Beratung die Chance, Menschen unabhängig von ihrem Wohnort zu erreichen und frühzeitig Unterstützung anzubieten und sie bei Bedarf in die bestehenden Beratungs- und Hilfestrukturen vor Ort zu begleiten“, verdeutliche Drese.
Die Umsetzung von DigiSucht auf Landesebene wird von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) begleitet. Sie koordiniert die Einführung der Plattform und unterstützt die teilnehmenden Suchtberatungsstellen bei der Umsetzung.
„Mit der Einführung von DigiSucht baut Mecklenburg-Vorpommern sein bestehendes Suchthilfeangebot um einen weiteren niedrigschwelligen Zugangsweg aus“, sagte Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST. „DigiSucht ergänzt die persönliche Beratung vor Ort und stärkt damit unser Suchthilfesystem insgesamt.“ Die digitale Beratung eröffnet den Fachkräften neue Möglichkeiten, Ratsuchende flexibel und zeitgemäß zu begleiten und gleichzeitig die bewährte persönliche Beratung sinnvoll zu ergänzen.
Auch die Bundeskoordination begrüßt den Start in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir freuen uns sehr, dass ab sofort Ratsuchende und Suchtberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern DigiSucht nutzen können“, erklärte Fabian Leuschner von der DigiSucht-Bundeskoordination. „DigiSucht lebt von der engen Zusammenarbeit und dem Austausch der beteiligten Menschen und Institutionen. Gemeinsam schaffen wir ein digitales Angebot, das die bewährte Arbeit der Suchthilfe vor Ort sinnvoll ergänzt und neue Zugänge eröffnet.“
Leuschner betonte, dass durch bereits etablierte Prozesse und die Nutzung der länderübergreifenden Beratungsplattform DigiSucht den Beraterinnen und Beratern ein sehr einfacher Einstieg in die digitale Beratung ermöglicht wird. Schulungen im Umgang mit der Technik und Maßnahmen der Qualitätssicherung würden zusätzlich Sicherheit in der Arbeit mit DigiSucht geben.
DigiSucht ist die bundesweite digitale Beratungsplattform für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige. Die Plattform wurde mit Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. An der Konzeption waren Expertinnen und Experten aus Suchtberatungsstellen, Landesstellen für Suchtfragen sowie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen beteiligt.
Die technische Infrastruktur ermöglicht eine sichere, datenschutzkonforme und trägerübergreifende digitale Beratung. Die Administration auf Landesebene erfolgt durch die jeweils benannten Landeskoordinierungsstellen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das die LAKOST. Die Plattform ist über den Internetbrowser auf Smartphone, Tablet oder Computer erreichbar. Eine zusätzliche App ist nicht erforderlich.