Schwerin – Mit dem ersten Spatenstich für die „Neue Mitte“ in Schwerin wurde am Donnerstag der Startschuss für ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Landeshauptstadt und ganz Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Wesentliche Säule der Belebung des Stadtteils ist der Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums für Gesundheit und Sozialwesen (RBB GeSo) im Stadtteil Neu Zippendorf, dessen Grundsteinlegung in einem späteren Bauabschnitt erfolgen wird.
Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm hob in ihrem Grußwort das Gesamtkonzept als „starkes Signal für den Standort“ hervor. Mit einem Investitionsvolumen von rund 140 Millionen Euro entsteht einer der modernsten beruflichen Bildungsstandorte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land unterstützt den Neubau mit rund 103,5 Millionen Euro sowie die dazugehörige Sporthalle mit weiteren 6,1 Millionen Euro.
„Wir investieren hier nicht nur in ein neues Schulgebäude, sondern in die Menschen, die künftig die Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern sichern. Gut ausgebildete Pflegefachkräfte, medizinische und therapeutische Fachkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher werden dringend gebraucht. Dafür wollen wir ihnen von Anfang an gute Ausbildungsbedingungen bieten. Genau das schaffen wir mit diesem Neubau“, sagte Grimm beim Spatenstich.
Das neue Bildungszentrum führt die bislang auf drei Standorte im Stadtgebiet verteilten Ausbildungsbereiche an einem Ort zusammen. Mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte erhalten damit ein gemeinsames, zeitgemäßes Lernumfeld. Moderne Fach- und Unterrichtsräume, digitale Lernmöglichkeiten und bessere Voraussetzungen für den fachübergreifenden Austausch sollen die Qualität und Attraktivität der beruflichen Ausbildung weiter verbessern. Perspektivisch bietet der Campus Platz für mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler. Die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen.
Grimm betonte: „Wir stehen angesichts des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung im Gesundheits- und Sozialwesen. Umso wichtiger ist es, junge Menschen für diese Berufe zu gewinnen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, die fachlich und pädagogisch auf der Höhe der Zeit ist. Davon profitieren am Ende nicht nur die Auszubildenden, sondern auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und soziale Einrichtungen im ganzen Land.“
Zum Neubau gehört auch eine moderne Dreifeldsporthalle mit Zuschauertribüne. Sie soll neben dem Schulsport auch dem Vereins- und Wettkampfsport zur Verfügung stehen.
Die Staatssekretärin stellte zugleich die Bedeutung des Vorhabens für die Entwicklung des Schweriner Südens heraus: „Neu Zippendorf, der Große Dreesch und das Mueßer Holz brauchen gute Perspektiven und eine starke soziale Infrastruktur. Das Bildungszentrum bringt täglich viele junge Menschen und Beschäftigte in den Stadtteil. Es wird damit nicht nur ein Ort der Ausbildung, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für das Quartier. Zusammen mit neuen Wohnungen, attraktiven Freiräumen und weiteren Angeboten entsteht hier ein neuer Mittelpunkt für die Menschen.“
Im Umfeld des Berliner Platzes sind unter anderem rund 370 neue Wohnungen sowie eine Aufwertung der öffentlichen Räume geplant. Die Verbindung von Wohnen, Bildung, Sport und Begegnung soll die Neue Mitte zu einem lebendigen Zentrum für die umliegenden Stadtteile machen.
„Vor 55 Jahren stand der Große Dreesch für Aufbruch und Modernität. Mit der Neuen Mitte knüpfen wir an diesen Anspruch an. Wir schaffen neue Chancen für junge Menschen, stärken die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte und investieren zugleich in die Lebensqualität eines ganzen Stadtteils“, so Grimm.