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Autor: Rügenbote

Modernisierung des Förderwesens schreitet voran

Finanzministerium treibt Staatsmodernisierung voran: Förderprogramme leichter finden, einfacher beantragen und schneller umsetzen

Schwerin – Förderprozesse vereinheitlichen, beschleunigen und besser verstehen – das ist das Ziel eines neuen Maßnahmenpakets, das die Landesregierung in ihrer heutigen Kabinettssitzung beschlossen hat. Im Rahmen der Lenkungsgruppe „Modernisierung des Förderwesens“ unter der Leitung von Finanzminister Dr. Heiko Geue wurde der erste Teil eines Maßnahmenkatalogs erarbeitet. Beteiligt wurden ausgewiesene Förderexpertinnen und Experten aus den Ministerien, den Bewilligungsbehörden des Landes, der Kommunen, Verbände und zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Der Maßnahmenkatalog enthält konkrete Schritte, mit denen Förderverfahren im Land einfacher, digitaler und bürgernäher werden sollen. Die ersten Änderungen sollen mit einer Novelle des Zuwendungsrechts im September 2025 starten.

Dabei sind viele Entlastungen geplant, wie u.a.:

  • Weniger Mitteilungspflichten: Antragstellende müssen künftig zwischen Bescheid und Abschluss eines Vorhabens weniger Informationen übermitteln. Dies spart Zeit und reduziert den bürokratischen Aufwand.
  • Häufigere automatische Auszahlung der Gelder ohne Antrag: Durch die Stärkung des Ratenauszahlungsprinzips kann die Auszahlung der Fördergelder in vielen Fällen automatisch und schneller erfolgen. Antragstellende und Behörden können damit auch besser planen.
  • Mehr digitale Antragsmöglichkeiten: Antragstellende können Fördermittel künftig vermehrt elektronisch statt mit händischer Unterschrift beantragen, was den Prozess deutlich vereinfacht und die Bearbeitungszeiten verkürzt.
  • Beschleunigung von Vorhaben: Durch die Verbesserung bestehender Abläufe werden Fördervorhaben schneller bearbeitet und durchgeführt.
  • Fördermaßnahmen leichter finden: Eine neue Webseite im Regierungsportal wird alle wichtigen Informationen rund um das Förderwesen bündeln. Konkrete Informationen zu einzelnen Förderprogrammen stehen wie gewohnt im MV-Service-Portal zur Verfügung.

Diese rechtlichen Änderungen werden ab Herbst schrittweise Eingang in die Förderprogramme finden.

„Wer Fördermittel beantragt, will nicht gegen einen Dschungel aus Formularen kämpfen, sondern schnell wissen: Was brauche ich? Was bekomme ich? Und wie geht’s weiter? Genau da setzen wir an. Unser Ziel: weniger Papier, mehr Verständlichkeit – und am Ende mehr Wirkung“, erläutert Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Der Maßnahmenkatalog enthält weitere Vereinfachungen, die ab Anfang 2026 in die Umsetzung gehen:

  • Ein sogenannter „Förderbaukasten“ mit Mustertexten und Standardformulierungen soll der Verwaltung helfen, Programme schneller und verständlicher aufzusetzen. Das spart den Antragstellenden Zeit und sorgt für mehr Übersicht.
  • Ob Kommune, Verein oder Unternehmen – leicht verständliche Informationsangebote helfen dabei, die Anträge richtig zu stellen, damit Förderungen schneller bewilligt werden können.
  • Ein Standardisierungs- und Digitalisierbarkeitscheck schafft die Grundlage für weniger Papierkram und mehr Online-Anträge.
  • Ein standardisiertes Konzept für Stichprobenprüfungen statt Vollkontrollen soll die Verwaltung entlasten. Vertrauen statt Kontrolle ist dabei das Credo.

„Das Förderwesen in Mecklenburg-Vorpommern ist von zu vielen Regelungen, Formularen und individuellen Abläufen geprägt. Unterschiedliche Anforderungen in verschiedenen Bereichen machen es Antragstellenden oft schwer, sich zurechtzufinden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an eine schnelle und transparente Bearbeitung. Diese ist jedoch aufgrund der zunehmend begrenzten personellen Ressourcen in der Verwaltung infolge der immer weniger werdenden Fachkräfte nicht mehr leistbar. Die Maßnahmen helfen daher nicht nur den Antragstellenden, sondern auch uns in der Verwaltung. Insofern sind die Änderungen nicht nur sinnvoll, sondern auch absolut notwendig“, sagt Dr. Geue.

Polizeiausbildung in M-V weiter stark gefragt

Neuer Jahrgang startet mit 131 Auszubildenden

Güstrow – Am 1. August beginnen voraussichtlich 131 junge Frauen und Männer ihre zweijährige Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow. Das ursprünglich festgelegte Einstellungsziel von 125 Ausbildungsplätzen wird damit übertroffen.

Die hohe Nachfrage nach Ausbildungsplätzen bei der Polizei Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass der Beruf nach wie vor eine starke Anziehungskraft besitzt. In einem anspruchsvollen Auswahlverfahren konnten sich die künftigen Polizeikräfte gegen eine Vielzahl von Bewerbungen durchsetzen. Für das Ausbildungsjahr 2025 gingen insgesamt 1383 Bewerbungen ein – ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Innenminister Christian Pegel betont die Bedeutung dieses Zuspruchs: “Wer sich für den Polizeidienst entscheidet, übernimmt Verantwortung für die Sicherheit im Land und bringt sich aktiv in die Gesellschaft ein. Dass wir mehr geeignete Bewerberinnen und Bewerber gewinnen konnten als geplant, zeigt das Vertrauen in unsere Ausbildung und die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Besonders hervorzuheben ist, dass Mecklenburg-Vorpommern in der Lage ist, flexibel auf das hohe Interesse zu reagieren. Statt Bewerberinnen und Bewerber auf kommende Jahre zu verschieben, wurden zusätzliche Ausbildungskapazitäten geschaffen. Dies ermöglicht eine direkte Aufnahme qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber ohne Zeitverlust.“

Bewerbungen für eine Einstellung im nächsten Jahr nimmt die Fachhochschule ab sofort entgegen. Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen sowie zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren sind auf der Webseite der Hochschule abrufbar. Am Tag der offenen Tür der Fachhochschule am 20.09.2025 können Interessierte ein Bewerbungstraining absolvieren und sich persönlich bei den Einstellungsberaterinnen und Einstellungsberatern informieren.

Derzeit absolvieren 1.011 Personen ein Studium (525), eine Ausbildung (340) oder eine Weiterqualifizierung (146) an der Fachhochschule. Davon entfallen 540 auf den Fachbereich Polizei (53 %). Weiterhin ist die Fachhochschule die zentrale Tagungs- und Fortbildungsstätte für den öffentlichen Dienst im Land, zuletzt im Jahr 2024 mit über 11.200 Teilnehmenden. Mit aktuell 213 Beschäftigten ist die Fachhochschule eine große Arbeitgeberin in der Region.

Start der Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin

Ines Jesse: „Die Menschen erwarten verlässliche Mobilität“

Ludwigslust – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, hat heute in Ludwigslust an einer Podiumsdiskussion der Deutschen Bahn zum Start der Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg – Berlin teilgenommen.

Der Bund und die Deutsche Bahn führen auf dem sogenannten Hochleistungskorridor im Zeitraum vom 1. August 2025 bis zum 30. April 2026 umfassende Sanierungsarbeiten an Schienen, Weichen, Bahnhöfen und Stellwerken in M-V und weiteren Bundesländern durch. Die Strecke sowie unter anderem die Zulaufstrecken Schwerin – Hagenow und Schwerin – Ludwigslust werden dafür vollständig gesperrt.

„Deutschland braucht eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur – die Generalsanierung ist ein Schritt auf dem Weg dahin,“ so Ines Jesse. „Deutschlandticket und Deutschlandtakt gehören zusammen – und beides braucht eine leistungsfähige Infrastruktur. Die Verkehrswende gelingt nur mit einem zuverlässigen, modernen Schienennetz. Das erwarten die Menschen vollkommen zu Recht.“

Die Verbindung zwischen Hamburg und Berlin ist eine der wichtigsten Schienenachsen Deutschlands – für den Personen- und den Güterverkehr. „Die Streckensperrung bringt massive Einschnitte für die Wirtschaft und für viele Bürgerinnen und Bürger, auch für die Menschen vor Ort bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht wenige Existenzen von Pendlerinnen und Pendlern hängen von einer stabilen und fristgemäßen Umsetzung der Arbeiten und vom reibungslosen Ablauf des umfassenden Ersatzverkehrsangebots ab“, betont Ines Jesse.

Das Land trägt erheblich dazu bei, die Folgen der neumonatigen Streckensperrung abzufedern und stellt dafür 25 Millionen Euro bereit, um im Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommerns möglichst zuverlässigen Ersatzverkehr zu ermöglichen. Ines Jesse: „Auch wenn es sich um eine Baumaßnahme von Bund und Deutscher Bahn handelt – das Land setzt sich mit aller Kraft dafür ein, die Einschränkungen für unsere Pendlerinnen und Pendler und alle anderen Reisenden abzumildern.“

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren die größte Angebotserweiterung seit der Wiedervereinigung vorgenommen: immer mehr neue Regiobuslinien erschließen das Land, flächendeckender Rufbusverkehr gehört bald überall zum Standard und die Taktung auf der Schiene wird immer weiter verbessert.

Ines Jesse: „Mit unserer Mobilitätsoffensive und der Einführung des Deutschlandtickets nutzen viele Bürgerinnen und Bürger den Schienenpersonennahverkehr deutlich häufiger. Für die Generalsanierung braucht es also eine verlässliche Umsetzung der umfangreichen Ersatzkonzepte sowie bestmögliche Koordination und Organisation, damit der Bauzeitplan eingehalten wird.“

Die DB Fernverkehr hat entschieden, auf der Strecke Hamburg – Schwerin kein und für die Achse Hamburg – Rostock lediglich ein bis zum Dezember befristetes Ersatzangebot bereitzustellen. Die Länder erwarten jedoch weiterhin, dass die DB Fernverkehr für die gesamte Dauer der Generalsanierung ein adäquates Ersatzangebot auf allen betroffenen Fernverkehrsachsen sicherstellt. „Die Menschen und Unternehmen müssen planen können und brauchen deshalb auch im Fernverkehr verlässliche Ersatzangebote“, betonte Ines Jesse.

Frischer Wind für die Demokratie: MV bekommt neue Bürgerräte

Schwerin – Im Rahmen ihrer Sommertour hat Sozial- und Ehrenamtsministerin Stefanie Drese heute den Verein fint e.V. in Rostock besucht. Dieser plant in vier Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns sogenannte Bürgerräte als neue Form des bürgerschaftlichen Engagements und der Partizipation zu erproben. „Neues auszuprobieren, um mehr Menschen in der Politik Gehör zu verschaffen, ist spannend und wichtig für eine lebendige Demokratie“ erklärte Drese und sicherte die Unterstützung des Landes mit einem Fördermittelbescheid in Höhe von rund 32.000 Euro aus dem Bürgerfonds zu.

„Politik, Partizipation und Austausch leben von breiter Beteiligung, gerade vor Ort in unseren Städten und Gemeinden. Bürgerräte machen das möglich – und das gesellschaftsübergreifend. Denn die Mitglieder werden gelost, so dass am Ende Akademikerinnen und Akademiker neben Menschen aus dem Handwerksgewerbe sitzen, Rentnerinnen und Rentner neben jungen Menschen und Einheimische neben Zugewanderten“, erklärte Drese. Die ehrenamtlichen Bürgerräte sollen so den Querschnitt der Bevölkerung repräsentieren und gemeinsam Lösungen für lokale politische Herausforderungen vorschlagen.

„In vielerlei Hinsicht ist die zufällige Zusammensetzung der Bürgerräte ihre größte Stärke. Denn sie bringen ganz unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch, fördern Verständnis und Verantwortung und machen Demokratie erlebbar. Dabei zeigen sie unmittelbar wie sehr das eigene Engagement und der gefundene Kompromiss die Entwicklung vor Ort beeinflusst“, unterstrich die Ministerin. Sie zeigte sich deshalb zuversichtlich, dass eine solche Erfahrung nachhaltig für das Ehrenamt begeistere und die Zivilgesellschaft stärke.

Drese erklärte, dass die Gründung der ersten kommunalen Bürgerräte mit jeweils 20 bis 25 Teilnehmenden noch für dieses Jahr geplant sei. Neubrandenburg, Bützow, Lübz und Altentreptow haben bereits ein grundsätzliches Interesse bekundet. Begleitet wird das Projekt von fint e.V. durch den Fachbereich Politikwissenschaften an der Universität Rostock. Auch die Bosch Stiftung unterstützt das Projekt.

Abitur und Mittlere Reife 2025: Prüfungsergebnisse liegen vor

Oldenburg: Schülerinnen und Schüler zeigen seit Jahren stabile Leistungen

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung hat die vorläufigen Ergebnisse der diesjährigen Abschlussprüfungen zur Allgemeinen Hochschulreife und zur Mittleren Reife vorgestellt. Die Daten basieren auf einer Hochrechnung von mehr als 190 Schulen. „Trotz anhaltender Herausforderungen – wie dem Lehrkräftemangel – zeigt sich ein insgesamt stabiles Bild der Leistungen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg am Donnerstag in Schwerin.

Allgemeine Hochschulreife: 

Rund 4.600 Schülerinnen und Schüler an Gymnasien, Gesamtschulen, Fach- und Abendgymnasien haben in diesem Schuljahr das Abitur bestanden. Der vorläufige landesweite Abiturdurchschnitt liegt nach einer ersten Schnellauswertung bei 2,3. Dieser Wert wurde auch in den Jahren 2024 und 2023 erzielt. Ungefähr 160 Schülerinnen und Schüler erreichten die Bestnote 1,0.

Die schriftlichen Prüfungen in den Kernfächern ergaben folgende Durchschnittspunktzahlen:

  • Deutsch:
    • Grundkurs: 8,5 Punkte (2024: 8,4 / 2023: 8,6) und Leistungskurs: 9,1 Punkte (2024: 8,9 / 2023: 9,3)
  • Englisch:
    • Grundkurs: 8,8 Punkte (2024: 8,8 / 2023: 9,0) und Leistungskurs: 9,5 Punkte (2024: 9,9 / 2023: 10,1)
  • Mathematik: Daten mit CAS (Computeralgebrasystem) und WTR (wissenschaftlichem Taschenrechner)
    • Grundkurs (mit WTR): 7,2 Punkte (2024: 6,6 / 2023: 5,1) und Leistungskurs (mit WTR): 8,1 Punkte (2024: 8,6 / 2023: 7,7)
    • Grundkurs (mit CAS): 6,8 Punkte (2024: 6,6 / 2023: 5,2) und Leistungskurs (mit CAS): 8,2 Punkte (2024: 8,7 / 2023: 7,8)

„Die Möglichkeit der mündlichen Prüfung wurde rege genutzt – insbesondere im Fach Englisch, das über die Hälfte der Schülerinnen und Schüler mündlich absolvierten. Dies deutet auf ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit im sprachlichen Bereich hin“, sagte Oldenburg.

Mittlere Reife: 

Etwa 5.600 Schülerinnen und Schüler haben die Mittlere-Reife-Prüfung abgelegt. Der vorläufige landesweite Durchschnitt liegt laut Schnellauswertung bei 2,5 – und bleibt damit unverändert zu den Vorjahren. Über 100 Schülerinnen und Schüler haben das Prädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“ erreicht.

Die schriftlichen Prüfungen ergaben in den Hauptfächern folgende Durchschnittsnoten:

  • Deutsch: 3,0 (2024: 3,1 / 2023: 3,1)
  • Mathematik: 3,4 (2024: 3,2 / 2023: 3,2)
  • Englisch: 3,0 (2024: 2,9 / 2023: 2,9)

„Unsere Absolventinnen und Absolventen haben in diesem Jahr erneut gezeigt, wie viel Kraft, Disziplin und Engagement in ihnen stecken. Pro Prüfungsfach konnte rund 230 Schülerinnen und Schülern eine schriftliche Prüfung aufgrund ihrer hervorragenden Jahresleistungen erlassen werden. Mein Dank gilt allen Lehrkräften, Eltern und Unterstützenden, die diese Erfolge möglich gemacht haben“, sagte die Ministerin und erklärte weiter: „Es ist unser Ziel, die Schülerinnen und Schüler weiter so zu fördern, damit sie ihr Potenzial bestmöglich entfalten können. Deshalb setzt das Land mit dem kommenden Schuljahr die neuen Stundentafeln, die die Unterrichtsfächer Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache stärkt, verbindlich um.“

10 Jahre Biosphärenreservat Elbe-Gesetz:

Erfolgsmodell für Naturschutz und Regionalentwicklung

Jessenitz – Mit einem Festakt im „Umwelthaus Dreiseitenhof“ des Jessenitzer Aus- und Weiterbildung e. V. wird heute das zehnjährige Bestehen des Landesgesetzes über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt. Umweltminister Dr. Till Backhaus betonte vorab die Vorreiterrolle des UNESCO-Biosphärenreservats für den ländlichen Raum und eine zukunftsfähige Umweltpolitik.

„Mit dem Biosphärenreservat Elbe-Gesetz hat Mecklenburg-Vorpommern einen klaren Rahmen für den Schutz einer einzigartigen Flusslandschaft geschaffen – ökologisch, rechtssicher und gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt.“

Das Gesetz war am 1. Februar 2015 in Kraft getreten und hat die internationale UNESCO-Anerkennung des länderübergreifenden Biosphärenreservats auf eine rechtliche Grundlage gestellt. Das Schutzgebiet umfasst heute rund 46.000 Hektar in 20 Gemeinden mit etwa 22.000 Einwohnern und Einwohnerinnen. Es gliedert sich in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen, die Raum für Naturschutz, nachhaltige Landwirtschaft und umweltverträglichen Tourismus bieten.

Die Kernzone umfasst 1.493 ha (3,2 %) und ist der Natur völlig überlassen – sie darf sich dort ohne menschlichen Eingriff entwickeln. In der 7.922 ha großen Pflegezone (17,2 %) wird die Landschaft durch gezielte Maßnahmen erhalten, um wertvolle Lebensräume zu sichern. Die Entwicklungszone macht mit 36.677 ha (79,6 %) den größten Teil aus. Hier stehen nachhaltige Landnutzung und regionale Entwicklung im Einklang mit dem Naturschutz im Vordergrund.

Beeindruckende Bilanz nach zehn Jahren

In den vergangenen zehn Jahren wurde im Biosphärenreservat viel erreicht:

  • 26 neue Kleingewässer angelegt und 13 saniert, u. a. für den Schutz der Rotbauchunke (12.000 ausgewilderte Tiere)
  • Erhalt und Pflege der Binnendüne Klein Schmölen und Wiederansiedlung der Sand-Silberscharte
  • über 180 Umweltbildungsveranstaltungen mit 26.000 Teilnehmenden
  • 000 Gäste im Infozentrum Festung Dömitz
  • Entwicklung eines neuen Biosphärenreservatsplans im Beteiligungsprozess
  • Aufbau eines breiten Partner-Netzwerks mit aktuell 57 Partnerbetrieben in MV
  • erste Maßnahme zur naturnahen Waldentwicklung auf 2,4 ha an der Schaaleniederung bei Blücher (2023)
  • Teilnahme am bundesweiten Wildbienenmonitoring zur Erforschung und Förderung von Lebensräumen (seit 2022)
  • Eröffnung des interaktiven Vierwald-Erlebnispfades bei Boizenburg (2024)

Regionalentwicklung und Umweltbildung im Fokus

Auch die Regionalentwicklung wurde im Sinne der Biosphärenidee maßgeblich vorangebracht: So wurden beispielsweise elf Gemeinden als Biosphärengemeinden ausgezeichnet, zuletzt Boizenburg/Elbe und Bengerstorf im Jahr 2025. Ein vollständig erneuertes Besucherleitsystem mit 19 Infotafeln und vier Eingangsbereichen macht das Gebiet für Gäste noch besser erlebbar. Zudem unterstreichen jährlich stattfindende Märkte, Projekte wie ‚Wir sind Biosphäre‘ oder die kontinuierlich gewachsene Partnerstruktur mit derzeit 57 engagierten Betrieben die enge Verankerung des Schutzgebietes in der Region.

Besonders im Fokus steht die Bildung: Heute gibt es 3 Biosphärenschulen, 4 Biosphären-Kindergärten und eine aktive Junior-Ranger-Gruppe. 2022 war das Biosphärenreservat Gastgeber für das deutschlandweite Junior-Ranger-Treffen mit 230 Teilnehmenden.

Bereits 2015 erhielt das Biosphärenreservatsamt das NUN-Zertifikat für seine Bildungsarbeit im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Langjährige Projekte wie die ‚Fledermauskinder‘, ‚Bienenkinder‘ oder die ‚Boizebachpaten‘ machen den Naturschutz für Kinder und Jugendliche erlebbar und begleiten sie oft über viele Jahre.

Blick in die Zukunft: Klimawandel, Artenvielfalt, Landnutzung

Auch künftige Herausforderungen wie der Klimawandel, der Erhalt der Artenvielfalt oder die Transformation der Landnutzung werden das Biosphärenreservat prägen: „Reservate wie dieses sind nicht nur Schutzräume, sondern auch Lernorte für nachhaltiges Leben und Wirtschaften. Sie zeigen, dass Klimaschutz, Naturschutz und regionale Entwicklung gemeinsam gelingen können“, so der Minister abschließend.

Fortschritt beim Wolfsmanagement

Schwerin – Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die heutige Mitteilung der Bundesregierung zur Bewertung des Erhaltungszustands des Wolfs in Deutschland als wichtigen Durchbruch für ein sachgerechtes und praktikables Wolfsmanagement.

„Dass der Bund nun eine überarbeitete Methodik zur Bewertung des Erhaltungszustands des Wolfs mit den Ländern abstimmt, ist ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Wir freuen uns, dass unsere Initiative, eine differenzierte und faktenbasierte Bewertung auf den Weg zu bringen, nun bundesweit Wirkung zeigt.“

Mecklenburg-Vorpommern hatte bereits frühzeitig auf die Herausforderungen im Umgang mit dem Wolf hingewiesen und sich in den Gremien auf Bundesebene für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Bewertungsgrundlagen eingesetzt. Besonders begrüßt wird daher, dass die positiven Entwicklungen in der atlantischen Region nun auch offiziell als „günstig“ eingestuft werden und für die kontinentale Region eine aktualisierte Bewertung auf Basis belastbarer, regional differenzierter Daten erfolgen soll.

Für Mecklenburg-Vorpommern, das zur kontinentalen biogeografischen Region gehört, ist die angekündigte Überarbeitung von besonderer Bedeutung. Die heutige bundesweite Einstufung des Wolfs-Erhaltungszustands in dieser Region als „unbekannt“ ist der erste Schritt hin zu einer differenzierten Bewertung. Ziel ist es, noch im Herbst 2025 auf Grundlage aktualisierter Daten eine fachlich belastbare Einschätzung an die EU-Kommission zu übermitteln. Die vorgesehene Möglichkeit zur jährlichen Fortschreibung dieser Bewertung eröffnet auch für die Zukunft realitätsnahe und anpassungsfähige Lösungen.

Gleichzeitig bleibt der Bund in der Pflicht, nun zügig für eine rechtssichere und praktikable Entnahmelösung zu sorgen. Nur wenn klare rechtliche Grundlagen für die Entnahme von Problemwölfen geschaffen werden, kann das Vertrauen der Weidetierhalter in ein funktionierendes Wolfsmanagement gestärkt werden. Die angekündigten Anpassungen im Bundesnaturschutz- und Bundesjagdgesetz müssen nun rasch umgesetzt werden, damit Naturschutz und Weidetierhaltung gleichermaßen verlässlich geschützt werden können.

„Für ein wirksames Wolfsmanagement brauchen wir Klarheit – sowohl im Sinne des Naturschutzes als auch zum Schutz der Weidetierhaltung“, so Minister Backhaus weiter. „Einheitliche Datengrundlagen, rechtssichere Rahmenbedingungen und ein abgestimmtes Vorgehen sind unerlässlich. Mecklenburg-Vorpommern wird sich weiterhin aktiv in die Bund-Länder-Arbeitsgruppe einbringen und die Entwicklung der neuen Bewertungsgrundlagen konstruktiv mitgestalten.“

152 Paar Hände halten die Seefahrt lebendig

Drese besucht Bramschot e.V.

Rostock – Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Jugend- und Ehrenamtsministerin Stefanie Drese heute den Verein Bramschot e.V. in Rostock. Der Verein betreibt den imposanten Dreimast-Bramsegelschoner Santa Barbara Anna zur maritimen Brauchtumspflege, aber auch als Bildungsplattform für junge Erwachsene. „Insgesamt 152 Ehrenamtliche zwischen 23 und 86 Jahren wirken hieran mit. Damit ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für generationenübergreifendes Engagement“, so Drese.

Mehr als 19.000 Arbeitsstunden investieren die Mitglieder gemeinsam jedes Jahr in das Projekt, um das mittlerweile 74 Jahre alte Schiff und die maritime Tradition lebendig zu halten. „Ehemals in der Berufsschifffahrt tätige Seeleute geben ihr Wissen an Besucherinnen und Besucher weiter, junge Erwachsene können bei Projekten wie „School@Sea“ und „Erlebnispädagogik auf See“ selbst mit anpacken und erleben, was Teamwork und Verantwortung auf einem Schiff bedeuten“, erklärte Drese vor Ort.

Zielgruppe sind Schüler und Schülerinnen der 9. bis 11. Klasse, die eine umfangreiche seemännische Ausbildung erhalten, angefangen vom richtigen Knoten binden bis zum Übernehmen von Aufgaben wie dem Segelsetzen oder dem Ausguck. Je Veranstaltung können bis zu 30 Schülerinnen und Schüler samt Lehrkräften an diesen Projekten teilnehmen.

Die Santa Barbara Anna sei damit längst mehr als nur ein bekanntes Wahrzeichen Rostocks, erklärte Drese. „Sie ist dank ihrer Mitglieder viel mehr zu einem schwimmenden Lern- und Begegnungsort geworden, der Menschen zusammenbringt und Erfahrungen ermöglicht, die weit über das Schiff hinaus wirken“, unterstrich die Ministerin.

So werde nicht nur die Tradition gepflegt, sondern auch der gesellschaftliche Zusammenhalt. „Und das mit ganz viel Herzblut, Fachwissen und Teamgeist“, attestierte Drese nach ihrem Besuch.