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Kategorie: Kunst und Kultur

MV-Schutzfonds Kultur

Zweite Runde für Überbrückungsstipendium – Martin: Wir unterstützen in diesen schweren Zeiten die künstlerische Kreativität

Schwerin – Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende in Mecklenburg-Vorpommern können in der Corona-Pandemie eine weitere finanzielle Unterstützung erhalten. Die Landesregierung legt das Überbrückungsstipendium im Jahr 2021 neu auf. Soloselbständige im Kulturbereich können ein erstmaliges oder ein zweites Stipendium in Höhe von 2.000 Euro beantragen. Das Überbrückungsstipendium wird über den MV-Schutzfonds Kultur finanziert, der im Jahr 2021 weitergeführt wird.

„Mit dem Überbrückungsstipendium wollen wir Soloselbstständige zusätzlich unterstützen“, betonte Kulturministerin Bettina Martin. „Für Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende ist es eine schwere Zeit, weil ihnen Räume und Gelegenheiten fehlen, um sich kreativ zu entfalten und sich zu präsentieren. Mit dem Stipendium ermöglichen wir, dass sie Ideen und Konzepte entwickeln, trainieren, proben und üben können bis Engagements, Präsentationen vor Publikum und Veranstaltungen wieder möglich sind. Wir unterstützen gerade auch in diesen schweren Zeiten die künstlerische Kreativität im Land“, betonte Martin.

Das Überbrückungsstipendium kann neben den November- und Dezember-Hilfen des Bundes oder NEUSTART KULTUR gezahlt werden und wird nicht auf diese Programme angerechnet. Das gilt, soweit es nicht denselben Zweck zum Gegenstand hat (keine Doppelförderung). Eine Förderung ist auch möglich, wenn Soloselbstständige bereits das Überbrückungsstipendium für das Jahr 2020 in Anspruch genommen haben. Zu den Anspruchsberechtigten zählen freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler in Mecklenburg-Vorpommern.

„Mit der Neuauflage des Überbrückungsstipendiums zeigt die Landesregierung, wie wichtig ihr das Kulturleben in Mecklenburg-Vorpommern ist“, sagte die Kulturministerin. „Das Stipendium ist eine wichtige zusätzliche Hilfe und dient dem Erhalt und der Pflege unserer Kulturszene und der künstlerischen Produktivität. Gerade freischaffende Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende sind von den Corona-bedingten Einschränkungen besonders hart betroffen. Seit vielen Monaten schon ist ein großer Teil von ihnen in der Ausübung ihrer Kunst erheblich eingeschränkt, was für sie eine existenzbedrohende Situation ist. Mit der Neuauflage des Stipendiums verbinde ich die Hoffnung, dass viele freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler einen Antrag stellen und diese Unterstützung in Anspruch nehmen“, so Martin.

Die Fördergrundsätze finden Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende auf der Internetseite des Landesförderinstitutes (LFI M-V). Dort stehen auch die Antragsformulare zum Download bereit. Ein Antrag für das neue Überbrückungsstipendium muss bis spätestens 31. März 2021 (Posteingang beim LFI M-V) gestellt werden.

Land sichert Festspiele M-V ab

Schwerin – Das Land hat für das Jahr 2021 eine Corona-Hilfe von bis zu 1,5 Millionen Euro für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern im MV-Schutzfonds reserviert, um ein mögliches finanzielles Defizit der gGmbH auszugleichen und den Bestand zu sichern. Welche Mittel die Festspiele MV vom Land tatsächlich benötigen, hängt davon ab, in welcher Höhe bei den Festspielen ein Defizit entsteht. Deshalb kann die Höhe der Unterstützung auch erst in Zukunft konkret benannt werden.

„Die Festspiele sind ein kulturelles Juwel des Landes, ihre Konzerte aus dem Kulturleben in Mecklenburg-Vorpommern nicht wegzudenken“, erklärte Kulturministerin Bettina Martin. „Die Festspiele sind wie viele andere Kulturanbieter von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen, weil ihre Veranstaltungen, mit denen sie viele Menschen begeistern, momentan nicht möglich sind. Mit der in Aussicht gestellten Corona-Hilfe wollen wir den Festspielen eine finanzielle Sicherheit geben, damit sie gut über diese schwere Zeit kommen und wir wieder hochkarätige Konzerte erleben können, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt.“

„Die Pandemie setzt nicht nur der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt zu“, so Finanzminister Reinhard Meyer, „auch die Kultur leidet unter dem Virus. Kein Kino, kein Theater, kein Konzert – umso wichtiger sind jetzt Perspektiven. Die Corona-Hilfe für die Festspiele ist eine solche Perspektive für den Tag, an dem wir wieder gemeinsam mit Freunden Kultur genießen können.“

„Nachdem wir das so herausfordernde Corona-Jahr 2020 mithilfe unseres privaten Eine-Million-Euro-Rettungsschirms aus Spenden und Sponsorengeldern sowie der üblichen öffentlichen Förderung überstanden haben, freut es uns, dass wir mit der finanziellen Rückendeckung des Landes in das für die Kultur nach wie vor ungewisse neue Jahr gehen können“, sagte Festspielintendantin Ursula Haselböck. „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden die Kulturszene und somit auch die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern weiterhin begleiten. Durch die Unterstützung des Landes wird in 2021 gesichert, wofür die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit über 30 Jahren stehen: Musik und Kultur auf höchstem Niveau zu den Menschen im ganzen Land zu bringen.“

Im Jubiläumsjahr des 30-jährigen Bestehens mussten die Festspiele wegen der Corona-Pandemie im März den Festspielfrühling Rügen absagen und ihren Festspielsommer neu planen. Unter den Titeln „30 – mal anders“ und „Septemberkonzerte – neu aufgelegt“ fanden 64 pandemiegerecht geplante Konzerte statt. Gleichzeitig wurde im Rahmen des #netzspielsommers am 13. und 14. Juni ein Onlinestream mit digitalen Konzerten, Porträts und Videogrüßen auf den Internetseiten der Festspiele und des Norddeutschen Rundfunks gezeigt. Viele der im Sommer abgesagten Veranstaltungen sollten zudem im neu aus der Taufe gehobenen Festspielwinter nachgeholt werden. Auch diese Konzerte konnten Corona-bedingt nicht durchgeführt werden.

Im Jahr 2020 verzeichnete das Klassikfestival aufgrund der pandemiebedingten Kapazitätsbeschränkungen insgesamt rund 6.500 Besucherinnen und Besucher. Im Jahr 2019 waren es etwa 94.000 Besucherinnen und Besucher. „Wir hoffen, dass 2021 wieder ein besseres Jahr für die Festspiele wird und sie an ihre Erfolge anknüpfen können“, betonten Kulturministerin Martin und Finanzminister Meyer.

Historisches Feldsteinpflaster

Kleine Sensation: Historisches Feldsteinpflaster an der Altan-Mauer am Schloss Güstrow gefunden

Güstrow – Im Zuge der Sanierung von Schloss Güstrow ist bei Erdarbeiten eine bislang unbekannte Pflasterung entdeckt worden. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte der Fund auf die Zeit kurz nach dem dreißigjährigen Krieg zurückgehen.

Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamtes Schwerin (SBL Schwerin) saniert derzeit den Altan und die historischen Mauern am Schloss Güstrow. Dabei wurden – unter archäologischer Begleitung – südlich des Torhauses Erdarbeiten durchgeführt und auf etwa 3,5 Meter unter dem Straßenniveau eine bislang unbekannte Pflasterung gefunden. Die Pflasterung erstreckt sich weiter nach Osten offenbar bis zur Mauer und könnte mit dieser einen baulichen Zusammenhang bilden. Die freigelegte Fläche ist sorgfältig mit kleinen Feldsteinen gepflastert, die seitlichen Abwasserrinnen sind auf großen Steinen angelegt.

Erste bauhistorische Erkenntnisse des zuständigen Bauforschers deuten darauf hin, dass der Mauerabschnitt und somit auch die Pflasterung spätestens zusammen mit dem Torhaus entstanden und somit zeitlich der Epoche der Renaissance zuzuordnen sind.

Aus Sicht der Landesdenkmalpflege handelt es sich um einen herausragenden bauhistorischen Befund, der in besonderem Maße dem Verständnis der Residenzgeschichte Güstrows dient. Die aufgefundenen Strukturen weisen auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, von dem baulich vergleichsweise wenige Zeugnisse erhalten sind. Dabei ist diese Epoche für die Herausbildung der gesellschaftlichen Verhältnisse über lange Zeit und das Verständnis der landesherrlichen Residenzen in Mecklenburg von zentraler Bedeutung.

Finanzminister Reinhard Meyer: „Das ist schon eine kleine Sensation. Wir werden jetzt dafür sorgen, dass die baulichen Strukturen möglichst unversehrt erhalten bleiben und wissenschaftlich dokumentiert werden. Mir ist aber auch wichtig, dass wir diese Spuren der Geschichte öffentlich erlebbar machen. Hierfür habe ich den SBL Schwerin gebeten, ein baufachliches Konzept zum Umgang mit dem bedeutenden Fund zu erarbeiten.“

Nachwuchskunstpreis 2020 vergeben

Martin: Künstlerinnen und Künstler bei der beruflichen Entwicklung unterstützen

Schwerin – Die Neubrandenburger Künstlerin Rico. hat den Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Der Preis wird über das Programm zur Nachwuchskünstlerförderung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur finanziert.

„Rico. ist Malerin, Fotografin und Objektkünstlerin. Sie arbeitet mit verschiedenen Materialien und ortsbezogen. Ihre Langzeitbelichtungen nehmen eine besondere Bedeutung in ihrem künstlerischen Werk ein. Rico. zeichnet mit der Kamera, spielt mit Struktur und Schein. Ich gratuliere ihr herzlich zur Auszeichnung“, sagte Kulturministerin Bettina Martin, die auch Schirmherrin für den Nachwuchskunstpreis ist.

Der Nachwuchskunstpreis setzt sich aus einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, einer Katalogförderung für eine Publikation im Wert von 3.000 Euro, einem Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Plüschow und einer Ausstellung gemeinsam mit den anderen Nominierten zusammen.

„Der Nachwuchskunstpreis hat eine große Bedeutung für das Land. Er ist uns ein wichtiges Anliegen, weil wir im Rahmen der Nachwuchsförderung junge begabte Künstlerinnen und Künstler bei der beruflichen Entwicklung unterstützen und ihnen eine größere Öffentlichkeit ermöglichen können“, erklärte Martin.

Der Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst existiert seit 2016 und wird alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträgerinnen waren Ramona Seyfarth (2016) und Pauline Stopp (2018). „Der Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern konnte sich in den vergangenen sechs Jahren gut etablieren und dient dazu, den künstlerischen Nachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern zu fördern. Für junge Künstlerinnen und Künstler, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, ist finanzielle Förderung sowie zusätzliche öffentliche Anerkennung, die ein Kunstpreis nach sich zieht, von einer besonderen Bedeutung und hilft ihnen, ihr künstlerisches Schaffen auch über die Landesgrenzen hinaus, bekannter zu machen“, sagte die Leiterin des Künstlerhauses Schloss Plüschow, Miro Zahra.

Im Jahr 2021 ist zudem eine Ausstellung mit der Preisträgerin und den fünf nominierten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern im Schloss Plüschow geplant. Zu den Nominierten zählen Rabea Dransfeld, Lars Heidemann, Charlet Gehrmann, Shirin Goldstein, Maria Konschake. „Wegen der Corona-Pandemie fehlen auch jungen Künstlerinnen und Künstlern die Räume, in denen sie ihre Kunst präsentieren und andere Menschen begeistern können. Ich drücke daher von ganzem Herzen die Daumen, dass diese Ausstellung im kommenden Jahr möglich sein wird“, sagte die Kulturministerin.

Die Auswahl der Nominierten und der Preisträgerin bzw. des Preisträgers trifft eine Fachjury. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertreter des Verbandes der Kunstmuseen, Galerien und Kunstvereine in Mecklenburg-Vorpommern e. V., des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie weiteren Fachleuten.

MV Filmförderung

Schwerin – Am 14.12.2020 trat das Gremium der MV Filmförderung GmbH zu seiner ersten Sitzung zusammen, um über die Vergabe von Filmfördermitteln in Höhe von 1,225 Mio. Euro zu entscheiden. Dazu lagen 29 Anträge vor.

 „Die im Oktober gegründete landeseigene MV Filmförderung GmbH hat ihre Arbeit trotz der schwierigen Umstände unter Corona-Bedingungen aufgenommen“, erklärte der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Staatssekretär Dr. Heiko Geue. „Wir freuen uns, dass somit noch 2020 eine erste Förderrunde stattfinden konnte, um die schnelle und notwendige Unterstützung der Filmschaffenden zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, Mecklenburg-Vorpommern als Standort dieser wichtigen Zukunftsbranche nicht nur zu erhalten, sondern nachhaltig weiter zu entwickeln.“

Das Vergabegremium entschied sich in der Kategorie Produktionsförderung für vier Dokumentar- und vier Spielfilmprojekte, davon zwei Nachwuchsfilme.

Zur Auswahl gehören u.a. die Verfilmung des Kinderbuchklassikers ALFONS ZITTERBACKES CHAOTISCHE KLASSENFAHRT, der auf Rügen gedreht wird und die internationale Produktion LAST SONG FOR STELLA, die u.a. in Schwerin entstehen soll.

Nachwuchstalent Laura Laabs realisiert ihre historische Produktion ROTE STERNE ÜBERM FELD in Bad Kleinen und der junge Rostocker Max Gleschinski erhält eine Förderung für seinen zweiten Spielfilm BAHRI, der in seiner Heimatstadt spielt.

Mit seinem neuen Projekt DANN GEHSTE EBEN NACH PARCHIM widmet sich Dokumentarfilmer Dieter Schumann einem kleinen Provinztheater. Die CLIP Film- und Fernsehproduktion aus Stralsund erhält Förderung für ein Portrait über den Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel.

Für die Stoffentwicklung wurden zwei Serien, sowie jeweils ein Spielfilm und ein Dokumentarfilm ausgewählt. Im Serienprojekt ALOHA ROSTOCK wird es um die Surfer-Szene von Warnemünde gehen. Der Dokumentarfilm NEULAND über Loitz wird bei der Projektentwicklung unterstützt.

Die kulturwirtschaftlich ausgerichtete Förderinstitution vergibt ihre Mittel in der Regel als erfolgsbedingt rückzahlbare Darlehen an hochwertige Kino- und TV-Produktionen. Kleinere Projekte und Stoff- oder Projektentwicklungen erhalten Zuschüsse. Großer Wert wird auf die Einhaltung eines Regionaleffektes in Höhe von 100 % (Fördermittel aus MV müssen im Bundesland MV ausgegeben werden) sowie auf Gendergerechtigkeit, nachhaltige Themen und Talentförderung gelegt.

Die Auswahl der besten Projekte fand unter Leitung des Gründungsgeschäftsführers der MV Filmförderung GmbH Prof. Olaf Jacobs statt.

Deutsches Meeresmuseum

Stralsund – Die fortdauernde COVID-19-Pandemie und ihre Folgen trifft auch viele kulturelle Einrichtungen in unserem Land hart. Um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern und den wirtschaftlichen Schaden abzufedern, unternehmen Bund und Land alle Anstrengungen.

Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum kann von dem NEUSTART KULTUR – Programm des Bundes und dem Hilfsprogramm des Landes „M-V-Schutzfonds Kultur“ profitieren, wenn sich die Stadt Stralsund als weiterer Träger der Stiftung ebenfalls finanziell beteiligt. Dabei unterstützt nun das Innenministerium die Hansestadt mit einer Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 720.000 Euro.

Innenminister Torsten Renz: „Der coronabedingte Stillstand des gesellschaftlichen Lebens trifft auch viele Einrichtungen besonders hart und für eine lange Zeit. Alle Häuser der Stiftung wie Ozeaneum, Meeresmuseum, Nautineum und Natureum sind geschlossen. Die Grundversorgung der Tiere und ein Notbetrieb müssen aber dennoch gesichert sein. Mit der Förderung helfen wird der Stadt bei der Finanzierung ihres Eigenanteils.“

Hollywood-Sound kommt nach Rostock

Musikwissenschaftliches Editionsvorhaben „Korngold Werkausgabe“

Rostock – Der aus Wien stammende Komponist Erich Wolfgang Korngold (1897–1957) komponierte für die Oper, für das Theater, für das Konzerthaus und für den Film. Als jüdischer Komponist musste er vor den Nationalsozialisten fliehen, zog nach Amerika und etablierte den berühmten „Hollywoodsound“, auf den sich zahlreiche Filmmusikkomponisten bis heute beziehen.

Gemeinsam mit der Humboldt-Universität Berlin und der Goethe-Universität Frankfurt am Main wird die Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt Rostock) ab 2021 das musikalische Schaffen des Komponisten Erich Wolfgang Korngold erforschen und in drei Arbeitsstellen eine Werkausgabe edieren. Das interakademische Vorhaben (2021 – 2045) der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz ist eines von nur drei Neuvorhaben im Bundesgebiet, welches sich durchsetzen konnte. Die Antragsteller sind Prof. Dr. Friederike Wißmann (hmt Rostock) und Prof. Dr. Arne Stollberg (Humboldt Universität Berlin).

„Dass der Komponist Erich Wolfgang Korngold nun eine Werkausgabe erhält, ist eine Chance in vielerlei Hinsicht: Es wird die Vorurteile gegenüber der Filmmusik weiter abbauen, das Bild einer pluralen Moderne bereichern, und es bringt Wissenschaft und musikalische Praxis näher zusammen“, sagt Friederike Wißmann.

Der Rektor der hmt Rostock, Prof. Dr. Reinhard Schäfertöns, betont: „Aus Sicht der Hochschule für Musik und Theater Rostock begrüße ich es natürlich ganz außerordentlich, dass die Korngold-Gesamtausgabe unter anderem hier bei uns angesiedelt ist. Kaum ein anderes wissenschaftliches Format vermag so augenfällig den Brückenschlag zur künstlerischen Praxis zu leisten wie eine solche Edition. Und: Dass Erich Wolfgang Korngold zu den allerbesten Komponisten überhaupt gehört, wird dann kein exklusives Insider-Wissen mehr sein. Ihren Beitrag dazu leistet die hmt Rostock ausgesprochen gern.“

„Die Ansiedlung dieses international bedeutsamen Vorhabens in Rostock ist ein großer Erfolg für die Rostocker Hochschule. Die hmt hat eine große Strahlkraft weit über die Grenzen des Landes hinaus. Die Korngold-Werkausgabe wird weiter zu dem hervorragenden internationalen Ruf der hmt beitragen. Darüber freue ich mich außerordentlich, gratuliere der hmt herzlich und wünsche viel Erfolg bei diesem ambitionierten Vorhaben“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin.

Korngolds Œuvre besticht zunächst einmal sein eindrucksvolles handwerkliches Können. Die Werke, ihre Rezeption und die Biographie des Komponisten lassen zudem die zentralen musikhistorischen Entwicklungen der Moderne wie unter einem Brennglas sichtbar werden. Korngold zählt zu den interessantesten Komponisten der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Als Zeitgenosse in Wien zunächst gefeiert, wurde er als sogenannter Filmmusikkomponist an den Rand geschoben. Der jüdische Künstler wäre nach dem Aufführungsverbot 1933 und der Emigration in die USA 1938 beinahe dem Vergessen anheimgefallen.

Auch durch sein Festhalten an der Tonalität geriet er bald in die Rolle einer Gegenfigur zur musikalischen Avantgarde. Der ästhetischen Kontroverse folgte der biographische Bruch. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde Korngold in die Emigration gezwungen. Schon seit 1934 hatte er zeitweise in Hollywood für den Film gearbeitet und geprägt, was heute als typischer »Hollywood-Sound« gilt. Paradoxerweise war es ausgerechnet seine bahnbrechende Arbeit für den Film, die Korngold nach dem Zweiten Weltkrieg zum Schaden gereichte. Sein Versuch, sich in Europa wieder mit Werken für die Opernbühne und den Konzertsaal zu etablieren, scheiterte just an der Stigmatisierung als Filmmusikkomponist. Erst in den letzten Jahren erfuhr Korngold auf den Opern- und Konzertbühnen eine Renaissance, die nun auch in der Wissenschaft einen Widerhall erfährt.

Staatstheater wird Landestheater

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist alleiniger Gesellschafter des Mecklenburgischen Staatstheaters. Ein entsprechender Vertrag wurde rückwirkend zum 1. Januar 2020 zwischen dem Land und den bisherigen Gesellschaftern, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, der Stadt Parchim und der Landeshauptstadt Schwerin geschlossen. Zuvor hatten das Land 74,9 Prozent der Anteile, der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Landeshauptstadt Schwerin jeweils 10 Prozent und die Stadt Parchim 5,1 Prozent der Anteile gehalten.

Mit dem Kauf der Anteile für 100.400 Euro durch das Land wird das Angebot des Landes an die kommunalen Gesellschafter im Theaterpakt, die Geschäftsanteile der kommunalen Gesellschafter an der „Mecklenburgisches Staatstheater GmbH“ zu erwerben, vollzogen.

„Das Land ist stolz, Gesellschafter eines so traditionsreichen Hauses zu sein. Das Mecklenburgische Staatstheater leistet sehr gute Arbeit und begeistert sein Publikum immer wieder aufs Neue. Es ist ein Aushängeschild für Schwerin und ganz Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Schwerin. „Mit der Übernahme der Anteile durch das Land ist einer der wichtigsten Punkte des Theaterpaktes umgesetzt. Das ist eine gute Lösung für alle Beteiligten. Gleichzeitig sichert dieser Theaterpakt alle regionalen Theater im Land.“

Da der Kauf mit Wirkung zum 1. Januar 2020 vollzogen wird, erstattet das Land den Kommunen die bereits für das Jahr 2020 gezahlten Zuschüsse an das Theater in Höhe von rund 4,87 Mio. Euro zurück und übernimmt die künftigen Zuschüsse zu 100 Prozent.

Bei der Gesellschaft „Mecklenburgisches Staatstheater GmbH“ wird künftig ein Beirat eingerichtet, der aus vier Mitgliedern bestehen wird, je eine Vertreterin oder ein Vertreter des Landes, der Stadt Parchim, des Landkreises Ludwigslust-Parchim sowie der Landeshauptstadt Schwerin. Die Aufgabe der Beiratsmitglieder wird sein, der Gesellschaft kulturelle Bedürfnisse und den Bedarf der Einwohnerinnen und Einwohner der Kommunen mitzuteilen und daraus ableitend Impulse und Vorschläge für die künstlerische Planung der Gesellschaft zu empfehlen und zu initiieren. Die Arbeit der Beiratsmitglieder wird ehrenamtlich sein.