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Kategorie: Kunst und Kultur

24. Rügener Kabarett-Regatta 2020 startet

Der Publikumsliebling des Vorjahres eröffnet die neue Kabarett-Regatta.

Wenn es ein Anfang vom Ende gibt, dann muss es auch ein Ende vom Anfang geben. Aber was fängt dann an? Und wann endet es? Lange Zeit hat er alles geschluckt. Jetzt will er sein Schweigen brechen. Aber, nicht jeder, der in sich geht, findet hinterher wieder hinaus. Dennoch, die Erkenntnis des Pförtners im Bundeskanzleramt lautet: Politiker sind nicht an der Macht, sie sind nur an den Regierungen. Und das Wort „Regierungen“ kann man nicht übersetzen, denn Regierungen muss man überstehen. Schließlich ist es dem Pförtner im Kanzleramt egal, wer unter ihm Kanzler ist. Als langgedienter Türsteher, als assistent manager of people controlling, hat er alle und alles überlebt.

Eins hat sich verändert. Früher hat man ihm gesagt, was er machen soll und heute soll er machen, was ihm gesagt wird. Früher hielten sich Könige aus dem Volk Narren und heute halten die Regierenden das Volk zum Narren. Doch am Ende war es stets dasselbe: Wenn Regenten die Hosen runterlassen, dann zeigen sie ihr wahres Gesicht. Doch wer guckt denn da noch hin? Unwissenheit und Interessenlosigkeit sind die Tugenden aller Mitläufer. Natürlich hat auch der Mitläufer ein Ziel vor den Augen. Und zwar das Brett vor seinem Kopf. Bei manchem ist das Brett allerdings schon so morsch, dass ein Holzwurm darin verhungern muss. Das Brett vor dem Kopf ist die Tragfläche für geistige Höhenflüge. Doch wer immer über den Dingen schwebt, muss sich nicht wundern, wenn er kein Bein mehr auf den Boden kriegt.

Kabarettist Lothar Bölck, bekannt als Pörtner aus dem „Kanzleramt Pforte D“, der gleichnamigen Polit-Satire des MDR Fernsehens, begibt sich mit seinem vorläufig letztem Soloprogramm auf Abschiedstournee. Seine Bühnen- und Fernsehfigur, den Pförtner, schickt er in den Unruhestand. Sein “weisen sie sich bitte aus“ nimmt er für sich wörtlich. Doch ein letztes Mal noch wird er die Besucher satirisch durch sein Kanzleramt führen und sie über Macht und Ohnmacht der Politik zum Lachen bringen, wo es manchmal eher zum Heulen ist. Noch einmal will er der Politik den Marsch blasen. Und zwar Pfortissimo. Sein Motto: Wenn wir die gesellschaftlichen Strukturen nicht verändern, werden sich die gesellschaftlichen Veränderungen strukturieren.

Kommen, sehen und hören sie Bölck´s Rest of Pförtner oder was er noch einmal sagen wollte!

Ein Halleluja auf das Protzen –für alle, die noch immer klotzen.

Haben Sie auch so viele Talente, die Sie der Welt zeigen könnten, wenn die Welt dann mal endlich zu Ihnen hingucken würde? Eigentlich weiß es jeder von uns längst: Jetzt bin ich dran! Für Bescheidenheit und Zurückhaltung ist in Zeiten der Selbstinszenierung keine Zeit mehr. Es wird immer wichtiger wichtig zu sein, sonst kommt man unter die Räder.

Überall locken Supermodels, Supertalents, Superfood, Superserien, Supereinschaltquoten, Superschnäppchen, Super Bowl, Supervisoren, Superklima und Supersex. Alle sind super fit, super talentiert, super schön, super jung, super geil, super laut… zumindest auf ihren Selfies.

Nur die Normalos sind weg – aus unserem Viertel, unserer WhatsApp Gruppe und auf Instagram. Jeder längst für sich ein Unikat und in seiner Welt berühmt. Aber wer ist noch übrig, um uns zu bewundern? Und vor allem wofür?

In einer Zeit, in der Markttauglichkeits-Hochbegabung die Königsdisziplin ist und „Wer hat das gesagt?“ wichtiger ist als „Worum geht es eigentlich?“, liefert Anka Zink mit: „Das Ende der Bescheidenheit“ eine brand-aktuelle und pupen-neue Aufklärungs-Offensive.

Sie haut mit tadellosen Provokationen kräftig auf den Putz, ehe wir unsere Lieblings-Influencer als „Alltagsbegleiter“ bei unserer Pflegekasse anmelden müssen, ehe uns die Digitalisierung restlos in die Überflüssigkeit entlässt und die Bescheidenen unter uns nervös werden, weil niemand mehr Bescheid weiß.

Anka Zink hat mit ihrer Wichtig-Tuer-Entlarv-Liste und dem ultimativen Narzissten-Selbsttest zwei moderne Apps zur Rettung des gesunden Menschenverstandes erfunden. Ein Programm mit praktischen Beispielen und tollen Übungen für alle Bescheidenen, die Unbescheidenheit verdient haben!
Das wird ein höllischer Spaß für alle, die böses Kabarett mögen, Vorurteile lieben und Ungerechtigkeit hassen.

Toll, dass Sie dabei sind!

Hinweis

Der Kartenverkauf für die Rügener Kabarett-Regatta 2020 erfolgt langfristig nur im „Corona-Sitzplan“ mit reduzierter Kapazität und ausreichend Abstand zum Nachbarn.

Die Freigabe im Ticketshop erfolgt, sobald die notwendigen Genehmigungen erteilt sind. Es werden im Internet-Ticketshop immer zwei zusammenhängende Plätze angeboten. Einzelplätze oder wenn mehr als zwei zusammenhängende Plätze benötigt werden, können diese nur im Theater gebucht werden.

Der Vorstand des Fördervereins hat beschlossen, die Kabarett-Veranstaltungen auch bei reduzierter Platzkapazität durchzuführen und den eventuellen Verlust zu tragen. Bei zu erwartender Lockerung der Auflagen werden dann auch die Plätze dazwischen verkauft.

Wasserschloss Quilow eröffnet

Groß Polzin – Die Sanierung des Wasserschlosses Quilow, einer der wenigen erhaltenen Renaissance-Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern, ist weitgehend abgeschlossen. Der Förderverein Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern e.V. verwandelte das brachliegende Gebäude in ein Juwel am Naturpark Flusslandschaft Peenetal mit touristischer Basisstation und Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen.

Nach drei Jahren Restaurierung ist heute das Wasserschloss Quilow in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Harry Glawe, dem Vorsitzenden der Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern Tilo Braune, LGE-Geschäftsführer Robert Erdmann und vielen Förderern und Freunden feierlich eröffnet worden.

„Dank der umfangreichen Unterstützung vieler Engagierter ist es gelungen, das geschichtsträchtige Kulturerbe in Quilow zu erhalten. Das Wasserschloss Quilow ist eines der Schlösser unseres Landes, das öffentlich zugänglich ist und als Ganzes zu sehen sein wird. So entsteht für die Region ein attraktiver Anlaufpunkt für Tourismus und Kultur“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe während der Feierstunde.

„Ich freue mich sehr, jetzt mit allen Gästen an diesem Ort zu stehen und zu sehen, wie sich das Schloss mit Leben füllt“, bekennt Uwe-Moritz Eichler, Vorsitzender des Fördervereins Stiftung Kulturerbe, der sich gemeinsam mit Dirk Lagall seit vielen Jahren mit großem Engagement der Wiederbelebung des Anwesens widmet.

Nach ihren Ideen wird das Schloss als eine kulturelle und touristische Basisstation zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Einheimische, Urlauber, Tagesgäste und touristische Dienstleister in der Peenetal-Region. Mit Kunst, Kultur, Workshops, Lesungen, Ausstellungen und vielem mehr möchten die Betreiber den fast verlorenen geglaubten Mauern wieder Leben einhauchen und damit nicht nur für Gäste, sondern auch für die Bewohner der Gemeinde Groß Polzin und der umliegenden Gemeinden einen einladenden Ort bieten.

Für Besucher geöffnet ist bereits das Ausflugslokal, jeden Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, freitags und samstags von 14 bis 22 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr. Die Touristeninformation und eine Ausstellung zu 450 Jahre Gutswirtschaft in Quilow, welche Einblicke in die Dienstpflichten der Gutswirtschaft gibt, soll im Herbst eröffnet werden. „Wir haben nie den Anspruch fertig zu sein“, so Dirk Lagall, „vielmehr möchten wir das Haus ständig weiter entwickeln und neue Ideen mit Nachbarn, Laien oder bekannten Künstlern erarbeiten. Gastfreundschaft wird bei uns groß geschrieben.“

Das 1575 errichtete Wasserschloss Quilow befindet sich seit 2007 im Besitz der Stiftung Kulturerbe im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommern. Der Förderverein der Stiftung Kulturerbe begann 2012 mit der Konzeption und den Planungen, um das vom Verfall bedrohte Schloss im Sinne der „gläsernen Denkmalpflege“ für die Nachwelt zu erhalten und für die Gegenwart zu öffnen. „Wir haben den gesamten Prozess unterstützt, weil wir von dem Nutzungskonzept, das kulturelles Erbe bewahrt und in der Gegenwart neu erlebbar macht, wie auch von dem Engagement des Fördervereins überzeugt waren“, erzählt Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE-Mecklenburg-Vorpommern GmbH. Die LGE übernahm das Fördermittel- und Finanzierungsmanagement, die Vergabeverfahren und die Projektsteuerung. Im Jahr 2017 begannen die Bauarbeiten.

Während der rund 4,9 Millionen Euro teuren Sanierung wurde das über 440 Jahre alte Schloss zu einem öffentlich zugänglichen, multifunktionalen Haus umgerüstet. Dies erforderte eine barrierefreie Erschließung über den Haupteingang, eine Modernisierung des gesamten Innenbereiches und der Außenhülle. Die künftige Touristeninformation und ein Café mit Küche und Sanitäranlagen befinden sich nun im Erdgeschoss.

Die beiden oberen Etagen wurden zu Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen mit Sanitäranlagen hergerichtet. Instandgesetzt wurden auch der Festsaal unter dem Dach, der Flur mit den historischen Wandmalereien und der historische Treppenturm. An der Fassade gab es umfangreiche Ausbesserungsmaßnahmen, die Putze aus verschiedenen Jahrhunderten wurde erhalten und gesichert. Schließlich sind auch Fenster, Türen, Dach und die alten Dielenfußböden im Bestand gesichert und da, wo es möglich war, aufgearbeitet worden. Eine besondere Herausforderung: die Behebung der substanziellen statischen Schädigung sowie der Um- und Rückbau der vorhandenen Stahlkonstruktion. Noch in Arbeit ist die Sanierung der Oberflächen der Innenwände im Obergeschoss, die abhängig von Förderungen in den nächsten Jahren sukzessive fertiggestellt werden sollen.

„Die historische Bausubstanz zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen, gelingt in Quilow in beispielgebender Weise. Das Wasserschloss als Begegnungsstätte von Historie, Kultur und Gastronomie zu entwickeln, stärkt die Region touristisch und wirtschaftlich“, sagte Glawe.

Für die Restaurierung werden vom Wirtschaftsministerium Mittel in Höhe rund 3,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. Den Eigenanteil von ca. 490.000 Euro konnte der Förderverein Stiftung Kulturerbe mithilfe mehrerer weiterer Fördermittelgeber und Freunde aufbringen, darunter die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Sparkassen-Stiftung Vorpommern-Greifswald, der Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den Neuen Ländern e.V, der Bundesverband für Feuchte & Altbausanierung sowie zahlreiche private Spender.

M-V unterstützt Film- und Medienprojekte

Schwerin – In der gestern in der Staatskanzlei durchgeführten Jurysitzung wurden Filmfördermittel in Höhe von 488.000 € vergeben. Von 48 eingereichten Anträgen wurden 26 Projekte vom unabhängigen Expertenteam unter Leitung der Direktorin des Instituts für Medienforschung an der Universität Rostock Prof. Dr. Elizabeth Prommer ausgewählt.

Förderung erhalten insbesondere Dokumentarfilme mit neuen Perspektiven auf Mecklenburg-Vorpommern und Spielfilmstoffe, die außergewöhnliche Geschichten erzählen und den Weg ins Kino schaffen können. Mit dabei sind Projekte, die auch international für Aufmerksamkeit sorgen werden, wie die Liebesgeschichte zwischen Kafka und Dora Diamant mit dem Titel DIE HERRLICHKEIT DES LEBENS, oder der Spielfilm CRUX über den Suizid vieler Frauen in Demmin nach Kriegsende. Auch das Nachwuchstalent Max Gleschinski wird ein neues Projekt mit dem Titel WILDE TIERE entwickeln, das in der polnischen Grenzregion spielt.

„Die Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern nimmt an Fahrt auf“, erklärte der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Staatssekretär Dr. Heiko Geue, vor Beginn der Sitzung. „In der vergangenen Woche hat der Landtag den Weg für die Gründung der MV Filmförderung GmbH freigemacht. Darüber freuen wir uns sehr. Die Gesellschaft wird voraussichtlich am 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen“, erläuterte Geue.

„Unser Ziel ist es, Mecklenburg-Vorpommern als Filmstandort stärker zu profilieren“, sagte Geue. „Deshalb haben wir die Filmförderung deutlich angehoben. In diesem Jahr stehen insgesamt 3 Millionen Euro, im kommenden Jahr 3,5 Millionen Euro zur Verfügung“, so Geue.

Geue kündigte am Rande der Sitzung an, dass Professor Olaf Jacobs Gründungsgeschäftsführer der neuen Filmfördergesellschaft werden soll. Der 1972 in Leipzig geborene Jacobs ist Autor, Produzent und Regisseur zahlreicher Reportagen, Dokumentar- und Spielfilme und Honorarprofessor am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. „Professor Jacobs kennt das Land und die Akteure der Filmwirtschaft bei uns im Land. Er ist deutschlandweit in der Filmszene bestens vernetzt. Wir sind sehr dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen“, so Geue.

Kulturpreis und Kulturförderpreis verliehen

Schwesig: Kultur im Land ist fest mit dem Namen Wolfgang Bordel verbunden

Schwerin – „Mit dem Kulturpreis und dem Kulturförderpreis hebt die Landesregierung herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen in unserem Land hervor. Wir wollen zeigen, wie wichtig und wertvoll das besondere Engagement einzelner für eine lebendige Kultur Mecklenburg-Vorpommern ist“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Preisverleihung in der Orangerie im Schweriner Schloss.

Mit dem diesjährigen Kulturpreis wird der langjährige Intendant des Theaters Vorpommern Dr. Wolfgang Bordel ausgezeichnet. Den Kulturförderpreis erhält der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald für sein Projekt „Straze“.

Wenn man auf 30 Jahre Kulturland MV zurückschaue, dann sei dies fest verbunden mit dem Namen Dr. Wolfgang Bordel. „Seine große Liebe zu Kunst und Kultur, seine große Leidenschaft für das Theater hat ihn schon in den 80er Jahren nach Anklam gebracht. Nach der Abwicklung des Theaters nach der Wende habe Bordel für die Vorpommersche Landesbühne Anklam gekämpft. Schwesig: „Insgesamt gut 35 Jahre lang war er dort Intendant. Das ist rekordverdächtig, weit über unsere Landesgrenze hinaus. Die Menschen mit Kunst und Kultur zu begeistern, war sein großer Antrieb. Und wenn die Menschen nicht zu ihm kamen, brachte er das Theater zu den Menschen: mit kleineren Spielstätten, die er in ganz Vorpommern etablierte, von Barth bis Zinnowitz.“ Bis zu 80.000 Besucherinnen und Besucher habe er pro Saison erreicht.

Bordel habe auch Kinder- und Jugendtheater angeboten und mit vielen Initiativen zusammengearbeitet und ein vielfältiges kulturelles Leben in Städte und Gemeinden gebracht, „für die Bürgerinnen und Bürger der Region, für den Tourismus, für uns alle ist seine Liebe zur Kultur ein wahrer Gewinn. Ich gratuliere herzlich zum Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.“

Auch den Preisträger des Kulturförderpreises würdigte Ministerpräsidentin Schwesig im Rahmen der Preisverleihung. Seit vielen Jahren arbeite der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald daran, ein neues Zentrum für Kultur, Bildung und Teilhabe für die Hansestadt aufzubauen, „einen Ort der Begegnung, ein Haus der Ideen. In Eigenregie und ehrenamtlich renovieren die Vereinsmitglieder das alte Haus in der Stralsunder Straße 10, mit viel Liebe zum Detail und großer Ausdauer. Im Oktober wird das Haus eröffnet und von Vereinen und Verbänden mit Leben erfüllt. Die „Straze“ ist ein wunderbares Beispiel für das große bürgerschaftliche Engagement in Mecklenburg-Vorpommern. Der Einsatz der Engagierten macht aus unserem Land eine so unglaublich vielfältige Kulturlandschaft“ erklärte die Ministerpräsidentin.

Sie ging bei der Verleihung auf die durch die Corona-Pandemie auch für Künstlerinnen und Künstler entstandene schwierige Situation ein: „Viele Künstlerinnen und Künstler im Land stehen unverschuldet vor existenziellen Herausforderungen. 20 Millionen Euro haben wir deshalb zusätzlich zu den Soforthilfen als Unterstützung für die Kultur im Land eingeplant, zum Beispiel für kulturelle Einrichtungen, Festivals oder Überbrückungsstipendien für freischaffende Künstlerinnen und Künstler.“ Es komme aber auch auf die Zuschauer an, betonte die Ministerpräsidentin: „Es ist an uns, an allen, die Kultur lieben, die Angebote zu nutzen und Werbung für die Kultur in unserem Land zu machen.“

Förderung für schloss bröllin e.V.

Uecker-Randow – Kulturministerin Bettina Martin hat am Freitag einen Fördermittelbescheid in Höhe von 225.000 Euro für das Projekt „Kulturland Uecker-Randow verbindet“ an den Verein schloss bröllin e.V. übergeben. Die Förderung findet im Rahmen des Programms „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ statt, das von der Kulturstiftung des Bundes aufgelegt worden ist. Im vergangenen Jahr hatte der Verein schloss bröllin den Zuschlag erhalten für die Förderung im Rahmen des bundesweiten TRAFO – Programms.

Er erhält damit 1,25 Mio. Euro für einen Zeitraum von 2020 bis 2024. Die Landesregierung beteiligt sich mit 225.000 Euro an diesem Projekt, das die kulturelle Vernetzung und die Entwicklung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum in den Mittelpunkt stellt. Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung beteiligen sich.

„Kunst öffnet Türen und führt Menschen zusammen, die sonst im Alltag nur selten miteinander zu tun haben. Der Verein schloss bröllin e.V. macht schon viele Jahre hervorragende Kultur- und Vernetzungsarbeit für die Region. Schloss Bröllin bringt Kunst und Kultur in die Nachbarschaft und bindet sie in die Projekte mit ein. Gerade im ländlichen Raum kann Kultur eine wichtige verbindende Rolle einnehmen. Dass die Kooperationspartner vor Ort diese Kultur- und Vernetzungsarbeit für die Region weiter ausbauen können, dafür steht die Teilnahme an TRAFO und das untersetzen wir aus voller Überzeugung durch unsere Kulturförderung des Landes“, sagte Martin.

Der Verein schloss bröllin wurde im Jahr 1992 gegründet. Er bietet in der alten Gutsanlage nicht nur zahlreiche Proben- und Seminarräume an, sondern ist aktiv an Kunstproduktionen beteiligt, betreibt kulturelle Jugendarbeit und sorgt künftig für die regionale Vernetzung der Kulturszene im südlichen Vorpommern. In den vergangenen Jahren sind auf Schloss Bröllin mehr als 500 Tanz-, Theater- und Performanceprojekte entstanden.

„Schloss Bröllin ist schon heute einer der kulturellen Anker der Region“, sagte Martin. „Mit dieser Förderung wird der Verein seine wichtige Arbeit, den Zusammenhalt in der Region zu stärken, weiter ausbauen können.“

Filmstandort MV

MV Filmförderung GmbH stärken wir den Filmstandort MV

Schwerin – „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern als Dreh- und Produktionsstandort noch attraktiver machen. Produzenten aus dem In- und Ausland erwarten dafür einen klaren Ansprechpartner und einfache, nachvollziehbare Förderstrukturen. Das wollen wir bieten. So haben wir uns mit dem Slogan „Der rote Teppich am Meer“ bereits am Rande der Berlinale vorgestellt“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Debatte über die Errichtung der MV Filmförderung GmbH im Landtag.

Es ginge nicht nur um den kommerziellen Erfolg der Branche: „Mindestens genauso wichtig ist es für uns, Filme und Filmemacher aus Mecklenburg-Vorpommern zu unterstützen. Weil wir davon überzeugt sind, dass unsere Künstler und ihre Filme wichtige Denkanstöße geben: für das Bild, das wir uns von unserem Land machen, für unser Selbstverständnis und unseren Zusammenhalt. Darum haben wir mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 die Mittel für die Filmförderung auf 3 Millionen Euro in diesem Jahr und auf 3,5 Millionen Euro im nächsten Jahr aufgestockt. Damit werden die finanziellen Möglichkeiten im Filmland MV deutlich gestärkt“, erläuterte die Regierungschefin.

Um Mecklenburg-Vorpommern als Filmland besser zur Geltung zu bringen, werde die Filmförderung GmbH gegründet, kündigte Schwesig an. „Aufgabe der neuen GmbH ist Stärkung des Kulturguts Film in unserem Land. Die Zuständigkeiten, die früher verteilt waren, werden zusammengeführt. Es gibt erstmals einen klaren Ansprechpartner für alle Fragen der Filmförderung im Land. Die bisherigen Akteure der Filmförderung sind eingebunden und im Beirat der GmbH vertreten.“

Schwesig: M-V ist von jeher ein Kunst-Land

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute die 30. Landesweite Kunstschau unter dem Motto „RESPICE FINEM – play, stop, rewind“ auf Schloss Bothmer eröffnet. Der Leitspruch „Respice Finem“ – Bedenke das Ende – sei die Lebensweisheit von Hans Caspar von Bothmer gewesen. „Bothmer wollte das, was er erreicht hatte, bewahren und an die nächsten Generationen weitergeben. Diesem Ziel ist er sein ganzes Leben lang gefolgt“, betonte die Regierungschefin bei der Eröffnung der Schau.

Bothmers Motto „Bedenke das Ende“ verpflichte uns heute, Kunst und Kultur auch in schwierigen Zeiten zu bewahren und zu ermöglichen. Kunst bringe Menschen dazu, aus ihrem Alltag herauszutreten. „Gerade dadurch eröffnet sie Freiräume für Ideen, Alternativen und Austausch. Das ist unbedingt notwendig: für das Zusammenleben, für die Zukunft“, so die Ministerpräsidentin.

In den letzten Monaten seien leider auch viele Künstlerinnen und Künstler und viele Kultureinrichtungen in existenzielle Not geraten. In diesem Zusammenhang verwies die Ministerpräsidentin auf den MV-Schutzfonds in Höhe von 20 Millionen Euro für Kunst und Kultur. Schwesig: „Natürlich können wir damit nicht alle Einbußen kompensieren. Aber wir leisten einen Beitrag, um die vielfältige Kulturlandschaft in unserem Land zu erhalten.“

Mecklenburg-Vorpommern sei seit jeher ein Kunst-Land: „Künstlerinnen und Künstler zieht es zu uns. Sie arbeiten in großer Vielfalt mit unterschiedlichen Positionen und Materialien hier bei uns im Land.“ Die Ausstellung sei ein weiteres hervorragendes Beispiel für die wichtige Arbeit des Künstlerbundes: „Ich gratuliere herzlich zum Jubiläum der Landesweiten Kunstschau. Der Künstlerbund hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass Mecklenburg-Vorpommern in den 30 Jahren ein Kunst-Land geblieben ist und sich als solches in Freiheit entwickelt hat.“

Mentoring-Programm für Künstler*innen in M-V

Schwerin – Für Künstlerinnen und Künstler sollte es keine Kunst sein, von der Kunst zu leben. Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sind Frauen auf dem Kunstmarkt oft sowohl bei der öffentlichen Sichtbarkeit als auch bei der finanziellen Honorierung benachteiligt. Um dies zu ändern, ist 2017 das Projekt mentoringKUNST in Mecklenburg-Vorpommern gestartet, das vom Land mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt wurde.

„Mentoring-Programme sind erfolgreiche und wirkungsvolle Instrumente, um Frauen in ihrer Karriere zu unterstützen. Der Kunst-Sektor bringt noch einmal besondere Rahmenbindungen mit sich“, sagte Nikolaus Voss, Sozial-Staatssekretär heute anlässlich der Abschlussveranstaltung des dritten mentoringKunst-Durchgangs auf dem Gelände des Kunstmuseum Ahrenshoop.

„Vor allem aufgrund der oftmals freiberuflichen Tätigkeit ist ein gutes Netzwerk an Förderern und Kontakten entscheidend.“ Das vom Verein Frauenbildungsnetz MV getragene Projekt mentoringKUNST setzt genau an dieser Stelle an: Erfahrene Mentorinnen und Mentoren stehen den aufstrebenden Künstlerinnen zur Seite und unterstützen ihre künstlerische wie ökonomische Entwicklung.

Die Erfolge können sich sehen lassen: Neben finanziellen Verbesserungen der Künstlerinnen erhielten zudem zwei teilnehmende Mentees Auszeichnungen bzw. Nominierungen für ihre Arbeiten.

Wie kaum ein anderes Bundesland setzt Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich auf Mentoring-Programme, um Frauen in Führungspositionen zu fördern. „Neben Künstlerinnen möchten wir mit unseren Förder-Projekten auch Frauen in Wissenschaft, Wirtschaft und in der Landesverwaltung befähigen, ihre Karrierepläne zu verwirklichen“, so Voss. Um übergreifend Kontakte zu vermitteln, gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Programmen und Branchen. „Die Fachstelle Mentoring in M-V leistet in dieser Hinsicht eine großartige Arbeit. Es freut mich sehr, dass die Zusammenarbeit zwischen dem mentoringKUNST und dem Wirtschaftsmentoring ´Aufstieg in Unternehmen` besonders intensiv ist“, betonte Voss.

Am Projekt mentoringKUNST nahmen zwischen 2017 und 2020 in zwei Durchgängen jeweils 14 Mentees teil, denen jeweils die gleichen Anzahl Mentorinnen und Mentoren zur Seite standen.