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Trinkwasser schützen, bevor es knapp wird

MV setzt auf konkrete Vorsorge

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Trinkwasserversorgung gut aufgestellt. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Nutzungskonkurrenzen stellen das Land vor wachsende Herausforderungen. Wie das Land diesen begegnet, ist heute Thema der Fachtagung Wasser und Abwasser in Güstrow. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird dort durch Abteilungsleiterin Renate Brügge vertreten.

„Sauberes Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Noch verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über ausreichende Ressourcen. Doch der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt bereits heute. Wir müssen deshalb vorsorgen, bevor Engpässe entstehen. Unser Ziel ist klar: Trinkwasser muss auch für kommende Generationen in ausreichender Menge und guter Qualität verfügbar sein“, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Fachtagung.

Rund 85 Prozent des Trinkwassers in Mecklenburg-Vorpommern stammen aus dem Grundwasser. 99,8 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Allerdings weisen 68 von 134 langfristig untersuchten Grundwassermessstellen sinkende oder stark sinkende Wasserstände auf. Gleichzeitig belasten Nährstoffe und andere Schadstoffe vielerorts die Grundwasserqualität.

Mit der Wasserstrategie, der Klimaanpassungsstrategie 2026 und dem Grundsatzplan Wasserversorgung 2040 verfolgt das Land deshalb konkrete Maßnahmen:

  • Trinkwasserreserven langfristig sichern: Besonders wertvolle Grundwasservorkommen sollen geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, damit sie auch künftig für die öffentliche Wasserversorgung zur Verfügung stehen.
  • Grundwasser gezielter überwachen: An 425 Messstellen wird die Wasserqualität untersucht, an 711 Messstellen werden die Wasserstände erfasst. Eine neue digitale Grundwasserressourcenkarte soll künftig zeigen, wo zusätzliche Entnahmen noch möglich sind.
  • Wasser in der Landschaft halten: Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie sollen den natürlichen Wasserrückhalt verbessern, Trockenperioden abfedern und zugleich die Folgen von Starkregen begrenzen.

„Wir schützen unser Trinkwasser mit konkreten Maßnahmen: Wir sichern wertvolle Grundwasservorkommen, verbessern unsere Datengrundlagen und sorgen dafür, dass Wasser möglichst lange in der Landschaft gehalten wird. Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Wirtschaft langfristig miteinander vereinbaren“, so Backhaus.

Auch die Abwasserwirtschaft steht vor Veränderungen. Häufigere Starkregenereignisse können Kanalnetze und Kläranlagen überlasten. Gleichzeitig eröffnen moderne Technologien neue Möglichkeiten, etwa zur Energiegewinnung aus Abwasser. In Mecklenburg-Vorpommern reinigen mehr als 580 kommunale Kläranlagen das Abwasser.

„Eine sichere Wasserversorgung und eine leistungsfähige Abwasserentsorgung sind unverzichtbare öffentliche Aufgaben. Dafür brauchen wir moderne Infrastruktur, starke kommunale Versorger und eine vorausschauende Wasserpolitik. Wasserschutz ist keine Aufgabe für morgen, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, unterstreicht Backhaus.

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