Forschungsprojekt von internationaler Bedeutung

Neues Fraunhofer-Zentrum soll Biogene Wertschöpfung und Smart Farming voranbringen

Rostock – Mit dem neuen Fraunhofer-Zentrum für Biogene Wertschöpfung und Smart Farming soll sich die Innovationskraft des Landes erhöhen. „Das Zentrum ist nicht nur ein echtes Pfund für den Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern, sondern für die gesamte Region. 62 hochqualifizierte Arbeitsplätze sollen entstehen“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin in einem virtuellen Pressegespräch der Fraunhofer-Gesellschaft bei der Vorstellung des Vorhabens. Das Fraunhofer-Zentrum soll in zwei eigenständigen Teilinitiativen in Rostock und in Bayern entstehen.

Mecklenburg-Vorpommern investiert in einem Zeitraum von fünf Jahren 20 Millionen Euro in den Aufbau des Zentrums. Der Freistaat Bayern beteiligt sich ebenfalls mit 20 Millionen Euro. Der Bund trägt 40 Millionen Euro. Das Fraunhofer-Zentrum soll den engen Austausch mit den Akteuren der Wirtschaft und Landwirtschaft suchen.

Neben Wissenschaftsministerin Bettina Martin und dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Reimund Neugebauer, haben der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, die Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, Eckhard Rehberg und Alexander Dobrindt, sowie der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen an dem virtuellen Pressegespräch teilgenommen.

„Mecklenburg-Vorpommern ist stark landwirtschaftlich geprägt. Die Ackerbauflächen sind die größten deutschlandweit. Ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Wirtschaftszweit durch innovative und zukunftsweisende Forschung unterstützen können“, so Wissenschaftsministerin Martin. „Mecklenburg-Vorpommern hat großes Potenzial in den Bereichen Maritime Forschung und eben auch im Bereich der Landwirtschaft. Die Neuansiedlung des Fraunhofer-Zentrums ist eine große Chance, die Spitzenforschung bei uns im Land zu stärken. Gleichzeitig ist sie ein Ergebnis der laufenden erfolgreichen Arbeit unserer Hochschulen nicht nur in Rostock, sondern genauso in Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg“, betonte Martin.

Das Fraunhofer-Zentrum erforscht und entwickelt innovative Technologien für eine nachhaltige Landwirtschaft entlang der kompletten Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum veredelten Produkt. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Fokus auf digitalen und robotischen Lösungen zur effizienten, nachhaltigen und individuellen Optimierung der Tier- und Pflanzenproduktion. Assistenzsysteme und autonome Fahrzeuge sowohl an Land, in der Luft als auch im Wasser sollen dem Personalmangel entgegenwirken und zugleich Effizienz und Effektivität erhöhen.

In der Biogenen Wertschöpfung werden im Agrarsektor neben der Produktion von Lebensmitteln auch die Zulieferung, die nachgelagerte Verarbeitung und die Ausweitung auf den Anbau von Rohstoffen zur energetischen Verwertung mitgedacht. Das Augenmerk liegt dabei immer darauf, das Gleichgewicht zwischen ökonomischer Tragfähigkeit, ökologischer Ausgewogenheit sowie gesellschaftlicher Akzeptanz und sozialer Verträglichkeit zu erhalten.

„Mecklenburg-Vorpommern bietet neben weitreichenden Agrarflächen ebenso hervorragende Bedingungen für Bereiche, die mit dem Wasser zusammenhängen. Dazu gehört neben Aquakultur beispielsweise auch eine hervorragende Expertise in der Moorforschung. Dies alles war ausschlaggebend dafür, das Zentrum bei uns im Land anzusiedeln“, freute sich Ministerin Martin. Die vielen Gespräche und das intensive Werben für Mecklenburg-Vorpommern hätten sich gelohnt.

„Das Forschungsprojekt verbindet Nord und Süd, Ost und West und ist von internationaler Bedeutung. Es ist ein großer Erfolg, dass mit diesem Fraunhofer-Zentrum eine weitere Einrichtung der außeruniversitären Forschung in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt wird“, sagte die Wissenschaftsministerin.

Am Standort Rostock wird das Fraunhofer-Zentrum von den beiden bestehenden Fraunhofer-Instituten – dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) und dem Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP) – getragen und in enger Kooperation mit der Universität Rostock, weiteren regionalen Forschungseinrichtungen und der im Aufbau befindlichen Musterlandwirtschaft auf dem Thünengut Tellow aufgebaut.

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