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Apfelsaison startet: M-V erwartet mehr als 40 Prozent Ernteplus

Dodow – Heute Nachmittag (14 Uhr) eröffnet Agrarstaatssekretär André Konsolke bei der riha WeserGold Getränke GmbH & Co.KG in Dodow die Apfelsaison in Mecklenburg-Vorpommern- und die Aussichten sind deutlich besser als im vergangenen Jahr. Die Obstbaubetriebe des Landes erwarten 2026 eine Ernte von 24.000 bis 25.000 Tonnen Äpfeln. Das entspricht nahezu dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und bedeutet gegenüber der sehr schwachen Vorjahresernte ein Plus von mehr als 40 Prozent.

Agrarstaatssekretär Konsolke erklärt: „Nach dem schwierigen vergangenen Jahr können unsere Obstbaubetriebe mit deutlich besseren Ernteaussichten in die neue Saison starten. Rund 25.000 Tonnen wären ein ordentliches Ergebnis. Jetzt kommt es darauf an, dass die heimischen Äpfel auch ihren Weg zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern finden. Wer Äpfel, Säfte oder andere Apfelprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern kauft, unterstützt unsere Betriebe und sorgt dafür, dass Wertschöpfung im Land bleibt.“

Ganz ohne Wetterkapriolen verlief das Apfeljahr allerdings nicht. Auf milde Apriltage folgten teilweise sehr kalte Nächte, sodass Frostschutzberegnung mehrfach zum Einsatz kam. Größere Blütenfrostschäden blieben jedoch aus. Im Juni und Juli verursachten Hagel und Sonnenbrand lokal Schäden. Insgesamt kam Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise gut durch den Sommer: Das Land war deutlich weniger von Trockenheit betroffen als andere Regionen Deutschlands, was Wachstum und Fruchtentwicklung begünstigte.

Fast 90 Prozent der Apfelflächen ökologisch bewirtschaftet

In Mecklenburg-Vorpommern bauen 44 Betriebe auf 1.546 Hektar Äpfel an. Der Apfel ist damit mit großem Abstand die wichtigste Baumobstart des Landes. Eine Besonderheit: Fast 90 Prozent der Apfelanbaufläche werden inzwischen ökologisch bewirtschaftet.

„Das ist ein starkes Profil für den Apfelanbau in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig zeigt es, welche Leistungen unsere Betriebe für eine nachhaltige Landwirtschaft erbringen. Entscheidend ist aber, dass sich diese Leistung am Ende auch wirtschaftlich lohnt“, so Konsolke.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Verarbeitung: Während in anderen Anbauregionen der Tafelapfel eine größere Rolle spielt, werden in Mecklenburg-Vorpommern 85 bis 90 Prozent der Ernte zu Saft, Mark, Mus oder Trockenobst verarbeitet. Lediglich 10 bis 15 Prozent gelangen als Tafeläpfel in den Handel. Dieser hohe Verarbeitungsanteil ist deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt dafür, dass ein großer Teil der Wertschöpfung rund um den Apfel in der Region stattfindet.

Konsolke: Heimische Ware gehört ins Regal

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben dennoch herausfordernd. Die vergangene Tafelapfelsaison war von hohen Lagerbeständen und einer schwachen Nachfrage geprägt. Obwohl reichlich deutsche Ware verfügbar war, griff der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin auf Importäpfel zurück. Auch zum Start der neuen Saison trifft zunächst eingelagerte Ware aus dem Vorjahr auf die neue Ernte.

Konsolke appelliert deshalb auch an den Handel: „Eine gute Ernte ist für unsere Obstbaubetriebe nur dann eine gute Nachricht, wenn sie ihre Äpfel auch zu vernünftigen Preisen verkaufen können. Wenn heimische Ware verfügbar ist, sollte sie im Handel sichtbar und verlässlich angeboten werden. Regionalität darf kein Werbeversprechen bleiben – sie muss sich auch im Regal wiederfinden.“

Etwas Rückenwind könnte die Marktentwicklung bringen. EU-weit wird derzeit mit einer Apfelproduktion von rund 9,5 Millionen Tonnen gerechnet – etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr und damit voraussichtlich die kleinste EU-Apfelernte seit 2017. Auch für Deutschland wird eine deutlich geringere Ernte erwartet. Die Prognosen liegen zwischen rund 934.000 Tonnen und einer Million Tonnen Äpfeln.

Vor diesem Hintergrund rechnen Marktteilnehmer sowohl bei Tafel- als auch bei Verarbeitungsäpfeln mit besseren Erzeugerpreisen als in der vergangenen Saison.

„Für Mecklenburg-Vorpommern heißt das: Wir haben voraussichtlich eine ordentliche Ernte und zugleich die Chance auf bessere Marktbedingungen. Jetzt wünsche ich unseren Obstbaubetrieben eine erfolgreiche Saison – und den Verbraucherinnen und Verbrauchern guten Appetit. Denn regionaler kann der Herbst kaum schmecken“, so Konsolke.

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