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Tag: 1. September 2026

Die Krankheit mit 1.000 Gesichtern

Messe informiert über neueste Entwicklungen und moderne Therapien bei Multipler Sklerose

Rostock – Schätzungen zufolge leben mehr als 280.000 Menschen in Deutschland mit Multipler Sklerose (MS), darunter auch rund 5.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Wie sich Mobilität und Lebensqualität auch trotz einer Erkrankung verbessern lassen, hat die Deutsche Multiple Sklerosegesellschaft (DMSG) mit dem Landesverband MV heute im Rahmen einer großen Messe im Ostseestadion gezeigt.

„Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Dabei bildet das fehlgesteuerte Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe und greift dieses an. Aus diesem Grund sind Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg auch bei jedem Patienten und jeder Patientin unterschiedlich, weshalb MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bekannt ist“, erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm, die die Messe heute besuchte.

Die Erkrankung verläuft dann häufig in Schüben, wobei Frauen etwa doppelt so häufig erkranken, wie Männer. In der Regel wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt – mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. „Positiv stimmt aber der Fortschritt der medizinischen Forschung. So unterscheidet sich die Lebenserwartung bei MS immer weniger von der gesunden Bevölkerung. Denn dank wirksamer Medikamente und moderner Therapien ist immer mehr von MS betroffenen Menschen ein langes, aktives und gutes Leben mit der Erkrankung möglich“, so Grimm.

Die Fachmesse zeigt vor allem Innovationen von Ausstellern, Vereinen und Experten aus dem Gesundheitsbereich. So können sich Besucherinnen und Besucher Produkte vorführen lassen oder sich zu Möglichkeiten informieren, um die eigene Gesundheit und Beweglichkeit zu stärken. Ergänzt wurden diese Angebote durch Fachvorträge aus den Bereichen der Neurologie, Orthopädietechnik und der Therapie. Damit gab die Messe einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, die Menschen mit MS heute zur Verfügung stehen.

„Das zeigt: Auch wenn eine MS-Diagnose vieles verändert, können individuelle Angebote dabei unterstützen, Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität weitgehend zu erhalten“, verdeutlichte die Staatssekretärin.

Möglich gemacht habe diese besondere Messe in erster Linie unser Landesverband der DMSG, der sich bereits seit mehr als 35 Jahren für die Belange der Betroffenen einsetzt. „Ihnen gilt mein Dank dafür, dass Sie diese Erkrankung sichtbar machen, dass Sie immer wieder auch mit Mythen aufräumen und Erkrankten, oftmals sogar ehrenamtlich, zur Seite stehen“, so Grimm.

Auch sozialmedizinische, rechtliche, berufliche oder psychologische Beratungen führt die DMSG durch, auf Wunsch sogar in der eigenen Häuslichkeit. „Ein unglaublich wertvolles Angebot das bei der Neuorientierung im Alltag hilft und zeigt, dass auch mit MS ein gutes Leben gelingen kann.“

Land stärkt Resilienz und Lernförderung

Landesschülerrat, Landeselternrat und Bildungsministerium stellen neue Handreichung zur Resilienz- und Lernförderung vor

Schwerin – Wie können Schulen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, mit Belastungen umzugehen, Konflikte zu bewältigen und gleichzeitig erfolgreich zu lernen? Mecklenburg-Vorpommern setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz. Das Land verbindet Resilienzförderung mit der gezielten Unterstützung beim Lernen. Die neue Handreichung „Kinder und Jugendliche stark machen für die Zukunft: Resilienzförderung im Schulalltag“ zeigt Schulen konkrete Möglichkeiten auf, wie sie psychische Widerstandskraft, soziale Kompetenzen und Lernfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern stärken. Die Handreichung bietet Lehrkräften eine Auswahl an Übungen, die sich leicht in den Unterricht oder Schulalltag integrieren lassen.

Bildungsministerin Simone Oldenburg: „Die Folgen der Corona-Pandemie wirken bis heute nach. Schülerinnen und Schüler brauchen deshalb nicht nur Unterstützung, wenn es um Lernrückstände geht. Sie brauchen ebenso Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und Strategien, wie sie mit Belastungen und Konflikten umgehen können. Der Landesschülerrat und die Bundesschülerkonferenz haben zurecht immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Wir wollen Resilienzförderung deshalb stärker als verbindendes Element im Schulalltag verankern. Dazu gehören verlässliche Strukturen, klare Regeln, ein gutes Miteinander und konkrete Hilfen beim Lernen. Schulen sollen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche Orientierung und Sicherheit finden und ihre eigenen Stärken entwickeln können.“

Diana Zander, Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern: „Wir begrüßen die neue Handreichung zur Resilienzförderung sowie das Programm zur Lernförderung ausdrücklich. Kinder und Jugendliche müssen mit ihren Sorgen, Belastungen und individuellen Bedürfnissen ernst genommen werden. Gleichzeitig müssen die Eltern und Sorgeberechtigten über die vorhandenen Unterstützungsangebote informiert und Familien, die Hilfe benötigen, frühzeitig Orientierung und Zugänge zu passenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten ermöglicht werden. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und pädagogisches Personal nun niedrigschwellig und kompakt, auf praxisnahe Unterstützungsangebote zugreifen und daraus passgenau auswählen können, was vor Ort gebraucht wird. Entscheidend wird aber sein, dass neben den vielen Herausforderungen des Schulalltags auch die notwendigen Zeitressourcen dafür zur Verfügung stehen. Denn gute Angebote können nur dann wirken, wenn Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte auch die Zeit haben, hinzuschauen und zuzuhören, um Kinder und Jugendliche individuell zu begleiten.“

Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern: „Die Handreichung zur Resilienzförderung stellt eine gute Grundlage zur Verbesserung des Umgangs mit mentaler Gesundheit in Schulen dar. Wir sehen eine große Sensibilität innerhalb der obersten Schulbehörde gegenüber dem Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Jedoch bleibt es notwendig, strukturelle Veränderungen, beispielsweise bei der Fehlerkultur innerhalb unseres Schulsystems, einzuführen, um die Situation für uns Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.“

Die Handreichung bündelt praxisnahe Hinweise, Übungen und Maßnahmen. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte wählen daraus aus, welche Angebote zu ihrer Schule, ihrer Klasse und der jeweiligen Situation passen. Die Sammlung versteht sich ausdrücklich nicht als abschließendes Konzept, sondern als Werkzeugkasten für den Schulalltag. Die Handreichung und weitere Unterlagen stehen auf dem Bildungsserver MV zum Download bereit.

Im Mittelpunkt stehen soziale und strukturelle Schutzfaktoren. Dazu gehören transparente und für alle verständliche Regeln, ein respektvoller Umgang sowie regelmäßige positive Rückmeldungen zu Leistungen und Lernfortschritten. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und sozialen Einrichtungen spielt eine wichtige Rolle. Schülerinnen und Schüler sollen bei Bedarf frühzeitig Zugang zu kommunalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erhalten.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf einem resilienten Lernumfeld. Schulen können feste Bewegungs- und Entspannungszeiten in den Schulalltag integrieren und Rückzugsorte („Chill-out-Areas“) schaffen. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche stärker an der Gestaltung ihrer Schule beteiligt – etwa im Klassen- oder Schülerrat oder bei Patenschaften. Kooperationen mit Horten, Beratungsstellen, Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Krankenkassen und Hochschulen können das Angebot zusätzlich erweitern. Als Beispiele nennt die Handreichung unter anderem die Programme „Gute Gesunde Schule“, „Eigenständig werden“ und die Potenzialanalyse „Mission ICH“. Familienklassenzimmer und Familiengrundschulzentren stärken zudem die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten.

Auch das Miteinander in der Klassen- und Schulgemeinschaft hat eine zentrale Bedeutung. Willkommenswochen können Grundschulkindern den Einstieg erleichtern und von Anfang an eine Verbindung zur Schule schaffen. Klassenregeln, Geburtstagsrituale, Projekttage, Rollenspiele und Morgenkreise fördern das soziale Miteinander. Achtsamkeits-, Konzentrations- und Atemübungen tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche zu Ruhe kommen und ihr Wohlbefinden stärken.

Resilienzförderung wird dabei eng mit konkreter Lernförderung verbunden. Kompetenzorientierte Lernangebote sollen fachliches Lernen mit der Entwicklung von Lernkompetenzen verknüpfen. Individuelle Förderpläne und digitale Werkzeuge können dabei unterstützen. Lernrückstände und individueller Förderbedarf sollen früh erkannt werden, damit Lehrkräfte gezielt gegensteuern können und Schülerinnen und Schüler Lernfortschritte erreichen.

Ein konkretes Unterstützungsangebot gibt es bereits beim Zentralen Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) des Bildungsministeriums. Schülerinnen und Schüler können regelmäßig an einer digitalen Sprechstunde teilnehmen und dort vertraulich mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen über ihre Konflikte, Ängste und Sorgen sprechen. Die Anmeldung ist telefonisch unter 0385 588 7777 oder per E-Mail an leitstelle-zds@bm.mv-regierung.de möglich. Die nächsten Sprechstunden sind am Mittwoch, 2. September 2026, und Mittwoch, 16. September 2026, geplant. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 bis 6 können gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten an der Sprechstunde teilnehmen.

Wie gut, die Maßnahmen zur Resilienz- und Lernförderung wirken, soll regelmäßig überprüft werden. Die Handreichung nennt dafür unter anderem die Entwicklung von Kompetenzen, Veränderungen im Unterricht sowie die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Die Ergebnisse fließen in die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung ein.

Erneuerbare Energien und Beteiligungen

Ines Jesse: „Die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren muss dort ankommen, wo die Energie erzeugt wird“

Grevesmühlen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat sich gestern beim Kommu­nalnetzwerk West der Landesenergie- und Klimaschutzagen­tur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Grevesmühlen über den Ausbau erneuerbarer Energien und die Möglich­keiten kommunaler Beteiligung informiert. Rund 30 Vertre­terinnen und Vertreter aus Kommunen der Landkreise Nord­westmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Rostock nahmen an der Veranstaltung teil.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet Mecklenburg-Vorpommern große Chancen – für unsere Wirtschaft, für neue Arbeitsplätze und für die Entwicklung unserer Regionen. Ent­scheidend ist, dass die Wertschöpfung dort ankommt, wo die Energie erzeugt wird. Deshalb stärken wir mit dem neuen Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz die Möglichkeiten sowohl für Kommunen und als auch für Bürgerinnen und Bür­ger, vor Ort stärker zu profitieren und mitzugestalten“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungs­gesetzes MV stärkt die regionale Wertschöpfung und fördert die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren durch eine höhere finanzielle Beteiligung der Menschen vor Ort. Bei Windenergieanlangen erhalten die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinden pro vollem Megawatt installierter Leis­tung standardmäßig jeweils 5.000 Euro jährlich. Bei Photovol­taik-Freiflächenanlagen sind es jeweils insgesamt 1.000 Euro pro Jahr. Auch Unternehmen profitieren von zu­sätzlichen Anreizen für die Nutzung Direktstrom.

Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Beteiligung von Kom­munen und Bürgern bundesweit Vorreiter. Bereits 2016 hatte das Land als erstes Bundesland ein entsprechendes Gesetz eingeführt. Inzwischen profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen. Die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich bereits auf ca. 12,5 Millionen Euro jährlich. Davon profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in den nächsten Jahrzehnten.

Mit dem seit dem 29. April 2026 geltenden novellierten Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz M-V wurden die Mög­lich­keiten weiter ausgebaut. Erstmals werden auch Frei­flächen-Photovoltaikanlagen einbezogen. Kommunen erhalten mehr Gestaltungsspielräume bei der Vereinbarung von Betei­ligungs­modellen mit Vorhabenträgern. Vereinfachte Standard­modelle und feste Pauschalen je Megawatt sollen die Betei­ligung zugleich transparenter und praxistauglicher machen.

„Wir wollen, dass die Kommunen die neuen Möglichkeiten besser nutzen können und Beteiligung vor Ort praktikabler wird. Dafür braucht es neben verlässlichen gesetzlichen Rah­men­bedingungen auch den direkten Austausch mit den Kom­mu­nen. Das Kommunalnetzwerk der LEKA MV bietet dafür eine wichtige Plattform“, so Staatssekretärin Jesse.

Neben dem neuen Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz MV standen beim Kommunalnetzwerk West auch die kommu­nale Ausweisung von Windenergieflächen sowie aktuelle Ent­wicklungen auf Landes- und Bundesebene im Mittelpunkt. Ein weiteres Kommunalnetzwerk findet am 7. September 2026 in Friedland statt.

Neues Berufliches Bildungszentrum Gesundheit und Soziales

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Schwerin einen Zuwendungsbescheid für den Neubau des Regionalen Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Höhe von rund 103,5 Millionen Euro an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin Sebastian Ehlers übergeben. Außerdem übergab sie einen weiteren Zuwendungsbescheid für den Neubau der dazugehörigen Sporthalle in Höhe von 6,1 Millionen Euro.

„Mit dem Neubau können die bisher auf drei Orte verteilten Ausbildungsgänge an einem Ort zusammengeführt werden, in modernen Lern- und Fachräumen mit digitalen Möglichkeiten. Wir wollen die Ausbildungsqualität verbessern, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung erhöhen und damit die regionale Fachkräftebasis stärken“ erklärte die Ministerpräsidentin.

„Seit meinem Amtsantritt haben wir beinahe eine Milliarde Euro in den Bau und die Digitalisierung unserer Schulen gesteckt“, betonte Schwesig. „Auf diesem Weg wollen wir weitergehen. Ein Drittel unserer Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes, 600 Millionen Euro, setzen wir für die Modernisierung unserer Schulen und damit für gute Bildung ein. Hinzu kommen 250 Millionen nur für die Berufsschulen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Wir wollen die beste Bildung und die beste berufliche Ausbildung für die Schülerinnen und Schüler in unserem Land.“

Die Landesregierung messe den sozialen Berufen hohe Bedeutung zu. „Seit der Etablierung der generalistischen Pflegeausbildung ist die Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern schulgeldfrei: Und seit 2024 müssen auch die Auszubildenden der Kranken- und Altenpflegehilfe in Mecklenburg-Vorpommern kein Schulgeld mehr bezahlen. Auch die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher ist in Mecklenburg-Vorpommern schulgeldfrei. Wir brauchen diese sozialen Berufe“, sagte die Ministerpräsidentin.

„Das Verleiten zu fatalen Mutproben sollte bestraft werden.“

Justizministerin Jacqueline Bernhardt bringt eine Bundesratsinitiative ins Landeskabinett gegen sogenannte „Blackout-Challenges“ ein.

Schwerin – „Wir müssen unsere Kinder noch besser vor weiteren digitalen Gefahren schützen. Sogenannte Blackout-Challenges bedrohen das Leben. Ich erinnere an Vorfälle aus Mecklenburg-Vorpommern, als ein Junge ins Krankenhaus kam, nachdem der von einem Mitschüler auf dem Schulhof bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden war. Diese Tat wurde offenbar nur deswegen ausgeführt, weil sie für ein Video, für die sogenannte Blackout-Challenge, aufgenommen worden war.

in zweiter Fall wurde bekannt, wo eine Mutter Anzeige erstattete, weil ihre beiden Kinder unabhängig voneinander gewürgt worden waren. Wie fatal und lebensbedrohlich solche Tat sein kann, erklären Kinderärztinnen und Kinderärzte. Schon bevor ein Kind ohnmächtig wird, kann sein Gehirn bleibend geschädigt sein. Hier im Land gab es anders als international noch keine Todesfälle durch eine Blackout-Challenge.

Daher müssen wir zügig vorbeugen und das Verleiten zu derart fatalen Taten unter Strafe stellen. Das beinhaltet die Bundesratsinitiative, die ich heute meinen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt habe“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt nach der Kabinettsitzung.

„Es geht nicht darum, das Strafmündigkeitsalter in Frage zu stellen. Es geht um den Anfang einer ganzen Kette, die in solchen Fällen in Gang gesetzt worden ist. Diese Kette beginnt auf Social Media, wo die Challenge als Mutprobe inszeniert und mit Likes und Reichweite belohnt wird. Mit Algorithmen wird sie von Kind zu Kind weitergereicht. Eine gefährliche Gruppendynamik entsteht, die Kinder nicht abschätzen können.

Deshalb wollen wir in diesem Vorbereitungsstadium ansetzen, bevor ein Kind zu Schaden kommt. Strafbar werden soll das manipulative, breitenwirksame Einwirken auf leicht beeinflussbare Minderjährige. Bislang greift das Strafrecht da, wo getäuscht, gedroht oder gezwungen wird. Das Strafrecht endet, wo jemand Vertrauen aufbaut und einen Minderjährigen Schritt für Schritt an die Gefahr heranführt, bis dieser sich selbst schädigt.

Also genau dort, wo die Gefährdung im Netz beginnt. Wer eine solche Challenge an Tausende Minderjähriger ausspielt, bleibt heute regelmäßig straffrei“, stellt Justizministerin Jacqueline Bernhardt fest.

„Mecklenburg-Vorpommern will nun am 25. September eine Entschließung in den Bundesrat einbringen mit der Bitte an die Bundesregierung, einen eigenständigen Straftatbestand zu prüfen: das Verleiten Minderjähriger zur Selbstschädigung. Die Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister hat den Bund bereits im Juni auf meine Initiative hin mit einer entsprechenden Prüfung beauftragt.

Eine Kommission von Expertinnen und Experten hier im Land zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Sozialen Medien hat uns im Juli ebenfalls genau diesen Weg empfohlen. Wir wollen Minderjährige mit Aufklärung und starken Plattformregeln präventiv schützen. Aber wer sie gezielt in Lebensgefahr redet, dem muss mit den Mitteln des Strafrechts begegnet werden“, so Justizministerin Bernhardt.

Bund und Länder starten Digitalpakt 2.0

Oldenburg: Wir sorgen für die digitale Entwicklung und für gute Lernbedingungen an den Schulen

Schwerin – Bildungsministerin Simone Oldenburg begrüßt den bundesweiten Start des Digitalpakts 2.0. Mit der Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung durch Bundesbildungsministerin Karin Prien tritt das Förderprogramm rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft. „Die Länder haben nun Gewissheit, dass die angekündigten Infrastrukturhilfen des Bundes auch tatsächlich fließen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Digitalisierung der Schulen ist eine Daueraufgabe. Sie geht weiter und wird an den technologischen Fortschritt angepasst. Wir setzen uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler unter modernen Bedingungen lernen und Lehrkräfte zeitgemäß unterrichten können.“

Mit dem Digitalpakt 2.0 stehen dem Land und den Schulträgern weitere Mittel für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Mecklenburg-Vorpommern erhält vom Bund 42,1 Millionen Euro für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur. Der Bund stellt insgesamt bis zu 2,5 Milliarden Euro bereit. Die Länder erbringen den gleichen Anteil einer Kofinanzierung. Die Bundesmittel fließen bis zum Jahr 2033 für die weitere Digitalisierung der Schulen.

Der Digitalpakt 2.0 baut auf drei miteinander verzahnten Handlungssträngen auf. Handlungsstrang I umfasst die Weiterentwicklung der digitalen Bildungsinfrastruktur. Handlungsstrang II nimmt die digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung in den Blick. Handlungsstrang III stellt die Lehrkräftebildung in den Mittelpunkt. Die Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ will angehende und aktive Lehrkräfte in Bezug auf digitales und digital gestütztes Unterrichten weiter stärken.

In Mecklenburg-Vorpommern ist geplant, die Investitionsmittel für zwei Schwerpunkte einzusetzen: Zum einen geht es um digitale Bildungsmedien, Unterrichtssoftware und Systeme zur Bereitstellung digitaler Inhalte. Zum anderen sollen Mindeststandards bei der Ausstattung von LAN-, WLAN-Netzen sowie digitalen Anzeige- und Arbeitsgeräten erreicht werden. Darüber hinaus werden schulgebundene mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte angeschafft, die im Unterricht und in der Schule genutzt werden.

„Digitale Bildung ist weit mehr als Technik. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte digitale Möglichkeiten didaktisch sinnvoll einsetzen können und Schülerinnen und Schüler lernen, sich sicher, verantwortungsvoll und kompetent in der digitalen Welt zu bewegen. Genau dafür schafft der Digitalpakt 2.0 die Voraussetzungen. Bei der Mittelvergabe ist ein unbürokratisches Verfahren vorgesehen“, betonte die Bildungsministerin.

Derzeit erarbeitet das Land die landesrechtlichen Regelungen für die Förderung. Die Förderrichtlinie entsteht in enger Abstimmung mit den Kommunen, Landkreisen und Vertretungen der freien Schulen als Schulträger. „Der Digitalpakt 2 ist eine echte Investition in unsere Schulen. Mit den zusätzlichen Mitteln sorgen wir für die digitale Entwicklung in den nächsten Jahren und sichern moderne Bildung und gute Lernbedingungen an den Schulen“, so Oldenburg.

Ausbildung von Straßenwärterinnen und Straßenwärtern

Neuer Ausbildungsjahrgang startet in der Straßen- und Ausbildungsmeisterei Teterow – Dreizehn angehende Straßenwärterinnen und Straßenwärter verstärken die Straßenbauverwaltung

Teterow – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, begrüßt die neuen Auszu­bildenen in der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung des Landes in Teterow.

Wie gewohnt steht der Beginn des Septembers ganz im Zeichen des Nachwuchses für den Straßenbetriebsdienst des Landes: Am Dienstag, dem 1. September 2026, wurden in der Straßenmeisterei Teterow (Landkreis Rostock) dreizehn neue Auszubildende feierlich willkommen geheißen.

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, betonte bei der Begrü­ßung die Bedeutung der Nachwuchskräfte:

Damit der Verkehr auf den rund 6.370 Kilometern Bundes- und Landesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern zuverlässig rollt, leisten unsere rund 550 Straßenwärterinnen und Stra­ßen-wärter in 25 Straßenmeistereien täglich einen unersetz­lichen Dienst. Es ist eine Aufgabe mit großer Verantwortung.

Dass sich dreizehn junge Menschen für diesen wichtigen Beruf entschieden haben, freut mich außer­ordentlich. Passend dazu sensibilisieren wir mit unserer aktuellen Kam­pagne ‚#Respekt für StraßenwärterInnen‘ die Öffentlichkeit für mehr Rücksicht, Abstand und Schutz unserer Beschäftigten im Verkehrsraum. Ich heiße die Auszubildenden herzlich in unserer Straßen-baufamilie willkommen!

Abwechslungsreiche und praxisnahe Ausbildung

Das Berufsbild der Straßenwärterin und des Straßenwärters ist äußerst vielseitig. Im Zentrum stehen der Umgang, die Pflege und die Bedienung moderner Geräte, Werkzeuge und Spezialfahrzeuge. Darüber hinaus lernen die Auszubildenden die Instandsetzung von Straßen, Brücken und Radwegen sowie das fachgerechte Absichern von Unfall- und Baustellen. Auch der Landschafts- und Gehölzschutz gehört zum Auf­gabengebiet. Ergänzt wird die Praxis durch Kenntnisse im Stein-, Holz- und Betonbau, das Vermessen von Gelände­abschnitten sowie das Erstellen und Lesen technischer Zeichnungen und Skizzen.

Standorte und Lernorte

Die betriebliche Kernausbildung absolviert der Nachwuchs in der zentralen Straßen- und Ausbildungsmeisterei Teterow. Theoretisches Wissen wird am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Neustrelitz vermittelt, während ein über­betrieblicher Ausbildungsträger weitere praktische Lerninhalte übernimmt. Im Verlauf der dreijährigen Ausbildung folgen zudem praxisnahe Einsätze in verschiedenen regionalen Straßenmeistereien im ganzen Land.

Weitere Nachwuchskräfte in der Region

Neben den dreizehn Auszubildenden beim Land haben in Mecklenburg-Vorpommern sieben weitere Jugendliche ihre Ausbildung bei den Kommunen und Landkreisen aufge­nommen. Hinzu kommt ein neuer Umschüler bei privaten Bildungsträgern.

Apfelsaison startet: M-V erwartet mehr als 40 Prozent Ernteplus

Dodow – Heute Nachmittag (14 Uhr) eröffnet Agrarstaatssekretär André Konsolke bei der riha WeserGold Getränke GmbH & Co.KG in Dodow die Apfelsaison in Mecklenburg-Vorpommern- und die Aussichten sind deutlich besser als im vergangenen Jahr. Die Obstbaubetriebe des Landes erwarten 2026 eine Ernte von 24.000 bis 25.000 Tonnen Äpfeln. Das entspricht nahezu dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und bedeutet gegenüber der sehr schwachen Vorjahresernte ein Plus von mehr als 40 Prozent.

Agrarstaatssekretär Konsolke erklärt: „Nach dem schwierigen vergangenen Jahr können unsere Obstbaubetriebe mit deutlich besseren Ernteaussichten in die neue Saison starten. Rund 25.000 Tonnen wären ein ordentliches Ergebnis. Jetzt kommt es darauf an, dass die heimischen Äpfel auch ihren Weg zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern finden. Wer Äpfel, Säfte oder andere Apfelprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern kauft, unterstützt unsere Betriebe und sorgt dafür, dass Wertschöpfung im Land bleibt.“

Ganz ohne Wetterkapriolen verlief das Apfeljahr allerdings nicht. Auf milde Apriltage folgten teilweise sehr kalte Nächte, sodass Frostschutzberegnung mehrfach zum Einsatz kam. Größere Blütenfrostschäden blieben jedoch aus. Im Juni und Juli verursachten Hagel und Sonnenbrand lokal Schäden. Insgesamt kam Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise gut durch den Sommer: Das Land war deutlich weniger von Trockenheit betroffen als andere Regionen Deutschlands, was Wachstum und Fruchtentwicklung begünstigte.

Fast 90 Prozent der Apfelflächen ökologisch bewirtschaftet

In Mecklenburg-Vorpommern bauen 44 Betriebe auf 1.546 Hektar Äpfel an. Der Apfel ist damit mit großem Abstand die wichtigste Baumobstart des Landes. Eine Besonderheit: Fast 90 Prozent der Apfelanbaufläche werden inzwischen ökologisch bewirtschaftet.

„Das ist ein starkes Profil für den Apfelanbau in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig zeigt es, welche Leistungen unsere Betriebe für eine nachhaltige Landwirtschaft erbringen. Entscheidend ist aber, dass sich diese Leistung am Ende auch wirtschaftlich lohnt“, so Konsolke.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Verarbeitung: Während in anderen Anbauregionen der Tafelapfel eine größere Rolle spielt, werden in Mecklenburg-Vorpommern 85 bis 90 Prozent der Ernte zu Saft, Mark, Mus oder Trockenobst verarbeitet. Lediglich 10 bis 15 Prozent gelangen als Tafeläpfel in den Handel. Dieser hohe Verarbeitungsanteil ist deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt dafür, dass ein großer Teil der Wertschöpfung rund um den Apfel in der Region stattfindet.

Konsolke: Heimische Ware gehört ins Regal

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben dennoch herausfordernd. Die vergangene Tafelapfelsaison war von hohen Lagerbeständen und einer schwachen Nachfrage geprägt. Obwohl reichlich deutsche Ware verfügbar war, griff der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin auf Importäpfel zurück. Auch zum Start der neuen Saison trifft zunächst eingelagerte Ware aus dem Vorjahr auf die neue Ernte.

Konsolke appelliert deshalb auch an den Handel: „Eine gute Ernte ist für unsere Obstbaubetriebe nur dann eine gute Nachricht, wenn sie ihre Äpfel auch zu vernünftigen Preisen verkaufen können. Wenn heimische Ware verfügbar ist, sollte sie im Handel sichtbar und verlässlich angeboten werden. Regionalität darf kein Werbeversprechen bleiben – sie muss sich auch im Regal wiederfinden.“

Etwas Rückenwind könnte die Marktentwicklung bringen. EU-weit wird derzeit mit einer Apfelproduktion von rund 9,5 Millionen Tonnen gerechnet – etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr und damit voraussichtlich die kleinste EU-Apfelernte seit 2017. Auch für Deutschland wird eine deutlich geringere Ernte erwartet. Die Prognosen liegen zwischen rund 934.000 Tonnen und einer Million Tonnen Äpfeln.

Vor diesem Hintergrund rechnen Marktteilnehmer sowohl bei Tafel- als auch bei Verarbeitungsäpfeln mit besseren Erzeugerpreisen als in der vergangenen Saison.

„Für Mecklenburg-Vorpommern heißt das: Wir haben voraussichtlich eine ordentliche Ernte und zugleich die Chance auf bessere Marktbedingungen. Jetzt wünsche ich unseren Obstbaubetrieben eine erfolgreiche Saison – und den Verbraucherinnen und Verbrauchern guten Appetit. Denn regionaler kann der Herbst kaum schmecken“, so Konsolke.