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Land stärkt Resilienz und Lernförderung

Landesschülerrat, Landeselternrat und Bildungsministerium stellen neue Handreichung zur Resilienz- und Lernförderung vor

Schwerin – Wie können Schulen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, mit Belastungen umzugehen, Konflikte zu bewältigen und gleichzeitig erfolgreich zu lernen? Mecklenburg-Vorpommern setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz. Das Land verbindet Resilienzförderung mit der gezielten Unterstützung beim Lernen. Die neue Handreichung „Kinder und Jugendliche stark machen für die Zukunft: Resilienzförderung im Schulalltag“ zeigt Schulen konkrete Möglichkeiten auf, wie sie psychische Widerstandskraft, soziale Kompetenzen und Lernfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern stärken. Die Handreichung bietet Lehrkräften eine Auswahl an Übungen, die sich leicht in den Unterricht oder Schulalltag integrieren lassen.

Bildungsministerin Simone Oldenburg: „Die Folgen der Corona-Pandemie wirken bis heute nach. Schülerinnen und Schüler brauchen deshalb nicht nur Unterstützung, wenn es um Lernrückstände geht. Sie brauchen ebenso Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und Strategien, wie sie mit Belastungen und Konflikten umgehen können. Der Landesschülerrat und die Bundesschülerkonferenz haben zurecht immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Wir wollen Resilienzförderung deshalb stärker als verbindendes Element im Schulalltag verankern. Dazu gehören verlässliche Strukturen, klare Regeln, ein gutes Miteinander und konkrete Hilfen beim Lernen. Schulen sollen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche Orientierung und Sicherheit finden und ihre eigenen Stärken entwickeln können.“

Diana Zander, Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern: „Wir begrüßen die neue Handreichung zur Resilienzförderung sowie das Programm zur Lernförderung ausdrücklich. Kinder und Jugendliche müssen mit ihren Sorgen, Belastungen und individuellen Bedürfnissen ernst genommen werden. Gleichzeitig müssen die Eltern und Sorgeberechtigten über die vorhandenen Unterstützungsangebote informiert und Familien, die Hilfe benötigen, frühzeitig Orientierung und Zugänge zu passenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten ermöglicht werden. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und pädagogisches Personal nun niedrigschwellig und kompakt, auf praxisnahe Unterstützungsangebote zugreifen und daraus passgenau auswählen können, was vor Ort gebraucht wird. Entscheidend wird aber sein, dass neben den vielen Herausforderungen des Schulalltags auch die notwendigen Zeitressourcen dafür zur Verfügung stehen. Denn gute Angebote können nur dann wirken, wenn Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte auch die Zeit haben, hinzuschauen und zuzuhören, um Kinder und Jugendliche individuell zu begleiten.“

Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern: „Die Handreichung zur Resilienzförderung stellt eine gute Grundlage zur Verbesserung des Umgangs mit mentaler Gesundheit in Schulen dar. Wir sehen eine große Sensibilität innerhalb der obersten Schulbehörde gegenüber dem Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Jedoch bleibt es notwendig, strukturelle Veränderungen, beispielsweise bei der Fehlerkultur innerhalb unseres Schulsystems, einzuführen, um die Situation für uns Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.“

Die Handreichung bündelt praxisnahe Hinweise, Übungen und Maßnahmen. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte wählen daraus aus, welche Angebote zu ihrer Schule, ihrer Klasse und der jeweiligen Situation passen. Die Sammlung versteht sich ausdrücklich nicht als abschließendes Konzept, sondern als Werkzeugkasten für den Schulalltag. Die Handreichung und weitere Unterlagen stehen auf dem Bildungsserver MV zum Download bereit.

Im Mittelpunkt stehen soziale und strukturelle Schutzfaktoren. Dazu gehören transparente und für alle verständliche Regeln, ein respektvoller Umgang sowie regelmäßige positive Rückmeldungen zu Leistungen und Lernfortschritten. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und sozialen Einrichtungen spielt eine wichtige Rolle. Schülerinnen und Schüler sollen bei Bedarf frühzeitig Zugang zu kommunalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erhalten.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf einem resilienten Lernumfeld. Schulen können feste Bewegungs- und Entspannungszeiten in den Schulalltag integrieren und Rückzugsorte („Chill-out-Areas“) schaffen. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche stärker an der Gestaltung ihrer Schule beteiligt – etwa im Klassen- oder Schülerrat oder bei Patenschaften. Kooperationen mit Horten, Beratungsstellen, Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Krankenkassen und Hochschulen können das Angebot zusätzlich erweitern. Als Beispiele nennt die Handreichung unter anderem die Programme „Gute Gesunde Schule“, „Eigenständig werden“ und die Potenzialanalyse „Mission ICH“. Familienklassenzimmer und Familiengrundschulzentren stärken zudem die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten.

Auch das Miteinander in der Klassen- und Schulgemeinschaft hat eine zentrale Bedeutung. Willkommenswochen können Grundschulkindern den Einstieg erleichtern und von Anfang an eine Verbindung zur Schule schaffen. Klassenregeln, Geburtstagsrituale, Projekttage, Rollenspiele und Morgenkreise fördern das soziale Miteinander. Achtsamkeits-, Konzentrations- und Atemübungen tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche zu Ruhe kommen und ihr Wohlbefinden stärken.

Resilienzförderung wird dabei eng mit konkreter Lernförderung verbunden. Kompetenzorientierte Lernangebote sollen fachliches Lernen mit der Entwicklung von Lernkompetenzen verknüpfen. Individuelle Förderpläne und digitale Werkzeuge können dabei unterstützen. Lernrückstände und individueller Förderbedarf sollen früh erkannt werden, damit Lehrkräfte gezielt gegensteuern können und Schülerinnen und Schüler Lernfortschritte erreichen.

Ein konkretes Unterstützungsangebot gibt es bereits beim Zentralen Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) des Bildungsministeriums. Schülerinnen und Schüler können regelmäßig an einer digitalen Sprechstunde teilnehmen und dort vertraulich mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen über ihre Konflikte, Ängste und Sorgen sprechen. Die Anmeldung ist telefonisch unter 0385 588 7777 oder per E-Mail an leitstelle-zds@bm.mv-regierung.de möglich. Die nächsten Sprechstunden sind am Mittwoch, 2. September 2026, und Mittwoch, 16. September 2026, geplant. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 bis 6 können gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten an der Sprechstunde teilnehmen.

Wie gut, die Maßnahmen zur Resilienz- und Lernförderung wirken, soll regelmäßig überprüft werden. Die Handreichung nennt dafür unter anderem die Entwicklung von Kompetenzen, Veränderungen im Unterricht sowie die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Die Ergebnisse fließen in die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung ein.

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