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Männergesundheit: Früherkennung kann Leben retten

Schwerin – Männer in Mecklenburg-Vorpommern haben im bundesweiten Vergleich eine niedrige Lebenserwartung. Mit durchschnittlich 77 Jahren bei Geburt lag das Land 2025 auf dem vorletzten Platz unter den Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Frauen in Mecklenburg-Vorpommern erreichen dagegen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren und liegen damit im bundesweiten Mittelfeld.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin auch einen Anlass, die Männergesundheit stärker in den Blick zu nehmen. „Auch wenn die Lebenserwartung im Vorjahresvergleich leicht gestiegen ist, müssen uns diese Zahlen aufrütteln. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Männer in MV so viel früher sterben als Frauen. Natürlich gibt es dafür unterschiedliche Ursachen. Aber ein wichtiger Ansatzpunkt ist, dass Männer ihre Gesundheit ernster nehmen und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßiger nutzen. Wer erst zum Arzt geht, wenn Beschwerden auftreten, verschenkt wertvolle Zeit. Viele Erkrankungen lassen sich früh erkennen und dann besser behandeln“, betonte Drese.

Tatsächlich zeigen aktuelle Versorgungsdaten, dass Männer bei zahlreichen Früherkennungsuntersuchungen deutlich hinter Frauen zurückbleiben – und das sogar bei Angeboten, die beiden Geschlechtern gleichermaßen offenstehen. So nutzen nach den vorliegenden Daten nur gut 44 Prozent der anspruchsberechtigten Männer ab 35 Jahren den allgemeinen Gesundheits-Check-up. Bei Frauen sind es rund 50 Prozent. Besonders groß ist die Lücke bei der Krebsfrüherkennung: An der Untersuchung auf Prostata- und Genitalkrebs nehmen bundesweit nur etwa 25 Prozent der anspruchsberechtigten Männer teil. Auch beim Hautkrebs-Screening und beim Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung sind Frauen deutlich aktiver.

„Es geht dabei nicht darum, aus jedem gesunden Mann einen Patienten zu machen. Es geht darum, Risiken rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Ein Blutdruck-Check, eine Untersuchung der Prostata oder ein Hautkrebs-Screening können wichtige Hinweise liefern. Und gerade beim Darmkrebs kann Früherkennung sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht“, so Drese.

Die Ministerin appellierte deshalb insbesondere an Männer, den nächsten Arztbesuch nicht aufzuschieben: „Gesundheit ist keine Frage von Schwäche oder Stärke. Wer Verantwortung für sich und seine Familie übernimmt, sollte auch Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Mein Rat an alle Männer: Vereinbaren Sie einen Vorsorgetermin – nicht erst dann, wenn etwas wehtut. Die Angebote sind da, sie werden von den Krankenkassen bezahlt. Nutzen Sie sie!“

Diese Vorsorgeuntersuchungen sind für Männer kostenfrei

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Dazu gehören insbesondere:

  • Gesundheits-Check-up: Zwischen 18 und 34 Jahren einmalig, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie mögliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes untersucht.
  • Prostata- und Genitalkrebsfrüherkennung: Ab 45 Jahren jährlich.
  • Hautkrebs-Screening: Ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Ab 50 Jahren.
  • Ultraschall der Bauchschlagader: Männer ab 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas.
  • Lungenkrebsfrüherkennung: Seit April 2026 gibt es für starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren ein jährliches Screening mittels Niedrigdosis-CT, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die genannten gesetzlichen Früherkennungsleistungen sind zuzahlungsfrei. Nicht jede zusätzliche Untersuchung, die in einer Arztpraxis angeboten wird, gehört allerdings zum Leistungskatalog der Krankenkassen. Drese rät dazu, sich bei der jeweiligen Krankenversicherung über Leistungsangebote und -umfänge zu informieren.

Drese: „Niemand muss sich fürchten, zum Arzt zu gehen oder eine Untersuchung in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Vorsorge gibt Sicherheit und kann entscheidend dazu beitragen, länger gesund zu bleiben. Ich möchte deshalb gerade die Männer ermutigen, sich mit ihrem Hausarzt über die für sie passenden Untersuchungen zu verständigen. Es ist ein Termin, der sich lohnen kann – für das eigene Leben und für die Menschen, die einem wichtig sind.“

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