Umwelt-Staatssekretär André Konsolke: „Unsere Alleen prägen das Gesicht unserer Heimat und wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass es so bleibt“
Schwerin – Mit mindestens 4.374 Kilometern gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen ist Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland. Um dieses besondere Natur- und Kulturerbe zu erhalten, hat das Land im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Euro aus dem Alleenfonds eingesetzt.
Der Zustand der Alleen in Mecklenburg-Vorpommern ist jedoch kritisch. Auf der 21. Alleenfachtagung des BUND Mecklenburg-Vorpommern warnte André Konsolke in seinem Grußwort eindringlich vor einem schleichenden Verlust dieses identitätsstiftenden Kulturgutes. Neben der Harmonisierung bürokratischer Voraussetzungen bietet er eine stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden des Landes an.
„Wir verwalten vielerorts einen schwindenden Bestand“, stellte Konsolke klar. Während die majestätischen Altbäume das Ende ihrer Lebensphase erreichen, stocken die Nachpflanzungen. Besonders an den Kreis- und Gemeindestraßen im kommunalen Bereich sei die Lage prekär. Lücken im Straßenbild vergrößern sich rasant, während der Druck durch Straßenausbau und Verkehrssicherheitspflichten stetig wächst. Wenn jetzt nicht konsequent gegengesteuert werde, verliere das Land in den kommenden Jahrzehnten sein Gesicht.
Konsolke sieht in der Modernisierung von Rahmenbedingungen und rechtlichen Regelungen eine große Chance für den ländlichen Raum: „Der Wille, unsere Alleen zu schützen und zu pflegen, ist vor Ort überall spürbar. Jetzt gestalten wir die passenden Rahmenbedingungen, um diesem Engagement nachhaltig zu unterstützen.“ Ziel ist es, Genehmigungsverfahren durch beschleunigte Prozesse spürbar zu vereinfachen, damit der praktische Naturschutz künftig schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann. Bürokratie soll dabei zum Rückenwind für den ökologischen Verstand werden. Gemeinsam mit dem Minister bietet Konsolke hierfür die direkte Partnerschaft an, um als persönliche Ansprechpartner Brücken zu bauen und den Alleen-Schutz fit für die Zukunft zu machen.
Ein zentraler Schlüssel für den Erfolg liegt für Konsolke in der Interessenwahrnehmung der Kommunen. „Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Gemeindevertretungen sind die Gestalter unserer ländlichen Räume“, betonte er. Ihre praktischen Erfahrungen und Sorgen müssten gleichberechtigt in Entscheidungen einfließen. Nur wenn es gelinge, die Belange von Verkehrssicherheit, landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz gemeinsam mit den Kommunen an einen Tisch zu bringen, könne die notwendige Akzeptanz geschaffen werden.
Abschließend würdigte Konsolke das langjährige Engagement des Veranstalters: Der BUND Mecklenburg-Vorpommern leiste mit dieser Fachtagung seit über zwei Jahrzehnten einen unschätzbaren Dienst und biete die perfekte Plattform für den Dialog über konkrete Lösungen. Von der diesjährigen 21. Tagung müsse ein klares Aufbruchssignal ausgehen: Ein Ja zum Erhalt der Alleen und ein klares Ja zu schnellen, unbürokratischen Entscheidungen.