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Autor: Rügenbote

Schwesig: Strompreise für Bürger und Wirtschaft sinken

Schwerin – Verschiedene Stromanbieter in Mecklenburg-Vorpommern wie zum Beispiel die Stadtwerke Schwerin haben zum Jahreswechsel Preissenkungen angekündigt. „Viele Stromkunden in Mecklenburg-Vorpommern können im kommenden Jahr mit sinkenden Kosten rechnen. So kurz vor Weihnachten und dem Jahreswechsel sind das besonders gute Nachrichten“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Schwerin.

Für die Strompreissenkungen gebe es mehrere Ursachen. „Wir haben uns erfolgreich für eine bundesweit faire Verteilung der Netzentgelte starkgemacht. Seit Beginn des Jahres haben wir eine Regelung, die Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen, deutlich besserstellt. Das macht sich jetzt auch bei den Strompreisen bemerkbar“, sagte die Ministerpräsidentin. Die großen Netzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern WEMAG und E.DIS hätten ihre Netzentgelte im Vergleich zu 2024 beispielsweise fast halbieren können.

„Zum 1. Januar erfolgt der nächste wichtige Entlastungsschritt. Der Bund übernimmt dann einen Zuschuss zu den deutschlandweiten Übertragungsnetzkosten in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Auch davon werden die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern profitieren“, sagte Schwesig weiter.

Das Land stehe inzwischen auch im Bundesvergleich deutlich besser da. „Während in Mecklenburg-Vorpommern in der Vergangenheit häufig die höchsten Netzentgelte gezahlt werden mussten, hat sich das Bild innerhalb des vergangenen Jahres gedreht. Im bundesweiten Vergleich fallen die Entgelte in Mecklenburg-Vorpommern jetzt niedrig aus. Das ist eine deutliche Entlastung, von der auch unsere Wirtschaft profitiert: Mecklenburg-Vorpommern wird als Standort noch attraktiver“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Das Land werde sich auf Bundesebene weiter dafür einsetzen, dass die Stromsteuer auch für private Haushalte, das Handwerk und kleine und mittlere Unternehmen abgesenkt wird. „Es ist bei Bildung der Bundesregierung vereinbart worden, dass die Stromsteuer für alle abgesenkt wird. Das muss im Laufe der Wahlperiode umgesetzt werden“, forderte die Ministerpräsidentin.

Gepäckscanner erhöhen die Sicherheit an Justizzentren in M-V

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Der erste Scanner ist nach erfolgreicher Testphase in Neubrandenburg bereits in Betrieb.“

Schwerin – „Die Sicherheit in den Justizgebäuden ist mir ein wichtiges Anliegen. Die Einlasskontrolle ist in dem Zusammenhang sehr bedeutsam. Am Justizzentrum Neubrandenburg wurde über mehrere Monate der Einsatz eines Gepäckscanners getestet. Die Pilotphase wurde ausgewertet mit dem Ergebnis, dass nun ein Gepäckscanner hier fest installiert wurde. Ziel ist es, dass sich alle, die das Gerichtsgebäude betreten, sicher fühlen können.

Die Aufrechthaltung der Rechtspflege soll zudem ohne Zwischenfälle ablaufen. In den vier weiteren Justizzentren des Landes werden ab dem nächsten Jahr ebenfalls Gepäckscanner installiert“, kündigt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt an.

„Die Rückmeldungen aus dem Justizzentrum Neubrandenburg haben die Notwendigkeit der festen Installation bekräftigt. Der Einsatz des Gepäckscanners hat demnach wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit im Justizzentrum beigetragen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den Einsatz begrüßt. Die hohe Anzahl der Funde hat zudem gezeigt, dass die entsprechende Kontrolle sehr wirksam ist.

Die Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister haben allein in der Pilotphase monatlich rund 40 Gegenstände gefunden, die in einem Gerichtsgebäude nichts zu suchen haben. In den Taschen waren z. B. Taschenmesser, Cuttermesser, Schraubendreher, Abwehrsprays, Scheren und selbst die Nahkampfwaffe Kubotan, Teleskopschlagstock, Springmesser sowie Schlagringe. Diese Gegenstände sind gefährlich und gefährden vor allem die Sicherheit während der Verhandlung oder des Termins am Gericht“, sagte Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Förderung Mecklenburgische Seenplatte

Land fördert Tourismus sowie Rad- und Straßenverkehrsinfrastruktur im Landkreis

Waren(Müritz) – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute mehrere Zuwendungsbescheide für die Infrastruktur in der Mecklenburgischen Seenplatte übergeben. Das Land unterstützt damit zentrale Projekte zur Stärkung des Tourismus sowie zur Verbesserung der Rad- und Straßenverkehrsinfrastruktur in der Region.

Modernisierung des Müritzeums Waren

„Das Müritzeum ist ein touristisches Aushängeschild der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit der Förderung sichern wir seine Weiterentwicklung und stärken die Region als attraktive Destination für Gäste aus dem In- und Ausland. Davon profitieren der Tourismus, die heimische Wirtschaft und die Beschäftigung vor Ort gleichermaßen“, sagte Minister Dr. Blank.

Für die Neugestaltung und Modernisierung des Müritzeums Waren erhält der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine Zuwendung in Höhe von rund 3,136 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben des Vorhabens belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Euro.

Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gemäß der Infrastrukturrichtlinie des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ziel des Vorhabens ist die Errichtung, Modernisierung und Erweiterung öffentlicher touristischer Einrichtungen sowie die weitere touristische Erschließung des Geländes.

Stärkung des Radverkehrs am Tollensesee

„Mit dem Ausbau des Tollenseseeradrundwegs schaffen wir eine sichere und leistungsfähige Verbindung für den Alltagsradverkehr. Damit machen wir einen wichtigen Schritt hin zu moderner Mobilität, schaffen attraktive Verkehrswege für Einheimische und Gäste und verbessern die Lebensqualität für die Menschen vor Ort“, so Minister Dr. Blank.

Das Land fördert den Ausbau des Tollenseseeradrundwegs im Abschnitt von der Stadtgrenze Neubrandenburg bis zum Augustabad (Nemerower Holz) mit rund 818.000 Euro. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 1,09 Millionen Euro.

Der rund 2.000 Meter lange Abschnitt wird mit einer Breite von 2,5 bis 3 Metern ausgebaut. Die Maßnahme ist von hoher Bedeutung, da sie die einzige direkte Verbindung zwischen Klein Nemerow und Neubrandenburg darstellt. Die Förderung erfolgt mit Mitteln des Bundes gemäß der Radverkehrsinfrastrukturförderrichtlinie Mecklenburg-Vorpommern (RadFörderRL MV) über das Sonderprogramm „Stadt und Land“.

Ersatzneubau der Straßenüberführung bei Louisenfeld

Zudem übergab Minister Dr. Blank in Grabowhöfe einen Zuwendungsbescheid für den Ersatzneubau der Straßenüberführung über die Bahnstrecke Neustrelitz–Warnemünde bei Louisenfeld. Die Förderung erfolgt auf Grundlage der Richtlinie für Maßnahmen im Bereich des kommunalen Straßenbaus in Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauFöRL MV).

Die Zuwendung beträgt rund 2,75 Millionen Euro, die Gesamtausgaben des Vorhabens liegen bei rund 3,67 Millionen Euro. Mit dem Ersatzneubau wird die bestehende Eisenbahnüberführung zurückgebaut und durch ein neues Bauwerk mit regelkonformen Abständen ersetzt. Hintergrund ist die Streckenertüchtigung im Abschnitt Waren–Lalendorf und die vorgesehene Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h.

„Gerade kleinere Gemeinden dürfen mit solchen Vorhaben nicht allein gelassen werden. Der Ersatzneubau der Überführung bei Louisenfeld ist für die Gemeinde Grabowhöfe finanziell eine große Herausforderung. Deshalb unterstützt das Land hier gezielt und substanziell – nachdem wir bereits frühzeitig in den engen und vertrauensvollen Austausch getreten sind. Unser Ziel ist es, die kommunalen Belastungen auf ein vertretbares Maß zu begrenzen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu ermöglichen“, so Minister Dr. Blank.

Land stärkt Feuerwehren in MV mit moderner Technik

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahr 2025 erhebliche Mittel in die Modernisierung insbesondere der Freiwilligen Feuerwehren investiert. Mit einer landesweit umfangreichen Fahrzeugauslieferung wurde die Einsatzfähigkeit der kommunalen Feuerwehren nachhaltig verbessert.

„2025 war ein starkes Jahr für den Brandschutz in MV. Wir haben sehr viel moderne Technik auf die Straße gebracht – und damit die Menschen im Land spürbar besser geschützt. Ein besonderer Dank gilt hier auch den vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPBK), die nicht nur bei der Konzeption der einzelnen Fahrzeuge mit viel Leidenschaft dabei waren, sondern auch die Abnahmen bei den Herstellern jedes einzelnen Fahrzeuges mit sehr viel Sorgfalt selbst vorgenommen haben“, bilanziert Innenminister Christian Pegel und:

„Unsere Feuerwehren tragen Tag für Tag Verantwortung für die Sicherheit aller. Mit den neuen Fahrzeugen sorgen wir dafür, dass sie bestmöglich ausgestattet in ihre Einsätze gehen können – modern, leistungsfähig und verlässlich. Das ist ein klares Bekenntnis des Landes zu den Ehrenamtlichen und Berufsfeuerwehren gleichermaßen.“

Insgesamt wurden zwölf Löschgruppenfahrzeuge vom Typ LF 20, 24 Tanklöschfahrzeuge TLF 3000 sowie vier Löschgruppenfahrzeuge LF 10 insbesondere an die Freiwilligen Feuerwehren übergeben. Die Fahrzeuge gingen an alle Landkreise und stärken somit die Einsatzfähigkeit im gesamten Land.

Obwohl die Bereitstellung über das Land organisiert wurde, tragen die Gemeinden bzw. Ämter weiterhin den überwiegenden Teil der Kosten für die Fahrzeuge. In welchem Umfang einzelne Fahrzeuge durch das Land – etwa über Sonderbedarfszuweisungen – anteilig gefördert wurden, lässt sich nicht für jedes Fahrzeug konkret beziffern.

Zentralbeschaffung: Schnell, fair und zuverlässig

Über die zentrale Landesbeschaffung wurden 2025 zahlreiche neue Einsatzfahrzeuge ausgeliefert, die den modernen Anforderungen im Brand- und Katastrophenschutz entsprechen. Die zentrale Beschaffung von Einsatzfahrzeugen durch das Land hat sich als großer Gewinn für die Feuerwehren in unserem Land erwiesen. Sie sorgt für eine spürbare Entlastung der Kommunen, ermöglicht einheitliche technische Standards und gewährleistet eine deutlich schnellere Ausstattung der Wehren. Ein wesentlicher Vorteil für die Gemeinden und Ämter besteht zudem in der erheblichen Arbeits- und Kostenersparnis, da sie die komplexen Ausschreibungsverfahren nicht eigenständig durchführen müssen.

Durch gebündelte Aufträge kann das Land bessere Konditionen erzielen und moderne, leistungsfähige Fahrzeuge in großer Anzahl bereitstellen – effizient, wirtschaftlich und bedarfsgerecht. Die landesweite Verteilung zeigt zudem, dass die zentrale Beschaffung dazu beiträgt, regionale Unterschiede auszugleichen und die Einsatzfähigkeit im gesamten Land auf einem hohen Niveau zu sichern.

„Die zentrale Landesbeschaffung ist ein echter Motor für den Brandschutz in unserem Flächenland. Sie ermöglicht uns, moderne Technik dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird – schnell, fair und zuverlässig. Damit stärken wir nicht nur die Feuerwehren, sondern die Sicherheit des ganzen Landes“, so der Minister.

2026: Weitere Modernisierung im gesamten Land

Auch im kommenden Jahr setzt das Innenministerium den Modernisierungskurs konsequent fort. Ab Februar sollen monatlich vier bis sechs weitere LF 10 ausgeliefert werden. Zudem sind ein Gerätewagen Logistik, 15 Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeuge HLF 10, 14 Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wasser sowie drei Rüstwagen vorgesehen.

Auch bei diesen Fahrzeugkategorien kann Mecklenburg-Vorpommern von Kooperationen profitieren. So beteiligen sich Brandenburg und Thüringen an den Ausschreibungen für Gerätewagen Logistik und Tragkraftspritzenfahrzeuge. Die drei Rüstwagen für Gemeinden in MV stammen dagegen aus einer Ausschreibung des Landes Brandenburg. Auch künftig ist geplant, Ausschreibungen für besonders spezialisierte Fahrzeuge, für die der Bedarf im eigenen Land nicht ausreicht, um wirtschaftliche Rahmenverträge abzuschließen, gemeinsam zu gestalten. Brandenburg und Thüringen sollen sich daran beteiligen können. Dafür haben die Innenministerien der drei Länder einen entsprechenden Vertrag geschlossen.

„Die Herausforderungen im Brand- und Bevölkerungsschutz steigen – und wir reagieren frühzeitig. Die geplanten Beschaffungen stellen sicher, dass unsere Feuerwehren für die Einsatzlagen der Zukunft bestens vorbereitet sind. Das Engagement unserer Kameradinnen und Kameraden verdient die beste Ausstattung, die wir ihnen zur Verfügung stellen können. Jede einzelne Fahrzeugübergabe ist ein sichtbares Zeichen unserer Wertschätzung“, sagt Minister Christian Pegel.

Niemand soll an den Feiertagen einsam sein

Drese weist auf Angebote hin

Schwerin – Für viele Menschen steht die Weihnachtszeit für Nächstenliebe, Geborgenheit und gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden. Für Menschen, die sich einsam fühlen, können die Feiertage daher eine ganz besondere Herausforderung sein. „Ich bin sehr dankbar, dass auch in diesem Jahr wieder vielerorts Aktionen für Menschen, die nicht mit Familie oder Bekannten feiern können, bei uns im Land stattfinden“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese kurz vor den Feiertagen.

Zu einem Beisammensein vor Ort und einem gemeinsamen Essen laden etwa die Volkssolidarität in Ludwigslust und Parchim, die Gemeinde St. Anna und die Caritas in Schwerin oder der Treffpunkt andersARTick in Barth ein. Auch viele Kirchengemeinden organisieren festliche Veranstaltungen und die Initiative Keine(r)BleibtAllein bringt private Gastgeberinnen und Gastgeber mit Gästen zusammen. „Wer also Gemeinschaft sucht oder einfach mal einen Tapetenwechsel braucht, kann dank der engagierten Initiatorinnen und Initiatoren eine schöne Zeit mit anderen genießen“, so Drese.

Wer hingegen ortsungebunden nach Angeboten sucht, kann sich zur digitalen Weihnachtsfeier des Vereins „Wege aus der Einsamkeit“ am 25.12.2026 anmelden. Auch eigene Telefon- und Chatangebote stehen zur Verfügung. Etwa das Silbernetz-Feiertagstelefon für Menschen über 60, das unter der Telefonnummer 0800 470 80 90 von Heiligabend ab 08:00 Uhr bis Neujahr um 22:00 Uhr durchgängig verfügbar ist. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Jugendnotmail, die via Mail und Chat verfügbar ist und auch das Malteser Plaudernetz steht unter 0800 330 1111 allen Menschen offen, die zwischen 10:00 Uhr und 22:00 Uhr Plauder- und Gesprächspartner suchen.

Drese ermutigte Betroffene unterdessen, keine Scheu zu haben diese Angebote auch zu nutzen. „Zu Weihnachten muss niemand allein sein. Es bedarf vielleicht ein bisschen Mut, die ausgestreckte Hand zu ergreifen und Hilfe anzunehmen. Aber ich kann Ihnen versprechen: All diese Angebote existieren, weil sich die Veranstalterinnen und Veranstalter über Ihren Besuch freuen“, so die Ministerin.

Drese: „Gleichzeitig bitte ich alle Menschen in unserem Land: Schauen Sie auch nach Ihren Nachbarinnen und Nachbarn. Klingeln Sie vielleicht einmal mehr, hören Sie zu und schenken Sie Zeit. Oft reicht ein offenes Ohr oder eine kleine Geste, um jemandem das Gefühl zu geben, auch an den Feiertagen gesehen und nicht vergessen zu sein“, so die Ministerin abschließend.

Suchthilfe auf Augenhöhe

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese überbrachte persönlich die vorweihnachtlich frohe Botschaft an die Caritas: Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert unser Lots:innen-Netzwerk im Bereich Suchthilfe für das kommende Jahr.

Das Lots:innen-Netzwerk MV ist ein Angebot für Suchtkranke, die vor allem in der ersten Zeit nach Entzug oder Entgiftung Begleitung brauchen. Vieles muss neu gelernt werden, der Alltag türmt sich vor den Betroffenen gewaltig auf. Es wächst das Gefühl, allein zu sein und sich an niemanden wenden zu können, der wirklich versteht, was man durchmacht. Genau in dieser Situation kann das Lots:innen-Netzwerk MV helfen. Unsere ehrenamtlichen Lotsen in Rostock und Schwerin, Wismar, Neubrandenburg oder Parchim verstehen die Probleme der Suchtkranken. Schließlich haben sie vergleichbare Erfahrungen selbst gemacht und ihren Weg zurück ins gesellschaftliche Leben bereits gefunden. Jeder Lotse begleitet einen Betroffenen, hört zu und kann auf Augenhöhe Tipps geben, wie es gelingen kann, die Abhängigkeit ganz zu überwinden. Derzeit sind bis zu 20 Lots:innen im Einsatz, unter ihnen auch Angehörige von Suchtkranken.

Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, besuchte heute die Caritas im Norden in ihrer Geschäftsstelle in Schwerin, um noch vor Weihnachten die Frohe Botschaft für die Ehrenamtlichen und die Betroffenen zu überbringen, dass das Land nun dieses Angebot der Caritas im kommenden Jahr fördern wird. Frau Drese wurde in adventlicher Stimmung von Andreas Meindl, Vorstand der Caritas im Norden und Jennifer Schlaupitz empfangen und freute sich, die gute Nachricht überbringen zu können.

„In Mecklenburg-Vorpommern sind Suchterkrankungen weiterhin ein schwerwiegendes und dauerhaftes Problem. Oftmals sind ist die Hemmschwelle der Betroffenen oder die Scham über die Erkrankung jedoch so groß, dass sie sich davor scheuen, den Weg in unser Hilfesystem zu finden. Die Lotsinnen und Lotsen setzen genau hier an, indem sie niedrigschwellig, ohne erhobenen Zeigefinger und stattdessen basierend auf den eigenen Erfahrungen Zugang zu den Betroffenen finden. Oftmals sind die Lotsinnen und Lotsen der Caritas so das fehlende Glied zwischen der medizinischen Hilfe auf der einen und dem umfangreichen Angebot an Selbsthilfegruppen, Suchttherapien und Sozialer Beratung auf der anderen Seite. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir dieses Projekt und die engagierten Ehrenamtlichen nun auch als Land unterstützen können“, so die Ministerin.

Matthias Timmermann, Diözesancaritasdirektor, fügt hinzu: „Das Lots:innen-Netzwerk ist für die Caritas ein Herzensprojekt, denn das Engagement unserer insgesamt fast 1.700 Ehrenamtlichen zeigt, dass Solidarität und gesellschaftlicher Zusammenhalt vielen wichtig sind. Wir lassen nicht zu, dass Menschen aufgegeben werden, die eine schwere Zeit in ihrem Leben durchmachen.“

Entlastungen für Pendler, Gastronomie und Landwirtschaft

Berlin – Der Bundesrat hat heute mehrere Entscheidungen getroffen, die für das Land Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Bedeutung sind. So beschloss der Bundesrat die Anhebung der Pendlerpauschale, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie und die Wiedereinführung des vollen Agrardiesels. Außerdem werden die Ehrenamts- und die Übungsleiterpauschale angehoben.

Der Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie liegt künftig bei 7 Prozent. „Dafür hat sich Mecklenburg-Vorpommern immer eingesetzt. Für uns ist das ein wichtiges Thema. Wir sind ein starkes Tourismusland. Und haben nach der Corona-Pandemie an die guten Übernachtungszahlen aus der Zeit angeknüpft. Wir sehen aber auch, dass die Branche nach wie vor mit großen Herausforderungen zu kämpfen hat. Und gleichzeitig ist es wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gastro-Branche gut bezahlt werden. Deshalb halten wir die Absenkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent für richtig“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Das ist ein großartiger Erfolg. Ich danke unserer Ministerpräsidentin Manuela Schwesig für ihre Unterstützung und ihren Einsatz. Das ist ein wirklich mutmachendes Signal für das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern. Das zeigt: wenn Politik und Wirtschaft zusammenstehen, kann man grundlegende Verbesserungen für die Branche erreichen“, erklärte der Präsident des DEHOGA MV Lars Schwarz in einer ersten Reaktion.

Auch von der Erhöhung der Pendlerpauschale und der Wiederherstellung des Agrardiesels profitiere Mecklenburg-Vorpommern. „Für die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern, die oft lange Wege zur Arbeit zurücklegen, ist die Erhöhung der Pendlerpauschale eine ganz wichtige Entlastung“, sagte die Ministerpräsidentin. Mit der Wiedereinführung des Agrardiesels werde eine wichtige Forderung der Bauernproteste im vorletzten Winter aufgegriffen. „Die Landwirtinnen und Landwirte sorgen jeden Tag dafür, dass wir ausreichend zu essen haben. Und sie arbeiten 365 Tage im Jahr, auch am Heiligabend. Die Landesregierung hat bei den Bauernprotesten vor zwei Jahren immer an der Seite der Landwirte gestanden. Mit der vollständigen Wiederherstellung des Agrardiesels ist eine wichtige Forderung der Landwirte erfüllt.“

Das heute im Bundesrat beschlossene Gesetzespaket sieht weiterhin eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 840 auf 960 Euro und der Übungsleiterpauschale von 3000 auf 3300 Euro pro Jahr vor. „Es gibt viele Menschen in unserem Land, die sich im Ehrenamt für andere und für die Gemeinschaft engagieren. Dafür bin ich sehr dankbar. Und es ist richtig, dass dieses Engagement auch steuerlich besser berücksichtigt wird“, sagte die Ministerpräsidentin.

Modernisierung des Kreißsaals im Helios Hanseklinikum

Stralsund – Gute Nachrichten für das Helios Hanseklinikum Stralsund. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat heute einen Fördermittelbescheid über eine Million Euro überreicht, um den Kreißsaal komplett zu sanieren. Baubeginn ist 2027, doch die Planungen laufen bereits.

Nicht nur die Medizin entwickelt sich weiter, sondern auch der Anspruch werdender Eltern. Und der Stralsunder Kreißsaalbereich hält Schritt: Die geplanten Maßnahmen umfassen eine gestalterisch-optische und funktionale Weiterentwicklung sowie die Modernisierung von zwei Rooming-In-Zimmern auf der Wochenstation. Zudem sollen Medizingeräte erneuert werden und ein offener Tresen entstehen, um Patientinnen und deren Familien größtmöglichen Komfort und einen freundlichen Empfang zu bieten.

„Kinder sind unser größtes Glück. Es gibt deshalb keine bessere Investition in die Zukunft als die Modernisierung und Erweiterung eines Kreißsaals. Damit werden die Bedingungen für werdende Mütter und Familien deutlich verbessert. Und wir stärken damit voller Überzeugung langfristig die qualitative und quantitative geburtshilfliche Versorgung in der Region. Gleichzeitig ist diese Investition auch ein wirksames Instrument zur Fachkräftesicherung in der Klinik“, sagte Ministerin Drese bei ihrem Besuch in Stralsund.

„Das ist ein großartiger Tag für unser Krankenhaus“, sagt Klinikgeschäftsführer Michael Kabiersch. „Wir danken dem Ministerium für diese Unterstützung und verstehen dies als ein deutliches Signal für den Standort Stralsund und für Vertrauen, weiterhin eine hochwertige Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen sicherzustellen. Die werdenden Mütter und ihre Familien können sich auf eine moderne, freundliche Umgebung freuen, die in die Zeit passt und in der sie sich wohlfühlen können.“

„Stralsund ist unverzichtbar, um Kinder auf die Welt zu holen begleiten“, macht die leitende Ärztin der geburtshilflichen Abteilung, Wiebke Duwe, deutlich. Die Klinik deckt nicht nur den Landkreis ab. Dem Fachbereich vertrauen sich auch werdende Mütter aus dem gesamten Umland an. Dieses Vertrauen soll mit sanierten Kreißsälen weiterwachsen. Das Helios Hanseklinikum Stralsund betreibt ab 2026 die einzige Geburtshilfe im Landkreis und stellt mit ca. 800 Geburten im Jahr die drittgrößte Geburtsklinik in Mecklenburg-Vorpommern.

Für das gesamte Kreißsaal-Team geht mit der anstehenden Sanierung ein großer Wunsch in Erfüllung. „Für werdende Mütter ist eine Umgebung wichtig, die Sicherheit vermittelt und gleichzeitig Ruhe, Komfort und Selbstbestimmung ermöglicht. Die Modernisierung gibt uns die Chance, unsere Patientinnen in einem modernen, wohltuenden Ambiente zu begleiten. Und auch für uns Mitarbeiterinnen ist es ein großer Gewinn“, sagt Duwe.

Bis zur Eröffnung wird es aber noch ein wenig dauern. Der Baubeginn ist für 2027 geplant und die Fördermittel für das Haushaltsjahr 2027 eingestellt.

Mit dem Projekt stärken Ministerium und Hanseklinikum die geburtshilfliche Versorgung in der Region und setzen ein klares Zeichen für eine zukunftsfähige, familienorientierte Medizin.