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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Bund muss Schwebezustand bei der Krankenhausreform beenden

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat am Sonnabend auf dem Konvent der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie den schnellen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens bei der Krankenhausreform gefordert. Gleichzeitig verdeutlichte Drese, dass sich die Landesregierung bis zur Verabschiedung des Gesetzes vehement dafür einsetzt, dass die besonderen regionalen Gegebenheiten Mecklenburg-Vorpommerns – große Entfernungen, demografischer Wandel und Fachkräftesicherung – bei der Umsetzung der neuen Vorgaben angemessen berücksichtigt werden.

Die Ministerin betonte, dass die aktuellen Reformen auf Bundesebene, insbesondere die Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses sowie die Einführung neuer Leistungsgruppen im Rahmen der Krankenhausreform, einen tiefgreifenden Strukturwandel bedeuten. Sie verfolgen das Ziel, Qualität, Transparenz und Patientensicherheit zu stärken. Zugleich sind diese Veränderungen für die Kliniken, Fachdisziplinen und Beschäftigten mit großen Herausforderungen verbunden.

„Der derzeitige Schwebezustand führt zur großen Verunsicherung bei den Krankenhäusern und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch die für die Krankenhaus-Planung zuständigen Bundesländer erwarten eine zeitnahe Abstimmung des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) im Bundestag, damit Rechtssicherheit für die Krankenhausplanungsprozesse in den Ländern besteht“, sagte Drese anlässlich ihres Vortrags vor leitenden Thoraxchirurginnen und -chirurgen in Groß Nemerow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte).

Dazu gehört im Bereich der Thoraxmedizin, eine leistungsfähige Brustkorb- und Lungenchirurgie braucht klare Strukturen, verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Standorte, Personal und Weiterbildung, so Drese.

„Der Konvent, den in diesem Jahr Mecklenburg-Vorpommern ausrichten darf, bietet aus meiner Sicht eine wichtige Plattform, um die Auswirkungen der neuen Regelungen offen zu diskutieren und fachlich fundierte Perspektiven zu entwickeln“, sagte die Ministerin.

Der Konvent der Leitenden Thoraxchirurginnen und Thoraxchirurgen ist eine wichtige Arbeitsgruppe innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), die die Interessen der Chefärzte und leitenden Ärzte in der nicht-universitären Thoraxchirurgie vertritt, sich mit berufspolitischen Themen, Qualitätssicherung und Weiterbildung beschäftigt und regelmäßig Fachtagungen organisiert, um den Austausch und die Vertretung des Fachbereichs zu stärken. Er dient als Plattform, um gemeinsame Herausforderungen anzugehen, wie z.B. die Ambulantisierung und die Krankenhausstruktur, und arbeitet eng mit anderen Fachverbänden zusammen, um die Stimme der Thoraxchirurgie zu verstärken.

Ministerin Drese zu Besuch bei der Aidshilfe

Rostock – Am Donnerstag, den 15.01.2026, besuchte Gesundheitsministerin Stefanie Drese die Aidshilfe in Rostock und folgte damit der Einladung des gemeinnützigen Vereins. Im gemeinsamen Gespräch informierten der Sexualpädagoge (gsp) Tom Scheel und der Sozialarbeiter Robert Holz über ihre Arbeit und die aktuellen Herausforderungen.

Die Rostocker Aidshilfe trägt den Namen Centrum für Sexuelle Gesundheit (CSG). Das Fachkräfteteam führt Veranstaltungen der sexuellen Bildung mit Kindern und Jugendlichen durch, begleitet HIV-positive Menschen und bietet Beratung zu Themen der Sexualität sowie STI-Testungen an.

Im Jahr 2025 sind die Beratungsanfragen und Testzahlen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen im CSG deutlich gestiegen. Eine Ursache für diese Entwicklung sehen die Aidshilfe-Mitarbeiter im Rückzug anderer öffentlicher Stellen im Gesundheitswesen aus diesem Bereich. So gab es einen partiellen Ausfall beim Gesundheitsamt (GA) der Hansestadt Rostock und hat das Landesgesundheitsamt seine HIV- und STI-Sprechstunde zum Jahresanfang eingestellt.

„Das CSG leistet seit Jahrzehnten sehr gute Arbeit. Mit nur zwei Mitarbeitern sind sie in drei Kommunen im Bereich STI-Beratung und Prävention tätig“, äußerte Ministerin Drese ihre Anerkennung für das Engagement der Aidshilfe und sagte dieser ihre volle Unterstützung zu.  So sah die Ministerin u.a. Potentiale in gemeinsamen öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

Drese: „Die Gewährleistung eines erreichbaren Test- und Beratungsangebotes für sexuell übertragbare Erkrankungen sowie die Stärkung von Prävention und Aufklärung ist enorm wichtig. Die Anzahl von Personen, die von ihrer HIV-Infektion noch nichts wissen, muss weiter reduziert werden. Sobald die Infektion bekannt ist, kann eine wirksame Therapie begonnen werden. Die Personen erkranken dann nicht mehr an AIDS und HIV-Neuinfektionen werden weiter reduziert.“

Drese äußerte vor diesem Hintergrund ihre Erwartung, darüber, dass das Gesundheitsamt der Hansestadt Rostock personell wieder so aufgestellt wird, dass die gemäß § 19 IfSG pflichtige Aufgabe wieder aufgenommen werden kann.

In MV leben nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts rund 1.000 Menschen mit einer HIV-Infektion, von denen ca. 200 nichts von ihrer Infektion wissen. 2024 kam es zu 60 Neuinfektionen, 5 Menschen starben an den Folgen. Eine HIV-Infektion ist heute gut behandelbar. Frühzeitig diagnostiziert und therapiert ist eine normale Lebenserwartung möglich. Wichtig dafür seien vor allem Wissen um Risiken und niedrigschwellige Testangebote, so Tom Scheel und Robert Holz vom CSG.

Aus dem alten Kinderhaus wird das neue „ELKI“

30 Millionen Euro als Startschuss für das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock

Die Landesförderung ist Teil eines Gesamtinvestitionsvolumens von rund 100 Millionen Euro, das in den kommenden Jahren in die Neuausrichtung der pädiatrischen und geburtshilflichen Versorgung in Rostock fließt.

Rostock – Mit der Übergabe des ersten Fördermittelbescheids in Höhe von 30 Millionen Euro aus Mitteln des Landeskrankenhausgesetzes nimmt das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock (ELKI) der Universitätsmedizin Rostock (UMR) und des Klinikum Südstadt Rostock (KSR) weiter deutlich Fahrt auf. Gesundheitsministerin Stefanie Drese überreichte heute den ersten Förderbescheid im Klinikum Südstadt Rostock. Dort soll eines der Herzstücke des neuen ELKI entstehen.

Die Landesförderung ist Teil eines Gesamtinvestitionsvolumens von rund 100 Millionen Euro, das in den kommenden Jahren in die Neuausrichtung der pädiatrischen und geburtshilflichen Versorgung in Rostock fließt. Jeweils rund 50 Millionen Euro werden in die beiden Standorte – das Klinikum Südstadt Rostock und die Universitätsmedizin Rostock – investiert. Auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock beteiligt sich mit 20 Millionen Euro an dem Projekt.

„Wir investieren voller Überzeugung 30 Millionen Euro in die Spitzenmedizin am Standort Rostock und damit in die Zukunft unserer Kinder“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Mit dem ELKI wird sich die Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen in Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern verbessern, da es die Kompetenzen der Unimedizin im Bereich Pädiatrie und Kinderchirurgie und des Klinikums Südstadt im Bereich Geburtshilfe und Neonatologie kombiniert. Zusätzlich bindet das ELKI niedergelassene Kinderärztinnen und -ärzte ein. Dadurch entsteht eine sektorenübergreifende, interdisziplinäre Versorgung, die weit über die Region Rostock hinausreicht. Dass die 30 Millionen Euro im Landeshaushalt zur Verfügung stehen, zeigt, wir haben immer an das ELKI geglaubt und entsprechende Vorsorge getroffen“, so Drese.

Auch Wissenschaftsministerin Bettina Martin zeigte sich in Schwerin erfreut über das Tempo, mit dem das gemeinsame Vorhaben nun vorangetrieben wird. „Ich freue mich, dass mit dem Neubau am Standort Südstadt der erste greifbare Schritt zur Umsetzung des neuen standortübergreifenden Eltern-Kind-Zentrums in Rostock gemacht wird. Die Umsetzung des gemeinsam erarbeiteten Konzepts wird nicht nur die Versorgung der Mütter und Neugeborenen in Rostock und Umgebung verbessern, sondern auch einen klaren Fortschritt für Forschung, Lehre und Ausbildung von jungen Medizinerinnen und Medizinern bringen. Endlich wird die Neonatologie in Rostock akademisch. In einem weiteren Schritt müssen nun auch die infrastrukturellen Voraussetzungen am Standort Schillingallee geschaffen werden. Mit dem Haushaltsbegleitgesetz haben wir dafür die Grundlage geschaffen. Die Universitätsmedizin kann nun die notwendigen Investitionen in eigener Bauherreneigenschaft tätigen. Die Planungen laufen auch auf Hochtouren. Nach allem, was ich aus den Kliniken höre, wird der neue Kooperationsgedanke bereits aktiv gelebt. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken.“

Bereits am 9. Juli vergangenen Jahres hatten die Universitätsmedizin Rostock und das Klinikum Südstadt Rostock die Gründung eines gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums vereinbart. Ziel ist es, zwischen der UMR und dem KSR eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere medizinische Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen in der Region sicherzustellen. Die medizinischen Fachbereiche bleiben an ihren jeweiligen Standorten verankert, werden jedoch organisatorisch und digital eng miteinander verzahnt.

„Mit der heutigen Förderzusage bekommt dieses für Rostock so wichtige Projekt einen kräftigen Schub. Es freut mich sehr, dass das Thema jetzt ordentlich Fahrt aufnimmt und alle Beteiligten – Land, Stadt, Universitätsmedizin und Klinikum Südstadt – an einem Strang ziehen. Auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock leistet mit einer Investitionssumme von 20 Millionen Euro einen klaren Beitrag dazu, dass hier ein zukunftsweisendes Eltern-Kind-Zentrum für unsere Familien entstehen kann“, unterstrich Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.

Kooperationsvertrag, Medical Board und Planungsstart

Hinter den Kulissen befindet sich das Projekt ELKI bereits in einer intensiven Umsetzungsphase. Beide Partner arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, den Kooperationsvertrag Anfang des Jahres zu finalisieren. Dafür sind umfangreiche Zuarbeiten, Abstimmungen und Festlegungen in zahlreichen Themenfeldern erforderlich, von medizinischen Standards über IT-Infrastruktur bis hin zu Personal- und Organisationsfragen.

Begleitend dazu wurde ein gemeinsames Medical Board eingerichtet, das die medizinische und inhaltliche Ausgestaltung des ELKI verantwortet. Es entwickelt unter anderem gemeinsame Behandlungsstandards (SOPs), Therapie- und Gerätekonzepte, digitale Kommunikationslösungen sowie eine einheitliche Patienten- und Datenstruktur und Qualitätsrichtlinien.

Zugleich wurden bereits die Weichen für die bauliche Umsetzung gestellt. Am Klinikum Südstadt Rostock hat der Klinikausschuss der Rostocker Bürgerschaft die Einleitung eines Vergabeverfahrens für Planungsleistungen für den ELKI-Neubau beschlossen. Damit ist der Einstieg in die konkrete Bauplanung erfolgt.

„Was wir hier aufbauen, ist kein gewöhnliches Bauprojekt, sondern die medizinische und organisatorische Neuaufstellung der Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Familien in der gesamten Region. Der Aufwand in der Vorbereitung ist enorm – von der Abstimmung der Behandlungswege über Sicherheits- und Qualitätsstandards bis hin zu IT-, Geräte- und Logistikkonzepten. Genau das ist aber notwendig, damit das neue ELKI höchste Patientensicherheit, medizinische Qualität und effiziente Abläufe gewährleisten kann“, erklärte heute Prof. Dr. Jan Roesner, Ärztlicher Direktor des Klinikum Südstadt Rostock.

„Mit großem Einsatz für Kinder und ihre Familien treibt die Universitätsmedizin Rostock die bauliche Umsetzung des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums konsequent voran. Mit dem Abschluss der Machbarkeitsstudie zur Kernsanierung und zum teilweisen Neubau der Kinder- und Jugendklinik ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Als nächster Schritt werden nun die Hochbauplanungen beauftragt“, sagte Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock. „Das Eltern-Kind-Zentrum steht dabei für eine zukunftsweisende gemeinsame Lösung von Universitätsmedizin Rostock und Klinikum Südstadt Rostock, die die kindermedizinische Versorgung in der Region Rostock nachhaltig stärkt.“

Geburtenstation, Neonatologie und OP eng verzahnt

Ein zentraler Baustein des neuen Eltern-Kind-Zentrums entsteht im markanten ehemaligen Kinderhaus auf dem Campus des Klinikum Südstadt Rostock. Auch wenn die Kinderklinik dort schon vor vielen Jahren ausgezogen ist, bleibt das Gebäude für viele Rostockerinnen und Rostocker ein prägendes Symbol und erhält nun eine neue, zukunftsweisende Aufgabe.

Mit der Fertigstellung des ebenfalls in der Planung befindlichen neuen Bettenhauses kommt es zu Umzügen innerhalb des Klinikum Südstadt Rostock. Mehrere Klinikstationen aus dem Haupthaus werden im neuen Bettenhaus untergebracht. Die derzeit im Kinderhaus untergebrachten Ambulanzen und Tageskliniken können somit in zwei Jahren in die freigewordenen Bereiche im Haupthaus ziehen.

Geplant ist anschließend eine ressourcenschonende Sanierung von Teilen des Kinderhauses in Kombination mit einem Neu- und Anbau für moderne Funktionsbereiche. In dem dann erweiterten Gebäude sollen künftig die Klinik für Neonatologie und die Geburtenstation, die Kreißsäle, ein Operationssaal sowie die Poliklinik angesiedelt werden, alles unter einem Dach, räumlich eng verzahnt und auf kurze Wege optimiert. Der Hörsaal soll erhalten bleiben.

„Das ehemalige Kinderhaus ist ein prägendes Gebäude auf unserem Campus mit Anbindung an das Haupthaus und es bekommt jetzt eine neue, hochmoderne Zukunft als Teil des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums“, erläuterte Steffen Vollrath, Verwaltungsdirektor des Klinikum Südstadt Rostock.

Hier entsteht ein neuer Kreißsaal in Verbindung mit einer modernen attraktiven Entbindungsstation mit vielen Familienzimmern Wand an Wand mit dem Intensivbereich der Frühchenversorgung. Auf der Neonatologie sollen erstmals Familienzimmer eingerichtet werden, so dass die Eltern auch dort direkt bei ihren Neugeborenen sein können. Ergänzt wird das neue Eltern-Kind-Zentrum durch einen umfassenden ambulanten Bereich der Poliklinik. Somit entsteht in der Gesamtheit ein neues hochmodernes Geburtszentrum, das über einen eigenen Haupteingang verfügen wird. „Mit unserem ELKI, welches wir in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Rostock betreiben werden, möchten wir baulich, medizinisch und funktional neue Maßstäbe setzen“, so Vollrath.

Klarer Zeitplan bis zur Fertigstellung

Die vorbereitenden Baumaßnahmen am Standort Klinikum Südstadt Rostock beginnen bereits jetzt. Der Baubeginn ist vorbehaltlich aller baufachlichen Prüfungen und Genehmigungen für Mitte 2027 vorgesehen. Parallel dazu plant auch die Universitätsmedizin Rostock umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen, um an beiden Standorten ein leistungsfähiges, vernetztes und zukunftsfähiges Eltern-Kind-Zentrum zu realisieren. Mit der Fertigstellung des neuen ELKI-Standortes am Klinikum Südstadt Rostock wird 2030 gerechnet.

Am neuen standortübergreifenden Eltern-Kind-Zentrum Rostock bleiben die jeweiligen medizinischen Fachbereiche Pädiatrie, Kinderchirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie an den bisherigen Standorten und in der aktuellen Trägerschaft bestehen (s. Überblick). Die Universitätsmedizin Rostock soll mittelfristig die akademische Leitung der Neonatologie am Standort des Klinikum Südstadt Rostock übernehmen. Notwendige kinderchirurgische Operationen an Neugeborenen werden künftig direkt am Klinikum Südstadt Rostock durchgeführt. Das Leitungsgremium wird aus Vertretern der UMR und des KSR gebildet. An beiden Standorten wird in den Neubau und Modernisierung der Infrastruktur mit dem Ziel eines funktionstüchtigen und gelebten Eltern-Kind-Zentrums investiert.

Drese spricht sich für Neuregelung der Organspende aus

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese wirbt für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende. „Das ist eine große Chance, mehr Spenderinnern und Spender zu gewinnen und so im wahrsten Sinne des Wortes Leben zu retten“, sagte Drese anlässlich der am Dienstag veröffentlichen Organspendezahlen 2025 durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

Danach haben im vergangenen Jahr bundesweit insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das sind 32 mehr als im Jahr 2024 und entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner. In Mecklenburg-Vorpommern haben mit 22 Menschen genauso viele Organe gespendet wie 2024. Die Quote in MV liegt bei 14 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner.

„Diese leicht positive Entwicklung ist ermutigend. Dennoch besteht weiterhin ein Mangel an Spenderorganen. Allein in unserem Bundesland warten 201 Patientinnen und Patienten dringend auf ein Spenderorgan“, betonte Drese.

Gleichzeitig sei aus diversen Erhebungen bekannt, dass die meisten Menschen einer Spende grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Es fehlt aber häufig eine dokumentierte Entscheidung, was dazu führt, dass Angehörige in einer meist extrem emotionalen und belasteten Situation stellvertretend entscheiden müssen.

„Eine gesetzliche Änderung des Transplantationsgesetzes mit der Einführung einer Widerspruchsreglung fördert die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende. Angehörige würden dagegen davon entlastet werden, in einer Ausnahmesituation eine Entscheidung für die sterbende Person zu treffen“, verdeutlichte Drese.

Wer nicht spenden möchte, könne dies rechtssicher festhalten und bindend hinterlegen. Wer hingegen nicht widerspricht, hilft im Ernstfall mit einer Organspende möglicherweise mehreren schwerkranken Menschen, so die Ministerin.

Drese hofft, dass der Bundestag zügig eine Gesetzesinitiative des Bundesrates von Ende September 2025 aufgreift und die Einführung der Widerspruchslösung gesetzlich regelt. Die Bundesregierung hatte in einer Stellungnahme zum Gesetzentwurf darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine ethische Problematik handele, die als Gewissensentscheidung von den Abgeordneten und somit aus der Mitte des Bundestages zu beantworten sei.

Drese: „Ich hoffe auf eine klare Mehrheit für die Widerspruchslösung bei der Organspende. Dann könnten mehr Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind, ein lebensrettendes Organ erhalten.“

Zukunft des Ehrenamtes

Landesregierung legt erstmals Engagementstrategie für Mecklenburg-Vorpommern vor

Schwerin – Freiwilliges Engagement ist in Mecklenburg-Vorpommern ein tragender Bestandteil für eine vielfältige, solidarische und lebendige Gesellschaft. Es bietet die Möglichkeit zur Mitbestimmung und Mitwirkung und steht für eine aktive Zivilgesellschaft. „Um die positive und vielseitige Entwicklung des Ehrenamtes in Mecklenburg-Vorpommern zu befördern und unterstützen gibt es nunmehr erstmals eine Landes-Engagementstrategie“, teilte Sozialministerin Stefanie Drese nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin mit.

Die Strategie, die den Titel „Gemeinsam den Wandel gestalten“ trägt, entstand nach Aussage von Drese unter Einbeziehung fachlicher Expertise und landesspezifischer Untersuchungen in einem umfangreichen Beteiligungsprozess mit vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Zusätzlich hatten insgesamt 33 Vereine und Verbände die Möglichkeit zur Stellungnahme.

„Die Engagementstrategie betrachtet aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen freiwilligen Engagements in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig enthält sie einen Katalog von Maßnahmen, um zukünftig leichter neue Engagierte zu gewinnen, eine vielfältige Teilhabe zu ermöglichen und die Rahmenbedingungen des Engagements zu verbessern“, verdeutlichte Drese.

Entstanden sei so eine Strategie, die in sieben Handlungsfeldern auf die Herausforderungen und Chancen des Engagements im Land eingeht. „Diese beschäftigen sich zum Beispiel mit einer öffentlichkeitswirksamen Ansprache von Interessierten und einer professionellen Begleitung der Engagierten, einer angepassten Förderpolitik, dem Bürokratieabbau, der Unterstützung von Netzwerken und Kooperationen sowie der Erreichbarkeit des Engagements – digital und vor Ort“, hob Drese hervor.

Ein besonderes Augenmerk liege zudem auf der Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen selbst. Sie sollen ermutigt werden, ihre Strukturen, Kommunikationswege und Beteiligungsformen regelmäßig zu reflektieren, um neue Engagierte leichter zu gewinnen und schon Aktive besser zu halten.

Drese: „Mit einer Engagementquote von knapp 40 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren engagieren sich mehrere hunderttausend Menschen in unserem Land. Sie alle stehen jedoch auch vor größer werdenden Herausforderungen. Das betrifft den demografischen Wandel und damit verbunden die Mitgliedergewinnung, den Wandel der Engagementformen, aber auch bestehende rechtliche und bürokratische Hürden. Damit das Ehrenamt auch in Zukunft stark bleibt, müssen wir als Land die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und stetig weiter verbessern. Genau das tun wir mit der neuen Engagementstrategie“, so die Ministerin.

Modernisierung der Notaufnahme Pasewalk

Drese sieht Modernisierung der Notaufnahme Pasewalk als bundesweit richtungsweisend

Pasewalk – Mit sechs Millionen Euro fördert das Land den Anbau der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik in Pasewalk. Damit wird hauptsächlich die Erweiterung durch Untersuchungs- und Behandlungsräume, Isolationszimmer sowie einem septischem und einem aseptischem Eingriffsraum ermöglicht. Dies gab Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Freitag in Schwerin bekannt.

„Das ist eine Zukunftsinvestition und ein klares Zeichen für die große Bedeutung der Klinik Pasewalk als wichtiger Krankenhausstandort in der dünn besiedelten Region“, hob Drese hervor. „Durch die notwendige Modernisierung und Erweiterung der Notaufnahme stärken wir die Versorgungsqualität und helfen mit, das Krankenhaus zukunftsfähig zu machen“, so die Ministerin.

Drese verdeutlichte, dass die Bedeutung einer funktionalen Notaufnahme, die in der Lage ist verschiedene Arten von Notfällen zu bewältigen, stetig zunehme. „Gerade angesichts der bevorstehenden Krankenhausreform ist es sinnvoll, die Grundversorgung in ländlichen Regionen zu sichern. Die Krankenhausreform sehe vor, dass spezifische Abteilungen wie Notfallmedizin, Intensivmedizin, Pädiatrie und Geburtshilfe eine zusätzliche finanzielle Förderung erhalten, unabhängig von der reinen Fallzahl.

Nach Aussage von Drese hat die Analyse der Fälle der Asklepios Klinik Pasewalk ergeben, dass der Standort für die Versorgung in Notfällen eine relevante Rolle in der Region einnimmt und die Erreichbarkeit in MV und auch in Teilen Brandenburgs sicherstellt. Die Wichtigkeit des Standortes habe sich zudem vor dem Hintergrund eines veränderten Leistungsangebotes in Prenzlau erhöht.

Darüber hinaus erfülle die Modernisierung der Notaufnahme in Pasewalk den Zweck der Notfallreform, eine bundesweit einheitliche und effektivere Notfallversorgung zu schaffen. Ziel sei es, Patienten schneller in die passende Behandlung zu leiten, die Notaufnahmen und Rettungsdienste zu entlasten und eine bessere Koordination zu ermöglichen.

„Mit der neuen Struktur der Notaufnahme des Krankenhauses in Pasewalk werden die Bereiche Rettungsdienst, Leitstelle, Krankenhaus und ambulante Versorgung besser verzahnt und entwickeln sich zu sektorenübergreifenden Notfallversorgungsstrukturen, sodass immer eine bedarfsgerechte medizinische Erstversorgung bereitsteht“, so Drese.

„Das modernisierte Krankenhaus ist somit wesentlicher Bestandteil einer leistungsstarken Notfallversorgung. Das ist bundesweit richtungsweisend“, sagte Ministerin Drese.

Ein Transporter für moderne Jugendarbeit

Drese übergibt Fördermittelbescheid an gemeinnützige Jugendhilfe in Rostock

Rostock – Zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene in Rostock und im nordöstlichen Umkreis profitieren jedes Jahr von den Angeboten des gemeinnützigen Vereins „Jugendhilfe Stadt und Land e.V“. Ob in Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, in Projekten der Jugendsozialarbeit, in der Berufsfrühorientierung oder auf einem der zahlreichen Ausflüge – der Verein unterstützt, berät und fördert soziale Kompetenzen. Damit hiervon künftig noch mehr junge Menschen profitieren können, hat Sozial- und Jugendministerin Stefanie Drese dem Verein heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 26.800 Euro übergeben.

Mit den Mitteln aus dem Bürgerfonds des Landes soll der Kauf eines Transporters ermöglicht werden. „Denn Mobilität ist eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe. Gerade Jugendliche aus ländlichen oder strukturschwachen Regionen sind häufig darauf angewiesen, dass Angebote zu ihnen kommen oder sie zuverlässig zu Bildungs-, Freizeit- und Beteiligungsformaten gebracht werden können“, erklärte Drese bei der Übergabe.

Bisher besaß der Verein lediglich ein kleineres Auto mit zu wenig Sitzplätzen, so dass es regelmäßig zu Mehrfachfahrten und logistischen Herausforderungen kam. „Nun können die Angebote der Jugendarbeit endlich flexibler und größer gestaltet werden, wenn das Hindernis der Mobilität aus dem Weg geräumt ist und mehr junge Menschen gemeinsam an Ausflügen oder Veranstaltungen teilnehmen können“, hob die Ministerin hervor. Auch Messebesuche oder die Inanspruchnahme von Weiterbildungsangeboten werden so besser möglich.

Drese: „Für die rund 300 Jugendlichen, die die Angebote der Jugendhilfe Stadt und Land e.V jedes Jahr in Anspruch nehmen, wird das ein riesiger Zugewinn sein und ich freue mich sehr, dass wir sie und die regionale Jugendarbeit auf diesem Wege mit Landesmitteln unterstützen können.“

Schwesig würdigt Hospizarbeit des Neubrandenburger Dreikönigsvereins

Neubrandenburg – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat  beim Benefizabend des Dreikönigsvereins Neubrandenburg dessen Arbeit gewürdigt. „Der Dreikönigsverein Neubrandenburg zeigt, wie viel Herz, Verantwortung und Solidarität bewegen können“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Schwesig lobte insbesondere die Hospizarbeit des Vereins: „Sie schenken Menschen in ihrer letzten Lebensphase etwas, das unbezahlbar ist: Würde, Nähe und Geborgenheit.“ Schwesig hatte vor dem Benefizabend gemeinsam mit Landesbischof Tilman Jeremias und Regina Prachtl das Dreikönigshospiz in Neubrandenburg besucht. „Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit, die dort geleistet wird. Sie unterstützen die Schwerstkranken ebenso wie ihre Angehörigen.“ Jede Spende für die Hospizarbeit sei wichtig.

Die Hospize und Hospizdienste im Land würden eine unverzichtbare Arbeit für schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen leisten. „Die Landesregierung hilft, wo besondere Lücken geschlossen werden müssen, wie aktuell beim ersten Kinder- und Jugendhospiz in Stralsund. Gleichzeitig schauen wir darauf, wie die Einrichtungen besser zusammenarbeiten können. So wächst mit jedem Schritt ein Netz, das den Menschen in allen Regionen unseres Landes noch besser zur Seite stehen soll.“