Menü Schließen

Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Zukunft des Ehrenamtes

Drese stellt auf Fachtag neue Engagementstrategie vor

Schwerin – Die Eckpunkte der neuen Engagementstrategie des Landes stellte Sozialministerin Stefanie Drese jüngst auf dem Fachtag des Seniorenrings MV zur Zukunft des Ehrenamtes vor. Ziel der Strategie ist es, freiwilliges Engagement im Land sichtbarer, zugänglicher und attraktiver zu gestalten, erklärte die Ministerin vor den rund 60 Gästen.

„In Zeiten, in denen gesellschaftliche Fliehkräfte zunehmen, spielt das Ehrenamt eine besonders große Rolle. Denn auf die Frage: Was hält uns zusammen? lautet die Antwort oft: Das gemeinsame Sporttreiben im Verein. Die engagierten Nachbarn, die älteren Menschen beim Einkaufen helfen. Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche, der Heimatverein oder das Dorffest “, erklärte Drese.

Die Ministerin würdigte in diesem Zuge das vielfältige Engagement in Mecklenburg-Vorpommern und die vielen Menschen, die sich bereits freiwillig engagieren. „Sie alle stehen jedoch auch vor größer werdenden Herausforderungen, allem voran bei der Mitgliedergewinnung. Denn vor allem kleine Vereine leben vom Ehrenamt“, hob Drese hervor. Das zeige auch der im April 2025 veröffentlichte Ehrenamtsmonitor II der Ehrenamtsstiftung MV. Demnach sind rund 72 Prozent der Engagierten in Vereinen aktiv, die weniger als 50 Mitglieder haben.

„Damit das Ehrenamt auch in Zukunft stark bleibt, müssen wir als Land die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen und stetig weiter verbessern. Genau das tun wir mit der neuen Engagementstrategie“, so die Ministerin weiter. Diese schaffe erstmals ein verbindliches, strategisches Fundament zur Förderung des Ehrenamts und sei in intensiver Zusammenarbeit mit zahlreichen zivilgesellschaftlichen Partnern, Kommunen und Verbänden. „Diese Vielfalt war uns wichtig, weil Engagement überall im Land stattfindet – in großen Städten, in kleinen Dörfern, in Vereinen, Initiativen und Projekten“, unterstrich die Ministerin.

Entstanden sei so eine Strategie, die in sieben Handlungsfeldern auf die Herausforderungen und Chancen des Engagements im Land eingehen. Diese beschäftigen sich zum Beispiel mit einer öffentlichkeitswirksamen Ansprache von Interessierten und Engagierten, einer angepassten Förderpolitik, dem Bürokratieabbau und einer stärkeren Kooperation. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen selbst. Sie sollen ermutigt werden, ihre Strukturen, Kommunikationswege und Beteiligungsformen regelmäßig zu reflektieren, um neue Engagierte leichter zu gewinnen und bestehende besser zu halten.

Im November können sich nun noch Verbände und Vereine, darunter der Landesseniorenring und der Landesseniorenbeirat zur Strategie äußern, bevor sie vom Kabinett beschlossen und dem Landtag überstellt wird. „Mit der Landesengagementstrategie läuten wir eine neue Phase des ehrenamtlichen Engagements für Mecklenburg-Vorpommern ein“, zeigte Drese sich auf dem Fachtag überzeugt.

Drese auf dem Deutschen Pflegetag

Pflegereform muss gute Versorgung sichern und finanzielle Belastung begrenzen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese hat sich auf dem Deutschen Pflegetag 2025 für eine grundlegende Pflegereform ausgesprochen, die eine nachhaltige Finanzierung und zukunftsfeste Pflegeinfrastruktur sicherstellt. Die Bund-Länder-Kommission, die derzeit Eckpunkte für ein „Zukunftspakt Pflege“ erarbeitet, müsse zügig zu belastbaren Ergebnissen kommen, um eine gute Pflegeversorgung zu sichern und dafür zu sorgen, dass Pflege bezahlbar bleibt, sagte Drese.

Kernbestandteil muss nach Auffassung von Drese die umfassende Reform der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) sein. „Die große Aufgabe ist es, dass ältere und kranke Menschen auch weiterhin eine gute Pflege erhalten. Gleichzeitig muss für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, aber auch für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler die finanzielle Belastung begrenzt werden“, verdeutlichte die Ministerin.

Dazu gelte es, Effizienzpotenziale zu heben, Fehlanreize zu vermeiden und die Einnahmeseite zu verbessern, so Drese. „Gleichzeitig brauchen wir eine ehrliche Kommunikation. Die SPV wird auch in Zukunft keine eierlegende Wollmilchsau sein. Jeder muss frühzeitig über sein persönliches Pflegearrangement nachdenken und auch Vorsorge treffen“, betonte Drese.

Als elementar bezeichnete Drese die bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen. „Über 86 Prozent der Pflegebedürftigen werden in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause versorgt. Wenn wir wollen, dass Pflegebedürftige auch in Zukunft so lange wie möglich Zuhause gepflegt werden, müssen wir die pflegenden Angehörigen mehr entlasten und besser begleiten – durch eine Stärkung der ambulanten Pflegestrukturen, durch gesetzliche Verbesserungen, z.B. bei der Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit, durch mehr Kurzzeitpflegeplätze, durch den Ausbau innovativer pflegerischer Unterstützungs- und Nachbarschaftsstrukturen und durch eine Weiterentwicklung der Beratungsangebote, z.B. in den Pflegestützpunkten“, so Drese.

Eingliederungsleistungen für Menschen mit Behinderung

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese besuchte am (heutigen) Donnerstag das Michaelwerk Kröpelin, um sich über die umfangreichen Eingliederungsleistungen und persönlichkeitsfördernden Maßnahmen in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) zu informieren. Das Michaelwerk befindet sich in Trägerschaft der Evangelischen Stiftung Michaelshof in Rostock.

„Im Michaelwerk Kröpelin wird Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen in einem geschützten Umfeld ermöglicht, sinnstiftende Arbeit und soziale Teilhabe zu erleben“, betonte Drese nach ihrem Besuch. Das erfolgt in den Bereichen Montage, Wäscherei, Grünanlagenpflege, Küche, im Berufsbildungsbereich sowie in der Tagesgruppe für Menschen mit schwerstmehrfacher Behinderung. Sie werden dabei von sozialen Fachdiensten betreut und individuell durch Fachkräfte der Arbeits- und Berufsförderung sowie Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Psychologen besonders gefördert und begleitet.

„Die Arbeit in der Werkstatt für und mit Menschen mit Behinderung beeindruckt mich sehr. Das Michaelwerk bietet Menschen mit Behinderung nicht nur vielfältige berufliche und soziale Teilhabemöglichkeiten, sondern schafft auch einen Ort des Miteinanders und der gegenseitigen Wertschätzung“, sagte Drese.

Das Michaelwerk hat neben Kröpelin weitere Werkstatt-Standorte in Bad Doberan, Rostock, Rövershagen, Bentwisch und bietet Außenarbeitsplätze für einfache Tätigkeiten in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes an. Rund 600 Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen sowie etwa 140 Mitarbeiter sind an den Werkstatt-Standorten im Einsatz. Jeder Standort hat dabei individuelle Schwerpunkte.

„Der Austausch mit den sozialen Einrichtungen vor Ort ist mir enorm wichtig, um Einblicke in die Weiterentwicklung der Inklusion, die Bedeutung der beruflichen Bildung für Menschen mit Behinderung sowie die Herausforderungen der sozialen Arbeit zu erhalten“, verdeutlichte Drese. „Werkstätten helfen Menschen mit Behinderungen durch individuelle berufliche und persönlichkeitsbildende Förderung, einen gleichberechtigten Platz in unserer Gesellschaft zu erlangen.“

Drese: Frühe Hilfen sind wichtige Unterstützung für junge Familien

Fachtag will Vernetzung von Fachkräften intensivieren

Schwerin – Eltern frühzeitig Unterstützung zu bieten und gute Übergänge rund um die Geburt zu ermöglichen, ist das Ziel der Frühen Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern. Am (heutigen) Dienstag findet in Güstrow ein Vernetzungs-Fachtag des Landesprogramms Familienhebammen und Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen sowie der Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen statt.

Sozialministerin Stefanie Drese betonte zum Auftakt, dass gerade die ersten drei Lebensjahre entscheidend sind für eine gesunde Entwicklung. „Deshalb sind die Frühen Hilfen so wichtig und profitieren Eltern und Kinder enorm, wenn die Fachkräfte rund um die Geburt gut miteinander vernetzt sind“, verdeutlichte Drese.

Das Frühe-Hilfen-Netzwerk soll bereits Vorhandenes ergänzen und verbinden. Dabei lässt es sich nicht einem spezifischen Hilfesystem zuordnen, sondern setzt sich aus Strukturen und Angeboten unterschiedlichster Fachkräfte und Institutionen zusammen, die Kontakt mit Kindern und Eltern haben.

Die Unterstützung der (werdenden) Eltern umfasst die Information, Beratung und Begleitung rund um die Schwangerschaft und die Entwicklung von Kindern. „Die niedrigschwelligen, freiwilligen und kostenfreien Angebote richten sich insbesondere an Familien, die aufgrund von unterschiedlichen Belastungen einen erhöhten Beratungsbedarf haben, jedoch häufig nur schwer einen Zugang zu Unterstützungsangeboten finden“, betonte Drese.

Ziele der Veranstaltung in Güstrow sind insbesondere die Vernetzung von Fachkräften untereinander, neue fachliche Impulse sowie der Erfahrungsaustausch zu den Angeboten der Frühen Hilfen.

Die Ministerin hob hervor, dass die Fachkräfte partizipativ, wertschätzend und ressourcenorientiert mit den Familien arbeiten. „Ihre Angebote werden von Eltern angenommen und geschätzt. Sie leisten damit einen eminent wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit in unserem Land“, sagte Drese.

Land investiert in Entlastung für pflegende Angehörige

4,4 Millionen Euro für die Kurzzeitpflege

Schwerin – Fast neun von zehn Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern werden im familiären Umfeld gepflegt, oftmals sogar ohne Unterstützung von ambulanten Diensten. „Dabei leisten die pflegenden Angehörigen Herausragendes, allzu häufig auch über die eigenen Kraftreserven hinaus“, betonte Drese. „Um sie künftig noch besser zu entlasten, hat das Land ein Investitionsprogramm für die Kurzzeitpflege mit Mitteln in Höhe von 4,4 Millionen Euro aufgelegt, die von Pflegeeinrichtungen ab sofort beantragt werden können“, sagte die Ministerin am Montag in Schwerin.

Kurzzeitpflegeplätze seien insbesondere dann wichtig, wenn Menschen, die regulär zu Hause gepflegt werden, für eine begrenzte Zeit professionell versorgt werden müssen. „Das kann bei der Überbrückung nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall sein, wenn die Wohnung barrierefrei umgebaut werden muss, aber eben auch, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit brauchen“, erklärte Drese.

Letzteres sei für die Angehörigen unglaublich wichtig. „Denn der eigene Akku ist begrenzt und die Pflege der eigenen Angehörigen körperlich, seelisch und mental außerordentlich fordernd“, so die Ministerin weiter. Auch für die Pflegebedürftigen kann die Kurzzeitpflege eine gute Möglichkeit sein, von einem anderen Umfeld, neuen sozialen Kontakten mit Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern oder von professionellen Therapien zu profitieren.

„Bisher sind solche Plätze aber noch nicht überall im Land ausreichend vorhanden. Genau hier setzt das Investitionsprogramm jetzt an“, unterstrich Drese. Gefördert werden Neubau-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen für Kurzzeitpflegeplätze – sowohl in bestehenden Einrichtungen als auch in Pflegeheimen mit eingestreuten Kurzzeitpflegeplätzen. Besonders profitieren sollen dabei Landkreise und kreisfreie Städte, in denen bislang eine Unterversorgung besteht.

Drese: „Wir wollen mit dem Investitionsprogramm die Voraussetzungen dafür schaffen, dass pflegende Angehörige überall im Land die Unterstützung und Entlastung bekommen, die sie verdienen.“

Der Förderzeitraum läuft bis zum 31. Dezember 2026. Weitere Informationen zum Programm sowie die Antragsunterlagen finden interessierte Träger auf den Seiten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV/ unter dem Menüpunkt „Förderung von Bauinvestitionen“.

Welt-Polio-Tag: Drese rät zum Impfschutz

Schwerin – Seit dem Jahr 2002 gilt ganz Europa als poliofrei. Dennoch ist die Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) weiterhin von großer Bedeutung, da sie das Virus weltweit eindämmen hilft. Darauf weist Gesundheitsministerin Stefanie Drese am heutigen Welt-Polio-Tag (24. Oktober) hin. Der Welt-Polio-Tag 2025 möchte daran erinnern, dass gemeinsame Anstrengungen aller Länder zur Bekämpfung der Poliomyelitis essenziell bleiben.

Die Kinderlähmung gehörte vor nicht allzu langer Zeit zu den am meisten gefürchteten Krankheiten, die schwere Lähmungen unter anderem an Beinen, Armen und Atmungsorganen verursachen und zu bleibenden Schäden führen kann. Dank umfassender und jahrzehntelanger Impfprogramme zirkuliert der Erreger, das Poliovirus, nicht mehr dauerhaft in der Bevölkerung und kann sich infolge der flächendeckenden Immunität nicht mehr ausbreiten.

Allerdings wurden nach Angabe von Drese 2024 und 2025 an mehreren Standorten in Deutschland genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) in Abwasserproben nachgewiesen. Auch weitere europäische Länder waren betroffen, wobei bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kein klinischer Fall aufgetreten ist. Zudem besteht weiterhin die Gefahr einer Ansteckung durch eingeschleppte Fälle oder bei Reisen in von Polio betroffene Gebiete.

„Um das Neuauftreten von Kinderlähmung-Fällen auch in Deutschland zu verhindern, ist es deshalb nach wie vor notwendig, dass möglichst viele Personen rechtzeitig und vollständig gegen Polio geimpft sind“, betonte Drese. Ziel sei eine Impfquote von mindestens 95 Prozent mit 3 Impfstoffdosen die bestenfalls bis zum Ende des 1. Lebensjahres verabreicht werden.

„Die aktuellen Impfquoten in Deutschland zeigen, dass diese Grundimmunisierung bei einem erheblichen Teil der Kinder unter 6 Jahren verspätet abgeschlossen wird oder lückenhaft bleibt“, verdeutlichte Drese.

Bundesweit waren 76,9 Prozent der im Jahr 2021 geborenen Kinder im Alter von 24 Monaten vollständig gegen Polio geimpft. In Mecklenburg-Vorpommern betrug die Quote 79,2 Prozent. Im Schuleingangsalter mit sechs Jahren waren es bundesweit 88 Prozent, die vollständig gegen Poliomyelitis geimpft waren.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese rät Eltern, den Polio-Impfstatus ihrer Kinder selbst zu überprüfen oder von medizinischem Personal in der Kinderarzt- bzw. Hausarztpraxis überprüfen zu lassen. Auch Erwachsene sollten ihren Polio-Impfstatus kontrollieren und gegebenenfalls eine unvollständige Grundimmunisierung nachholen.

Feierliche Eröffnung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Röbel

Land hat Neubau mit 17,5 Millionen Euro gefördert

Röbel – Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Müritz-Klinikum in Röbel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) als bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung für junge Menschen in der Region gewürdigt.

„Diese Investition in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ist wichtig, da die Zahl der psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, und zwar stärker als in der Gesamtbevölkerung“, sagte Drese bei der Eröffnung am (heutigen) Mittwoch.

Die Ministerin betonte, dass Kinder und Jugendliche im Laufe ihrer Entwicklung aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten in der Familie, mit Gleichaltrigen oder im schulischen Bereich bekommen können. Nicht selten sei dann fachliche Hilfe notwendig.

„Diesen Kindern und Jugendlichen muss so früh und so gut wie möglich geholfen werden. Mit der hochmodernen Einrichtung in Röbel werden die Arbeits- und Behandlungsbedingungen verbessert“, betonte Drese. Auch spezialisierte Angebote seien möglich, wie z.B. die Behandlung im Familiensystem, der flexible Wechsel zwischen Intensiv- und Regelbehandlung oder eine tagesklinische Behandlung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „In den neuen, hellen und gut ausgestatteten Räumen, wird künftig jungen Menschen noch besser geholfen, die mit psychischen Erkrankungen kämpfen und unsere Unterstützung brauchen“, sagte die Ministerin.

Drese: „Für mich ist dieser Neubau ein Ort der Hoffnung, der Heilung und der Neuorientierung. Hier bietet das Klinikum nicht nur professionelle Hilfe, sondern auch eine Atmosphäre, in der sich junge Patientinnen und Patienten sicher und verstanden fühlen können. Besonders wichtig ist mir, dass mit der neuen Einrichtung den Bedürfnissen aller Altersgruppen gerecht wird – vom Kind bis zum jungen Erwachsenen. Es wurden Räume geschaffen, in denen nicht nur die Klinik als Institution im Mittelpunkt steht, sondern auch die Familien der Betroffenen aktiv eingebunden werden können.“

Die Ministerin hob zudem hervor, dass mit dem Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Nachnutzung der freiwerdenden Räumlichkeiten im Altbau für die Ambulanz der Erwachsenenpsychiatrie, für Therapieräume und für die Schule erfolgt.

Die Gesamtkosten für den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Röbel betrugen etwa 20,5 Millionen Euro. Davon sind rund 17,5 Millionen Euro Fördermittel des Landes. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Röbel stehen 21 stationäre und 8 tagesklinische Betten bzw. Plätze zur Verfügung. Aktuell werden an allen drei Standorten im Landkreis (Röbel, Neubrandenburg und Waren) ca. 400 Patienten pro Jahr und in den Institutsambulanzen ca. 400 Patienten pro Quartal behandelt.

Impflücken bei Grippe, Gürtelrose und Co.

Drese und Kutzbach ermuntern gefährdete Personengruppen zur Vorsorge

Schwerin – Impfungen senken das Risiko, sich zu infizieren und schwer zu erkranken, deutlich. Insbesondere für Risikogruppen werden zum Beginn der kalten Jahreszeit daher verschiedene Schutzimpfungen empfohlen. „Sorge bereitet uns dabei, dass es zum Beispiel bei der Influenza, bei Pneumokokken aber auch bei der Gürtelrose zunehmend größere Impflücken gibt“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die heute gemeinsam mit Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER, über den aktuellen Stand der Impfungen im Land informiert hat.

So seien in der Saison 2023/2024 nur rund 41 Prozent der Menschen mit Vorerkrankungen gegen die echte Grippe geimpft gewesen, erklärte Drese. Auch in der Gruppe der über 60-jährigen betrug die Grippeimpfquote zuletzt nur 49 Prozent, so die Ministerin weiter. Das ist zwar mehr als im Bundesschnitt (38 Prozent), aber nicht zufriedenstellend. Denn mit dem Alter lasse das Immunsystem nach – egal wie fit und junggeblieben man sich fühlt. „Das macht die Schutzimpfung für diese Gruppe so besonders wichtig“, appellierte sie.

Neben der Grippeimpfung sollten Risikogruppen deshalb auch die Notwendigkeit anderer Impfungen prüfen. „So lag die Quote bei den Corona-Schutzimpfungen bei den über 60-Jährigen zuletzt nur noch bei etwa zwölf Prozent, bei Pneumokokken waren es 23 Prozent, so Drese. Auch bei Herpes zoster (Gürtelrose) gebe es große Lücken, erklärte auch Henning Kutzbach und nahm dabei Bezug auf den neuen Arzneimittelreport der BARMER.

„Drei von vier anspruchsberechtigten Menschen in MV haben keinen oder nur einen unvollständigen Schutz gegen Herpes zoster. Das entspricht rund 440.000 Menschen ab 60 Jahren im Land, für die die Impfung bereits seit Mai 2019 Kassenleistung ist“, erklärte der Landesgeschäftsführer der Kasse. Gürtelrose gehe dabei oftmals einher mit starken, anhaltenden Schmerzen, die zu Einschränkungen der Lebensqualität führen können. Nicht selten drohen schwerwiegende Verläufe sowie Langzeitschäden. „Vor diesem Hintergrund ist die bisherige Impfquote absolut unzureichend“, attestierte er.

Der Arzneimittelreport der BARMER zeige, dass in Mecklenburg-Vorpommern vor allem ältere Menschen an Gürtelrose erkranken und mit steigendem Alter auch öfter Folgeerkrankungen auftreten. Die Impfung kann hiervor schützen. „Laut unserer Analyse sinkt das Erkrankungsrisiko bei vollständiger Impfung um 64 Prozent. Auch Komplikationen wie eine Gürtelrose am Auge, bei der schlimmstenfalls Erblindung droht, treten deutlich seltener auf“, erklärte Kutzbach. Gleiches gelte für den sogenannten postherpetischen Nervenschmerz. Dieser kann für Monate verbleiben und so quälend sein kann, dass eine Behandlung mit Opioiden erforderlich ist.

„Deshalb können wir nur den Appell an alle ab 60 Jahren richten, sich beim nächsten Arztbesuch oder vielleicht auch im Rahmen der anstehenden Grippeschutzimpfung über die Impfempfehlungen für die eigene Altersgruppe zu informieren“, so Drese und Kutzbach. In der Regel sei sogar die gleichzeitige Grippe- und Gürtelroseimpfung möglich.

„Als Land weisen wir derzeit auf rund 140 Bildschirmen, vorwiegend in Arztpraxen, auf die Impfangebote hin und erinnern an die Wichtigkeit eines vollständigen Impfschutzes“, erklärte Drese. Das Gesundheitsministerium hat zudem einen neuen Flyer herausgebracht, der explizit über empfohlene Impfungen für die Altersgruppe ab 60Jahren informiert. „Unser Ziel ist es, so möglichst viele Menschen zu erreichen, damit sie sich und ihr Umfeld schützen und möglichst gesund durch die Herbst- und Wintersaison kommen“, so die Ministerin abschließend.

Wer sich darüber hinaus zum Thema Impfen informieren möchte, kann dies auf dem Impfportal des Landes unter www.mv-impft.de tun. Der BARMER Arzneimittelreport steht unterdessen unter www.bifg.de/lY4ZkbX  zum Download bereit.

Besonders von den aufgeführten Schutzimpfungen profitieren Personen, bei denen durch eine Infektion das Risiko für einen schweren Verlauf oder Komplikationen erhöht ist. Dazu zählen vor allem folgende Personengruppen:

  • Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten wie Immunschwäche, Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen
  • Stark übergewichtige Personen
  • Seniorinnen und Senioren über 60 Jahre
  • Schwangere

Für Personen mit einem arbeitsbedingt erhöhten Infektionsrisiko (z. B. medizinisches und Pflegepersonal sowie Personal in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr), Familienangehörige bzw. Kontaktpersonen zu Risikopersonen wird von der Ständigen Impfkommission eine Impfung gegen Grippe (Influenza) empfohlen. Neu ist in diesem Jahr die Empfehlung für alle Personen, die im privaten Umfeld häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zum Beispiel zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln (frei und in Tierhaltung) sowie Robben haben, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Dies ist eine Präventionsmaßnahme, um Doppelinfektionen mit tierischen und menschlichen Influenzaviren zu vermeiden. So sinkt auch das Risiko der Entstehung neuer Viren.