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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Modellprojekt für ein gesundes Aufwachsen

Ein Jahr Kinder- und Familienzentren in M-V

Neubukow – Für mehr Chancengleichheit und Teilhabe erprobt Mecklenburg-Vorpommern seit einem Jahr das Konzept der Kinder- und Familienzentren (KiFaZe). Beim gemeinsamen Jubiläumstreffen im Kinder- und Familienzentrum „Gipfelstürmer“ in Neubukow zog Sozialministerin Stefanie Drese heute eine erste Zwischenbilanz und bezeichnete die KiFaZe als einen wichtigen Baustein einer präventiv ausgerichteten Bildungs- und Familienpolitik.

„Die Idee der KiFaZe ist aus der Frage heraus geboren, wie wir Informations- und Hilfe-Angebote für Familien in schwierigen Lagen noch niedrigschwelliger gestalten können. Denn der Familienalltag ist oft herausfordernd, die Hemmschwelle Hilfe zu suchen aber groß“, erklärte die Ministerin im Kinder- und Familienzentrum in Neubukow.

So könne es viel Überwindung kosten, für Hilfe etwa den Weg in eine andere Stadt auf sich zu nehmen, um dann ausgerechnet in unbekannter Umgebung familiäre Herausforderungen mit Fremden zu besprechen. “Wenn man hingegen beim Abholen der Kinder auf einen in der Kita selbst stattfinden Vortrag zur Beantragung von staatlichen Hilfen hingewiesen wird, dann fällt es leichter, Hilfe auch anzunehmen“, weiß die Ministerin.

Aus diesem Grund halten die mittlerweile zehn KiFaZe im Land neben ihren regulären Betreuungsangeboten auch umfassende Angebote wie offene Sprechstunden, Familienberatung, Erziehungskompetenz-Kurse oder Veranstaltungen zu pädagogischen Themen vor. Mehr als 12.000 Kontakte zu Familien sind im Rahmen dieser Angebote so bereits im ersten Jahr zustande gekommen.

Diese werden durch die sozialpädagogischen Fachkräfte gezielt an die Bedarfe vor Ort angepasst. „Denn ein weiterer Vorteil davon, dass wir die KiFaZe an Kindertageseinrichtungen angegliedert haben, liegt darin, dass die Erzieherinnen und Erzieher die Familien und ihre Bedarfe viel besser kennen, als Außenstehende“, so die Ministerin. Gerade im frühen Kindesalter können so problematische Entwicklungsverläufe und Erziehungssituationen rechtzeitig erkannt und pädagogische Maßnahmen ergriffen werden. „Das verbessert die Bildungsbeteiligung von Kindern aus Familien, die mit ganz unterschiedlichen Belastungen konfrontiert sind und nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“

Für das Projekt investiert das Land Mecklenburg-Vorpommern daher bis 2027 insgesamt 5,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfond Plus (ESF+). „Dass heute auch Herr Strohbach von der EU-Kommission anwesend war, um sich selbst ein Bild vom Projekt zu machen, ist uns eine ganz besondere Ehre“, verdeutlichte Drese.

Für die kommenden Jahre gehe es nun darum, die Qualität der Angebote weiter zu sichern, die gewonnenen Erfahrungen auszuwerten und die Zusammenarbeit zwischen den Kinder- und Familienzentren und der zugehörigen Landesfachstelle sowie mit den Kommunen weiter auszubauen.

Drese: „Mein Wunsch ist, dass dieses Konzept künftig in noch mehr Regionen Mecklenburg-Vorpommerns Früchte trägt. Allen, die daran im vergangenen Jahr bereits mit viel Enthusiasmus und Tatkraft mitgewirkt haben, gilt dafür mein ausdrücklicher Dank.“

Schwesig: Gute Nachricht – Renten steigen um 4,24 Prozent

Schwerin – Die Renten in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,24 Prozent. Das kündigte das Bundesarbeitsministerium an.

„Das ist eine deutliche Rentenerhöhung und eine gute Nachricht für alle Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Sie liegt auch klar über der Preissteigerung“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute in Berlin.

Für Mecklenburg-Vorpommern habe die Rentenerhöhung eine besondere Bedeutung. „In Mecklenburg-Vorpommern und in den anderen ostdeutschen Bundesländern ist die gesetzliche Rente oftmals das einzige Alterseinkommen. Deshalb ist die Rentensteigerung für uns besonders wichtig“, sagte Schwesig weiter.

Die gesetzliche Rente müsse auch in Zukunft verlässlich sein. „Wenn die Löhne nach oben gehen, müssen auch die Renten steigen. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und auch eine Frage des Respekts vor Lebensleistungen. Es ist deshalb richtig, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent inklusive Haltelinie stabilisiert worden ist. Und ich warne davor, bei der bevorstehenden Diskussion über die Rente das Rentenniveau und die Kopplung an die Lohnentwicklung infrage zu stellen. Auch die älteren Menschen müssen an einer positiven Entwicklung beteiligt werden.“

Interaktives Reanimationstraining BraveBeat

Schwerin – Moderne Technik zieht nun auch in die Ausbildung von Ersthelferinnen und Ersthelfern ein. Für die Entwicklung der App „BraveBeat“, die ein interaktives Reanimationstraining durch den Einsatz von Virtual Reality Technologie ermöglicht, übergab Gesundheitsministerin Stefanie Drese kürzlich einen Zuwendungsbescheid aus dem Bürgerfonds des Landes in Höhe von 50.000 Euro an den Verein NOFiAS (Notfallversorgung im ambulanten Sektor) e.V.

„Der plötzliche Herztod ist die dritthäufigste Todesursache im Land. Nicht selten ereignet sich ein Herz-Kreislauf-Stillstand in der Öffentlichkeit. Dennoch liegt die sogenannte Laienreanimationsquote, also die Zahl die beschreibt, wie häufig umstehende Menschen mit lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen, nur bei rund 55 Prozent“, erklärte Drese. Auch wenn dieser Wert nach vielen Jahren erstmals wieder stieg, zeige sich, dass noch immer zu viele Menschen zögern, einzugreifen.

„Angst und fehlende Übung können Ursachen hierfür sein, vor allem wenn der letzte Berührungspunkt mit der ersten Hilfe die eigene Führerscheinprüfung war“, unterstrich die Ministerin. „Die Frage ist also, wie wir mehr Menschen animieren können, ihr Wissen regelmäßiger aufzufrischen und damit die Fähigkeit zur Hilfeleistung im Notfall zu erhöhen. Moderne Angebote wie VR-Apps, die noch dazu zielgerichtetes Feedback zur eigenen Leistung geben, können Teil der Lösung sein“, so Drese weiter.

So ermöglicht BraveBeat eine 3D-Darstellung des Herzens in verschiedenen Zuständen (Herzrasen, Herzinfarkt, plötzlicher Herztod) und zeige in Echtzeit nicht nur, wie eine Reanimation funktioniert, sondern auch wie eine richtig ausgeführte Herz-Druck-Massage den Blutfluss reguliert.

„Statt Lernen zum Verstehen wird daraus also Lernen zum Erleben. Das modernisiert Lerninhalte und Didaktik und schafft einen ganz neuen, sicherlich auch emotionaleren, Zugang zum Thema“, erklärte Drese das Ziel der App. Zugleich werden Lernerfolge durch eine sensorbasierte Koppelung an die gängigen Reanimationspuppen sowohl messbar als auch vergleichbar macht. „Es wird also sichtbar, wenn sich die eigene Leistung mit jedem Durchgang verbessert. Das spornt an.“

Die Herz-App ist zudem Bestandteil einer Notfalledukationsmaßnahme, die derzeit in Leuchtturm-Projekten erprobt wird. „Als Flächenland unterstützen wir dieses Modellprojekt, denn gerade bei weiten Anfahrtswegen des Rettungsdienstes zählt jede Minute in der das Herz nicht stillsteht. Wenn wir so also mehr Menschen nicht nur befähigen, sondern auch ermutigen können, im Notfall beherzt einzuschreiten, dann ist das ein echter Gewinn“, so Drese.

Welt-HPV-Tag: Wenn ein doppelter Piks vor Krebs schützen kann

Schwerin – Acht von zehn Menschen in Deutschland stecken sich innerhalb ihres Lebens mindestens einmal mit Humanen Papillomviren (HPV) an. Auch wenn diese Infektionen in der Regel nicht nur unbemerkt bleibt, sondern sogar von selbst heilt, kann eine HPV-Infektion zu einer Krebserkrankung führen. Nach Schätzungen des Robert Koch Institutes erkranken so jedes Jahr mehr als 10.000 Menschen allein in Deutschland.

„Dabei reicht eine HPV-Impfung im Alter von neun bis 14 Jahren mit zwei Impfdosen im Abstand von mindestens 5 Monaten, um mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit vor einer Krebserkrankung mit den neun häufigsten HPV-Typen zu schützen. Eine Impfung ist ein absolutes Geschenk der modernen Medizin und eine der wirksamsten Maßnahmen der Krebsprävention überhaupt“, unterstrich Drese anlässlich des HPV-Aktionstags am 4. März.

Von der Impfung profitieren dabei Mädchen und Jungen gleichermaßen. „Bei den Mädchen und Frauen gehören Humane Papillomviren zum Beispiel zu den Auslösern von Gebärmutterhalskrebs, einer der häufigsten Krebserkrankungen. Die Neuinfektionen bei uns im Land bewegen sich jedes Jahr zwischen gut 90 und 110 Fällen“, erklärte die Ministerin.

Sie räumte zudem mit noch immer weit verbreiteten Mythen zur Impfung auf. „Noch immer höre ich zum Beispiel oftmals, dass Jungen sich nur für Ihre künftigen Partnerinnen impfen lassen sollten. Auch wenn das ein sehr guter Grund ist – Jungen und Männer können auch selbst an durch HPV-verursachten Krebsarten wie an Peniskarzinomen, Analkrebs sowie Krebs im Mundhöhlen- und Rachenbereich erkranken. Insbesondere letzterer nimmt weltweit sogar insbesondere bei Männern zu“, so Drese.

Diese Diskrepanz spiegele sich auch in den Impfzahlen wider. So waren in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2024 rund 78 Prozent der 18-jährigen Mädchen, aber nur 49 Prozent der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft. „Beide Zahlen liegen über den Bundesdurchschnitten von 55 bzw. 36 Prozent. Trotzdem sehe ich da noch Luft nach oben“, hob Drese hervor und rief Eltern dazu auf, den HPV-Impfstatus ihrer Kinder zu überprüfen oder sich über den verlässlichen Schutz der Impfung zu informieren, z.B. im Gespräch mit der Hausärztin oder dem Kinderarzt.

„Die Kosten der HPV-Impfung werden bis zum 18. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, teilweise auf freiwilliger Basis auch darüber hinaus“, teilte die Ministerin mit. „Eine frühe Impfung ist jedoch besonders sinnvoll für einen höheren Antikörperspiegel und einen umfassenden Schutz. Spätestens, wenn der Sohn oder die Tochter das andere Geschlecht in der Klasse nicht mehr doof findet, ist die beste Zeit für eine HPV-Impfung“, so Drese mit einem Augenzwinkern.

Die Ministerin verdeutlichte, dass auch das Land Maßnahmen zur Impfaufklärung unterstütze, etwa als Vorsitzland der 8. Nationalen Impfkonferenz, durch öffentliche Kampagnen, Pilotprojekte des Landesamtes für Soziales und Gesundheit an Schulen, mit der Aufklärungsseite mv-impft.de und einem eigenen HPV-Impfflyer, der auf den Seiten des Gesundheitsministeriums zum Download bereitsteht.

Drese zum Welttag des Hörens

Hörminderungen können soziales Verhalten negativ beeinflussen

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese wirbt zum Welttag des Hörens am (heutigen) 3. März für präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Hörschädigungen sowie regelmäßige Hörtests bei Ärztinnen und Ärzten der Fachrichtung Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Der Welttag des Hörens steht im Jahr 2026 in Deutschland unter dem Motto „Klingt nach Leben!“ und lenkt den Fokus auf die Bedeutung guten Hörens für Sicherheit im Alltag, Lebensqualität und soziale Teilhabe.

Drese wies darauf hin, dass zur Vorbeugung von Hörschäden zunächst einmal ein Bewusstsein für Lärm sowie das eigene Verhalten bestehen müsse. „Häufige Lärmbelastungen erhöhen das Risiko, eine Schwerhörigkeit zu entwickeln“, verdeutlichte Drese.

Deshalb sei es wichtig, in beruflichen und privaten Lärmsituationen einen Schallschutz zu tragen. „Darüber hinaus sind eine gesunde Ernährung, der Verzicht auf das Rauchen, Stressabbau, aber auch aktive Lärmpausen oder die gezielte Verringerung vom Alltagslärm entscheidend, um die Hörfähigkeit langfristig zu erhalten“, so die Ministerin.

Regelmäßige Hörtests seien wichtig, um Gewissheit zu haben, wie es in unterschiedlichen Lebensphasen um das eigene Gehör steht. So kann nach Angabe von Drese ein therapiebedürftiger Hörverlust frühzeitig identifiziert, individuell behandelt und professionell versorgt werden.

„Die Auswirkungen einer Hörminderung betreffen nicht nur unser Gehör, sie können sich auch unmittelbar auf die Lebensqualität und unser seelisches Wohlbefinden auswirken“, betonte Drese. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit könne etwa Veränderungen im sozialen Verhalten befördern. Gespräche im Freundes- und Kollegenkreis, Telefonate oder kulturelle Aktivitäten würden zunehmend als anstrengend oder frustrierend empfunden – und deshalb häufig vermieden mit erheblichen Auswirkungen wie gesellschaftlicher Isolation, Depressionen oder Arbeitsunfähigkeit, so die Ministerin.

Drese: „Gutes Hören erleichtert die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, stärkt das Selbstvertrauen und unterstützt so die mentale Gesundheit in jeder Lebensphase. Es ist wichtig, dass der Welttag des Hörens darauf aufmerksam macht.“

Für ein starkes Ehrenamt

Engagementstrategie und Organisationsentwicklung unterstützen Ehrenamtliche im Land

Güstrow – Das Ehrenamt in Deutschland steht vor vielschichtigen Herausforderungen. So sehen sich Vereine zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie neuer Nachwuchs gewonnen und ein Generationenwechsel gelingen kann. Aber auch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie zunehmende berufliche Verpflichtungen und eine geringere zeitliche Flexibilität fordern Engagierte heraus. „Mit diesen Schwierigkeiten wollen wir die Vereine nicht allein lassen und setzen neben einer neuen Landes-Engagementstrategie auch auf spezielle Vereinsentwicklungsprogramme“, erklärte Staatssekretärin Sylvia Grimm heute bei der Abschlussveranstaltung des Qualifizierungsprogramms „Organisationsentwicklung im Verein“ in Güstrow.

„30 Vereine erhalten über das Organisationsentwicklungsprogramm der vom Land geförderten Ehrenamtsstiftung jedes Jahr externe Beratung und Begleitung durch Coaches, um ihren Verein gezielt weiterzuentwickeln“, erklärte Grimm. So umfasse das zwölfmonatige Programm etwa Schwerpunkte in den Bereichen Strategie, Netzwerke und Partner sowie Finanzen. In Güstrow erhielt der Jahrgang 2025/2026 heute im Beisein der Staatssekretärin seine Abschlussurkunden, der Folgejahrgang steht bereits in den Startlöchern und wurde feierlich begrüßt.

„Solche Angebote sind enorm wichtig, um Ehrenamtliche, die ihre Aufgaben zumeist ohne professionellen Hintergrund, sondern nur mit viel Engagement und Herzblut übernehmen, zu stärken und ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln“, erklärte Grimm. Außerdem werden die teilnehmenden Vereine ermutigt, ihre Arbeitsweisen, Angebote und Entscheidungsstrukturen kritisch zu prüfen, zum Beispiel mit Blick auf die Gewinnung neuer Engagierter oder die Gestaltung niedrigschwelliger Zugänge.

„Dabei ist das Organisationsentwicklungsprogramm eine gute Möglichkeit, um spezifische und punktuelle Probleme anzugehen. Für den weitreichenderen Blick, aber auch um die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt insgesamt attraktiver zu gestalten, hat das Land außerdem erstmals eine eigene Engagementstrategie mit dem Titel „Gemeinsam den Wandel gestalten“ verabschiedet“, betonte Grimm in ihrem Grußwort.

Diese habe die Zukunft des Ehrenamtes in sieben Handlungsfelder eingeteilt. Dabei geht es beispielsweise, um eine angepasste Förderpolitik, Bürokratieabbau, Unterstützung von Netzwerken und Kooperationen und Maßnahmen zur öffentlichkeitswirksamen Ansprache von Interessierten. „Auch ein digitales Engagementportal wird es erstmals geben, auf dem sich alle am Engagement Interessierten und alle suchenden Organisationen begegnen können“, erklärte die Staatssekretärin.

Grimm: „Das freiwillige Engagement ist auch in Mecklenburg-Vorpommern ein tragender Bestandteil unserer solidarischen, lebendigen und vielfältigen Gesellschaft. Es verdient deshalb unsere vollste Unterstützung und ich freue mich sehr, dass wir mit gezielten Angeboten und unserer neuen Strategie unsere Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler künftig noch besser unterstützen können“.

Platt in der Pflege

Rostocker Verein entwickelt Broschüre für Pflegepersonal

Rostock – Wie geiht Sei dat? Wur deiht dat weih? Für mehr „Platt in de Pläg“ setzt sich der Rostocker Klönschnackverein ein und hat deshalb mit Unterstützung des Landes eine eigene Broschüre samt praxisorientierter Vokabelliste mit Begriffen für den Pflegealltag erarbeitet, die der Verein heute gemeinsam mit Sozialministerin Stefanie Drese im Pflegeheim in Rostock-Toitenwinkel vorgestellt hat.

„Für viele ältere Menschen ist Platt eine Sprache, mit der sie selbst noch aufgewachsen sind, die für sie mit persönlichen Erinnerungen und einem Heimatgefühl verbunden sind“, hob Drese bei ihrem Besuch hervor. Das im Pflegealltag wieder regelmäßig zu hören, könne dazu beitragen, schneller emotionale Brücken zwischen Personal und Bewohnern zu schlagen, Ängste abzubauen und das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Einrichtung zu steigern.

„Ganz besonders profitieren hiervon demenziell erkrankte Personen. Die Forschung zeigt, dass bei Betroffenen die früh erlernten Sprachmuster oft lange erhalten bleiben“, erklärte die Ministerin. Die ihnen vertraute Sprache zu hören, helfe bei der Bewältigung von Emotionen und gebe ihnen oftmals ein besonderes Gefühl von Sicherheit, so Drese weiter.

Die Broschüre „Platt in de Pläg“ ist erstmals im Jahr 2022 erschienen und richtet sich insbesondere an angehende Pflegefachkräfte sowie an Auszubildende in Gesundheitsberufen. Sie bietet eine übersichtliche Sammlung häufig genutzter Begriffe und Redewendungen, die auf den Praxisalltag zugeschnitten sind. So enthält die Broschüre Begrifflichkeiten von der der Begrüßung über biografische Gespräche bis hin zu typischen Situationen der Betreuung und Arztgesprächen.

Drese: „Pflege bedeutet immer auch Beziehungsgestaltung. Ich freue mich deshalb sehr über das Engagement des Klönschnackvereins Rostocker 7 und hoffe, dass mit der Handreichung die Plattdeutsche Sprache noch viel mehr zu einer Art Türöffner in der Pflege werden kann.“

Interessierte Einrichtungen und Ausbildungsträger können die Broschüre auf den Seiten des Klönschnackvereins unter https://www.kloensnack-rostocker7.de/files/kloensnack/pdf/platt-in-de-plaeg.pdf herunterladen oder über den Verein bestellen.

Ehrenamtsförderung in Mecklenburg_Vorpommern

Schwesig: MV ist Vorreiter und zeigt, wie zeitgemäße Ehrenamtsförderung aussieht

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig übergab der Ehrenamtsstiftung einen Zuwendungsbescheid für das Jahr 2026. Sie sagte: „Das Land fördert die Arbeit der Ehrenamtsstiftung mit rund zwei Millionen Euro im Jahr. Das bleibt auch im aktuellen Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre so. Trotz einer angespannten Haushaltslage investieren wir in das Ehrenamt. Denn wir wissen, was wir an unseren Ehrenamtlichen haben. Ob in der Freiwilligen Feuerwehr, im sozialen Bereich, in der Kultur: Ehrenamt hält unser Land zusammen.“ Sie danke allen Engagierten.

„Mit einem Teil der Förderung leistet die Ehrenamtsstiftung konkrete Unterstützung vor Ort. Sie vergibt eine Million Euro Fördermittel im Jahr unter anderem für das Programm „Gutes tun in MV“, das sich ausdrücklich an Projekte richtet, die nicht von anderen, etablierten Fördermöglichkeiten profitieren. Mit einer Fördersumme von bis zu 3.000 Euro ist es auf den Bedarf kleinerer Vereine und Initiativen zugeschnitten“, sagte Schwesig.

Davon hätten über 600 Projekte im letzten Jahr profitiert. Das Förderprogramm „Junges Ehrenamt“ helfe Menschen unter 27 Jahren, eigene Projekte im Verein umzusetzen. „Für diese beiden Programme wird es ab diesem Jahr möglich sein, die Verwendung des Geldes vereinfacht nachzuweisen. Damit gehen wir nach der digitalen Antragstellung einen weiteren Schritt in Richtung Bürokratieabbau“, so Schwesig. Dafür gelte der Dank dem gesamten Team und den Vorstandsmitgliedern der Stiftung.

„Mit der Ehrenamtsstiftung haben wir seit 10 Jahren ein starkes, professionelles und bundesweit anerkanntes Landeskompetenzzentrum. Bundesweit gibt es nur fünf solcher Institutionen. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter und zeigt, wie zeitgemäße Strukturen der Engagementförderung aussehen können“, betonte Schwesig. Die Stiftung schaffe gemeinsam mit den Ehrenamtlichen tragfähige Strukturen des Ehrenamts in Mecklenburg-Vorpommern.