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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

EHEC-Erreger: Prävention in Kitas und Schulen

Händehygiene und richtiger Umgang mit Lebensmitteln bieten wirksamen Infektionsschutz

Schwerin – Das Bildungsministerium hat Kitas und Schulen Hinweise zur Verfügung gestellt, wie sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem EHEC-Erreger schützen können. Die Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit beziehen sich vor allem auf eine gute Händehygiene und auf den richtigen Umgang mit Lebensmitteln.

„Mit den Vorsorgemaßnahmen informieren wir, wie sich alle Personen in Kitas und Schulen schützen können. Prävention ist wichtig an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen. Eine gute Händehygiene bietet dabei einen wirksamen Schutz, um Infektionswege zu unterbrechen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die Informationen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zum Thema EHEC stehen auch unter www.infektionsschutz.de bereit. Für weitere Beratung stehen die örtlichen Gesundheitsämter zur Verfügung.

Wie kann ich mich vor dem EHEC-Erreger schützen?

Gute Händehygiene

  • Waschen Sie die Hände gründlich mit Wasser und Seife nach jedem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen.
  • Achten Sie bei Kindern darauf, dass sie nach dem Streicheln von Tieren keine Finger in den Mund nehmen oder mit ungewaschenen Händen essen. Die Hände sollten nach jedem Tierkontakt oder Kontakt mit Erde mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Gute Küchenhygiene

  • Waschen oder schälen Sie rohes Gemüse
  • Lagern Sie rohe Tierprodukte im Kühlschrank und garen Sie Fleisch vollständig durch.
  • Verwenden Sie separate Küchenutensilien für rohe Fleischprodukte
  • Kochen Sie Rohmilch vor dem Verzehr ab.
  • Auch Sprossen sollten ausreichend gewaschen und erhitzt werden.

Gesundheitsministerin informiert zu aktuellem EHEC-Ausbruch

Drese: Prävention schützt vor Ansteckung

Schwerin – Mit dem Stand 03.09.2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte August insgesamt 31 EHEC-Fälle gemeldet. Zwölf der Betroffenen haben Komplikationen in Form des HUS-Syndroms (kurz für das hämolytisch-urämische Syndrom) entwickelt, das unter anderem die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. 19 Betroffene werden stationär behandelt. Darüber informierte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute und wünschte allen Betroffenen und ihren Familien eine schnelle und vollständige Genesung.

„Dass EHEC-Fälle auftreten, ist generell nicht ungewöhnlich. Allein im vergangenen Jahr haben wir im Land etwa 140 Fälle verzeichnet. Auffällig ist jedoch die derzeitige Häufung der Fälle, weshalb das Gesundheitsministerium nun auch offiziell von einem Ausbruch ausgeht“, erklärte Drese. „Diese Begrifflichkeit mag dramatisch klingen, bedeutet aber erst einmal nichts anderes, als dass die Anzahl von Personen mit einer bestimmten Infektionskrankheit innerhalb einer Region oder einem Zeitraum die erwartete Anzahl dieser Erkrankungen übersteigt“, so die Ministerin weiter.

Drese betonte, dass alle zuständigen Behörden, darunter das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS), das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), die Gesundheitsämter und die Lebensmittelbehörden im engen Austausch stehen und akribisch nach der Ursache des Ausbruches suchen. „Das ist eine Aufgabe, die der Suche nach der Nadel im Heuhaufen ähnelt. Das Gesundheitsministerium hat deshalb proaktiv bereits in der vergangenen Woche das Robert Koch Institut (RKI) mit einbezogen.“

Die dortigen Expertinnen und Experten unterstützen seither beim Ausbruchsmanagement, bei der Befragung von Betroffenen und der Auswertung. „Mit einem äußerst umfassenden Fragebogen wird so versucht zu ermitteln, ob es Gemeinsamkeiten zwischen den Erkrankten gibt, zum Beispiel in Bezug auf die verzehrten Speisen, Kontakt mit Tieren oder Aufenthaltsorten“, erklärte Drese.

In der Zwischenzeit sei es jedoch wichtig, dass im Land besonders auf die gängigen Maßnahmen zur Hand- und Küchenhygiene geachtet wird. „Denn EHEC ist eine Zoonose, das heißt, sie wird in erster Linie vom Tier auf den Menschen übertragen– und nur sekundär von Mensch zu Mensch, zum Beispiel durch Schmierinfektionen. Das heißt: Durch konsequente Hygiene lässt sich eine Ansteckung gut vermeiden“, unterstrich die Ministerin.

Besonders beim Umgang mit Lebensmitteln sei deshalb Achtsamkeit geboten. So sollten Fleischprodukte stets vollständig durchgegart und auf eine strikte Trennung von rohen und bereits gegarten Lebensmitteln geachtet werden. „Bitte achten Sie außerdem darauf, rohes Gemüse zu waschen oder zu schälen und kochen Sie zum Beispiel Rohmilch vor dem Verzehr ab“, bat Drese. Auch regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen – insbesondere nach Toilettengängen, vor dem Kochen und nach dem Kontakt mit Tieren – sind bei der Vermeidung von Ansteckungen von zentraler Bedeutung.

Umfangreiche Informationen zu diesen Präventionsmaßnahmen stellt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA) in einer übersichtlichen Handreichung unter www.infektionsschutz.de zur Verfügung. Informationen zu EHEC finden Interessierte zudem auch auf den Seiten des Gesundheitsministeriums unter http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/gesundheit/Informationen-zu-EHEC/. Das LAGuS veröffentlicht zudem im regelmäßigen Abstand die neusten Fallzahlen unter https://www.lagus.mv-regierung.de/.

Drese: „Wenn Hygienemaßnahmen befolgt werden, ist die allgemeine Gefahr einer Ansteckung gering. Wir nehmen die Situation natürlich trotzdem ernst und arbeiten weiterhin vertrauensvoll und eng mit allen beteiligten Akteuren zusammen, informieren und klären auf.“

Stefanie 48 trifft Christoph 48

Neustrelitz – Gesundheitsministerin Stefanie Drese besuchte am Freitag die Luftrettungsstation in Neustrelitz und informierte sich über die Arbeit der Crew sowie die aktuellen Herausforderungen der notfallmedizinischen Versorgung aus der Luft.

Drese (48) betonte, dass der Luftrettung als Ergänzung des bodengebundenen Rettungsdienstes eine wichtige Aufgabe im Gesundheitswesen eines dünn besiedelten Flächenlandes wie Mecklenburg-Vorpommern zukomme.

„Durch die zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser und die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten etwa bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt es im Rettungsdienst auf jede Minute an, wenn die Patientinnen und Patienten in das geeignete Krankenhaus transportiert werden.

1.126 Einsätze flog Christoph 48 im vergangenen Jahr. Ministerin Drese machte sich in Neustrelitz ein Bild vor Ort.
1.126 Einsätze flog Christoph 48 im vergangenen Jahr. Ministerin Drese machte sich in Neustrelitz ein Bild vor Ort.

„Deshalb sind gut funktionierende und flächendeckende Luftrettungskapazitäten enorm wichtig für eine bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung“, betonte Drese.

Betreiber der Luftrettungsstation in Neustrelitz ist seit 2006 die ADAC Luftrettung gGmbH. Stationiert ist hier der Rettungstransporthubschrauber (RTH) Christoph 48, dessen Einsatzgebiet nicht nur weite Teile der Mecklenburgischen Seenplatte umfasst, sondern bis ins nördliche Brandenburg (Wittstock, Rheinsberg, Templin) reicht. 1.126 Einsätze flog Christoph 48 im vergangenen Jahr und damit etwas weniger als in den Jahren davor.

Koordiniert werden die Einsätze von der Integrierten Leitstelle Mecklenburgische Seenplatte in Neubrandenburg. Aufgabenträger ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, vertreten durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Notärztinnen und Notärzte für den RTH werden vom DRK-Krankenhaus Neustrelitz, das nichtärztliche Rettungspersonal (HEMS) wird vom DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e. V. gestellt. Die Einsatzbereitschaft wird von Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) bis Sonnenuntergang (Einsatzende) gewährleitet.

Häufigste Einsatzgründe waren im vergangenen Jahr mit 34 Prozent Notfälle des Herz-/Kreislaufsystems, gefolgt von Unfallverletzungen mit 23 Prozent. 12 Prozent der Einsätze waren neurologische Notfälle, zehn Prozent Notfälle des Atmungssystems und neun Prozent internistische Erkrankungen.

Ministerin Drese informierte bei ihrem Besuch in Neustrelitz über die Entscheidung des Landes die Luftrettungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern auszubauen: „Wir wollen die medizinische Versorgung mit einem vierten RTH weiter stärken“, so Drese. Dieser soll südöstlich von Schwerin in Pampow (Landkreis Ludwigslust-Parchim,) angesiedelt werden, da die drei RTH an den Standorten Güstrow, Greifswald und Neustrelitz die Region im südlichen Westmecklenburg unzureichend abdecken. „Dafür wird im Ministerium gerade das Ausschreibungsverfahren vorbereitet“, sagte Drese.

Gärtnern gegen Einsamkeit

Drese besucht innovatives Schweriner Projekt

Schwerin – Dass man der Einsamkeit auf vielen Wegen begegnen kann, zeigt der 2013 gegründete Schweriner Verein „Kulturgarten – Schwerin wächst zusammen e.V.“ In einem gemeinschaftlich gepflegten Garten kommen hier regelmäßig mehr als 50 Mitglieder aus verschiedenen Altersgruppen, Nationalitäten und beruflichen Hintergründen zusammen, um gemeinsam Beete zu pflegen, voneinander zu lernen und die Geselligkeit zu genießen.

„Der Garten hat sich zu einem festen Treffpunkt für Familien mit Kindern, Paare oder Alleinstehende entwickelt und ist ein fantastisches Beispiel für eine lebendige Nachbarschaft“, betonte Sozial- und Ehrenamtsministerin Stefanie Drese, die sich heute bei einem Rundgang über die vielfältigen Angebote des Vereins informierte und das Gespräch mit den Ehrenamtlichen suchte. „Einsamkeit wird hier nicht nur thematisiert, sondern ganz praktisch durch Begegnung, Bildung und gemeinsames Tun überwunden“, fasste Drese das Konzept im Anschluss zusammen.

So bietet der Verein zum Beispiel die Möglichkeit, als Beetpate die Verantwortung für einzelne Bereiche zu übernehmen und Gärtnerprinzipien wie Fruchtfolgen. Mischkultur oder Mulchen an die neuen Mitglieder weiterzugeben. Zugleich setze der Verein auch auf eine starke Bildungs- und Kulturarbeit und organisiert zum Beispiel Besuche von Schulklassen und Kindergärten. Auch ein wöchentliches Seniorengärtnern wurde extra ins Leben gerufen.

„Das heißt, dass die Vereinsmitglieder nicht nur unter sich bleiben, sondern bewusst den Austausch mit der Nachbarschaft und der Stadtgesellschaft suchen“, erläuterte Drese. „Gerade dieser offene Ansatz trägt dazu bei, dass es erst gar keinen Platz für Einsamkeit gibt“, zeigte sich die Ministerin sicher.

Dass ein gutes soziales Netzwerk, eine gute wohnortnahe Infrastruktur und ein lebendiges regionales Ehrenamt Schutz vor Einsamkeit bieten, hat auch der kürzlich von der Landesregierung vorgelegte Abschlussbericht des Runden Tisches gegen Einsamkeit im Alter gezeigt. „Es freut mich deshalb besonders zu sehen, dass hier im Kulturgarten schon gelebt wird, was wir uns für ganz MV wünschen würden“, betonte Drese.

Klinikum Karlsburg und Universitätsmedizin Greifswald vereinigen sich

„Fusion zum Wohle der Patientinnen und Patienten“

Greifswald – Das Klinikum Karlsburg und die Universitätsmedizin Greifswald haben ihre Vereinigung beschlossen. Hierzu wird die Universitätsmedizin Greifswald die Fachklinik für Herz- und Gefäßerkrankungen sowie das Diabeteszentrum in Karlsburg zum 1. Januar 2026 in ihre Konzernstruktur integrieren. Der Krankenhausbetrieb in Karlsburg wird künftig ausgebaut. Beide Parteien sehen diese Vereinigung als Antwort auf die Herausforderungen im Gesundheits- und Krankenhauswesen in der Zukunft.

Dieser Schritt schärft weiter das Profil der UMG in der Gefäßmedizin. Dadurch wird diese für Studierende, Forscherinnen und Forscher noch attraktiver. Die Universitätsmedizin wächst durch den Zusammenschluss und verbessert ihre Forschungsbasis durch mehr Patientinnen und Patienten. Das wird auch die Einwerbung von Drittmitteln für die Forschung zukünftig einfacher machen.“

Das Klinikum Karlsburg ist seit 30 Jahren eine der führenden gefäß- und herzmedizinischen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und versorgt pro Jahr mehr als 8.000 Patientinnen und Patienten mit Erkran­kungen der Blutgefäße, des Herzens sowie des Stoffwechsels. Hierbei kommen modernste diagnostische und therapeutische Verfahren zum Einsatz. Künftig profitiert das Klinikum zusätzlich vom vollen Fächer­kanon der Universitätsmedizin Greifswald. Damit vergrößert sich der Kreis derer, die versorgt werden können.

Herausragend ist dabei zum einen die konservative, interventionelle Behandlung des Aortenklappen­ersatzes mit mehr als 400 neuen Aortenklappen-Prothesen (TAVI), die über einen Katheter zumeist über die Leiste ins Herz eingebracht werden. Dem Klinikum Karlsburg wird in diesem Verfahren als einziger Einrichtung in M-V eine überdurchschnittlich hohe Behandlungsqualität attestiert. Zum anderen ist das Klinikum für seine exzellente Fachabteilung für Herzchirurgie bekannt. Hervorzuheben sind auch die im Bundesland größte Abteilung für Elektrophysiologie, die alle modernen interventionellen Techniken anbietet, und der Schwerpunkt Telekardiologie für die Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche.

Prof. Dr. Wolfgang Motz, Kardiologe und Geschäftsführer des Klinikums Karlsburg, stellt in dem Zusam­menhang fest: „Rückblickend erfüllt mich die 30-jährige Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums Karlsburg mit großer Freude. Mit Blick in die Zukunft ist die Fusion mit dem Klinikum der Universitätsmedizin für das Klinikum Karlsburg eine bedeutende Chance, sich fachlich weiter­zuentwickeln. Die Fusion ist die beste Lösung für die Region Vorpommern – zum Wohle der Patientinnen und Patienten sowie im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gleichzeitig leistet sie einen ent­scheidenden Beitrag zur langfristigen Standortsicherung des Klinikums Karlsburg.“

Wissenschaftsministerin Bettina Martin sieht in dem Zusammenschluss große Potentiale auch für die Forschung: „Hier entsteht ein medizinischer Leuchtturm mit großer Strahlkraft. Die Fusion ist ein doppelter Gewinn: Die exzellente Expertise der herzmedizinischen, gefäßchirurgischen und endokrinologischen Kompetenzen am Standort Vorpommern wird ausgebaut. Damit wird erstens die Gesundheitsversorgung insbesondere für Herz- und Diabetespatienten in Vorpommern verbessert. Und zweitens werden die Möglichkeiten für die medizinische Forschung und Lehre erheblich verbessert. Die Universitätsmedizin Greifswald kann mit dem Zusammenschluss die universitäre Herzmedizin vollumfänglich fortführen und damit auch den Fortbestand als Standort des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) sichern.“

Auch Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßt die geplante Vereinigung: „Durch die Fusion ist es möglich, den Standort Karlsburg mit seiner bestehenden Spezialisierung im Sinne der Krankenhausreform sinnvoll weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Unimedizin Greifswald zu stärken. Bestehende Strukturen können somit weiter genutzt werden und das Leistungsportfolio kann noch besser als bisher zwischen den beiden Standorten verteilt werden“, betont Drese. Die Ministerin hebt hervor, dass es gerade mit Blick auf die Krankenhausreform oftmals Vorteile hat, wenn Krankenhäuser fusionieren oder kooperieren, weil so das Leistungsspektrum und die Organisation der Versorgung passgenauer austariert und auch die Wirtschaft­lichkeit der Krankenhäuser insgesamt verbessert werden kann. „Ich werbe für eine stärkere Kooperation unter den Krankenhäusern in MV. Insofern kann diese Fusion auch ein Vorbild für andere Regionen sein, wobei aber natürlich der Wille der jeweiligen Häuser gegeben sein muss, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten“, so Drese.

Die Universitätsmedizin Greifswald ist stark aufgestellt in der konservativen Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, der interventionellen Behandlung von Erkrankungen der Koronararterien sowie der kardio­logischen Intensivmedizin. Ebenso ist die UM Greifswald Mitglied des Deutschen Zentrums für Herz- und Kreislaufmedizin (DZHK), einem renommierten Forschungsverbund aus sieben Unikliniken, der vom Bundesforschungsministerium gefördert wird. Der Zusammenschluss ermöglicht nun eine exzellente Behandlung aller Patientinnen und Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen aus einer Hand.

Darüber hinaus erhält Mecklenburg-Vorpommern mit diesem Zusammenschluss einen national und inter­national sichtbaren Leuchtturm in Forschung und Krankenversorgung in der Herzmedizin. Hier setzen sich künftig mehr als 70 Ärztinnen und Ärzte für das Wohl der Patientinnen und Patienten mit Herzerkrankun­gen ein. Mit einer Zentralisierung der operativen und konservativen Gefäßmedizin am Standort Karlsburg sowie der dortigen Verortung der Endokrinologie und Diabetologie beider Einrichtungen wird das Profil des Klinikums Karlsburg als Facheinrichtung für Herz- und Gefäßmedizin weiter geschärft. Gleichzeitig werden an der Universitätsmedizin in Greifswald zusätzliche dringend benötigte operative Kapazitäten geschaffen. Perspektivisch wird das Klinikum Karlsburg voll in die Universitätsmedizin Greifswald integriert.

Prof. Dr. Uwe Reuter, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald: „Nach rund 30 Jahren in freundschaftlicher Konkurrenz schließen sich zwei benachbarte Krankenhäuser zum Wohl der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern endgültig zusammen. Wir sind sehr froh, mit dem Klini­kum Karlsburg eine exzellente medizinische Einrichtung in die UM Greifswald Familie aufnehmen zu können und damit unseren Anspruch als führende medizinisch–wissenschaftliche Einrichtung im Nord­osten Deutschlands zu untermauern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den mehr als 500 Kolleginnen und Kollegen aus Karlsburg und heißen Sie herzlich an der Universitätsmedizin willkommen.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Unimedizin, Dr. Tilmann Schweisfurth, sieht in dem Zusammenschluss, den der Aufsichtsrat und das Gesundheitsministerium noch genehmigen müssen, „ein medizinisches Leuchtturmprojekt für Vorpommern. Es wird – sollten die Gremien und Behörden zustimmen – ein deutlich größeres maximalversorgendes Krankenhaus entstehen, dass Wirkung entfalten wird, die über Vorpom­mern hinausgeht.“

Dank an Fördervereins Poeler Kogge „Wissemara“

Wismar – Sozialministerin Stefanie Drese konnte am (heutigen) Montag an 38 aktive Mitglieder des Fördervereins „Poeler Kogge“ die Ehrenamtskarte des Landes überreichen. Die Auszeichnung fand in der Hansestadt Wismar auf der Kogge „Wissemara“ statt.

„Wir würdigen als Landesregierung damit das herausragende bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins mit seinen vielen ehrenamtlich Aktiven, das weit über die Stadtgrenzen Wismars hinaus ausstrahlt“, sagte Drese bei der Übergabe.

Die „Wissemara“ ist ein Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert, der auf das bisher größte gefundene Schiffswrack aus der Hansezeit basiert. „Mit viel Hingabe und Liebe zum Detail vermitteln die Mitglieder des Fördervereins allen Interessierten die damaligen handwerklichen Fähigkeiten und das hervorragende Segelverhalten dieses Schifftyps“, so Drese.

Die Koggen, mit einer Tragfähigkeit bis zu 300 Tonnen, bildeten die Grundlage für den in der Hansezeit so typischen Transport von Massengütern – und waren somit Basis für die wirtschaftliche Macht und dem Aufstieg der Hansestädte im Nord- und Ostseeraum.

„Mir imponiert besonders die angebotene Nutzung für Mitsegler und die damit verbundene Vermittlung von Kenntnissen sowie der Arbeit und des Lebens auf Traditions-Segelschiffen an Jugendliche und Erwachsene unter fachlicher Anleitung“, betonte Drese. Das sei maritime Traditionspflege im besten Sinne, so die Ministerin.

Drese hob bei ihrem Besuch die hohe Bedeutung des Ehrenamtes in Mecklenburg-Vorpommern hervor. Mehrere Hunderttausend Menschen im Land seien bürgerschaftlich engagiert. „Diesen gesellschaftlichen Einsatz zu würdigen und weiterhin Menschen zu motivieren, sich zu engagieren, hat einen hohen Stellenwert für die Landespolitik“, verdeutlichte Drese.

Urlaub für Familien mit geringem Einkommen

Drese besucht Familienferienstätte in Graal-Müritz

Graal-Müritz – Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Familien und Alleinerziehende mit einem geringen Einkommen bei der Verwirklichung eines Familienurlaubs. Dafür stellt die Landesregierung auch in diesem Jahr wieder Mittel in Höhe von 150.000 Euro zur Verfügung. Mehr als 80 Familien haben von diesem Angebot im laufenden Jahr bereits Gebrauch gemacht und haben hierfür unter anderem die Familienstätte St. Ursula in Graal-Müritz gewählt, die Sozialministerien Stefanie Drese heute im Rahmen ihrer Sommertour besuchte.

„Familien brauchen Orte, an denen sie gemeinsam Kraft schöpfen können – unabhängig von Geldbeutel oder ihrer Lebenssituation. Das macht die Familienerholung möglich, die neben freier Zeit fernab des Alltagsstresses auch der Familienbildung und -hilfe dient“, erklärte die Ministerin. So unterstützt das Team vor Ort die Familien zum Beispiel bei möglicherweise bestehenden Belastungen, bei familiären Krisen oder hilft niedrigschwellig bei der Vermittlung zu weiterführenden Hilfsangeboten.

„Damit leisten die Familienerholungsmaßnahmen auch über den Urlaubscharakter hinaus einen wertvollen Beitrag für das Familienleben und das Wohlergehen der Kinder im Land“, unterstrich Drese, die bei ihrem Besuch zugleich die engagierten Mitarbeitenden in Graal-Müritz lobte: „Hinter jedem Aufenthalt steht ein Team, das mit Herz und Professionalität dafür sorgt, dass Familien sich willkommen fühlen und ihre Zeit hier in vollen Zügen genießen können. Die Familienferienstätte St. Ursula versteht sich als Ort der Begegnung und des Miteinanders und das merkt man in jedem Detail“, so Drese weiter.

Eine geförderte Familienerholung in Graal-Müritz, bei einem der weiteren 12 Familienferienstätten oder bei weiteren sozialen Trägern ist möglich, wenn mindestens eines der teilnehmenden Familienmitglieder entweder Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, den Kinderzuschlag und/oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezieht. Zudem muss mindestens ein mitreisendes und dem Haushalt angehörendes Kind jünger als 18 Jahre sein. Familien müssen darüber hinaus ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort in Mecklenburg-Vorpommern haben.

Familien können dann Zuwendungen in Höhe von 30 Euro pro Person und Übernachtung für einen Aufenthalt zwischen fünf und sieben Übernachtungen erhalten. Darüber hinaus ist die Zuwendung von 15 bis 26 Euro gestaffelt. „So kann zum Beispiel eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern für eine Familienerholungsmaßnahme von sieben Tagen eine Förderung in Höhe von 840 Euro erhalten“, rechnete Drese vor. Bei Alleinerziehenden mit einem Kind sei für eine einwöchige Familienerholungsmaßnahme ein Zuschuss von 420 Euro möglich. „Sich über Möglichkeiten und freie Plätze zu informieren, lohnt sich also auf jeden Fall“, unterstrich Drese.

Weiterführende Informationen finden Interessierte auf den Seiten des Landesamtes für Soziales und Gesundheit (LAGuS) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV. Die Antragsstellung wird dabei durch die jeweilige Familienferienstätte übernommen, damit für die Familien möglichst wenig Aufwand entsteht. Eine Übersicht dieser ist unter https://www.ffmv.de/ einsehbar.

Drese: „In den vergangenen Jahren wurden nicht immer alle zur Verfügung stehenden Mittel abgerufen. Ich würde mir jedoch wünschen, dass möglichst jeder Euro direkt bei den Familien ankommt und möchte deshalb ausdrücklich dazu ermutigen, den eigenen Anspruch zu prüfen – damit möglichst viele Kinder und Eltern die Chance auf eine gemeinsame, unbeschwerte Zeit bekommen.“

Drese übergibt Ehrenamtskarten

Anklam – Mehr als 12.550 Ehrenamtskarten wurden in Mecklenburg-Vorpommern seit ihrer Einführung im Jahr 2020 bereits an besonders engagierte Menschen ausgereicht. Darunter sind nun auch Mitglieder des Modellsport Clubs, des Motorsportclubs Anklams, des Fliegerclubs Otto Lilienthal und der Dorfkirche in Liepe auf Usedom. Ihnen überreichte Sozialministerin Stefanie Drese heute gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung MV die Ehrenamtskarte des Landes und bedankte sich für den oftmals langjährigen Einsatz.

„Das Ehrenamt spielt in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern eine enorm wichtige Rolle. Denn viele Angebote, ob im sportlichen, im sozialen oder im Kinder- und Jugendbereich existieren nur, weil engagierte Menschen in ihrer freien Zeit Gutes tun, weil sie ohne Gegenleistung Projekte unterstützen und aus eigenem Antrieb unser gesellschaftliches Leben bereichern“, erklärte die Ministerin vor Ort.

Sie sei daher ausgesprochen dankbar, dass das Ehrenamt in MV tief verwurzelt sei. „Das zeigen auch die Vereinsmitglieder, denen wir heute die Ehrenamtskarte überreichen durften. Sie sind es, die in Anklam und Liepe die gemeinsame Ausübung eines Hobbies ermöglichen, seit vielen Jahren Aktivitäten für den Modellflug- oder Motorsportnachwuchs fördern oder Traditionen lebendig halten“, unterstrich die Ministerin.

Eine besondere Überraschung gab es heute außerdem für Norbert Muranka als 1. Vorsitzenden des Modellsport Clubs Anklam und für Hella Löschke aus dem Lieper Winkel. Beide erhielten von Ministerin Drese eine der ersten sogenannten goldenen Ehrenamtskarten. Diese würdigen besonders langjähriges Engagement. „Herr Muranka hat den Modellsport Club mal als sein Herzensprojekt bezeichnet – und das merkt man. Seit über 30 Jahren hält er hier die Fäden zusammen und will dies sogar noch nach seinem kürzlichen Eintritt in den Ruhestand weiterhin tun. Ganz selbstverständlich, wie er sagt“, erklärte Drese.

Hella Löschke hingegen ist seit ihrer Geburt im Lieper Winkel zuhause und seit mehr als 60 Jahren bürgerschaftlich aktiv. Seit 1961 kümmert sie sich zum Beispiel um die Kirche, öffnet diese jeden Morgen und organisiert den Blumenschmuck. „Mit größter Fürsorglichkeit nimmt sie sich diesen Aufgaben an und ist, das haben wir heute vielfach gehört, bei Jung und Alt mit ihrer offenen Art äußerst beliebt“, betonte die Ministerin.

Drese: „Ich freue mich, dass wir diesen außerordentlichen Einsatz mit unseren Ehrenamtskarten sichtbar machen und als Land in Form von Vergünstigungen bei mittlerweile 335 Partnern auch etwas zurückgeben können. Denn das Ehrenamt ist das Fundament, auf dem Gemeinschaft wächst – und das sollte nicht im Stillen passieren, sondern anerkannt und zelebriert werden.“