Schwerin – Im Rahmen ihres Neujahrsempfangs würdigt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besonderes soziales und kulturelles Engagement mit drei Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist jedes Jahr eine besondere Ehre für mich, den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu verleihen. Die Menschen, die wir ehren, haben unterschiedliche Geschichten und doch eine Gemeinsamkeit. Sie leisten Herausragendes für unser Land. Es sind Menschen, die sich mit viel Idealismus und Einsatz einer Aufgabe widmen, oftmals auch mehreren Aufgaben gleichzeitig, und deren Engagement der Gemeinschaft, unserem Land, uns allen zugutekommt“, erklärte die Ministerpräsidentin im Vorfeld der Veranstaltung.
Zu den Ausgezeichneten gehört Peter Grosch aus Schwerin, der mit seinem Engagement einen wesentlichen Anteil am Entstehen der Evangelischen Suchtkrankenhilfe in Mecklenburg-Vorpommern gehabt habe. Seit 1995 arbeite er daran, Menschen in einer prekären sozialen Situation gesunde Lebensmittel und eine regelmäßige Versorgung zu verschaffen. „Sie haben nach Hamburger Vorbild die Schweriner Tafel gegründet. Im September haben wir zusammen 30 Jahre Schweriner Tafel gefeiert. Sie sind bis heute der Vorsitzende. Zehn Ausgabestellen hat die Tafel, nicht nur in Schwerin, sondern auch in den Städten der Region um unsere Hauptstadt wie Ludwiglust, Hagenow, Gadebusch und Crivitz“, so Schwesig. Sie fügte hinzu: „Peter Grosch hat zur Weihnachtszeit mit der Kindertafel wieder viele Augen zum Strahlen gebracht. Jeder, der ihn kennt, weiß: Die Menschen und besonders die Kinder liegen ihm am Herzen.“
Zweiter neuer Ordensträger ist Peter Hick aus Sassnitz. Nach der Deutschen Einheit sei Hick mit seiner Familie in seine ostdeutsche Heimat zurückgekehrt und habe erfolgreich die Störtebeker-Festspiele aufgebaut. Er sei mit seiner Familie nach Rügen gezogen, habe seine Ersparnisse investiert, Sponsoren und Förderungen vom Land gefunden. „Gegen viele Widerstände feierte das Ensemble am 3. Juli 1993 nur Stunden nach den letzten Baumaßnahmen die Premiere der ersten Open Air Aufführung.
Die Störtebeker-Festspiele haben sich inzwischen zu einem Publikumsmagnet auf der Insel Rügen entwickelt und sind deutschlandweit das erfolgreichste private Open Air Theater“, sagte die Ministerpräsidentin. „Störti – das ist eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte, die unsere Kulturlandschaft und ganz Deutschland bereichert. Peter Hick hat gemeinsam mit seiner Familie etwas ganz Besonderes geschaffen. Ein Theater, das Laien und Profis einbindet, das Menschen in ganz Deutschland begeistert“, so Manuela Schwesig in ihren persönlichen Worten zur Ordensverleihung.
Dritte Ordensträgerin ist Katrin Wischeropp aus Gägelow. „Ihr Engagement ist eines der schönsten und wichtigsten: Katrin Wischeropp gibt Kindern ein sicheres Zuhause, Liebe und Geborgenheit. Kindern, für die diese Dinge nicht selbstverständlich sind. Sie ist Pflegemutter und engagiert sich seit über 15 Jahren mit Leidenschaft für Kinder, die besondere Fürsorge benötigen“, sagte die Ministerpräsidentin. Ihre besondere Aufmerksamkeit liege bei Kindern, die wegen des regelmäßigen Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft durch eine Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) irreversibel beeinträchtigt sind.
Zudem sei sie Gründungsmitglied des Pflegeelternvereins Nordwestmecklenburg, der Pflege- und Adoptivfamilien unterstütze. „Für Familien in schwierigen Lebenssituationen war und ist Katrin Wischeropp eine unverzichtbare Stütze, stets mit einer helfenden Hand und einem offenen Ohr“, so Manuela Schwesig weiter. Seit Beginn des Jahres leite Frau Wischeropp die Selbsthilfegruppe „Leben mit FASD“. Neben ihrem Engagement für Pflegefamilien bereichere sie das kulturelle Leben in ihrer Gemeinde Gägelow. „Sie ist Chorleiterin und gibt Flöten- und Gitarrenunterricht. Sie setzt sich außerdem für die musikalische Früherziehung in Kindertagesstätten ein. Für Ihren unverzichtbaren Beitrag für Kinder in schwierigen Lebenssituationen und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft verleihe ich Katrin Wischeropp den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern“, sagte die Ministerpräsidentin zur Ehrung.