Staatssekretär regt bundesweite Abgabe für Erhalt der Schutzgebiete an

Insel Rügen – Einen „grünen Soli für den Naturschutz“ regte der Staatssekretär im Landes-Umweltministerium, Dr. Jürgen Buchwald, auf dem „Regionalen Abend“ der Vertreter des Dachverbandes der Nationalen Naturlandschaften, des Nationalen Naturerbes sowie der Arbeitsgemeinschaft Biosphärenreservate und der Wildnisgebiete an.

„Ich bin überzeugt, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 13 Nationalen Naturlandschaften einen ganz besonderen Beitrag für den Naturschutz in Deutschland und in Europa leistet. Deshalb die Bitte an den Bund bzw. die anderen Bundesländer, über einen ‚grünen Soli‘ für den Naturschutz nachzudenken. Nationalparks und Biosphärenreservate können aus meiner Sicht keine reine Länderaufgabe bleiben“, sagte der Staatssekretär in Prora im Naturerbezentrum Rügen.

Buchwald verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern über insgesamt 1.418.300 Hektar unter Schutz gestellte Flächen verfügt, das entspricht 45,8 Prozent der gesamten Landesfläche. Zusammengefasst sind in dieser Zahl neben den Natura-2000-Gebieten inklusive der europäischen Vogelschutzgebiete alle Nationalparks, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete , Biosphärenreservate und Naturparks. Allein auf Rügen finden sich mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dem Nationalpark Jasmund, dem Biosphärenreservat Südost-Rügen und dem Naturerbezentrum Rügen vier solcher Naturerbegebiete.

Während der Anteil an Nationalparks im Bundesgebiet im Schnitt bei 0,6 Prozent und an Natura-2000-Gebieten im Schnitt bei 14,1 Prozent der Landesfläche liege, komme MV auf 3,7 Prozent bei den Nationalparks und auf 34,5 Prozent bei Natura-2000-Gebieten. Der Staatsekretär unterstrich die Bedeutung dieser Schutzgebiete für Tourismuswirtschaft und naturkundliche Bildung einerseits und für den Erhalt der Artenvielfalt und die Bewältigung des Klimawandels anderseits.

„Die personellen und finanziellen Aufwendungen für den Erhalt der Schutzgebiete werden größtenteils von unserem Land getragen, während Gesamtdeutschland in der Umwelt- und Klimabilanz von unserer Arbeit profitiert“, sagte Dr. Buchwald.

„Bei diesen hochrangigen Schutzkategorien handelt es sich um eine dauerhafte Aufgabe, deren Erfüllung auch eine bedeutende nationale und internationale Dimension hat“, so der Staatsekretär. Deshalb sei es an der Zeit, für Nationalparks und Biosphärenreservate eine reguläre nationale Mitfinanzierung durch den Bund zu erwirken.

Dahlemann: Neues Filmfestival soll Gäste anlocken und Identität stärken

Insel Rügen – „Ich freue mich sehr, dass es auch im Landesteil Vorpommern gelungen ist, ein Filmfestival aufzubauen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein weiterer attraktiver kultureller Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste ist und den Tourismus außerhalb der Hochsaison befördern wird. Und ich hoffe, dass es die Identität der Menschen mit dem östlichen Landesteil weiter stärkt“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute bei der Eröffnung des ersten Rügen International Film Festivals in Sellin. Veranstalter ist die Baltic International Filmfestival Rügen gGmbH der Kulturstiftung Rügen.

Es sei sehr bewundernswert, was die Organisatoren in vorwiegend ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine gestellt hätten. Die Landesregierung habe das Festival mit 150 000 Euro aus Mitteln des Zukunftsfonds II Mecklenburg-Vorpommern aus dem Wirtschaftsministerium unterstützt. „Das ist ein wichtiger Beitrag des Wirtschaftsministers, der zum Gelingen des Festivals beiträgt.“

Um Mecklenburg-Vorpommern als Filmland weiter voranzubringen und noch besser zu positionieren, seien die kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung in der Staatskanzlei angesiedelt worden. Dahlemann: „Damit gibt es einen einheitlichen Ansprechpartner für alle. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich für die Filmbranche bei uns im Land, auch in Vorpommern zu erreichen.“

Das erste Rügen International Film Festival findet vom 4. bis 8. Oktober an verschiedenen Orten auf Rügen, aber auch in Stralsund und Greifswald statt. Gezeigt werden 30 Filme in verschiedenen Kategorien. Im Mittelpunkt stehen Filme aus dem Ostseeraum und insbesondere dem Nachbarland Polen. Die Filmreihe „Local Heroes“ zeigt Filme und Dokumentationen aus der deutsch-polnischen Grenzregion entlang der Ostseeküste.

Abends in die Schule!

Abend der offenen Schule in Gingst mit Schülerband KALLM

Insel Rügen – Zu einem herbstlichen „Abend der offenen Schule“ lädt die Regionale Schule mit Grundschule Gingst am Freitag, dem 13. Oktober 2017 ein. Dann erleben alle interessierten Eltern, ehemalige Schüler und gern gesehene Besucher zwischen 17 und 20 Uhr all das, was den schulischen Alltag aus- und schöner macht.

An dem Abend werden alle Eltern und Schüler der künftigen 1. und 5. Klassen die Möglichkeit haben, sich über das Schulprofil, die Lernangebote und das Alltagsleben der beiden Schulformen zu informieren. In der Mensa finden die zwei Informationsveranstaltungen statt: um 16 Uhr beginnt diese für die Eltern der neuen 1. Klassen und um 18 Uhr die Runde für die zukünftigen 5. Klassen. Dabei nutzen die Eltern und Erziehungsberechtigten zugleich die Möglichkeit der Anmeldung, die in der Grundschule bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein muss.

Für alle Besucher wird ein buntes Programm an Spiel, Spaß und Spannung angeboten, das in diesem Jahr wiederum vom SSV 09 Gingst e. V., dem schuleigenen Förderverein, unterstützt wird. Dazu gehören eine Tombola, ein Bücher- und Flohmarkt und die verschiedenen Bastelstationen in der neuen Grundschule. Interessierte Gäste können sich an dem Abend alle modernen Lernräume und Unterrichtsmaterialien ansehen.

Die Regionalschüler präsentieren unter anderem die Ergebnisse der Themenwoche und der Projekttage „Berufswelten“, die sich mit dem Thema Berufsorientierung aus unterschiedlichen Sichtweisen beschäftigten. Ein Höhepunkt des Abends wird der Auftritt der Schülerband KALLM sein, die mit neuen Songs dabei sein wird. Der Schulverein beendet auf dem Schulhof mit Würstchen und Punsch die Grillsaison des Jahres.

Alle interessierten Gingster und Gäste sind herzlich eingeladen, um sich auch über die Arbeit des Schulfördervereins zu informieren und diesen durch eine Mitgliedschaft oder Spenden zu unterstützen. Auf der Homepage www.schulegingst.de finden Sie weitere Informationen. Nachfragen sind telefonisch unter 03 83 05 4 39 möglich.

Radweg zwischen Waase und Wusse auf der Insel Ummanz fertiggestellt

Ummanz – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Donnerstag (21.09.) den neu gebauten Radweg von Waase nach Wusse auf der Insel Ummanz (Landkreis Vorpommern-Rügen) offiziell freigegeben.

„Inmitten der prächtigen Naturlandschaft der Urlaubsinsel Ummanz ist eine attraktive Etappe des Radweges entstanden. Urlauber und Anwohner können nun den Blick über die flachen Boddengewässer, weiten Wiesen und Felder noch besser genießen. Eine weitere Lücke im Radwegenetz ist nun geschlossen. Insbesondere Gäste der Insel Rügen können nun auch die Insel Ummanz besser mit dem Rad entdecken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In zwei Monaten Bauzeit ist auf der rund 1.400 Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Strecke ein Zweirichtungs-Radweg in Asphaltbauweise entstanden. Zusätzlich sind eine Schutzhütte, ein Fahrradständer sowie Bänke und Tische entlang des Weges errichtet worden. Die Etappe von Waase nach Wusse ist Bestandteil des 670 Kilometer langen Ostseeküstenradweges, der von Lübeck-Travemünde bis nach Ahlbeck auf der Insel Usedom führt.

„Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern lässt sich sehr gut auf zwei Rädern erkunden. Deshalb ist ein gut ausgebautes Radwegenetz ein wichtiger Bestandteil des touristischen Angebotes im Land, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, ihre Ferien mit sportlicher Aktivität auf dem Fahrrad zu erleben“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für den Radweg betrugen rund 304.000 Euro. Das Land hat den Ausbau aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von rund 246.000 Euro unterstützt.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen neun Radfernwege mit etwa 2.300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge zur Verfügung. Insgesamt können die Radfahrer im Nordosten rund 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer straßenbegleitende Radwege des überörtlichen Verkehrs nutzen.

Gemeinde Baabe erhält Zuschuss für Umrüstung der Beleuchtung auf LED

Insel Rügen – Für die Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik in der Bollwerkstraße im Ostseebad Baabe (Landkreis Vorpommern-Rügen) erhält die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 16.616,00 Euro (Fördersatz 50 Prozent) vom Energieministerium. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Die Gemeinde Ostseebad Baabe beabsichtigt, die Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik in der Bollwerkstraße (am Radweg) umzurüsten. Die vorhandenen neun Natriumdampf-Hochdrucklampen werden durch 15 LED-Leuchten inklusive Masten ersetzt.

Ziel ist es, den Stromverbrauch und damit auch die Kosten zu senken. Neben einer Energieeinsparung von rund 4.800 Kilowattstunden Strom pro Jahr kann jährlich eine Einsparung von rund 2,8 Tonnen Kohlendioxid erreicht werden.

Deutsch-polnisches Kooperationsnetzwerk Handwerk in Stralsund

Stralsund – Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe hat sich am Mittwoch über das „Deutsch-polnische Kooperationsnetzwerk Handwerk“ beim Bildungszentrum Kreishandwerkerschaft Nordvorpommern-Stralsund GmbH (bzk GmbH) in Stralsund informiert. In dem Projekt wird die Vernetzung und Kooperation von Handwerksunternehmen aus der deutsch-polnischen Grenzregion vorangetrieben.

„Wir wollen die Zusammenarbeit länderübergreifend weiter ausbauen und stärken. Das Projekt leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Vor allem der intensive fachliche Austausch zwischen deutschen und polnischen Handwerksunternehmen und mögliche Kooperationen bei der Ausbildung stehen im Mittelpunkt der Netzwerkarbeit“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Schwerpunkt des Projektes ist der Aufbau eines Kooperationsnetzwerkes von Handwerksunternehmen verschiedener Gewerke und die gemeinsame Weiterbildung, unter anderem in Form von themenbezogenen Workshops, Unternehmensreisen und Praktikantenaustauschen. So haben beispielsweise Vertreter der Friseurinnungen vereinbart, dass Auszubildende aus Polen und der Innung Vorpommern-Rügen im Jahr 2018 einen gemeinsamen Workshop gestalten.

Zudem soll es einen Praktikantenaustausch im Friseurhandwerk geben, in dem deutsche und polnische Jugendliche die Arbeits- und Lebensbedingungen in dem jeweilig anderen Land kennenlernen. Langfristiges Ziel des Projektes ist ein Netzwerk von Multiplikatoren im Bereich des Handwerks und der Berufsqualifizierung, das sich auch zukünftig mit einer Synchronisierung der Berufsausbildung in beiden Ländern, mit internationalen Aspekten in der Ausbildung und Qualifizierung im Handwerk sowie mit der Initiierung neuer, digitaler Lernformen befassen soll.

„Unternehmen und Auszubildende aus Deutschland und Polen profitieren von einer engen Zusammenarbeit in der Grenzregion. Die Jugendlichen sammeln Auslandserfahrungen und lernen neue Arbeitsweisen kennen. Unternehmen haben die Chance, mit potentiellen Geschäftspartnern intensiv ins Gespräch zu kommen. Die enge Kooperation beider Länder stärkt die Wirtschaft und verbessert die Lebensperspektiven in der Grenzregion“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Projekt „Deutsch-polnisches Kooperationsnetzwerk Handwerk“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus Landesmitteln in Höhe von rund 52.000 Euro.

Im Bereich der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern (KHS) gibt es 2.804 Betriebe, von denen rund 560 in den 20 Innungen der KHS organisiert sind. Derzeit werden rund 800 Auszubildende in 58 Berufen in 316 Betrieben ausgebildet. Für das neue Ausbildungsjahr haben 200 Auszubildende Lehrverträge geschlossen. Das Bildungszentrum Kreishandwerkerschaft Nordvorpommern-Stralsund GmbH (bzk GmbH) ist eine Einrichtung der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern. Schwerpunkt ist die Ausbildung von Führungsnachwuchs und die Gewinnung von Nachwuchskräften im Handwerk.

Inklusion auch in der Regionalen Schule erfolgreich

Neue Studie der Universität Rostock über Inklusion auf Rügen vorgelegt

Rostock – Kinder mit besonderem Förderbedarf, die in der Grundschule inklusiv beschult wurden, erzielen auch an der Regionalen Schule mehrheitlich gute Lernfortschritte. Das weist eine neue Studie der Universität Rostock nach, die von Prof. Bodo Hartke und seinem Forscherteam erstellt wurde. Die meisten der untersuchten Schülerinnen und Schüler mit Lern- und Verhaltensauffälligkeiten in fünften und sechsten Klassen an Rügener Regionalen Schulen konnten in den Schuljahren 2014/2015 und 2015/2016 ihre Lese-, Rechtschreib- und Mathematikleistungen deutlich steigern. Die in die Untersuchungen einbezogenen Kinder wurden bereits in der Grundschulzeit innerhalb eines Modellvorhabens erfolgreich inklusiv beschult. Die Daten aus Klasse 5 und 6 zeigen, dass das Rügener Modell auch an Regionalen Schulen erfolgreich ist.

„Die Lernfortschritte der Rügener Schülerinnen und Schüler belegen, dass das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen gelingt. Die Ergebnisse der Studie bestärken uns daher in der Umsetzung unserer Inklusionsstrategie“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Erfreulich an den Daten ist auch, dass die Rügener Regionalen Schulen aktiv das erfolgreiche Grundschulmodell fortsetzen konnten und damit für die meisten Kinder mit besonderen Förderbedarfen gute Ergebnisse erzielt haben. Dies spricht für den auf Rügen eingeschlagenen Weg als eine Möglichkeit, Inklusion erfolgreich zu gestalten“, so Hesse.

Das Rügener Inklusionsmodell war bereits im Jahr 2010 gestartet. In diesem Modellvorhaben entwickelten die Rügener Grundschulen gemeinsam mit einer Forschungsgruppe der Universität Rostock Konzeptelemente und Handlungsmöglichkeiten für die inklusive Schule. Nach vier Jahren Modellvorhaben stand fest:

  • Eine frühzeitige inklusive Förderung bei Lern-, Sprach- und Verhaltensproblemen verhindert bei vielen Schülerinnen und Schülern noch schwerwiegendere Auffälligkeiten, die Häufigkeit von sonderpädagogischen Förderbedarf nimmt durch vorbeugende Hilfen ab.
  • Selbst die Kinder mit den schwerwiegendsten Lernschwierigkeiten profitieren von der inklusiven Förderung besser als von einer separaten Beschulung in Förderklassen.
  • Die Leistungsstände der Kinder ohne Beeinträchtigungen waren in der inklusiven Schule zumindest genau so gut wie in Vergleichsklassen, ihr Sozialverhalten hatte sich deutlich verbessert.

Mit dem Beginn des Schuljahres 2014/2015 wurde das Rügener Modell in den dortigen Regionalen Schulen fortgesetzt. Hierzu traf das Bildungsministerium mit den beteiligten Schulen eine Zielvereinbarung, nach der die Schulen die wichtigsten Förderelemente des Grundschulkonzepts übernahmen: individuelle Förderung innerhalb des Klassenunterrichts, ein zusätzlicher gezielter Förderunterricht in den Bereichen Lesen, Rechtschreibung und Mathematik, regelmäßige Lernfortschrittsüberprüfungen, Förderung durch Sonderpädagoginnen und -pädagogen für Kinder mit sehr schwerwiegenden Lern- und Entwicklungsrückständen, Förderplanung im Team und arbeitsteilige Umsetzung des Förderplans durch Regional- und Sonderschullehrkräfte. Zudem wurde eine wissenschaftliche Dokumentation der Umsetzung der Zielvereinbarung und der Lern- und Entwicklungsfortschritte förderbedürftiger Kinder durch eine Forschungsgruppe der Universität Rostock vereinbart. Die nun dem Bildungsministerium und den Rügener Schulen vorgelegten Daten zeigen:

Die Regionalen Schulen auf Rügen realisieren ein inklusives Fördersystem mit Elementen wie individualisierte Lernförderung im Deutsch- und Mathematikunterricht, gezieltem Förderunterricht durch Fachlehrkräfte, Lernfortschrittsdiagnostik als auch Förderplanung im Team und Intensivförderung durch Sonderpädagoginnen und -pädagogen. Sowohl die Lese- als auch die Mathematikleistungen der förderbedürftigen Kinder nähern sich dem normalen Leistungsstand von Fünft- und Sechstklässlern an. Die Leistungsfortschritte förderbedürftiger Kinder entsprechen in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben und Mathematik üblichen Leistungssteigerungen innerhalb eines Schuljahres.

„Modellversuche in anderen Bundesländern endeten oft mit der Grundschulzeit. Insofern liefern die Untersuchungsergebnisse wichtige Erkenntnisse für die Fortsetzung inklusiver Förderung in der Sekundarstufe“, erläuterte Prof. Bodo Hartke von der Universität Rostock. „Neben dem insgesamt positiven Gesamtergebnis finden sich in der Studie auch Hinweise auf noch offene Fragen inklusiver Förderung. So konnte eine kleine Gruppe von Kindern identifiziert werden, bei denen ausreichende Lernfortschritte in einzelnen Förderbereichen ausbleiben. Diese Fälle sollten weiter analysiert werden, um die Förderung betroffener Kinder weiter zu optimieren“, betonte Hartke.

Bildungsministerin Hesse dankte allen beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen auf Rügen für die geleistete Arbeit und dem Forscherteam der Universität Rostock für die wissenschaftliche Begleitung. „Die Ergebnisse der mittlerweile mehr als sechsjährigen Anstrengungen der Rügener Schulen sprechen dafür, die neue inklusive Praxis wissenschaftlich zu dokumentieren und auszuwerten. So wissen wir besser, was erfolgsversprechend ist und welche bisher ungelösten Herausforderungen noch vor uns liegen“, sagte Hesse. Nachdenklich stimmen die Ergebnisse über Kinder, die in einzelnen Förderbereichen noch nicht ausreichend von dem inklusiven Fördersystem profitieren. Die Gründe hierfür müssten geklärt werden, um Lösungsansätze zu entwickeln.

Verkehrseinschränkungen auf der Rügenbrücke wegen Bauwerksprüfung

Insel Rügen – Von Montag, 11. September, bis Freitag, 15. September 2017, erfolgt täglich in der Zeit von 7 bis 20 Uhr die Bauwerksprüfung der Schrägseilbrücke über den Ziegelgraben im Zuge der Bundesstraße B 96n. Dazu wird abwechselnd in Richtung Rügen oder in Richtung Stralsund eine Fahrtrichtung der Bundesstraße B 96n im Bereich der Rügenbrücke zeitweise gesperrt.

Der Verkehr der jeweils gesperrten Fahrtrichtung wird über die Landesstraße L 296, den alten Rügendamm, umgeleitet.

Im Rahmen der Hauptprüfung untersuchen spezialisierte Bauwerksprüfer eingehend die Schrägseile und den Pylon. Diese umfängliche Bauwerksprüfung nach DIN 1076 ist alle sechs Jahre erforderlich für die Gewährleistung der Gebrauchstauglichkeit, der Standsicherheit und der Verkehrssicherheit.

Zwischen den Hauptprüfungen findet nach drei Jahren eine einfache Prüfung statt, eine erweiterte Sichtprüfung. Darüber hinaus überwacht die Straßenmeisterei das Bauwerk laufend.

Unternehmen auf Rügen investiert in innovative Kartonagen- und Verpackungsmittelproduktion

Insel Rügen – In Bergen auf Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) errichtet das Unternehmen GAMPE. Druck und Medien eine neue Betriebsstätte. Investiert wird in den Umbau eines Betriebsgebäudes sowie die Anschaffung von Maschinen.

„Das Unternehmen will mit der Herstellung von Lebensmittelverpackungen für die Lebensmittelindustrie, die Entwicklung von innovativem Verpackungsdesign und mit der Produktfotografie neue Geschäftsfelder erschließen. Zehn Arbeitsplätze, darunter Mediengestalter, Drucker und Mitarbeiter für die Produktion, werden vor Ort entstehen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag.

Für die Errichtung der Betriebsstätte wird im Gewerbegebiet Tilzow in Bergen ein bereits bestehendes Gebäude um- und ausgebaut. Darüber hinaus werden unter anderem eine Druckmaschine, eine Stanzmaschine sowie diverse technische Ausrüstungen für Gestaltung, Fotografie, Druck, Weiterverarbeitung und Veredelung angeschafft. Mit der Entwicklung und Herstellung von Verpackungen aller Art, Größe und Menge will sich das Unternehmen regional und überregional spezialisieren. Es wird neben dem Verpackungsaufbau und der gesamten Fertigung auch eine Werbeagentur mit hauseigenem Fotostudio geben.

„Die Pharma- und die Lebensmittelindustrie sind sich stetig weiter entwickelnde Märkte. Innovative Verpackungsideen für Produkte sind gefragt. Mit der modernen Errichtung und den anstehenden Investitionen werden optimale Voraussetzungen für die Produktion vor Ort geschaffen“, so Glawe weiter.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 290.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten für das Vorhaben auf rund 1,78 Millionen Euro.

Land(auf)Schwung

Projekt „Konservenladen“ vom Hiddenseer Kutterfisch eröffnet

Insel Hiddensee – Am Freitag wurde in Vitte auf Hiddensee der erste Fischkonservenladen Hiddensees eröffnet. Das Projekt des Landwirts und Initiators Mathias Schilling wurde im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung gefördert. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 243.600 Euro, wovon insgesamt 146.100 Euro durch Bund und Land gefördert werden.

Von 2015 bis 2019 fördert der Bund die Umsetzung von Projekten im Rahmen von Land(auf)Schwung in der Modellregion Vorpommern-Greifswald zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Nahversorgung mit insgesamt 1,5 Mio. Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich als einziges Bundesland auch finanziell mit jährlich 50.000 € am Bundesvorhaben, das noch bis Ende 2019 läuft.

Der Fischkonservenladen stellt die Weiterentwicklung des Projekts “Hiddenseer Kutterfisch“ dar, welches 2016 abgeschlossen wurde. Die Erhaltung traditioneller Wirtschaftsformen wie der Weidewirtschaft, der Inselschäferei sowie der Küstenfischerei auf Hiddensee in Verbindung mit der Produktion handwerklich konservierter Fischprodukte in kreativ gestalteten Dosen ist die innovative Verbindung von Tradition und Moderne. Das Konzept ist in Deutschland einmalig. Mit dieser Initiative wird der Mehrzahl der noch aktiven Fischer auf Hiddensee, dem Fischfang der Region eine neue Perspektive, jenseits sinkender Fangquoten und fallender Erzeugerpreise, gegeben. Der küstennah gefangene Ostseehering wird zu hochwertigen Produkten in Konserven verarbeitet, die ihren Weg in die Metropolen antreten, aber auch in der Region selbst zu erwerben sind.

Dabei nutzen die Initiatoren bewusst den Netzwerkgedanken der Modellregion und kooperieren mit weiteren Produzenten, unter anderem der Gärtnerei Schnelles Grünzeug Grammendorf, Olaf Schnelle oder der Senfmühle Schlemmin, Ivonne Kostroß.

Viele Land(auf)Schwung Projekte präsentieren sich zudem mit ihren Produkten und Ideen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommerns. Dort werden auch der „Hiddenseer Kutterfisch“ mit kreativen Konserven zu finden sein.

„Etwas aus der Zeit“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die KulturStiftung Rügen laden zur Lesung mit Gunter Lampe

Insel Rügen – Warum nicht Bilder einer Ausstellung mit Aufgeschriebenem und Vorgelesenem kombinieren? Am Sonnabend, 19. August 2017 um 16:00 Uhr findet in der Galerie des Landkreises Vorpommern-Rügen in der Orangerie Putbus eine Autorenlesung mit dem Stralsunder Autor Gunter Lampe statt. Zu einem nachdenklichen Nachmittag unter dem Titel „Etwas aus der Zeit“ laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Freundeskreis Rügen und die KulturStiftung Rügen ein.

Die Begrüßung erfolgt durch Kerstin Kassner, Vorstandsmitglied der KulturStiftung. Gäste der Lesung haben zugleich die Möglichkeit, einen Blick in die aktuelle Ausstellung der KulturStiftung Rügen „Manfred Zoller – welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen“ zu werfen.

Gunter Lampe, Lyrikmeister MV 2006, veröffentlichte erste Texte im Jahr 1993 unter dem Titel „Morgens im Cafe“. Er ist nicht nur ein Freund der kurzen Reime, sondern jemand der genau hinschaut und hinhört, egal ob es Dinge und Menschen seiner unmittelbaren Umgebung sind oder des Weltgeschehens. Was durch seinen Kopf gegangen ist, erblickt die Welt des Öffentlichen neu als Wortspiel mit Hintersinn und kommt meist mit etwas Distanz daher.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.