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Kategorie: LK Vorpommern-Rügen

Backhaus sieht Erfolge beim Schutz der Ostsee

Insel Rügen – Mecklenburg-Vorpommern setzt sich entschlossen für den Schutz der Ostsee ein. Anlässlich einer Schulveranstaltung an der Windland Schule in Altenkirchen betont Umweltminister Dr. Till Backhaus die Verantwortung des Landes und hebt die bereits getroffenen sowie geplanten Maßnahmen hervor: „Die Ostsee ist ein einzigartiges Ökosystem und zugleich ein wertvoller Lebens- und Wirtschaftsraum. Ihr Schutz hat für uns oberste Priorität. Wir haben in den letzten Jahren konsequent gehandelt und werden diesen Weg entschlossen weitergehen.“

Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Ostsee nachhaltig zu schützen. Dazu zählen unter anderem:

  • Reduzierung von Nährstoffeinträgen: Durch umfangreiche Maßnahmen bei der Abwasserbehandlung konnte der Eintrag von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in den letzten drei Jahrzehnten in die Ostsee deutlich gesenkt werden.
  • Zu hohe Nährstoffmengen sowie Nährstoffaltlasten in Verbindung mit einem geringen Wasseraustausch führen in der Ostsee jedoch weiterhin dazu, dass große Teile der deutschen Ostseegewässer eutrophiert und von Algenblüten und Sauerstoffmangel betroffen sind, auch wenn erste Verbesserungen des Zustands erkennbar werden. Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft müssen daher z.B. in Umsetzung des Konzeptes zur Minderung der diffusen Nährstoffeinträge und düngerechtlicher Regelungen (Düngelandesverordnung – DüLVO M-V vom 17. Januar 2023, Gültig seit 28.01.2023) weiter vermindert werden.
  • Schutz mariner Lebensräume: Mit dem vom Bund im Rahmen des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz (ANK) geförderten Projekts „MV seagrass for climate“ (Fördersumme des Bundes: ca. 12 Millionen Euro) trägt MV dazu bei, die heimischen Seegras-Ökosysteme zu verbessern und ihre Klimaschutzleistungen und Beiträge zum Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt zu stärken. Dazu wird erstmals das Seegrasvorkommen und die umgebenden Umweltparameter entlang der gesamten Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns detailliert erfasst, dokumentiert und darauf aufbauend eine langfristige Wiederansiedlungsstrategie für Seegraswiesen erarbeitet.
  • Kampf gegen Meeresverschmutzung: Durch verstärkte Kontrollen und Aufklärungskampagnen wie dem landesweiten Monitoring von Strandmüll haben wir einen genaueren Blick auf die Müllquellen und können effizienter gegen Meeresverschmutzungen vorgehen. So nahmen die Müllfunde an den Stränden der Ostsee im aktuellen Bewertungszeitraumes (2016-2021) in der Mecklenburger Bucht, im Arkona- und im Bornholm-Becken ab und lagen in der Mecklenburger Bucht mit 15 Müllteilen auf einer Strecke von 100 Metern bereits unterhalb des EU- und HELCOM- Schwellenwertes (von 20 Müllteilen pro 100 Meter Strand).
  • In den Jahren 2021 – 2023 finanzierte das LM das Pilotprojekt des WWF zum Auffinden, Bergen und Entsorgen von verlorengegangenen Fischereigeräten in MV aus Mitteln der Fischereiabgabe mit 200.000 Euro. Mit dem Projekt hat MV als erstes Küstenbundesland die Verantwortung zur Bergung von Geisternetzbergungen übernommen und ein vom WWF koordiniertes Pilotprojekt gefördert. Dadurch wurde ein weiterer wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Kunststoffen in der Meeresumwelt geleistet.
  • Um den katastrophalen Folgen möglicher Schiffsunfälle schnell und sicher begegnen zu können, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit den anderen deutschen Küstenländern und dem Bund im Rahmen der gemeinsamen Einrichtung des Havariekommandos weitreichende Vorkehrungen getroffen. Kürzlich wurde durch das Umweltministerium im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen der Ersatzneubau eines der Ölwehrschiffe in Auftrag gegeben. Die Kosten für den Schiffsneubau belaufen sich auf etwa 8 Millionen Euro und werden von den fünf norddeutschen Küstenländern getragen. Mecklenburg-Vorpommern ist hieran mit 17% beteiligt. Das Schiff soll ab 2026 zum Einsatz kommen. Des Weiteren stehen bei Schadstoffunfällen in flachen Küstengewässern sowie an Küsten und Stränden Ölbekämpfungsschiffe und ein gut vernetztes und geübtes Katastrophenmanagement bereit.

Trotz dieser Fortschritte bleibe die Herausforderung groß. Umweltminister Dr. Backhaus unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Schritte: „Wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Die Klimakrise und die weiterhin bestehenden Umweltbelastungen durch Nähr- und Schadstoffe sowie Mülleinträge verlangen kontinuierliches Handeln“. Mecklenburg-Vorpommern werde daher unter anderem folgende Maßnahmen intensiv vorantreiben:

  • Förderung von naturbasierten Lösungen: Der Ausbau von Renaturierungsprojekten, etwa durch die Wiederherstellung von Mooren, wird zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen.
  • Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL): Mit der Renaturierung von Flüssen und Seen im Binnenland und der weiteren Reduzierung der Nähr- und Schadstoffeinträge in die Gewässer wird auch die Belastung der Ostsee verringert.
  • Stärkung der Kreislaufwirtschaft: Wir legen im Bereich der Abfallwirtschaft großen Wert auf Abfallvermeidung und Wiederverwertung. Ein Großteil der im Land anfallenden Abfälle wird auch hier behandelt und aufbereitet. Im Bereich des Ökolandbaus ist M-V eines der führenden Bundesländer.
  • Erweiterung der Forschung und Überwachung: Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen wird unter anderem in der gemeinsamen Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee zur Umsetzung der Meeresstrategie-Ramenrichtlinie ausgebaut, um den Zustand der Ostsee noch besser zu erfassen und gezielt Gegenmaßnahmen zu ergreifen. (mehr Informationen unter: https://www.allianz-meeresforschung.de/ )
  • Nationale und Internationale Zusammenarbeit: Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich aktiv in diversen Kooperationen mit Ostsee-Anrainerstaaten, um länderübergreifende Herausforderungen gemeinsam anzugehen, darunter die Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum (HELCOM) und die EU-Ostseestrategie.

„Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch viel zu tun. Nur mit einer entschlossenen Politik und dem Engagement aller können wir die Ostsee auch für kommende Generationen bewahren. Daher freut es mich ganz besonders, wenn sich schon Schülerinnen und Schüler wie in Altenkirchen wissenschaftlich und auch ganz praktisch am Schutz der Ostsee beteiligen“, so Minister Dr. Backhaus.

Die Regionale Schule „Windland“ engagiert sich seit 20 Jahren für die Umwelt. Eine Vielzahl an Projekten im und außerhalb des Unterrichts sind in diesem Zusammenhang entstanden und erfolgreich durchgeführt worden. Der nun in den Ruhestand wechselnde Lehrer, Herr Schernus, initiierte 2004 den Küstenputztag an der Schule. Dieser wird seitdem regelmäßig im Frühjahr von den 5. Klassen auf den Küstenabschnitten Juliusruh-Kap Arkona (9 km) und Dranske-Lancken (ca. 8 km) durchgeführt. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern gründete er das „Sondereinsatzkommando Küstenputz – SEK2“, welches für die Säuberung von Strand- und Meeresmüll an der gesamten Außenküste der Halbinsel Wittow (ca.35 km) verantwortlich ist. Durch das Aufstellen von Hinweisschildern entlang der Strecke machen die SEK2-Mitglieder die Einwohner und Touristen der Region auf die Sauberhaltung der Strände aufmerksam. Mit dem Müllmonitoring liefert die Gruppe regelmäßig Daten an das Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde.

Weitere Schwerpunkte liegen in der Kartierung seltener Pflanzen, wie Meerkohl und Stranddistel und der Sichtung von Robben am Kap Arkona.

Mit Vorträgen an anderen Schulen, bei der Volkssolidarität und auf wissenschaftlichen Veranstaltungen geben die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über ihre wichtige Arbeit und deren Ergebnisse. Aktive Beteiligung besteht zudem an den Landesaktionstagen gegen Meeresmüll von EUCC und LUNG (gemeinsame Müllsammelaktionen auf der Halbinsel Wittow). Im Jahr 2017 erhielt das Schulprojekt eine Förderung des Landes in Höhe von 1 140,00 € für die Aufstellung von Schildern zur Müllvermeidung an den Küstenaufgängen der Halbinsel Wittow.

Seit 2016 trägt die Schule den Titel: „Umweltschule in Europa/ Internationale Nachhaltigkeitsschule“ mit dem Prädikat Drei Sterne.

Beitritt zum Biosphärenreservat Südost-Rügen

Insel Rügen – Die Gemeinde Zirkow hat beschlossen, dem Biosphärenreservat Südost-Rügen mit der gesamten Gemeindefläche beizutreten. Eine Erweiterung des Biosphärenreservates Südost-Rügen ist auch erklärtes Ziel des Landes.

Biosphärenreservate sind charakteristische Natur- und Kulturlandschaften und Modellregionen nachhaltiger Entwicklung. Sie nehmen vielfältige Funktionen zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur nachhaltige Regionalentwicklung, und in den Bereichen Bildung, Forschung und Monitoring wahr. Diesen Zielen folgt ganz Zirkow künftig gemeinsam mit den Gemeinden und Partnern im Biosphärenreservat.

Für die Gebietserweiterung ist ein Gesetz erforderlich. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern bereitet dazu das „Gesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Erweiterung des Biosphärenreservats Südost-Rügen (BRSOR-ErwG)“ vor.

Landessieg für „Gingster Welle“

Schülerzeitung gewinnt den 1. Platz in der Kategorie der Regionalen Schule

Insel Rügen – Gleich zwei gute Nachrichten für die Gingster Schule aus Greifswald und Berlin. Die jungen Redakteure der „Gingster Welle“ holen sich in diesem Jahr den Sieg im MV-Schülerzeitungswettbewerb. Mit ihrer aktuellen Ausgabe überzeugten sie in der Kategorie der Regionalen Schulen die Jury und erhielten die meisten Wertungspunkte. Bei der Auszeichnungsveranstaltung in der Aula der Greifswalder Universität bekamen Sophia, Marie, Louis und Sofian ihren Gewinn von 450 Euro. Den begehrten symbolischen Wettbewerbs-Angelhaken überreichte ihnen die Wissenschaftsministerin Bettina Martin.

Ich war so aufgeregt“, sagt der Fünftklässler Louis Richter, „wir haben damit überhaupt nicht gerechnet.“ Er strahlt zusammen mit seinen Mitstreitern, die seit September für die Schülerzeitung Nachrichten schreiben, Bilder machen und Geschichten erzählen. Sein Artikel über die Nebenwirkungen der Störtebeker-Festspiele fand besonderes Lob der Jury-Mitglieder. Denn damit schaue die Redaktion über den eigenen schulischen Tellerrand hinaus und beschreibe beispielhaft, welche Vor- und Nachteile ein solches Kulturereignis auch für Schüler der Insel haben kann.

Strahlende Landessieger Sophia Pagel, Marie Milz, Louis Richter und Sofian Laouni mit Wissenschaftsministerin Bettina Martin (v. l. n. r.) Foto: André Farin
Strahlende Landessieger Sophia Pagel, Marie Milz, Louis Richter und Sofian Laouni mit Wissenschaftsministerin Bettina Martin (v. l. n. r.) Foto: André Farin

Die Zeitung ist immer ein gelungener Mix aus vielen Schüler- und Schulthemen“, erklärt Projektleiter André Farin. Seit über 15 Jahren begleitet er die „Gingster Welle“ und begeistert Schüler und Lehrer zur regelmäßigen Mitarbeit. Mit einer festen Redaktion und zahlreichen freien Autoren, Zeichnern und Fotografen produzieren die Gingster bis zu vier Ausgaben im Jahr. Dabei komme nie Langeweile auf, erzählt der Deutschlehrer, denn Anregungen aus Klassen und Kollegium gäbe es immer wieder.

Mit dem Landessieg qualifizierten sich die Zeitungsmacher aus Gingst für den Bundeswettbewerb der besten Schülerzeitungen Deutschlands. Über 700 Einsendungen wurden unter die Lupe genommen und nach Schulformen bewertet. Von der Jury aus Berlin kam die zweite gute Nachricht der Woche. Die „Gingster Welle“ bekommt in der Kategorie der Realschulen die Bronzemedaille und fährt im Juni zur Auszeichnungsveranstaltung in die Bundeshauptstadt.

 

Erste Kinder- und Familienzentren in M-V

Ministerin Drese übergibt Fördermittel an die ersten sechs Träger und die landesweite Servicestelle

Grimmen – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute die ersten Zuwendungsbescheide für die neu geschaffenen Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) im Land Mecklenburg-Vorpommern übergeben. „Damit nimmt ein bedeutendes sozialpolitisches Projekt Fahrt auf, das Familien, Eltern und Alleinerziehenden vielfältige und passgenaue Unterstützungsangebote bieten wird“, erklärte Drese bei der Übergabe in Grimmen.

Das Konzept der KiFaZe stammt aus Finnland, wo Kindertageseinrichtungen gleichzeitig auch Informations- und Hilfe-Angebote für Familien vorhalten. „Dadurch werden Familien dort abgeholt, wo sie sich ohnehin aufhalten“, erklärte Drese den Ansatz, den sie selbst auf einer Reise kennengelernt hatte. Durch diese Koppelung an vertraute Orte soll insbesondere die Hemmschwelle gesenkt werden, Hilfe und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

„Wenn man zum Beispiel extra in die Stadt fahren muss, dort vor einem fremden Gebäude steht und die Hilfe von unbekanntem Personal annehmen will, dann kann sich das in schwierigen Lebenslagen unglaublich beklemmend und anonym anfühlen. Wenn man hingegen beim Abholen der Kinder auf einen Elterntreff am Nachmittag oder einen Vortrag zum Thema staatliche Hilfen hingewiesen wird, dann passt das besser in den Alltag und es fällt leichter, Hilfe anzunehmen“, führte Drese weiter aus. So verfolgen die Informations- und Unterstützungsangebote der KiFaZe den Grundsatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Eine landesweite Servicestelle, die beim SOS Kinderdorf in Grimmen angesiedelt ist, wird den KiFaZen unterdessen beim Aufbau der Strukturen behilflich sein.

„Mit den Kinder- und Familienzentren verfolgen wir ein hohes Ziel. Mindestens 16 solcher KiFaZe wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern etablieren. Alle Landkreise und kreisfreien Städte sollen abgedeckt werden, dafür nehmen wir rund fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds in die Hand“, erklärte Drese. Angesiedelt werden sollen sie insbesondere in Orten und Stadtteilen, in denen viele Familien leben, die überdurchschnittlich häufig vor Herausforderungen im Leben stehen. „Damit die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, unterstrich Drese.

Drese: „Ich freue mich, dass wir Familien so künftig noch mehr passgenaue Unterstützung bieten können und bin den Teams unserer ersten sechs KiFaze, wie auch der Servicestelle, außerordentlich dankbar für ihre Expertise und ihr Engagement.“

Politiker diskutieren mit Schülern

Bürgermeister aus Gingst und Samtens beim „Pro-Demokratie-Tag“ der Schule Gingst

Insel Rügen – „Demokratie ist in diesen Tagen in aller Munde“, sagt Schulleiter André Farin zum Beginn des „Pro-Demokratie-Tages“ an seiner Schule. „Die Premiere mit Workshops und Gesprächsrunden ist ein Test für einen jährlich wiederkehrenden Baustein bei uns“, erklärt er den Schülern und Gästen der beiden 10. Klassen.

Schüler und Lehrer beschäftigten sich einen Tag lang mit Fragen von Mitbestimmung im politischen Alltag unseres Landes. Dabei unterstützten sie Mirko Wetzel und Christine Ewert vom Regionalzentrum für demokratische Kultur in Vorpommern-Rügen. Die Teilnehmer sprachen über das Grundgesetz als Basis unserer Demokratie und konnten ihre persönlichen Fragen an Politiker loswerden. Schulsozialarbeiterin Karin Degner hatte für das Vorhaben die Federführung und freut sich über die Ergebnisse. „Mir hat gefallen, wie die Jugendlichen in die Vorbereitung einbezogen wurden,“ meint sie in der Auswertungsrunde. Das sei ein Garant für ein breiteres Interesse.

Dankeschön für eine gelungene Demokratiestunde. Schülersprecher Fynn Venzmer (ganz rechts) und Niklas Rienow bedanken sich bei den Bürgermeistern Nico Last (2.v.l.) und Michael Klüß (2.v.r) für ihre Teilnahme. Foto: André Farin
Dankeschön für eine gelungene Demokratiestunde. Schülersprecher Fynn Venzmer (ganz rechts) und Niklas Rienow bedanken sich bei den Bürgermeistern Nico Last (2.v.l.) und Michael Klüß (2.v.r) für ihre Teilnahme. Foto: André Farin

Zum Beispiel wünschten sich die Zehntklässler mehr Informationen darüber, wie sie sich politisch beteiligen könnten. Diese Frage thematisierten Nico Last und Michael Klüß, die als Bürgermeister von Gingst und Samtens für zwei Gesprächsrunden eingeladen worden waren. Sie zeigten Wege einer möglichen Beteiligung im Jugendclub, in Bürgersprechstunden oder in Vereinen auf. Überall dort könne man seine Ideen, Fragen und Vorschläge einbringen, die in einer Gemeinde anfallen. „Wir wünschen uns einfach mehr Beteiligung junger Leute“, erklärt Nico Last und erzählt aus seiner persönlichen Erfahrung als Jugendlicher. Ehrenamtliches Engagement sei in solchen kleinen Gemeinden wie Gingst und Samtens von großer Bedeutung, ergänzt Michael Klüß und motiviert die Schüler aus seiner Gemeinde zum Mitmachen.

Schülersprecher Niklas Rienow stimmt ihnen zu: „Ich finde gut, dass wir in demokratische Entscheidungen einbezogen werden.“ Das beginne bereits in der Schule und setze sich im Gemeindeleben fort. Jeder dürfe zum Glück für sich entscheiden, in wie weit er sich einbringen möchte, um etwas im Ort zu verändern. Dieser Schwerpunkt wird nun in den Thementagen im April aufgegriffen, wenn sie unter anderem mit ihrem Sozialkundelehrer über Probleme in ihren Heimatorten sprechen, Wahlthemen festhalten und die Gründung einer Partei ausprobieren.

Campingplatz Prerow

Backhaus: Erneut gewinnt das Land im Rechtsstreit um Campingplatz Prerow

Stralsund – Das Landgericht Stralsund hat die Klage der Regenbogen AG gegen den Ideenwettbewerb zur Fortführung des Campingbetriebes in Prerow in allen Punkten zurückgewiesen. Dazu erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Das Urteil des Gerichts ist für das Land mehr als erfreulich. Es zeigt erneut, dass wir mit dem eingeschlagenen Kurs, nach einem neuen Betreiber des schönsten Campingplatzes in Norddeutschland zu suchen, den richtigen Weg gegangen sind.

Die Regenbogen AG bemüht sich dennoch weiterhin nach Kräften, die eigentlich für Ende Januar geplante Übernahme des Betriebes auf den Flächen der StUN und des Landes durch einen Konkurrenten zu verzögern. Inzwischen ist ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet und die Räumung des Dünenareals für Mitte März geplant.

Wir bedauern diese Entwicklung und die Haltung der Regenbogen AG (RAG) sehr, zumal die StUN und das Land in der vergangenen Saison im Sinne der Camper und Gewerbetreibenden sogar den unrechtmäßigen Weiterbetrieb durch die RAG geduldet haben.

Nach dem bisherigen Verlauf des Gerichtsverfahrens gehen wir davon aus, dass nach der mündlichen Verhandlung Anfang April bald ein Urteil ergehen wird, das dem Land endlich den Zugriff auf die eigenen Flächen auf dem Platz ermöglicht. Für diesen Fall kündigen wir hiermit an, dass eine Räumung der Flächen vorgenommen wird.

Die Regenbogen AG hat bislang leider alle Gesprächsangebote des künftigen Betreibers „Camper’s Friend“ über eine Zusammenarbeit in 2025 abgelehnt. Obwohl der Regenbogen AG nach wie vor alle juristischen Wege offenstehen, verweigert sie bisher eine konstruktive Lösung für die Camping-Saison 2025.

Dazu erklärt der StUN-Geschäftsführer Bjørn Schwake: „Zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen spielt die Regenbogen AG mit Menschen und mit Blick auf die Gewerbetreibenden mit Existenzen. Wir sind dennoch zuversichtlich, die Saison wie geplant umsetzen zu können.“

Renaturierungsvorhaben Sundische Wiese

Erster Bauabschnitt zur Renaturierung Sundische Wiese Südfläche fertiggestellt

Stralsund – Im Juli 2024 haben die Bauarbeiten zum aktuell größten Renaturierungsvorhaben an der deutschen Ostseeküste im Bereich „Sundische Wiese Ostzingst, Südfläche“ begonnen. Insgesamt wird eine Fläche von ca. 1.400 ha renaturiert. Heute wird der erste Bauabschnitt weitgehend fertiggestellt sein und es erfolgt die Schlitzung des Deiches. Ab Anfang März kann sich das Wasser aus dem Bodden somit wieder in den östlichen Bereich der Sundischen Wiese ausbreiten. Dazu erklärt Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus:

„Das laufende Bauvorhaben zur Renaturierung der Südfläche der Sundischen Wiese ist das letzte Teilprojekt des Komplexvorhabens Sturmhochwasserschutz Zingst/Renaturierung Ostzingst. Das Gesamtvorhaben wurde bereits 2005 begonnen. In den folgenden Jahren wurde das neue Sturmhochwasserschutzsystem bestehend aus Seedeich, Riegeldeich und Schöpfwerk errichtet, so dass im September 2013 die Deichbaumaßnahmen beendet werden konnten. Der ab 2005 errichtete Seedeich, die sogenannte Mittelrippe, teilt den Ostzingst heute in eine Nord- und Südfläche.

Als Ausgleich für die mit den umfangreichen Bauarbeiten für das Sturmhochwasserschutzsystem Ostzingst verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft wird nach der Renaturierung der Nordfläche nun auch ein großer Teil der Südfläche des Ostzingst renaturiert. Ziel der Renaturierung ist es, ein natürliches Ein-und Ausströmen in die Sundische Wiese zu ermöglichen, damit werden Ostsee und Bodden die Entwicklung und Ausprägung der Landschaft wieder bestimmen.

Mit der Renaturierung des Polders der südlichen Sundischen Wiese, wird sich ein vielfältiges Mosaik an semiaquatischen Lebensräumen mit ausgedehnten Wechselwasserzonen abhängig vom Wasserstand der Bodden einstellen. Davon werden im beweideten Bereich insbesondere bedrohte Arten des Salzgrünlandes profitieren“, charakterisiert Minister Dr. Backhaus die Maßnahmeziele.

„Darüber hinaus wird ein großes Artenspektrum an in der Boddenlandschaft rastenden Wasser- und Watvögel durch die Renaturierung noch bessere Bedingen finden. Die Boddenkette an der Halbinsel Zingst zählt bereits jetzt zu den wichtigsten Rast- und Überwinterungsräumen der Arten im Nationalpark, für die wir eine besondere Verantwortung tragen, der mit der Renaturierung gerecht werden“, ergänzt der Minister.

In der ca. 600 ha großen nördlichen Fläche sind die Arbeiten bereits 2018 durchgeführt worden. Von der ca. 800 ha großen Südfläche als letztes Teilvorhaben des gesamten Komplexvorhabens wird der erste von den insgesamt 3 Bauabschnitten nun fertiggestellt sein. Dazu wird der Boddendeich an 5 Stellen geschlitzt. An vier Standorten werden die alten Schöpfwerke zurückgebaut und durch 100 m/150 m breite Schlitze ersetzt.

In der ersten Bauphase wurde von Juli 2024 bis Februar 2025 auf einer ca. 400 ha großen Fläche Weideinfrastruktur hergestellt und das Grabensystem an den zukünftigen Abfluss angepasst. Abschluss der baulichen Arbeiten der ersten Bauphase wird die heutige Schlitzung des Boddendeiches nahe Pramort sein.

Durch die Herstellung der ersten Deichschlitzung kann das Boddenwasser über den Hauptpriel in die Sundische Wiese ein- und ausfließen. Das Wasser und die natürliche Entwicklung kann somit eine Fläche von ca. 200 ha neugestalten und überformen. Mit Hilfe der Beweidung, die im Anschluss an die Baumaßnahmen mit Hilfe der neu geschaffenen Weideinfrastruktur weitergeführt werden kann, wird die Entwicklung von Salzgrasland gefördert. Im Laufe der Zeit werden sich die natürlichen hydrodynamischen Verhältnisse wiedereinstellen und es wird ein Mosaik aus vielen verschiedenen Habitaten entstehen.

Die planmäßige Fortführung der Arbeiten startet dann mit der zweiten Bauphase ab Juli 2025. Die Renaturierung soll im Jahr 2027 vollständig abgeschlossen sein. Die mit der Renaturierung einhergehenden Veränderungen werden in den kommenden Jahren mit Hilfe eines Monitorings erfasst und mit Blick auf die Ziele der Renaturierung bewertet.

Jugendplatz wird neu gestaltet

Stralsund – Im Stralsunder Stadtteil Knieper West soll der Platz um den seit 2021 betriebenen Jugendcontainer aufgewertet werden. Die Spielangebote am Ehm-Welk-Weg sollen künftig barrierefrei erreichbar sein, um einen Zugang für Kinder und Jugendliche mit Handicap zu ermöglichen. Die Jugendlichen haben sich gewünscht, den Platz bei jedem Wetter nutzen zu können, sodass im angrenzenden Bereich des Containers eine überdachte Pflasterfläche geplant wurde.

Die vorhandenen Tischtennisplatten sollen bleiben, die bereits angelegte Basketballfläche befestigt werden. Am bestehenden Ballfangzaun wird eine Graffitiwand aus Siebdruckplatten für kreatives Gestalten montiert. Hinzu kommen Fahrradbügel und Sitzmöglichkeiten, eine insektenfreundliche Beleuchtung und neuer Rasen. Gemeinsam mit den Jugendlichen soll ein Obstbaum gepflanzt werden.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 57.000 Euro, die überwiegend aus Städtebaufördermitteln von Bund, Land und Kommune bereitgestellt werden. Im August dieses Jahres soll der Platz fertig sein.