Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“

Schwerin – Noch bis zum 05. September können sich Interessierte beim Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“ bewerben. Veranstalter ist das Gemeinsame Sekretariat des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Das grenzüberschreitende Programm trägt erheblich zur gegenseitigen Verständigung im Grenzraum zwischen Polen und Deutschland bei. Mit dem Wettbewerb sollen die Projekte des Programms in Filmbeiträgen dargestellt werden. Das Themenspektrum ist so vielfältig wie das Programm. Jeder kann mitmachen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Ziel des Wettbewerbs ist eine aussagekräftige Darstellung der Ergebnisse des Interreg V A-Programms oder aus vorherigen Förderperioden zu folgenden Projektthemen: Wirtschaft und Wissenschaft, Infrastruktur und Transport, Zusammenarbeit von Institutionen, Bildung, Umweltschutz und Wiederherstellung der Biodiversität, Tourismus, Gesundheit, Kultur. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden ab dem 21. September auf den folgenden Internetseiten präsentiert: www.interreg5a.info, www.ewt.wzp.pl, www.pomerania.org.pl, www.pomerania.net sowie auf den Facebook- und Instagram-Profilen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Wir wollen aufzeigen, wie erfolgreich das Interreg-Programm wirkt. So werden die Bewohner beiderseits der Grenzen noch besser zueinander gebracht, um den europäischen Gedanken intensiver zu leben“, sagte Glawe.

Die Arbeiten müssen bis zum 05. September 2018 (Eingangsdatum) eingereicht werden. Die Filmaufnahmen können in Form von Werbespots, Videoclips oder kurzen Reportagen erfolgen. Sie sollen grundsätzlich konkrete Interreg-Projekte darstellen.

Die Dauer der Filmaufnahme sollte nicht mehr als 5 Minuten betragen. Die Filmaufnahme sollte in Full HD (1920 x 1080 Pixel) sowie in einem der Formate MPEG-2, MPEG-4, QuickTime oder WMV zur Verfügung gestellt werden.

Die drei besten Filme werden in Form von Statuetten, Urkunden und Präsenten aus dem Kooperationsprogramm Interreg V A und dem EU-Programm Interact prämiert. Die Auszeichnung findet auf der Jahresveranstaltung des Programms am 18. September 2018 statt, auf der auch die Filme präsentiert werden.

Die DVD, der USB-Stick oder der Downloadlink ist mit dem ausgefüllten Anmeldeformular an folgende Adresse zu schicken:

Gemeinsames Sekretariat Interreg V A
E.-Thälmann-Str. 4
D – 17321 Löcknitz

Ansprechpartner beim Gemeinsamen Sekretariat ist Frau Aleksandra Wietrzychowska (aleksandra.wietrzychowska@interreg5a.net).

Dahlemann wirbt für noch bessere Koordinierung in Metropolregion Stettin

Pasewalk – Im Kulturforum Historisches U in Pasewalk fand heute die Regionalveranstaltung zur Umsetzung des Gemeinsamen Zukunftskonzeptes für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum statt. Zu dieser Konferenz hatten das Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat (BMI), der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann und das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV gemeinsam eingeladen.

Zum Auftakt der Veranstaltung sprach der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern zum Thema „Stettin, ein Oberzentrum für Vorpommern“.

„Stettin ist mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt in der Region. Ich halte eine grenzübergreifende Metropolregion Stettin für eine große Chance für Deutschland und für Polen. Es gibt viele Bereiche, in denen wir noch enger zusammenarbeiten können: in der Wirtschaft, bei Verkehrsprojekten, in der Kultur, damit wir künftig noch besser zusammenwachsen.“

Bereits im Dezember 2016 beschloss der Ausschuss für Raumordnung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit das „Gemeinsame Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum – Vision 2030. Diese raumplanerische Vision umfasst einen Raum mit einer Fläche von 160.000 km², 21 Mio. Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 430 Mrd. Euro auf beiden Seiten der Oder und der Lausitzer Neiße.

„Die Zusammenarbeit zwischen Vorpommern und Westpommern eröffnet uns viele Möglichkeiten. Wir sollten diese Möglichkeiten nutzen und dafür sorgen, dass sich unsere Region auf beiden Seiten der Grenze gut entwickelt. Deshalb unterstütze ich die Forderung der Wirtschaft und der Kommunalpolitik, dass wir eine bessere Koordinierung brauchen.“

Landespokal der Waldolympiade 2018 geht an die Freie Schule Bröbberow

Bröbberow – Mit 116 von 120 möglichen Punkten gewann die 4. Klasse der Freien Schule Bröbberow die diesjährige Waldolympiade der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern. Heute erhielt sie aus den Händen des Leiters des Forstamtes Bad Doberan den Landespokal, eine aus Holz geschnitzte Eule, überreicht und durfte einen weiteren ereignisreichen Tag im Wald erleben.

„Bei der Waldolympiade ist körperliche und geistige Fitness gleichermaßen gefragt. Im Mittelpunkt stehen Umweltbildung und Naturerlebnis für die Kinder“, hatte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zur Eröffnung der 12. Waldolympiade am 03. Mai gesagt. Im Wettstreit mit anderen Klassen hatten die Schüler im Klassenverband und ohne Unterstützung ihrer Lehrer an sechs Stationen Wissen zum Wald und sportliches Geschick bei Waldarbeitertätigkeiten nachzuweisen.

Bis zum 21. Juni nahmen 322 Klassen der Klassenstufe 4 an 79 Olympiaden in den 29 Forstämtern des Landes teil. Das ist die höchste Zahl seit Start der Waldolympiaden im Jahre 2007. Insgesamt haben bisher rund 55.000 Schüler an dieser waldpädagogischen Maßnahme der Landesforst teilgenommen, die nachhaltig das Interesse am Wald und das entsprechende Umweltbewusstsein entwickeln soll.

Die Waldolympiade wird finanziert durch eine Spende der Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“, die alle Forstämter der Landesforst MV mit den erforderlichen Materialien ausstattete. Diese ermöglichen die einheitliche Durchführung der Waldolympiade in allen Forstämtern mit den gleichen Inhalten und nach den gleichen Bewertungskriterien.

Schwesig lobt Kammern und setzt auf Zusammenarbeit mit Polen

Feldberger Seenlandschaft – Der Osten des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewinnt nach Einschätzung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zunehmend an Wirtschaftskraft. „95 Prozent aller Unternehmen im Kammerbezirk sind mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden“, zitierte die Ministerpräsidentin aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. „Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, die regionale Wirtschaft wächst weiter. Vor allem die Branchen Bau, Dienstleistungen, Verkehr und Industrie sehen die Entwicklung sehr positiv. Viele Unternehmen planen Investitionen in Erweiterungen und Personalzuwachs“, sagte die Ministerpräsidentin auf dem Jahresempfang der Kammer in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft.

Die Stärkung der Wirtschaftskraft und die Schaffung von Arbeitsplätzen bleibe die wichtigste Aufgabe in Mecklenburg-Vorpommern. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns wirtschaftlich noch breiter aufstellen. Dass wir Unternehmen für unser Land gewinnen, die mit hoher Wertschöpfung zu einer guten Entwicklung beitragen.“

Das Land brauche vor allem noch mehr Industriearbeitsplätze. Deshalb unterstütze die Landesregierung die Industriekampagne der Kammern und der Vereinigung der Unternehmensverbände im Land. „Mit Ihrer Industriekampagne werben Sie für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Sie zeigen überall, auch international: Hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es sehr gute Voraussetzungen für die Wirtschaft“, sagte Schwesig. „Ich bedanke mich sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit in meinem ersten Jahr als Ministerpräsidentin.“

Für das östliche Mecklenburg-Vorpommern sei die Zusammenarbeit mit Polen eine große Chance. Das habe die IHK Neubrandenburg frühzeitig erkannt. „Sie waren Gründungsmitglied der deutsch-polnischen Industrie- und Handelskammer. Und sie haben mit dem Haus der Wirtschaft in Stettin ein hervorragendes Angebot für Beratung, Vernetzung und Austausch etabliert, das von deutschen und polnischen Unternehmen gleichermaßen genutzt wird“, lobte Schwesig das „großartige Engagement“ der Kammer. Polen sei bereits heute der wichtigste Außenhandelspartner des Landes.

Titel „Umweltschule in Europa ‑ Internationale Agenda 21 Schule“ verliehen

Ministerin Hesse: Nachhaltiges Wirtschaften und Handeln existentiell wichtig

Schwerin – 43 Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern erhielten bzw. verteidigten heute den Titel „Umweltschule in Europa ‑ Internationale Agenda 21 Schule“. Sechs Schulen sind zum ersten, vier bereits zum 15. Mal dabei.

Zwei Schuljahre lang haben sich die Schulen intensiv mit Themen der Umweltbildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beschäftigt und ihre Ergebnisse einer Jury aus Vertreter/innen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und außerschulischen BNE-Akteuren vorgelegt. Themen wie „Ressource Wasser“, „Zukunft 2030“, „Schulgarten“ oder das Landesthema „Eine Schule zum Wohlfühlen“ wurden bearbeitet.

„Nachhaltiges Wirtschaften und Handeln waren schon immer existentiell wichtig. Ich begrüße es außerordentlich, dass dieses so wichtige Thema mehr und mehr auch in den Köpfen der Menschen ankommt. Mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung leisten wir dazu unseren Beitrag“, so Bildungsministerin Hesse.

„Umweltschule in Europa ‑ Internationale Agenda 21 Schule“ ist eine Auszeichnung der Foundation for Environmental Education (F.E.E.), in Deutschland vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU).

Meyer: Wir-Gefühl stärken – Metropolregion Hamburg voranbringen

Ludwigslust – Der Regionalrat der Metropolregion Hamburg, der an wechselnden Orten tagt, ist heute im Ludwigsluster Rathaus zu Gast. Er ist das höchste Entscheidungsgremium der Metropolregion.

„Wir wollen noch enger zusammenrücken. In der Metropolregion leben 5 Millionen Menschen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Wettbewerbsfähigkeit der Region mit attraktiven Standortbedingungen für Wirtschaft, mit guter Arbeit und guten Löhnen weiter zu stärken. Und es geht darum, durch gemeinsame Projekte die Lebensqualität in der Metropolregion zu verbessern“, betonte der Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer anlässlich der Sitzung.

Ein wichtiger Faktor für die Attraktivität einer Metropolregion und ihre Lebensbedingungen sei auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen, die in ihr leben. „Diese Identität müssen wir stärken, damit möglichst viele junge Menschen nach Schule, Ausbildung oder Studium in der Region bleiben, oder nach Ausbildung und Studium wieder zurückkehren“, betonte der Staatssekretär und verwies darauf, dass gerade die ältere Generation einen großen Beitrag zur Identitätsstiftung leistet.

Auf seiner Sitzung will der Regionalrat über das Projekt „Metropolitaner“ diskutieren. Dabei geht es um die Auszeichnung von Personen, Vereine und Stiftungen und Unternehmen, die sich besonders um die Metropolregion Hamburg und ihre Menschen verdient gemacht haben. Es sollen Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kunst und Sport gewonnen werden, die als Paten für die Ausgezeichneten auftreten. Neben der Stärkung der Identifikation mit der eigenen Region sei es Ziel dieses Wettbewerbs, den Bekanntheitsgrad der Metropolregion zu erhöhen.

„Insbesondere wenn wir außerhalb von Deutschland für den Standort Mecklenburg-Vorpommern werben, ist es sinnvoll, mit Hamburg als Lokomotive voran zu gehen. Wir haben dafür geeignete Gewerbeflächen in Westmecklenburg, die wir gemeinsam mit der Metropolregion vermarkten“, sagte Meyer.

Neue grenzüberschreitende EU-Projekte auf Bornholm befürwortet

Bornholm – Auf Bornholm sind 10 Projekte des INTERREG-Programms „Südliche Ostsee“ (South Baltic Programme) befürwortet worden. Der Begleitausschuss, in dem Vertreter der in den Regionen beteiligten Ländern Deutschland, Polen, Litauen, Dänemark und Schweden sitzen, hatte die EU-Projekte ausgewählt.

„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglicht es, innovative Ideen konkret in die Praxis umzusetzen. Durch die neuen Projekte sollen beispielsweise Angebote für Aktivurlaub behinderter Menschen entstehen, die gemeinsame länderübergreifende Vermarktung von Herrenhäusern ausgebaut sowie innovatives Parkraummanagement in touristischen Orten aufgebaut werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. „Die Kooperationen über unsere Landesgrenze hinaus sind ein wichtiger Beitrag, um den Wirtschafts- und Tourismusstandort Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Ein Ziel ist dabei auch, die Lebensperspektiven für die Bewohner weiter zu verbessern. Jedes Projekt trägt dazu bei.“ Die Förderung für die 10 EU-Projekte beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Die grenzübergreifende Zusammenarbeit über die südliche Ostseegrenze hinweg wird mit dem INTERREG A Programm Südliche Ostsee in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 im Rahmen des Ziels 2 „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ fortgesetzt. Finanziert wird das Programm aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Programm ist mit einem EFRE-Volumen in der laufenden EU-Förderperiode von rund 83 Millionen Euro ausgestattet. „Ziel des Programms ist, das Potential für weiteres nachhaltiges Wachstum durch die Zusammenarbeit von lokalen und regionalen Akteuren zu aktivieren. Dies soll durch Kooperation und Kleininvestitionen erreicht werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem gemeinsamen Entwickeln, Testen und Transferieren von innovativen Lösungen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe.

Das Interreg Programm wird umgesetzt in:

Deutschland/Mecklenburg-Vorpommern: Landkreise Nordwestmecklenburg, Rostock, Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und der kreisfreien Stadt Rostock

Polen: Wojewodschaften Westpommern, Pommern und Ermland-Masuren (nur Powiat Elbląski)

Schweden: Provinzen Kalmar, Blekinge, Skåne and Kronobergs

Dänemark: Bornholm und Region Sjælland und

Litauen: Bezirke Klaipėda, Tauragė und Telšiai.

Das polnische Ministerium für Investitionen und Entwicklung mit Sitz in Warschau ist die Verwaltungsbehörde. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern begleitet als Nationale Koordinierungsbehörde die Umsetzung des Programms in Mecklenburg-Vorpommern.

Neue EU-Projekte im Überblick

  1. Aktivurlaub für Menschen mit Behinderungen

Projektpartner: Barther Seglerverein BSV und Projektpartner aus Polen und Litauen

Gesamtkosten des Projektes: 1.171.156,30 Euro

EFRE-Zuschuss: 995.482, 86 Euro

Die Qualifikation von Segellehrern für die Arbeit mit Behinderten außerhalb des Leistungssports steht im Mittelpunkt des Projektes. Die Projektteilnehmer werden in Schulungen und Kursen auf eine Tätigkeit im Aktiv-Tourismus mit behinderten Menschen vorbereitet und geschult. Sie werden gleichzeitig aktiv in die Erarbeitung von Lern- und Qualifizierungsmaterial weiterer Behinderten-Segeltrainer eingebunden. Segelsport für Behinderte gibt es zurzeit nur als ein spezifisches Angebot im Bereich des Leistungssports, d.h. das Segeln als paralympische Sportart bzw. im Bereich des nationalen Leistungssports ist akzeptiert, normiert und organisiert. „Der Bereich des Segelns als Sportart des Aktivurlaubs ist jedoch kaum vorhanden. Aktivurlaub bedingt immer ein Angebot mit einem Startpunkt ´0´ in der jeweiligen Sportart. Die Anbietenden müssen sich auf unterschiedliche Qualifikations- und Fähigkeitslevel der Aktivurlauber einstellen. Die Integrationsbemühungen von Behinderten in allen Projektstaaten sollen vorangebracht werden. Es mangelt an sportlichen Angeboten für behinderte Menschen im Tourismus. Während nicht-behinderte Menschen sich immer mehr aktiv im Urlaub betätigen und dieses auch können, bleibt ein derartiger Aktivurlaub den Behinderten meist auf Grund fehlender Angebote verwehrt“, sagte Glawe.

Anlass für das Projekt ist die langjährige partnerschaftliche Arbeit des Barther Seglervereins mit dem Kolberger Segelverein (Polen). Zu diesen kamen in 2016 der Seglerverein und die Gemeinde Silute aus Litauen hinzu. Bei allen Projektpartnern besteht eine lange wassersportliche Tradition durch die Lage an der Ostsee oder deren unmittelbar angrenzenden Flachwassergebieten. Das in diesem Bereich vorhandene Know-how soll genutzt werden, um eine neue Art touristischer Arbeit auf einem hohen Qualitätsniveau zu etablieren.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität jährlich 2,5 Milliarden Euro auf Reisen ausgeben. Die Pro- Kopf-Ausgaben sind dabei höher als bei nicht behinderten Touristen. Über die Hälfte aller mobilitäts- und aktivitätseingeschränkten Menschen in der EU plant jährlich mindestens eine Reise. Im Ergebnis sind das jährlich 783 Millionen Tagesreisen und Reisen mit Übernachtung. Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Reisen von älteren und behinderten Gästen innerhalb der EU auf 862 Millionen Reisen pro Jahr ansteigen.

 2. Projekt Innovatives Parkmanagement

Projekt: Innovatives Parkraummanagement

Projektpartner: Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, Hansestadt Bremen und Projektpartner aus Polen, Schweden sowie Litauen

Gesamtkosten des Projektes: 2.689.373,00 Euro

EFRE-Zuschuss: 2.245.767,05 Euro

Parkmanagement ist ein wirksames Instrument, Autofahrten zu reduzieren und den Wechsel zu nachhaltigeren Formen des Nah- und Regionalverkehrs zu fördern. Circa 30 Prozent des städtischen Autoverkehrs entfallen auf die Parkplatzsuche. In den vergangenen Jahren gab es eine breite Palette verschiedenen Maßnahmen an Push- (z.B. Parkgebühren und -beschränkungen) und Pull-Mechanismen (z. B. „Park & Ride“) in diesem Bereich. Die Digitalisierung und neue IT-Lösungen stellen neue innovative Ansätze bereit. Es gibt jedoch einige Herausforderungen, die eine breitere Nutzung des digitalen Parkraummanagements und seiner Potenziale zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität erschweren: Vor allem in kleineren touristisch geprägten Städten sind viele Autos unterwegs. Durch die Parkplatzsuche an Stränden im Sommer können schnell Staus entstehen.

In der Förderung von Alternativen zur Pkw-Nutzung besteht Nachholbedarf. Das Parkmanagement ist meist auf Ortszentren beschränkt. Maßgeschneiderte Lösungen für andere Standorte und Anwendungsfälle (z.B. touristische Attraktionen, Badeorte usw.) sind selten, obwohl gerade hier signifikante Auswirkungen zu erwarten sind. In dem Projekt PARKING GETS SMART sollen innovative digitale Parkmanagement-Lösungen entwickelt werden.

Die Gemeinde Heringsdorf möchte die Möglichkeiten digitaler Kommunikationsformen und Datenverbreitungswege im Bereich Parken besser nutzen. U.a. mit Hilfe eines dynamischen Parklenkungssystems sowie eines multimodalen Auskunftssystems sollen vor allem Touristen nicht nur frühzeitiger über die Parkplatzsituation in der Urlaubsregion informiert und zielgerichteter zu freien Parkmöglichkeiten gelenkt werden. Vielmehr sollen auch alternative, d.h. verkehrsträgerübergreifende Angebote (Park + Ride mit UBB oder Bike-Sharing mit Usedom Rad) noch besser kommuniziert und aktiver angeboten werden. „Ziel des Projektes ist es, Parksuchverkehre zu reduzieren sowie umweltfreundliche Verkehrsmittel zu stärken, um Lärmbelastung und Schadstoffausstoß in der sensiblen Urlaubsregion weiter zu verringern“, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe.

  1. Guts- und Herrenhäuser im südlichen Ostseeraum

Projektpartner: Tourismusverband Vorpommern e.V.; Vorpommersche Dorfstraße e.V.; Regionaler Planungsverband Vorpommern; Verein der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser Mecklenburg-Vorpommern e.V. sowie Projektpartner aus Polen, Litauen, Dänemark und Schweden

Gesamtkosten des Projektes: 2.697.116,10 Euro

EFRE-Zuschuss:2.222.751,64 Euro

Guts- und Herrenhäuser sind ein gemeinsames kulturelles Erbe im südlichen Ostseeraum. Sie bezeugen in interessanter Weise die wechselvolle Geschichte der Region und ihre vielfältigen grenzüberschreitenden Beziehungen. Zugleich sind sie „Kulissen“ für attraktive und ungewöhnliche touristische und kulturelle Angebote. Auf dieser Grundlage sollen neue Entwicklungspotentiale für den ländlichen Tourismus aufgezeigt werden. Hierzu zählen die Schaffung neuer, grenzüberschreitender Gutshaustourismusangebote und ihre gemeinsame Vermarkung für spezifische Zielgruppen, wie zum Beispiel Bustouristen, Kulturtouristen, Radfahrer sowie Kreuzfahrttouristen.

„Es geht hier vor allem um den gemeinsamen Vermarktungsansatz, das ´Gutshauserbe´ des südlichen Ostseeraums und vielversprechendes gemeinsames Alleinstellungsmerkmal für das Tourismusmarketing, welche die Sichtbarkeit aller teilnehmenden Regionen in Deutschland, Polen, Litauen, Schweden und Dänemark erhöhen kann. Internationale Gutshaus-Touren verfügen über ein beträchtliches Marktpotential bei Touristen, die während ihres Urlaubs längere Strecken zurücklegen und verschiedene Länder besuchen. Zugleich werden Gutshäuser oft für Erholungsformen genutzt, die auch außerhalb der Hauptferienzeiträume stattfinden und so zur Verlängerung der Saison beitragen“, sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe.

Einbettung Kriegsgefallener

Stettin – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hielt heute anlässlich der Gedenkveranstaltung zur Einbettung Kriegsgefallener auf der Kriegsgräberstätte Stare Czarnowo eine Gedenkrede. Die Veranstaltung fand aus Anlass der Bestattung von 1343 Kriegstoten aus Pommern, dem Lebuser Land und der Provinz Posen statt. Unter den Toten sind auch 141 Zivilisten. „Wir trauern um die Toten und teilen den Schmerz mit den Hinterbliebenen. Diese Zeremonie mahnt uns, wie wertvoll Frieden ist und wie wichtig es ist, ihn zu erhalten“, betonte Dahlemann in seiner Rede.

Die Kriegsgräberstätte in der Nähe von Stettin bietet Platz für rund 32.500 Gräber. Im Jahr 2000 wurde mit Umbettungsarbeiten begonnen. Seitdem sind hier viele gefallene Soldaten aus den Gebieten Danzig, Pommern und Westpreußen bestattet worden. Für zivile deutsche Kriegsopfer wurde ein gesondertes Grabfeld angelegt. Hier fanden auch die Menschen, die in der Marienburg/Malbork geborgen wurden, ihre letzte Ruhestätte.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat es zu seiner Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die vergangenen Schrecken wach zu halten und die Kriegsgräberstätte zu betreuen „Wir haben es Ihnen zu verdanken, dass die heutige Umbettung einen so feierlichen Rahmen hat und die Opfer hier eine würdige letzte Ruhestätte bekommen. Es ist unsere Pflicht, für Frieden und Dialog einzutreten. Dieser Satz zeigt uns in den aktuell außenpolitisch unruhigen Zeiten, dass das keine Floskel ist, sondern Mahnung für uns alle“, sagte der Staatssekretär abschließend.

Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet

Einrichtung eines Kinderkrebszentrums, verstärkte Zusammenarbeit im Bereich der Augenheilkunde sowie Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität

Schwerin – Der Begleitausschuss für das europäische Interreg-Programm V A der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen hat in Löcknitz weitere grenzüberschreitende Projekte befürwortet.

„Das grenzüberschreitende Programm leistet einen Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität im Grenzraum zwischen Polen und Deutschland. Es bringt erfolgreich Menschen zusammen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut. Mit den neuen Projekten wird beispielsweise die Einrichtung eines Kinderkrebszentrums, die Zusammenarbeit im Bereich der Augenheilkunde sowie die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität unterstützt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Insgesamt sind acht Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 10,5 Millionen Euro ausgewählt worden, rund 8,06 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Die Gelder werden über einzelne Projekte dafür eingesetzt, die Wirtschaft beiderseits der Grenze zu stärken, die medizinische Versorgung zu verbessern und die Infrastruktur weiter auszubauen. Das ist auch ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensperspektiven für die Bewohner in den grenznahen Regionen“, so Glawe weiter.

1.) Einrichtung eines telemedizinisch integrierten, deutsch-polnischen Kinderkrebszentrums in der Euroregion Pomerania

Krebserkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache von Kindern. Mit herkömmlichen Behandlungsverfahren ist kaum noch eine Verbesserung der Heilungschancen möglich. Dazu ist die Nutzung hoch spezieller Verfahren, z.B. die Behandlung mit Radioisotopen (Anwendung in der Strahlentherapie) / Immunotherapien (die Immunotherapie hat das Ziel, diese natürlichen Abwehrmechanismen zu unterstützen und zu aktivieren, damit diese Krebszellen als fremd erkennen und sie zerstören) sowie eine verbesserte Diagnostik erforderlich. Diese Leistungen können nur durch hochspezialisierte Einrichtungen erbracht werden. So ist die Behandlung mit Radioisotopen in der Universitätsmedizin Greifswald möglich, nicht aber in Polen. Bereits heute werden polnische Kinder in Greifswald behandelt. Da es derzeit aber nicht möglich ist, Kinder bereits im Vorfeld ausreichend zu diagnostizieren, sind zahlreiche Voruntersuchungen in Greifswald erforderlich. Dies bedeutet für betroffene Eltern und Kinder einen hohen zeitlichen wie finanziellen Aufwand.

In der Euroregion Pomerania sind die Universitätsmedizin Greifswald und das Universitätsklinikum Nr. 1 der Pommerschen Medizinischen Universität auf Kinderonkologie und -hämatologie spezialisiert. Beide Einrichtungen wollen ihre Zusammenarbeit im medizinischen Betrieb und der Lehre deutlich ausbauen. Dazu sollen die diagnostischen Möglichkeiten auf den Stand der Technik verbessert und die Einrichtung telemedizinisch verknüpft werden.

Es ist vorgesehen, an der Universitätsmedizin Greifswald ein telemedizinisch vernetztes, deutsch-polnisches Kinderkrebszentrum einzurichten, in welches das Universitätsklinikum Nr. 1 der Pommerschen Medizinischen Universität und Einrichtungen der Gesellschaft für Gesundheit und Leben mbH über eigene telemedizinische Stationen eingebunden werden.

Um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Behandlung schwer krebskranker Kinder berücksichtigen zu können, wird das Collegium Medicum der Jagiellonischen Universität in Krakau von Anfang an in das Netzwerk einbezogen. Das Collegium Medicum ist eine der führenden polnischen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Kinderonkologie, insbesondere bei der Behandlung schwerer Krebserkrankungen wie Neuroblastom, akute Leukämie oder das Hogdkin-Lymphom. Daher wird auch hier eine Telemedizin-Einheit aufgebaut.

Durch den Aufbau des deutsch-polnischen Kinderkrebszentrums werden unter anderem regelmäßige, deutsch-polnische Konsultationen im monatlichen Rhythmus; Telekonsultationen mit Patientenkontakt als Novum sowie die gemeinsame Aus- und Weiterbildung von Medizinern und medizinischem Personal durch den in dieser Form einmaligen Aufbau eines gemeinsamen, deutsch-polnischen Aus- und Weiterbildungsangebots mittels e-Learning, ermöglicht. Darüber hinaus sollen die politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert werden, um langfristig zu gewährleisten, dass Patienten dort behandelt werden können, wo das beste diagnostische und therapeutische Know-how verfügbar ist.

„Von der medizinischen Zusammenarbeit der deutschen und polnischen Wissenschaftler profitieren alle Einrichtungen, vor allem aber die betroffenen Kinder und ihre Eltern. Forschung, Lehre und Diagnostik werden grenzüberschreitend ausgebaut und Greifswald als wissenschaftlicher Standort im Bereich der Krebsforschung gestärkt“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.

Projektpartner:

Universitätsmedizin Greifswald Körperschaft des öffentlichen Rechts (Mecklenburg-Vorpommern/M-V)
Klinisches Krankenhaus Nr. 1 der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin (Polen)
Pommersche Medizinische Universität in Szczecin (Polen)
Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH (Brandenburg)
Jagiellonen-Universität-Collegium Medicum in Krakau (Polen)

Gesamtkosten des Projektes in Euro: 2,7 Millionen Euro / EFRE-Zuschuss in Euro: 2,1 Millionen Euro

2.) Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der modernen Methoden der bildgebenden Diagnostik in der Ophthalmologie (Augenheilkunde)

Ziel des Projektes ist der Ausbau der Kooperation zwischen der 1. Abteilung für Ophthalmologie der Pommerschen Medizinischen Universität in Szczecin und der Augenklinik der Universität Greifswald.

In dem Projekt sind gemeinsame Schulungen mit praktischen Workshops zu modernen diagnostischen Methoden in der Augenheilkunde geplant und der Kauf von ophthalmologischen Diagnosegeräten, um einen gemeinsamen medizinischen Behandlungsstandard zu erreichen. Das Projekt umfasst Ausbildungs- und Schulungsaspekte auch in Form einer Hospitation in klinischen Zentren beider Projektpartner. Es werden ophthalmologische Diagnostikgeräte erworben, um eine innovative Erforschung bei Erkrankungen der Netzhaut des Auges durchzuführen.

Der Höhepunkt der gemeinsamen Anstrengungen wird eine gemeinsame internationale Wissenschafts- und Bildungskonferenz zur modernen Diagnostik und deren Anwendungen sein. Das Hauptthema der geplanten Konferenz ist die Netzhautdegeneration und deren ursächliche, pathologischen Prozesse, die während der Alterung des Auges auftreten.

Dabei geht es vor allem um die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Aufgrund der fortschreitenden Alterung der Gesellschaften in hochindustrialisierten Ländern wird diese Erkrankung einen erheblichen Sehverlust verursachen. AMD betrifft weltweit rund 25 Millionen Menschen, aber es wird geschätzt, dass sich diese Zahl im Laufe des nächsten Jahrzehnts verdreifacht. Um AMD zu diagnostizieren und seine Stadien sicher zu bestimmen, muss der Augenarzt eine Reihe von modernen diagnostischen Tests durchführen. Um die AMD also besser zu verstehen, müssen sich Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete (Internisten, Augenärzte, Geriater, Psychiater) treffen und intensiv zusammenarbeiten.

„Die Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Austausch von Wissen und dem Erwerb neuer Kompetenzen wird dazu beitragen, die Forschung auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Ophthalmologie an den Universitäten auf beiden Seiten der Grenze zu erweitern“, so Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe.

Projektpartner:

  • Pommersche Medizinische Universität in Szczecin (Polen)
  • Universitätsmedizin Greifswald (M-V)

Gesamtkosten des Projektes in Euro: rund 570.000 Euro / EFRE-Zuschuss in Euro: 426.500 Euro

3.) Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität im Bereich der DNA-Diagnostik und der erforderlichen IT-Infrastruktur

Die Projektpartner sind Behörden und Einrichtungen, die für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, die Bekämpfung des Terrorismus und die DNA-Diagnostik zuständig sind.

Es ist geplant, eine Infrastruktur zur DNA-Diagnostik zu erarbeiten. Diese neue Infrastruktur soll zur Vereinheitlichung der Untersuchungsergebnisse der polnischen und der deutschen Seite beitragen. Ziel ist es, die Kompatibilität der Technik und der Software in der Wojewodschaft Westpommern und dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern, um eine einheitliche Plattform zur DNA-Analyse und Nutzung der Sequenzierungs-Kits und -Reagenzien (Entschlüsselung von Erbinformationen) zu erreichen.

Dadurch kann die Zusammenarbeit der Partner verbessert und standarisiert werden, die Qualität und Geschwindigkeit der durchgeführten Untersuchungen werden erhöht. Das Projekt soll es ermöglichen, eine höhere Anzahl von Untersuchungsaufträgen in einem kürzeren Zeitraum zu erledigen. Vorgesehen sind darüber hinaus gemeinsame Konferenzen, Seminare und Übungen im Rahmen eines Wissens- und Erfahrungsaustausches.

„Durch die Intensivierung der Zusammenarbeit der Polizeibehörden aus Mecklenburg-Vorpommern und der polnischen Wojewodschaft Westpommern leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit der Bewohner und Touristen im deutsch-polnischen Raum“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Projektpartner:

  • Landespolizeipräsidium in Szczecin (Polen)
  • Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (MV)
  • Pommersche Medizinische Universität in Szczecin (Polen)

Gesamtkosten des Projektes in Euro: 1,2 Millionen Euro / EFRE-Zuschuss in Euro: rund 998.000 Euro

Informationen zum Programm Interreg V A

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Polen fordert Landsleute in Deutschland zur Denunziation auf

Hamburg – In einem dreiseitigen Schreiben fordert der polnische Senatsmarschall Stanislaw Karczewski die im Ausland lebenden Polen auf, vermeintliche anti-polnische Äußerungen an polnische Botschaften und Konsulate zu melden. Wörtlich heißt es: „Bitte dokumentieren Sie alle anti-polnischen Äußerungen, Darstellungen und Meinungen, die uns schaden, und reagieren Sie darauf. Informieren Sie unsere Botschaften, Konsulate und Honorarkonsulate über jede Verleumdung, die den guten Ruf Polens beeinflusst.“

Das Schreiben wird weltweit über die Botschaften und Konsulate verbreitet.

Anlass für den Brief ist das umstrittene Holocaust-Gesetz, das Präsident Duda in der vergangenen Woche trotz Kritik unterzeichnet hat. Das Gesetz droht denjenigen eine Strafe von bis zu drei Jahren an, „die öffentlich und wahrheitswidrig dem polnischen Volk oder Staat“ eine Mitschuld an Verbrechen zuweisen, die durch das NS-Regime begangen wurden.

Für Stanislaw Karczewski sind Polen im In- und Ausland seit vielen Jahren „konfrontiert mit der schmerzhaften, ungerechten– und vor allem – faktisch nicht richtigen Formulierung ‚polnische Todeslager‘ ebenso wie mit der Beschuldigung, Polen sei in den Holocaust involviert gewesen“. Dies sei eine Kränkung der nationalen Würde und des nationalen Stolzes, schreibt der polnische Senatsmarschall. Auf NDR-Anfrage teilte der polnische Botschafter in Berlin Andrzej Przylebski mit, bei dem Aufruf, anti-polnische Äußerungen zu dokumentieren und den Botschaften und Konsulaten zu melden, handele es sich um „die üblichen Aufgaben einer diplomatischen bzw. konsularischen Vertretung“.

Auf die Frage des NDR, wie die diplomatischen Vertretungen mit solchen Meldungen umgehen wollen und ob Maßnahmen zur Strafverfolgung vorgesehen sind, teilte der polnische Botschafter mit, es gebe noch keine Ausführungsbestimmungen für das Gesetz.

Leben retten ohne Grenzen

Integrierter Rettungsdienst für Notfälle an der deutsch-polnischen Grenze/Startschuss für länderübergreifendes EU-Projekt heute in Greifswald

Greifswald – Heute haben die Partner des deutsch-polnischen EU-Projektes „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald den Startschuss für das ambitionierte gemeinsame Vorhaben gegeben. Das Wirtschaftsministerium MV fördert das Projekt im Programm Interreg V A aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden drei Jahren mit rund 2 Millionen Euro. „Die Initiative zeigt, wie Europa vor Ort immer weiter zusammenwächst“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Es sind Grenzen verschwunden und in wichtigen Fragen wird künftig noch enger kooperiert. In der Gesundheitspolitik hat die Region Pomerania bereits in der Telemedizin neue Maßstäbe gesetzt.“

Das Projekt wurde von der Universitätsmedizin Greifswald und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald initiiert, die auf dem Gebiet des Rettungsdienstes seit vielen Jahren sehr eng zusammenarbeiten. Auf polnischer Seite ist die Wojewodschaftsstation des Rettungsdienstes Stettin seit langem Ansprechpartner und von Beginn an in die Projektvorbereitung involviert. Hinzugekommen sind die DRF Luftrettung und die polnische Luftrettungsstation Goleniow. Weitere Partner sind der gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland sowie die Universität Greifswald mit ihren Lehrstühlen für Slawische Sprachwissenschaft und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement.

„Gemeinsam arbeiten wir bereits seit mehreren Jahre an dem Ziel, für Rettungsdiensteinsätze an der deutsch-polnischen Grenze den erforderlichen fachlich-organisatorischen Rahmen zu schaffen“, betonte Projektleiter Prof. Konrad Meissner von der Greifswalder Universitätsklinik für Anästhesiologie.

„Im regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit unseren deutschen und polnischen Partnern in der Projektvorbereitung haben wir die Grundlage gelegt, zeitnah im Sinne der Betroffenen Lösungen zu präsentieren und umzusetzen“, unterstrich auch die Landrätin von Vorpommern-Greifswald, Dr. Barbara Syrbe. „Das Modellprojekt kann auch anderen Grenzregionen als Vorbild dienen und für mehr Sicherheit in der länderübergreifenden Notfallmedizin sorgen“, ist Dirk Scheer, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Vorpommern-Greifswald, überzeugt. „Wir nehmen hier in Europa eine Vorreiterrolle ein.“

Hintergrund für das deutsch-polnische Engagement ist das angestrebte Ziel eines grenzüberschreitenden Rettungsdienstes. Deutsche und polnische Rettungskräfte sollen bei Bedarf zukünftig auch auf der jeweils anderen Seite der Grenze tätig werden können. Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl älterer Bürger, die Verflechtung der Gesellschaften beiderseits der Grenze und der wachsende Tourismus in der beliebten deutsch-polnischen Ostseeregion führen zu einem Anstieg medizinischer Notfälle. Oftmals müssen bisher noch deutsche oder polnische Patienten an der Grenze in einen anderen Rettungswagen umgelagert werden, da bislang noch nicht alle vertraglichen und organisatorischen Voraussetzungen für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit geschaffen werden konnten. Insbesondere müssen auch die Sprachbarrieren überwunden werden.

Das Ziel besteht in der Integration und Optimierung der Zusammenarbeit der zuständigen Institutionen und Rettungsdienste im grenzüberschreitenden öffentlichen Rettungsdienst. Dabei sollen abgestimmte und verbindliche medizinische Leitlinien bei der Versorgung von Notfallpatienten zur Anwendung kommen. Die Rettungsdienste im Fördergebiet können somit trotz unterschiedlicher Voraussetzungen befähigt werden, rechtssicher grenzüberschreitende Notfallrettung auf hohem Qualitätsniveau zu betreiben. Nach Herstellung der Transportfähigkeit soll der Notfallpatient ohne Zeitverzug an die nächste geeignete Einrichtung übergeben werden können, unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit.

Zunächst werden die Projektpartner aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der polnischen Wojewodschaft Westpommern die Gesamtsituation für eine länderübergreifende Notfallversorgung systematisch analysieren, um Lösungswege für einen funktionsfähigen deutsch-polnischen Rettungsdienst aufzuzeigen. Gleichzeitig wird ein umfangreiches Schulungsprogramm durchgeführt, um das Verständnis für die jeweils andere Fachsprache bei den Rettungsdienstmitarbeitern im Grenzbereich zu fördern und die Rettungsfachkräfte in die Lage zu versetzen, an Simulatoren die Beherrschung von Notfallszenarien gemeinsam zu üben.

Deutsche und polnische Rettungsdienstmitarbeiter werden in einem notfallmedizinischen Simulationstraining gemeinsam die grenzüberschreitende leitliniengerechte Versorgung von deutschen und polnischen Patienten trainieren. Zur Schaffung der Trainingsinfrastruktur wird eine Ausbildungsstätte in Stettin analog zum Greifswalder Zentrum mit modernstem Simulationsequipment ausgestattet. Seitens des Landkreises Vorpommern-Greifswald kommt darüber hinaus ein mobiles Simulationsrettungsfahrzeug zum Einsatz. Zielstellung der Schulungsmaßnahmen ist die Erhöhung der Patientensicherheit durch die effektive Koordination notfallmedizinischer Handlungsabläufe ohne sprachliche Barrieren. Dafür soll unter anderem auch eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation und e-Learning mit Tablet-PC entwickelt werden.

„Letztendlich steht eine dauerhafte arbeitsfähige Vernetzung der Rettungsdienststrukturen in der Boden- und Luftrettung in der deutsch-polnischen Grenzregion im Fokus all unserer Bemühungen“, fasste Projektleiter Prof. Dr. Konrad Meissner die Bemühungen des Projektteams zusammen.

Über eine zweisprachige Internetseite wird ab dem Frühjahr 2018 regelmäßig über die Fortschritte im Projektablauf berichtet.

Delegation des Leningrader Gebietes zu Besuch bei Minister Backhaus

Berlin – Als „Tauwetter“ in den russisch-deutschen Beziehungen bezeichnete Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus sein heutiges Gespräch mit Oleg Malashchenko, dem neuen Vizepremierminister des Leningrader Gebietes, auf der Grünen Woche.

Malashchenko, zugleich Vorsitzender des Komitees für Agroindustrie und Fischerei, absolvierte seinen Antrittsbesuch bei seinem Amtskollegen in MV mit einer 13-köpfigen Delegation. „Der Dialog mit Russland auf politischer und wirtschaftlicher Ebene ist wichtig und sollte intensiviert werden. Wir haben gemeinsam schon vieles angestoßen, und es ist mir ein Anliegen, unsere Wirtschafts- und Handelsbeziehungen weiter auszubauen“, erklärte der Minister. Dass Vize-Gouverneur Malashchenko die Länderhalle Mecklenburg-Vorpommern aufsucht, sei ein Zeichen der Wertschätzung und des über Jahre aufgebauten Vertrauens, so der Minister.

Gegenseitige Handelsbeschränkungen hatten die Bemühungen, kleinen- und mittelständischen Unternehmen aus der Land- und Ernährungsbranche Mecklenburg-Vorpommerns den russischen Markteintritt zu ermöglichen, bislang verhindert. „Ich sehe für unsere Unternehmen auf dem russischen Markt großes Potential“, sagte Backhaus weiter. „Im Bereich Saatkartoffelerzeugung können wir Produkte von höchster Qualität liefern und auch im Bereich Lebendvieh und bei der Bereitstellung von Bullensperma sind wir weiterhin an einer Zusammenarbeit mit Russland interessiert“, betonte er.

Mecklenburg-Vorpommern gehört seit vielen Jahren zu den Bundesländern, die sowohl politisch als auch wirtschaftlich intensive Beziehungen mit der Russischen Föderation pflegen. Eine Regionalpartnerschaft zum Leningrader Gebiet, der Region rund um St. Petersburg, besteht seit 15 Jahren. In den letzten sechs Jahren haben sich Delegationen der Länder insgesamt fünf Mal wechselseitig besucht.

Auch während der politischen Auseinandersetzung über die Annexion der Krim und des Wirtschaftsboykotts zwischen der EU und Russland ist der Gesprächsfaden zwischen Mecklenburg-Vorpommern und den russischen Partnern nie abgerissen.

Nachdem Russland sich in den vergangenen zwei Jahren nicht auf der IGW beteiligt hatte, präsentiert sich das Land in diesem Jahr wieder in einem eigenen Messebereich als eine der größten und wichtigsten Agrarnationen. „Die Rückkehr Russlands als Aussteller auf die Grüne Woche freut mich sehr. Ich sehe es als ein Signal, dass sich der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern auf gutem Wege ist!, sagte Minister Backhaus abschließend.

Wölfin Naya aus Lübtheen wanderte 700 Kilometer bis kurz vor Brüssel

Schwerin – Wölfin Naya aus Mecklenburg-Vorpommern ist von der Lübtheener Heide aus bis nach Flandern gewandert. Derzeit hält sich das Tier auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf. Damit ist Naya der erste wilde Wolf, der seit mehr als hundert Jahren in Belgien gesichtet wurde.

Naya war im Mai 2016 im Lübtheener Rudel geboren und im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet worden. Im Oktober 2017 hatte sich die Fähe erstmals von ihrem Rudel getrennt, um sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier zu begeben. Dank Peilsender an ihrem Halsband lässt sich ihr Weg sehr genau verfolgen.

Am 10. Oktober hatte sich Naya zunächst in Richtung Lauenburg in Schleswig-Holstein bewegt, kehrte dann aber zu ihrem Rudel zurück. Am 23. Oktober überquerte sie die Elbe und wanderte durch Niedersachen und Sachsen-Anhalt nach Süden. Ende Oktober hielt sich die Wölfin bei Wolfsburg auf, um dann nach Westen weiterzulaufen. Nach vergeblichen Versuchen, die A27 zwischen zwischen Verden und Walsrode zu überqueren, gelang ihr der Übergang über die A1 zwischen Diepholz und Osnabrück am 17. Dezember. In der Weihnachtszeit hatte Naya die Grenze von Deutschland zu den Niederlanden überquert; am 2. Januar zog sie nach Belgien weiter. Insgesamt legte sie von Lübtheen aus eine Strecke von rund 700 Kilometern zurück.

Naya ist einer von derzeit vier Wölfen aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Peilsender Daten zu Aktionsradius, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern. Das 2011 gestartete, an der TU Dresden angesiedelte und aus Mitteln der Jagdabgabe Mecklenburg-Vorpommerns unterstützte „Forschungsprojekt Wolfstelemetrie“ unterstützt das Wolfsmonitoring des Landes.

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit drei Wolfsrudel. Der Aktionsradius eines wildlebenden Rudels in Mitteleuropa erstreckt sich über 200 bis 300 Quadratkilometer. Im Alter von etwa ein bis zwei Jahren wandern Wölfe von ihrem Rudel ab, um ein eigenes Territorium zu finden. Wölfe ernähren sich zu mehr als 90 Prozent von Schalenwild – vor allem von Reh –, außerdem von Rotwild und Damwild, auch von Hasen oder Bibern. Nur etwa 1 Prozent der Wolfsnahrung machen Nutztiere aus.

Deutsch-polnische Kontakt- und Beratungsstelle in Löcknitz

Innenminister Caffier: Finanzielle Unterstützung für Begegnungsstätte und Willkommenszeichen an polnische Bürger

Löcknitz – Die deutsch-polnische Kontakt- und Beratungsstelle der Euroregion Pomerania in Löcknitz ist nach Auffassung von Innenminister Lorenz Caffier nach wie vor ein wichtiges Zeichen für ein tolerantes Miteinander in der Grenzregion. Die Kontaktstelle geht auf eine Initiative des Ministers zurück und wurde im Jahr 2009 eröffnet. Sie ist Treff- und Anlaufpunkt für polnische und deutsche Bürger gleichermaßen und hat die Aufgabe, den Integrationsprozess polnischer und deutscher Bürger zu begleiten und zu entwickeln sowie den Kontakt zu den jeweiligen Behörden und Ämtern in Polen und Deutschland herzustellen und zu erleichtern.

Das Innenministerium unterstützt den Landkreis Vorpommern-Greifswald mit Fördermitteln in Höhe von rund 82.000 Euro als Sonderbedarfszuweisung, damit das Projekt fortgeführt werden kann. Weitere Fördermittel kommen aus der Europäischen Union. „Hier findet ein reger Austausch statt, der Grundlage für ein tolerantes Miteinander ist“, sagte der Minister. „Die Nachfrage an den angebotenen Dienstleistungen ist seit Beginn des Projekts weiter gestiegen. Auch der polnische Partner, die Stadt Stettin, hat vor Ort eine eigene Kontaktstelle innerhalb der Strukturen der Stadtverwaltung im Bürgerservicebüro.“

Beide Einrichtungen sind grenzüberschreitend tätig und nutzen das bereits geschaffene Netz an Behörden, gleichzeitig sind sie eine Schnittstelle zwischen Ämtern und den Bürgern aus dem Ausland. Insbesondere können durch die Sprachkompetenz der Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle die sprachlichen Barrieren abgebaut werden. Die deutsche Kontaktstelle in Löcknitz entlastet die kommunalen Ansprechpartner auf Gemeinde-, Amts- und Kreisebene in erheblichem Umfang.

10 Jahre Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko

Schwerin – Mit der Einrichtung des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko wurde nach Wegfall der land- und seeseitigen Grenzkontrollen im Rahmen des Schengen-Beitritts der Republik Polen am 21. Dezember 2007 ein neuer Informationsweg für die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit geschaffen. Innenminister Lorenz Caffier lobt anlässlich der in Swiecko stattfindenden Festveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des Gemeinsamen Zentrums die bisherige Zusammenarbeit und stellt die wichtige Bedeutung und Notwendigkeit der gemeinsamen Dienststelle im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität heraus.

„Die direkte Zusammenarbeit von Mitarbeitern der beteiligten deutschen und polnischen Sicherheitsbehörden rund um die Uhr und unter einem Dach gewährleistet kurze Wege und gerade in ad-hoc-Fällen einen schnellen Informationsaustausch“, so Innenminister Lorenz Caffier.

Das Gemeinsame Zentrum in Swiecko wirkt vordringlich bei der Übermittlung sowie Koordinierung von Ersuchen im justiziellen und polizeilichen Rechtshilfeverkehr, zur Bekämpfung und Verhütung von grenzüberschreitender Kriminalität sowie bei der Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit mit.

Im Jahr 2017 wurden bis Ende des dritten Quartals insgesamt 303 Rechtshilfe-Ersuchen durch den im Gemeinsamen Zentrum arbeitenden Mitarbeiter des LKA MV bearbeitet. Das entspricht rund 17 Prozent aller Rechtshilfevorgänge Mecklenburg-Vorpommerns aus dem Jahr 2017. Vordergründig handelte es sich hierbei um Überprüfungen von Melde- und Halterdaten sowie Führerscheinüberprüfungen, Personenfahndungen zur Aufenthaltsfeststellung vermisster Personen sowie Fahndungsersuchen nach Sachen, wie beispielsweise Kraftfahrzeuge.

Mit 131 Anfragen war der Informationsbedarf im Polizeipräsidium Neubrandenburg erwartungsgemäß im Jahr 2017 am höchsten. Aus dem Polizeipräsidium Rostock wurden 70 Ersuchen und vom LKA MV insgesamt 8 Anfragen an das Gemeinsame Zentrum gerichtet.

Von polnischer Seite wurden im letzten Jahr Anfragen aus den Bereichen der Woiwodschaftskommandantur der polnischen Polizei (KWP) Szczecin, KWP Gorzow, KWP Wroclaw und von den Zentralstellen in Warschau über die gemeinsame Dienststelle an die Polizeibehörden in Mecklenburg-Vorpommern gestellt.

Schwerpunkt der im gemeinsamen Zentrum zu bearbeitende Sachverhalte bleibt die Eigentumskriminalität – insbesondere im Zusammenhang mit Ladendiebstählen, Tageswohnungseinbrüchen, sonstigen Einbruchsdiebstählen, KFZ-Kriminalität, Diebstahl von hochwertigen Werkzeugen und Betrugshandlungen.

Innenminister Lorenz Caffier: „Die Innere Sicherheit der Europäischen Union ist ein unverzichtbares Gut für die Lebensqualität aller Menschen in Europa. Nur durch die Gewährleistung hoher Sicherheitsniveaus in allen Mitgliedsstaaten kann ein grenzenloser Raum geschaffen und erhalten werden, in dem sich seine Bewohner frei bewegen können. In Zeiten der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus und die Prägung einer veränderten Sicherheitslage durch global agierende Straftäter erwarten unsere Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass diese Gefahren abgewehrt werden. Dabei sind funktionierende länderübergreifende Strukturen zur erfolgreichen staatenübergreifenden Kriminalitätsbekämpfung und einen umfassender Datenaustausch wie im Gemeinsamen Zentrum in Swiecko notwendig und weiterhin unverzichtbar.“