Schwesig: Besuch des Königspaares war großer Erfolg

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute ein positives Fazit des Besuchs des niederländischen Königspaares in Mecklenburg-Vorpommern gezogen.

„Es war mir eine große Ehre, Seine Majestät König Willem-Alexander und Ihre Majestät Königin Màxima unser schönes Land zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass das niederländische Königspaar viele positive Eindrücke mit nach Hause nimmt“, erklärte die Ministerpräsidentin in Bollewick.

Am zweiten Tag stand zunächst ein Besuch der MV-Werft in Warnemünde auf dem Programm. Anschließend informierten sich das Königspaar und die Ministerpräsidentin in Bollewick über Projekte im ländlichen Raum.

„Es gibt viele Felder, auf denen wir noch enger zusammenarbeiten können. Das gilt im wirtschaftlichen Bereich. Die Niederlande sind schon heute der zweitwichtigste Handelspartner unseres Landes. Ich hoffe sehr, dass der Besuch der niederländischen Wirtschaftsdelegation mit Schwerpunkt auf der maritimen Wirtschaft zu einer noch engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit führt. Aber auch auf vielen anderen Feldern können wir noch enger kooperieren. Zum Beispiel beim Küstenschutz und dem Schutz der Meere. Ich freue mich sehr darüber, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Niederlanden und Mecklenburg-Vorpommern dabei noch enger zusammenarbeiten wollen. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die Zukunft“, sagte die Ministerpräsidentin.

Das Königspaar wurde in Schwerin, Warnemünde und Bollewick von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern mit Applaus empfangen. „Vielen Dank an alle, die das Königspaar so herzlich in Mecklenburg-Vorpommern empfangen haben! Sie alle haben diesem ganz besonderen Besuch zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht“, freute sich Schwesig.

Grenzüberschreitende Projekte

Stettin – Besuch aus Brüssel: Gemeinsam mit Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph informierten sich Marc Lemaitre (Generaldirektor für Regionalpolitik und Stadtentwicklung bei der Europäischen Kommission) und der Vorpommernstaatssekretär Patrick Dahlemann über grenzüberschreitende Projekte in Stettin, die aus dem grenzüberschreitenden Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen gefördert werden. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hatte entsprechende Einladungen ausgesprochen.

„Die Projekte sind gute Beispiele für den nachhaltigen Einsatz europäischer Fördermittel in Mecklenburg-Vorpommern. In den vergangenen Jahren wurde durch das Interreg-Programm in den Grenzregionen viel erreicht – Menschen begegnen und verstehen sich, deutsche und polnische Unternehmen arbeiten erfolgreich zusammen, gemeinsame Vorhaben tragen zu Wachstum und Wohlstand bei. Das wollen wir weiter ausbauen und stärken. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Europäischen Kommission. Im Sinne einer zukunftsfähigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unseres Landes benötigen wir Kontinuität hinsichtlich des Fördergebiets, der Mittelausstattung und der Verwaltungsstrukturen in der zukünftigen Interreg-Förderperiode 2021 bis 2027 in Mecklenburg-Vorpommern. Die intensiven Gespräche in Brüssel haben dazu beigetragen, dass wir besser verstanden werden. Unsere erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit braucht unbedingt eine Zukunft“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Staatssekretär Dr. Rudolph und seine Gäste informierten sich bei polnischen Freunden und Projektpartnern in Stettin unter anderem über das Projekt „Grenzüberschreitendes Neugeborenen-Screening“ (NGS) an der Pommerschen Medizinischen Universität Stettin. NGS ist eine Präventionsmaßnahme zur Früherkennung von angeborenen Stoffwechsel- und Hormonstörungen. Erstmals wurden durch die Umsetzung des Projektes diese lebenswichtigen Untersuchungen grenzübergreifend durchgeführt. Den Säuglingen wird am dritten Lebenstag etwas Blut aus der Ferse entnommen und auf eine Trockenblutkarte gegeben, die im Neugeborenen-Screening-Labor untersucht wird. Im Zuge dieses Projektes kann Mecklenburg-Vorpommern als erstes Bundesland seit September 2011 das Mukoviszidose-Screening flächendeckend und kostenfrei für die Eltern anbieten. Alle Neugeborenen im definierten Fördergebiet können an den Untersuchungen kostenfrei teilnehmen. Nach Angaben der Projektpartner werden pro Monat rund 4.000 Neugeborene untersucht. „Mit dem Projekt wird die Gesundheitsversorgung in der Region erheblich aufgebessert. Die Umsetzung einer so breit angelegten präventiven Untersuchungsreihe ist nur möglich durch das hohe Engagement aller Beteiligten, die enge Zusammenarbeit und den grenzüberschreitenden Wissenstransfer. Ein gelebtes Beispiel des europäischen Gedankens“, sagte Rudolph.

Weiteres Thema der Informationsreise war das Projekt „Nachbarspracherwerb von der Kita bis zum Schulabschluss“. Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung einer durchgängigen Bildungskonzeption von der Kita bis zur Berufsschule über zusätzliche Unterrichtsangebote sowie die Qualifizierung von deutschen und polnischen Pädagogen. Zusätzlich soll ein jährliches Begegnungsprogramm für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen organisiert werden. Ein Kernelement des Projektes ist eine grenzübergreifende Werbekampagne für die Kultur und Sprache des Nachbarlandes. Partner im Projekt sind aus MV der Landkreis Vorpommern-Greifswald, die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) sowie die Universität Greifswald. Der brandenburgische Landkreis Uckermark beteiligt sich ebenso an dem Vorhaben sowie die Wojewodschaft Westpommern. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2020 laufende Projekt betragen rund 2,57 Millionen Euro. „Es ist der richtige Weg, Kindern und Jugendlichen bereits frühzeitig sprachliche und interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. So werden mögliche Barrieren in den Köpfen überwunden. Zugleich bietet sich den Kindern und Jugendlichen eine breitere Möglichkeit in der beruflichen Entwicklung – auch jenseits der Grenze können Berufs- und Hochschulbildungseinrichtungen genutzt werden“, sagte Rudolph.

Abgeleitet aus den identifizierten Entwicklungspotentialen im Fördergebiet verfolgt das Kooperationsprogramm in der Förderperiode 2014 bis 2020 eine Konzentration auf vier strategische Bereiche: Natur und Kultur, Verkehr und Mobilität, Bildung, grenzübergreifende Kooperation. Die thematische Fokussierung soll eine weitere Integration des Programmraums unterstützen. Das Fördergebiet umfasst in Mecklenburg-Vorpommern die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen, in Brandenburg die Landkreise Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland und in Polen die Wojewodschaft Westpommern. In einem Projekt müssen mindestens zwei Projektpartner (ein polnischer und ein deutscher Projektpartner) beteiligt sein.

Verwaltungsbehörde ist das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Schwerin. Koordinierungsbehörden, die die Umsetzung des Programms jeweils in Brandenburg und Polen begleiten, sind das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz in Potsdam und das Ministerium für Infrastruktur und Entwicklung in Warschau. Seit November 2016 hat der Begleitausschuss 47 Projekte mit einem EFRE-Anteil von rund 109,3 Millionen Euro mit einem Investitionsvolumen von rund 134,4 Millionen Euro zur Förderung ausgewählt.

Hamburger Umweltbehörde kauft MoorFutures aus M-V

Hamburg – Der Senat der Hansestadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Landesverwaltung bis 2030 CO2-neutral zu organisieren. Ein Baustein darin ist die CO2-Kompensation für Dienstflüge. Seit 2008 werden für alle Dienstflüge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kompensationszahlungen entrichtet. Erstmalig werden diese Mittel für ein Projekt innerhalb Deutschland eingesetzt: Durch den Kauf von 3.000 ökologischen Wertpapieren in Form von MoorFutures investiert die Umweltbehörde in die Wiedervernässung eines ganzen Moores – der Kamerunwiese nordöstlich von Neustrelitz (Gemeinde Blankensee) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

„Ich freue mich sehr, dass sich die Umweltbehörde für ein Produkt aus Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat! Es ist das erste Mal, dass ein Interessent die Emissionsminderung eines ganzen Moores kauft“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus. Zum Auftakt der Umweltministerkonferenz in Hamburg-Harburg übergab er heute ein entsprechendes Zertifikat an Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan.

„Moore sind sehr wichtig für den Klimaschutz, da sie viel Kohlendioxid speichern. Moorschutz lohnt sich umso mehr, da sich hohe Mengen klimaschädlicher Gase freisetzen, wenn Moore entwässert und zerstört werden. Ich freue mich sehr, dass wir für die CO2-Kompensation für die unvermeidbaren Dienstflüge ein norddeutsches Projekt gefunden haben und so in der Region in Klimaschutzprojekte investieren können. Die Kamerunwiese wird zudem ökologisch aufgewertet und trägt somit zum Erhalt der regionalen Biodiversität bei“, betonte Kerstan.

Die Umweltbehörde hatte sich bereits im Frühjahr 2017 beim Land Mecklenburg-Vorpommern nach Möglichkeiten zur Kompensation von mindestens 3.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten durch Moorwiedervernässung erkundigt. Mit der Kamerunwiese (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) konnte ein knapp acht Hektar großes Moor exklusiv zur Wiedervernässung angeboten werden. Die Fläche ist im Besitz der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern.

Minister Backhaus unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieses Zusammenwirkens von ländlichen Räumen und der Metropole Hamburg. „Die Ökosystemleistungen, die die ländlichen Räume erbringen, sind für die Städte unverzichtbar! Wir müssen noch viel stärker darauf hinweisen, dass diese Leistungen auch gesellschaftlich relevant sind. Folgt man den Berechnungen des Umweltbundesamtes, so hat jede zusätzliche Tonne Kohlendioxid in der Atmosphäre ein Schadpotential von mindestens 80 Euro. Die durch die Kamerunwiese erbrachte Leistung liegt daher bei rund einer viertel Million Euro.“ Hinzu kämen die derzeit nicht quantitativ zu beziffernden Leistungen im Bereich der Biodiversität, der Verbesserung der Wasserqualität und des Grundwasserdargebotes.

Dazu Minister Backhaus: „Wir erleben hier den Fall, dass aus urbanen Räumen finanzielle Mittel zur Verbesserung der ökologischen Infrastruktur ländlicher Räume zur Verfügung gestellt werden. Das ist für mich beispielhaft, da die vielfach bislang nur in Expertenkreisen bekannten Ökosystemleistungen ländlicher Räume dadurch nicht nur besser „sichtbar“, sondern auch in finanziell skalierbar werden. Hierin mag man die Basis für einen ökologisch begründeten Länderfinanzausgleich erkennen, auch wenn es bis dahin sicher noch ein weiter Weg ist.“

Mit den MoorFutures wurde im Jahre 2011 das nach der Waldaktie (2007) und vor dem Streuobstgenussschein (2015) zweite Öko-Wertpapier aus Mecklenburg-Vorpommern emittiert. Es handelt sich hierbei um Kohlenstoffzertifikate, die auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt angeboten werden. Sie dienen der freiwilligen Kompensation von unvermeidbaren Emissionen. Die Marke wurde europaweit geschützt, Nutzungsrechte haben auch die Länder Brandenburg und Schleswig-Holstein. Ende 2018 wurde das erste vollständig aus dem Verkauf von MoorFutures finanzierte Wiedervernässungsprojekt, der Polder Kieve in Mecklenburg-Vorpommern, abgeschlossen (14.325 zu einem Einzelpreis von 35€ verkaufte MoorFutures). Das Projekt Nr. 2, die Rehwiese, liegt in Brandenburg, Projekt Nr. 3 ist das Königsmoor in Schleswig-Holstein.

Flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk

Schwesig: Norddeutsche Regierungschefs wollen flächendeckenden Ausbau

Hamburg – Die Regierungschefs der norddeutschen Länder fordern eine flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk und schnellem Internet. Dies sei ein “wichtiges Element zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse“, heißt es in einem auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern heute auf der Nord-MPK in Hamburg getroffenen Beschluss.

„Wir brauchen überall schnelles Internet und verlässliche Mobilfunkverbindungen. Das ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Räume. Außerdem werden gute Netze benötigt, um die medizinische Notfallversorgung sicher zu stellen, Telearbeit zu ermöglichen und gleiche Bildungschancen zu schaffen“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig im Anschluss an die Konferenz.

In einem gemeinsamen Beschluss fordern die Regierungschefs den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien. „Deutschland steigt aus der Atomenergie aus. Dazu soll der Kohleausstieg kommen. Deshalb brauchen wir den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze. Da passiert uns auf Bundesebene zu wenig. Wir brauchen einen Plan, wie wir die Stromversorgung in Deutschland nach 2038 sicherstellen können“, sagte Schwesig.

Außerdem sprachen sich die Nord-Regierungschefs für mehr Tariflohn aus. „Wir bedauern, dass die Tarifbindung zurückgegangen ist. Der Norden wird nur mit guten Löhnen im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen können“, so Schwesig.

Ein weiteres Thema der Konferenz war der Marineschiffbau. „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung den Überwasserschiffbau als verteidigungsindustrielle Schlüsseltechnologie einstufen will, so dass nationale Marineaufträge zukünftig nicht mehr europaweit ausgeschrieben werden müssen. Schiffe für die deutsche Marine können dann verstärkt im Norden gebaut werden. Der entsprechende Kabinettsbeschluss der Bundesregierung muss bald kommen. Das wäre bei uns im Land vor allem für die Werft in Wolgast wichtig“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Norddeutsche Länder initiieren Wasserstoffstrategie

Hamburg –  – Die Wirtschafts- und Verkehrsminister der Küstenbundesländer haben im vergangenen November beschlossen, eine Strategie für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland zu erarbeiten. Die „Eckpunkte einer Norddeutschen Wasserstoffstrategie“ liegen nun vor – und wurden von der Regierungschefin und den Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer auf ihrer Konferenz heute in Hamburg ausdrücklich begrüßt.

„Zudem wurde die eigens für die Strategie ins Leben gerufene ministerielle Arbeitsgruppe gebeten, ihre Arbeit aufgrund der vielversprechenden Grundlage fortzusetzen“, berichtet Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel.

„Wir haben uns bei der Erarbeitung des Eckpunktepapiers vor allem dafür eingesetzt, Lösungen zu finden, um die aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Außerdem ist uns wichtig, die Sektorenkopplung – im Speziellen die Wasserstofferzeugung – im Blick zu behalten und künftig besser zu ermöglichen.“

Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft sei eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance für die Küstenbundesländer und insbesondere Mecklenburg-Vorpommern. Pegel: „Diese Chance wollen wir ergreifen und die Wasserstoffstrategie zügig vorantreiben und umsetzen“. Die Norddeutsche Wasserstoffstrategie soll im November 2019 zur nächsten Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister/-senatoren der norddeutschen Küstenländer vorgelegt werden.

Dahlemann: Aus Grenzregion ist eine Region im Herzen Europas geworden

Stettin – Das Regionalparlament der Wojewodschaft Westpommern, der Sejmik, hat 2019 zum Jahr der Europäischen Union in Westpommern ausgerufen. Polen gehört am 1. Mai seit exakt 15 Jahren der EU an.

Aus diesem Anlass lädt der Marschall der Wojewodschaft Olgierd Geblewicz heute zu einem feierlichen Abendessen in Kołbaskowo mit anschließender Fahrt zum Grenzübergang Pomellen. Dort wird es eine historische Inszenierung der symbolischen Grenzschrankenöffnung geben, die musikalisch von der Chorgruppe der Stettiner Schlossoper begleitet wird. Für die Landesregierung nimmt der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann an der Veranstaltung teil.

„Das ist ein ganz besonderes Jubiläum. Polen und Deutschland sind durch die gemeinsame EU-Mitgliedschaft näher zueinander gerückt. Aus einer Grenzregion ist eine Region im Herzen Europas geworden“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär bei seinem Besuch.

Die Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der Wojewodschaft Westpommern sei ein Musterbeispiel für gelungene deutsch-polnische Zusammenarbeit. „Die Grenze trennt uns heute nicht mehr, sondern es entsteht eine grenzüberschreitende Metropolregion Stettin. Wir wollen in den nächsten Jahren weitere Schritte gehen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit, aber auch die Zusammenarbeit in ganz alltäglichen Fragen wie der ärztlichen Versorgung weiter zu verbessern. Ich freue mich sehr, dass die Koordinierungsstelle auf deutscher Seite demnächst in Anklam eingerichtet wird“, so Dahlemann weiter.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Luftrettung

Stettin – Verbesserungsmöglichkeiten des grenzüberschreitenden luftgebundenen Rettungsdienstes haben deutsche und polnische Experten am Mittwoch in Stettin diskutiert.

„Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird in einem Europa ohne trennende Grenzen immer wichtiger. Das zeigt sich auch in Mecklenburg-Vorpommern – Wirtschaft und Tourismus finden grenzüberschreitend statt. Der Tourismus in der Region Usedom – Heringsdorf – Swinemünde ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Passend dazu müssen die Strukturen des Gesundheitswesens zusammenarbeiten, damit eine qualitätsgerechte medizinische Versorgung von Urlaubern, Anwohnern und Arbeitskräften gewährleistet ist. Gemeinsam sind wir auf dem Weg, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Wirtschaftsminister Glawe ist vor Ort von Ralf Iwohn (Referatsleiter Öffentliches Gesundheitswesen, Infektionsschutz und Rettungsdienst im Wirtschaftsministerium) vertreten worden.

Wirtschaftsminister Glawe skizzierte Möglichkeiten der Zusammenarbeit: „Der Hubschrauber bei Stettin könnte unseren Rettungsdienst in der Region gut ergänzen, ebenso wie die Rettungstransporthubschrauber in Greifswald und im brandenburgischen Angermünde die Versorgung in Polen unterstützen könnten. Das Rahmenabkommen zum grenzüberschreitenden Rettungsdienst zwischen Deutschland und Polen sieht derzeit die Einbeziehung der Luftrettung noch nicht vor. Das wollen wir ändern, um im Grenzgebiet eine bestmögliche rettungsdienstliche Versorgung sicherzustellen.“

Im Jahr 2011 hatten die beiden Länder ein Rahmenabkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rettungsdienst geschlossen, das die Luftrettung noch nicht einschließt. Ziel der Luftrettungskonferenz war es, die Voraussetzungen für die Einbeziehung der Luftrettung in den grenzüberschreitenden Rettungsdienst zwischen Deutschland und Polen zu diskutieren.

Beispielhaft ist im vergangenen Jahr ein Vorhaben gestartet worden, um einen länderübergreifenden integrierten Rettungsdienst für Notfälle umzusetzen. Im deutsch-polnischen EU-Projekt „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ kooperieren seit dem vergangenen Jahr die Universitätsmedizin Greifswald, der Landkreis Vorpommern-Greifswald der Rettungsdienst Stettin, die DRF Luftrettung und die polnische Luftrettungsstation Goleniow.

Weitere Partner sind der gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland sowie die Universität Greifswald mit ihren Lehrstühlen für Slawische Sprachwissenschaft und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement. Das Wirtschaftsministerium fördert das Projekt im Programm Interreg V A aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden drei Jahren mit rund 2 Millionen Euro. Ziel ist es unter anderem, die Kommunikation der Leitstellen untereinander zu intensiveren sowie eine elektronische zweisprachige Dokumentations- und Übergabedokumentation zu etablieren. Das Projekt umfasst ein Gebiet entlang der Grenze der Wojewodschaft Westpommern.

„Die Luftrettung gewinnt in einem modernen Rettungsdienst zunehmend an Bedeutung. Gerade in dünn besiedelten Regionen mit entsprechend geringem Notfallaufkommen ist es eine Herausforderung, flächendeckend Rettungsdienstfahrzeuge vorzuhalten. Dazu kommt, dass eine zunehmende Spezialisierung von Krankenhäusern teilweise längere Transportwege erforderlich machen, um Notfallpatienten in das für sie geeignete Krankenhaus zu transportieren. Hier sind Rettungshubschrauber als Ergänzung unverzichtbar“, sagte Glawe.

Grundlage des Rettungsdienstes ist das Gesetz über den Rettungsdienst für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Träger des Rettungsdienstes am Boden sind die Landkreise und kreisfreien Städte; sie sind jeweils für ihr Gebiet zuständig (Rettungsdienstbereiche). Träger der Luftrettung ist das Land Mecklenburg-Vorpommern. Das Land betreibt derzeit drei Luftrettungszentren. Die Standorte sind Güstrow, Neustrelitz und Greifswald.

Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet

Schwerin – Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Republik Polen sind neue europäische Projekte im Rahmen des Interreg-Programms V A bewilligt worden. „Die Vorhaben vertiefen die kulturelle, touristische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Über die einzelnen Projekte entstehen bessere Lebensperspektiven für die Bewohner der grenznahen Regionen. Das grenzüberschreitende Programm leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Insgesamt sind sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 14,5 Millionen Euro ausgewählt worden, davon vier Projekte mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung für die vier EU-Projekte beläuft sich auf rund 7,55 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

„Die europäischen Mittel im Interreg-Fördergebiet zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie muss fortgeschrieben werden. Wir benötigen weiterhin die Unterstützung, um die enge Nachbarschaft intensiv leben zu können“, hob Glawe hervor. Der Wirtschaftsminister verwies auf derzeit laufende Überlegungen der Europäischen Union, ab der Förderperiode 2021 Fördermittel zu reduzieren und die Fördergebiete neu zu definieren. „Wir werden uns weiter in Brüssel dafür einsetzen, dass das Interreg-Programm auch künftig für die deutsch-polnische Zusammenarbeit genutzt werden kann.“

Die Städte Anklam und Szczecin wollen mit dem polnischen Technikmuseum und dem vorpommerschen Otto-Lilienthal-Museum die Technikgeschichte in Pommern besser erlebbar gestalten. Szczecin ist mit seinem Technikmuseum ein Aushängeschild in der technisch-historischen Museumslandschaft der Region. Anklam ist ein Tor zu einer führenden deutschen Tourismusregion an der Grenze zu Polen und verfügt über einen der großen Namen der Welt-Technikgeschichte – Otto Lilienthal. Durch das gemeinsame museale Konzept sollen generationsübergreifend Anwohner und Gäste der deutschen und polnischen Seite angesprochen werden. Ziel ist es, Bildungs- und Weiterbildungsangebote, ein Experimentarium sowie ein Lilienthal-LAB zu entwickeln.

Während das Museum für Technik und Kommunikation (MTK) in Szczecin mit dem Experimentarium auf das Thema der individuellen Mobilität und die Verkehrserziehung setzen soll, soll das Otto-Lilienthal-Museum (OLM) das Thema Fliegen im Lilienthal-LAB, dem fliegenden Klassenzimmer, entwickeln. Mit dem Lilienthal-LAB soll das Otto-Lilienthal-Museum in der Nikolaikirche Anklam zum Lernort für alle werden. Baulich soll in Anklam dafür das Kirchenschiff der Nikolaikirche verändert werden – zum Ikareum.

„Die oftmals komplexen Themen Technik und Mobilität sollen in den Museen für die Besucher attraktiv gestaltet werden. So kann jeder Interessierte über eigenständiges Forschen, Entdecken und Erfahren ein größeres Technikverständnis entwickeln“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Hansestadt Anklam und die Stadt Szczecin. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp drei Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

Ziel des Projektes ist die größere Erlebbarkeit des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes durch die Entwicklung spezieller themenorientierter Bildungs- und Erlebnisangebote. Dazu ist unter anderem vorgesehen, eine neue gemeinsame Marke zu entwickeln, die Gebiete am Fluß Larpe in Police für Sport und Tourismus zu bewirtschaften sowie einen Fahrradweg, Stege für Freizeitangler und eine Aussichtsplattform zu errichten. In Pelczyce sind der Bau einer Brücke in der Jeziorna Straße, die Verbindung von zwei Seen mit einem Kanal und der Bau von touristischen Wegen neben der Brücke geplant.

In der Speicherstraße in Pasewalk sollen unter anderem die Ufer der Uecker neu gestaltet, die Feldsteinmauern saniert und ein 50 Meter langer Holzsteg gebaut werden. „In den Regionen sollen neue, attraktive touristische Angebote entstehen für Urlauber, die sich für Geschichte und Sport interessieren. Mit der Umsetzung wird dazu beigetragen, weitere Gäste für einen Erholungsaufenthalt in der beeindruckenden Naturlandschaft zu gewinnen“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Pasewalk sowie die polnischen Gemeinden Police und Pelczyce. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,5 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro.

„Steigerung der Attraktivität des regionalen, grenzübergreifenden Natur- und Kulturerbes durch die Verbindung touristischer Infrastruktur, gemeinsame Werbung und Steigerung der Kenntnisse des Tourismusangebotes“

Das Projekthauptziel ist die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes der Region. Dies soll durch die Modernisierung der Tourismusinfrastruktur der Region und durch wechselseitige Verflechtung touristischer Infrastruktur sowie gemeinsame Förderung des Kurparks in Świnoujście (Swinemünde), des Tierparks Greifswald e. V. und der Feldherren-Akademie e. V. erreicht werden. Unter anderem ist vorgesehen, das gemeinsame touristische Angebot der Region zu erweitern, indem thematische Aktivitäten und Busfahrten organisiert werden.

„Über das gemeinsame Projekt entsteht eine touristisch interessante Route von Greifswald über Wolgast bis nach Świnoujście. Der Kurpark in Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. werden dann grenzübergreifend und kombiniert attraktive Angebote für die Besucher initiieren“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. mit Sitz in Greifswald. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,4 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Die Projektpartner verfolgen das Ziel, den in den Grenzgebieten beheimateten Trockenrasen zu erhalten. Trockenrasen sind Lebensräume, die zu sehr wertvollen und gleichzeitig stark gefährdeten Elementen der natürlichen Umwelt Europas gehören. Die Biotope bilden sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten und dienen als Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Trockenrasenpflanzengemeinschaften dienen als wertvolle Quelle der sogenannten Tracht (Blütenstaub und Nektar für Insekten).

Die Schutzmaßnahmen sollen die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung (Mahd und Beweidung) sowie die Beseitigung von Sträuchern und Baumanflug umfassen. Das Projekt wird in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Uckermark sowie in den Gemeinden Kolbaskowo und Chojna umgesetzt. „In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit soll den Anwohnern und Besuchern die ökologische Bedeutung von Trockenrasen eindrucksvoll vermittelt werden“, sagte Glawe.

Projektpartner sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e. V. (Brandenburg) und der Verband der Grünen GAJA (Polen). Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 1,1 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 900.000 Euro.

Der Begleitausschuss für das europäische Interreg-Programm V A der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen hatte in Stralsund Ende der vergangenen Woche weitere grenzüberschreitende Projekte befürwortet.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Schwesig: Wir freuen uns auf den Besuch des Niederländischen Königspaares

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit S.E. Wepke Kingma

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit S.E. Wepke Kingma

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute den Botschafter des Königreichs der Niederlande S.E. Wepke Kingma zum Antrittsbesuch in der Schweriner Staatskanzlei empfangen.

 Gegenstand des Gesprächs war auch der geplante Besuch von König Willem-Alexander und Königin Maxima im Mai dieses Jahres in Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir freuen uns auf den Besuch und wollen Mecklenburg-Vorpommern von seiner besten Seite präsentieren. Es gibt enge Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und den Niederlanden. Das gilt im wirtschaftlichen Bereich, aber zum Beispiel auch in der Kultur. Ich hoffe, dass dieser Besuch die Verbindungen zwischen unseren Ländern weiter vertiefen wird“, betonte die Ministerpräsidentin.

 Zu den bekanntesten niederländischen Investitionen gehören Ostseestaal Stralsund, die Zuckerfabrik Anklam und das EuroBaltic Fischverarbeitungszentrum Sassnitz. „Es ist beachtlich, dass die Niederlande unser zweitwichtigster Wirtschaftspartner ist. Außerdem arbeiten wir in der Gesundheitswirtschaft eng zusammen“, betonte die Ministerpräsidentin.

 Ende Februar ist im Staatlichen Museum Schwerin die Ausstellung „Hot Printing“ mit Werken des niederländischen Künstlers Hendrik Nicolaas Werkman zu Ende gegangen.

Dahlemann fordert Kontinuität bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Schwerin – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat sich heute bei einem Gespräch mit dem Vorstand der Kommunalgemeinschaft Pomerania kritisch zu den Plänen der EU-Kommission für die künftige Interreg-Förderung geäußert.

„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Daran hat auch die Förderung durch unser Interreg -Programm zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Polen einen gewichtigen Anteil. Wir wollen unsere Kontakte mit Polen in den nächsten Jahren noch verstärken. Dazu brauchen wir Kontinuität bei der Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“, erklärte Dahlemann.

Deshalb habe die Landesregierung schon bei ihrem Besuch Ende letzten Jahres in Brüssel dafür geworben, die Interreg-Förderung unverändert fortzuführen. „Wir brauchen diese Unterstützung für das Zusammenwachsen in einer grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin“, sagte Dahlemann weiter.

Auch die Lenkungsgruppe Vorpommern habe sich in ihrer letzten Sitzung mit der Interreg-Förderung befasst. „Wir wollen, dass es bei einem eigenständigen Programmraum für Mecklenburg-Vorpommern bleibt. Ein zweiter für uns zentraler Punkt ist, dass alle bisher beteiligten Landkreise, da sind bei uns in Mecklenburg-Vorpommern Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte, weiter von der Förderung profitieren können. Es würde die Zusammenarbeit schwächen, wenn das Programm nur noch wenige Kilometer diesseits und jenseits der Grenze gelten sollte. Außerdem muss es auch insgesamt bei der derzeitigen Förderhöhe bleiben“, fasste Dahlemann die wichtigsten Ergebnisse der Lenkungsgruppe zusammen. Für diese Position will sich die Landesregierung gemeinsam auf europäischer Ebene einsetzen.

In der laufenden EU-Förderperiode erhält Mecklenburg-Vorpommern 60 Millionen Euro aus der Interreg V A-Förderung. Hinzu kommen 6,5 Millionen für Kleinprojekte.

Orte der Begegnung und des gemeinsamen europäischen Dialogs

Kulturpark Neubrandenburg und „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin kooperieren

Neubrandenburg – Die Partnerstädte Neubrandenburg und das polnische Koszalin (Köslin) setzen derzeit ein gemeinsames Projekt um. Die in den jeweiligen Orten gelegenen historisch bedeutsamen Parkanlagen – der Kulturpark Neubrandenburg und der „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin – sollen als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Dialogs ausgebaut werden. Die Städtepartnerschaft zwischen Koszalin und Neubrandenburg besteht bereits seit 1974.

„Mit dem Projekt werden die guten Beziehungen weiter intensiviert. Neue grenzübergreifende Angebote sollen für Einheimische und Gäste das gemeinsame Natur- und Kulturerbe erlebbar gestalten. So kann die europäische Identität weiter gefördert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die beiden Städte planen, ihre stadtnahen Kulturparkanlagen zu erhalten, zu schützen und behutsam zu modernisieren. Ziel ist es, die wertvollen gartengeschichtlich und kulturhistorisch bedeutenden Anlagen den heutigen Nutzungsansprüchen anzupassen. Im Kulturpark Neubrandenburg soll im Laufe des Projektes unter anderem der Eingangsbereich neu gestaltet werden. Am südlichen Bürgersteig des Friedrich-Engels-Rings entsteht ein kleiner Balkon im Wiesenraum des Lindebachs, der als Ausgangspunkt für zwei Stege dient, die über den Lindebach direkt auf den Eingangsbereich des Kulturparks führen.

Auf der Verkehrsinsel sind drei weitere Überquerungen geplant, eine direkt in Verlängerung des Uferwanderweges am Lindebach und eine Doppelquerung wie am Stargarder Tor direkt in der Hauptachse des Kulturplatzes auf den Otto-Vitense-Weg. In Koszalin wird die Ignacy-Jan-Paderewski-Freilichtbühne im denkmalgeschützten „Park der Pommerschen Herzöge“ umgebaut und modernisiert. Dabei sollen die Hauptbühne und Freilichtbühne mit der Bühnenmaschinerie sowie mit der flexiblen Beleuchtungs- und Beschallungssteuerung ausgestattet werden. „

Neubrandenburg und Koszalin weisen in Bezug auf ihre wirtschaftliche Bedeutung, der infrastrukturellen Ausstattung und der Tourismusintensität viele Gemeinsamkeiten auf. Vor diesem Hintergrund wurden gemeinsam Überlegungen angestellt, wie die Standortattraktivität erhöht und weitere Tourismuspotenziale gehoben werden können. Mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur soll von dem Projekt eine fördernde Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgehen und so ein Beitrag zur Schaffung besserer Lebensbedingungen in beiden Regionen geleistet werden“, sagte Glawe. Mit dem Vorhaben soll voraussichtlich in diesem Jahr begonnen werden.

Die Gesamtkosten betragen mehr als vier Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das bis 2022 laufende Projekt in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Wirtschaftsminister Glawe wirbt in der Schweiz um Investoren

Bern – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe ist am Mittwoch für zwei Tage in die Schweiz gereist. Gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Invest in MV wirbt Minister Glawe in Bern um Investoren.

„Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsstarken Volkswirtschaften Europas. Wachstumsmotor sind wertschöpfungs- und technologieintensive Exportfirmen. In Bern haben wir die Bandbreite der heimischen Wirtschaft vorgestellt, um den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern bekannter zu machen. Es ist gelungen, eine Reihe von schweizerischen Investitionen in den vergangenen Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen. Hierauf wollen wir weiter aufbauen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in der Schweizer Botschaft in Bern.

„Das Engagement von Schweizer Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Rund 2.500 Arbeitsplätze sind bei uns im Land entstanden. Mit der Ansiedlung des Weltkonzerns Nestlé in Schwerin ist ein wesentlicher Schritt getan worden, um die Tür für weitere Investitionen zu öffnen. Schweizer Unternehmen engagieren sich bei uns im Land insbesondere im Bereich Medizintechnik und Ernährungswirtschaft, aber auch im Bereich Metallbearbeitung“, so Glawe weiter.

Hierzu zählt unter anderem das Kaffeekapselwerk von Nestlé im Industriepark Schwerin mit circa 430 Arbeitsplätzen. Mit dem Unternehmen Ypsomed siedelt sich ein internationaler Diabetes-Spezialist in Schwerin neu an. Es werden zunächst 119 neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. Im neuen Werk sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen. Beim Stenthersteller Cortronik arbeiten heute ca. 340 Mitarbeiter und beim Kranhersteller Liebherr in Rostock entstanden 1.500 Arbeitsplätze. Bei der Anklam Extrakt GmbH sind 75 Beschäftige im Unternehmen tätig. Die Firma produziert und vertreibt hochwertige Pflanzenextrakte für die Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Der Außenhandel (Summe im Im- und Export) zwischen der Schweiz und M-V hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2017 ist mit 249 Millionen Euro der bisher höchste Wert erreicht und die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 85 Millionen Euro ab. „Der Außenhandel mit der Schweiz gewinnt mehr an Bedeutung. Die Tendenz zeigt weiter nach oben. Klar ist aber auch, dass wir unsere Anstrengungen ausbauen müssen, um das Handelsniveau weiter zu steigern“, sagte Glawe.

Im ersten Halbjahr 2018 betrug der Außenhandel nach Angaben des Statistischen Amtes mit der Schweiz 139 Millionen Euro. Die wichtigsten Exportgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen, Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Kaffee. Die wichtigsten Importgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen, Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Pumpen und Kompressoren.

Das Investorentreffen wurde von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Invest in M-V in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft Bern organisiert.

Zusammenarbeit im Ostseeraum hat große Bedeutung für M-V

Landesregierung will Vernetzung in der Region vorantreiben

Schwerin – Die Landesregierung nimmt in jeder Legislaturperiode in einem Bericht gegenüber dem Landtag ausführlich Stellung zu ihren Aktivitäten in den für das Land wesentlichen Bereichen der Zusammenarbeit. Dabei unterstreicht die Regierung die Bedeutung, die sie der Ostseekooperation beimisst.

Der aktuelle Bericht, mit dem sich heute das in Brüssel tagende Kabinett beschäftigt hat, fokussiert sich auf den Schutz der Ostsee als Lebensraum, auf das wirtschaftliche Potential der Region sowie auf den Ostseeraum als Verkehrsdrehscheibe und Katalysator für Begegnungen.

Die Landesregierung setzt sich weiterhin für die Erreichung und Erhaltung des guten Zustands der Ostsee ein. Denn, Eutrophierung, anwachsender Meeresmüll oder auch Schadstoffeinträge durch Pharmazeutika oder Schiffsemissionen stellen Mecklenburg-Vorpommern und seine Ostseepartner weiterhin vor enorm große Herausforderungen.

Der Ostseeraum ist ein dynamischer und innovativer Wirtschaftsraum. Rund 30 Prozent des Außenhandels Mecklenburg-Vorpommern wird mit den Ostseeanrainern abgewickelt. Davon profitiert auch die hiesige Hafenwirtschaft, die Logistik- und Zuliefererbranche. Der Ostseeraum bietet Akteuren aus dem Land Kooperationsmöglichkeiten mit den stärksten und innovativsten Volkswirtschaften Europas. Ein Beispiel für das Innovationspotential im Land ist beispielsweise das zur Weiterentwicklung von Unterwassertechnologien dienende angestrebte Testfeld „Ocean Technology Center“ am gegenwärtigen Standort Rostock-Marienehe.

Auch im Bereich der Digitalisierung können sich Synergien mit Ostseeanrainern ergeben, die in diesem Bereich bereits Vorreiter sind. Ziel der Landesregierung ist es, die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten, um sich zukunftsmäßig aufzustellen.

Historisch gesehen bietet der Ostseeraum zudem zahlreiche Anknüpfungspunkte für Begegnungen im Jugend- und Kulturbereich oder für zivilgesellschaftliche Aktivitäten. Dabei spielen auch die Metropolregionen wie Stettin eine Rolle. Der Spracherwerb, insbesondere an der deutsch-polnischen Grenze, ist Grundvoraussetzung für den Austausch mit den Nachbarn. Der weitere Abbau von Sprachbarrieren ist auch weiterhin erklärtes Ziel der Landesregierung.

„Die Verortung in der Ostseeregion ist Bestandteil des kollektiven Selbstverständnisses und der Identität der Bürgerinnen und Bürger im Land“, betont der Europaminister Mecklenburg-Vorpommerns Lorenz Caffier. „Als zuständiger Fachminister weiß ich um die Herausforderungen im Katastrophenschutz, in der maritimen Notfallvorsorge sowie in der Kriminalitätsbekämpfung und –vorbeugung. Hier bedarf es tatsächlich grenzüberschreitender Lösungen im Ostseeraum. Auch das zeigt dieser Bericht ganz deutlich.“, so Caffier weiter und ergänzt: „Es ist außerdem wichtig, dass die Zusammenarbeit mit Partnern in der Region gezielt genutzt und an den Prioritäten der Regional- und Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet wird.“

Der Bericht zur Zusammenarbeit in der Ostseeregion 2018 wird nach der Beschlussfassung durch das Kabinett an den Landtag übersandt und ist dann online abrufbar unter www.europa-mv.de.

Deutsch-Polnische Kooperationstage tragen zum Zusammenwachsen bei

Schwerin – Die Deutsch-Polnischen Kooperationstage finden in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Die Tage werden gemeinsam von der Stadt Stettin und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald organisiert und gestaltet. Das Programm umfasst wirtschaftliche, kulturelle und bildungsorientierte Foren.

Auf Einladung des Präsidenten der Stadt Stettin Piotr Krzystek nahm der Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann im Rahmen der Deutsch-Polnischen Kooperationstage an der Fachdiskussion „Formen der Zusammenarbeit für die Entwicklung der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin“ teil.

„Es war mir sehr wichtig mit anderen regionalen Akteuren darüber zu diskutieren, wie wir künftig die Zusammenarbeit in der Metropolregion Stettin grenzüberschreitend weiter voranbringen können. Wir müssen alle Chancen und Möglichkeiten nutzen, die sich für die Regionalentwicklung aus einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Vorpommern und der Wojewodschaft Westpommern ergeben. Es muss alles getan werden, dass die Metropolregion Stettin eine gefestigte Position einnimmt und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die Landesregierungen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ziehen hierbei an einem Strang“, betonte Dahlemann.

Dahlemann: Chancen der Deutsch-Polnischen Kooperation wachsen stetig

Schwerin – Das Projekt „Zukunft meistern – Deutsch-Polnisches Fachkräftenetzwerk im Handwerk“ des Bildungszentrums der Kreishandwerkerschaft Nordvorpommern-Stralsund erhielt heute eine Zuwendung von 7.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds.

Ziel des Projekts ist es unter anderem, grenzüberschrei­tend Fachkräfte im Handwerk zu gewinnen und gezielt „Neubürger“ aus Polen mit den Betrieben bekannt zu machen. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit dem „Welcome-Center“ des Landkreises angestrebt.

Bereits bestehende Beziehungen und Netzwerke nach Polen sollen dazu genutzt werden, die Region als attraktiven Raum zum Leben und Arbeiten zu präsentieren. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit von Handwerks­betrieben soll gestärkt und gesteigert werden. Fachkräfte aus Polen sollen beim Ankommen unterstützt und ihre Integration durch Beratungs-, Informations- und Hilfsange­bo­te erleichtert werden. Sprachkenntnisse und interkulturel­le Kompetenz regionaler Handwerksbetriebe soll mit Hilfe von Unterneh­mer­reisen nach Polen gefördert werden.

Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann: „Die Metropolregion Stettin ist für Vorpommern nicht nur eine große Chance, sondern auch landesweit ein Alleinstellungsmerkmal. Das Deutsch-Polnische Fachkräftenetzwerk im Handwerk trägt dazu bei, das wir noch enger mit unseren Nachbarn zusammenwachsen. Das unterstützen wir aus Mitteln des Vorpommern-Fonds. Denn damit es in Vorpommern weiter vorangeht, brauchen wir dringend mehr Fachkräfte im Handwerk und mehr Zusammenarbeit von Betrieben in der Grenzregion.“