Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet

Schwerin – Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Republik Polen sind neue europäische Projekte im Rahmen des Interreg-Programms V A bewilligt worden. „Die Vorhaben vertiefen die kulturelle, touristische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Über die einzelnen Projekte entstehen bessere Lebensperspektiven für die Bewohner der grenznahen Regionen. Das grenzüberschreitende Programm leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Insgesamt sind sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 14,5 Millionen Euro ausgewählt worden, davon vier Projekte mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung für die vier EU-Projekte beläuft sich auf rund 7,55 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

„Die europäischen Mittel im Interreg-Fördergebiet zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie muss fortgeschrieben werden. Wir benötigen weiterhin die Unterstützung, um die enge Nachbarschaft intensiv leben zu können“, hob Glawe hervor. Der Wirtschaftsminister verwies auf derzeit laufende Überlegungen der Europäischen Union, ab der Förderperiode 2021 Fördermittel zu reduzieren und die Fördergebiete neu zu definieren. „Wir werden uns weiter in Brüssel dafür einsetzen, dass das Interreg-Programm auch künftig für die deutsch-polnische Zusammenarbeit genutzt werden kann.“

Die Städte Anklam und Szczecin wollen mit dem polnischen Technikmuseum und dem vorpommerschen Otto-Lilienthal-Museum die Technikgeschichte in Pommern besser erlebbar gestalten. Szczecin ist mit seinem Technikmuseum ein Aushängeschild in der technisch-historischen Museumslandschaft der Region. Anklam ist ein Tor zu einer führenden deutschen Tourismusregion an der Grenze zu Polen und verfügt über einen der großen Namen der Welt-Technikgeschichte – Otto Lilienthal. Durch das gemeinsame museale Konzept sollen generationsübergreifend Anwohner und Gäste der deutschen und polnischen Seite angesprochen werden. Ziel ist es, Bildungs- und Weiterbildungsangebote, ein Experimentarium sowie ein Lilienthal-LAB zu entwickeln.

Während das Museum für Technik und Kommunikation (MTK) in Szczecin mit dem Experimentarium auf das Thema der individuellen Mobilität und die Verkehrserziehung setzen soll, soll das Otto-Lilienthal-Museum (OLM) das Thema Fliegen im Lilienthal-LAB, dem fliegenden Klassenzimmer, entwickeln. Mit dem Lilienthal-LAB soll das Otto-Lilienthal-Museum in der Nikolaikirche Anklam zum Lernort für alle werden. Baulich soll in Anklam dafür das Kirchenschiff der Nikolaikirche verändert werden – zum Ikareum.

„Die oftmals komplexen Themen Technik und Mobilität sollen in den Museen für die Besucher attraktiv gestaltet werden. So kann jeder Interessierte über eigenständiges Forschen, Entdecken und Erfahren ein größeres Technikverständnis entwickeln“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Hansestadt Anklam und die Stadt Szczecin. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp drei Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

Ziel des Projektes ist die größere Erlebbarkeit des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes durch die Entwicklung spezieller themenorientierter Bildungs- und Erlebnisangebote. Dazu ist unter anderem vorgesehen, eine neue gemeinsame Marke zu entwickeln, die Gebiete am Fluß Larpe in Police für Sport und Tourismus zu bewirtschaften sowie einen Fahrradweg, Stege für Freizeitangler und eine Aussichtsplattform zu errichten. In Pelczyce sind der Bau einer Brücke in der Jeziorna Straße, die Verbindung von zwei Seen mit einem Kanal und der Bau von touristischen Wegen neben der Brücke geplant.

In der Speicherstraße in Pasewalk sollen unter anderem die Ufer der Uecker neu gestaltet, die Feldsteinmauern saniert und ein 50 Meter langer Holzsteg gebaut werden. „In den Regionen sollen neue, attraktive touristische Angebote entstehen für Urlauber, die sich für Geschichte und Sport interessieren. Mit der Umsetzung wird dazu beigetragen, weitere Gäste für einen Erholungsaufenthalt in der beeindruckenden Naturlandschaft zu gewinnen“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Pasewalk sowie die polnischen Gemeinden Police und Pelczyce. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,5 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro.

„Steigerung der Attraktivität des regionalen, grenzübergreifenden Natur- und Kulturerbes durch die Verbindung touristischer Infrastruktur, gemeinsame Werbung und Steigerung der Kenntnisse des Tourismusangebotes“

Das Projekthauptziel ist die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes der Region. Dies soll durch die Modernisierung der Tourismusinfrastruktur der Region und durch wechselseitige Verflechtung touristischer Infrastruktur sowie gemeinsame Förderung des Kurparks in Świnoujście (Swinemünde), des Tierparks Greifswald e. V. und der Feldherren-Akademie e. V. erreicht werden. Unter anderem ist vorgesehen, das gemeinsame touristische Angebot der Region zu erweitern, indem thematische Aktivitäten und Busfahrten organisiert werden.

„Über das gemeinsame Projekt entsteht eine touristisch interessante Route von Greifswald über Wolgast bis nach Świnoujście. Der Kurpark in Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. werden dann grenzübergreifend und kombiniert attraktive Angebote für die Besucher initiieren“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. mit Sitz in Greifswald. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,4 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Die Projektpartner verfolgen das Ziel, den in den Grenzgebieten beheimateten Trockenrasen zu erhalten. Trockenrasen sind Lebensräume, die zu sehr wertvollen und gleichzeitig stark gefährdeten Elementen der natürlichen Umwelt Europas gehören. Die Biotope bilden sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten und dienen als Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Trockenrasenpflanzengemeinschaften dienen als wertvolle Quelle der sogenannten Tracht (Blütenstaub und Nektar für Insekten).

Die Schutzmaßnahmen sollen die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung (Mahd und Beweidung) sowie die Beseitigung von Sträuchern und Baumanflug umfassen. Das Projekt wird in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Uckermark sowie in den Gemeinden Kolbaskowo und Chojna umgesetzt. „In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit soll den Anwohnern und Besuchern die ökologische Bedeutung von Trockenrasen eindrucksvoll vermittelt werden“, sagte Glawe.

Projektpartner sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e. V. (Brandenburg) und der Verband der Grünen GAJA (Polen). Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 1,1 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 900.000 Euro.

Der Begleitausschuss für das europäische Interreg-Programm V A der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen hatte in Stralsund Ende der vergangenen Woche weitere grenzüberschreitende Projekte befürwortet.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Schwesig: Wir freuen uns auf den Besuch des Niederländischen Königspaares

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit S.E. Wepke Kingma

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit S.E. Wepke Kingma

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute den Botschafter des Königreichs der Niederlande S.E. Wepke Kingma zum Antrittsbesuch in der Schweriner Staatskanzlei empfangen.

 Gegenstand des Gesprächs war auch der geplante Besuch von König Willem-Alexander und Königin Maxima im Mai dieses Jahres in Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir freuen uns auf den Besuch und wollen Mecklenburg-Vorpommern von seiner besten Seite präsentieren. Es gibt enge Beziehungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und den Niederlanden. Das gilt im wirtschaftlichen Bereich, aber zum Beispiel auch in der Kultur. Ich hoffe, dass dieser Besuch die Verbindungen zwischen unseren Ländern weiter vertiefen wird“, betonte die Ministerpräsidentin.

 Zu den bekanntesten niederländischen Investitionen gehören Ostseestaal Stralsund, die Zuckerfabrik Anklam und das EuroBaltic Fischverarbeitungszentrum Sassnitz. „Es ist beachtlich, dass die Niederlande unser zweitwichtigster Wirtschaftspartner ist. Außerdem arbeiten wir in der Gesundheitswirtschaft eng zusammen“, betonte die Ministerpräsidentin.

 Ende Februar ist im Staatlichen Museum Schwerin die Ausstellung „Hot Printing“ mit Werken des niederländischen Künstlers Hendrik Nicolaas Werkman zu Ende gegangen.

Dahlemann fordert Kontinuität bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit

Schwerin – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat sich heute bei einem Gespräch mit dem Vorstand der Kommunalgemeinschaft Pomerania kritisch zu den Plänen der EU-Kommission für die künftige Interreg-Förderung geäußert.

„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Daran hat auch die Förderung durch unser Interreg -Programm zwischen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Polen einen gewichtigen Anteil. Wir wollen unsere Kontakte mit Polen in den nächsten Jahren noch verstärken. Dazu brauchen wir Kontinuität bei der Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit“, erklärte Dahlemann.

Deshalb habe die Landesregierung schon bei ihrem Besuch Ende letzten Jahres in Brüssel dafür geworben, die Interreg-Förderung unverändert fortzuführen. „Wir brauchen diese Unterstützung für das Zusammenwachsen in einer grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin“, sagte Dahlemann weiter.

Auch die Lenkungsgruppe Vorpommern habe sich in ihrer letzten Sitzung mit der Interreg-Förderung befasst. „Wir wollen, dass es bei einem eigenständigen Programmraum für Mecklenburg-Vorpommern bleibt. Ein zweiter für uns zentraler Punkt ist, dass alle bisher beteiligten Landkreise, da sind bei uns in Mecklenburg-Vorpommern Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte, weiter von der Förderung profitieren können. Es würde die Zusammenarbeit schwächen, wenn das Programm nur noch wenige Kilometer diesseits und jenseits der Grenze gelten sollte. Außerdem muss es auch insgesamt bei der derzeitigen Förderhöhe bleiben“, fasste Dahlemann die wichtigsten Ergebnisse der Lenkungsgruppe zusammen. Für diese Position will sich die Landesregierung gemeinsam auf europäischer Ebene einsetzen.

In der laufenden EU-Förderperiode erhält Mecklenburg-Vorpommern 60 Millionen Euro aus der Interreg V A-Förderung. Hinzu kommen 6,5 Millionen für Kleinprojekte.

Orte der Begegnung und des gemeinsamen europäischen Dialogs

Kulturpark Neubrandenburg und „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin kooperieren

Neubrandenburg – Die Partnerstädte Neubrandenburg und das polnische Koszalin (Köslin) setzen derzeit ein gemeinsames Projekt um. Die in den jeweiligen Orten gelegenen historisch bedeutsamen Parkanlagen – der Kulturpark Neubrandenburg und der „Park der Pommerschen Herzöge“ in Koszalin – sollen als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Dialogs ausgebaut werden. Die Städtepartnerschaft zwischen Koszalin und Neubrandenburg besteht bereits seit 1974.

„Mit dem Projekt werden die guten Beziehungen weiter intensiviert. Neue grenzübergreifende Angebote sollen für Einheimische und Gäste das gemeinsame Natur- und Kulturerbe erlebbar gestalten. So kann die europäische Identität weiter gefördert werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die beiden Städte planen, ihre stadtnahen Kulturparkanlagen zu erhalten, zu schützen und behutsam zu modernisieren. Ziel ist es, die wertvollen gartengeschichtlich und kulturhistorisch bedeutenden Anlagen den heutigen Nutzungsansprüchen anzupassen. Im Kulturpark Neubrandenburg soll im Laufe des Projektes unter anderem der Eingangsbereich neu gestaltet werden. Am südlichen Bürgersteig des Friedrich-Engels-Rings entsteht ein kleiner Balkon im Wiesenraum des Lindebachs, der als Ausgangspunkt für zwei Stege dient, die über den Lindebach direkt auf den Eingangsbereich des Kulturparks führen.

Auf der Verkehrsinsel sind drei weitere Überquerungen geplant, eine direkt in Verlängerung des Uferwanderweges am Lindebach und eine Doppelquerung wie am Stargarder Tor direkt in der Hauptachse des Kulturplatzes auf den Otto-Vitense-Weg. In Koszalin wird die Ignacy-Jan-Paderewski-Freilichtbühne im denkmalgeschützten „Park der Pommerschen Herzöge“ umgebaut und modernisiert. Dabei sollen die Hauptbühne und Freilichtbühne mit der Bühnenmaschinerie sowie mit der flexiblen Beleuchtungs- und Beschallungssteuerung ausgestattet werden. „

Neubrandenburg und Koszalin weisen in Bezug auf ihre wirtschaftliche Bedeutung, der infrastrukturellen Ausstattung und der Tourismusintensität viele Gemeinsamkeiten auf. Vor diesem Hintergrund wurden gemeinsam Überlegungen angestellt, wie die Standortattraktivität erhöht und weitere Tourismuspotenziale gehoben werden können. Mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur soll von dem Projekt eine fördernde Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung ausgehen und so ein Beitrag zur Schaffung besserer Lebensbedingungen in beiden Regionen geleistet werden“, sagte Glawe. Mit dem Vorhaben soll voraussichtlich in diesem Jahr begonnen werden.

Die Gesamtkosten betragen mehr als vier Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das bis 2022 laufende Projekt in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Wirtschaftsminister Glawe wirbt in der Schweiz um Investoren

Bern – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe ist am Mittwoch für zwei Tage in die Schweiz gereist. Gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Invest in MV wirbt Minister Glawe in Bern um Investoren.

„Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsstarken Volkswirtschaften Europas. Wachstumsmotor sind wertschöpfungs- und technologieintensive Exportfirmen. In Bern haben wir die Bandbreite der heimischen Wirtschaft vorgestellt, um den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern bekannter zu machen. Es ist gelungen, eine Reihe von schweizerischen Investitionen in den vergangenen Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen. Hierauf wollen wir weiter aufbauen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in der Schweizer Botschaft in Bern.

„Das Engagement von Schweizer Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Rund 2.500 Arbeitsplätze sind bei uns im Land entstanden. Mit der Ansiedlung des Weltkonzerns Nestlé in Schwerin ist ein wesentlicher Schritt getan worden, um die Tür für weitere Investitionen zu öffnen. Schweizer Unternehmen engagieren sich bei uns im Land insbesondere im Bereich Medizintechnik und Ernährungswirtschaft, aber auch im Bereich Metallbearbeitung“, so Glawe weiter.

Hierzu zählt unter anderem das Kaffeekapselwerk von Nestlé im Industriepark Schwerin mit circa 430 Arbeitsplätzen. Mit dem Unternehmen Ypsomed siedelt sich ein internationaler Diabetes-Spezialist in Schwerin neu an. Es werden zunächst 119 neue, hochwertige Arbeitsplätze geschaffen. Im neuen Werk sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen. Beim Stenthersteller Cortronik arbeiten heute ca. 340 Mitarbeiter und beim Kranhersteller Liebherr in Rostock entstanden 1.500 Arbeitsplätze. Bei der Anklam Extrakt GmbH sind 75 Beschäftige im Unternehmen tätig. Die Firma produziert und vertreibt hochwertige Pflanzenextrakte für die Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Der Außenhandel (Summe im Im- und Export) zwischen der Schweiz und M-V hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Jahr 2017 ist mit 249 Millionen Euro der bisher höchste Wert erreicht und die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 85 Millionen Euro ab. „Der Außenhandel mit der Schweiz gewinnt mehr an Bedeutung. Die Tendenz zeigt weiter nach oben. Klar ist aber auch, dass wir unsere Anstrengungen ausbauen müssen, um das Handelsniveau weiter zu steigern“, sagte Glawe.

Im ersten Halbjahr 2018 betrug der Außenhandel nach Angaben des Statistischen Amtes mit der Schweiz 139 Millionen Euro. Die wichtigsten Exportgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen, Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Kaffee. Die wichtigsten Importgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen, Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Pumpen und Kompressoren.

Das Investorentreffen wurde von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes Invest in M-V in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft Bern organisiert.

Zusammenarbeit im Ostseeraum hat große Bedeutung für M-V

Landesregierung will Vernetzung in der Region vorantreiben

Schwerin – Die Landesregierung nimmt in jeder Legislaturperiode in einem Bericht gegenüber dem Landtag ausführlich Stellung zu ihren Aktivitäten in den für das Land wesentlichen Bereichen der Zusammenarbeit. Dabei unterstreicht die Regierung die Bedeutung, die sie der Ostseekooperation beimisst.

Der aktuelle Bericht, mit dem sich heute das in Brüssel tagende Kabinett beschäftigt hat, fokussiert sich auf den Schutz der Ostsee als Lebensraum, auf das wirtschaftliche Potential der Region sowie auf den Ostseeraum als Verkehrsdrehscheibe und Katalysator für Begegnungen.

Die Landesregierung setzt sich weiterhin für die Erreichung und Erhaltung des guten Zustands der Ostsee ein. Denn, Eutrophierung, anwachsender Meeresmüll oder auch Schadstoffeinträge durch Pharmazeutika oder Schiffsemissionen stellen Mecklenburg-Vorpommern und seine Ostseepartner weiterhin vor enorm große Herausforderungen.

Der Ostseeraum ist ein dynamischer und innovativer Wirtschaftsraum. Rund 30 Prozent des Außenhandels Mecklenburg-Vorpommern wird mit den Ostseeanrainern abgewickelt. Davon profitiert auch die hiesige Hafenwirtschaft, die Logistik- und Zuliefererbranche. Der Ostseeraum bietet Akteuren aus dem Land Kooperationsmöglichkeiten mit den stärksten und innovativsten Volkswirtschaften Europas. Ein Beispiel für das Innovationspotential im Land ist beispielsweise das zur Weiterentwicklung von Unterwassertechnologien dienende angestrebte Testfeld „Ocean Technology Center“ am gegenwärtigen Standort Rostock-Marienehe.

Auch im Bereich der Digitalisierung können sich Synergien mit Ostseeanrainern ergeben, die in diesem Bereich bereits Vorreiter sind. Ziel der Landesregierung ist es, die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten, um sich zukunftsmäßig aufzustellen.

Historisch gesehen bietet der Ostseeraum zudem zahlreiche Anknüpfungspunkte für Begegnungen im Jugend- und Kulturbereich oder für zivilgesellschaftliche Aktivitäten. Dabei spielen auch die Metropolregionen wie Stettin eine Rolle. Der Spracherwerb, insbesondere an der deutsch-polnischen Grenze, ist Grundvoraussetzung für den Austausch mit den Nachbarn. Der weitere Abbau von Sprachbarrieren ist auch weiterhin erklärtes Ziel der Landesregierung.

„Die Verortung in der Ostseeregion ist Bestandteil des kollektiven Selbstverständnisses und der Identität der Bürgerinnen und Bürger im Land“, betont der Europaminister Mecklenburg-Vorpommerns Lorenz Caffier. „Als zuständiger Fachminister weiß ich um die Herausforderungen im Katastrophenschutz, in der maritimen Notfallvorsorge sowie in der Kriminalitätsbekämpfung und –vorbeugung. Hier bedarf es tatsächlich grenzüberschreitender Lösungen im Ostseeraum. Auch das zeigt dieser Bericht ganz deutlich.“, so Caffier weiter und ergänzt: „Es ist außerdem wichtig, dass die Zusammenarbeit mit Partnern in der Region gezielt genutzt und an den Prioritäten der Regional- und Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet wird.“

Der Bericht zur Zusammenarbeit in der Ostseeregion 2018 wird nach der Beschlussfassung durch das Kabinett an den Landtag übersandt und ist dann online abrufbar unter www.europa-mv.de.

Deutsch-Polnische Kooperationstage tragen zum Zusammenwachsen bei

Schwerin – Die Deutsch-Polnischen Kooperationstage finden in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Die Tage werden gemeinsam von der Stadt Stettin und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald organisiert und gestaltet. Das Programm umfasst wirtschaftliche, kulturelle und bildungsorientierte Foren.

Auf Einladung des Präsidenten der Stadt Stettin Piotr Krzystek nahm der Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann im Rahmen der Deutsch-Polnischen Kooperationstage an der Fachdiskussion „Formen der Zusammenarbeit für die Entwicklung der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin“ teil.

„Es war mir sehr wichtig mit anderen regionalen Akteuren darüber zu diskutieren, wie wir künftig die Zusammenarbeit in der Metropolregion Stettin grenzüberschreitend weiter voranbringen können. Wir müssen alle Chancen und Möglichkeiten nutzen, die sich für die Regionalentwicklung aus einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Vorpommern und der Wojewodschaft Westpommern ergeben. Es muss alles getan werden, dass die Metropolregion Stettin eine gefestigte Position einnimmt und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die Landesregierungen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ziehen hierbei an einem Strang“, betonte Dahlemann.

Dahlemann: Chancen der Deutsch-Polnischen Kooperation wachsen stetig

Schwerin – Das Projekt „Zukunft meistern – Deutsch-Polnisches Fachkräftenetzwerk im Handwerk“ des Bildungszentrums der Kreishandwerkerschaft Nordvorpommern-Stralsund erhielt heute eine Zuwendung von 7.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds.

Ziel des Projekts ist es unter anderem, grenzüberschrei­tend Fachkräfte im Handwerk zu gewinnen und gezielt „Neubürger“ aus Polen mit den Betrieben bekannt zu machen. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit dem „Welcome-Center“ des Landkreises angestrebt.

Bereits bestehende Beziehungen und Netzwerke nach Polen sollen dazu genutzt werden, die Region als attraktiven Raum zum Leben und Arbeiten zu präsentieren. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit von Handwerks­betrieben soll gestärkt und gesteigert werden. Fachkräfte aus Polen sollen beim Ankommen unterstützt und ihre Integration durch Beratungs-, Informations- und Hilfsange­bo­te erleichtert werden. Sprachkenntnisse und interkulturel­le Kompetenz regionaler Handwerksbetriebe soll mit Hilfe von Unterneh­mer­reisen nach Polen gefördert werden.

Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann: „Die Metropolregion Stettin ist für Vorpommern nicht nur eine große Chance, sondern auch landesweit ein Alleinstellungsmerkmal. Das Deutsch-Polnische Fachkräftenetzwerk im Handwerk trägt dazu bei, das wir noch enger mit unseren Nachbarn zusammenwachsen. Das unterstützen wir aus Mitteln des Vorpommern-Fonds. Denn damit es in Vorpommern weiter vorangeht, brauchen wir dringend mehr Fachkräfte im Handwerk und mehr Zusammenarbeit von Betrieben in der Grenzregion.“

Gesundheitspotential Wald

Internationale Experten der Tourismus- und Gesundheitswirtschaft diskutieren

Krems – „Gesundheitspotential Wald“ – unter diesem Motto findet noch bis Mittwoch der 2. Internationale Kongress für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft im niederösterreichischen Krems statt.

„Für Mecklenburg-Vorpommern sind eine gesunde Natur und eine ebenso abwechslungsreiche wie vielseitige Landschaft zum Markenzeichen geworden. Die natürliche Ressource Wald als Therapeutikum spielt dabei eine große Rolle. Unser Ziel ist, die Entwicklung des Waldes für Erholung und Gesundheit, begleitet von wissenschaftlicher und medizinischer Erforschung, weiter vorantreiben. So kann die Waldtherapie stärker zum Wohle der Gesundheit genutzt werden. Die große Resonanz auf den internationalen Kongress zeigt, dass wir gemeinsam den gleichen Weg gehen wollen. Ich ermutige deshalb ausdrücklich zur Gründung und inhaltlichen Ausrichtung eines internationalen Netzwerkes `Wald als Therapeutikum´ und die Verständigung auf internationale Standards“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph zur Eröffnung des Kongresses.

Durch die deutschlandweit erstmalige Zertifizierung des Kur- und Heilwaldes in Heringsdorf (Insel Usedom) wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Prototyp für einen Kur- und Heilwald geschaffen. In dem etwa 50 Hektar großen Waldstück entstanden Ruheplätze und Wege sowie Bewegungsstationen, um beispielsweise Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu lindern. Auf Grundlage des Landeswaldgesetzes können Waldgebiete als Kur- und Heilwälder ausgewiesen werden.

„Ein Waldgebiet erfüllt eine Vielzahl von Funktionen. Für Forstbetriebe, Dienstleistungsunternehmen und die nachgelagerte Holzindustrie steht die forstwirtschaftliche Wertschöpfung im Vordergrund. Des Weiteren bieten die Wälder auch Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Nutzung in den Bereichen Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Wichtig ist, die verschiedenen Ansätze in eine Systematik zu bringen, Rechtsregularien und Qualitätskriterien zu entwickeln, um den Wald als Apotheke sowie zugleich Kurzentrum zu öffnen und trotzdem zu schützen. Daran arbeiten wir“, sagte Rudolph.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt die weitere Entwicklung der Kur- und Heilwälder im Land unter anderem über das Projekt „Kur- und Heilwald – eine nachhaltige Chance zur Angebotserweiterung“ des Bäderverbandes M-V e.V. Ziel des Projektes ist es, das bisherige Alleinstellungsmerkmal „Kur- und Heilwald“ für den Gesundheitstourismus zu stärken und zu vermarkten. Dafür ist eine weitere wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit des Waldes auf Wohlbefinden und Gesundheit, die Entwicklung wissenschaftlicher Evaluationskriterien im Hinblick auf die Qualitätssicherung und eine Zusammenarbeit bei der Schaffung von Weiterbildungsangeboten für Waldtherapie und Waldmanagement notwendig.

Gleichzeitig sollen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg (Arbeitsbereich Sport und Bewegungsmedizin) bedarfs- und zielgruppengerechte Angebote für die verschiedenen Kur- und Heilwälder entwickelt und vermarktet werden. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2021 laufende Vorhaben betragen knapp 255.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 229.000 Euro.

„Die in unseren Wäldern vorherrschenden Luftverhältnisse eignen sich in besonderer Weise für verschiedene Therapie- und Erholungsformen, etwa bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Das stärkt den Gesundheitstourismus im Land. So entstehen Chancen, um neue touristische Zielgruppen anzusprechen und saisonverlängernde Geschäftsideen zu generieren“, hob Rudolph hervor.

Zudem entwickelt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit Sitz in Güstrow derzeit eine modulare Fortbildungsqualifizierung zum „Waldtherapeuten“, die gemeinsam mit der Universität Rostock umgesetzt werden soll. Vorausgesetzt werden dabei therapeutische Berufe für den „Waldtherapeuten“ sowie forstwirtschaftliche oder ähnliche Berufe für die Weiterbildung zur „Fachkraft für Waldgesundheit“.

Die Qualifizierung erstreckt sich über ein Jahr und besteht aus Selbststudium, Präsenzseminaren und Online-Lernprogrammen. Ziel ist die langfristige Etablierung des Weiterbildungsangebotes. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2020 laufende Vorhaben betragen rund 398.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in voller Höhe. „Immer mehr Menschen haben Interesse an ganzheitlichen Gesundheitsmodellen zur Förderung des eigenen Wohlbefindens. Hier gilt es die Potentiale der Wälder als Therapeutikum zu erschließen und zu nutzen“, sagte Rudolph abschließend.

Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 durch Professor Horst Klinkmann thematisiert worden und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwäldern im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt und weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten weiter um.

Bei Kurwäldern handelt es sich um Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu prädestiniert sind, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten.

Heilwälder sind Waldgebiete, die zur therapeutischen Nutzung für Patientinnen und Patienten mit speziellen Indikationen gestaltet sind.

Investorenwerbung in Hamburg

Hamburg – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Hamburg für Investitionen in Mecklenburg-Vorpommern geworben. „In unserem Land ist vor allem der Tourismusbereich weiterhin stark, aber auch im gewerblichen Sektor können wir unsere Position weiter ausbauen. Das müssen wir insgesamt noch weiter bekannt machen. Unser Land hat eine Menge zu bieten. Gut ausgebaute Gewerbegebiete, verkehrsgünstige Anbindungen sowie eine moderne Infrastruktur sorgen für beste Voraussetzungen für Neuansiedlungen oder Erweiterungen. Mecklenburg-Vorpommern ist ein wettbewerbsfähiger Investitionsstandort für Unternehmen und Investoren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Hamburg. Bei den „Business-Meeting“ handelt es sich um ein Veranstaltungsformat, das einmal jährlich seit 2014 von der Invest in MV GmbH in Hamburg organisiert und durchgeführt wird.

„Die Gewerbeflächen in M-V werden zudem noch weiter ausgebaut, sodass unser Land auch zukünftig einen großen Anreiz bietet. Der Vorteil eines Flächenlandes im Vergleich zu Stadtstaaten ist auch der enorme Platz für Investitionen“, so Glawe weiter. Besonders attraktiv für Unternehmen aus der Metropolregion Hamburg ist beispielsweise Valluhn/Gallin (Gewerbegebiet Businesspark A24). Der Businesspark A24 liegt zentral an der Autobahn A 24, der wichtigsten Verkehrsader zwischen den Metropolregionen Hamburg (60 km) und Berlin (230 km). „Mit der guten Anbindung an die Autobahn und die Frachtflughäfen von Hamburg und Berlin ist der Businesspark A24 der überzeugende Logistikstandort, aber auch der optimale Gewerbestandort für das verarbeitende Gewerbe, um Absatz- und Kundenmärkte termingerecht zu bedienen“, sagte Glawe. Der Businesspark A24 hat große zusammenhängende Gewerbeflächen bis ca. 120.000 Quadratmetern.

Ein weiteres Gewerbegebiet mit Potential liegt in Hagenow (Gewerbegebiet Sudenhof). Als Mittelzentrum zwischen den Landeshauptstädten Schwerin (ca. 30 km entfernt) und Hamburg (ca. 80 km entfernt) hat sich Hagenow in den vergangenen Jahren zu einem modernen Wirtschaftsstandort entwickelt. Dazu wurden seit der Wiedervereinigung ca. 450 Millionen Euro investiert. „Traditionell bildet die Ernährungsindustrie das wirtschaftliche Rückgrat in der Region. Hier ist Platz für großflächige Gewerbeansiedlungen“, betonte Glawe.

Darüber hinaus bietet die Region entlang der Nordachse der Autobahn A 14 besonders gute Rahmenbedingungen für Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe mit den Schwerpunkten Holz, Metall, Steine und Erden sowie für Logistikunternehmen und die Branche der Ernährungswirtschaft. „Die Branchen weisen bereits heute hohe Beschäftigtenzahlen, renommierte ansässige Betriebe und eine dynamische Entwicklung auf. Enge Kooperationen mit den Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Metropolregion Hamburg bieten für die Unternehmen der Region die Möglichkeit, gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchzuführen sowie die qualifizierten Fachkräfte von morgen für sich zu gewinnen“, sagte Glawe. Die A 14 gilt als wichtiger Bypass für den Hamburger Raum und notwendige Alternative zu den überlasteten Nord-Süd-Autobahnen A 1 und A 7.

Vor rund 80 Unternehmern sowie Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft hat Minister Glawe auf die Unterstützungsmöglichkeiten des Landes im Zusammenhang mit der Digitalisierung aufmerksam gemacht. Im Rahmen der Qualifizierungsrichtlinie können Unternehmen für ihre Mitarbeiter Förderung bei branchenübergreifenden oder branchenspezifischen Weiterbildungsmaßnahmen erhalten. „Dabei können genau auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittene größere Weiterbildungsprojekte realisiert werden, die beispielsweise bei der Digitalisierung von Produktionslinien notwendig sind“, so Glawe. Mit der sogenannten Einstellungsrichtlinie werden klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) mit Zuschüsse zu den Personalausgaben unterstützt.

„Das Wirtschaftsministerium baut darüber hinaus den Forschungs- und Entwicklungsbereich in Mecklenburg-Vorpommern konsequent weiter aus. Unternehmen werden dabei unterstützt, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, ´digitale´ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen“, so Glawe. Zudem können auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. Zukünftig soll auch die Förderung von Investitionen möglich sein, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. Die Investitionen in Folge von Prozessinnovationen werden gefördert. Hierzu zählen zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Robotik, Automatisierungstechnik wie Sensorik oder Datenübertragungstechnik. „Damit sollen Digitalisierungslösungen vom Schreibtisch in die Realität überführt werden“, so Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsminister Glawe verwies auch darauf, dass im Rahmen der Standortoffensive Mecklenburg-Vorpommern ein besonderer Fokus auf die Ansprache von Industrieunternehmen gelegt wird. Dabei steht Vorpommern mit den Standorten Pommerndreieck bei Grimmen und Pasewalk im Mittelpunkt. „Vorpommern hat wirtschaftliches Potential, das zeigen vielfältige unternehmerischen Aktivitäten vor Ort“, sagte Glawe. Abschließend machte der Minister deutlich: „Wir müssen die überregionale und internationale Wahrnehmbarkeit unseres gesamten Bundeslandes deutlich stärken und ausbauen. Auf diese Weise profitieren alle Mitglieder der Metropolregion Hamburg voneinander. Es gilt, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen weiter auszubauen und Kooperationen auszuloten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Norddeutsche Bundesländer diskutieren ländliche Versorgung

Hamburg – Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Montag in Hamburg bei der Regionalkonferenz Nord mit dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) über Zukunftsfragen der Gesundheitsversorgung diskutiert. Ein Thema war die künftige Gestaltung einer sektorenübergreifende Versorgung im medizinischen Bereich. „Mecklenburg-Vorpommern gilt als Modellregion für die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Alterszusammensetzung der Bevölkerung und die Veränderungen der Morbidität. Aus diesem Grund sind wir bereits dabei, langfristige und praktikable Lösungen zu entwickeln, um vor allem in ländlichen Regionen eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Betreuung sicherzustellen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe verwies auf eine Vielzahl von Projekten, die in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Unter anderem wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt. Zugleich sprach Glawe sich für einen verstärkten Einsatz von Telemedizin in ländlichen Räumen aus. „Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten“, betonte Glawe.

Als Beispiel für ein innovatives Vorhaben nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt `HaffNet´. Das Modell beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Es ist wesentlicher Motor im Projekt „Vernetzte Versorgung in M-V“. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. In der zweiten Ausbaustufe der Kooperation wird durch die AOK NordOst ein Prototyp der digitalen Patientenakte getestet. Es kann dadurch Vorreiter für ganz Deutschland werden. Die im Gutachten des SVR thematisierten Probleme der sektorenübergreifenden Versorgung werden in diesem Projekt konkret und unter Nutzung der technischen Möglichkeiten angegangen. Die Praxis zeigt, dass der Vorschlag des Gutachtens zur Stärkung von Praxisnetzwerken in die richtige Richtung geht.

Mit dem Vorhaben `Land|Rettung´ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

„Die intelligente Vernetzung und Koordination von ambulanter und stationärer Versorgung, unterstützt durch telemedizinische Aspekte, ist ein wichtiger Lösungsansatz für die Gesundheitsversorgung der Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern. Auf diesem Weg werden wir die in der Medizin tätigen Akteure mit ihren Patienten unterstützen“, sagte Gesundheitsminister Glawe abschließend.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) hatte im Juli 2018 sein Gutachten „Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ vorgelegt. Erstmals werden Gutachteninhalte auch regional in vier Regionalkonferenzen vorgestellt und diskutiert. Die „Regionalkonferenz Nord“ fand unter Beteiligung der Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit über 300 Teilnehmern statt. Der SVR ist nach eigenen Angaben ein unabhängiges Gremium der Politikberatung, dessen Mitglieder vom Bundesministerium für Gesundheit für die Dauer von vier Jahren berufen werden. Das Gremium ist interdisziplinär besetzt und umfasst sieben Mitglieder, derzeit Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach (Vorsitzender), Prof. Dr. rer. pol. Eberhard Wille (stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. rer. pol. Wolfgang Greiner, Prof. Dr. med. Marion Haubitz, Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer, Prof. Dr. rer. oec. Jonas Schreyögg und Prof. Dr. med. Petra Thürmann.

Branchentreffen der maritimen Wirtschaft Norddeutschlands

Hamburg – Branchentreffen der maritimen Wirtschaft Norddeutschlands – die Mitglieder des Maritimen Cluster Norddeutschland e.V. (MCN) trafen sich am Donnerstag in Hamburg. Das MCN ist ein Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Mecklenburg-Vorpommern vertritt in diesem Jahr die Küstenländer im MCN-Vorstand.

„Die maritime Industrie mit ihren Werften und den maritimen Zulieferern und Dienstleistern ist für Mecklenburg-Vorpommern eine bedeutsame, zukunftsträchtige Branche. Aber: Ein einzelnes Bundesland allein hat es schwer, die Belange der maritimen Wirtschaft im globalen Wettbewerb erfolgreich zu positionieren. Im Verbund sind wir stärker, deshalb gibt es das Maritime Cluster Norddeutschland. Wir treten vereint auf, um Kooperationen der Unternehmen anzustoßen und der maritimen Wirtschaft in Deutschland und Europa insgesamt mehr Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Wir bauen mit dem MCN die Wettbewerbsfähigkeit maritimer Akteure im nord-deutschen Verbund weiter aus. Mecklenburg-Vorpommern wird sich in diesen Prozess aktiv einbringen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Ziel der länderübergreifenden Kooperation im MCN mit seinen 342 Mitgliedern (davon 16 aus Mecklenburg-Vorpommern) ist die Stärkung der Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der norddeutschen maritimen Akteure durch Förderung der branchenübergreifenden Vernetzung, Unterstützung des Technologie- und Wissenstransfers, Initiierung und Begleitung von Innovationsprojekten, Organisation von Fachveranstaltungen sowie die Arbeit in Fachgruppen. Die fünf Küstenländer nutzen die Plattform maritimer Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft, um gemeinsam länderübergreifende Projekte durchzuführen. Ein Beispiel ist das Vorhaben „Munitect“. Unter der Koordination der Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP Rostock wird derzeit an einer leistungsfähigen und kostengünstigen Sensorplattform geforscht, die eine effiziente, sichere und gefahrfreie Detektion von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee ermöglicht.

„Das MCN-Netzwerk steht als Dienstleister für die gesamte maritime Wirtschaft und Wissenschaft in Norddeutschland zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern wollen wir diese Struktur nachhaltig verstärken und richten die Landesgeschäftsstelle neu aus. Künftig wird diese in eigener personeller Verantwortung des Vereins betrieben. So können Synergien geschaffen und die fünfländerübergreifende Vereinsarbeit effizienter gestaltet werden“, sagte Rudolph.

Das Büro der Geschäftsstelle soll in Roggentin (bei Rostock) angesiedelt werden. Im selben Gebäude befindet sich auch der Sitz des Kooperationsverbundes RIC MAZA MV e.V. (Regionale Innovationscluster Maritime Zuliefer Allianz Schiffbau). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss regionaler schiffbaurelevanter Zuliefer-, Ausrüstungs- und Industriedienstleistungsunternehmen und der mit ihnen partnerschaftlich verbundenen Ingenieurunternehmen sowie Einrichtungen aus der industrienahen Forschung, Wissenschaft und Bildung in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Anforderungen an die maritime Industrie werden immer komplexer, die Projekte in der Wirtschaftsbranche erfordern einen höheren Grad an individuellen Lösungen für die Kunden. Aufgabe von RIC MAZA ist es, die maritimen Unternehmen zu unterstützen, ihr Innovations- und Leistungspotenzial zu steigern. Die künftige enge Nachbarschaft zwischen MCN und RIC MAZA wird das miteinander der Branche weiter befördern“, sagte Rudolph abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigte, die einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Zum Schiff- und Bootsbau zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen – den MV WERFTEN in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock – sind gegenwärtig rund 3.500 Mitarbeiter und rund 350 Auszubildende beschäftigt.

Den Schiffbau ergänzen maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren mit etwa 140 Unternehmen und rund 5.000 hochwertigen Arbeitsplätzen. Die Produkte umfassen nicht nur Komponenten für das Finalprodukt Schiff, sondern auch maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik.

Dahlemann: Metropolregion Stettin rückt enger zusammen

Stettin – „Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern will die wirtschaftlichen Beziehungen mit Polen in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Unser Ziel ist, dass die grenzüberschreitende Metropolregion Stettin noch enger zusammenrückt“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann auf dem Jahresempfang des Deutsch-Polnischen Wirtschaftskreises im Haus der Wirtschaft in Stettin.

„Polen stand 2017 auf der Liste unserer wichtigsten Wirtschaftspartner auf Platz 1. Mit klaren Zuwächsen sowohl im Import wie auch beim Export“, betonte der Staatssekretär. „Daran wollen wir anknüpfen. Das Haus der Wirtschaft, getragen von der Wirtschaft, insbesondere der IHK Neubrandenburg, gefördert durch die Landesregierung und genutzt von Unternehmen aus beiden Ländern, ist das beste Beispiel für eine gewinnbringende Zusammenarbeit.“

Es gehe aber nicht nur um wirtschaftliche Zusammenarbeit. „Auch in der Wissenschaft, in der Kultur und auf kommunaler Ebene arbeiten unsere Regionen eng zusammen. Der Besuch von Marschall Geblewicz in Ueckermünde und von Vizemarschall Rzepa auf Rügen haben gezeigt, dass das Verhältnis zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern sehr freundschaftlich ist“, sagte Dahlemann.

Der Parlamentarische Staatssekretär kündigte an, die Zusammenarbeit der Akteure in der Metropolregion künftig noch stärker koordinieren zu wollen. „Unsere Zusammenarbeit ist gut. Aber man kann immer noch besser werden. Das sollte unser gemeinsamer Anspruch sein“, so der Staatssekretär.

Nordländer einig: Anstrengungen für Klimaschutz müssen verstärkt werden

Schwerin – Die „5. Regionalkonferenz der Norddeutschen Länder zum Klimawandel“ ist heute zu Ende gegangen. 290 Teilnehmer aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie des Bundesumweltministeriums waren nach Schwerin gekommen, um die Folgen des Klimawandels und die daraus resultierenden Herausforderungen grenzübergreifend zu betrachten und diskutieren.

„Allein die große Zahl der Teilnehmer – der Tagungsort in der Industrie- und Handelskammer war ausgebucht – zeigt, wie ernst die Küstenländer den Klimawandel nehmen. Wir arbeiten bereits seit Jahren an Konzepten, um sein Fortschreiten einzudämmen und uns vor allem auch auf die Folgen für unsere Region einzustellen“, sagt Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des diesjährigen Gastgeberlands Mecklenburg-Vorpommern. Als einige Beispiele nannte er den Umstieg auf erneuerbare Energien, die Förderung der klimafreundlichen LED-Beleuchtung oder auch die Küstenschutzmaßnahmen unter der Ägide des Landwirtschaftsministeriums.

Er sagte aber auch: „Der Bericht zu den Auswirkungen des Klimawandels auf unser Bundesland, den wir Anfang dieses Monats vorgestellt haben, zeigt, dass wir unsere Anstrengungen im Klimaschutz und zur Vorbereitung auf sich bereits verändernde Klimabedingungen im ureigensten, vor allem aber auch im Interesse unserer Kinder und Enkel verstärken müssen. Und wir müssen alle an einem Strang ziehen – in unserem Land wie auch überregional. Dass die norddeutschen Bundesländer gemeinsam Strategien entwickeln, halte ich für sehr vernünftig – das Klima kennt keine Ländergrenzen. Aber auch Unternehmen, Planungsbüros, Kommunen und Landkreise in allen Bundesländern müssen in den Entscheidungsprozessen verstärkt Belange des Klimawandels und des Klimaschutzes berücksichtigen.“ Unbedingt fortführen solle man den Dialog zum Schutz verletzlicher Infrastruktur, der bei der Konferenz begonnen wurde.

„Im Land Bremen erleben wir den Meeresspiegelanstieg vor unserer Tür. Die Menschen in Bremen und Bremerhaven leben mit dem Wasser, vom Wasser, am Wasser. Die Entwicklung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sind in unseren beiden Städten einerseits Aufgabe der Verwaltung für den Schutz der Menschen und der bebauten Räume“, sagte Bremens Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Dr. Joachim Lohse. In der Hansestadt bestehe aber aufgrund der kurzen Kommunikations- und Abstimmungswege auch die reale Chance, mit Bürgerinnen und Bürgern, Geschäftsleuten und anderen Akteuren jeweils eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

„Extreme Wetterereignisse wie die Herbststürme Xaver und Herwart, der verheerende Starkregen in Hamburg am Himmelfahrtstag und der extrem trockene Sommer haben das Bewusstsein für den Klimawandel in Norddeutschland geschärft. Auch bei uns wird spürbar, dass zu wenig für den Klimaschutz getan wurde – und dass es höchste Zeit ist, die Auswirkungen wenigstens zu begrenzen“, fand der Hamburger Staatsrat für Umwelt und Energie, Michael Pollmann, deutliche Worte. Als wachsende Stadt stehe Hamburg vor der Herausforderung, die richtigen Maßnahmen zum Schutz vor Überflutungen und Hitze zu treffen. „Das bedeutet: Wir müssen Flächenreserven für den Hochwasserschutz und Regenwasserrückhalt sichern und das städtische Grün bewahren. Die Regionalkonferenz leistet einen wichtigen Beitrag, um den Austausch der norddeutschen Länder über Strategien und Maßnahmen zur Klimaanpassung voranzubringen“, so Pollmann.

Auch Olaf Lies, Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz des Landes Niedersachsen, fordert verstärkte Anstrengungen für den Klimaschutz:

„Der Klimawandel ist eine schleichende Entwicklung, die im Alltag oft nicht wahrgenommen wird. Extremwetterlagen können die Folge sein. Wir müssen mehr Klimaschutz betreiben und uns an den Klimawandel anpassen.“ Dies habe für Niedersachsen gerade beim Meeresspiegelanstieg herausragende Bedeutung: „Wir müssen das in Paris beschlossene Ziel globale Erwärmung auf allerhöchstens zwei Grad Celsius mehr als vor Beginn der Industrialisierung dringend einhalten.“

„Wir sind bereits mittendrin im Klimawandel. Besonders in diesem Sommer haben wir erlebt, was die Wissenschaftler seit Jahren als Folge des Klimawandels prognostizieren: gehäuftes Auftreten von Hitzewellen und extremen Starkniederschlägen. Unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit hatten besonders die Landwirte zu leiden. Viele landwirtschaftliche Betriebe verzeichneten deutliche Ertragseinbußen, auf einigen Flächen kam es sogar zu Totalausfällen“, sagte Jan Philipp Albrecht. Der Energiewende-Minister in Schleswig-Holstein führte aber auch aus: „Die Landwirtschaft ist nicht nur Betroffene des Klimawandels, sondern auch eine der Mitverursacherinnen. Deutschland wird das Klimaschutzziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, sehr wahrscheinlich nicht erreichen. Auch deshalb, weil der Beitrag der Landwirtschaft zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen bisher zu gering ist. Damit unsere Gesellschaft eine realistische Chance hat, sich auf die Folgen einzustellen, brauchen wir offensichtlich ein noch viel entschlosseneres Handeln aller Beteiligten.“

Bund und Länder führen seit 2011 gemeinsame Regionalkonferenzen im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel durch. Die Regionalkonferenz des Bundes und der norddeutschen Länder hat zum Ziel, die norddeutsche Küstenregion bei der Entwicklung und Umsetzung regionaler und kommunaler Anpassungsstrategien zu unterstützen sowie Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Thematische Ausrichtung und Organisation erfolgen in enger Zusammenarbeit zu unterschiedlichen Aspekten des Klimawandels.

Im Fokus der Veranstaltung in Schwerin stand erstmals das Thema „Infrastruktur im Klimawandel“. In drei Workshops wurden die Bereiche „Klimaangepasstes Bauen“, „Versorgungssicherheit und Katastrophenschutz“ sowie „Verkehrsinfrastruktur im Klimawandel“ genauer beleuchtet.

Gewinner im Filmwettbewerb stehen fest

Rosenfestival, Mosaikdorf Swobnica, Europabrücke Siekierki-Neurüdnitz und deutsch-polnisches Mediencamp

Schwerin – Die Gewinner stehen fest: Beim Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“ sind die Sieger ausgezeichnet worden. „Das grenzüberschreitende Programm Interreg lässt die Menschen in den Regionen enger zusammenwachsen, fördert das gegenseitige Verständnis und lädt zu Begegnungen ein. Dabei sind eine Vielzahl spannender gemeinschaftlicher Projekte entstanden. Die im Wettbewerb entstandenen Filme dokumentieren dies anschaulich“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ziel des Wettbewerbs war eine aussagekräftige Darstellung von Ergebnissen des Interreg V A-Programms zu folgenden Projektthemen: Wirtschaft und Wissenschaft, Infrastruktur und Transport, Zusammenarbeit von Institutionen, Bildung, Umweltschutz und Wiederherstellung der Biodiversität, Tourismus, Gesundheit, Kultur. Teilnehmen konnte jeder Interessierte – insgesamt 38 Beiträge wurden eingereicht und von einer deutsch-polnischen Jury, bestehend aus einem Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern sowie den Mitarbeitern des Gemeinsamen Sekretariats und der Regionalen Kontaktstellen in Szczecin und Eberswalde, bewertet. Die Sieger erhielten Urkunden und Sachpreise aus dem Kooperationsprogramm Interreg V A. „Wir werden auch weiterhin die Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzbereich ausbauen. Das grenzüberschreitende Programm Interreg V A leistet dabei einen wesentlichen Beitrag zum europäischen wirtschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Glawe.

Die Preisträger

Den ersten Platz errang ein Beitrag über das deutsch-polnisches Rosenfestival in Dobra 2018 von Wojciech Trukszyn (TF.Studio).

Der Film präsentiert das sechste Deutsch-Polnischen Rosenfestival. Während des Festivals wurden floristische Installationen und Gemäldeausstellungen ausgestellt; als Höhepunkt ist eine Rosenkönigin gekürt worden. Ziel des Projektes ist es, die Zusammenarbeit der Einwohner der Partnergemeinden Blankensee und Dobra zu stärken und sich der gemeinsamen Geschichte bewusst zu werden. Die Veranstaltung ist auf das Ende des neunzehnten Jahrhunderts ausgerichtet – die Zeit, in der in den gegenwärtigen Partnergemeinschaften die bekannte englische Schriftstellerin und die preußische Gräfin Elizabeth von Arnim ihre Werke geschrieben hat. Das Projekt „Deutsch-polnisches Rosenfestival“ wurde im Rahmen des Fonds für Kleine Projekte des Kooperationsprogramms Interreg V A gefördert.

Der zweite Platz ging an Teresa Sadowska (Gmina Banie) für einen Beitrag über das Mosaikdorf Swobnica, eine Film-, Foto- Journalisten- und Mosaikwerkstätte

Der Film präsentiert die 2. Deutsch-Polnische Mosaikwerkstatt in Swobnica (Gemeinde Banie) ein Begegnungsprojekt für Jugend und Kinder. Die Idee vom Mosaikdorf stammt vom kulturellen Akteur Andrzej Łazowski. Die Workshops wurden von der Künstlerin Joanna Hanć geleitet. Das Leitmotiv der Arbeiten war ein Schmetterling. Es wurde ein buntes Mosaik in einer Grundschule in Swobnica errichtet. Das Projekt „Das Mosaikdorf Swobnica – Film-, Foto-, Journalisten- und Mosaikwerkstätte“ wurde im Rahmen des Fonds für Kleine Projekte des Kooperationsprogramms Interreg IV A gefördert.

Die Herrichtung der Europabrücke Siekierki – Neurüdnitz für den touristischen Verkehr stand im Mittelpunkt des Filmbeitrags von Dorota Janicka (Zespół Parków Krajobrazowych Województwa Zachodniopomorskiego), die den dritten Platz errang. Die grenzüberschreitende Brücke ist seit 75 Jahren außer Betrieb. Ziel des geförderten Projektes ist die Nutzung der Europabrücke für Einwohner und Besucher als grenzüberschreitende touristische Verbindung, Kulturdenkmal und Zeuge der Geschichte. Die Freigabe der Brücke schließt eine Lücke im Radwegenetz. Das Projekt „Herrichtung der Europabrücke Siekierki – Neurüdnitz für den touristischen Verkehr“ wird im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern / Brandenburg / Polen gefördert.

Ein Sonderpreis für künstlerische Gestaltung ging an Monigue Herdam (Latücht Film & Medien e.V. / Medienwerkstatt) für die Dokumentation über ein deutsch-polnisches Mediencamp. „Ich packe meinen Koffer und nehme mit….. gute Laune, Vorfreude, Interesse, Unsicherheit, sicher auch ein paar Vorurteile und jede Menge Aufregung“. Unter diesem Motto findet jährlich wechselnd auf deutscher Seite und polnischer Seite ein deutsch-polnisches Mediencamp statt. Zehn deutsche und zehn polnische Jugendliche trafen sich, um gemeinsam Filme unter professioneller Anleitung zu produzieren. In insgesamt 6 Teams wurden die Ideen entwickelt, Drehbücher geschrieben und gedreht. Auf diese Weise entstand auch der Film „Liebe über alles“, in dem es dem deutsch-polnischen Team gelang, die Geschichte von Romeo und Julia in die heutige, digitale Zeit zu transportieren. Das Projekt „Deutsch-polnisches Mediencamp“ wurde im Rahmen des Fonds für Kleine Projekte des Kooperationsprogramms Interreg IV A gefördert.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.