Menü Schließen

Autor: Rügenbote

Land unterstützt Tierheime mit 300.000 Euro

Güstrow – Mit insgesamt 300.000 Euro unterstützt das Land Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Jahr Tierheime und tierheimähnliche Einrichtungen bei Investitionen in ihre Infrastruktur. Umwelt- und Tierschutzminister Dr. Till Backhaus übergibt heute im Tierheim des Tierschutzvereins Güstrow und Umgebung e. V. die Zuwendungsbescheide an die diesjährigen Förderempfänger.

„Tierheime sind eine unverzichtbare Säule des Tierschutzes in unserem Land. Sie kümmern sich um Fundtiere, ausgesetzte Tiere, beschlagnahmte Tiere und verletzte Wildtiere. Viele dieser Aufgaben werden mit großem ehrenamtlichem Engagement und oft unter schwierigen finanziellen Bedingungen geleistet. Deshalb ist es mir wichtig, dass das Land ein verlässlicher Partner der Tierheime bleibt“, sagte Minister Backhaus im Vorfeld.

Für das Jahr 2026 erhalten elf Einrichtungen Fördermittel für Investitionen in Gebäude, Gehege, Quarantänebereiche, technische Anlagen und die Tierunterbringung. Insgesamt wurden Projekte mit einem Fördervolumen von 278.615 Euro bewilligt. Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Zu den geförderten Maßnahmen zählen unter anderem Dach- und Fassadensanierungen, die Modernisierung von Quarantänebereichen, die Erneuerung von Zaun- und Toranlagen sowie Investitionen in die hygienische und tiergerechte Unterbringung von Hunden, Katzen und anderen Tieren. Alle elf Antragsteller konnten in diesem Jahr berücksichtigt werden.

Das Tierheim Güstrow, in dem die Übergabe stattfindet, erhält knapp 20.000 Euro für die Sanierung von Außenfassaden und die Erneuerung von Fenstern am Vereinsgebäude. Der Verein betreibt das Tierheim seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichem Einsatz. Nach eigenen Angaben konnten bislang mehr als 2.650 Katzen, 24 Hunde und 17 Kleintiere vermittelt werden.

Backhaus betonte: „Wer Tierheime unterstützt, investiert unmittelbar in den Tierschutz. Die geförderten Maßnahmen verbessern nicht nur die Unterbringungsbedingungen für die Tiere, sondern entlasten auch die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die vielen Ehrenamtlichen vor Ort.“

Seit Einführung der Tierheimförderung im Jahr 1993 unterstützt das Land Mecklenburg-Vorpommern die Einrichtungen kontinuierlich bei notwendigen Investitionen. Allein in den vergangenen fünf Jahren standen dafür insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.

„Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unsere Tierheime leisten hier Tag für Tag Herausragendes. Dieses Engagement verdient Anerkennung, aber auch konkrete Unterstützung. Mit der Tierheimförderung setzen wir genau dort an und schaffen bessere Bedingungen für Mensch und Tier“, sagte Backhaus.

Im Rahmen der Tierheim-Förderrichtlinie Mecklenburg-Vorpommern fördert das Land Investitionen in Tierheime und tierheimähnliche Einrichtungen. Förderfähig sind insbesondere Baumaßnahmen, technische Modernisierungen sowie Anschaffungen, die der tiergerechten Unterbringung und Versorgung der Tiere dienen. Die Förderung erfolgt über das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern.

Die Antragstellung ist weiterhin bis zum 30.06.2026 möglich.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Landesförderinstituts Mecklenburg-Vorpommern: www.lfi-mv.de/meldungen/forderung-tierheime/.

M-V und Sachsen arbeiten bei Energieforschung zusammen

Rostock – In Rostock ist heute die High Energy Density Initiative (HEDI) gegründet worden. Mit der Initiative bündeln die Universität Rostock und das Helmholtz Zentrum Dresden-Rossendorf ihre Kompetenzen auf dem Gebiet der Hochenergiedichtephysik. An der Gründungsveranstaltung nahmen auch die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und der Ministerpräsident des Freistaats Sachsen Michael Kretschmer teil. Der Aufbau der Initiative wird vom Bund sowie den beiden Bundesländern gefördert.

„Das ist heute ein besonderer Tag für die Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Wir brauchen die Energiewende und die erneuerbaren Energien, um die Umwelt zu schützen und um unabhängig in der Energieerzeugung zu sein. Gleichzeitig ist es sinnvoll, weiter an Alternativen zu forschen. Auch an den verschiedenen Möglichkeiten der Fusionsforschung. Es ist gut, dass Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ihre Kompetenzen in der Energieforschung mit einer neuen Forschungsinitiative bündeln.“

„Sachsen ist ein starker Wissenschafts- und Forschungsstandort mit exzellenten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf steht dabei beispielhaft für die Innovationskraft im Freistaat. Mit Initiativen wie dem gemeinsamen bund- und länderübergreifenden Projekt HEDI mit der Universität Rostock werden gezielt vorhandene Kompetenzen in einem strategisch bedeutsamen Forschungsgebiet zur Erschließung neuer Energiequellen gebündelt.

Tatsächlich bietet die Fusionsforschung große Chancen für eine sichere, klimaneutrale und langfristig verfügbare Energieversorgung. Erfolgreiche Kooperationen wie HEDI sind deshalb genau der richtige Weg, um diese vielversprechende Technologie weiter voranzubringen und gleichzeitig die wissenschaftliche Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken“, erklärte der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Michael Kretschmer.

Ministerpräsidentin Schwesig hob in ihrer Rede weiter hervor, dass die gemeinsamen Forschungsanstrengungen auch Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze haben. „Bezahlbare Energie ist ein wichtiger Faktor, wenn es um wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen geht. Wir erleben gerade, wie hohe Energiepreise das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland bremsen.

Wir müssen dazu kommen, unsere Energie preiswert und unabhängig zu erzeugen. Fürs Erste sorgt die gemeinsame Initiative aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern vor allem für Arbeitsplätze in Wissenschaft und Forschung. Darüber freuen wir uns. Und sie kann noch größere Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Zukunft haben.“

Enquetekommission „Jung sein in MV“

Drese: Enquetekommission „Jung sein in MV“ liefert wichtige Impulse für eine jugendgerechte Zukunft des Landes

Schwerin – Sozial- und Jugendministerin Stefanie Drese hat die Arbeit der Enquetekommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ gewürdigt und die vorgelegten Handlungsempfehlungen als wichtige Grundlage für die weitere Gestaltung einer modernen Jugendpolitik im Land bezeichnet.

„Die Enquetekommission hat eindrucksvoll gezeigt, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft, Praxis und jungen Menschen selbst sein kann. Es ist gelungen, engagierte Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen einzubinden und gemeinsam Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die nah an der Lebenswirklichkeit junger Menschen sind und eine große Bandbreite an Themen abdecken“, erklärte Drese im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Enquetekommission am Mittwochabend.

Besonders hervorzuheben sei, dass viele Empfehlungen fraktionsübergreifend beschlossen wurden. „Das zeigt, dass die Belange junger Menschen über Parteigrenzen hinweg als zentrale Zukunftsaufgabe verstanden werden“, so die Ministerin.

Als außergewöhnlich bezeichnete Drese zudem den Beteiligungsprozess „#mitmischenMV“, der die Arbeit der Kommission begleitet hat. „Junge Menschen standen nicht nur im Mittelpunkt der Beratungen, sondern konnten ihre Perspektiven, Erfahrungen und Wünsche selbst einbringen. Dieses Beteiligungsformat war in seiner Form bislang einmalig“, so Drese.

Mit Blick auf die Ergebnisse der Kommission betonte Drese, dass die Empfehlungen zahlreiche Ansatzpunkte aufzeigten, um strukturelle Hürden für junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern abzubauen. „Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Orte, an denen sie sich treffen, engagieren, bilden und ihre Interessen vertreten können – unabhängig davon, ob sie in einer Stadt oder im ländlichen Raum leben. Deshalb ist es wichtig, bestehende Strukturen zu sichern und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.“

Positiv bewertete die Ministerin zudem die starke Berücksichtigung von Gesundheitsfragen in den Empfehlungen. „Ein gesundes Aufwachsen braucht nachhaltige Strukturen und wirksame Prävention. Die Vorschläge zur Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit junger Menschen greifen zentrale Herausforderungen unserer Zeit auf und ergänzen die Ziele unserer Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention in sinnvoller Weise“, betonte die Ministerin.

Drese zog zugleich eine positive Bilanz der bisherigen jugendpolitischen Maßnahmen der Landesregierung. Bereits zu Beginn der Legislaturperiode sei mit der Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ein wichtiges Signal für mehr politische Teilhabe gesetzt worden.

„Wir wissen, dass junge Menschen politisch interessiert sind und Verantwortung übernehmen wollen. Deshalb war es konsequent, mit dem Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz einen weiteren entscheidenden Schritt zu gehen“, erklärte Drese. Das Gesetz stärke die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen auf kommunaler Ebene und verankere ihre Mitwirkung bei Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen.

„Politik auf Augenhöhe statt über die Köpfe junger Menschen hinweg – das ist der Anspruch des Gesetzes. Mehr als zwei Jahre nach seinem Inkrafttreten sehen wir bereits deutliche Fortschritte. In vielen Kommunen sind neue Beteiligungsgremien und Beteiligungsformate entstanden“, sagte die Ministerin. Zur Unterstützung dieser Entwicklung habe das Land neue Beteiligungsformate mit insgesamt 390.000 Euro gefördert.

Weitere wichtige Schritte seien mit dem Kinderschutzstrukturgesetz sowie der Rückübertragung des Landesjugendamtes in die Landesverwaltung erfolgt. Damit seien wesentliche Voraussetzungen geschaffen worden, um zentrale Empfehlungen der Enquetekommission umzusetzen und die Jugendhilfe im Land strategisch weiterzuentwickeln.

Als zentrales Zukunftsthema bezeichnete Drese die Stärkung der Demokratie. „Gerade die Enquetekommission und der Beteiligungsprozess #mitmischenMV haben gezeigt, wie wichtig demokratische Mitgestaltung für junge Menschen ist.“ Deshalb stelle das Land in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 450.000 Euro für den Ausbau demokratischer Jugendarbeit bereit. Mit den Mitteln würden unter anderem Jugendverbände, das Beteiligungsnetzwerk MV, Fortbildungsangebote sowie Kinder- und Jugendfreizeiten unterstützt.

Abschließend betonte Drese, dass die Ergebnisse der Enquetekommission nicht das Ende eines Prozesses, sondern den Beginn weiterer gemeinsamer Arbeit markierten. „Die Handlungsempfehlungen liefern wertvolle Impulse für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Entscheidend wird nun sein, die Erkenntnisse konsequent aufzugreifen und gemeinsam mit jungen Menschen an ihrer Umsetzung zu arbeiten. Denn eine jugendgerechte Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns gelingt nur mit den jungen Menschen und nicht ohne sie.“

Zukunft zum Anfassen – Produktionsschulen im Landtag M-V

Produktionsschulen eröffnen Perspektiven, stärken Selbstvertrauen und schaffen Zukunftschancen

Schwerin – Mit dem Aktionstag „Zukunft zum Anfassen – Produktionsschulen im Landtag MV“ stellen die fünf Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern am heutigen Mittwoch ihre Arbeit vor und zeigen im Landtag ihre Erfolgsgeschichten. Sozialministerin Stefanie Drese würdigte bei ihrem Besuch die Produktionsschulen als wichtigen Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.

„Hinter jedem jungen Menschen steckt eine Geschichte, ein Talent und das Potenzial für einen erfolgreichen Lebensweg. Manchmal braucht es nur jemanden, der daran glaubt und die passende Unterstützung bietet. Genau das leisten unsere Produktionsschulen jeden Tag mit großem Engagement und viel Herzblut“, hob Drese hervor.

Die Ministerin betonte, dass viele Jugendliche den Weg in Ausbildung und Beruf nicht ohne Unterstützung bewältigen können. Schulische Schwierigkeiten, persönliche Krisen oder fehlende Orientierung führten häufig dazu, dass junge Menschen den Anschluss verlieren. Produktionsschulen eröffneten ihnen dann einen neuen Weg.

„Produktionsschulen sind Orte der zweiten und manchmal sogar der dritten Chance. Sie geben junge Menschen nicht auf, sondern zeigen ihnen, was in ihnen steckt. Dort erleben sie Erfolg, gewinnen Selbstvertrauen zurück und entwickeln Perspektiven für ihre Zukunft“, sagte Drese.

Im Mittelpunkt steht dabei das praxisnahe Lernen. In betriebsnahen Werkstätten, beispielsweise in den Bereichen Tischlerei, Garten- und Landschaftsbau oder anderen handwerklichen Tätigkeiten, sammeln die Teilnehmenden konkrete Arbeitserfahrungen. Gleichzeitig erhalten sie Unterricht in Fächern wie Mathematik und Deutsch und können sich auf den Schulabschluss „Berufsreife“ vorbereiten.

„Viele Jugendliche lernen am besten, wenn sie mit ihren Händen etwas erschaffen können und unmittelbar sehen, was sie geleistet haben. Ein gebautes Möbelstück, ein gestalteter Garten oder ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt vermitteln Stolz und Selbstwirksamkeit. Diese Erfahrungen sind oft der erste Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben“, so die Ministerin.

Besonders wertvoll sei die individuelle Begleitung in den Produktionsschulen. Kleine Gruppen, persönliche Entwicklungspläne und eine enge sozialpädagogische Betreuung ermöglichten es, auf die jeweiligen Stärken und Herausforderungen der jungen Menschen einzugehen.

„Es geht nicht nur um einen Schulabschluss oder einen Ausbildungsplatz. Es geht darum, jungen Menschen Halt zu geben, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen das Vertrauen zu vermitteln: Du wirst gebraucht, du kannst etwas und du hast eine Zukunft“, sagte Drese.

Der Aktionstag im Landtag macht nach Ansicht der Ministerin sichtbar, welche beeindruckenden Leistungen die Jugendlichen erbringen. Zugleich zeige er, wie wichtig die Produktionsschulen für Mecklenburg-Vorpommern sind – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.

In Mecklenburg-Vorpommern bestehen derzeit fünf verschiedene Produktionsschulen mit insgesamt 320 Plätzen, in der Trägerschaft von drei Trägern: CJD (PS Müritz, PS Vorpommern-Rügen, PS Vorpommern-Greifswald), Jugendhilfe Stadt und Land e.V. (Hanseproduktionsschule Rostock) sowie All Pütter gGmbH (PS Westmecklenburg). Sie stellen ein niederschwelliges, unverzichtbares Angebot beim Übergang Schule/Beruf dar. Das Land fördert die Produktionsschulen über den Europäischen Sozialfonds (ESF). In der aktuellen Förderperiode erhalten die Träger bis 2028 aus Mitteln des ESF+ 27,7 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten.

15 Jahre Lindenschule Lübtheen

Erfolgsmodell für Bildung und ländliche Entwicklung

Lübtheen – Mit einem Festakt hat die Lindenschule Lübtheen heute ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Zu den Gratulanten gehörte auch Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus. In seinem Grußwort würdigte er die Schule als wichtigen Bildungsstandort und als Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern.

„Eine gute Schule ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Sie ist Treffpunkt, Identifikationsort und Zukunftswerkstatt einer ganzen Region. Wer starke ländliche Räume will, muss in Bildung investieren. Die Lindenschule zeigt eindrucksvoll, wie sich dieser Einsatz auszahlt“, sagte Backhaus.

Die heutige Lindenschule entstand aus der Zusammenlegung der ehemaligen Grundschule und Realschule in Lübtheen. Mit Unterstützung von Fördermitteln aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) wurde der Schulstandort grundlegend saniert, erweitert und zu einem modernen Schulzentrum entwickelt. Das Gebäude wurde in Passivbauweise umgestaltet und wird vollständig mit Erdwärme beheizt.

Allein für den Umbau und die energetische Sanierung der Schule wurden Investitionen von rund 4,75 Millionen Euro realisiert. Davon entfielen 500.000 Euro auf die ILE-Förderung sowie weitere erhebliche Mittel aus Programmen für die energetische soziale Infrastruktur und den Klimaschutz.

„Die Lindenschule ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wir mit einer klugen Förderung mehrere Ziele gleichzeitig erreichen können: bessere Bildungsbedingungen für junge Menschen, mehr Lebensqualität für Familien und eine nachhaltige Entwicklung unserer Städte und Gemeinden“, betonte der Minister.

Neben der Schule wurden in den vergangenen Jahren weitere Projekte rund um den Bildungs- und Freizeitstandort gefördert. Dazu gehören der Umbau der Sporthalle zu einer modernen Freizeithalle, die Gestaltung eines Schulgartens als Erlebnisnaturgarten sowie die Sanierung des Schulsportplatzes. Insgesamt flossen allein für diese Maßnahmen mehr als 940.000 Euro an Fördermitteln in den Standort Lübtheen.

Backhaus hob hervor, dass die Entwicklung des ländlichen Raums für die Landesregierung weiterhin höchste Priorität besitzt: „Unser Ziel ist klar: Junge Menschen sollen auch außerhalb der großen Städte beste Bildungs- und Entwicklungschancen vorfinden. Dafür brauchen wir moderne Schulen, attraktive Freizeitangebote, leistungsfähige Infrastruktur und engagierte Menschen vor Ort. Die Lindenschule steht beispielhaft für diesen Anspruch.“

Der Minister dankte der Schulleitung, den Lehrkräften, den Eltern sowie den kommunalen Verantwortlichen für ihr langjähriges Engagement. Besonders würdigte er die Rolle der Schule als festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region.

„15 Jahre Lindenschule bedeuten 15 Jahre Bildungsarbeit, Gemeinschaft und Zukunftsgestaltung. Ich wünsche der Schule, ihren Schülerinnen und Schülern sowie allen Beschäftigten weiterhin viel Erfolg und eine gute Entwicklung.“

Die Lindenschule Lübtheen besteht seit 2011 als Regionale Schule mit Grundschulteil. Sie entstand durch die Zusammenführung bestehender Schulstandorte und wurde mit Unterstützung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) umfassend modernisiert. Der heutige Schulcampus gilt als eines der bedeutendsten Bildungsprojekte der Stadtentwicklung in Lübtheen.

Schwesig überreicht Zuwendung für Kurzzeitpflege in Schwerin

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat dem Augustenstift einen Zuwendungsbescheid für die Verbesserung der pflegerischen Versorgung in Schwerin überreicht: „20 Jahre Kurzzeitpflege Gartenhöhe ist eine gute Gelegenheit, einen Zuwendungsbescheid für Umbaumaßnahmen zu übergeben. Das Land unterstützt die Weiterentwicklung der Kurzzeitpflege Gartenhöhe mit 435.250 Euro, weitere 134.650 Euro erhält die Kurzzeitpflege Friedensberg. Weil Kurzzeitpflege ein wichtiges Angebot für gute Pflege ist.“ Mit den Fördermitteln des Landes sollen 24 neue Pflegebetten angeschafft, Innenraum und Sanitäranlagen modernisiert und die Fassaden saniert werden.

„Das Land hat ein Investitionsprogramm für die Kurzzeitpflege mit Mitteln in Höhe von 4,4 Millionen Euro aufgelegt. Wir wollen Baumaßnahmen unterstützen und mehr Kurzzeitpflegeplätze schaffen, sowohl in bestehenden Einrichtungen als auch in Pflegeheimen mit zusätzlichen  Kurzzeitpflegeplätzen“, sagte Schwesig. Gute Pflege sei ihr eine Herzensangelegenheit. Deshalb mache das Land viel dafür.

„Erst vor wenigen Wochen habe ich drei Menschen, die Angehörige lange in komplizierten Situationen pflegen, mit den ersten Pflegemedaillen des Landes geehrt. Mit dem Altenpflegepreis haben wir im vergangenen Jahr drei Projekte im Bereich der professionellen Pflege und der Ausbildung ausgezeichnet. Alle Arten von Pflege verdienen Anerkennung und wir brauchen all diese Angebote, um dem Bedarf älterer Menschen überall in Mecklenburg-Vorpommern gerecht werden zu können“, betonte die Regierungschefin. Eine gute Pflege brauche einen Mix von guten Angeboten: Pflege in stationären Einrichtungen, durch ambulante Pflegedienste, in Tagesstätten und in Familien.

Im Zeichen des Insektenschutzes

Backhaus würdigt BROMMI-Projekt

Zarrentin –  „Gemeinsam Insekten schützen“ lautet das Motto des Projektes „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“, dessen Abschluss Umweltminister Dr. Till Backhaus heute in Zarrentin/ Schaalsee gewürdigt hat.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 7,94 Millionen Euro gehört BROMMI zu den größten Insektenschutzprojekten, die in deutschen Biosphärenreservaten umgesetzt wurden.

Finanziert wurde es über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

„Insektenschutz ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme. Rund 80 Prozent unserer heimischen Wildpflanzen sind auf Bestäubungsleistungen angewiesen. Etwa 75 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen weltweit profitieren direkt oder indirekt von Insektenbestäubung. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen seit Jahren deutliche Rückgänge vieler Insektenarten. Daher hat die Landesregierung dieses Projekt von Beginn an, seit Juli 2020, aktiv unterstützt. Unser Land beteiligte sich mit 240.000 Euro sowie personeller Unterstützung durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Die Bedeutung des Projektes wurde auch bundesweit anerkannt: Bereits 2022 wurde BROMMI als Top-10-Projekt der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet“, betonte der Minister.

In fünf Biosphärenreservaten Deutschlands wurden gemeinsam mit Akteuren vor Ort Lösungen zum Thema Insektenschutz entwickelt: im Biosphärenreservat Schaalsee, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, im Biosphärenreservat Mittelelbe, im Biosphärenreservat Bayerischen Rhön und im Biosphärengebiet Schwarzwald.

Dabei arbeiteten bundesweit rund 130 Projektpartner zusammen.

Allein im Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe konnten 15 verschiedene Umsetzungspartner gewonnen werden. Dazu gehörten Landwirte, Kommunen, Kirchen, Straßenbauverwaltungen und weitere Akteure der Region. Gemeinsam wurden auf 58 verschiedenen Flächen Insektenschutzmaßnahmen realisiert. Auf 179 Hektar wurden flächige Maßnahmen, darunter Blühstreifen und Untersaaten, umgesetzt. Außerdem wurden 1.551 Meter lineare Strukturen angelegt, etwa mehrjährige Säume und Beetle Banks sowie 57 punktuelle Maßnahmen, beispielsweise Erdanrisse, Lesesteinhaufen oder Totholzstrukturen.

Die begleitenden entomologischen Erfassungen ergaben, dass auf den untersuchten Blühstreifen des BROMMI-Projektes im Durchschnitt 15 Prozent mehr Laufkäfer- und 20 Prozent mehr Wildbienenarten gefunden worden als auf dem bewirtschafteten Ackerland. Dabei stieg insbesondere der Anteil an Arten an, die spezielle Habitatansprüche benötigen. Die Bodenruhe innerhalb der Maßnahmenflächen ermöglichten zudem mehr Insektenarten, sich vollständig zu entwickeln und zu vermehren. Dadurch stiegen auch die Individuenzahlen im Durchschnitt um 38 Prozent (Laufkäfer) bzw. 43 Prozent (Wildbienen) an.

„Diese Zahlen beweisen: Insektenschutz findet nicht nur auf dem Papier statt, sondern konkret in unserer Kulturlandschaft“, sagte Backhaus. Und ergänzt: „Bemerkenswert ist die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Gerade hier im Schaalseegebiet hat sich gezeigt, dass erfolgreiche Maßnahmen dann entstehen, wenn Naturschutz und Landnutzung gemeinsam gedacht werden. Ein Erfolgsfaktor war die kontinuierliche Begleitung durch die Projektmanagerin vor Ort. Sie war Ansprechpartnerin, Netzwerkerin, Beraterin und Vermittlerin zugleich. So entstanden wertvolle Vernetzungsstrukturen zwischen Lebensräumen – ein wesentlicher Schlüssel für den langfristigen Erhalt vieler Insektenarten“.

Daher fand das Projekt heute zwar seinen offiziellen Abschluss. Aber zu Ende ist es nicht. Denn dauerhafte Ergebnisse bleiben erhalten. Dazu zählen eine digitale Wissensplattform, Erklärfilme, Handreichungen und Broschüren, ein Katalog praxiserprobter Insektenschutzmaßnahmen sowie zahlreiche Netzwerke zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen.

Außerdem verwies der Minister auf die Initiative für ein neues Projekt. Geplant ist, die erfolgreichen Ansätze aus dem Schaalseegebiet auf das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV auszuweiten und stärker mit Fragen der Klimaanpassung und des Klimaschutzes zu verknüpfen. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wurde hierfür bereits ein Förderantrag beim Bundesamt für Naturschutz eingereicht. Das vorgesehene Projektvolumen beträgt ca. 2,4 Millionen Euro.

„Ich halte diesen Weg für richtig. Denn Biosphärenreservate sind Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. BROMMI hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie dieser Aufgabe gerecht werden“, sagte Backhaus.

Abschließend dankte er allen Beteiligten: dem WWF Deutschland, den Nationalen Naturlandschaften, dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe sowie allen Projektpartnern und beteiligten Landwirten.

Martha Müller-Grählert neu entdecken

Neue multimediale Unterrichtsmaterialien der niederdeutschen Dichterin in Greifswald vorgestellt

Greifswald – Plattdeutsch-Lehrkräfte haben sich in einer Fortbildung des Kompetenzzentrums für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald mit der neuen multimedialen Unterrichtshandreichung „Ehr dusendstimmig Lied/Ihr tausendstimmiges Lied“ auseinandergesetzt. Die didaktischen Materialien widmen sich dem Leben und Werk der niederdeutschen Dichterin Martha Müller-Grählert, deren Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt.

„Mit der neuen Handreichung für den Unterricht gelingt es, Niederdeutsch, Literatur und Musik auf innovative Weise miteinander zu verbinden. Die Materialien machen das kulturelle Erbe unseres Landes für junge Menschen erlebbar und zeigen, wie lebendig und aktuell die niederdeutsche Sprache ist“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg anlässlich der Veranstaltung.

„Die Neuvertonungen holen die Texte von Martha Müller-Grählert in die Gegenwart. So werden die Gedichte hörbar, lebendig und eröffnen Kindern und Jugendlichen neue Zugänge zur niederdeutschen Sprache“, sagte die Landesbeauftragte für Niederdeutsch, Nadine Koop, in ihrem Grußwort.

Die Präsentation der CD „Ehr dusendstimmig Lied – Neuvertonungen der Lyrik Martha Müller-Grählerts“ im Pommerschen Landesmuseum wurde durch ein Konzert der inklusiven Band „Seaside“ begleitet und fand vor Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und weiteren Gästen statt.

Anlässlich der Veranstaltung hob Bildungsministerin Simone Oldenburg die Bedeutung des Projekts für die Bildungsarbeit an Schulen hervor und würdigte die Rolle der Lehrkräfte: „Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern leisten einen wichtigen Beitrag, um das Niederdeutsche zu bewahren und die Sprache zu vermitteln. Fortbildungen wie diese unterstützen Lehrkräfte dabei, Schülerinnen und Schüler für Sprache, Geschichte und regionale Identität zu begeistern.“

Martha Müller-Grählert zählt zu den bekanntesten niederdeutschen Autorinnen Norddeutschlands. Ihr Gedicht „Mine Heimat“, das als Ostseewellenlied weltweite Bekanntheit erlangte, wird bis heute gesungen. Die neue Unterrichtshandreichung knüpft an dieses literarische Erbe an und macht Leben und Werk der Schriftstellerin für den Schulunterricht zugänglich.