Menü Schließen

Autor: Rügenbote

„Carfriday“ 2026: Polizei kündigt landesweite Kontrollaktion an

Null Toleranz bei illegalen Rennen und Fahrzeugmanipulationen

Schwerin – Anlässlich des bevorstehenden Karfreitags, der sich in der Tuning- und Autoszene als sogenannter „Carfriday“ etabliert hat, kündigt Innenminister Christian Pegel landesweite Schwerpunktkontrollen an. Im Fokus stehen illegale Kraftfahrzeugrennen, technische Manipulationen an Fahrzeugen sowie das sogenannte „Posing“ auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen.

Innenminister Christian Pegel: „Illegale Rennen sind kein Spaß, sondern eine ernste Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Wer glaubt, öffentliche Straßen als Rennstrecke nutzen oder mit illegalen Umbauten ungestraft Aufsehen erregen zu können, irrt sich gewaltig. Wir werden konsequent kontrollieren und Verstöße ohne Ausnahme ahnden. Unsere Botschaft ist klar: Null Toleranz zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer.“

Die Erfahrungen zeigen, dass es an diesem Tag vermehrt zu gefährlichen Fahrmanövern, unzulässigen Fahrzeugveränderungen und riskantem Fahrverhalten kommt. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer hat dabei höchste Priorität. Die Entwicklung der Strafanzeigen in Mecklenburg-Vorpommern zeigt über die Jahre einen deutlichen Anstieg. Allein im letzten Jahr wurden 206 Straftaten in diesem Zusammenhang registriert. Davon waren 27 Verkehrsunfälle. Insgesamt kamen dabei 18 Personen zu Schaden.

Innenminister Christian Pegel appelliert: „Genießen Sie den Frühling auf legale Weise. Tuning und Autobegeisterung sind kein Problem, solange sie im Rahmen der Verkehrsvorschriften stattfinden.“

Seit 2017 gelten verbotene Kraftfahrzeugrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Das gilt auch für Einzelpersonen, die fahren, als wären sie in einem Rennen. Der aktuell gültige bundeseinheitliche Tatbestandskatalog eröffnet zudem weitreichende Sanktionsmöglichkeiten. So drohen etwa auch bei Belästigung durch unnützes Hin- und Herfahren, bei vermeidbaren Lärm- und Abgasbelästigungen oder in Fällen, in denen sich durch Tuning die Abgas- und Geräuschwerte verschlechtern und dadurch die Betriebserlaubnis erlischt, Bußgelder.

Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in M-V

Schwerin – Im Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2026 wurde die koordinierte Landesmaßnahme zur Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in MV durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des bundesweiten Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) realisiert und durch Mittel der Europäischen Union im Programm NextGenerationEU finanziert, teilte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Abschluss der Digitalisierungs-Maßnahme am Mittwoch in Schwerin mit.

Zur Förderung der Digitalisierung und Stärkung des ÖGD in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben von Drese insgesamt 6,39 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Hauptbestandteil ist dabei die gemeinsam vom Gesundheitsministerium mit den kommunalen Gesundheitsämtern erarbeitete Digitalisierungsstrategie (Digitalisierungsstrategie für den ÖGD in MV).

„Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, den ÖGD zu modernisieren und bürgerfreundlicher zu machen“, betonte Drese. „Unser Ziel ist es, im ÖGD auf unterschiedliche Krisenfälle bestmöglich vorbereitet zu sein. Das geht nur mit einer modernen Ausstattung und effizienten Abläufen, die die Beschäftigten unterstützen und Behördenanliegen für Bürgerinnen und Bürger so einfach wie möglich machen“, so die Ministerin.

Zur Verbesserung der Krisenfestigkeit der Gesundheitsämter wurden laut Drese zudem Fortbildungen über den gesamten Projektzeitraum hinweg finanziert, sowie ein Rahmenschulungskonzept erstellt, welches zukünftig dabei helfen soll, die Fähigkeiten des Personals im ÖGD zu sichern. Hierzu trage auch die bedarfsweise Finanzierung von Hard- und Software sowie Schnittstellen in einzelnen Gesundheitsämtern bei.

„Darüber hinaus konnten innerhalb des Projekts die notwendigen Weichenstellungen für die Anbindung der Gesundheitsämter und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) an die Telematikinfrastruktur gelegt werden“, führte Drese weiter aus.

Über ein sogenanntes Sicherheitsgateway wird zukünftig die direkte und sichere digitale Kommunikation der Gesundheitsämter und des LAGuS untereinander sowie zu den Ärzten und Krankenhäusern gewährleistet sein.

Drese: „Ein ganz konkretes Beispiel ist, dass die Meldungen der Kindervoruntersuchungen durch die Ärzte an das Landesamt für Gesundheit und Soziales zukünftig digital über die Telematikinfrastruktur ablaufen können.“

Grundschüler retten die Ostsee

Meeresbiologe Kai Hoppe testet in Gingst spielerische Ansätze der Umweltbildung

Insel Rügen – Genial. Wenn Zehnjährige die Ostsee retten, geht das spielerisch, miteinander und mit viel Spaß. Das probierte Klassenleiterin Nicole Hoppe mit ihren Grundschülern aus der 4b aus und sammelte an dem Klassennachmittag wertvolle Erfahrungen. „Wir durften mit einem Wissensspiel Situationen im richtigen Leben nachstellen“, sagt sie zufrieden über Mitmach- und Lerneffekte in dem symbolischen Rettungsszenario.

Für den Rettungsversuch hatte sie ihren Ehemann Kai Hoppe gewonnen, der als Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum Hereon in Geesthacht arbeitet. Dort koordiniert er die Forschungsmission „Schutz und nachhaltige Entwicklung der Ozeane“. Ein Baustein seiner Arbeit ist die Umweltbildung, bei der er auf Materialien der HELCOM zurückgreift. Die Abkürzung steht für den schon 50 Jahre währenden Zusammenschluss aller Ostseeanrainerstaaten in der Helsinki-Kommission.

 Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat
Ostseerettung im Klassenraum. Wissenschaftler Kai Hoppe (rechts) simuliert spielerisch biologische Prozesse mit Grundschülern aus Gingst. Foto: privat

„Experten haben das kooperative Kartendeck-Bauspiel ,Ecosfera baltica‘ entwickelt“, erklärt Kai Hoppe die Grundlage für die Ostseerettung durch Kinder. In dem Spiel gehe es darum, durch das Sammeln von Elementen, Pflanzen und Tierkarten verschiedene Habitate zu schützen. Alle Spieler erweitern und optimieren ihr „Kartendeck“ während des Spiels ständig durch passende Karten, mit denen sie das Ökosystem für alle Meereslebewesen sichern oder wiederherstellen.

Nach Kai Hoppes Meereskundevortrag über die Nahrungsnetze in der Ostsee, ging es mit Feuereifer an das Sammeln der Karten. Dabei spielten die Kinder nicht gegeneinander, sondern in Abstimmung und Wohlwollen miteinander. Sie erlebten dabei, dass sie so am besten die passenden Kombinationen für den Schutz der Meere erreichen und die „bösen“ Belastungskarten wie Überfischung, Überdüngung und Verschmutzung vermeiden konnten. „Erst wenn man mithilfe von beispielsweise Planktonalgen, Heringen und Seehunden alle sechs Habitate bewahrt hat“, so Kai Hoppe, „gilt die Ostsee als gerettet.“

In allen drei Spielgruppen fanden die Kinder die besten Wege dahin und bewiesen, was eine Gemeinschaft mit logischem Denken und einem gelebten Füreinander erreichen kann. Einige von ihnen waren so begeistert, dass sie das Spiel ausleihen und den Kampf für die Ostsee zu Hause fortführen wollten.

Frühe Bildung im MINT-Bereich stärken

Kitas, Horte und Grundschulen zur Teilnahme an den MINTmachtagen aufgerufen

Schwerin – Mit Neugier die Welt entdecken: Alle Kitas, Horte und Grundschulen sind eingeladen, sich an den bundesweiten MINTmachtagen der Stiftung Kinder forschen zu beteiligen. Die Aktion steht für frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) und ermöglicht es Kindern, spannende Experimente durchzuführen und spielerisch Wissenschaft kennenzulernen.

„Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt verstehen. Genau dies steht im Mittelpunkt der MINTmachtage: Sie stärken den Forschergeist schon in jungen Jahren und eröffnen wichtige Zukunftschancen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. Frühe MINT-Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Kreativität und hilft Kindern, Zusammenhänge zu verstehen und sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

Die Aktion richtet sich gezielt an pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte. Sie erhalten umfangreiche kostenfreie Materialien – von Praxisideen über Aktionskarten bis hin zu Forschungspässen und interaktiven Angeboten. In diesem Jahr steht die „Medizin der Zukunft“ im Fokus. Unter dem Motto „Sag mal Aaah! Gesund in die Zukunft“ erhalten alle Interessierten Einblicke in Gesundheit, Forschung und Technik.

Höhepunkt der Initiative ist der bundesweite Aktionstag am 16. Juni, an dem Einrichtungen ihre eigenen Forscherfeste, Projekte oder Mitmachaktionen gestalten können.

Weitere Informationen und Anmeldung:

www.mintmachtage.de

Neue Gleise für „Rasenden Roland“ und Regionalbahnlinie RB26

Staatssekretärin Jesse: Land unterstützt Bahninvestition auf Rügen mit 450.000 Euro

Insel Rügen – Seit Generationen begeistert der Rasende Roland Besucher und Einheimische gleichermaßen: Die historische Schmalspurbahn, die mit gemächlichem Tempo durch die malerische Landschaft Rügens dampft, verbindet nicht nur die berühmten Ostseebäder Binz, Sellin, Baabe und Göhren mit der Rosenstadt Putbus und dem Hafen von Lauterbach. Sie steht vor allem für ein einzigartiges Erlebnis, eine Reise in die Vergangenheit, bei der der Charme vergangener Zeiten lebendig wird. Das typische Schnaufen der Dampflok, das sanfte Klappern und der Anblick der dampfenden Lokomotive, die sich durch Wälder und Felder schlängelt, machen jede Fahrt zu einem unvergesslichen Moment.

Doch hinter dem nostalgischen Flair verbirgt sich auch moderne Infrastrukturarbeit: Um den „Rasenden Roland“ und die regionale Bahnverbindung der RB26 zwischen Bergen, Putbus und Lauterbach Mole langfristig zu sichern, sind regelmäßige Sanierungen und Investitionen notwendig.

„Mit der Investitionsrichtlinie für den Schienenpersonennahverkehr (InvestSPNVFöRL M-V) fördern wir gezielt Vorhaben, die die Qualität und Attraktivität des Nahverkehrs langfristig sichern Im Rahmen der Mobilitätsoffensive haben wir das Angebot auch auf der Strecke Putbus – Lauterbach Mole zu einem Stundentakt verdichtet.““, erklärte Staatssekretärin Ines Jesse vom Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

„In der Saison von Mai bis Oktober ergänzen die Züge der Schmalspurbahn Rasender Roland mit ihren Dampflokomotiven das Angebot, indem sie auf dem Dreischienengleis von Lauterbach Mole bis Putbus und dann weiter über Binz nach Göhren fahren und zur touristischen Attraktivität der Insel Rügen beitragen“, betont Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

„Mit der Unterstützung des Landes konnte der letzte der Teil der Strecke von Putbus nach Lauterbach Mole für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht werden. Wir freuen uns sehr, damit weiterhin einen zuverlässigen und pünktlichen Eisenbahnbetrieb gewährleisten zu können“, so Kay Kreisel, Geschäftsführer der Pressnitztalbahn.

Nach einer Liegedauer der Holzschwellen von rund 45 Jahren war ein vollumfänglicher Austausch erforderlich, um einen langfristig sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten. Da Dreischienengleise spezielle Anforderungen stellen, wurde bewusst die Verwendung moderner Kunststoffschwellen gewählt, von denen eine deutlich längere Nutzungsdauer gegenüber behandelten Holzschwellen erwartet wird.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die umfassende Gleiserneuerung zwischen dem Bahnübergang Fürst-Malte-Allee und dem Endhaltepunkt Lauterbach Mole sowie Instandhaltungsarbeiten an der Eisenbahnüberführung bei km 12,240 mit rund 450.000 Euro. Der entsprechende Zuwendungsbescheid wurde heute vom Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß offiziell an die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH (Zweigniederlassung Rügensche BäderBahn) übergeben. Miraß betont: „Die Strecke Putbus – Lauterbach Mole ist ein wichtiger Bestandteil des regionalen Bahnnetzes und zugleich ein Beitrag zur zuverlässigen Mobilität auf der Insel.“

Insgesamt investiert das Unternehmen rund 600.500 Euro in die Sanierung des Streckenabschnitts der Linie Putbus – Lauterbach Mole. Das Land trägt 75 Prozent der Kosten.

Arbeitsmarkt im März 2026 – Frühjahrsbelebung ohne Schwung

Nürnberg – „Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt – dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im März: -49.000 auf 3.021.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +54.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent

Mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung ist die Arbeitslosigkeit im März 2026 um 49.000 auf 3.021.000 gesunken. Saisonbereinigt hat sie sich gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent und lag damit auf Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenzahl ist verglichen mit dem März des letzten Jahres um 54.000 höher. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Februar auf 4,2 Prozent. Die Unterbeschäftigung umfasst neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im März gegenüber dem Vormonat ebenfalls gleichgeblieben. Mit 3.690.000 lag sie um 4.000 niedriger als vor einem Jahr.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 25. März für 38.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Januar 2026 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 136.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 6.000 weniger als im Vormonat und 141.000 weniger als vor einem Jahr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar 2026 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 12.000 gesunken. Mit 45,66 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 119.000 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Dezember 2025 auf Januar 2026 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 30.000 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,75 Millionen Beschäftigten um 72.000 niedriger. 7,46 Millionen Personen hatten im Januar 2026 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 44.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,02 Millionen ausschließlich und 3,45 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Die Arbeitskräftenachfrage hat sich insgesamt auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im März waren 638.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 5.000 weniger als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – lag im März 2026 bei 103 Punkten.

1.104.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im März 2026 Arbeitslosengeld, 98.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im März auf 3.820.000. Gegenüber März 2025 war dies ein Rückgang um 147.000 Personen. 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Seit Oktober 2025 haben sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 332.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle gemeldet, 2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 213.000 hatten bis zum März 2026 weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden. Die Statistik weist gleichzeitig 366.000 gemeldete Ausbildungsstellen aus. Aufgrund von prozessualen Umstellungen wird die Zahl der Ausbildungsstellen in der Statistik derzeit leider unvollständig abgebildet. Sie liegt nach Schätzungen für den Februar 2026 mit -8 Prozent jedoch immer noch deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Vermittlung auf bei den Agenturen für Arbeit erfasste, aber statistisch nicht abgebildete Ausbildungsstellen ist nicht betroffen. Im März ist der Ausbildungsmarkt noch stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine grobe und vorläufige Einschätzung der Entwicklung im Beratungsjahr 2025/26.

J. Schulte: „Mecklenburg-Vorpommern wächst stärker als der Bund“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft ist im Jahr 2025 deutlich gewachsen. Nach aktuellen Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder stieg das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 1,4 Prozent. Bundesweit lag das Wachstum bei 0,2 Prozent. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit Bremen zu den wachstumsstärksten Bundesländern. „Das ist ein starkes Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, sagt Staatssekretär Jochen Schulte.

Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung differenziert. Während einzelne Unternehmen und Branchen unter Druck stehen, wächst die Wirtschaft insgesamt weiter. Besonders das Produzierende Gewerbe entwickelte sich deutlich positiv: Die Bruttowertschöpfung stieg hier um 3,4 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 7,0 Prozent – deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt. „Das zeigt: Unsere industrielle Basis gewinnt weiter an Stärke. Gleichzeitig profitieren nicht alle Bereiche gleichermaßen“, so Staatssekretär Schulte.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre unterstreicht die stabile Entwicklung: Seit 2020 ist die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern preisbereinigt um 5,0 Prozent gewachsen – stärker als in Deutschland insgesamt (4,6 Prozent). Unter den ostdeutschen Flächenländern weist Mecklenburg-Vorpommern damit die beste Entwicklung auf.

Die aktuellen Zahlen bestätigen damit auch die zuletzt differenzierte Einschätzung der wirtschaftlichen Lage im Land. Zwar bleibt die Situation für viele Unternehmen angespannt, von einer flächendeckenden Krise kann jedoch keine Rede sein. „Unsere Wirtschaft steht unter Druck – aber sie wächst. Das ist die entscheidende Botschaft“, betont Staatssekretär Schulte.

Das Wachstum im Jahr 2025 wird zudem durch eine Revision des Vorjahres beeinflusst. Die wirtschaftliche Entwicklung für 2024 wurde nachträglich nach unten korrigiert – ein in volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung übliches Verfahren, insbesondere in kleineren Volkswirtschaften.

„Entscheidend ist: Die aktuelle Entwicklung zeigt klar nach oben“, so Staatssekretär Schulte, der zugleich zu einer sachlichen Debatte aufruft: „Wer die wirtschaftliche Lage pauschal schlechtredet, trägt zur Verunsicherung bei – und erschwert damit genau die Investitionen, die wir jetzt brauchen.“ Viele der aktuellen Herausforderungen – von Energiepreisen über Bürokratie bis zur Nachfrage – würden auf Bundesebene entschieden. „Deshalb brauchen unsere Unternehmen jetzt verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit der Wirtschaft ein. Dabei ist unser Ziel klar: Arbeitsplätze sichern, Unternehmen stärken und Investitionen ermöglichen.“

Mit Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umgehen

Land unterbreitet zahlreiche Angebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt verstärkt auf einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Schulalltag. Ziel ist es, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen zu befähigen, die Chancen der Technologie sinnvoll zu nutzen und ihre Grenzen kritisch zu hinterfragen. „In der Schule wird Künstliche Intelligenz zur individuellen Lernförderung von Schülerinnen und Schülern eingesetzt. Aber KI hilft auch Lehrkräften beim Erstellen von Unterrichtsmaterialien“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wie wir diese neuen Möglichkeiten gewinnbringend einsetzen können, ist vor allem eine Frage der Medienkompetenz.“

Lehrkräften steht eine Handreichung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz zur Verfügung. Der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“ klärt auf, was generative KI-Systeme sind und was sie leisten können. Lehrkräfte erfahren, wie sie diese Anwendungen zur Unterrichtsvorbereitung nutzen und wie sie Aufgaben erstellen, die weniger anfällig dafür sind, ausschließlich von einer generativen KI erledigt werden zu können.

Das Land hat zudem die Regelungen bei der Leistungsbewertung angepasst. „Bei Hausaufgaben und bei Hausarbeiten muss deutlich werden, wo die Eigenleistung der Schülerin bzw. des Schülers liegt und die Urheberschaft muss klar erkennbar sein“, erklärte die Bildungsministerin. „In der aktuellen Leistungsbewertungsverordnung heißt es: „Sofern bei der Erstellung von Hausaufgaben und Hausarbeiten externe Hilfen oder Quellen verwendet wurden, sind diese vollumfänglich anzugeben und kenntlich zu machen. Dies gilt auch für die Nutzung generativer Anwendungen im Rahmen der Künstlichen Intelligenz.“

Um den Einsatz von KI im Unterricht zu unterstützen, macht das Land viele Angebote. Dazu zählen Fortbildungen, Webinare, digitale Materialien und konkrete Anwendungen für den Unterricht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung der Lehrkräfte. In der vergangenen Woche hat das Bildungsministerium zum Beispiel die Fachtagung „KI in MV“ in Rostock veranstaltet. Die Fortbildung verzeichnete 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 300 Vertretungen von Schulleitungen. Im Zentrum stand die Frage, wie die neue Technologie pädagogisch sinnvoll, rechtssicher und verantwortungsvoll in der Schule eingesetzt werden kann. Geplant ist auch, dass sich der bestehende Podcast „IQ M-V trifft“ mit dem ersten KI-Gesetz und Deepfakes befasst.

Ein weiteres Beispiel ist das KI-gestützte Feedbacksystem „FelloFish“, das derzeit in einem Pilotprojekt getestet wird. Schülerinnen und Schüler erhalten automatisierte Rückmeldungen zu ihrem Lernfortschritt. „Kinder und Jugendliche brauchen Feedback beim Lernen. Das verleiht ihnen Sicherheit im Anwenden ihrer Lernstrategien. Hier bietet KI eine große Hilfestellung“, sagte Oldenburg weiter. Das datenschutzkonforme Tool „FelloFish“ ist ein KI-Tool, das Schülerinnen und Schülern Echtzeitfeedback zu den Aufgaben gibt, die sie gelöst haben. Sie erhalten Hinweise, wie sie ihre Schreibkompetenzen verbessern können und Rückmeldungen, die ihre Motivation stärken.

Im Mittelpunkt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der Schule steht ein ganzheitlicher Ansatz: KI wird als Querschnittaufgabe in allen Fächern verankert. Neben der Anwendung geht es insbesondere um das Verständnis der Funktionsweise, von Möglichkeiten und Grenzen sowie um kritisches Denken und Eigenverantwortung. „Künstliche Intelligenz kann eine große Hilfe sein und eröffnet beim Lernen neue Möglichkeiten. In der Schule geht es jedoch in erster Linie um die Vermittlung einer guten und soliden Allgemeinbildung. Die Bereitschaft, sich anzustrengen und eigenständiges Arbeiten gehören weiterhin dazu“, betonte Oldenburg.

Der Umgang mit KI wird auch in den Rahmenplänen verankert, hier insbesondere im Fach Informatik und Medienbildung. Seit dem Schuljahr 2019/2020 steht an allen weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 das einstündige Unterrichtsfach „Informatik und Medienbildung“ auf dem Stundenplan. Schülerinnen und Schüler erlangen in diesem Fach grundlegendes Wissen über Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. Es schafft die Grundlagen für die Nutzung digitaler Medien in den anderen Fächern, die sich damit stärker auf die inhaltliche Auseinandersetzung, die Wirkung von Medien sowie deren verantwortungsbewusste Nutzung konzentrieren können.