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Autor: Rügenbote

Drese würdigt Engagement des Lotsennetzwerks M-V

„Suchtkranke Menschen brauchen Verständnis, Hilfe und Begleitung“

Rostock – Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol finden vom 13. bis zum 21. Juni in ganz Deutschland zahlreiche Aktionen statt, die dazu einladen, sich kritisch mit Alkohol und Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Eine wichtige Veranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern war zum Auftakt der Aktionswoche der Fachtag des Lotsennetzwerkes der Suchtselbsthilfe in MV.

Der Fachtag in Rostock brachte Fachkräfte aus Suchthilfe, Selbsthilfe und Gesundheitswesen zusammen, zeigte aber auch die große Bedeutung der in einem Lotsennetzwerk arbeitenden ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern, die suchtkranke Menschen in das Hilfesystem integrieren und sie beim Ausstieg aus der Sucht unterstützen.

„Nach einer Entgiftung oder einer Therapie ist es oft schwer, wieder Fuß zu fassen, sich in der neuen Lebenssituation zu orientieren und abstinent zu leben. Dabei helfen unsere Lotsinnen und Lotsen, die oft selbst über Erfahrungen mit Suchterkrankungen verfügen oder die Herausforderungen als Angehörige kennen“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese, die den Fachtag mit einem Videogrußwort eröffnete.

Diese Erfahrungen seien besonders wertvoll, weil die Lotsen den Betroffenen so auf Augenhöhe und ohne Vorurteile begegnen können. „Außerdem machen sie Mut und zeigen: Keiner ist allein und es gibt ein Leben nach der Sucht“, so Drese.

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die weiterhin große Häufigkeit von Suchterkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern. So suchten im Jahr 2024 insgesamt 8.850 Menschen Unterstützung in den 24 Sucht- und Drogenberatungsstellen Mecklenburg-Vorpommerns. Das waren 290 Personen mehr als im Jahr davor. „Diese Zahlen zeigen, dass Suchterkrankungen keine Randerscheinung sind. Sie betreffen viele Menschen und wirken sich oft auf ganze Familien aus“, sagte Drese.

Für Kinder aus psychisch- und suchtbelasteten Familien gibt es deshalb in MV seit 2023 ein eigenes Angebot in Form der KipsFam-Regionalstellen, um auch ihnen Hilfestellung im Umgang mit der belastenden Lebenssituation zu geben, in der sie großwerden. „Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. Schätzungen zufolge sind rund 73.000 Kinder allein in MV betroffen“, unterstrich Drese.

Sie hoffe aber auch, dass die Aktionswoche Alkohol dazu beitrage, noch bestehende Stigmata abzubauen, die oft auch den Weg in das Hilfsnetz blockieren. „Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, für die man sich, wie bei anderen Krankheiten auch, Hilfe suchen kann und sollte. Ich würde mir deshalb wünschen, dass wir die Scham rund um dieses Thema verlieren, damit Betroffene möglichst frühzeitig Hilfe bekommen“, so die Ministerin weiter.

Je früher das der Fall sei, desto größer seien auch die Chancen auf eine erfolgreiche Stabilisierung und ein selbstbestimmtes Leben. „Denn wir wissen, dass Sucht eine Erkrankung ist, die tief in die menschliche Psyche eingreift. Wir wissen, dass das eigene Belohnungssystem unseres Gehirns gegen einen arbeitet. Und das zu durchbrechen, das braucht eine unvorstellbar große Menge an Kraft und eben auch Menschen wie unsere Lotsinnen und Lotsen, die an einen glauben“, betonte Drese.

Informationen zu den Lotsen finden Interessierte unter https://lotsennetzwerk-mv.org/. Eine Übersicht aller Suchtberatungsstellen sowie verschiedener Onlineberatungsangebote stellt unterdessen die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) zur Verfügung: https://www.lakost-mv.de/unterstuetzung. Auch die KipsFam-Anlaufstellen sind kostenfrei, ebenso wie die weiteren Veranstaltungen zur Aktionswoche Alkohol.

Grundstein für neue Raumschießanlage für die Polizei gelegt

Wichtiger Meilenstein für hochmodernes und nachhaltiges Einsatztrainingszentrum der Polizei

Waldeck – Der für den Staatshochbau zuständige Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue und Innenminister Christian Pegel legten heute gemeinsam den Grundstein für die neue Raumschießanlage der Polizei in Waldeck. An dem Termin nahmen zudem der Inspekteur der Polizei, Lutz Müller, die Polizeipräsidentin des Polizeipräsidiums Rostock, Anja Hamann, der Direktor des Landesbereitschaftspolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommern, Michael Ebert, und die Direktorin des Landeswasserschutzpolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommern, Antje Finnern, teil.

Mit einer Gesamtinvestition von rund 24,5 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Rostock ein hochmodernes Einsatztrainingszentrum für das polizeiliche Schießtraining. Davon werden voraussichtlich 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

„Mit dem Neubau schaffen wir sehr gute Voraussetzungen für eine moderne und realitätsnahe Aus- und Fortbildung unserer Polizistinnen und Polizisten. Gleichzeitig investieren wir in eine energieeffiziente Infrastruktur und stärken die heimische Wirtschaft: Drei Viertel der bislang beauftragten Unternehmen stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das zeigt, dass von dieser Investition nicht nur die Polizei, sondern auch die regionale Wirtschaft profitiert“, sagte Minister Dr. Heiko Geue.

Innenminister Christian Pegel betonte: „Mit der heutigen Grundsteinlegung beginnen wir den Bau einer modernen Raumschießanlage für die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern. Damit schaffen wir die nötige Infrastruktur für erweiterte und zeitgemäße Trainingsmöglichkeiten. Die Anforderungen an die polizeiliche Ausbildung sind hoch und werden weiter steigen. Eine verlässliche Einsatzfähigkeit setzt voraus, dass ein Training unter realistischen Bedingungen kontinuierlich möglich ist. Genau dafür entsteht hier ein neuer Standort, mit dem wir ein klares Signal für eine leistungsfähige und gut ausgebildete Polizei setzen.“

Das neue Einsatztrainingszentrum umfasst zwei Schießhallen mit 25- und 50-Meter-Bahnen, Trainings- und Seminarräume sowie Sozialbereiche. Die Schießhallen werden mit modernster digitaler Schießkinotechnik ausgestattet. Laserbeamer mit hochauflösender Zieldarstellung ermöglichen die Projektion statischer und bewegter Trainingsszenarien. Ein kamerabasiertes System erfasst Treffer automatisch. Die Anlage wird für dynamisches Mehrdistanzschießen sowie digital skaliertes Schießen bis 200 Meter ausgelegt und setzt damit neue Maßstäbe für die Aus- und Weiterbildung der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns.

Die vorbereitenden Maßnahmen für das Bauvorhaben begannen bereits im März 2025. Mit dem Rohbau wurde im Dezember 2025 begonnen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 vorgesehen.

Besonderes Augenmerk wird beim Neubau auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über hocheffiziente Wärmepumpen. Für eine nachhaltige Stromerzeugung ist zudem auf der Dachfläche des Neubaus die Errichtung einer großflächigen Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von rund 160 kWp geplant. Die Anlage soll jährlich rund 130.000 Kilowattstunden Strom erzeugen und vor allem die Wärmepumpen und die Raumschießanlage mit Eigenstrom versorgen.

Der Neubau unterschreitet die gesetzlichen Anforderungen an den Energieverbrauch und den CO₂-Ausstoß deutlich. Der berechnete Jahresprimärenergiebedarf liegt um mehr als 35 Prozentpunkte unter den gesetzlichen Anforderungen nach dem Gebäudeenergiegesetz. Zudem werden durch die Photovoltaikanlage jährlich rund 90 Tonnen CO2 eingespart.

Verantwortlich für das Bauvorhaben ist das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Neubrandenburg. Die Planung erfolgt durch die JSP ARCHITEKTEN Gesellschaft für Gesamtplanung mbH.

Schwesig/Blank: Gesundheitswirtschaft zeigt Stärke und Zukunftskraft

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat sich in dieser Woche erneut als bedeutender Standort der Gesundheitswirtschaft präsentiert. Zur 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft kamen mehr als 600 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesundheitsversorgung nach Rostock. Die Veranstaltung gilt als eines der wichtigsten Branchentreffen Deutschlands und macht die Innovationskraft einer Branche sichtbar, die zu den wichtigsten Wachstumsmotoren des Landes zählt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank zogen heute eine positive Bilanz. „Die Gesundheitswirtschaft ist eine entscheidende Zukunftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. Dank der engen Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesundheitsversorgung sind wir für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Auch die 21. Ausgabe der Nationalen Branchenkonferenz war eine perfekte Plattform für Austausch, Vernetzung und neue Impulse. Hier entstehen Netzwerke, Kooperationen und Ideen, die weit über die Veranstaltung hinaus wirken und den Gesundheitsstandort Mecklenburg-Vorpommern stärken“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Minister Dr. Wolfgang Blank ergänzte: „Unsere Branchenkonferenz zeigte auch in diesem Jahr eindrucksvoll, welche Dynamik in der Gesundheitswirtschaft steckt. Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem besonders attraktiven Standort für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Investoren entwickelt. Die Gesundheitswirtschaft ist zugleich lebendiger Innovationsmotor und verlässlicher Beschäftigungsgarant für unser Land.“

Wie attraktiv Mecklenburg-Vorpommern für innovative Unternehmen ist, zeige die geplante Ansiedlung des niederländischen Medizintechnikunternehmens OTN Implants im Gewerbegebiet Upahl. Das Unternehmen will dort künftig hochmoderne Titan-Knochenanker für Prothesen produzieren. Die Implantate ermöglichen Menschen mit Arm- oder Beinamputationen eine verbesserte Steuerung ihrer Prothesen und können sensorische Rückmeldungen vermitteln.

„Die Ansiedlung von OTN steht beispielhaft für die positive Entwicklung unserer Gesundheitswirtschaft“, sagte Schwesig. „Die Entscheidung des Unternehmens für Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass unser Land hervorragende Voraussetzungen für innovative Unternehmen bietet – von leistungsfähigen Forschungseinrichtungen über spezialisierte Unternehmen bis hin zu einer modernen Infrastruktur.“

Als Gründe für die Ansiedlung in M-V nennt das Unternehmen unter anderem die gute Verkehrsanbindung sowie die Nähe zu wichtigen Partnern wie der Universitätsmedizin Rostock und dem auf Beschichtungen für medizinische Implantate spezialisierten Unternehmen DOT. Mittelfristig sollen in Upahl mehr als 20 Arbeitsplätze entstehen.

Die positiven Entwicklungen spiegeln sich auch in den Kennzahlen der Branche wider. Mit rund 152.000 Beschäftigten arbeitet inzwischen etwa jeder fünfte Erwerbstätige in Mecklenburg-Vorpommern in der Gesundheitswirtschaft. Die Branche erwirtschaftet eine Bruttowertschöpfung von rund 7,8 Milliarden Euro und gehört damit zu den tragenden Säulen der Wirtschaft des Landes.

Die diesjährige Konferenz stand im Zeichen von Innovationen in den Bereichen Medizintechnik, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Prävention und Fachkräftesicherung. Zugleich bot sie eine Plattform für neue Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Gesundheitsdienstleistern aus dem In- und Ausland. Die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft wird seit 2005 von der BioCon Valley GmbH im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Sie hat sich in dieser Zeit zu einem bundesweit anerkannten Forum für Innovation, Vernetzung und Zukunftsthemen der Gesundheitswirtschaft entwickelt.

Geschlechtsbezogene Tatmotive sollen sachgerecht erfasst werden

Mecklenburg-Vorpommern brachte heute in den Bundesrat einen entsprechenden Entschließungsantrag ein

Berlin – Mecklenburg-Vorpommern hat heute in den Bundesrat eine Initiative eingebracht, die ein ernstes und schmerzhaftes Thema betrifft: die Tötung von Frauen aufgrund geschlechtsbezogener Motive. Es geht um Fälle, in denen Frauen getötet werden, weil sie sich trennen oder selbstbestimmt leben wollten oder weil der Täter die Entscheidung der Frau nicht akzeptiert hat und glaubte, über ihr Leben, ihre Freiheit und am Ende sogar über ihren Tod bestimmen zu können.

Diese Taten sind die extremste Form geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen. Sie sind Ausdruck von Besitzdenken, Kontrolle und patriarchalen Herrschaftsvorstellungen. Es geht um einen menschenverachtenden Machtanspruch“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zur Sitzung des Bundesrats am 12. Juni 2026. Mecklenburg-Vorpommern brachte mit Hamburg und Niedersachsen einen Entschließungsantrag „Geschlechterbezogene Tatmotive im Recht der vorsätzlichen Tötungsdelikte sachgerecht erfassen“ ein.

„Die Zahlen zeigen die Dringlichkeit des Problems. Allein im Jahr 2024 wurden 132 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, ein zerstörtes Leben, eine Familie, die einen geliebten Menschen verliert. Diese Taten sind sogenannten ‚Beziehungsdramen‘. Sie sind Ausdruck von Gewalt, die häufig aus Besitzdenken, Kontrollansprüchen und der Weigerung erwächst, die Selbstbestimmung eines anderen Menschen zu akzeptieren.

Die FemiziDE-Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass die häufigste Form des Femizids in Deutschland der Partnerinnenfemizid ist. Besonders häufig stehen diese Taten im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder befürchteten Trennung. Der Täter akzeptiert den Verlust seiner Kontrolle nicht und reagiert mit tödlicher Gewalt. Gleichzeitig zeigt die Studie ein weiteres Problem: Die strafrechtliche Bewertung dieser Taten erfolgt nicht einheitlich. Vergleichbare Sachverhalte werden teilweise als Mord, teilweise als Totschlag eingeordnet. Nicht immer gelingt es, geschlechtsbezogene Tatmotive über die bestehenden Mordmerkmale eindeutig zu erfassen“, so Ministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, bei einer Reform der vorsätzlichen Tötungsdelikte sicherzustellen, dass geschlechtsbezogene Tatmotive gesetzlich klarer erfasst werden. Dabei geht es insbesondere um Fälle, in denen Taten auf Vorstellungen geschlechtsbezogener Ungleichwertigkeit sowie auf patriarchalen Herrschafts- und Besitzansprüchen beruhen. Uns ist eines besonders wichtig: Wir wollen eine rechtsstaatlich saubere, geschlechtsneutrale und motivbezogene Regelung.

Es geht nicht um Symbolpolitik. Es geht um Rechtsklarheit. Es geht darum, die besondere Qualität dieses Unrechts im Strafrecht sichtbar zu machen. Der Reformbedarf ist seit Langem bekannt. Die vorsätzlichen Tötungsdelikte, insbesondere die §§ 211 ff. StGB, sind seit Jahrzehnten Gegenstand rechtswissenschaftlicher und kriminalpolitischer Diskussion. Auch die vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz eingesetzte Expertengruppe zur Reform der Tötungsdelikte hat bereits 2015 eine Neustrukturierung der §§ 211 ff. StGB empfohlen“, erklärt Justizministerin Bernhardt. Der Entschließungsantrag wurde in die Ausschüsse verwiesen.

Bekämpfung häuslicher Gewalt: Bundesrat billigt elektronische Fußfessel

Berlin – Der Bundesrat hat am 12. Juni 2026 ein Gesetz gebilligt, das bundeseinheitlich die elektronische Fußfessel verankert, um Menschen besser vor häuslicher Gewalt zu schützen.

Hintergrund ist die Zunahme häuslicher Gewalt – vor allem gegen Frauen – in den vergangenen Jahren. Mehr als 250.000 Fälle würden jedes Jahr erfasst, so die Bundesregierung. Mit dem Gesetz soll vorwiegend der zivilrechtliche Schutz im Gewaltschutzgesetz verbessert werden, um häuslicher Gewalt vorzubeugen und Verstöße besser sanktionieren zu können.

Wie es bereits in Spanien praktiziert wird, können Familiengerichte zukünftig in Hochrisikofällen Gewalttäter zum Tragen einer elektronischen Fußfessel verpflichten. So müsse das Opfer die Polizei nicht mehr selbst informieren, wenn der Täter gegen eine Schutzanordnung verstößt, heißt es in der Gesetzesbegründung. Unerlaubte Annäherungen würden früh erkannt und die Überwachungszentrale könne rechtzeitig Schutzmaßnahmen einleiten, etwa durch eine direkte Ansprache des Täters oder die Verständigung der nächsten Polizeibehörde. Für die Ansprache kann Gewalttätern auch aufgegeben werden, ein betriebsbereites Mobiltelefon bei sich zu führen.

Auf die Zustimmung des Opfers kommt es bei der Anordnung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung nicht an. Betroffene häuslicher Gewalt können aber auf Wunsch ein Zweitgerät erhalten, das anzeigt, ob sich der Täter ihnen nähert. Die Koordinierungsstelle kann zudem eine über die Verbotszone hinausgehende „Warnzone“ festlegen, um durch eine frühere automatisierte Benachrichtigung einen effektiveren Opferschutz zu ermöglichen, wie es der Bundesrat in seiner im Januar beschlossenen Stellungnahme vorgeschlagen hatte.

Den Familiengerichten wird durch das Gesetz auch ermöglicht, Gewalttäter zur Teilnahme an sozialen Trainingskursen wie Anti-Gewalt-Trainings zu verpflichten oder Gewaltpräventionsberatungen in Anspruch zu nehmen. Die Gerichte können auch Auskünfte aus dem Waffenregister anfordern. Darüber hinaus wird die mögliche Freiheitsstrafe bei Verstößen auf drei Jahre angehoben.

Nachdem sich die Länder nun abschließend mit dem Gesetz befasst haben, kann es ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Es tritt zum überwiegenden Teil am ersten Tag des vierten auf die Verkündung folgenden Quartals in Kraft.

Rentenanpassung 2026: Bundesrat stimmt Anstieg um 4,24 Prozent zu

Berlin – Der Bundesrat hat am 12. Juni 2026 der Verordnung der Bundesregierung zur Bestimmung des Rentenwerts in der gesetzlichen Rentenversicherung zugestimmt.

Durch die Verordnung steigt der aktuelle Rentenwert ab dem 1. Juli 2026 bundeseinheitlich um 4,24 Prozent auf 42,52 Euro. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Rentenanpassung nach Berechnung der Bundesregierung einen Anstieg um 77,85 Euro im Monat. Der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung ist der Gegenwert, der einem Rentenpunkt (oder Entgeltpunkt) entspricht. Er gibt an, wieviel monatliche Rente ein Rentner für jeden gesammelten Rentenpunkt erhält.

Auch für Landwirte wird der allgemeine Rentenwert von 18,83 Euro auf 19,63 Euro erhöht. Mit der Verordnung werden außerdem für die gesetzliche Unfallversicherung der Mindest- und der Höchstbetrag des Pflegegeldes auf 482 Euro und 1.916 Euro monatlich festgesetzt.

Die Bundesregierung passt jährlich die Renten an die aktuelle wirtschaftliche Situation an. Dies geschieht stets durch eine Rechtsverordnung, die der Zustimmung des Bundesrates bedarf.

Bundesrat billigt Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz

Drese begrüßt Apothekenreform: „Wichtiger Schritt für eine starke und wohnortnahe Arzneimittelversorgung“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat die heute im Bundesrat beschlossene Apothekenreform als wichtigen Beitrag zur Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Deutschland begrüßt.

„Die Apotheken vor Ort stehen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Gerade in ländlichen Regionen wird es zunehmend schwieriger, eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Mit der Reform setzen wir ein wichtiges Signal zur Stärkung der Apotheken und zur langfristigen Sicherung des bewährten flächendeckenden Versorgungsnetzes“, erklärte Drese in der Bundesratssitzung.

Die Ministerin betonte, dass das Gesetz nach intensiven Beratungen zwischen Bund und Ländern einen ausgewogenen Kompromiss darstelle. Ziel sei es gewesen, die Apotheken vor Ort wirtschaftlich zu stärken und gleichzeitig das System moderner, flexibler und patientennäher aufzustellen.

Positiv bewertet Drese die Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen. „Apotheken werden künftig noch stärker in Prävention, Gesundheitsförderung und Medikationsmanagement eingebunden. Das stärkt ihre fachliche Kompetenz und verbessert die Versorgung der Patientinnen und Patienten“, so die Ministerin.

Auch die erweiterten Impf- und Testmöglichkeiten seien ein wichtiger Schritt, um Arztpraxen zu entlasten und den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu erleichtern. „Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssen wir die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe stärker nutzen. Davon profitieren die Menschen insbesondere im ländlichen Raum.“

Für Mecklenburg-Vorpommern ist nach Aussage von Drese die Einführung vergüteter Teilnotdienste von besonderer Bedeutung. „Teilnotdienste haben sich in unserem Land bewährt. Die vorgesehene Honorierung stärkt die Versorgungssicherheit und unterstützt die Apotheken vor Ort“, erklärte Drese.

Kritisch sieht die Landesregierung dagegen die Möglichkeit, Apothekerinnen und Apotheker zeitweise durch pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten vertreten zu lassen. Mecklenburg-Vorpommern hat deshalb hierzu eine Protokollerklärung abgeben. „Bei komplexen pharmazeutischen Fragestellungen bleibt die Expertise approbierter Fachkräfte unverzichtbar. Inhabergeführte Apotheken sind und bleiben das Rückgrat einer qualitativ hochwertigen Beratung und Versorgung“, sagte Drese zur Begründung.

Als entscheidenden Baustein für den langfristigen Erhalt des Apothekennetzes bezeichnete Drese zudem die vom Bund beschlossene Anhebung des Packungsfixums auf 9,50 Euro in zwei Stufen ab dem 1. Januar 2027. „Seit Jahren stehen steigende Kosten und wachsende Aufgaben einer unveränderten Honorierung gegenüber. Die Erhöhung schafft die dringend benötigte Finanzierungs- und Planungssicherheit für die Apotheken.“

Drese zeigte sich überzeugt, dass die Reform die Apotheken nachhaltig stärkt: „Apotheken bleiben Garanten für eine niedrigschwellige, qualitativ hochwertige Versorgung und ein unverzichtbarer Bestandteil eines wohnortnahen Gesundheitssystems.“

Was muss Politik jetzt leisten?

Diskutieren Sie mit Sozialministerin Stefanie Drese in Bad Doberan

Bad Doberan – Die Sozialministerin Stefanie Drese lädt alle Interessierten in der kommenden Woche zu einem Bürgerforum nach Bad Doberan ein. Unter dem Titel „Was muss Politik jetzt leisten?“ können Bürgerinnen und Bürger im Kornhaus ihre Fragen an die Ministerin richten, die Arbeit des Ministeriums kennenlernen und gemeinsam mit ihr diskutieren.

„Gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich befinden wir uns derzeit mitten im Umbruch. Wie geht es weiter mit der Krankenhausreform im Land? Wie bewertet Mecklenburg-Vorpommern die Pläne zur Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung? Und warum braucht es gerade im Bereich der Pflege mehr politischen Gestaltungswillen und echte Reformen? Solchen Fragen wollen wir unter dem Titel „Was muss Politik jetzt leisten“ einen Raum geben“, erklärte Drese im Vorfeld der Veranstaltung.

Selbstverständlich können aber auch Fragen zu allen anderen Themen des Hauses, zu denen zum Beispiel auch das Ehrenamt, die Familienpolitik oder der Sport gehören, gestellt werden.

„Mir geht es vor allem darum, miteinander und auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen. Fragen Sie, was Sie schon immer mal von einer Ministerin wissen wollten, geben Sie uns mit was in Ihrer Region vielleicht schon gut läuft oder wo Sie selbst noch Probleme sehen. Denn gerade in herausfordernden Zeiten ist es mir wichtig, miteinander statt übereinander zu sprechen“, hob Drese hervor.

Das Bürgerforum in Bad Doberan findet im Kornhaus (Klosterhof 1, 18209 Bad Doberan) statt und beginnt am Montag, den 15. Juni 2026 um 18:00 Uhr. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt. Aus organisatorischen Gründen wird deshalb um Anmeldung unter https://t1p.de/BadDoberan  oder per Mail an pressestelle@sm.mv-regierung.de gebeten. Auch Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen, der Veranstaltung beizuwohnen. Wir freuen uns über Ihr Interesse.