Menü Schließen

Autor: Rügenbote

3. Akademischer Abend des Sanitätsunterstützungskommandos

Grimm: „Gesundheitsversorgung muss auch in der Krise funktionieren“

Neubrandenburg – Die Gesundheitsversorgung muss auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Darauf hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm beim 3. Akademischen Abend des Sanitätsunterstützungskommandos in Neubrandenburg hingewiesen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Bundeswehr und weiteren Akteuren für die Versorgung in Krisen- und Gefahrenlagen.

„Die veränderte geopolitische Lage, hybride Bedrohungen und Cyberangriffe, wie wir sie zum Beispiel schon in Greifswald, Hagenow und Ludwigslust erfahren mussten, aber auch Pandemien, Stromausfälle und Naturkatastrophen stellen das Gesundheitswesen vor wachsende und häufiger werdende Herausforderungen“, hob Grimm hervor. „Darauf müssen wir uns vorbereiten, denn im Notfall zählt jede Minute. Deshalb entwickeln wir zügig Pläne weiter, um die Versorgung auch dann aufrechtzuerhalten, wenn die regulären Strukturen an ihre Grenzen kommen. Resilienz entsteht nicht auf dem Papier, sondern dort, wo Menschen, Strukturen und Verantwortlichkeiten bereits vor der Krise zusammenfinden“, so die Staatssekretärin.

Der regelmäßige Austausch aller Beteiligten trage hierzu bei, zeigte sich Grimm überzeugt. Denn die Krisenvorsorge sei äußerst vielfältig und müsse die gesamte Versorgungskette im Blick behalten. „Dazu gehören neben der primären Versorgung, an die viele reflexartig zuerst denken, natürlich auch Aspekte wie Logistik und Lieferketten, Labore, Apotheken, der öffentliche Gesundheitsdienst und Dienstleister etwa für Pflege, Rehabilitation und Sanitätsmittel“, so Grimm.

Zuallererst gefordert sei hierbei der Bund, z.B. mit dem angekündigten Gesundheitssicherstellungsgesetz, das die Versorgung in Krisen- und Verteidigungslagen gewährleisten soll.

„Krisen halten sich nicht an Ländergrenzen. Deshalb hoffen wir, dass das Gesetz Regelungen zu klaren Zuständigkeiten enthält, Schnittstellen definiert und Strukturen zur Vorsorge ermöglicht, die die Länder auch praktisch umsetzen können. „Auch die Finanzierung wird zu klären sein, denn ein Plan in der Schublade macht allein noch kein System resilient“, unterstrich die Staatssekretärin.

In Mecklenburg-Vorpommern habe sich das Land im Gesundheitsbereich bereits auf den Weg gemacht, verwies Grimm auf das seit knapp einem Jahr geltende neue Landeskrankenhausgesetz. Es enthält erstmals einen eigenen Abschnitt zu Notfallversorgung und besonderen Gefahrenlagen und verpflichtet Krankenhäuser zu einer umfassenden Vorsorge.

„So müssen Krankenhäuser ihrem Versorgungsauftrag entsprechend Krankenhausalarm- und -einsatzpläne erstellen und regelmäßig fortschreiben“, verdeutlichte Grimm. Die Pläne müssen unter anderem Szenarien wie einen Massenanfall von Verletzten und Erkrankten, CBRN-Gefahrenlagen, Naturgefahren, den Ausfall der Informationstechnik oder kritischen Personalmangel berücksichtigen. Vorgeschrieben sei zudem die Abstimmung mit Katastrophenschutzbehörden, Gesundheitsämtern, Rettungsleitstellen, Polizei und benachbarten Krankenhäusern.

Darüber hinaus sieht das Gesetz Vorsorge für den Ausfall zentraler Versorgungsstrukturen vor, unter anderem eine Stromversorgung mit einer Versorgungsgarantie von 72 Stunden sowie Regelungen zur Bevorratung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und gegebenenfalls Sanitätsmaterial.

„Wir haben damit einen wichtigen Schritt gemacht: Krankenhäuser sollen nicht erst reagieren, wenn die Krise da ist, sondern sich systematisch auf besondere Gefahrenlagen vorbereiten. Jetzt kommt es darauf an, diese Vorgaben gemeinsam umzusetzen und die Zusammenarbeit über Zuständigkeits- und Ländergrenzen hinweg weiter zu stärken“, so Grimm.

Schülerfreude über neuen Fahrradparcours

Schulförderverein eröffnet feierlich Verkehrsgartens an der Grundschule Gingst

Insel Rügen – Geschafft! Der Schul- und Sportverein 09 Gingst hat sein Versprechen gehalten. Pünktlich zum Beginn der Fahrradwoche an der Grundschule eröffnete der Förderverein der Schule den neuen Verkehrsgarten. Zusammen mit über 160 Schülern, Lehrern und Gästen nahmen vor allem die Jungen und Mädchen aus den beiden 4. Klassen den Platz freudestrahlend in Beschlag. Sie können sich nun eine Woche lang mit verbesserten Bedingungen auf die offizielle Fahrradprüfung vorbereiten.

„Wir sind stolz auf diese Investition für unsere Kinder“, erklärt Bürgermeister Nico Last, der zugleich den Einsatz des Schulfördervereins lobt. „Wir investieren gerade Millionen in den Bau einer neuen Regionalen Schule“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Da sei die Gemeinde froh, dass der Verein durch ein großes Spendenaufkommen und eigene Mittel das Projekt realisiert habe. Die Absprachen dazu liefen reibungslos und immer auf einem kurzen Dienstweg.

Bürgermeister Nico Last, Jakob Harder, Johannes Pingler von der TIEWA GmbH, Marco Schneider und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.) durchschneiden das symbolische Band zur Eröffnung des Fahrradparcours in Gingst. Foto: Martina Zabel
Bürgermeister Nico Last, Jakob Harder, Johannes Pingler von der TIEWA GmbH, Marco Schneider und Schulleiter André Farin (v. r. n. l.) durchschneiden das symbolische Band zur Eröffnung des Fahrradparcours in Gingst. Foto: Martina Zabel

Mit fast 50.000 Euro hat der Verein das Vorhaben umgesetzt. Aus einer maroden Betonfläche auf dem Grundschulhof machte die TIEWA GmbH in den Sommerferien eine asphaltierte Verkehrsfläche mit professionell aufgetragenen Straßenmarkierungen. Mobile Verkehrsschilder, Hinweiszeichen und verschiedene Informationstafeln ergänzen den Parcours. „Ihr nutzt ab heute den modernsten Kreisverkehr der Insel und den sichersten Fußgängerüberweg“, sagte Schulleiter schmunzelnd in seinen Worten zur feierlichen Eröffnung. Er bedankte sich bei Unternehmen und Privatpersonen, die mit ihren Spendengeldern wirklich geholfen haben. Und das in Zeiten, in denen Cent und Euro oft zweimal umgedreht werden müssen.

„Der Platz ist total cool“, findet Marco Schneider, der zusammen mit Jakob Harder das rote Band durchschneiden durfte. „Jetzt macht das Radtraining noch viel mehr Spaß“, meinen beide. Sie denken auch an die Pausen oder Hortzeiten, in denen die Mitschüler mit den Mini-Dreirädern jetzt täglich das Fahren auf der schuleigenen Straße üben.

„Verkehrserziehung, Sicherheit und Wohlfühlen gehören an der Schule zusammen“, erklärt Schulleiter André Farin und ist sich einig mit Kathrin Böttcher. Die Projektleiterin für die regelmäßige Fahrradwoche hat maßgeblichen Anteil an der Planung des Parcours. Unterstützt wurde sie von Nicole Hoppe, die mit ihrem „Gute-Laune-Programm“ und ihrer Theatergruppe für die passende festliche Stimmung an dem Vormittag sorgte.

Rügens geheime Landzunge – LESUNG in der Stadtbibliothek Stralsund

Die Halbinsel Bug im äußersten Nordwesten der Insel Rügen ist landschaftlich reizvoll und blickt zugleich auf eine jahrzehntelang geheime und bewegte Vergangenheit zurück.

Stralsund – Am Mittwoch, 21. Oktober, 18 Uhr lädt die Stadtbibliothek Stralsund zu einer Autorenlesung mit Marten Schmidt ein.  Unter dem Titel „Rügens geheime Landzunge – Die Verschlusssache Bug“ nimmt der Autor sein Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte dieses besonderen Ortes.

Fast 80 Jahre lang war der Bug militärisches Sperrgebiet. Die Nutzungsgeschichte reicht von der Kaiserlichen Flotte über den Ersten und Zweiten Weltkrieg und die Demontage der Anlagen durch die Sowjetunion bis hin zur Nutzung durch die Nationale Volksarmee. Heute gehört der landschaftlich reizvolle Südzipfel der Halbinsel zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

In seiner Lesung lüftet Marten Schmidt Geheimnisse, die die Landzunge bis heute umgeben. Er erzählt von den stürmischen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und gibt Einblicke in die Geschichte und den Alltag an diesem lange abgeschirmten Ort. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einzigartigen historischen Fotos und Dokumenten, die die Vergangenheit des Bugs anschaulich werden lassen.

Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek Stralsund beginnt am 21. Oktober um 18 Uhr . Der Eintritt beträgt 6 Euro. Eintrittskarten sind während der Servicezeiten in der Stadtbibliothek sowie an der Abendkasse erhältlich.

Reservierungen sind per E-Mail an stadtbibliothek@stralsund.de möglich.

Reservierte Karten müssen bitte bis spätestens 13. Oktober abgeholt werden. 

Interkulturelle Woche 2026 in Stralsund: „dafür!“

32 Veranstaltungen laden zu Begegnung, Austausch und gemeinsamem Erleben ein

Stralsund – Noch bis zum 14. Oktober findet in Stralsund die Interkulturelle Woche 2026 statt. Unter dem Motto „dafür!“ laden in unserer Hansestadt insgesamt 32 kunterbunte Veranstaltungen dazu ein, die Vielfalt der Hansestadt zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Motto steht für eine klare Haltung: für Demokratie, für Menschenrechte, für Vielfalt und für ein respektvolles Zusammenleben aller Menschen.

Organisiert wird die Interkulturelle Woche von der Migrationsbeauftragten der Hansestadt Stralsund, Anja Schmuck, gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Hansestadt. „Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen und Einrichtungen diese Interkulturelle Woche mitgestalten, und lade alle Stralsunderinnen und Stralsunder herzlich ein, dabei zu sein“, sagt Anja Schmuck. „Das Programm ist so vielfältig wie die Menschen, die in unserer Hansestadt leben.“

Die Angebote reichen von kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsformaten über Seminare, Workshops und Filme bis hin zu Mitmachangeboten – auch für Kinder und Jugendliche. Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei.

Zu den Highlights gehören unter anderem internationale Stadt- und Begegnungsfeste mit landestypischen kulinarischen Köstlichkeiten, der Blaulichttag der Polizei, kreative Mitmachangebote, ein Mahl- und Backtag im Zoo, interaktive Führungen im Museumshaus sowie Konzerte, spannende Seminare, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen.

Das vollständige Programm ist unter www.stralsund.de/ikw2026 zu finden. Programm-Flyer liegen zudem an verschiedenen Orten in der Stadt aus.

Die Interkulturelle Woche bietet viele Gelegenheiten, gemeinsam ein Zeichen zu setzen: dafür! – für ein respektvolles Miteinander in der weltoffenen Hansestadt Stralsund.

„Ein herzlicher Dank gilt allen Engagierten, die mit ihrem Einsatz und ihren Ideen dieses vielfältige und abwechslungsreiche Programm zur Interkulturellen Woche 2026 in Stralsund möglich machen“, so Anja-Isabelle Schmuck, Migrationsbeauftragte der Hansestadt Stralsund.

Woche der Demenz

Drese zum Auftakt der Woche der Demenz: „Demenz geht uns alle an – wir müssen hinschauen und handeln“ / Neuer Landes-Demenzplan als gemeinsame Grundlage

Schwerin – Was passiert, wenn der vertraute Alltag Schritt für Schritt schwieriger wird? Wenn Erinnerungen verblassen, Selbstverständliches plötzlich Fragen aufwirft und nicht nur ein Mensch, sondern eine ganze Familie ihr Leben neu organisieren muss? Zum Welt-Alzheimertag hat Sozialministerin Stefanie Drese heute bei der Auftaktveranstaltung der Woche der Demenz in Schwerin dazu aufgerufen, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

„Hinter jeder Demenzdiagnose steht ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, mit Wünschen, Hoffnungen und dem Recht auf Teilhabe. Und hinter jedem betroffenen Menschen stehen oft Angehörige, Freunde und Nachbarn, die mittragen, helfen und auffangen. Wir dürfen Menschen mit Demenz nicht allein lassen – sie gehören mitten in unsere Gesellschaft“, sagte Drese.

Das diesjährige Motto des Welt-Alzheimertages „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ macht zugleich deutlich: Demenz betrifft nicht ausschließlich hochbetagte Menschen. Zwar sind die meisten Erkrankten älter als 65 Jahre, Demenzerkrankungen können aber auch in jüngeren Jahren auftreten. Zudem sind Angehörige und das soziale Umfeld über alle Generationen hinweg mitbetroffen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft stellt deshalb in diesem Jahr ausdrücklich die Vielfalt der Lebenssituationen und die gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt.

In Mecklenburg-Vorpommern leben bereits mehr als 40.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. „Wir müssen heute die Weichen dafür stellen, dass Menschen mit Demenz auch morgen möglichst lange selbstbestimmt und würdevoll leben können. Dazu gehören gute Pflege und medizinische Versorgung, aber genauso Beratung, passende Wohnformen, Teilhabe und ein Umfeld, das Demenz versteht und mitdenkt“, so Drese.

Mit dem im August vorgestellten ersten Demenzplan Mecklenburg-Vorpommern hat das Land dafür eine gemeinsame Grundlage geschaffen. Der Plan umfasst zehn Handlungsfelder – von Aufklärung, Prävention und gesundheitlicher Versorgung über Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige bis hin zu Wohnen, kommunaler Teilhabe, Netzwerkarbeit und einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung. Erarbeitet wurde er unter Beteiligung zahlreicher Fachleute sowie von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

„Der Demenzplan ist kein Papier für die Schublade. Er ist ein gemeinsamer Auftrag. Wir wollen vorhandene Angebote besser miteinander verknüpfen, Lücken erkennen und neue Lösungen entwickeln. Vor allem aber wollen wir, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wissen: Ihr seid nicht allein“, betonte Drese.

Ein wichtiger Teil dieser Unterstützung sind die regionalen Netzwerke und Beratungsangebote. In Schwerin steht dafür seit mehr als zehn Jahren das Zentrum Demenz, das Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen berät, informiert und passende Hilfen vermittelt. Die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September bringt zahlreiche Akteure aus Beratung, Pflege, Medizin, Kultur und Ehrenamt zusammen. Mit Begegnungen, Information und Veranstaltungen soll sie dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und Demenz stärker als Teil des gesellschaftlichen Miteinanders zu begreifen.

„Eine demenzfreundliche Gesellschaft zeigt sich nicht nur in Gesetzen und Strukturen. Sie zeigt sich vor allem darin, wie wir miteinander umgehen: ob wir Geduld haben, ob wir helfen, ob wir Menschen weiterhin einbeziehen und ihnen etwas zutrauen“, betonte Drese.

Die Ministerin dankte insbesondere den haupt- und ehrenamtlich Engagierten in Pflege, Medizin, Beratung und Betreuung sowie den Kommunen, Vereinen, Initiativen und Helferkreisen. „Sie sorgen jeden Tag dafür, dass Menschen mit Demenz nicht nur versorgt, sondern gesehen werden. Dafür verdienen sie Anerkennung und unseren Respekt.“

Schülerblick auf Gefahren von Cybermobbing

Gingster Sechstklässler erlernen Lösungsstrategien an erstem Anti-Mobbing-Tag

Insel Rügen – Mobbing im Internet. Kein Thema ist aktueller im Alltag eines Schülers. Daher haben sich die Jungen und Mädchen aus den 6. Klassen der Schule Gingst damit an einem eigenen Projekttag beschäftigt. Simon Altmann und Nadine Pirchi, zwei junge Schauspieler aus Berlin, unterstützten sie mit dem Theaterstück „Verletzt – vernetzt“. Darin machten sie unter anderem auf die Gefahren und Auswirkungen von Cybermobbing aufmerksam.

„Unsere Schüler haben das Stück mehr als aufmerksam verfolgt“, findet Sabine Tänzer, die als Teamleiterin zusammen mit ihren Kolleginnen den Projekttag organisiert hat. Die meisten Kinder kennen die Gefahren, die das Internet mit sich bringt. Und doch sei es immer wieder wichtig und notwendig, auf den sicheren und selbstbestimmten Umgang mit eigenen Bildern oder Kommentaren in sozialen Medien hinzuweisen. Das habe sie in dem Schauspielergespräch nach dem Stück gemerkt.

Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin
Nadine Pirchi und Simon Altmann vom Präventionstheater Terraraum (Bildmitte) mit den Klassensprechern aus den drei 6. Klassen der Schule Gingst. Foto: André Farin

Nadine Pirchi nutzte nämlich die Stunde nach der Aufführung, um mit den jungen Zuschauern ins Gespräch zu kommen. „Ich bin begeistert von den Kindern“, meint Nadine Pirchi. „Auf alle Fragen kamen so gute Antworten. Sie haben das Stück gut verstanden und konnten auch über den Umgang mit den Gefahren Ideen austauschen.“ Damit hätten die beiden Schauspieler des Präventionstheaters Terraraum ihr Ziel erreicht. Sie wollen mit ihren Aufführungen zum Nachdenken anregen und auf die negativen Seiten der modernen Medien hinweisen. An über 100 verschiedenen Orten in Deutschland haben sie ihr aktuelles Stück bereits gezeigt und mit einem Zuschauergespräch verbunden. Eine coole Idee, denn schneller kann mich sich kein Feedback einholen.

Lunis Schulz, einer der Zuschauer an dem Mittwochmorgen in der Gingster Turnhalle, bringt sich besonders oft im Gespräch ein. „Ich fand das Stück cool“, sagt er nach dem Auftritt. „Mir hat am besten gefallen, wie die Probleme der beiden Schüler gezeigt wurden.“ Er meint damit Charlie und Lisa. Während der Junge bereits Erfahrungen als Mobbingopfer gesammelt hatte und die Schule wechseln musste, hatte Lisa Kontakt zu einem mysteriösen „Pic-Sammler“ im Internet. Genügend Gesprächsstoff auch für die Unterrichtsstunden nach dem Stück.

„Der Anti-Mobbing-Tag ist einer von sechs präventiven Projekttagen, die wir an unserer Schule etablieren“, erklärt Schulleiter André Farin. Inzwischen biete man in jeder Jahrgangsstufe ein Thema an, mit dem sich die Klassen auf ganz unterschiedliche Weise beschäftigen. „Nach sechs Schuljahren haben unsere Kinder zahlreiche Themen symbolisch und anschaulich behandelt.“ Neben Rassismus und Mobbing kommen die Gingster Kinder mit Fragen von Drogenmissbrauch, Erleben von Vielfalt, Gesundheit und Demokratie in Kontakt.

Drese: Jetzt an Piks gegen RSV denken

Schwerin – Für Säuglinge, die im April 2026 oder später geboren wurden, empfiehlt das Robert Koch-Institut eine Immunisierung gegen das Respiratorische Synzytial-Viren (RSV). „Dafür ist jetzt die richtige Zeit“, erklärte heute Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Wochenende zum bevorstehenden kalendarischen Herbstbeginn, der die Grippe- und damit auch RSV-Saison einläutet. Auch Kinder, die im vergangenen Winter oder Frühjahr auf die Welt gekommen sind und bisher keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, können diese noch bis zum ersten Geburtstag nachholen.

„RSV-Infektionen sind bei Säuglingen der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Gerade in den ersten sechs Monaten sind sie besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Deshalb kann es auch bei zuvor gesunden Kindern schneller zu gefährlichen Verläufen kommen“, betonte Drese.

Eine Infektion beginnt in der Regel mit Symptomen wie Schnupfen und trockenem Husten. Auch Halsschmerzen und Fieber können auftreten. Die Infektion kann außerdem auf die unteren Atemwege übergreifen, was den Husten verschlimmert, Atemnot kann die Folge sein. Bei besonders jungen Patientinnen und Patienten können sich zudem die feinen Äste der unteren Atemwege entzünden oder gar eine Lungenentzündung entstehen. Bei Frühgeborenen kann das bis zu Aussetzern der Atmung führen.

„Wie bedrohlich das sein kann, haben wir in den vergangenen Wintern bei regelrechten RSV-Wellen immer wieder gesehen“, hob die Ministerin hervor. „Die gute Nachricht ist, dass die seit 2024 von der STIKO empfohlene, einmalige RSV-Prophylaxe dazu beigetragen hat, schwere Verläufe und Aufenthalte auf der Intensivstation deutlich zu verringern. In diesem Jahr steht erstmals sogar ein zweiter monoklonaler Antikörper zur Vorbeugung zur Verfügung“, so Drese.

Sie bat Eltern mit Säuglingen, die noch keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, das Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zu suchen, um sich zu einer möglichen RSV-Prophylaxe beraten zu lassen.

Die Kosten für die RSV- Prophylaxe werden dabei von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die meisten Anbieter privater Krankenversicherungen kommen für die RSV-Prophylaxe auf.

20 Jahre Produktionsschule Westmecklenburg

Wenn aus eigener Leistung neues Selbstvertrauen wächst

Greven – Die Produktionsschule Westmecklenburg feiert am heutigen Sonnabend ihr 20-jähriges Bestehen. Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm würdigte für die Landesregierung auf dem Grevener Hoffest das besondere Konzept der Einrichtung und die engagierte Arbeit der Lehrkräfte und Sozialpädagogen.

„Die Produktionsschule Westmecklenburg eröffnet für  Jugendliche und junge Erwachsene, deren Übergang in Ausbildung und Beruf mit besonderen Herausforderungen verbunden ist, eine neue Lebensperspektive. Sie verbindet praktisches Lernen direkt mit der Arbeit in echten Werkstätten. Unter marktähnlichen Bedingungen, aber in einem geschützten Raum und getragen von verlässlicher sozialpädagogischer Begleitung, entdecken junge Menschen ihre Potenziale“, sagte Grimm.

Viele Jugendliche hätten mit Schule früher oft nur Misserfolge verbunden. An der Produktionsschule hingegen erfahren sie oftmals das erste Mal echte Wertschätzung und Vertrauen. „Sie erleben tagtäglich: Was ich mit meinen eigenen Händen schaffe, wird gebraucht und gesehen. Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit motiviere ungemein und weist den Weg in ein selbstbestimmtes Leben“, so Grimm.

Dass die Idee der Produktionsschulen in Mecklenburg-Vorpommern so tief verwurzelt ist, sei dabei auch dem unermüdlichen Einsatz von Geschäftsführer Jan Buchholz zu verdanken. Vor allem durch dessen Engagement und Beharrlichkeit ist es gelungen, dass es mittlerweile ein flächendeckendes Netz an Produktionsschulen im Land gibt, zu dem für die Produktionsschule Westmecklenburg der 2006 gegründete Campus in Greven und seit 2013 auch ein neuerer Standort in Schwerin gehören.

Um diese wertvolle Arbeit langfristig abzusichern, hat das Land die Finanzierung modernisiert und stellt in der laufenden Periode (2022–2028) insgesamt 27,73 Millionen Euro für die landesweit acht Produktionsschulstandorte bereit.

„Mein besonderer Dank gilt dem gesamten Team und den Partnerbetrieben“, so Grimm. „Sie sind für die Jugendlichen zu echten Vertrauenspersonen und Ankern geworden – gerade dann, wenn der Lebensweg mal holprig verläuft.“