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Autor: Rügenbote

Tag des offenen Hofes 2026

Landwirtschaft zeigt Leistungskraft und Zukunftsperspektiven

Schwerin – Am kommenden Wochenende laden landwirtschaftliche Betriebe in ganz Mecklenburg-Vorpommern wieder zum „Tag des offenen Hofes“ ein. Alle zwei Jahre öffnen Höfe, Agrarbetriebe und landwirtschaftliche Unternehmen ihre Tore, um interessierten Besucherinnen und Besuchern einen unmittelbaren Einblick in die moderne Landwirtschaft zu ermöglichen.

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt unterstützt die landesweite Veranstaltung seit vielen Jahren als verlässlicher Partner. Auch 2026 beteiligt sich das Land an der Finanzierung mit 30.000 Euro und übernimmt damit rund 50 Prozent der entstehenden Kosten.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont: „Der Tag des offenen Hofes schafft Transparenz und Vertrauen. Wer erleben möchte, wie heute Lebensmittel produziert werden, welche Anforderungen die Betriebe erfüllen und welche Leistungen sie für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft erbringen, erhält hier einen unverfälschten Einblick. Landwirtschaft ist weit mehr als Nahrungsmittelproduktion – sie ist ein unverzichtbarer Pfeiler für Beschäftigung, Wertschöpfung und Lebensqualität in unseren ländlichen Räumen.“

Die Landwirtschaft gehört zu den prägenden Wirtschaftsbereichen Mecklenburg-Vorpommerns. Auf rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche erzeugen die Betriebe hochwertige Lebensmittel, sichern Einkommen und Beschäftigung und bilden die Grundlage zahlreicher regionaler Wertschöpfungsketten – von der Verarbeitung über Logistik und Handel bis hin zum Tourismus. Gleichzeitig übernehmen viele landwirtschaftliche Unternehmen Verantwortung weit über den eigenen Betrieb hinaus und engagieren sich in Feuerwehren, Vereinen sowie kulturellen und sozialen Projekten.

Das Landwirtschaftsministerium wird am Wochenende auch selbst vor Ort vertreten sein. Staatssekretär André Konsolke besucht am Samstag ab 10 Uhr das Landgut Durach in Schönhausen. Der Betrieb bewirtschaftet rund 3.350 Hektar Fläche, hält knapp 600 Großvieheinheiten Milchvieh und verarbeitet einen Teil seiner Erzeugnisse selbst. Damit steht er beispielhaft für moderne Landwirtschaft, die Produktion, Verarbeitung und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet.

Minister Dr. Till Backhaus nimmt am Sonntag ab 15 Uhr am Agrar-Nord-Talk auf dem Betrieb der Trantower Agrar GmbH in Sassen-Trantow teil. Im Mittelpunkt stehen aktuelle agrarpolitische Herausforderungen, die Zukunft der ländlichen Räume sowie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft.

Ein zentrales Thema wird die künftige Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik sein. Nach derzeitigen Überlegungen in Brüssel drohen Kürzungen des Agrarbudgets sowie eine verpflichtende Kappung und Degression der Direktzahlungen. Mecklenburg-Vorpommern wäre aufgrund seiner gewachsenen Agrarstruktur davon besonders betroffen. Das Land setzt sich deshalb gemeinsam mit anderen ostdeutschen Ländern für den Erhalt eines starken EU-Agrarbudgets, eigenständige Fördermittel für die ländliche Entwicklung und verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe ein.

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Zukunft der Tierhaltung. Die Landesregierung bekennt sich ausdrücklich zu einer starken Nutztierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Tierhaltung sichert Arbeitsplätze, stärkt regionale Verarbeitungskapazitäten und schafft zusätzliche Wertschöpfung im ländlichen Raum. Um Investitionen in moderne und tierwohlgerechte Ställe zu erleichtern, wurde die Investitionsförderung auf bis zu 2,5 Millionen Euro pro Vorhaben erhöht. Gleichzeitig setzt sich das Land für schnellere Genehmigungsverfahren und mehr Planungssicherheit für die Betriebe ein.

Auch die Entwicklung der ländlichen Räume bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe. Seit 2015 wurden mit Unterstützung von EU, Bund und Land rund 289 Millionen Euro in Schulen, Kitas und Ärztehäuser investiert. Hinzu kommen mehr als 385 Millionen Euro für kommunale Dorfentwicklungsmaßnahmen sowie über 212 Millionen Euro für LEADER-Projekte, die von den Menschen vor Ort selbst entwickelt und umgesetzt wurden. Diese Investitionen stärken die Lebensqualität, schaffen Perspektiven und sichern gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns.

„Wer starke ländliche Räume will, braucht eine starke Landwirtschaft. Der Tag des offenen Hofes macht sichtbar, wie eng beides miteinander verbunden ist. Unsere Betriebe produzieren Lebensmittel, schaffen Arbeitsplätze, investieren in die Zukunft und tragen Verantwortung für ihre Regionen. Diese Leistungen verdienen Anerkennung und verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so Backhaus.

Beim Tag des offenen Hofes präsentieren zahlreiche Betriebe im ganzen Land ihre Arbeit mit Hofführungen, Technikschauen, Stallbesichtigungen, regionalen Produkten und Mitmachangeboten für Familien.

Das vollständige Programm ist beim Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern abrufbar.

Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder

Gesundheitsministerkonferenz setzt Impulse für Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung und Gesundheitsschutz

Hannover – Heute endet die diesjährige Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder, die unter dem Vorsitz Niedersachsens in Hannover stattfand. Im Mittelpunkt standen neben den vom Bund geplanten Reformen verschiedene Initiativen, um Arztpraxen zu entlasten, den medizinischen Nachwuchs zu sichern und junge Menschen besser vor modernen Gesundheitsrisiken zu schützen.

So sprachen sich die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren dafür aus, die Bürokratie in Arztpraxen deutlich zu entschlacken. Vorgeschlagen wurde unter Mitantragstellung von MV eine Erhöhung der Bagatellgrenze auf 300 Euro pro Arzt/Ärztin, Quartal und Krankenkasse. Damit ließe sich der unverhältnismäßig hohe Zeitaufwand bei Abrechnungsprüfungen, die sich zumeist lediglich auf niedrige Rückforderungsbeträge beziehen, spürbar reduzieren. Im gleichen Zuge solle zudem auch geprüft werden, inwiefern auf doppelte Datenerhebungen verzichtet und eine vollständige Digitalisierung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen möglich ist.

„Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, dass unser medizinisches Fachpersonal wertvolle Arbeitszeit mit überbordender Bürokratie verbringt. Jede Stunde, die nicht für Formulare und Doppelmeldungen aufgewendet werden muss, entlastet unsere Praxen enorm und kommt letztlich den Patientinnen und Patienten zugute“, erklärte Gesundheitsstaatsekretärin Sylvia Grimm, die Mecklenburg-Vorpommern in Hannover vertrat.

Unter dem Blickwinkel der ambulanten Versorgung hat Mecklenburg-Vorpommern außerdem einen eigenen Antrag zur Weiterbildungsförderung von Kinder- und Jugendmedizinern gestellt, der auf breite Zustimmung stieß. „Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und der zunehmenden Ambulantisierung werden sektorenübergreifende Weiterbildungsverbünde an Bedeutung gewinnen. Dies betrifft vor allem die Fachgebiete wie die Pädiatrie, in denen es bereits jetzt verstärkt Versorgungsprobleme gibt“, erklärte Grimm.

Dennoch gebe es derzeit für die Kinder- und Jugendärzte noch eine Stellenbegrenzung für Weiterbildungen, die bei Hausärzten nicht existiert. „Hier streben wir eine Gleichstellung an, damit es nicht zu einer Verschärfung des Mangels kommt. Zumal die Pädiater für junge Patienten ja auch die hausärztliche Versorgung übernehmen“, hob Grimm hervor.

Selbst eingebracht hatte Mecklenburg-Vorpommern außerdem einen Antrag zu Nikotinbeuteln. „Tabakfreie Nikotinbeutel sind im Internet für Kinder und Jugendliche frei verfügbar. In bunten Farben und mit Geschmacksrichtungen wie Pfirsich oder Pina Colada versprechen diese Produkte einen für viele junge Menschen erstrebenswerten Lifestyle, verbergen aber zugleich die gesundheitlichen Risiken, die von Nikotinbeuteln ausgehen“, so Grimm. So liege der Nikotingehalt oft deutlich über dem herkömmlicher Tabakprodukte.

Derzeit fallen diese Beutel unter das Lebensmittelrecht, da sie keinen Tabak enthalten. Grimm: „Doch die Praxis zeigt, dass diese Einordnung an ihre Grenzen stößt, vor allem im Online-Handel und bei der Kontrolle der Verkaufsstellen vor Ort. Das angestrebte Schutzniveau für unsere Kinder und Jugendlichen wird so schlichtweg nicht erreicht. Die einhellige Zustimmung aller Länder auf ein Verbot im Tabakrecht hinzuwirken, ist ein starkes Signal für unsere gemeinsame Entschlossenheit beim Jugendschutz.“

Drese bei 21. Nationalen Branchenkonferenz

Drese: Gesundes Altern ist gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftsaufgabe

Rostock – Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert weitere gesamtgesellschaftliche Anstrengungen und mehr Präventionsangebote für ein gesundes Altern und die Gesunderhaltung im Job. „Die Frage, wie wir gesund alt werden und unsere Arbeitskraft erhalten, ist mit Blick auf unsere demografische Entwicklung längst nicht mehr nur ein individuelles Anliegen, sondern muss eine zentrale Zukunftsaufgabe für Politik und Wirtschaft werden“, betonte Drese anlässlich des Forums „Longevity at work“ auf der 21. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.

 „Mehr als 440.000 Menschen im Land sind inzwischen älter als 65 Jahre. Und diese Entwicklung spiegelt sich in Zeiten, in denen der Fachkräftemangel und der Geburtenknick zusammentreffen, auch in den Unternehmen wider“, so Drese. So seien schon jetzt mehr als 37 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 50 Jahre und älter.

„Wir müssen deshalb unsere Arbeitsplätze so gestalten, dass sie unsere Gesundheit fördern, statt ihr zu schaden. Wir müssen Maßnahmen weiterentwickeln, um möglichst lange fit im Beruf bleiben zu können, aber auch darüber hinaus“, unterstrich Drese. Aus ihrer Sicht müsse sich daher auch das grundsätzliche Verständnis von Gesundheit am Arbeitsplatz weiterentwickeln. „Neben dem klassischen Arbeitsschutz zur bloßen Vermeidung von Gefahren sind zunehmend auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wichtig, die körperliche und psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten stärken“, sagte sie.

Von solch einem guten betrieblichen Gesundheitsmanagement profitierten sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte. „Denn gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen steigern die Attraktivität von Unternehmen, erhöhen die Produktivität und stärken die Bindung von Fachkräften“, so Drese. Gleichzeitig verbesserten sie Wohlbefinden, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten.

Um Arbeitskultur und Prävention stärker zu verzahnen, helfe auch die im vergangenen Jahr veröffentlichte Landesstrategie für Gesundheit und Prävention. Diese verfolgt nach Aussage von Drese unter anderem das Ziel, arbeitsbedingte Erkrankungen zu reduzieren und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Schwerpunkte der Strategie sind die Bewegungsförderung, die psychische Gesundheit, die Suchtprävention sowie die Stärkung von Gesundheitskompetenzen.

Drese: „Je früher wir in Prävention, Gesundheitsförderung und gute Arbeitsbedingungen investieren, umso eher schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch der Generationenwechsel in der Arbeitswelt gelingt und Menschen länger leistungsfähig bleiben können, auch über die Arbeit hinaus.“

21. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eröffnet

Dr. Wolfgang Blank: „Die Gesundheitswirtschaft ist Innovationsmotor, Beschäftigungsgarant und Resilienzfaktor für Mecklenburg-Vorpommern.“

Rostock – Mit rund 600 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist heute in Rostock die 21. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft gestartet. Die zweitägige Veranstaltung steht unter dem Motto „#Gesundheit2026“ und gilt als wichtigste Plattform für den Austausch über Zukunftsthemen der Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Partnerland der diesjährigen Konferenz ist Lettland.

Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank betonte zum Auftakt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche für Mecklenburg-Vorpommern: „Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den stärksten und dynamischsten Wirtschaftsbranchen unseres Landes. Sie verbindet Innovation, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Nutzen auf einzigartige Weise. Mit über 150.000 Beschäftigten arbeitet inzwischen etwa jeder fünfte Erwerbstätige in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Bereich. Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein zentraler Wachstumsmotor, ein wichtiger Arbeitgeber und zugleich ein wichtiger Faktor für die Resilienz unseres Landes.“

Die Konferenz bietet in zahlreichen Fachforen und Diskussionsrunden Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Branche zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Themen wie innovative Medizintechnik, Künstliche Intelligenz, digitale Gesundheitslösungen, Start-up-Förderung, Prävention sowie der Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Fitness. „Resilienz entsteht lange vor der Krise – durch Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Genau dafür steht diese Konferenz. Sie bringt die relevanten Akteure zusammen und schafft Raum für neue Ideen, starke Kooperationen und zukunftsgerichtete Investitionen“, sagte Minister Dr. Blank.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem diesjährigen Partnerland Lettland. Unter Leitung des lettischen Gesundheitsministers Hosams Abu Meri nimmt eine knapp 30-köpfige hochrangige Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik an der diesjährigen Konferenz teil. Die Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Lettland wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und umfasst insbesondere die Bereiche Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung und Forschung.

„Der Ostseeraum bietet beste Voraussetzungen für gemeinsame Innovationen in der gesamten Gesundheitswirtschaft, insbesondere in Life Sciences und Medizintechnik. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der gesamten Region. Die Kooperation mit Lettland zeigt beispielhaft, welches Potenzial in grenzüberschreitender Zusammenarbeit steckt“, erklärte Minister Dr. Blank.

Die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft wird im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern von der BioCon Valley GmbH organisiert. Sie gilt als das zentrale Schaufenster der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns und trägt wesentlich dazu bei, den Gesundheitsstandort national und international sichtbar zu machen. Nach aktuellen Berechnungen erwirtschaftete die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt eine Bruttowertschöpfung von rund 8 Milliarden Euro und steht für mehr als 14 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Damit zählt sie zu den wichtigsten Leitbranchen Mecklenburg-Vorpommerns.

Verfassungsschutzbericht 2025

Innenminister Christian Pegel: „Hybride Bedrohungen wollen das Vertrauen in unseren Staat zerstören“

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat heute gemeinsam mit Thomas Krense, Leiter der Verfassungsschutzabteilung den Verfassungsschutzbericht 2025 für Mecklenburg-Vorpommern in der Landespressekonferenz vorgestellt. Der Bericht zeigt, welchen extremistischen und sicherheitsrelevanten Herausforderungen Mecklenburg-Vorpommern aktuell gegenübersteht – verständlich, transparent und mit Blick auf die Sicherheit der Menschen im Land.

Im Jahr des 35-jährigen Bestehens des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich: Die Bedrohungslage ist weiterhin angespannt und vielfältig. Neben den bekannten Formen des Extremismus gewinnen neue Gefahren zunehmend an Bedeutung – vor allem hybride Bedrohungen und Radikalisierung im Internet.

„Hybride Bedrohungen richten sich nicht nur gegen einzelne Einrichtungen. Sie greifen das Vertrauen der Bevölkerung in Staat, Demokratie und Institutionen an. Dazu zählen Desinformation, Spionage, Cyberangriffe und Sabotage. Mecklenburg-Vorpommern ist davon ebenfalls intensiv betroffen – unter anderem auch wegen seiner Ostseelage, der Häfen, der Energieversorgung, der maritimen Wirtschaft sowie wichtiger Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen“, betonte Innenminister Christian Pegel bei der Vorstellung und fügte hinzu:

„Der Bericht dokumentiert nicht nur Entwicklungen, sondern ist auch eine Grundlage für Prävention, Aufklärung und politische Entscheidungen. Wer unsere Demokratie schützen will, muss Gefahren früh erkennen und entschlossen handeln. Dazu gehört, extremistische Strukturen ebenso im Blick zu behalten wie verdeckte Einflussnahme fremder Staaten. Dafür braucht es einen handlungsfähigen Verfassungsschutz, der Entwicklungen rechtzeitig analysiert und die freiheitliche demokratische Grundordnung wirksam schützt.“

Hybride Bedrohungen nehmen weiter zu

Hybride Bedrohungen – also die gezielte Kombination aus Spionage, Cyberangriffen, Desinformation und politischer Einflussnahme – stellen weiterhin eine ernste Gefahr dar. Auch 2025 war Deutschland, und damit auch Mecklenburg-Vorpommern, Ziel solcher Aktivitäten. Besonders im Fokus standen russische Nachrichtendienste im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Der Verfassungsschutz MV hat seine Fähigkeiten deshalb weiter ausgebaut und fungiert inzwischen als zentrale Anlaufstelle für den Umgang mit hybriden Bedrohungen. Der Austausch mit Behörden, Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurde intensiviert, insbesondere in sensiblen Bereichen wie maritimer Wirtschaft, kritischer Infrastruktur und Maschinenbau.

Radikalisierung verlagert sich zunehmend ins Internet

Radikalisierung findet heute immer häufiger im Internet statt. Das betrifft alle Formen des Extremismus. Über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Musik, kurze Videos, Memes oder geschlossene Chats versuchen extremistische Gruppen gezielt, vor allem junge Menschen zu erreichen und an ihre Ideologien heranzuführen.

Besonders gefährlich ist dabei die Mischung aus dem Gefühl, dazuzugehören, bewussten Provokationen, einfachen Feindbildern und der Verherrlichung von Gewalt. Gerade junge Menschen werden so emotional angesprochen, in Gruppen eingebunden und Schritt für Schritt an extremistische Denkweisen herangeführt.

„Extremisten nutzen die digitalen Räume sehr geschickt. Deshalb dürfen wir das Internet nicht sich selbst überlassen, sondern müssen dort klar Haltung zeigen. Unser Ziel ist es, junge Menschen stark zu machen – damit sie Manipulation, Hass und Gewalt erkennen und sich bewusst dagegen entscheiden können. Wer früh versteht, wie extremistische Propaganda funktioniert, ist besser geschützt. Prävention im digitalen Raum ist heute ein zentraler Bestandteil unserer Sicherheitsarbeit“, verdeutlichte der Minister.

Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr

Auch 2025 bleibt Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die Demokratie im Nordosten. Erstmals zählen die Sicherheitsbehörden mehr als 2.000 Personen zur rechtsextremen Szene – konkret sind es 2.030. Besonders auffällig ist, dass immer mehr junge Menschen dazukommen. Viele von ihnen stammen aus einem bislang locker organisierten Umfeld und rutschen schrittweise in extremistische Strukturen ab.

Große Sorgen bereitet vor allem die zunehmende Radikalisierung im Internet, die bis in den Schulalltag hineinwirkt. Dadurch stehen Lehrkräfte und Schulen vor immer größeren Herausforderungen, wenn es darum geht, extremistischen Tendenzen frühzeitig zu begegnen.

Um Jugendliche zu erreichen, nutzt die Szene zudem moderne Musikstile wie Rap oder partyähnliche Formate, die auf den ersten Blick harmlos wirken, aber extremistische Botschaften transportieren. Zudem zeigt sich eine engere Verbindung zwischen Rechtsextremismus, Kampfsport und der Hooligan-Szene. Kampfsport wird gezielt genutzt, um Gewaltbereitschaft und Zusammenhalt zu fördern.

„Rechtsextremisten versuchen, junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich täglich aufhalten: im Netz, in der Musik und im Freizeitbereich. Dem müssen wir als Gesellschaft entschieden entgegentreten – mit klarer Haltung, Aufklärung und einem starken demokratischen Miteinander“, sagte der Minister mit Blick auf diese Entwicklung.

„Reichsbürger“: kleine Gruppen, große Probleme

Die Zahl der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ im Nordosten ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Während der Verfassungsschutz zuvor von etwa 690 Personen ausging, lag das Personenpotenzial zuletzt bei rund 800, wobei der Anstieg vor allem Einzelpersonen ohne feste organisatorische Anbindung betrifft. Nur etwa 27 Prozent der Szene sind in Gruppen oder Zusammenschlüssen organisiert.

Den Sicherheitsbehörden zufolge gelten rund 19 Prozent der Reichsbürger- und Selbstverwalterszene als gewaltorientiert. Etwa sieben Prozent von ihnen werden zugleich dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet. Die Szene fiel erneut durch Beleidigungen, Körperverletzungen, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie massive Störungen von Verwaltungsabläufen auf.

„Diese Szene stellt unsere staatlichen Strukturen bewusst infrage und scheut dabei auch nicht vor Gewalt zurück. Umso wichtiger ist es, dass unsere Behörden handlungssicher, gut vernetzt und konsequent auftreten“, betonte Innenminister Christian Pegel.

Um Behörden besser zu schützen, veranstaltete der Verfassungsschutz im Februar 2026 das Symposium „Souverän im Amt“ mit rund 500 Teilnehmenden aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Politik.

Linksextremismus: Jugendgruppen mit klarer Ideologie

Das linksextremistische Personenpotenzial blieb mit etwa 450 Personen stabil. An Bedeutung gewonnen haben jedoch ideologisch gefestigte, kommunistisch geprägte Jugendgruppen wie die Rote Jugend Rostock. Diese Gruppen sprechen gezielt junge Menschen an und vermitteln ein starkes Wir-Gefühl sowie revolutionäre Ideen.

„Extremistische Gruppen versuchen gezielt, junge Menschen mit einfachen Antworten und einem starken Wir-Gefühl für ihre Ideologie zu gewinnen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, frühzeitig aufzuklären und demokratische Alternativen sichtbar zu machen“, erklärte Christian Pegel.

Die Zahl der gewaltbereiten Linksextremisten blieb etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Islamismus und auslandsbezogener Extremismus

Das islamistische Personenpotenzial in Mecklenburg-Vorpommern lag im Jahr 2025 bei rund 200 Personen und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Mehrheit dieser Personen, rund 190, lässt sich dem Salafismus zuordnen. Der Fokus der Sicherheitsbehörden lag vor allem auf islamistisch motivierten Einzelpersonen und digitalen Radikalisierungsprozessen. Auch 2025 blieben digitale Radikalisierungsprozesse in diesem Phänomenbereich relevant.

Das Personenpotenzial im Bereich des nicht-islamistischen, auslandsbezogenen Extremismus belief sich im Jahr 2025 auf rund 330 Personen. Der Schwerpunkt blieb die „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK), der im Land rund 290 Personen zugerechnet wurden. Trotz des im Jahr 2025 fortgesetzten Annäherungs- und Friedensprozesses zwischen dem türkischen Staat und der PKK nutzt Letztgenannte Deutschland weiterhin als Rückzugsraum zur Finanzierung, Propagandaunterstützung und Mobilisierung.

Trotz erklärter Auflösung und Gewaltverzichts setzte die Organisation ihre Aktivitäten in Deutschland fort, etwa durch Spenden- und Rekrutierungsmaßnahmen.

Moderner Rechtsrahmen für mehr Sicherheit im Land

Angesichts wachsender und vielfältiger Bedrohungen für unsere Demokratie wurde auch der rechtliche Rahmen weiterentwickelt. Mit der Überarbeitung des Landesverfassungsschutzgesetzes sorgt Mecklenburg-Vorpommern dafür, dass Sicherheit und Freiheit gemeinsam gedacht werden. Das Ziel besteht darin, den Schutz der Grundrechte zu stärken, handlungsfähig zu bleiben und eine wirksame parlamentarische Kontrolle sicherzustellen – und das angepasst an die Herausforderungen unserer Zeit.

„Der Verfassungsschutzbericht 2025 macht deutlich: Unsere Demokratie steht unter Druck – durch unterschiedliche Akteure und auf ganz verschiedenen Wegen, ob offen oder im Verborgenen, im Alltag oder im digitalen Raum. Mecklenburg-Vorpommern begegnet diesen Herausforderungen mit Aufmerksamkeit, Sachlichkeit und Verantwortung. Eine starke Demokratie braucht Wissen, Zusammenhalt und einen handlungsfähigen Rechtsstaat. Nur gemeinsam können wir unsere freiheitliche demokratische Grundordnung auch in Zukunft schützen und stärken“, sagte Innenminister Christian Pegel abschließend.

Schwesig: Gesundheitswirtschaft im Land hat sich gut entwickelt

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eine positive Bilanz der Entwicklung in der Branche gezogen. „Dank BioCon Valley verfügen wir über Zahlen zum ökonomischen Fußabdruck der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach entstehen 14,3 Prozent unserer Bruttowertschöpfung in diesem Bereich. Jeder und jede fünfte Erwerbstätige in unserem Land arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Insgesamt sind es 151.900 Menschen.

Die Wertschöpfung ist in den letzten Jahren fast kontinuierlich gewachsen. Sie beträgt nach den neuesten Zahlen 7,8 Milliarden Euro – gegenüber 6,5 Milliarden im Jahr 2021“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Es war richtig, die Gesundheitswirtschaft zum strategischen Thema für unser Land zu machen. Dafür bin ich dem früheren Ministerpräsidenten Harald Ringstorff ebenso dankbar wie Professor Horst Klinkmann, der schon früh den Impuls gegeben hat, die gute Voraussetzungen unseres Landes für die Gesundheitswirtschaft zu nutzen. Wir haben diese Schwerpunktsetzung in den letzten Jahren weiter vorangetrieben“, bilanzierte Schwesig.

Neue Unternehmen seien ins Land gekommen, andere würden ihre Produktionskapazitäten erweitern. „Das irische Unternehmen Amnexis hat sich in Greifswald angesiedelt. Miltenyi investiert in Teterow 10 Millionen Euro in den Neubau einer modernen Produktionshalle. Das Unternehmen ist vor 20 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen und seitdem kontinuierlich gewachsen. Gleiches gilt für das Schweizer Unternehmen Ypsomed, das mit großen Investitionen seine Produktion in Schwerin verdoppelt.“

Mit dem BioCon-Valley-Netzwerk und dem im Kuratorium Gesundheitswirtschaft erarbeiteten Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030 sei die Branche auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. „Wir brauchen Stabilität und Verlässlichkeit. Und strategische Schwerpunkte, die wir auf lange Sicht verfolgen wie die Gesundheitswirtschaft. Ich danke allen, die sich im Netzwerk BioCon Valley und an der Nationalen Branchenkonferenz als wichtiger Plattform der deutschen Gesundheitswirtschaft beteiligen.“ Partnerland der Branchenkonferenz ist in diesem Jahr Lettland. „Wir freuen uns auf neue Impulse, gerade im Bereich der Digitalisierung unseres Gesundheitswesens.“

Zuwendungsbescheid für den Landeszootag am 10. Juli

Rostock – Für die Finanzierung des „Landeszootag 2026“ übergibt Zoominister Dr. Till Backhaus heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 190.000 Euro an die Direktorin des Rostocker Zoos und neue Vorsitzende des Landeszooverbandes MV (LZV), Antje Angeli. Zum Landeszootag am 10. Juli haben Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr freien Eintritt in allen 18 im LZV zusammengeschlossenen Zoos und tiergärtnerischen Einrichtungen.

„Unsere Zoos und Tiergärten bieten auf 560 Hektar naturnahe Erholung. Sie locken jährlich rund drei Millionen Besucher und sind Oasen im Alltag. Hier sind alle Interessierten eingeladen, zu entdecken, zu erforschen und auch mal die Zeit zu vergessen. Seit 2020 investiert das Land rund 29 Millionen Euro in die Tiergärten und Zoos des Landes. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Zu nennen sind hier die Erhaltungszuchtprogramme, die Wildtierauffangstationen und die Wiederansiedlungsprojekte. Mit ihren neun Zooschulen leisten die Mitglieder des Landeszooverbandes aktiven Natur- und Artenschutzunterricht vor Ort. Im vergangenen Jahr haben ca. 60.000 Kita- und Schulkinder an den umfangreichen Bildungsangeboten teilgenommen. Damit haben sich Tiergärten zu anerkannten Kompetenzzentren für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung entwickelt. Sie sind eine unverzichtbare, attraktive und lebensnahe Bereicherung für alle Generationen“, sagt Backhaus.

Erstmals hat der Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern mit Frau Angeli eine Vorsitzende. Sie trat Ende 2025 die Nachfolge von Dr. Tim Schikora an, der den Schweriner Zoo leitet. Vorher war Angeli rund 20 Jahre als Kuratorin im Zoo Rostock tätig.

Zum Landeszootag 2026 bieten die Einrichtungen ein buntes Programm mit Fütterungen, Schauvorführungen, Tierpfleger-Sprechstunden und Mitmachaktionen. Landesweit werden bis zu 20.000 Gäste erwartet.

Backhaus: Arten brauchen Daten

Güstrow – Anlässlich des fünften Naturschutzsymposiums des Landes MV in Güstrow erläutert Umwelt- und Agrarminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung belastbarer Daten für die Biodiversität: „Wir können nur schützen, was wir kennen. Wir können Bestandsrückgänge nur erkennen, wenn wir sie erfassen. Wir können Lebensräume nur entwickeln, wenn wir ihren Zustand kennen. Und wir können die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nur beurteilen, wenn wir über belastbare Daten verfügen. Naturschutz braucht deshalb nicht nur Engagement, Fachwissen und politische Unterstützung. Naturschutz braucht vor allem eine solide Wissensgrundlage“, so Backhaus, der ergänzt:

„In MV verfügen wir über eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt. Von den Küsten- und Meereslebensräumen über Moore, Fließgewässer und Seen bis hin zu großen Waldgebieten und Offenlandschaften unserer Kulturlandschaft reicht ein Naturerbe, das weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung besitzt. Diese Vielfalt zu erhalten ist eine Dauer­aufgabe. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel verändert Lebensräume und Artenzusammen­setzungen. Nutzungsansprüche an Flächen nehmen zu. Die Umsetzung der europäischen Biodiversitätsziele und der Wiederherstellungsverordnung stellt neue Anforderungen an die Erfassung und Bewertung unserer Naturgüter. Gerade deshalb gewinnen aktuelle und belastbare Daten immer stärker an Bedeutung.

In behördlichen Artendatenbank MVs sind inzwischen rund 2,3 Mio. Artenbeobachtungen gespeichert. So liegen zum Beispiel 1,16 Mio. Artbeobachtungen zu Vögeln vor, davon ca. 917.400 allein aus den letzten 10 Jahren. Top 1 der häufigsten Beob­achtungen ist der Kranich mit rund 75.300 Beobachtungen. Zum Seeadler gibt es rund 12.000 Datenbankeinträge. Aber zum Beispiel auch Amphibien werden erfasst: Der streng geschützte Moorfrosch – 3005 Einträge, Rotbauchunke – 3203 Einträge, Kammmolch – 2958 Einträge – um nur einige zu nennen.

Diese Daten bilden die Grundlage für naturschutzfachliche Bewertungen, Managementpläne, Genehmigungsverfahren, Schutzgebietsmanagement und zahlreiche Berichtspflichten gegenüber Bund und Europäischer Union. Sie sind damit längst nicht mehr nur wissenschaftliche Informationen. Sie sind eine zentrale Arbeitsgrundlage für Verwaltung, Planung und Politik. Gleichzeitig erleben wir einen deutlichen Wandel der Rahmenbedingungen. Durch Beschleunigungs- und Omnibusverfahren werden ökologische Erfassungen in Genehmigungsprozessen teilweise reduziert oder entfallen ganz. Andererseits steigen die Anforderungen an die Datenbasis kontinuierlich. Die europäische Wiederherstellungsverordnung verlangt künftig deutlich umfassendere Kenntnisse über den Zustand von Lebensräumen und Arten.

Bis 2030 müssen für mindestens 90 % der Lebensraumtypflächen belastbare Zustandsinformationen vorliegen. Bis 2040 soll dies für sämtliche Flächen erreicht werden. Auch bei Biotopen und Ökosystemen steigen die Anforderungen erheblich. Diese Ziele zeigen deutlich: Bedarf an Daten wächst, Anforderungen wachsen, Ressourcen hingegen wachsen leider nicht im gleichen Maße.

Allein für das FFH-Monitoring werden jährlich rund 1,6 Mio. EUR Landesmittel benötigt. Hinzu kommen Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Auch das Monitoring nach Vogelschutzrichtlinie erfordert erhebliche finanzielle Anstrengungen. Diese Mittel sind keine Nebensache. Sie sind Voraussetzung dafür, dass wir unsere gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen und zugleich fundierte Entscheidungen für den Naturschutz treffen können. Deshalb werden wir uns auch künftig dafür einsetzen, die erforderlichen Monitoring­programme und Datenstrukturen abzusichern.

Die gute Nachricht lautet: MV ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. Das LUNG arbeitet kontinuierlich daran, Datenerhebung, Datenhaltung und Datenverfügbarkeit weiterzuentwickeln. Dazu gehören neue Monitoringansätze wie das landesweite Horchboxen-Monitoring ebenso wie innovative eDNA-Verfahren für verschiedene Tiergruppen. Auch die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten.

Die Weiterentwicklung der Artendatenbank, die Optimierung von Multibase CS, das geplante Natura-2000-Maßnahmenkataster sowie die Moor-Projektdatenbank sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer modernen und leistungsfähigen Naturschutz­verwaltung. Besonders hervorheben möchte ich dabei die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen und Fach­verbänden.

Ein weiterer wichtiger Ansatz liegt aus meiner Sicht darin, vorhandene Datenbestände im Land künftig noch besser zusammenzuführen und nutzbar zu machen. Wir verfügen in vielen Behörden, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen bereits über wertvolle naturschutzrelevante Informationen. Diese Daten entstehen im Rahmen von Monitoringprogrammen, Fachplanungen, Infrastrukturvorhaben, Ausgleichsmaßnahmen oder wissenschaftlichen Untersuchungen.

Zu oft verbleiben sie jedoch in einzelnen Fachsystemen oder werden nur begrenzt weitergegeben. Mein Ziel ist es deshalb, die Zusammenarbeit bei der Datennutzung weiter zu stärken und die Datenflüsse zwischen den beteiligten Stellen zu verbessern. Dort, wo öffentliche Mittel für Kartierungen, Gutachten oder Erfassungen eingesetzt werden, sollten die gewonnenen Erkenntnisse grundsätzlich auch der zentralen Naturschutzdatenhaltung des Landes zur Verfügung stehen. Damit schaffen wir mehrfachen Nutzen: vermeiden Doppelarbeit, erhöhen Aktualität unserer Datengrundlagen, beschleunigen Verfahren und setzen öffentliche Mittel effizienter ein.

Gleichzeitig stärken wir die fachliche Qualität naturschutzfachlicher Bewertungen und schaffen mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Deshalb werde ich prüfen lassen, wie wir die Datenübermittlung an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie künftig noch verbindlicher ausgestalten können. Denkbar sind dabei auch landeseinheitliche Regelungen oder entsprechende Erlasse, die eine bessere Nutzung öffentlich finanzierter Daten für Aufgaben des Naturschutzes ermöglichen.

Bei allen technischen Möglichkeiten dürfen wir eines nicht vergessen: Der größte Schatz unseres Naturschutzes sitzt nicht in den Datenbanken. Es sind die vielen Ehrenamtlichen, die seit Jahrzehnten Arten erfassen, Vogelzählungen durchführen, Fledermäuse kartieren, Pflanzenbestände dokumentieren oder ihre Beobachtungen in Datenbanken einpflegen. Ohne dieses Engagement wäre der Naturschutz in MV in seiner heutigen Qualität nicht denkbar. Dafür möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich danken.“