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Autor: Rügenbote

LED-Straßenbeleuchtung leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Lübz – Ein wichtiger Beitrag zur Energieeffizienz und damit zur Klimaneutralität wird heute in Lübz geleistet. Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus überreicht einen Zuwendungsbescheid für die Umrüstung der Straßen- und Gehwegsbeleuchtung auf energieeffiziente, intelligente und steuerbare LED-Beleuchtung. Mit der EFRE-Förderung in Höhe von 413.000 Euro werden Gesamtausgaben in Höhe von 1,18 Millionen Euro ermöglicht.

„Die Investition macht die Stadt Lübz zu einem relevanten Akteur in MV hinsichtlich der Energieeffizienzsteigerung. Mit der Umrüstung auf LED-Beleuchtung geht eine voraussichtliche Einsparung von 94,5 Tonnen CO2 pro Jahr einher. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von etwa 30 Gas-beheizten Einfamilienhäusern je Jahr. Die Stromeinsparung beträgt etwa 143.500 kWh/ Jahr. Das entspricht etwa dem Verbrauch eines E-Autos bei einer Fahrleistung von 800.000 Kilometern. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cents je Kilowattstunde werden ca. 43.000 Euro gespart. Außerdem sinken aufgrund geringerer Wartungskosten auch die Betriebskosten“, sagt Backhaus.

Im Stadtgebiet gibt es 617 Lichtpunkte, davon 525 Lichtmasten, Bodeneinbauleuchten und Poller-Leuchten. Soweit notwendig werden alle Masten ersetzt und 42 weitere installiert. Darüber hinaus werden in die Jahre gekommene Kabel, insgesamt knapp 7.000 Meter Gesamtlänge, erneuert.

Insgesamt wurden seit Anfang 2024 rund 5,5 Millionen über die Klimaschutzförderrichtlinie für Kommunen bewilligt, was Gesamtausgaben in Höhe von 14,5 Millionen Euro ermöglichte. Schwerpunkte sind unter anderem LED-Straßen- und Außenbeleuchtung, Studien- und Planungsleistungen, LED-Innenbeleuchtung, energetische Gebäudesanierung im Bestand, technische Gebäudeausrüstung im Neubau sowie der Austausch von Pumpen und anderen Anlagenbestandteilen.

Würdigung für stille Heldinnen und Helden

Jetzt noch schnell Vorschläge für Pflegemedaille des Landes einreichen

Schwerin – Das Sozialministerium verleiht in diesem Jahr erstmals die Pflegemedaille des Landes an private Pflegepersonen, die sich mit großem Engagement um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern. „Wir möchten damit diese oft stillen Heldinnern und Helden würdigen, die ihre Angehörigen liebevoll im häuslichen Umfeld pflegen“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese am Dienstag in Schwerin. Noch bis zum Freitag dieser Woche (27. März) können Vorschläge eingereicht werden.

Drese hob hervor, dass pflegende Angehörige eine tragende Säule für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sind. Rund 86 Prozent der 140.000 Menschen, die einen anerkannten Pflegegrad haben, werden in Mecklenburg-Vorpommern im familiären Umfeld zu Hause gepflegt – mit oder ohne Unterstützung durch professionelle Pflegedienste.

„Pflegende Angehörige sind damit unersetzbar, erfahren aber in der Öffentlichkeit nicht die Wertschätzung, die sie verdienen“, verdeutlichte Drese. „Mit der Pflegemedaille des Landes für besondere Verdienste in der häuslichen Pflege sowie bei der Unterstützung pflege- oder unterstützungsbedürftiger Personen wollen wir die Care-Arbeit, die zum großen Teil von Frauen geleistet wird, sichtbar machen“, so die Ministerin.

Vorschläge können per Brief oder E-Mail bis zum 27. März an das Sozialministerium gerichtet werden können. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Die Verleihung der Landes-Pflegemedaille findet am 12. Mai 2026 anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden im Goldenen Saal des Justizministeriums in der Landeshauptstadt Schwerin statt.

Voraussetzungen zur Einreichung von Vorschlägen für die Pflegemedaille des Landes:

  • Pflege oder Unterstützung von pflege- oder unterstützungsbedürftigen Menschen durch eine private Pflegeperson
  • die Pflege- und Unterstützungstätigkeit
  • darf nicht nur vorübergehend sein
  • soll vorrangig im häuslichen Umfeld der privaten Pflegeperson erfolgen
  • darf nicht hauptberuflich erbracht werden
  • muss unentgeltlich sein
  • soll zum Zeitpunkt des Vorschlags nicht länger als ein Jahr zurückliegen
  • die Inanspruchnahme von Hilfen durch Dritte bei einzelnen Verrichtungen, Leistungen aus der Pflegeversicherung oder die Erstattung von Auslagen der privaten Pflegeperson schließen eine Ehrung nicht aus
  • die private Pflegeperson und die pflege- oder unterstützungsbedürftige Person müssen ihren ständigen Wohnsitz in MV haben

Vorschläge können formlos eingereicht werden von 

  • jeder natürlichen (privaten) Person,
  • Kirchen und Religionsgemeinschaften,
  • den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege,
  • den Verbänden der gewerblichen Wohlfahrtspflege,
  • dem Landesseniorenbeirat,
  • dem Inklusionsförderrat,
  • Selbsthilfegruppen,
  • den Landesverbänden der Pflegekassen und Ersatzkassen,
  • den Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten

Den Vorschlag bitte senden an das

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Abteilung 3, Referat IX 330,

Werderstraße 124,

19055 Schwerin

oder per E-Mail an pflegemedaille@sm.mv-regierung.de

Der Vorschlag muss folgende Angaben zur privaten Pflegeperson enthalten:

  • Vor- und Familienname, Postanschrift, Geburtsdatum sowie
  • eine Begründung des Vorschlags mit evtl. weiteren Angaben zur privaten Pflegeperson und einer Beschreibung der Tätigkeiten zur Pflege oder/und zur Unterstützung der pflege- oder unterstützungsbedürftigen Person

EnergieTag MV 2026 – Ganz klar. Erneuerbar.

Schwerin – Unter dem Motto „Ganz klar. Erneuerbar.“ sind Unternehmen und Initiativen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff und Elektromobilität eingeladen, sich am 25. April neugierigen Besuchern vorzustellen. Das Wirtschaftsministerium koordiniert die Aktivitäten der einzelnen Teilnehmer und unterstützt sie in der Öffentlichkeitsarbeit.

Der EnergieTag MV ist ein wichtiger Beitrag, um für regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien zu werben. Mit einem ganzen Tag voller lehrreicher, spannender und unterhaltsamer Aktionen wird das komplexe Thema Energiewende an konkreten Beispielen fass- und erlebbar.

Sie möchten sich gern mit einer Aktion am

EnergieTag MV 2026 beteiligen? Dann melden Sie sich gern bei uns unter

energietag-mv@wm.mv-regierung.de .

Wir freuen uns auf Ihre Ideen!

Informationen zu allen Aktionen erhalten Sie im Internet unter www.energietag-mv.de sowie auf Facebook (@wirtschaftsministeriummecklenburgvorpommern) und Instagram (@wirtschaftsministeriummv)

Fachtagung KI: 750 Schulleitungen und Lehrkräfte bilden sich weiter

Oldenburg: Schülerinnen und Schüler im Umgang mit KI-Anwendungen gezielt fördern

Schwerin – Künstliche Intelligenz (KI) verändert grundlegend, wie wir lernen, arbeiten und Wissen vermitteln. Lehrkräfte und Schulleitungen stehen vor der Aufgabe, neue Technologien pädagogisch sinnvoll, rechtssicher und verantwortungsvoll einzusetzen. Das Bildungsministerium unterstützt die Schulen bei dieser Aufgabe und lädt am Dienstag zur „Fachtagung KI in MV“ nach Rostock ein. Rund 750 Teilnehmende haben sich angemeldet.

„Wer KI kompetent nutzt, kann Lernprozesse individueller gestalten, Schülerinnen und Schüler gezielt fördern und sie auf eine digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld der Veranstaltung. „Zugleich geht es nicht nur um konkrete Anwendungen im Unterricht, denn für Schulleitungen ist der Umgang mit KI auch eine zentrale Frage der Schulentwicklung. Es gilt, Orientierung zu geben, gemeinsame Haltungen im Kollegium zu entwickeln und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Das Land unterstützt die Schulen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz bereits umfassend. Lehrkräften stehen unter anderem eine Handreichung zum Umgang mit generativer KI, zahlreiche Fortbildungs- und Informationsangebote sowie die landesweite Lizenz für die Plattform „fobizz“ zur Verfügung. Darüber hinaus nutzen bereits einige Schulen das KI-gestützte Feedbacktool „FelloFish“ im Rahmen eines Pilotprojektes. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den Vorreitern bei der strukturierten Einführung von KI in schulischen Kontext.

Die Fachtagung findet auf dem Ulmencampus der Universität Rostock statt und bietet neben praxisnahen Keynotes ein breites Workshop-Angebot. Ziel ist es, konkrete Handlungssicherheit im Umgang mit KI zu vermitteln und gleichzeitig Raum für Austausch, Diskussion und gemeinsame Entwicklung zu schaffen. Staatssekretär Tom Scheidung wird die Tagung um 9:00 Uhr eröffnen.

Auszeichnung von Sportlerinnen und Sportlern

Über 160 Nachwuchsspitzensportler und neun kinder- und jugendfreundliche Sportvereine aus M-V ausgezeichnet

Warnemünde – Gemeinsam mit der Sportjugend im Landessportbund M-V zeichnete Sportministerin Stefanie Drese am 21. März  in der Sportschule Rostock-Warnemünde die Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterinnen und -meister sowie international erfolgreiche Nachwuchssportlerinnen und -sportler des Jahres 2025 aus Mecklenburg-Vorpommern aus. Zudem wurden in drei Kategorien jeweils drei Preisträger 2025 im Wettbewerb „kinder- und jugendfreundlicher Sportverein“ geehrt.

„MV ist und bleibt eine Hochburg des Nachwuchsleistungssports. Das zeigen 150 Deutsche Meister und 34 internationale Titel bzw. hervorragende Platzierungen bei internationalen Wettbewerben, die im vergangenen Jahr von 168 Sportlerinnen und Sportlern errungen wurden“, hob Sport- und Jugendministerin Stefanie Drese bei der feierlichen Auszeichnungsveranstaltung hervor.

„Diese fantastischen Erfolge zeigen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit und Konkurrenzfähigkeit unsere Sportlerinnen und Sportler auf dem heimischen und internationalen Parkett“, sprach Drese den Athletinnen und Athleten ihren großen Respekt für die erbrachten Leistungen aus. Gleichzeitig dankte die Ministerin auch den Trainerinnen und Trainern sowie den unzähligen weiteren Helferinnen und Helfern in den Vereinen, die oft mit großem ehrenamtlichen Engagement die Karriere ihrer Schützlinge begleiten. „Sportliche Erfolge gelingen nur da, wo all diese Zahnräder ineinandergreifen. Das setzt harte Arbeit und Leistungswillen, eine gute fachliche Betreuung und Leistungswillen, aber auch passende Strukturen voraus“, betonte Drese.

Das Land hat deshalb nach Aussage der Ministerin zuletzt einige Änderungen bei der Sportförderung vorgenommen. „So haben wir mit der neuen Förderung von Olympia- und Juniorteams unter anderem eine Individualförderung unsere Kaderathletinnen und -athleten geschaffen, die über die reguläre Förderung hinausgeht, anteilig sportbedingte Kosten übernimmt und die soziale und berufliche Absicherung verbessert“, so die Ministerin. Zugleich sei die Förderrichtlinie so angepasst worden, dass individuellen und sportspezifischen Mehrbedarfen noch besser entsprochen werden kann.

„Auch bei der schulischen Ausbildung oder der beruflichen Orientierung steht die Landesregierung unseren Athletinnen und Athleten zur Seite“, erklärte Drese. Dazu gehöre etwa, dass das Land Eltern bei der Unterbringung ihrer Kinder an den drei Sportgymnasien in Schwerin, Neubrandenburg und Rostock, die die perfekten Bedingungen für die Leistungssportlerinnen und Leistungssportler schaffe, finanziell entlaste. Darüber hinaus ermöglicht MV eine Schulzeitstreckung und erleichtert den Zugang zu Hochschulen, etwa über eigene Quotenplätze oder eine Ausbildung im Polizeidienst.

Als besonderen Erfolg bezeichnete Drese, dass erneut gelungen sei, alle acht Bundesstützpunkte des Landes samt ihrer damit einhergehenden Investitionen in die Sportinfrastruktur im Land zu halten. „Dafür, dass Volleyball, Boxen, Radsport, Rudern, Leichtathletik, Segeln, Kanurennsport und Wasserspringen vom Bund als Einrichtungen des Spitzensportes anerkannt werden, haben wir vehement gekämpft. Mit Erfolg, denn ihr Fortbestand als Bundesstützpunkt ist nun auch bis Ende 2028 gesichert.“

Drese verdeutlichte, dass neben der Spitzensportförderung auch der Breitensport eine ganz wichtige Rolle für unsere Gesellschaft spielt. „Sport im Verein fördert soziales Miteinander, Teilhabe und gegenseitiges Verständnis und vermittelt Werte. In den Sportvereinen unseres Landes wird Demokratie im Kleinen gelebt: durch Mitbestimmung, durch freiwilliges Engagement und durch das gemeinsame Tragen von Verantwortung. Genau diese Aspekte sind die entscheidenden Kriterien in unserem Wettbewerb „Kinder- und jugendfreundlicher Sportverein“, so Drese. Die Sieger und Platzierten, die als Preisträger im Jahr 2025 geehrt wurden, dokumentierten mit ihren Ergebnissen das dies im Sport auch gelebte Realität sei.

Internationaler Tag gegen Rassismus

Für Zusammenhalt, Respekt und Vielfalt

Schwerin – Anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Rassismus (21. März 2026) ruft Jana Michael, Integrationsbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, zu einem klaren und gemeinsamen Engagement gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung auf.

„Rassismus widerspricht unseren demokratischen Grundwerten und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont Jana Michael und: „Gerade in Zeiten globaler Krisen, sozialer Unsicherheiten und zunehmender Polarisierung ist es wichtiger denn je, Haltung zu zeigen, Solidarität zu leben und Menschenwürde zu schützen.“

MV sei ein vielfältiges Land, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Lebensentwürfe zusammenleben. Diese Vielfalt sei eine Stärke, die es zu bewahren und aktiv zu fördern gelte. „Integration gelingt dort, wo Teilhabe ermöglicht wird, Diskriminierung keinen Platz hat und Begegnung auf Augenhöhe stattfindet“, so Michael.

Die Integrationsbeauftragte würdigt das Engagement zahlreicher Initiativen, Kommunen, Vereine und Ehrenamtlicher, die sich tagtäglich für ein respektvolles Miteinander einsetzen. Zugleich mahnt sie, rassistische Vorfälle konsequent zu benennen und Betroffene zu unterstützen.

„Rassismus beginnt nicht erst bei Gewalt – er zeigt sich auch in Worten, Blicken und Strukturen. Dem müssen wir entschieden entgegentreten. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen für Offenheit, Respekt und Menschlichkeit. Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass wir füreinander einstehen – heute und an jedem anderen Tag.“

Justizministerin Bernhardt: „Fast täglich wird eine Frau getötet.“

Im Landtag fordert Ministerin Jacqueline Bernhardt: „Femizide sollten im Strafrecht als Mordmerkmal berücksichtigt werden.“

Schwerin – „Wenn Frauen getötet werden, weil sie sich trennen wollen, weil sie widersprechen oder einfach selbstbestimmt leben wollen, dann ist das kein privater Konflikt, sondern das schwerste Verbrechen gegen das Leben. Trennungstötungen weisen regelmäßig einen geschlechtsspezifischen Hintergrund auf und sind als Femizide einzuordnen.

Es wäre an der Zeit, dass Femizide ausdrücklich als Mordmerkmal im Strafrecht berücksichtigt werden. Es ist aus meiner Sicht folgerichtig, dass sich der Landtag hinter die Forderung stellt, sich im Bund dafür einzusetzen. Die Klarstellung des Mordmerkmals und das Bewusstsein dessen könnten in der Zukunft mancher Frau das Leben retten“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt im Landtag zum TOP 35 „Femizide benennen und als schwerstes Verbrechen ahnden – Aufnahme von Femizid als Mordmerkmal“.

„Femizide sind Ausdruck von Besitzdenken, Kontrolle und patriarchalen Vorstellungen. Sie entstehen dort, wo Männer den Verlust von Macht und Verfügung über eine Frau nicht akzeptieren. Die Statistik im Jahr 2024 ist erschreckend: Im Jahr 2024 wurden 859 Frauen und Mädchen Opfer eines versuchten oder vollendeten Tötungsdelikts; 308 von ihnen wurden getötet – nahezu jeden Tag stirbt eine Frau. In Partnerschaften sind die Tatverdächtigen ganz überwiegend männlich. Mehr als die Hälfte der weiblichen Opfer wird im sozialen Umfeld getötet, mehr als ein Drittel durch den aktuellen oder früheren Partner“, so Ministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

„Gewalt gegen Frauen ist ein strukturelles Problem, das im schlimmsten Fall tödlich endet. Das bestätigt auch die Forschung. Nach der FemiziDE-Studie des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen betreffen mehr als 80 Prozent der dort als Femizide eingeordneten Fälle Femizide nach einer heterosexuellen Partnerschaft.

Viele dieser Taten stehen mit einer tatsächlichen oder befürchteten Trennung in Zusammenhang. Die Studie spricht hier von sogenannten De-Etablierungsfemiziden, weil Täter die Trennung, den Kontrollverlust oder die Selbstbestimmung der Frau nicht akzeptieren können. Genau deswegen sind es auch nicht einfach eskalierte Beziehungskonflikte, sondern die Taten folgen oft einem Muster aus Gewalt, Kontrolle und sexistischen Rollenbildern. Die Studie zeigt auch, dass strafrechtliche Bewertungen dieser Taten unterschiedlich ausfallen.

Verurteilt wurden die Täter nach Partnerinnenfemiziden etwa zur Hälfte wegen Mordes und zur anderen Hälfte wegen Totschlags. Doch wenn eine Frau getötet wird, weil sie sich trennt oder sich dem Machtanspruch eines Mannes entzieht, dann darf diese Tat nicht in einer unklaren Grauzone verschwinden. Dann muss das Strafrecht die besondere Qualität dieses Unrechts klar benennen können“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

„Unser Strafgesetzbuch kennt bei Mord bestimmte Merkmale wie Heimtücke, Habgier und auch niedrige. Trennungs- und geschlechtsspezifisch motivierte Tötungen werden nicht immer mit der notwendigen Eindeutigkeit als Mord eingeordnet.

Darum ist der Antrag heute wichtig. Es geht um Rechtsklarheit. Femizide müssen auch strafrechtlich als das erkennbar werden, was sie sind: Ausdruck tödlicher geschlechtsspezifischer Gewalt. Das sind wir den Betroffenen schuldig. Das sind wir ihren Angehörigen schuldig. Das sind wir einer gerechten und gleichberechtigten Gesellschaft schuldig“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt in ihrer Rede zur Landtagssitzung.

35 Jahre Bauernverband M-V

Backhaus gratuliert Bauernverband: „Starke Stimme für Landwirtschaft und ländlichen Raum“

Linstow – Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern feiert heute sein 35-jähriges Bestehen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus gratulierte dem Verband aus Bad Reichenhall, wo er derzeit an der Agrarministerkonferenz teilnimmt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird am Nachmittag auf dem Bauerntag sowie am Abend auf dem Bauernball sprechen. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird bei der Jubiläumsveranstaltung durch Staatssekretär André Konsolke vertreten.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern wurde 1991 als erster Bauernverband in den neuen Bundesländern gegründet und vertritt heute über 15 Regionalverbände die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte im Land.

Am Rande der Agrarministerkonferenz betonte Minister Backhaus die zentrale Bedeutung der Branche und des Verbandes:  „Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist systemrelevant. Sie sichert täglich die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln – und das auch in Zeiten globaler Krisen zuverlässig und auf hohem Niveau. Allein in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten mehr als 100.000 Menschen in der Land-, Ernährungs-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie im nachgelagertem Dienstleistungsbereich. Auf rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche wird hier die Grundlage für Wertschöpfung, Beschäftigung und stabile ländliche Räume geschaffen.

Den Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern habe ich nicht nur begleitet – ich habe seine Entwicklung über Jahrzehnte politisch mitgestaltet. Seit fast 28 Jahren trage ich Verantwortung für die Landwirtschaft in unserem Land. Dabei gilt für mich und für viele im Verband bis heute: Marktwirtschaft wollen wir, Landwirtschaft können wir, Rahmenbedingungen brauchen wir. Genau daran arbeiten wir seit 35 Jahren gemeinsam.“

Backhaus hob hervor, dass die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell prägt und ein zentraler Pfeiler für funktionierende ländliche Räume ist.

Mit Blick auf aktuelle politische Herausforderungen machte der Minister deutlich, dass die Branche vor wegweisenden Entscheidungen steht: „Die Vorschläge zur zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik bedeuten für Mecklenburg-Vorpommern Einschnitte von über 160 Millionen Euro jährlich. Das gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und die Entwicklung des ländlichen Raums. Gleichzeitig brauchen wir ein Düngerecht, das rechtssicher, praktikabel und wirksam ist. Die aktuelle Situation schafft Unsicherheit für Betriebe und Verwaltung gleichermaßen. Hier ist der Bund gefordert, schnell zu handeln.“

Auch mit Blick auf Klimaschutz und Moorschutz sei ein ausgewogener Ansatz entscheidend:

„Klimaschutz ist notwendig – aber er muss gemeinsam mit der Landwirtschaft gestaltet werden. Unser Ziel ist es nicht, Flächen aus der Nutzung zu nehmen, sondern Perspektiven zu schaffen, die wirtschaftlich tragfähig sind. Dafür setzen wir auf Förderung, Innovation und Dialog.“

Der Minister würdigte den Bauernverband als zentralen Partner in diesem Prozess: „Der Bauernverband hat die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wiedervereinigung entscheidend mitgeprägt – von der Neuaufstellung der Betriebe bis hin zu den aktuellen Transformationsprozessen. Er bündelt die Interessen der Betriebe und bringt sie mit Nachdruck in politische Entscheidungen ein – im Land, im Bund und in Europa.“

Abschließend gratulierte Backhaus dem Verband zum Jubiläum:  „Ich gratuliere dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern herzlich zum 35-jährigen Bestehen. Ich wünsche weiterhin Zusammenhalt, Durchsetzungskraft und eine starke Stimme für unsere Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und den ländlichen Raum.“