Gefahr durch ASP fordert Bauern, Jäger und Land

Mühlengeez – „Bislang gibt es keine Hinweise auf Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Mecklenburg-Vorpommern. Doch auch hierzulande gibt es wegen optimaler Lebensraumbedingungen einen hohen Wildschweinbestand, der durch eine Einschleppung dieser hochansteckenden Tierseuche in besonderem Maße bedroht wäre.“ – Das erklärte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, auf einem Forum zur nationalen und internationalen Tierseuchensituation auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse MeLa.

Dennoch ist das Landwirtschaftsministerium auf einen möglichen Ausbruch der für den Menschen ungefährlichen, aber für Wild- und Hausschweine hochansteckenden Virusinfektion vorbereitet. „Inzwischen breitet sich die für Schweine tödlich verlaufende Seuche bis nach Polen und Tschechien aus. Sollte das Virus auf Hausschweinbestände übergreifen, werden Handelsbarrieren notwendig, die zu finanziellen Verlusten bei den betroffenen Landwirten und schlimmstenfalls zum wirtschaftlichen Niedergang ganzer Regionen führen können“, warnte Backhaus

Übertragen wird der Erreger der Afrikanischen Schweinepest durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier, außerdem durch Schlachtabfälle, durch virusbehaftete Fahrzeuge, Gerätschaften oder Kleidungsstücke etwa von Jägern oder Landwirten. Speisereste, die von Wildschweinen aufgenommen werden, sind eine weitere Infektionsquelle; das Virus bleibt in unbehandeltem wie in verarbeitetem Fleisch bis zu sechs Monate überlebensfähig. Für den Menschen birgt der Verzehr infizierten Fleisches unterdessen kein Risiko, so der Minister.

In einem neuen Faltblatt mit dem Titel „Die Afrikanische Schweinepest bedroht M-V! Vorbeugung ist notwendig!“ informiert das Landwirtschaftsministerium Verbraucher, Jäger und Landwirte über die Tierseuche sowie zu Möglichkeiten der Vorbeugung. Verbraucher sind aufgefordert, keine Fleisch- oder Wurstwaren, die Schweinefleisch enthalten, aus dem Ausland mitzubringen. Speisereste sollen ausschließlich in verschließbare Tonnen entsorgt werden und das Füttern von Wildschweinen unterbleiben. Für Landwirte und Hobby-Schweinehalter sind Aufklärungskampagnen und strikte Kontrollen der Hygienestandards in den Ställen vorgesehen.

Auch legte das Landwirtschaftsministerium als oberste Jagdbehörde zusammen mit dem Landesjagdverband, dem Bauernverband und der Landesforstanstalt Maßnahmen zur Reduzierung des stetig anwachsenden Schwarzwildbestandes fest. Dazu gehören u. a. verstärkte Schwarzwildjagden nach Ende der Erntearbeiten, besonders im Fünf-Kilometer-Umkreis von Hausschweinehaltungen und schweinepestgefährdeten Gebieten, außerdem die verstärkte Jagd und die Abschussfreigabe ohne Gewichtsbegrenzung auf Frischlinge und Wildschweine im zweiten Lebensjahr. Landwirte sollten Saat- und Ernte-Termine der Jägerschaft bekannt geben, Mais- und Rapsfelder durch niedrige Blüh- oder Kulturstreifen strukturieren um die Bejagung unterstützen und Feldfrüchte restlos ernten, um keine Wildschweine anzulocken.

Für Jagdtouristen gilt ein Einführungsverbot von Jagdtrophäen aus dem Ausland. Zudem sind Übungen der oberen Jagd- und Veterinärbehörden mit Zoll, Bundeswehr und Polizei geplant. Zusätzliche Überwachungsprogramme geben den Behörden Aufschluss über den Zustand der Wildschweinpopulation im Osten des Landes.

Die Zahl der Wildschweine ist seit zehn Jahren bundesweit deutlich im Anstieg begriffen. Das klimatisch bedingte üppige Nahrungsangebot, geringe „Winterverluste“ beim Nachwuchs und gute Versteckmöglichkeiten durch veränderte Waldbewirtschaftung führten zur Verdoppelung der Reproduktionsrate bei Wildschweinen binnen 30 Jahren. Lag der Frühjahrsbestand an einjährigen und älteren Schweinen in Mecklenburg-Vorpommern im Frühjahr 2016 noch bei 20- bis 25.000 Tieren, so schätzen Forst-Experten des Landwirtschaftsministeriums den Zuwachs an Frischlingen bis zum Frühjahr 2017 auf 50 bis 75.000 Tiere.

Fipronil: Teigwaren nicht belastet

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat sich am bundesweiten, außerplanmäßigen Kontrollprogramm zur Überprüfung der Fipronil-Gehalte in Ei-Verarbeitungsprodukten und eihaltigen Tiefkühl-Produkten beteiligt. Mit den ermittelten Daten sollte ein aktueller Status der Belastungssituation erhoben werden. In sechs der untersuchten 20 Proben konnten Spuren von Fipronil nachgewiesen werden. Die Rückstandshöchstmenge von 0,005 mg/kg wurde dabei nicht überschritten

„Damit geht aktuell keine Gefährdung von diesen Produkten aus. Das ist eine gute Nachricht, auf der wir uns aber keineswegs ausruhen werden. Mein Ressort wird die Aufklärung im Fipronil-Fall weiterhin intensiv weiter verfolgen und sich auch über die Landesgrenzen hinaus an entsprechenden Untersuchungsprogrammen beteiligen, um Verbraucherinnen und Verbrauchern größtmögliche Transparenz zu bieten“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus in Reaktion auf die Ergebnisse.

Im Fokus der Untersuchungen standen Produkte mit einem hohen Eigehalt (> 5 %), vorzugsweise Eigelb bzw. mit besonderer Auslobung des Eigehaltes. Im Rahmen dieses Programms wurden hierzulande insgesamt 20 Lebensmittelproben, 10 feine Backwaren, speziell Biskuitwaren, von eigenen Herstellern und 10 Teigwaren mit entsprechenden Eigehalten, überwiegend aus dem Einzelhandel, untersucht.

Es handelte sich bei diesen Proben um verarbeitete und zusammengesetzte Lebensmittel, für die keine speziellen Rückstandshöchstgehalte gesetzlich festgelegt sind. Insofern sind auch für diese Produkte die für Hühnereier festgelegte Rückstandshöchstmenge an Fipronil von 0,005 mg/kg heranzuziehen. Dabei finden die durch die Verarbeitung und /oder das Mischen bewirkten Veränderungen und mögliche Fipronil-Einträge durch weitere Zutaten Berücksichtigung.

Was hat der Hopfen im Fleisch verloren?

Altentreptow – Immer mehr Verbraucher lehnen künstliche Konservierungsstoffe in ihrem Essen ab. Gleichzeitig wünschen sich die Konsumenten dennoch Lebensmittel mit längerer Haltbarkeit. An einer möglichen Lösung des Widerspruchs arbeiten derzeit die Nahrungsmittelexperten in der Hochschule Neubrandenburg und die Torney Landfleischerei Pripsleben GmbH in Altentreptow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Was dem Bier erfahrungsgemäß gut tut, soll künftig auch in Fleischprodukten in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz kommen.

„Wir unterstützen den innovativen Ansatz, Lebensmittel mit neuem Geschmack und verbesserter Haltbarkeit durch Beigabe von Hopfen-Extrakt zu entwickeln. Mit den im Fachbereich Agrarwirtschaft gewonnenen Extrakten aus dem Hopfen sollen in einem ersten Schritt insbesondere Fleischprodukte auf natürlich Weise und ohne künstliche Zusatzstoffe haltbarer gemacht werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Mit in die Entwicklungsarbeit eingebunden ist das an der Hochschule Neubrandenburg angesiedelte Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT) unter Leitung von Professor Leif-Alexander Garbe.

Auf der Suche nach natürlichen Alternativen zu den klassischen Konservierungsmitteln gibt es seit kurzem einen Hoffnungsträger. Der pflanzliche Hopfen, dessen konservierende Wirkung bekannt ist und seit vielen Tausend Jahren das Bier besser macht, wird nun zunehmend für andere Lebensmittelbereiche interessant. Die Torney Landfleischerei gehört zu den ersten Betrieben, die Hopfen-Extrakt auch in Fleischerzeugnissen erproben.

„Nach der Hälfte der Laufzeit von drei Jahren sind wir äußerst zuversichtlich“, sagte Torney-Geschäftsführer Frank Wegner. „In unseren Kassler-Produkten und in den Leberwürsten haben wir den Zusatz von Hopfen-Extrakten erfolgreich getestet. Unsere Lebensmittel enthalten grundsätzlich keine künstlichen Zusätze, können aber mit diesem natürlichen Extrakt etwa 20 bis 30 Prozent länger gehalten werden. Zudem wirkt sich der Hopfen durchaus positiv auf den Geschmack aus.“

In rund 18 Monaten will die Torney Landfleischerei ihre ersten mit Hopfen verfeinerten Produkte in einem dann standardisierten Herstellungsverfahren auf den Markt bringen. Ausschlaggebend für den raschen Erfolg sei die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Neubrandenburg und dem Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT). Das ZELT verfügt über das Know-how für mikrobiologische, chemische und physikalische Analysen und kooperiert in Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit klein- und mittelständischen Unternehmen. Die mit Hopfen-Extrakt versetzten Lebensmittel werden ausgiebig auf ihre mikrobiologischen Eigenschaften, die konservierende Wirkung und mögliche Zulassung getestet. Die geschmackliche Eignung obliegt den fachkundigen Spezialisten in der Entwicklungsabteilung der Landfleischerei.

Das Verbundforschungsprojekt wird mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 562.000 Euro unterstützt, davon knapp 231.000 Euro für die Torney Landfleischerei Pripsleben GmbH, knapp 222.000 Euro für ZELT und rund 110.000 Euro für die Hochschule Neubrandenburg. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf knapp 733.000 Euro.

Die Ernährungsindustrie hat im Nordosten knapp 16.500 Beschäftigte und erwirtschaftet 4,9 Milliarden Euro Jahresumsatz. „Damit ist die Branche innerhalb des verarbeitenden Gewerbes gemessen an der Zahl der Beschäftigten und des Umsatzes der größte Industriezweig des Bundeslandes“, betonte Glawe. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. „Diese Branche lebt von Innovationen, regionaler Verankerung und Transparenz in der Herstellung. Deshalb ist es richtig und wichtig, in gesündere Lebensmittel zu investieren, um auch künftig auf dem Markt und beim kritischen Verbraucher erfolgreich bestehen zu können.“

Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Bundesweite Aktionstage des Energielabels 2017

Schwerin – In einer abgestimmten Aktion kontrollieren die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer vom 18. bis 22. September 2017 in ganz Deutschland die Einhaltung der Kennzeichnungspflicht zum Energielabel im Handel. In Mecklenburg-Vorpommern ist dafür das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung zuständig.

Die Behörden werden bundesweit an Produkten wie Fernsehern, Waschmaschinen, mobilen Klimageräten und Autoreifen überprüfen, ob das Label wie vorgeschrieben gestaltet und gut sichtbar angebracht ist. Das Energielabel ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern, vor dem Kauf energieverbrauchsrelevanter Produkte auf einfache Weise die wichtigsten Parameter zum Verbrauch von Energie und anderen Ressourcen zu vergleichen. Dies soll dem Kunden die Entscheidung für ein sparsames und klimafreundliches Produkt erleichtern. Immerhin entfällt ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland auf die privaten Haushalte.

Noch sind die Energielabel mit den bisher üblichen „Plusklassen“ wie A+ oder A+++ gültig. Seit 1. August gilt jedoch die neue EU-Rahmenverordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung. Danach werden die „Plusklassen“ schrittweise abgeschafft und durch neue Label mit einer Skala von A bis G ersetzt. Voraussichtlich ab Anfang 2020 werden sie zunächst bei Waschmaschinen, Kühlschränken, Geschirrspülern und Beleuchtung eingeführt.

Die Neuregelungen für Hersteller, Lieferanten und Importeure sind bereits jetzt wirksam: Energielabel und Produktdatenblätter müssen mit dem jeweiligen Produkt geliefert werden. In der Werbung muss stärker auf die Energieeffizienzklasse hingewiesen werden. Neu ist auch: Vor Software-Updates von Geräten muss die Zustimmung der Kundinnen und Kunden eingeholt werden, falls die auf dem Energielabel ausgewiesenen Parameter durch das Update nachteilig beeinflusst werden.

Die neue Rahmenverordnung stellt auch klar, dass es verboten ist, Produkte so zu gestalten, dass sie einen Test im Labor „erkennen“ und die Leistung daraufhin automatisch anpassen. Ab dem Jahr 2019 sollen alle neuen Geräte in einer Online-Datenbank erfasst werden und damit für die Verbraucherinnen und Verbraucher besser vergleichbar sein.

Fipronil Auswirkungen auf MV

Schwerin – Seit dem 20. Juli 2017 beschäftigen Fipronil belastete Eier aus Belgien ganz Europa. „Das Ausmaß ist gigantisch“, sagte Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald heute in der Landespressekonferenz. Insgesamt wurden anhand der Kundenlisten der Geflügeldienstfirma, welche das Mittel eingesetzt hat, ca. 180 Geflügelbetriebe identifiziert, deren Tiere mit dem Mittel behandelt wurden. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Mecklenburg-Vorpommern die ersten Fälle zu verzeichnen hat“, sagte Dr. Jürgen Buchwald.

„Von Anfang an, waren unsere Behörden im Land sensibilisiert und in erhöhter Alarmbereitschaft“, betonte Buchwald. „Am 03.08.2017 erreichte uns leider auch die Nachricht von belasteten Eiern in einem Rostocker Supermarkt“, erläuterte er.

Folgendes Vorgehen wurde abgestimmt:

In den Legehennenbetrieben wurde der Einsatz von Dega-16 schriftlich abgefragt. Des Weiteren wurden die Betriebe zu Eigenkontrolluntersuchungen aufgefordert. Bei Vor-Ort-Kontrollen wurden schriftliche Aufzeichnungen der angewendeten Reinigungs- und Desinfektionesmittel sowie auch Schädlingsbekämpfungsmittel überprüft und die vorhandenen Mittel in Augenschein genommen. Pro Veterinäramt wurden zwei amtliche Proben genommen.

In die Packstellen wurden Informationen zum Geschehen aus Lebensmittelwarnungen, dem „Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel“ (RASFF) und die Veröffentlichung des Niederländischen Ministeriums zu den betroffenen Erzeugercodes weitergegeben. Die Packstellen wurden zudem auf verpackte und zugekaufte Eier kontrolliert.

Bezüglich des Vertriebs von mit Fipronil belasteten Eiern wurden die Lebensmittel-Zentrallager, die in Zusammenhang mit Eiprodukten stehen und Unternehmen, die Eier in großen Mengen verarbeiten, überprüft sowie die Rücknahmen und Rückrufe überwacht.

Untersuchungsergebnisse:

Insgesamt liegen 29 Eigenkontrollergebnisse von Unternehmen vor, die mitgeteilt haben, dass in ihren Betrieben kein Fipronil angewendet wurde.

In diesem Jahr wurde das Wirkstoffspektrum der Rückstandsuntersuchungen bei Eiern im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock auf Fipronil und Fipronil-sulfon erweitert. Insgesamt wurden 2017 27 Proben aus 27 Unternehmen gezogen und im LALLF untersucht. So wurden bereits im April Untersuchungen darauf mit 10 negativen Ergebnissen durchgeführt. Weitere 3 negative Eieranalysen erfolgten im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes. 14 Analysen, die seit dem 24.07.2017 in Mecklenburg-Vorpommern gezogen wurden, ergaben eine positive Eierprobe, welche aus einem Geflügelzuchtbetrieb stammt, in dem Mast-Elterntiere gehalten werden. Die Eier werden also nicht für den Verzehr produziert, sondern dienen der Masthähnchenproduktion. Deshalb dürfen diese weiterhin als Bruteier ausgegeben werden, müssen jedoch anschließend bevor sie als Hähnchen in den Handel gehen auf Unbedenklichkeit getestet werden. Aus diesem Grund wurde zudem eine Fleischprobe in dem betroffenen Unternehmen gezogen, die negativ ist.

Es gibt Hinweise, dass in einem weiteren Geflügelzuchtbetrieb, das mit Fipronil versetzte Desinfektions- und Reinigungsmittel Dega-16 eingesetzt wurde. Die Tiere dieses Betriebes wurden vor dem Bekanntwerden des aktuellen Geschehens bereits zur Schlachtung nach Polen bzw. in die Niederlande gebracht. Die dortigen Behörden wurden durch den Bund informiert.

Zudem erfolgten vergangene Woche Rücknahmen verarbeiteter fipronilbelasteter Eiprodukte aus Niedersachsen aus drei Großhandelsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kamen zwei weitere Meldungen eines Zentrallagers in Schleswig-Holstein, welches seine Kunden, unter anderem auch in Mecklenburg-Vorpommern über den Rückruf informierte und eine Folgemeldung eines Betriebes, der aber nie belastete Eier aus den Niederlanden erhalten hat.

Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich an dem außerplanmäßigen Untersuchungsprogramm des Bundes, welches einen Überblick über die aktuelle Belastungssituation geben soll, mit jeweils 10 Untersuchungen von „Feinen Backwaren“ und „Teigwaren“. Dabei werden Brotfabriken, Großbäckereien, Hersteller von Teigwaren, Konditoreien und Direktvermarkter untersucht. die Ergebnisse werden nach Vorliegen bekannt gegeben.

Hormongift Bisphenol A in Lebensmittelkonserven nachgewiesen

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat bei einer Untersuchung von Lebensmittelkonserven großer deutscher Handelsketten eine Belastung von mehr als der Hälfte der getesteten Lebensmittel mit Bisphenol A (BPA) festgestellt. Von 26 in Stichproben ausgewählten Produkten aus dem Sortiment von Rewe, Lidl, Aldi, Netto, Penny und Edeka enthielten 14 Produkte das Hormongift.

BPA ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Epoxidharzen. Das sind Kunststoffe, mit welchen das Innere von Konservendosen häufig ausgekleidet wird, um Korrosion zu verhindern. BPA kann sich aus der Beschichtung lösen und auf die Lebensmittel übergehen. Im menschlichen Körper wirkt die Chemikalie ähnlich dem weiblichen Hormon Östrogen. Viele Studien belegen, dass BPA bereits in sehr geringen Mengen das Hormonsystem stören und schädlich für die Fortpflanzung sein kann. Unter anderem werden Unfruchtbarkeit, Prostata- und Brustkrebs, Diabetes Typ 2, Immunschwäche und Übergewicht mit BPA in Verbindung gebracht.

Der BUND hatte Konserven mit Thunfisch, gestückelten und ganzen Tomaten, Kokosmilch sowie Mais und Sauerkraut untersucht. Bei Thunfisch, Tomaten und Kokosmilch waren 74 Prozent der Proben BPA-belastet. Zwar handele es sich um eine stichprobenartige Untersuchung, die nicht repräsentativ für das gesamte Sortiment sein müsse, jedoch sei bei der Zahl belasteter Produkte eine deutliche Tendenz erkennbar, sagte der BUND-Chemikalienexperte Manuel Fernández. Ähnliche Ergebnisse habe ein parallel durchgeführter Test der österreichischen BUND-Partnerorganisation Global 2000 gezeigt: Auch hier waren Thunfisch-, Tomaten- und Kokosmilchkonserven am häufigsten von den untersuchten Proben mit BPA belastet.

Der BUND-Experte wies darauf hin, dass schwer kalkulierbar sei, wie viel BPA sich im Inhalt einer Dose anreichere. Dies hänge von verschiedenen Faktoren wie dem Säuregehalt des Inhalts, dem Erhitzen zur Konservierung und Temperaturschwankungen bei der Lagerung ab. Die Belastung von Menschen und Umwelt durch hormonell schädliche Chemikalien müsse jedoch insgesamt stark reduziert werden, da auch Kombinationseffekte bislang noch kaum untersucht seien, forderte Fernández.

„Das Hormongift BPA hat in Lebensmitteln rein gar nichts verloren. Für alle Produkte, die mit Menschen in Kontakt kommen, muss das Vorsorgeprinzip greifen, deshalb brauchen wir endlich ein EU-weites Verbot von Bisphenol A“, sagte Fernández. Da die Politik das Thema seit vielen Jahren verschleppe, müsse der Handel freiwillig den Verbraucherschutz gewährleisten und auf BPA-freie Lebensmittelverpackungen umstellen. „Besonders für die großen Lebensmittelketten mit Eigenmarken wäre es ein Leichtes, auf BPA-haltige Konservendosen zu verzichten und auch ihre Zulieferer in die Pflicht zu nehmen“, so Fernández.

Probe negativ: Entwarnung bei Fipronil-Belastung von Hühnerfleisch

Schwerin – Die am vergangenen Donnerstag gezogene Fleischprobe in einem Geflügelzuchtbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Mitteilung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Mecklenburg-Vorpommern negativ. Es konnte keine Belastung des Hühnerfleisches festgestellt werden.

Die Probe hatte das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt genommen, nachdem sich der Verdacht auf den Einsatz eines mit Fipronil belasteten Desinfektions- und Reinigungsmittels erhärtet hatte.

Am kommenden Dienstag wird Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald in der Landespressekonferenz über das aktuelle Geschehen informieren.

Auf www.lebensmittelwarnung.de sind aktuelle Warnungen zu Fipronil-belasteten Produkten abrufbar. Weitere Informationen, eine Risikobewertung und eine Fragen-Antworten-Liste zum Thema Fipronil in Eiern und eihaltigen Lebensmitteln sind auch unter www.bfr.bund.de erhältlich.

Fipronil in Geflügelzuchtbetrieb festgestellt

Schwerin – Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Mecklenburg-Vorpommern hat Eierproben positiv auf Fipronil getestet.

Die Eier stammen aus einem Geflügelzuchtbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, in dem Elterntiere gehalten werden. Die Eier werden also nicht für den Verzehr produziert, sondern dienen der Masthähnchenproduktion.

Aus diesem Grund wurden zudem Fleischproben gezogen, die derzeit im LALLF analysiert werden. Die Ergebnisse hierzu werden Anfang nächster Woche erwartet.

Zudem gibt es Hinweise, dass in einem weiteren Geflügelzuchtbetrieb das mit Fipronil versetzte Desinfektions- und Reinigungsmittel Dega-16 eingesetzt wurde. Die Tiere dieses Betriebes wurden vor dem Bekanntwerden des aktuellen Geschehens bereits zur Schlachtung nach Polen bzw. Niederlande gebracht. Die dortigen Behörden werden durch den Bund informiert.

Auf www.lebensmittelwarnung.de sind aktuelle Warnungen zu Fipronil-belasteten Produkten abrufbar. Weitere Informationen, eine Risikobewertung und eine Fragen-Antworten-Liste zum Thema Fipronil in Eiern und eihaltigen Lebensmitteln sind auch unter www.bfr.bund.de erhältlich.

Fipronil – Neue Ergebnisse

Schwerin – Angesichts des verbotenen Einsatzes von Fipronil in der Legehennen-Haltung und dem Nachweis in belasteten Eiern, hat sich der Bund in Abstimmung mit den Ländern entschlossen, kurzfristig ein Programm zur Untersuchung von Fipronil in „Ei-Verarbeitungsprodukten und eihaltigen TK-Produkten“ im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplanes aufzulegen. Diese Ergebnisse sollen einen Überblick über die Belastungssituation in Deutschland geben. Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich daran mit je 20 Untersuchungen von „Feinen Backwaren“ und „Teigwaren“.

Lieferscheine ermöglichen eine Zuordnung von Eiern an die einzelnen Adressaten bzw. Verarbeiter. Des Weiteren haben Lebensmittelunternehmer die Rückverfolgbarkeit ihrer hergestellten Produkte sicher zu stellen. Rückrufe erhöhen die Verbrauchersicherheit. Bisher war Mecklenburg-Vorpommern mit einer Rückrufaktion betroffen, die in der vergangenen Woche abgeschlossen wurde. Derzeit erfolgen aus drei Großhandelsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern Rücknamen verarbeiteter Eiprodukte aus Niedersachsen, die Fipronil-belastet sind. Vorhandene Waren sind in den Einrichtungen gesperrt.

Nach wie vor gibt es keine Hinweise auf die Anwendung von „Dega 16“ in Geflügelhaltungen des Landes. Es liegen die ersten 7 Untersuchungsergebnisse aus Geflügelhaltungen des Landes vor. Die Ergebnisse der Proben, die amtlich gezogen und im LALLF analysiert wurden, sind negativ. Zudem sind 12 vorliegende Eigenkontrollergebnisse aus Legehennenhaltungen des Landes negativ.

Aktuelles Vorgehen im Fipronil-Fall

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern wird sich an einem bundesweiten Überwachungsplan zur Untersuchung von Fipronil in Ei-Verarbeitungsprodukten und eihaltigen Tiefkühlprodukten beteiligen. Zur Umsetzung laufen jetzt die erforderlichen Abstimmungen zwischen dem Bund und den Ländern.

Aktuell werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei die speziellen Untersuchungsmethoden für verarbeitete Produkte angepasst. Die Probenanforderungen an die Lebensmittelüberwachungsämter werden nach der Abstimmung von Bund und den Ländern formuliert.

Momentan werden noch Untersuchungen an Eiern auf Gehalte von Fipronil vorgenommen. Es werden derzeit 2 Proben pro Veterinäramt untersucht. Anschließend können die Ei-Verarbeitungsprodukte in die Analyse gelangen.

Keine neuen Erkenntnisse zu Fipronil-Eiern in MV

Schwerin – In einer Telefonkonferenz von Bundes- und Landesbehörden wurde eine zuverlässige und schnellere Informationspolitik zwischen den beteiligten Mitgliedstaaten als die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche und effiziente Vollzugsarbeit vor Ort angemahnt. Aktuell wird die Liste der betroffenen Eier überarbeitet und in Kürze veröffentlicht.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern überwachen neben Geflügelhaltungen in Vor-Ort-Kontrollen, bei denen die angewendeten Desinfektionsmittel kontrolliert werden, auch Lebensmittel-Zentrallager in Zusammenhang mit Hinweisen und Herstellungsbetrieben von Eiprodukten bzw. die, die Ei in großen Mengen verarbeiten, bezüglich der Herkunft von Eiern. Bisher sind Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern nicht betroffen. Die Rücknahmen bzw. Rückrufe aus den verschiedenen Einrichtungen werden von den Behörden kontrolliert.

Die Behörden sind untereinander in ständigem Kontakt, der Geflügelwirtschaftsverband des Landes unterstützt die Behörden in ihrer Aufklärungsarbeit. Zudem haben Unternehmen Eigenkontrollen vorgenommen und mitgeteilt, dass in ihren Betrieben kein Fipronil angewendet wurde. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass das in Rede stehende Desinfektionsmittel in Mecklenburg-Vorpommern zur Anwendung kam.

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock werden im Rahmen des aktuellen Geschehens zusätzliche Proben von Eiern untersucht. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock hat 2017 das Wirkstoffspektrum der Rückstandsuntersuchungen bei Eiern erweitert, unter anderem auch auf Fipronil und Fipronil-sulfon.

Auf der Basis von neuen amtlichen Analyseergebnissen aus Deutschland hat das BfR eine Bewertung der bislang wenigen übermittelten Daten vorgenommen und kommt zu folgender Bewertung: „Die Daten aus Deutschland zu Gehalten von Fipronil erreichten Werte bis zu 0,051 mg/kg in Eiern. Nach dieser Datenlage ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich“.

Abgas-Skandal: Christian Pegel fordert von Bundesregierung Konsequenz

Schwerin – Nach Auffassung von Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel hat mit dem „Diesel-Gipfel“ am Mittwoch die notwendige Aufarbeitung des Abgas-Skandals erst begonnen. „Es müssen jetzt konsequente weitere Schritte folgen. Ich sehe hier eine wichtige Aufgabe des Bundesverkehrsministeriums in den kommenden Wochen und Monaten“, so Pegel.

Er erwarte von der Bundesregierung eine klare Haltung gegenüber den Autoherstellern. Diese müssten – für die Verbraucher kostenfrei – deren Dieselfahrzeuge in den Zustand versetzen, der ihnen beim Kauf über Werbung und Informationen zugesagt worden sei. „Die Autokonzerne sind die Urheber und somit in der Verantwortung, die betroffenen Autokäufer schadlos zu stellen“, sagt der Minister. Die Bundesregierung müsse genau beobachten, ob die Schritte, die die Autokonzerne beim „Diesel-Gipfel“ zugesagt haben, ausreichen oder ob über Software-Updates hinaus weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den Zustand herzustellen, den die Käuferinnen und Käufer nach den Angaben der Autobauer beim Erwerb ihrer Fahrzeuge erwarten durften. „Ist dies der Fall, müssen diese Schritte den Autokonzernen auch abverlangt werden – und zwar kostenfrei für die Kunden“, so der Minister. „Diese mussten mit dem Zeitaufwand für das Vorstellen ihrer Fahrzeuge zum Nachrüsten in den Autohäusern bereits genug unbezahlte Leistung einbringen.“

Der Verkehrsminister aus Mecklenburg-Vorpommern sieht nicht nur den Autobauerstandort Deutschland beschädigt. „Ich fürchte auch Akzeptanzprobleme für den deutschen Rechtsstaat.“ In vielen Gesprächen werde er gefragt, weshalb ein deutscher Manager für dieses Vorgehen in den USA in Untersuchungshaft sitze und nicht einmal gegen Kaution freikomme, während in Deutschland eine forcierte und ernsthafte strafrechtliche und insgesamt juristische Aufarbeitung öffentlich weniger wahrnehmbar sei. Christian Pegel warnt: „Wir werden aufpassen müssen, dass nicht der Eindruck entsteht, es werde mit zweierlei Maß gemessen: Für viele kleine Betrügereien gebe es konsequente strafrechtliche Ahndung, die dicken Fische blieben aber unberührt.“ Die Verfestigung eines solchen Gefühls bei einer Mehrheit der Menschen schade mittelfristig der Akzeptanz des Rechtsstaates. „Nach den vielen Gesprächen, die ich zu diesem Thema geführt habe, habe ich den Eindruck, die Mehrzahl der Menschen hält das Vorgehen der Autokonzerne für schlichten Betrug.“

Fipronil in Eiern in Mecklenburg-Vorpommern gefunden

Schwerin – Aufgrund einer Verbraucherinformation erhielt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt gegen 21 Uhr Kenntnis über den Kauf von Eiern, die einen der in der gestern veröffentlichten Pressemitteilung genannten Kennzeichnungs-Code, 1-NL-4331901 trugen. Die Eier stammten aus Holland. Der aufmerksame Bürger kaufte die Eier am 31.7. in einer Rostocker Kauflandfiliale.

Die offizielle Schnellwarnmeldung bezüglich der betroffenen Eier erhielten die zuständigen Behörden in MV am 3.8.2017, Kaufland selber holte die Eier bereits am 2.8.2017 aus den Regalen.

Die Lebensmittelüberwachungsämter sind über die Sachlage informiert, der Rückruf in den Kaufland-Filialen wird von den Lebensmittelüberwachungsämtern überwacht.

Es wird von einem Verzehr der in der Auflistung verzeichneten Eier abgeraten und empfohlen, diese über den Restmüll zu entsorgen oder zum Handel zurückzubringen.

Weitere aktuelle Informationen auch zu den Stempelaufdrucken finden Sie unter: http://www.lebensmittelwarnung.de/

Keine Nachweise für Fipronil in Eiern in M-V

Schwerin – Im Juli fanden belgische Behörden in Eiern eine Kontamination mit dem für lebensmittelliefernde Tiere nicht zugelassenen Stoff Fipronil. In für Mecklenburg-Vorpommern wurden bisher noch keine Lieferungen von Fipronil-belasteten Eiern gemeldet.

Die Ermittlungen ergaben in Belgien und in den Niederlanden, dass Fipronil einem Milbenbekämpfungsmittel auf pflanzlicher Basis beigemischt und in diversen Legehennenställen angewendet wurde. Derzeit wird in Deutschland der Vertrieb betroffener Eierchargen ebenso wie die Verwendung des mit Fipronil versetzten Mittels in deutschen Ställen verfolgt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in seiner Stellungnahme vom 30.07.2017 eine gesundheitliche Beeinträchtigung unterhalb einer Fipronilkonzentration von 0,72 mg/kg im Ei praktisch ausgeschlossen. Die nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelieferten Eier enthielten Fipronil-Gehalte unterhalb dieses Wertes. Es ist bei normalem Verzehr somit nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen.

Da Fipronil nicht für lebensmittelliefernde Tiere zugelassen ist bzw. bei der Erzeugung von Lebensmitteln nicht eingesetzt werden darf, müssen alle damit belasteten Lebensmittel aus dem Verkehr genommen werden.

Die von amtlicher Seite aus bestätigten Eier mit Fipronil-Belastungen tragen die Stempelaufdrucke: 1-NL 4128604; 1-NL 4286001; 0-NL 4385501; 0-NL 4392501 sowie 1-DE-0357731.

Die Eigenkontrollergebnisse von Lebensmittelunternehmern ergaben einen Nachweis von Fipronil in folgenden Eiern: 0-NL-4310001; 1-NL-4167902; 1-NL-4385701; 1-NL-4339301; 1-NL-4339912; 2-NL- 4385702; 1-NL-4331901; 2-NL-4332601; 2-NL-4332602; 1-NL-4359801; 0-NL-4310001.

Es ist jederzeit davon auszugehen, dass über amtliche Eigenkontrollergebnisse von Packstationen oder Erzeugern sowie über amtliche Ergebnisse noch weitere Eier-Erzeugercodes hinzukommen können. Es wird von einem Verzehr der in der Auflistung verzeichneten Eier abgeraten und empfohlen, diese über den Restmüll zu entsorgen oder zum Handel zurückzubringen.

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock hat 2017 das Wirkstoffspektrum der Rückstandsuntersuchungen bei Eiern erweitert, unter anderem auch auf Fipronil und Fipronil-sulfon. Im April wurden somit bereits auch 10 Eierproben aus M-V mit negativem Ergebnis auf Fipronil-Rückstände untersucht. Darüber hinaus hat das niedersächsische Landesamt aktuell drei Eierproben aus Mecklenburg-Vorpommern geprüft und kein Fipronil nachgewiesen. Die Veterinärämter der Landkreise sind höchst sensibilisiert. Alle zuständigen Behörden arbeiten im Land eng zusammen und tauschen sich intensiv aus.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol und wird vielfach als Pflanzenschutzmittel und Biozid genutzt. In der Tiermedizin wird es als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt.

Backhaus: EU-Ökoverordnung ist herber Rückschlag für Tierschutz und Verbraucherinteressen

Schwerin – Am kommenden Montag, dem 17. Juli 2017, wird der Agrarrat über die weiteren Verhandlungen zur EU-Ökoverordnung entscheiden. Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus positioniert sich im Vorfeld wie folgt: „Ich bin maßlos enttäuscht, dass sich die Verhandlungen so lange hingezogen haben und wir am Ende weit hinter dem zurückbleiben, was wir uns vorgenommen haben. Viele äußerst wichtige Details, die derzeit in der aktuell gültigen Verordnung geregelt sind, sind im Text der Revision noch nicht berücksichtigt. Bereits enthaltene Bereiche sind teilweise schlechter gelöst als heute.“

„Ein K.O.-Kriterium ist für mich ganz klar Artikel 20 der Verordnung. Mit diesem Artikel wird u.a. das Verursacherprinzip in Frage gestellt. Bio-Landwirte sollen für Einträge die Verantwortung übernehmen, die nicht in ihrer Verantwortung stehen. So lässt sich zum Beispiel eine Abdrift von Pflanzenschutzmitteln von angrenzenden konventionell bewirtschafteten Flächen nicht gänzlich ausschließen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert.“

Zum Bereich Tierhaltung kommentiert er: „Wo ist der Fortschritt, wenn das Schnäbelkürzen im ökologischen Landbau weiter zugelassen wird und damit Erreichtes in unseren Ökobetrieben, wo aktuell kein Schnäbelkürzen mehr erfolgt, konterkariert wird. Hinzu kommt, dass in Deutschland aber auch in anderen Mitgliedsstaaten das Schnäbelkürzen auch in konventionellen Betrieben eingestellt werden soll. Es ist völliger Irrsinn, dass wir im konventionellen Bereich zu Recht hohe Anforderungen an das Tierwohl stellen, diese im Ökolandbau unter dem Deckmantel einer fortschrittlichen Verordnung zukünftig aber hinten anstellen. Ein herber Rückschlag für den Tierschutz und Verbrauchererwartungen!“

„Ein weiteres Beispiel ist, dass Vorgaben für den Anteil regionalen Futters gemacht werden, aber keine Definition für die ‚Region‘ erfolgt, da man sich wohl nicht einigen konnte. Einige Mitgliedsstaaten definieren die EU als Region, wir in Deutschland das Bundesland und angrenzende Bundesländer. Wollen wir in Deutschland keine Wettbewerbsnachteile, müssten wir die Regelung aufweichen. Leidtragende wären am Ende auch hier die Verbraucher.“

„Kompromisse machen meiner Meinung nach nur Sinn, wenn wir, wie ursprünglich angestrebt, insgesamt tatsächlich Fortschritte bei der Weiterentwicklung der ökologischen Erzeugung im tierischen und pflanzlichen Bereich erzielen. Das ist aktuell nicht der Fall. Stattdessen hat ein grüner EU-Abgeordneter den Öko-Bauern einen Bärendienst erwiesen. Ich fordere Bundesminister Schmidt daher auf, dem Kompromiss im Agrarrat nicht zuzustimmen.“