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Tag: 9. November 2025

Schwesig und Günther erinnern an den Mut der Friedlichen Revolution

Schwerin – Die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig und der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein Daniel Günther haben heute an die Öffnung der innerdeutschen Grenze am 9. November 1989 erinnert.

„Es waren die Menschen in der DDR, die im Herbst 1989 mit sehr viel Mut und mit Erfolg Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit und freie Wahlen eingefordert haben“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig. Der 9. November sei der Auftakt eines Prozesses gewesen, der nicht einmal ein Jahr später zur Deutschen Einheit führte. „Die Jahre 1989 und 1990 zeigen, was alles möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen und gemeinsam für Verbesserungen eintreten. Diese Kraft und diesen Zusammenhalt wünsche ich uns auch für die Zukunft.“

„Der 9. November ist ein Tag, der bis heute die Menschen bewegt. Ich erinnere mich gut an die emotionalen Bilder des Mauerfalls und an die Menschen in der DDR, die mit ihrem Mut Geschichte geschrieben haben. Ohne ihre Zivilcourage gäbe es unser heutiges Miteinander nicht. Dieser Mut war friedlich, entschlossen und er ist eine Kraft, die wir auch heute dringend brauchen, wenn wir auf die großen Aufgaben unserer Zeit schauen“, sagte Ministerpräsident Günther.

Schwesig und Günther treffen sich traditionell am 9. November an einem Ort entlang der früheren innerdeutschen Grenze, um an die Überwindung von Mauer und Grenze zu erinnern. In diesem Jahr nahmen die Beiden am 35-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern und Lauenburg in Schleswig-Holstein teil. Die gute Nachbarschaft der 40 Jahre getrennten Nachbarstädte an der Elbe sei ein schönes Beispiel für das Zusammenwachsen von Ost und West. Dazu gehöre auch der jährliche Grenzlauf, an dem Schwesig und Günther im letzten Jahr teilgenommen haben.

Gut 240 Anträge auf Entschädigung nach Zwangsaussiedlung

An den Tag des Mauerfalls erinnert ein Grenzlauf. Justizministerin Jacqueline Bernhardt überreichte Medaillen an die Teilnehmenden.

Schwerin – „Der Tag des Mauerfalls ist ein Tag der Freude, des Aufbruchs, aber auch der Mahnung. Heute zum Grenzlauf wird an eben diese Teilung Deutschlands erinnert, die am 9. November 1989 zum Glück ein Ende fand. Mit dem Tag heute vor 36 Jahren begann aber auch die Aufarbeitung dessen, was vor dem 9. November genau hier in der Grenzregion passiert war. Viele Familien wurden über Nacht aus ihrem Zuhause gerissen, weil sie der DDR im Zusammenhang mit der Errichtung der innerdeutschen Grenze im Weg waren.

Dieses Unrecht wird heute anerkannt. Seit dem 1. Juli 2025 können Opfer der 1952 und 1961 durchgeführten Zwangsaussiedlungsmaßnahmen einen Antrag auf Entschädigung stellen. Bislang sind es knapp 240 Anträge, die von Betroffenen aus dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns eingegangen sind. Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz hat als zuständige Stelle rund die Hälfte davon bereits bewilligt. Ich danke dem Referat und auch dem Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur für die akribische Arbeit“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt anlässlich des 36. Jahrestages des Mauerfalls.

Ministerin Jacqueline Bernhardt war anlässlich des 9. November bei einer Veranstaltung in Boizenburg (Elbe) und überreichte an die Teilnehmenden des Grenzlaufes Medaillen. „Die Mahnung an die Zeit vor dem Mauerfall muss aufrechterhalten werden. Auch beim Thema SED-Opferrente sehen wir, dass die Zahl der Anträge nicht abreißt. Allein in diesem Jahr sind es schon rund 230 Anträge. Statistisch bedeutet das, jeden Monat gehen 23 neue Anträge ein.“

Einen Antrag auf einmalige Ausgleichszahlung von 7.500 Euro zur Anerkennung von Zwangsaussiedlungsmaßnahmen auf dem heutigen Gebiet von M-V sowie den Antrag auf eine monatliche SED-Opferrente von 400 Euro können weiter gestellt werden – Alle Formulare finden Sie auf der Internetseite des ->Ministeriums für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz M.-V.

Neue LF10 aus landesweiter Zentralausschreibung

Fuhlendorf – Nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit war es soweit: Die ersten beiden Löschfahrzeuge vom Typ LF 10 aus der landesweiten Zentralausschreibung für die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern wurden offiziell an die Gemeinden Fuhlendorf (Landkreis Vorpommern-Rügen) und Lübesse (Landkreis Ludwigslust-Parchim) übergeben.

„Mit dieser ersten Fahrzeugübergabe machen wir einen wichtigen Schritt zur Stärkung unserer Feuerwehren im Land. Moderne Technik ist entscheidend, damit die Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst sicher, effizient und effektiv leisten können – zum Schutz der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Innenminister Christian Pegel.

Die Fahrzeuge wurden von der Firma Magirus auf einem MAN-Fahrgestell gefertigt und verfügen über eine umfangreiche Beladung der Firma Matuczak. Damit stehen den Feuerwehren moderne und leistungsfähige Fahrzeuge zur Verfügung, die optimal auf die Anforderungen des Brand- und Katastrophenschutzes im Land abgestimmt sind.

Die landesweite Zentralausschreibung basiert auf einer Rahmenvereinbarung über bis zu 71 Fahrzeuge des Typs LF 10. Bereits 51 Fahrzeuge wurden verbindlich beauftragt. Noch im laufenden Jahr sollen insgesamt vier Fahrzeuge ausgeliefert werden. Weitere Auslieferungen sind ab dem zweiten Quartal 2026 vorgesehen.

„Mit der zentralen Beschaffung schaffen wir eine einheitliche Fahrzeugstruktur, die Einsatzbereitschaft und Effizienz langfristig sichert. Gleichzeitig entlasten wir die Kommunen, da Beschaffung und Ausstattung künftig standardisiert erfolgen und dadurch Kosten gespart werden können“, ergänzt Christian Pegel.

Ziel der landesweiten Beschaffung ist es, die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu stärken und eine einheitliche Fahrzeugstruktur zu schaffen. Damit wird die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren im gesamten Land verbessert und die Zusammenarbeit bei überörtlichen Einsätzen erleichtert.

 „Die Feuerwehrleute in unserem Land leisten Tag für Tag Großes. Mit modernen Fahrzeugen wie dem neuen LF 10 schaffen wir die bestmöglichen Bedingungen, damit sie ihren wichtigen Dienst weiterhin zuverlässig und sicher erfüllen können“, so Innenminister Christian Pegel.

Bereits am Donnerstag hatten alle interessierten Feuerwehren des Landes Gelegenheit, das neue Fahrzeug in Augenschein zu nehmen, bei einer Vorführung auf dem Gelände der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern (LSBK M-V). Die neuen LF 10 zeigen beispielhaft, wie moderne Technik und praxisgerechte Ausstattung künftig die Arbeit der Einsatzkräfte unterstützen werden.

Schwesig: Die Demokratie muss aktiv gestaltet und verteidigt werden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat an die historischen Ereignisse am 9. November 1918, 1938 und 1989 erinnert. „Der 9. November ist ein besonderer Tag in der deutschen Geschichte. Er steht für besonders helle, aber auch für besonders dunkle Stunden in unserer Geschichte“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Am 9. November 1918 wurde in Berlin die Republik ausgerufen. „Das war die Geburtsstunde der ersten deutschen Demokratie. Auch wenn die Weimarer Republik nur etwas mehr als 13 Jahre dauerte, ist sie ein wichtiger Abschnitt der deutschen Geschichte. Sie ist am Ende daran gescheitert, dass sich zu wenig Kräfte für die Demokratie einsetzten, während zu viele auf eine Diktatur hinarbeiteten. Das Scheitern der Weimarer Republik ist Mahnung, dass die Demokratie aktiv gestaltet und verteidigt werden muss“, sagte die Ministerpräsidentin.

Am 9. November 1938 sind in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland Synagogen zerstört und niedergebrannt worden. Jüdinnen und Juden wurden angegriffen, jüdische Geschäfte zerstört. „Der 9. November 1938 zeigt, dass Menschen in einer Diktatur ihrer Grundrechte beraubt werden und schutzlos sind. Diskriminiert und verfolgt wurden die Juden schon seit Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Der 9. November 1938 markiert den Beginn der systematischen Vernichtung jüdischen Lebens. Am Ende stand der Massenmord an 6 Millionen Juden, das schlimmste Verbrechen in der deutschen Geschichte“, verurteilte die Ministerpräsidentin.

Eine Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sei die deutsche Teilung gewesen. Dass diese 1989/1990 überwunden werden konnte, sei einer der größten Glücksfälle in der deutschen Geschichte. „Neben Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und freien Wahlen war Reisefreiheit eine der wichtigsten Forderungen in der Friedlichen Revolution. Binnen weniger Wochen brachten die Menschen in der DDR mit ihrem friedlichen Protest die SED-Herrschaft und die innerdeutsche Grenze zu Fall.

Am Abend des 9. November wurden die Mauer und die Grenzübergänge geöffnet. Wer diese Zeit miterlebt hat, wird diesen Tag und die grenzenlose Freude in Ost und West nie vergessen. Der 9. November 1989 zeigt, was möglich ist, wenn Menschen zusammenstehen und sich gemeinsam für Verbesserungen einsetzen“, sagte Schwesig.

Wie in den Vorjahren trifft die Ministerpräsidentin am 9. November ihren schleswig-holsteinischen Amtskollegen Daniel Günther an einem Ort entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Am Nachmittag besuchen Schwesig und Günther die Feierlichkeiten zum 35-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern und Lauenburg in Schleswig-Holstein.